kwerfeldein
17. Juli 2007 Lesezeit: ~5 Minuten

Das Beste aus Deinem Weitwinkelobjektiv herausholen

Wenn ich nur ein einziges Objektiv benutzen könnte, würde ich ohne zu zögern zu meinem Sigma 10-20mm greifen. Für mich haben Weitwinkelfotos eine ganz eigene Ausdruckskraft, sie sprechen von Freiheit, Faszination und Größe. Gäbe es ein 0mm-Objektiv, wäre es morgen meins, denn für mich kann ein Bild gar nicht weit genug sein.

Besitzer eines solchen Objektives zu sein, heisst aber noch lange nicht, es zu beherrschen. Ich möchte mit diesem Artikel nicht behaupten, ein Weitwinkelguru zu sein und dennoch habe ich auf meinem Weg als Fotograf ein paar Tipps und Tricks herausgefunden, welche ich Dir heute mitteilen möchte.

Eliminiere überflüssige Objekte
Die grosse Stärke eines Weitwinkels ist, dass es extrem viele Details in ein Bild aufnehmen kann. Mit Blickwinkeln bis zu 180° (Fisheye) ist es möglich, breite Panoramen aufzunehmen, ohne mühsam mehrere Bilder zusammenfügen zu müssen. Andererseits ist dies auch die grösste Schwäche, denn sehr häufig findet man im Sucher Dinge, welche nicht zu einer ausgewogenen Bildkomposition beitragen. Das Wesen der Fotografie ist ein Bild auf seine grundlegenden Elemente zu reduzieren und somit das Auge des Betrachters störungsfrei auf das zu lenken, was man herausstellen möchte.

Bei Weitwinkel-Zoomobjektiven besteht die Möglichkeit, mit alternativen, grösseren Brennweiten diesem Problem entgegenzukommen. Ich möchte Dich ermuntern, mit Deinem Objektiv lange den geigneten Bildausschnitt zu suchen, denn die kleinste Brennweite (z.B. 10mm) ist nicht immer die Beste. Manchmal tun es auch 15 oder sogar 20, was immer noch sehr weit ist.

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Fotografieren aus der Hand
Mit 10mm ist es möglich mit einer Belichtungszeit bis zu 1/20s (bei 20mm bis zu 1/40s) aus der Hand zu fotografieren, ohne ein vewackeltes Resultat zu bekommen. Nutze diesen Vorteil so lange wie möglich, denn ein Stativ schränkt Dich in Deiner Kreativität deutlich ein. Du kannst viele Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven machen, ohne jedesmal das Stativ unter die Kamera stellen, wenn das Licht Dir dies erlaubt.

Vorsicht : Sobald Du feststellst, in der Natur deshalb mit grösserer Blende zu fotografieren, damit Du aus der Hand „schiessen“ kannst, solltest Du zum Stativ greifen, denn auf eine angemessene Schärfentiefe solltest Du aus Bequemlichkeit nicht verzichten. An dieser Stelle möchte ich auf meinen Artikel „Knackig scharf fotografieren“ verweisen.

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Vorder-und-Hintergrund
Ein guter Freund, welcher im Filmgeschäft tätig ist meinte einmal : „Vordergrund macht Bild gesund“.
Natürlich bietet es sich an, grosse, weite Landschaften zu fotografieren. Aber ein Detail im Vordergrund (ein Baum, eine Blume oder ein Stein, evtl. ein Tier), welches der Betrachter einordnen kann macht ein Foto authentischer und nahbarer. Hierbei solltest Du beachten, Vorder-und-Hintergrund miteinander abzustimmen. Dies kannst Du z.B. tun, in dem Du auf Linien und Strukturen in Wolken wartest, welche zu Deinem Vordergrund passen oder ihm entgegengestetzt sind.

Du kannst Dir sicher sein, dass ein Vordergrund, welchen Du heute vorfindest, morgen noch mindestens genauso aussieht und sich nur minimal in seiner Position verändert. Überlege : Bei welchem Wetter würde mein Vordergrund am besten aussehen ?

Bist Du nun vor Ort und bereit, abzudrücken beachte folgendes : Je näher Du an Deinen Vordergrund mit der Kamera herantrittst, umso grösser und dramatischer wird dieser erscheinen. Zugleich wird der Hintergrund kleiner und trister wirken. Diese Eigenheiten harmonisch aufeinander abzustimmen kann eine herausfordernde aber durchaus lohnende Aufgabe sein

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Lichtqualität
Die Stimmung Deines Bildes hängt zu hoher Warscheinlichkeit von der Qualität des Lichtes ab. Durch einen weiten Winkel befinden sich viele unterschiedliche Lichtverhältnisse in Deiner Aufnahme, welche zu hohen Kontrasten führen können. In dem meisten Fällen ist der Himmel heller als Dein Vordergrund und muss dementsprechend kürzer belichtet werden. Und somit stehst Du vor einem Problem, bei welchem viele Fotografen heute zur HDR-Technik greifen, um alle Bereiche des Bildes perfekt auszuleuchten. Das Problem : HDRs wirken and manchen Stellen sehr unnatürlich und es braucht eine grosse Erfahrung, um diesem Bestand zum Grossteil zu verhindern.

Ich persönlich arbeite gerne mit Mehrfachbelichtungen, welche der HDR-Technik sehr nahe kommen, aber keine künstlichen Artefakte hinterlassen. Hierbei gehe ich folgend vor :

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Nachdem ich die bestmögliche Komposition für mein Bild herausgefunden habe, befestige ich meine Kamera auf einem Stativ und mache 2 Aufnahmen aus der gleichen Position. Eine, bei welcher der Vordergund bestmöglich ausgeleuchtet ist, und eine andere (kürzere), bei welcher der Himmel keine Details verliert und gegebenenfalls Wolken gut zu erkennen sind. Diese beiden Bilder setze ich nachträglich mit einem weichen Verlauf zusammen. Je nach Bildbeschaffenheit müssen einige Stellen retuschiert und radiert werden, was eine Menge Arbeit sein kann. Diese Methode hat sich für mich als sinnvoll herausgestellt.

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