browserFruits25.03.2012 / 09:47

browserFruits März #4

Foto-Special: Frühling



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Deutschsprachig

• Was war zuerst da? Das Huhn oder die Lochkamera im Ei?

• Die cineastischen Portraits des niederländischen Fotografen Joep Roosen stellt picspack vor.

• Ein vollkommen uneigennütziger Link: Gastbeiträge in Fotografie-Magazinen.

• Na, wer will mitmachen? Tamron sucht 50 Tester für das 18-270mm Reisezoom. Das Objektiv darf nach Ende des Testes sogar behalten werden.

• Flare präsentiert den letzten Teil der Top Ten unter 30: Ein Jahr später.

• “Benita Suchodrev zeigt Frauen über 40. Ungeheuer dicht, bunt, schrill und halb nackt.”

• Peter Bialobrzeski macht sich Gedanken zur Zukunft der Reportagefotografie.

• Birgit Engelhardt stellt eine Arbeit zum Thema “Urheberrecht und Fotografie” zum freien Download zur Verfügung.

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Redaktioneller Beitrag24.03.2012 / 09:55

Rückschau oder: Die Katze ist schuld

In den letzten Tagen saß ich an der Zusammenstellung eines Portfolios. Es sollte die wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre zeigen. Während ich meine Negative durchblätterte, kristallisierten sich immer mehr Bilder heraus, die einen Platz darin erhalten sollten. Einfach war es nicht. Das Schönste daran war jedoch das Verknüpfen von Zusammenhängen, die mir vorher überhaupt nicht bewusst gewesen sind. Da war eine Linie sichtbar und eine Entwicklung.

2003 nahm ich das erste Mal wieder die Kamera in die Hand. Es war in Kairo, eine laue Sommernacht und auf dem gegenüberliegenden Dach saß eine Katze anmutig schablonenhaft. Ich hatte fast keine Ahnung von dieser Kamera, einer Canon EOS 500, der Kamera meines Vaters. Alles funktionierte automatisch. Ich musste nur durchschauen, auf ein Knöpfchen drücken und die Sache war erledigt. Als der Film entwickelt war, blieb es auch nur dieses eine Foto, das für mich Gewicht hatte und das ich aufhob. Alles andere verlor sich in der Vergessenheit des Augenblicks.

Mit diesem Bild bekam ich Lust, weiter zu fotografieren. Ich meldete mich bei einer Fotocommunity an und fotografierte alles, was in meinem Kopf irgendeine Form von Sinnlichkeit in sich trug. Abgefallene Blätter im Garten meines Vaters, Zweige, Glassplitter auf dem Asphalt, rostige Hinterlassenschaften, Holz oder einfach Details. Alles musste dokumentiert werden. Meinen Blick schärfte ich mit jedem weiteren Sehen, nur von der Technik hatte ich immer noch so gut wie keine Ahnung. Die Belichtung regulierte meine tolle Kamera, ich war nur das Auge. Das gute Bild ein Zufall.

Ein wichtiger Teil in meiner fotografischen Entwicklung ist jedoch auch all den Kommentatoren jener Fotocommunity zuzuschreiben. Ihre Kritik, ihr bedächtiges Daraufhinweisen, dass diese und jene Veränderung der Komposition auch die Bildwirkung verändern würde. Heute betrachte ich diese Zeit als mein Studium. Natürlich waren da auch oft Hinweise, die mir zunächst missfielen, die ich wegwischte und auf meiner Sicht beharrte. Aber dennoch, die Kritik veränderte mein Sehen.

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Redaktioneller Beitrag23.03.2012 / 07:51

Bewegte Fotografien

Wenn ich auf Tumblr unterwegs bin, entdecke ich immer wieder kurze, bewegte Filmausschnitte. Oft wirken diese wiederholten Sequenzen schnell verstörend, oft ziehen sie mich jedoch auch gerade dadurch stark in ihren Bann.

Bewegte GIFs sind sicher nicht neu, denkt man nur an die 90er Jahre und die typischen blinkenden Comic-Bilder auf den Homepages dieser Zeit. Gepaart mit der Film- oder Fotografie wirken diese GIFs doch völlig neu und sehr stark. Es ist schwer, einen Begriff für sie zu finden, denn bewegte Bilder und Fotografie wollen nicht recht zusammenpassen. Filmaufnahmen sind es jedoch auch nicht.

Vielmehr verdeutlichen diese kurzen Sequenzen einen sehr kurzen Moment, der einer Fotoaufnahme gleich kommt, obwohl er sich bewegt. Viele Fotografen nutzen diese Irritation sehr künstlerisch. Die GIFs bestehen meist aus einzelnen Fotos, die schnell hintereinander gezeigt werden. Die Technik ist so mit der Stop-Motion-Technik verwand.

Jamie Beck & Kevin Burg, die die bewegten Fotos perfektioniert haben, nennen ihre Bilder selbst “Cinemagraphien”. Ich freue mich sehr, dass wir hier die bewegten Bilder verschiedener Fotografen zeigen dürfen und Euch so einen Einblick in dieses Feld der Fotografie geben können.

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Cinemagraphie von Jamie Beck & Kevin Burg

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Redaktioneller Beitrag22.03.2012 / 07:57

Die fotografische Entdeckung Ägyptens

Das Interesse an Ägypten wurde vor allem in Frankreich durch den Einmarsch Napoleons 1798 stark belebt. Für Napoleon war Ägypten ein wichtiges Land, das er kolonialisieren wollte. Bis August 1801 dauerte seine Expedition dort. Ab dieser Zeit reisten viele Forscher und Privatleute in das Land, um dessen alte Kultur zu entdecken, aber auch zu vermarkten. Bücher mit Lithographien und Stichen wurden herausgebracht.

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten auch die ersten Fotografen das Land. Die Fotografie zählte bei diesen Reisen vorrangig als technisches Mittel. Die Bilder waren genauer als die der Maler und erleichterten die Forschung stark. Man denke nur an Hieroglyphen, die man übersetzen wollte. Diese abzuzeichnen kostete viel mehr Zeit und Aufwand, als eine Fotografie anzufertigen.


Maxime du Camp (1850); links: Tempel von Abu Simbel; rechts: Pfeiler von Karnak

Einer der ersten Fotografen in Ägypten war der Franzose Maxime du Camp. Für seine Reise nach Ägypten 1849 ließ sich der Schriftsteller und Journalist von Gustave le Gray in die Technik der Fotografie einweisen. Nach seiner Reise und einigen Veröffentlichungen seiner Fotos in Bildbänden gab er die Fotografie jedoch wieder auf.

Du Champs Freund und Begleiter Gustave Flaubert schrieb ausführlich über die Reise. In seinem “Reisetagebuch aus Ägypten” zeigt sich deutlich der europäische Blick der damaligen Zeit auf Afrika und man bekommt einen gute Vorstellung des Ägyptentourismus im 19. Jahrhundert.

Was das Tagebuch aber auch zeigt, ist, wie beschwerlich diese Reisen damals waren. Die Expedition dauerte über ein Jahr und wollte man die Pyramiden von Gizeh fotografieren, musste man zunächst mit der, zur damaligen Zeit mehreren Kilogramm schweren, Kamera und dem restlichen Equipment wie Platten und Dunkelkammerzelt einige Tage durch die Wüste laufen.

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Redaktioneller Beitrag21.03.2012 / 07:42

Hommage an das Fotografieren

Unscharf ist Martin Gommel mit Kamera zu erkennen. Fotografiert wurde auf eine vom Regen nasse Glasscheibe.

Ich liebe das Fotografieren.

Die damit verbundene Vorfreude. Die Überlegungen darüber, in welchem Stadtteil ich später Aufnahmen mache. An guten Tagen kitzelt es ein klitzekleines bisschen im Bauch, wenn ich daran denke. Und an sehr guten juckt es sogar richtig in den Fingern.

Das Umwickeln des Kameragurtes um die rechte Hand, Objektivdeckel abnehmen und wissen: Jetzt ist alles möglich, die Kamera geöffnet, das Auge sieht. Und meine Aufmerksamkeit, Präsenz und Konzentration sind auf einen Schlag intensiver.

Nun richtet sich mein Blick auf alles, was potentiell ein gutes Motiv ist. Und schon bald eine Fotografie werden kann.

Das Prüfen und Konfigurieren der Einstellungen. Drehen an Rädchen, bis es passt. Klick, lik, ik, k.

Mir gefällt das Blicken durch den Sucher. Jetzt sieht mein Auge, was die Kamera sieht. Durch diese Überschneidung sind wir, die Kamera und ich, für kurze Momente eine Einheit.

Ich suche. Nach einer Komposition, nach einer Perspektive. Das Spielen mit der Schärfe, das Umklammern des Objektives. Jetzt lege ich den Zeigefinger auf den Auslöser. Überprüfe noch einmal Belichtungseinstellungen, Komposition und Schärfe. Dann löse ich aus.

Bukadatsch. Bukadatsch.

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