Dies ist ein Artikel von Chris Grodotzki und Ruben Neugebauer. Die beiden freien Fotografen und Fotojournalisten arbeiten schwerpunktmäßig zu sozialen und Umwelt-Themen und bloggen gemeinsam auf visual-rebellion.com.126 Stunden Transportzeit, über 100 Blockade-Aktionen und 20.000 Polizeikräfte im Einsatz. Der Castor-Transport 2011 war der längste, der teuerste und sicherlich auch einer der härtesten – sowohl für Aktivisten und Polizisten, als auch für uns Fotojournalisten.
Als Teil eines Dokumentations-Projekts und mit Aufträgen verschiedener Medien und Umweltorganisationen in der Tasche, waren wir von Anfang an dabei und begleiteten die alljährlichen Proteste gegen den strahlenden Transport. Für uns als Fotografen bedeutete der Castor eine knappe Woche Schlafmangel und diverse nervige Polizeikontrollen, aber auch jede Menge tolle Motive, spannende Geschichten und viel Raum zum Experimentieren.
Hier unser „Reisebericht“ zum Ausnahmezustand im Wendland:
23. November – Gutes Timing
Wir wollten früh im Wendland sein. Um den Aufbau der Protest-Camps mitzubekommen, uns schon einmal einzurichten und erste Bilder liefern zu können, planten wir unsere Anreise bereits Wochen vorher auf diesen Mittwoch. Eine gute Entscheidung, wie sich nun herausstellt, denn während wir auf dem Weg ins Wendland sind, macht sich in Frankreich auch der Atommüll-Zug auf den Weg – einen Tag früher als angekündigt.
Wir sind gespannt! Nicht nur auf das, was der wendländische Protest dieses Jahr wohl wieder gegen den strahlenden Transport ins Feld schicken wird, sondern auch auf unser persönliches kleines Experiment: Wir wollen in den kommenden Tagen nicht, wie für Fotojournalisten üblich, allein, sondern im Team arbeiten. Das heißt nicht nur das Auto, sondern alles – Aufträge, Fotos, Copyright und Honorare – wird geteilt.











