kwerfeldein
12. November 2007 Lesezeit: ~5 Minuten

Meine 6 peinlichsten Momente mit der Kamera (Teil 1)

Diese Woche möchte ich damit starten, mit Dir einwenig über mich selbst zu lachen oder zu schmunzeln. Und das ausgiebig, denn es tut mir immer wieder gut, mich nicht allzu ernst zu nehmen. Manches ist für mich auch im Nachhinein ärgerlich, aber ich habe mich dafür entschieden, trotzdem darüber zu lachen ;) .

Ich habe sechs einzelne Situationen herausgesucht, welche im Nachhinein als peinlich, lustig oder traurig-komisch einstufen würde. Beginnen werde ich mit den ersten drei und morgen werde ich die zweite Hälfte der Reihe veröffentlichen.

Die Grafik

Der Loch-Horror im Regen

Auf einer FotoTour durch den Schwarzwald war ich in Geroldsau angekommen. Dort fotografierte ausgiebig die vor mir liegenden Wasserfälle. Nach ca. 10 Minuten begann es in Strömen zu regnen.Ich hatte gerade die Position gewechselt um meinen letzten Schuss abzugeben, als mir der Objektivdeckel ins Wasser fiel und von den Wasserströmen unaufhaltsam hinfortgespült wurde. “Halb so wild” dachte ich, nahm meine Kamera vom Stativ ab und entdeckte am Objektiv ein kleines, aber dennoch auffälliges Löchlein. Der Schreck fuhr mir durch Leib und Leber. Als ich das Objektiv näher untersuchte, konnte ich feststellen, dass das Loch deshalb entstanden war, weil das Schieberlein für den Autofokus sich scheinbar verabschieded hatte. Nur wo ? Kamera eingepackt, Stativ zusammengesteckt begann ich wie ein wilder nach dem so klitzkleinen Teilchen zu suchen. Wandersleute liefen an mir vorbei, lachten und genossen den Regen. Nach einer guten halben Stunde erfolglosem Suchen fiel es mir wieder ein : Beim Herausholen des Fotorucksackes aus dem Auto war die Kamera auf den Boden gefallen. Ich hatte sie guter Dinge und ohne genau nach irgendwelchen Beschädigungen zu suchen wieder eingepackt. Auf zum Auto ! Dort angekommen fand ich das Schieberlein, welches an der Seite abgebrochen war. Der Spass kostete mich via Reparatur 120 €.

Die Staubsauger-OP
Die wohl peinlichste Geschichte meines Fotografendaseins beginnt damit, dass ich wochenlang überlegt hatte, woher denn diese vielen störenden Punkte in meinen Bildern herkamen. Meine 350D schien entweder direkt etwas gegen mich zu haben oder es musste eine technische Erklärung dafür geben. Somit begann ich, mich mit Fotofreunden und dem lieben Internet darüber zu unterhalten, wo denn die Ursache für das Grauen liege. Staub auf dem Sensor. Nachdem ich unzählige von Forenbeiträgen zur Entfernung des Staubes gelesen hatte, besorgte ich mir Wattestäbchen und die empfohlene Flüssigkeit. Zu meinem Erschrecken brachte diese Methode mir schlussendlich gar nichts, oder doch – noch mehr Staub und Spuren auf dem Sensor. Na fein. Nach hunderten von verschiedenen Anläufen wurde mir es zu viel. Ich weiss nicht, was mich dazu brachte – aber ich entschloss mich, tatsächlich, das Staubsaugerrohr in die Kamera zu halten. Als eine handwerkliche Null erwartete ich tatsächlich, dass dieser Weg der richtige sei und andere einfach noch nicht darauf gekommen seien. Nach einer fünfminütigen Saugeinheit setzte ich das Kitobjektiv wieder oben auf und schoss ein paar Bilder. Der Staub war tatsächlich nicht mehr zu sehen. Doch dann kam das, was kommen musste : Voller Freude über meinen Erfolg war ich wohl auf, weitere Testbilder zu knipsen. Klick, Klick – Klickääääääkchhhhhh. Der letzte Klick meiner Kamera war gerade zu meinen Ohren gedrungen. Der Verschluss hatte von meinem Eingriff Schaden genommen und machte nun dicht – und dabei blieb mir fast das Herz stehen. Ich lief hochrot an und auf einmal wurde mir bewusst, dass es wohl nicht die feine englische Art war, mit der ich meine Kamera gesäubert hatte.

Der Flitterwochen Crash
Diese wahre Geschichte fällt wohl unter die Kategorie ”traurig-komisch”. Elena und ich hatten früh morgens gerade unser Hotelzimmer in Djerba (Tunesien) bezogen. Unsere Flitterwochen hatten soeben begonnen und ich räumte mein Fotoequipment in den Safe ein. Objektive und Kamera sollten unter keinen Umständen “einfach so” herumliegen. Deshalb entschloss ich mich, meine Kameratasche zu entleeren. Am nächsten Tag entschloss ich mich, den Strand abzulichten, öffnete den Safe um voller Enthusiasmus Kamera und ein Objektiv herauszunehmen. Ich hätte wohl eines nach dem anderen herausnehmen sollen, denn das Objektiv verselbständigte sich, glitt mir aus der Hand und fiel auf den steinharten Kachelboden. Ebenso versteinert blieb ich stehen – ja – kam mir vor wie in einem schlechten Traum, der sicherlich umgehen zu Ende sein musste, da ich ja nun am schlimmsten Teil angekommen war. Nachdem ich nicht aufzuwachen schien, legte ich in aller Vorsicht die Kamera zurück in den Safe und begutachtete fast unter Tränen mein völlig zerborstetes Objektiv. Nichts zu machen, der Schlag hatte meine liebe Linse in alle Teile zerlegt und unsere Flitterwochen hatten zwar nicht mit dem ersten Ehekrach sondern mit dem Crash einer anderen Art begonnen. Gut, dass es nicht die Kamera war ;).

mehrdavon.jpg

Ähnliche Artikel


5 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Nicht peinlich aber ärgerlich fand ich Staub auf dem Sensor während unseres Urlaubs. Als ich nach Hause kam mit ca. 1000 Bildern bemerkte ich einen großen Fleck rechts oben auf allen Bildern. Vom ersten bis zum letzten. Abhilfe schaffte dabei Apertures Fleck und weg Massenkorrekturaktion.
    Ärgerlich war dabei nicht einfach nur der riesige Staubfleck, sondern viel mehr seine Platzierung. Der Fleck saß direkt hinter der Bildnummernanzeige des Kameradisplays. Die einzige Anzeige, die man bei meiner Kamera nicht ausschalten kann und folglich konnte der Fleck überhaupt nicht entdeckt werden, außer am sauberen Rechnerbildschirm zuhause. Nach dem Urlaub.

  2. Glücklicherweise habe ich (noch) keine solche Horrorgeschichten zu erzählen. Aber es tut gut zu wissen, dass ich nicht der einzige Tollpatsch bin. Denn obwohl ich meine Kamera bisher gut behandelt habe, lass ich andere Sachen in erschreckender Regelmäßigkeit fallen (Zucker, Salz, Handy, Fernbedienung…) ;-)
    Bin gespannt auf den zweiten Teil… Den Staubsauger kann ja eigenlich nichts mehr toppen, haha :-)