Oliver fotografiert seit 2004 autodidaktisch-dilettantisch und lernt weiterhin bei jedem Film dazu. Er schwört auf lichtstarke Festbrennweiten und ergibt sich nur peu à peu dem digitalen Zeitgeist. Vorzeigbare Arbeitsnachweise sind bei deviantart und in seinem Blog zu begutachten.
Ein vertrautes Bild, es bewegt sich nur die Uhr
Außenstehenden mag die Entwicklung von fotografischem Film und der eigentliche Prozess, der aus Licht Bilder macht, stellenweise oder gar komplett wie Hexenwerk, zumindest aber wie uraltes und kryptisches Geheimwissen von Alchimisten vorkommen.
Männer und Frauen, die mit stinkenden Brühen panschen, die — mit an Pedanterie grenzender Genauigkeit — auf Temperaturen achten, verschiedenste Verdünnungen anlegen und unbekannte Zutaten zu selbigen geben, um am Ende das heiligste und zufriedenstellenste überhaupt zu bekommen: Ein Negativ.
Die Entwicklungstanks werden gekippt, geschüttelt oder gleich in Maschinen gespannt und unter genausten Temperaturen vollautomatisch rotiert. Entwicklertypen gibt es fast wie Sand am Meer, ob Feinkornentwickler, Feinstkornentwickler, Schnellentwickler, Ausgleichsentwickler oder Zwei-Komponenten-Entwickler.
Ja, selbst mit Instantkaffee und Waschsoda lassen sich Filme entwickeln. Es gibt schier endlose Tabellen mit Entwicklungszeiten für jeden erdenklichen Entwickler, jeden erdenklichen Film und jede erdenkliche Filmempfindlichkeit. Die Entwicklungszeiten reichen dabei von einigen bis zu zwanzig oder mehr Minuten.
Ich möchte in diesem Artikel eine etwas andere Entwicklungsmöglichkeit beschreiben, die neben einer universellen Entwicklungszeit und einer ausgleichenden Wirkung auch relativ temperaturunabhängig ist: Die Standentwicklung mit Agfa Rodinal, dem 1891 patentierten und damit ältesten photochemischen Produkt der Welt.

Ilford HP5+ gepusht auf 1600 Iso
Bereits zu Beginn der Rodinal-Produktion warb Agfa mit der Möglichkeit zur Standentwicklung in Verdünnung 1+100. Trotzdem blieb diese wohl eher eine Spielwiese für Eigenbrödler und Notlösung für unbekannte Filmtypen oder für Filme, die mit ungenauen bzw. unbekannten Belichtungszeiten verschossen wurden. Die lange Entwicklungszeit von ein oder zwei Stunden schreckt die meisten aber wohl eher kategorisch ab.







Dies ist ein Artikel von Laura Zalenga. Sie ist 21 Jahre alt und studiert Architektur in München. Jede Minute ihrer Freizeit widmet sie dem Geschichtenerzählen durch Selbstportraits. Ihre fotografischen Arbeiten können auf 






