kwerfeldein
13. November 2007 Lesezeit: ~5 Minuten

Meine 6 peinlichsten Momente mit der Kamera (Teil 2)

Und nun wie versprochen der zweite Teil der peinlichen, lustigen oder traurig-komischen Situationen, welche ich erlebt habe. Falls Du den ersten Teil verpasst hast, kannst Du ihn hier nachlesen.

Der Schlammkönig
Die vierte Begebenheit, vor der ich auch heute keinen Halt machen möchte erzählt von einem Versuch, besonders “hart” und “mutig” zu sein. Ich war an meiner Shootinglocation angekommen, welche sich im Schwarzwald bei Forbach fand. Vor mir war ein steiler Hang mit den schönsten alten Hütten, welche mein Auge bis dahin gesehen hatte. Ohne zu zögern erkletterte ich die faszinierenden Gebäude, fotografierte drauf los – und stellte dabei fest, dass es unter meinen Füssen mit jedem Meter bergauf feuchter wurde und meine Beine zunehmend tiefer im Schlamm versanken. Ich dachte an all die Landschaftsfotografen, welche sich bei Wind, Wetter, Hitze und Kälte durch Wüsten und Gebirge zwingen, nur um das eine Bild zu machen. Im tiefsten Herzen mit ihnen verbunden machte ich mich auf, um die höchste Hütte zu erklimmen und kam mir dabei so unglaublich heldenhaft vor. In meinem Kopf hatte ich schon die Worte gesammelt, mit welchen ich auf meinem Blog von meiner Heldentat berichten würde – Martin Gommel, der sich auch durch Schlamm wälzt, um zu fotografieren. Fein. Schlussendlich stand ich wie ein begossener Pudel bis zu den Knien in der Matsche, stellte in eben diese mein nicht mehr 100% funktionsfähiges Stativ, Kamera drauf und los gehts. 5 Fotos. Halleluja. Keines der Bilder hat es je annähernd in die Kategorie “veröffentlichen” geschafft – aber ich war ein Held für die Nationen.

Durlacher Stadtgespräch

Nummer 5 habe ich schon einmal zu den alten Zeiten meines Blogs beschrieben, dazu möchte ich einen Auszug aus diesem Beitrag zitiieren :” Ich stehe in Durlach zwischen ein paar Fachwerkhäusern und knipse. Es kommt ein Mann um die Ecke, der mir so halb ins Bild läuft, aber ich bemerke ihn gar nicht richtig, da ich mit meinem Teleobjektiv die Häuser anvisiere. Er frägt mich, was ich da fotografiere und sage ihm “Da hinten, die Häuser”. Er wird unverschämt. Ich dürfe niemanden, der mir in den Weg kommt fotografieren. Ich zeige ihm das Bild, das ich geschossen habe, er ist nicht drauf. Er droht mir, die Kamera wegzunehmen, worauf ich ihn aufmerksam mache, dass er das nicht darf. Zur Polizei möchte er mit mir gehen und nimmt meine Kamera, die ich um den Hals gegurtet habe. Natürlich bin ich damit nicht einverstanden. Er nennt mich eine Drecksau, einen Schweinepriester. Dann meint er, er lasse mich gehen, das würde ihm guttun. Ich bestätige das mit der Bermerkung, dass ich das glaube. Eine Drohung, mich ins Gebüsch zu schlagen folgt mit der anschließenden Bemerkung, mit mir doch zur Polizei zu gehen. Ich verweigere mich.. Ich verabschiede mich und laufe weiter. Er auch.” Ab und an denke ich an diesen Mann und im Nachhinein muss ich zugeben, dass mir die Situation schon fast ein wenig Spass gemacht hatte, denn ich kam mir dabei unwarscheinlich wichtig vor – auch hier hatte ich danach schon den Blogpost auf dem Rückweg nach Hause in meinem Kopf verfasst – und auch veröffentlicht. ICH, DER FOTOGRAF wurde angemacht – yea. Der arme Martin, hat so etwas über sich ergehen lassen müssen. Ich hätte ja auch einfach weiterlaufen können ;).

Volltreffer

Die 6. und letzte Peinlichkeit meines Fotografendaseins begab sich an einem Baggersee, an welchem ich gerade den Sonnenuntergang fotografierte. Ich stand dabei unter Bäumen und hatte den perfekten Ausblick auf das Wasser – als mir einige Fotografien der Flickrgrösse Rebekka in den Sinn kamen. Diese Fotografien hatten einen Stein im Fokus, welcher gerade ins Wasser fiel und diesen Moment des Platschens wollte ich nachahmen. Deshalb begann ich gleich mehrere Stein senkrecht ins Wasser werfen in Synchronität mit dem Auslöser. Ein Blick auf den LCD reichte aus um festzustellen, dass das angestrebte Ergebnis einiges an Übung brauchen würde. Die Steine mussten mit Kraft von oben nach unten kurz vor der Kamera ins Wasser fallen. Diese Übung wurde mir zum Verhängnis, da ich aus Versehen und stümperhaft wie immer einen Stein direkt auf das 10mm Weitwinkel platziert hatte. Saubere Leistung – 100 Punkte ! Zum Glück traf ich nur die äussere Schale, auf welcher fast keine Spuren des Unfalls zu sehen sind.

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