kwerfeldein
24. September 2007 Lesezeit: ~3 Minuten

HDR : Grosse Chance oder Untergang der Fotografie ?

High-Dynamik-Range wird sie ausführlich genannt, diese eine Art Bildbearbeitung, bei welcher es den einen regelrecht den Magen herumdreht und den anderen das Herz zu schlagen beginnt. Die Meinungen klaffen seit dem Beginn der HDR-Technik weit auseinander und mittlerweile scheinen auch die Printmedien darauf aufmerksam geworden zu sein.

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Foto : petervanallen

Deshalb möchte ich hier zu einer regen Diskussionsrunde einladen, bei welcher Deine Meinung gefragt ist ! Falls Du gerade keine Zeit finden kannst, um einen Kommetar zu scheiben, darfst Du Dich gerne per Klick bei der Leserumfrage bezüglich HDR’s in der linken Sidebar beteiligen.

Doch zunächst möchte ich die diskutierte Technik einmal im Pro-und-Kontra-Kontext grob umreissen.

Die Vorteile

Da die meisten Kameras einen geringen Kontrastumfang haben, ist es nicht möglich so zu fotografieren, wie man sieht. Nimmt man beispielsweise eine Landschaft, bei welcher ein See im Vordergrund, Wald und Wolken im Hintergrund liegen, ist es unmöglich, in allen Bereichen des Bild die Details einzufangen, welche essentiell sind. Entweder brennt der Himmel völlig aus und der See ist schön hell oder der Himmel ist dunkel, der See aber völlig unterbelichtet.

1.Eine der grundlegensten Eigenschaften der HDR-Technik ist die, dass der Fotograf mittels einer Belichtungsreihe mehrere unterschiedlich lang belichtete Bilder in eines zusammenfügen kann. Beim fertigen Bild sind somit alle Bereiche optimal ausgeleuchtet und ausgebrannte Himmel werden in der Vergessenheit verblassen.

2.Zu diesem Vorteil kommt noch hinzu, dass lange Nachbearbeitungsprozeduren erhelblich verkürzt werden können, da die Software photomatix mehr oder minder die aufwendige Arbeit erledigt. Mittlerweile ist Photomatix soweit ausgereift, dass auch ein versehentlich falsch positionierter Weissableich nachträglich korrigiert werden kann.

3. „Sie sparen sich teure Beleuchtungsanlagen“, so Photomatix auf ihrer Homepage. Da in HDR’s alle Bereiche optimale Lichtverhältnisse dargestellt werden können, ist es möglich, auf so manche externen Lichtquellen zu verzichten. Dadurch kann man unter Umständen einige Euros in die bessere Kamera stecken ;) .

Die Nachtteile

1. Gräser und andere Pflanzen wirken auf HDR’s häufig (nicht zwingend) unnatürlich wenn nicht sogar künstlich. In manchen Fällen kann man bei vergrösserter Originalansicht weisse Umrandungen finden, welche in Natura nicht vorhanden sind.

2. In HDR’s lassen sich zwar Details herauszaubern, welche selbst im Orignial nicht vorhanden waren – geht dies doch auf Kosten einen leichten Grauschleiers, welcher das ganze Bild bedeckt. So verliert ein so manch strahlend blauer Himmel an Klarheit und saubere Oberflächen wirken trotzdem dreckig. Dass dies der Betrachter als stark störend empfinden kann, liegt offensichtlich auf der Hand.

3. Obwohl Photomatix das Einsparen von Beleuchtungsanlagen als Vorteil darstellt, lassen sich Portraits nicht so einfach mit dieser Technick umsetzen. Denn eine Vorraussetzung für ein gelungenes HDr ist eben, dass der Fotograf eine Belichtungsreihe machen muss. Bewegt sich nun das Modell ein bisschen zwischen den einzelnen Belichtungen, ist es in den meisten Fällen schön zu spät. Selbst die hochentwickelte Software Photomatix ist den Herausforderungen nicht gewachsten, Bewegungen der Kamera oder des Objektes sauber und ohne Artefakte auszugleichen.

Was denkst Du über HDRs ? Hast Du selbst welche ? Oder kannst Du Dich beim besten Willen nicht damit anfreunden ?

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