Artikel13.01.2012 / 08:15

Diptychon

Dieser Artikel ist von Christof Schoppa. Er lebt und arbeitet in Gelnhausen. Doch die meiste Zeit widmet er seiner großen Leidenschaft, der Fotografie. Seine Fotos kann man auf Flickr betrachten, die hier vorgestellten Diptychen finden sich dort in einem Album.

Was ist ein Diptychon? Sucht man nach diesem Begriff bei Wikipedia, bekommt man nur einen Zweizeiler darüber, dass ein Diptychon eine doppelseitige Wachstafel aus der Antike sei. Ein Block zweier Schreibtafeln, die mit einem einfachen Scharnier verbunden sind. Heute will ich Euch zeigen, was ein Diptychon in der Fotografie ist, beziehungsweise sein kann.

Das Diptychon ist in der Fotografie ein zweigeteiltes Bild. Es ist ein Bild, das zwei verschiedene oder identische Fotos verwendet, um zusammen eine künstlerische Aussage zu bilden. Es stellt zwei ähnliche oder völlig unterschiedliche Bilder einander gegenüber. Diese Bilder gehören zusammen, sind als Sequenz, als Paar zu beurteilen.

Zwei Fotos, die möglicherweise besser zusammen passen als allein für sich stehende. Dies liegt im Auge und Geschmack des Betrachters. Sie können eine kleine Geschichte erzählen, eine Geschichte in zwei Rahmen, eine Vereinigung, unterschiedliche Perspektiven zum gleichen Thema.

Wie ich zum „dippen“ gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr so genau, muss ich sagen. Ich meine, ich bin nicht einfach losgezogen mit dem Gedanken, dass ich nun Fotos mache, um sie dann zu einem Diptychon zusammenzufügen. Es kam einfach irgendwann über mich, so wie die Lust, überhaupt zu fotografieren. Natürlich habe ich zuvor schon Bilder dieser Stilrichtung gesehen. Keiner soll meinen, ich denke, ich hätte dieses Ding erfunden.

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Artikel12.01.2012 / 08:16

Lieber Kindergartenfotograf… Ein Antwortbrief.

In den vorletzten browserFruits verlinkten wir auf den “Brief an den unbekannten Kindergartenfotografen”. In ihm beschrieb die Autorin, wie wenig sie mit den Standardfotos des Kindergartenfotografen anfangen kann und schlug vor, natürliche Bilder von den Kindern zu machen.

Kurz darauf veröffentlichte Katrin Dinkel einen Antwortbrief auf ihrer Facebook-Page. Sie hat viel Zeit damit verbracht, in Kindergärten zu fotografieren und dabei immer Wert auf Natürlichkeit gelegt. Standardfotos in Massenabfertigungen waren ihr zuwider. Wir freuen uns sehr, dass sie ihre Erfahrungen hier mit uns teilt.

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Drei Jahre lang habe ich Kinder in Kindergärten mit unkonventioneller Reportagefotografie begleitet. Drei Jahre lang habe ich Lob und Anerkennung bekommen, aber ich wurde mit noch sehr viel mehr Schwierigkeiten konfrontiert, sodass ich mich am Ende komplett gegen die Kindergartenfotografie in moderner Form entschieden habe.

Die meisten Eltern mögen die schrecklichen 08/15-Bilder aus dem Kindergarten nicht. Man hört immer wieder, dass sei nicht ihr Kind auf den Bildern. Grund genug, es anders zu machen, zumal ich selbst zweifache Mama bin und den Kindern mit sehr viel Geduld und Respekt begegne, was man von den Standardfotografen nur sehr selten behaupten kann. In der ganzen Zeit habe ich kein Kind gegen seinen Willen fotografiert, selbst die schwierigsten Fälle habe ich nach einer gewissen Zeit portraitieren können.

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Redaktioneller Beitrag11.01.2012 / 08:02

Francesca Woodman – eine Symphonie des Unsichtbaren

Francesca Woodman, Ohne Titel, New York, 1979–80; Silbergelatineabzug; 11,4 x 11,4 cm; mit freundlicher Genehmigung von George und Betty Woodman; © George and Betty Woodman

Ich weiß nicht  mehr, wie ich auf die Fotografien von Francesca Woodman aufmerksam wurde, aber das Betrachten ihrer Bilder ließ in mir etwas zurück. Ihre surrealen Schwarzweiß-Welten hatten mich gepackt. Gedanklich folgte ich ihren Spuren und noch bevor ich etwas über ihr Leben und Werk las, glaubte ich, einen Teil von ihr schon zu kennen. Denn die Sprache, die sie mit ihren Fotos spricht, ist mir nicht unbekannt.

Francesca Woodman wuchs in Denver, Colorada in einer Künstlerfamilie auf und fand in der Fotografie schon frühzeitig eine Ausdrucksmöglichkeit. Als sie 13 war, entstanden ihre ersten Selbstportraits. Mit 17 Jahren besuchte sie die Rhode Island School of Design und konnte mit einem Stipendium für ein Jahr einen Auflandsaufenthalt in Rom finanzieren. Nach dem Abschluss ihres Studiums ließ sie sich in New York nieder und arbeite an einer Vielzahl von Fotografien und Experimentalfilmen.

Francesca Woodman, Self-portrait talking to Vince, Providence, Rhode Island, 1975–78; Silbergelatineabzug; 13 x 12,9 cm; mit freundlicher Genehmigung von George und Betty Woodman; © George und Betty Woodman

Ihr gesamtes Werk umfasst um die 500 bis 800 Fotografien sowie Experimentalfilme, man ist sich bei der Anzahl anscheinend nicht so sicher, aber das ist auch nicht relevant. Das Jahr 1981 ist jedoch wichtig, denn es ist das Jahr der Veröffentlichung ihres ersten Werkes „Some Disordered Interior Geometries“ und das Jahr, in dem sie sich im Alter von 22 Jahren das Leben nahm.

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Artikel10.01.2012 / 06:53

Stilllife Teil 2: Lichtgestaltung

Susann Probst ist 24 Jahre alt. Nach ihrer Ausbildung zur Fotografin hat sie sich in Berlin selbstständig gemacht und arbeitet vor allem in der Stilllife- und Hochzeitsfotografie. Sie ist Mitgründerin des Zimmer 117 und als Hochzeitsfotografin ein Teil von PaulliebtPaula.

Im ersten Teil habe ich Euch gestern bereits erzählt, wie ich Ideen finde und wie sie sich nach und nach entwickeln. In diesem Teil wird es hauptsächlich um die Lichtsetzung gehen.

Entscheidend für die Wirkung einer Aufnahme ist das Licht. Unabhängig davon, ob man eine natürliche oder eine künstliche Lichtquelle wählt, sind folgende Funktionen des Lichtes grundlegend: Licht symbolisiert Raum und Tiefe, es gibt einem Bild Stimmung und Atmosphäre und es beeinflusst die Zeichnung im Bild. Verstärken oder abschwächen lassen sich diese Eigenschaften durch die Lichtrichtung.

Wählt man ein Licht von vorn, wirkt die Beleuchtung sehr flach, weil die Schatten hinter den Gegenstand fallen und so keine Plastizität entstehen kann. Befindet sich die Lichtquelle als Gegenlicht hinter dem Gegenstand schafft man eine sehr kontrastreiche Beleuchtung, die zu dramatischen Bildern führt.

Die Lichtrichtung, die in der Stillifefotografie am häufigsten Verwendung findet, ist das Seitenlicht. Man erhält eine starke Dreidimensionalität und kann so perfekt Formen und Strukturen herausarbeiten. Außerdem hat dieses Licht eine sehr natürliche Wirkung. Beim Ausarbeiten einer Form kann man die Plastizität noch durch ein hartes Streiflicht hervorheben. Durch eine Beleuchtung, die fast parallel zur Objektoberfläche läuft, wird der Kontrast verstärkt, indem Erhöhungen angeleuchtet werden und Vertiefungen im Schatten bleiben.

Ich möchte mich besonders auf das natürliche Licht konzentrieren, weil man auch ohne Blitzlicht wunderschöne Aufnahmen erzeugen kann. Wenn ich Blitzlicht verwende, versuche ich meist, natürliches Licht zu imitieren. Bei der Verwendung von Tageslicht ist es allerdings äußerst wichtig, das Lichtverhalten im Raum zu beobachten, um genau die Wirkung zu erhalten, die man sich für seine Aufnahme wünscht.

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Redaktioneller Beitrag09.01.2012 / 20:05

Hasselblad Masters Awards 2012 – Die Preisträger

Der zehnte Hasselblad Masters Wettbewerb ist beendet und die 11 Preisträger stehen fest. Dass die Auswahl nicht einfach war, weiß jeder, der auch nur einen kurzen Blick in die Bilder der Finalisten geworfen hatte. Denn Hasselblad hatte auch dieses Jahr wieder im Internet aufgerufen, für Lieblingsbilder abzustimmen.

Neben dem deutschen Architekturfotografen Frank Meyl, kann sich auch der Schweizer Christian Tagliavini in der Kategorie Fine Art über eine Auszeichung freuen. Sie haben nun die Möglichkeit mit Hilfe des H4D-System samt Objektiven eine Bilderserie zum Thema „evoke“ (Vorstellungen erzeugen, evozieren) zu verwirklichen.

Die Ergebnisse werden in einer Sonderausstellung der diesjährigen Photokina zu sehen sein, sowie im neuen Buch „Masters
Vol. 3 – EVOKE“ veröffentlicht. Vielleicht dürfen wir ja dann auch wieder einen Einblick in die Ergebnisse geben.

Wie die elf Fotografen das Projekt bewältigen werden, bleibt spannend, sind sie doch fast alle in unterschiedlichen Fotogenres angesiedelt. Eine Gemeinsamkeit bleibt jedoch, sieht man sich die diesjährigen Gewinnerbilder an: Sie sind ästhetisch, aber beinahe schon zu perfekt.


Masters 2012, Architectural: Frank Meyl, Deutschland


Masters 2012, Editorial: Jon Lowenstein, USA

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