kwerfeldein
03. November 2007 Lesezeit: ~3 Minuten

Deine ersten 10.000 Bilder sind Deine Schlechtesten

Vor ein paar Wochen bin ich über dieses Zitat von Helmut Newton gestolpert, welches mir zu denken gab. Denn es legt den Fokus auf einen Prozess, welchem jeder Fotograf ausgesetzt ist. Geduld, Hingabe und Ausdauer benötigen wir um Schritt für Schritt „besser“ zu werden. Und das braucht einfach seine Zeit.

Zu doof ?

Würdest Du gerne die vielen kleinen Schritte überspringen und morgen 10 mal bessere Bilder machen als heute ? Bist Du immer wieder enttäuscht über Deine Leistung ? Möchtest Du manchmal die „Flinte ins Korn werfen“, weil Du Dir so furchtbar langsam oder einfach „zu doof“ vorkommst ?

Du bist damit nicht alleine.

Die Frage ist …

Aber lass Dir gesagt sein, dass jeder noch so grosse und bekannte Starfotograf diese Dinge zu einem gewissen Grad bewältigen musste. Die Frage ist, nicht ob, sonder WIE Du durch diese Zeiten der Ungeduld kommst.

Ausgebremst

In manchen Fällen kann dieses Problem dazu führen, dass ein hochbegabter Fotograf seine Kamera nicht mehr anrührt – nicht weil er mal eine Pause braucht – sondern weil es ihm schlicht und ergreifen zu viel Stress ist, sich jedesmal mit seinen eigenen Fehlern und unzureichenden Fähigkeiten ausseinander zu setzen. Ich kenne das zu gut.

Die Neue

Ein anderer entdeckt sich selbst dabei, wie er immer wieder seiner Kamera die Schuld dafür gibt, dass es einfach nicht „funktioniert“. „Scheiss Kamera – ich brauch ne neue, dann mach ich auch bessere Bilder, und dann mach ich auch viel lieber Fotos“. Ist dann das liebste Geld für das teure Stück aufgespart und gegen eine bessere Kamera eingetauscht, dauert es häufig keine 2 Wochen, bis er wieder am gleichen Punkt ankommt – „Scheiss Kamera“ – oder „Ich habs doch gleich gewusst – die Sache mit der Fotografie ist nicht meins“. Ein wahrer Teufelskreis.

Ein paar Tipps

Natürlich hängt das sehr von der Persönlichkeit ab,wie die folgenden Punkte zu ihr passen, dennoch habe ich ein paar Tipps für den Fall, dass Du Dich manchmal in dieser Situation wiederfindest. Sie entstammen eigenen Kämpfen, Erfahrungen, Verzweflungen und so manchmal auch Tränen :

– Hab Geduld mit Dir selbst.

– Stärke Dein Selbstbewusstsein

– Geniesse das Fotografieren

– Lass einmal allen Leistungsdruck hinter Dir und fotografiere „Just For Fun“

– Fotografiere einen Monat nur für Dich selbst, ohne Bilder zu veröffentlichen oder Kommentaren von anderen auszusetzen.

– Laufe nicht von Deinen Ängsten, zu versagen weg – es ist in Ordnung, nicht perfekt zu sein und Fehler zu machen. Und vor allem ist es nicht „unmännlich“.

– Fotografiere viel, knie Dich rein und freue Dich an kleinen, wenn auch klitzekleinen Fortschritten.


Und zum Schluss noch ein aufmunterndes Zitat :

I’ve missed more than 9000 shots in my career.I’ve lost almost 300 games. 26 times, I’ve been trusted to take the game winning shot and missed. I’ve failed over and over and over again in my life. And that is why I succeeded. Michael Jordan

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