kwerfeldein
06. April 2007 Lesezeit: ~3 Minuten

Superweitwinkel-Objektive [Brennweiten zwischen 10 und 24 mm]+ 10 Gründe, warum sich ein SWW lohnt

Zu aller erst möchte ich mich bei Dir bedanken, wenn Du Dich an der letzten Umfrage beteiligt hast. Danke !

In der letzten Umfrage wurde von Sven die Frage nach einem passenden Weitwinkelobjektiv gestellt. Hierauf möchte ich aber jetzt nicht eingehen, sondern die immer wieder aufblühende Diskussion um das "Für" und "Wieder" von Weitwinkelobjektiven aufgreifen. Beginnen möchte ich mit einem Zitat von Fritz Pölking :

"Superweitwinkel sind gefähtliche Objektive – sie sind sehr geschwätzig, zeigen alles und mehr, neigen extrem zu stürzenden Linien, verzerren gerne Proportionen, und . viele Naturfotografen setzen sie oft ein, wenn ihnen nichts mehr einfällt"Fritz Pölking, Die große Fotoschule Natur

Ein provokanter Satz, welcher sicher dem ein oder anderen Oldskool-Kollegen und auch der Werbefotografie aus dem Herzen spricht. Ich selbst bin hier geteilter Meinung, denn für mich gibt auch das beste Foto die Realität nicht wieder sondern ist "Interpretation" des Realen.

Zu dem Zeitpunkt, in welchem das Bild auf der Karte gespeichert wird oder auf dem Film landet ist es nur ein Abbild, welches durch verschiedene Bedinungen [Belichtungszeit,Blende,Objektiv] mehr oder weniger an der Realität dran ist. Dass Weitwinkelobjektive perspektivisch stark verändern ist jedem klar und deshalb für mich auch kein Grund, sie nicht zu nutzen.

Aufgrund dessen möchte ich 10 Gründe anführen, warum ein Superweitwinkelobjektiv lohnenswert ist. Das es auch Nachteile bzw. besondere Herausfordungen haben kann, ist klar bzw muss an anderer Stelle erläutert werden.

1. Bei grossflächigen Landschaftsaufnahmen bietet es schlicht und einfach einen sehr grossen "Rahmen", um viele Details in ein Bild zu fassen.

2. Es stellt Dinge, welche nah am Objektiv sind größer bzw. länger dar und Dinge, welche weiter weg sind kleiner bzw. kürzer dar. Gerade für Langzeitbelichtungen am Strand ist dies von grossen Vorteil.

3. Bei einer Brennweite von 10mm kannst Du auch am späten Abend mit 1/20s aus der Hand belichten, ohne ein verwackeltes Bild zu bekommen.

4. Ab einer Blende von ca. f/11 ist der grösste Teil der Aufnahme scharf abgebildet [Ausname bei grösseren Entfernungsunterschieden].

5. Bei Weitwinkel-Zoom-Objektiven besteht immer noch ein gewisser Spielraum, durch welchen Du eine zu extreme Weite einschränken kannst.

6. Verkrümmungen bei Bäumen und anderen Pflanzen können durch die richtige Perspektive verstärkt bzw. besonders betont werden.

7. Ein klares Bild : Wo das ein oder andere preisgünstige Teleobjektiv bei langen Brennweiten beginnt zu rauschen oder unscharf abzubilden, liegt die Bildqualität beim SWW "klar" im Vorteil.


8. Stürzende Linien bei Architekturaufnahmen können den einen oder anderen Turm "schief" abbilden. Spannend !

9. Wolkenformationen erreichen oft einen verstärkte Wirkung und führen den Blick perspektivisch zur Bildmitte.

10. Fun ! Verzerrungen machen einfach Spass. Es ist einfach sehr lustig mit einem 10mm durch die Landschaft zu spazieren und sich darüber zu amüsieren, wie komisch so manches aussehen kann. Das Ganze multipliziert sich bei Menschen ;)

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5 Kommentare

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  1. habe das sigma jetzt in innsbruck ausgiebig getestet und bin sehr begeistert. einzig stoert mich die vignettierung, die manchmal deutlich auftritt. aber halb so schlimm: sehr unglaublich, welcher blickwinkel und welche ‚freiheit‘ sich einem offenbart. ganz ganz toll ,)

  2. puh, das kommt ganz drauf an. bei eher experimentellen sachen, langzeitbelichtung und so, schon eher. oder bei sachen, wo ich denke, ich moechte noch gerne photomatix benutzen, das lohnt sich manchmal schon. am freitag hatte ich die kamera noch mit auf der skipiste, da z.b. habe ich nur in jpg aufgenommen. ist irgendwie so ne kopfsache, ganz komisch ,)

  3. Ah, gut zu wissen ;) Wär auch mal was für ne Umfrage, wer in Raw und wer in JPEG schiesst. Wie ist das mit der Vignettierung ? Wann tritt sie auf ?

  4. Stimmt 150%ig! Superweitwinkel sind mit das Beste, was einem engagierten Fotografen passieren kann. Ich habe ein 16mmFish-Eye, ein 20er und ein 24er,die ich liebend gerne einsetze. Die Gestalungsmöglichkeiten sind unbeschreiblich, das habe ich heute nachmittag wieder erlebt. Ein 35er ist für mich „Standardobjektiv“.