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	<title>KWERFELDEIN &#124; Fotografie Magazin &#187; Artikel</title>
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	<description>Das Fotografie Magazin</description>
	<lastBuildDate>Sat, 26 May 2012 07:25:11 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Es geht um das sch&#246;ne Gef&#252;hl</title>
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		<pubDate>Wed, 23 May 2012 05:58:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist so schwer, zu beschreiben, was mir das Fotografieren bedeutet, denn es ist nicht so, dass mir die Luft zum Atmen genommen wird, wenn ich monatelang nicht fotografieren kann. Es ist eher so, dass ich eine ganze Weile nicht einmal Lust habe, die Kamera anzuschauen. <p></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-full wp-image-34817" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina.jpg" alt="" width="120" height="120" />Der folgende Artikel stammt von der 22-j&#228;hrigen <a href="http://www.elinamartian.de" target="_blank">Elina Martian</a>, die in Kiel Kommunikationsdesign studiert, statt sich mit einem Fotografiestudium die Freude daran rauben zu lassen. Es bedeutet ihr viel, ein wohlig warmes Gef&#252;hl auszul&#246;sen, wenn man ihre Bilder betrachtet. Elinas Arbeiten k&#246;nnt Ihr auch bei <a href="http://www.facebook.com/ElinaMartian" target="_blank">Facebook</a> und der <a href="http://www.fotocommunity.de/pc/account/myprofile/873709/profile/1" target="_blank">Fotocommunity</a> verfolgen.</div>
<p><strong>Es ist so schwer, zu beschreiben, was mir das Fotografieren bedeutet, denn es ist nicht so, dass mir die Luft zum Atmen genommen wird, wenn ich monatelang nicht fotografieren kann. Es ist eher so, dass ich eine ganze Weile nicht einmal Lust habe, die Kamera anzuschauen. </strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina8.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35207" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina8-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Mal, weil ich mich selbst entmutige, dann weil die Luft einfach raus ist oder ich andere Dinge treibe, die mich gl&#252;cklich machen und tr&#228;umen lassen &#8211; ich mache Entw&#252;rfe f&#252;rs Studium, streiche ein Zimmer neu, laufe mit ausgestreckter Hand durch die L&#228;den und f&#252;hle an allem, n&#228;he, bastle und klebe Inspirationen mit buntem Tesafilm in ein Buch.</p>
<p>Dann &#252;berkommt es mich pl&#246;tzlich wieder, es kribbelt allein beim Gedanken ganz schrecklich in meinen Armen und in meinem Kopf &#8211; das passiert immer, wenn mein ganz, ganz tiefes Interesse geweckt ist, mich zu befl&#252;geln scheint und das ist das Zeichen: Ich muss wieder fotografieren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina4.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35203" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina4-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p><span id="more-34816"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina5.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35204" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina5-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Die Fotografie ist f&#252;r mich eine unheimlich emotionale Angelegenheit. Einen Plan habe ich dabei nie. Denn es ist einfach so, dass mich ein Plan eher verunsichert und ich f&#252;hle mich unheimlich eingeengt. Wenn es ums Fotografieren geht, leide ich n&#228;mlich an schrecklichen „Stimmungsschwankungen“ und das, worauf ich gestern noch Lust hatte, interessiert mich heute so gar nicht mehr, deswegen bedeutet mir diese Spontanit&#228;t unheimlich viel.</p>
<p>So kann ich ganz planlos, je nach Gef&#252;hl des Tages entscheiden, was passiert. Au&#223;erdem liegt es mir sehr am Herzen, vor dem Shooting viel, viel Zeit mit dem Modell zu verbringen, gemeinsam zu lachen und sich aufeinander einzustimmen, stundenlang zusammen den Kleiderschrank zu durchw&#252;hlen, sie so n&#228;her kennen zu lernen und dann ganz nach Laune zu entscheiden, wie Make-up und Frisur aussehen sollen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35200" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina1-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Meistens schminke und frisiere ich die M&#228;dels selbst und auch wenn es sich eigenartig anh&#246;rt, f&#252;r mich ist diese ganze Vorbereitung immer ein so intimer Moment, dass sp&#228;testens dann meine Stimmung komplett auf das Fotografieren umschwenkt und ich mich dem Modell sehr verbunden f&#252;hle. Ohne diese Verbundenheit funktioniert n&#228;mlich nichts, ich habe es schon versucht: Bl&#246;de Stimmung, bl&#246;de Bilder, bl&#246;der Tag. Deswegen mag ich nicht mehr auf die Zeit mit dem Modell verzichten.</p>
<p>Bei all der Spontanit&#228;t steht doch eine Kleinigkeit auf dem Plan: Wir gehen immer raus, weil ich nat&#252;rliches Licht so liebe. Auf langen Autofahrten beobachte unheimlich gern die Farbstimmung, die in der Luft liegt. Manchmal scheint das irgendwie magisch zu sein. Ich liebe es, wenn das Licht ganz sanft ist und das Gesicht ber&#252;hrt, durch die Haare leuchtet und mich durch die Linse manchmal blendet.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina9.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35208" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina9-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Und genau so sehr liebe ich Gr&#228;ser, B&#228;ume und B&#252;sche &#8211; ich mag, wie sie im Wind hin und her schaukeln und was f&#252;r Schatten sie werfen, wie sie Gesichter verdecken, wie die Zweige pieken und die Haut ein wenig kratzen, wenn ich mich wieder f&#252;r die richtige Perspektive in sie hineinst&#252;rze.</p>
<p>Ich liebe es, mit Festbrennweiten zu arbeiten und um das Modell herumzutanzen, weil ich nur so ein Gef&#252;hl f&#252;r sie und die Umgebung bekomme. Liebe es, mich und das Modell ein wenig im Dreck zu w&#228;lzen, sie in die B&#252;sche reinkrakseln zu lassen und den Matsch, der meine Schuhe manches Mal durchn&#228;sst und auch die Hektik, wenn die Sonne fast untergegangen ist und ich doch eigentlich noch gar nicht fertig bin, will ich irgendwie nicht missen. Das geh&#246;rt einfach alles dazu, zu einem fabelhaften Tag.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina6.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35205" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina6-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina3.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35202" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina3-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Dann habe ich auch ein totales Faible f&#252;r Farbspiele, die ich eigentlich gar nicht sehe, sondern eher f&#252;hle und genau die versuche ich in die Bilder zu bekommen. So, dass allein die Farbe schon f&#252;r eine Stimmung sorgt, wie ich sie in dem Moment hatte. Mal dramatisch, mal ganz sanft. Aber wenn ich so durch meine Arbeiten klicke, f&#252;hlt es sich manchmal irgendwie an, als w&#228;ren alle Bilder, selbst die dramatischen, gehaucht. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein.</p>
<p>Mehr als das, was es drau&#223;en so gibt und dem, was sich in meinem Kopf abspielt, brauche ich eigentlich nicht f&#252;r meine Bilder. Ich nehme mir keinen Assistenten mit, der Reflektoren h&#228;lt, sondern bin immer allein mit dem Modell und mit dem was uns umgibt. Ich interessiere mich nicht f&#252;r Technik, will nicht auf dem neusten Stand sein.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina7.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35206" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina7-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Ich finde, dass viel zu viele Neueinsteiger, aber auch alte Hasen sich zu sehr daf&#252;r interessieren und dabei die Emotionen v&#246;llig au&#223;er acht lassen. Denn auch mit einer super Ausr&#252;stung macht sich ein fesselndes Bild nicht von selbst. Horcht doch lieber in Euch hinein und versucht, Euch nicht an die Technik zu klammern! Auf technische Perfektion kommt es auch gar nicht so an, sondern auf das Gef&#252;hl, das Ihr erlebt und vermittelt.</p>
<p>Ja, mich reizt eigentlich nur dieses Gef&#252;hl, das ich nicht recht beschreiben kann, das mich f&#252;r den Moment aber erf&#252;llt. Und ich erfreue mich an dem Gedanken, dass es da ein paar Menschen gibt, mit denen ich mein Gef&#252;hl teilen kann und hoffe, dass ich ihnen vielleicht mit dem einen oder anderen Bild ein sch&#246;nes Gef&#252;hl in den Kopf, ins Herz, am besten in den ganzen K&#246;rper pflanzen kann.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina2.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35201" title="© Elina Martian" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/elina2-500x467.jpg" alt="" width="500" height="467" /></a></p>
<p>Mehr m&#246;chte ich auch gar nicht und glaube, dass es genau das ist, was mir die Fotografie bringt und was mir so viel bedeutet: Ein sch&#246;nes Gef&#252;hl in meinem Bauch und meinen Armen und meinem Kopf, die dann so schrecklich sch&#246;n kribbeln, wenn ich es brauche.</p>
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<p></p>
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		<title>Kunstvolle Inszenierung von Fl&#252;ssigkeiten</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2012 06:01:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Breitung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem mein erster Artikel &#252;ber Wassertropfenfotografie sehr gut angekommen ist, kommt hier nun ein weiterf&#252;hrender Artikel, der sich wieder mit dem Thema der kunstvollen Inszenierung von Fl&#252;ssigkeiten besch&#228;ftigt. Dieses Mal erl&#228;utere ich weitere Techniken, die auch mit fotografischer Grundausr&#252;stung realisierbar sind, in der Hoffnung, dass sich einige selbst an der wundervollen Welt der Tropfen, Fl&#252;ssigkeiten und Farben versuchen.<p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-20965" style="float: left; margin-right: 10px;" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/08/Portrait-web-100x130.jpg" alt="" width="100" height="130" /><a href="http://www.markusreugels.de/" target="_blank">Markus Reugels</a> wohnt in der N&#228;he von Schweinfurt und arbeitet als Parkettleger. In der Fotografie hat er sich auf den Makrobereich beschr&#228;nkt. Daran fasziniert ihn die Tatsache, dass man mit Hilfe der Kamera kleine unscheinbare Dinge gro&#223; in Szene setzen kann. Die Natur hat viele kleine Wunder, die wir Menschen leider nicht wahrnehmen oder nicht wahrnehmen k&#246;nnen. Da hilft die Fotografie, das Ganze f&#252;r uns interessanter darzustellen. Seine Bilder findet Ihr auch in der <a href="http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/1507860" target="_blank">Fotocommunity</a>.</div>
<p><strong>Nachdem mein <a href="http://kwerfeldein.de/index.php/2011/08/30/wassertropfen-in-perfektion/">erster Artikel</a> &#252;ber Wassertropfenfotografie sehr gut angekommen ist, kommt hier nun ein weiterf&#252;hrender Artikel, der sich wieder mit dem Thema der kunstvollen Inszenierung von Fl&#252;ssigkeiten besch&#228;ftigt. Dieses Mal erl&#228;utere ich weitere Techniken, die auch mit fotografischer Grundausr&#252;stung realisierbar sind, in der Hoffnung, dass sich einige selbst an der wundervollen Welt der Tropfen, Fl&#252;ssigkeiten und Farben versuchen.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/4.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34994" title="© Markus Reugels " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/4-500x281.jpg" alt="copyright 2012 Markus Reugels " width="500" height="281" /></a></p>
<p><strong>Kronen</strong></p>
<p>Als Erstes gehe ich auf die wohl beliebteste Form bei Einsteigern ein: Die Krone. Um sie in einer gef&#252;llten Wasserschale einzufangen, reicht ein Tropfen Wasser aus. Aber die sch&#246;nsten Kronen entstehen, wenn ich sie auf einer Plexiglasplatte produziere &#8211; eine Glasplatte ist leider nicht zu gebrauchen, da sie eine doppelte Spiegelung erzeugt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35000" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/1-500x500.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="500" /></a></p>
<p><span id="more-34969"></span></p>
<p>Hierf&#252;r muss ich am Aufprallpunkt etwas Fl&#252;ssigkeit platzieren: Es bietet sich an, farbiges Wasser oder Milch zu benutzten. Ohne diese Basis w&#252;rde keine Krone entstehen, sondern nur eine flache Scheibe, deren R&#228;nder nicht in die H&#246;he ragen.</p>
<p>Alternativ kann ich auch einen d&#252;nnen Wasserfilm auf der Plexiglasplatte verteilen. Dadurch spare ich mir das Auftragen des ersten Tropfens. Ich kann zwar keine so farbenfrohen Kronen erzeugen, aber das l&#228;stige S&#228;ubern nach jedem Versuch wird hinf&#228;llig.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/3.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34997" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/3-500x333.jpg" alt="copyright Markus Reugels " width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wie &#252;blich in der Tropfenfotografie ist es besser, mit verdicktem Wasser zu arbeiten. Auf schwarzem Hintergrund benutzte ich sehr gern Sahne, diese hat genau die richtige Konsistenz und bildet einen sehr guten Kontrast zum Hintergrund. Allerdings ist die Beleuchtung etwas kniffliger als vor einem hellen Hintergrund.</p>
<p><strong>Double Pillar</strong></p>
<p>So habe ich eine Technik getauft, die ich vor Kurzem entdeckt habe. Mit ihr lassen sich nur sehr schwer sch&#246;ne und ruhige Formen erzeugen, dennoch sind die Ergebnisse mehr als sehenswert.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/5.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35003" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/5-500x333.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Um derartige Bilder zu erschaffen, ben&#246;tige ich zwei Tropfen, die in einem bestimmten Abstand zueinander synchron ins Wasser fallen. Die entstehenden Wassers&#228;ulen ziehen sich dabei gegenseitig an und vereinigen sich zu einer einzelnen S&#228;ule, auf der ich einen dritten Tropfen platziere. F&#252;r solche Aufnahmen werden mindestens drei Ventile ben&#246;tigt, die unabh&#228;ngig voneinander angesteuert werden.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/6.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35006" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/6-500x333.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="333" /></a></p>
<p>In Planung sind bereits Aufnahmen mit vier S&#228;ulen, doch leider habe ich es noch nicht zustande gebracht, alle vier S&#228;ulen im Mittelpunkt zu vereinen. Bis jetzt ist es mir lediglich gelungen, drei S&#228;ulen auf einen Nenner zu bringen. Doch den Gedanken mit vier S&#228;ulen habe ich noch nicht verworfen und er wird zu gegebener Zeit wieder in Angriff genommen. Von Misserfolgen lasse ich mich nicht kleinkriegen.</p>
<p><strong>Farbexplosionen</strong></p>
<p>Diese Aufnahmen machen sehr viel Spa&#223;. Man hat jedoch so gut wie keinen Einfluss auf das Ergebnis. Dennoch k&#246;nnen dabei sehr beeindruckende Bilder entstehen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/11.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35009" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/11-500x333.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Das Prinzip ist einfach: Ein Luftballon wird &#252;ber einen Lautsprecher gest&#252;lpt und dient als Membran, auf der ich die Farben platziere. Als Basis gebe ich einen Teel&#246;ffel verdicktes Wasser auf die Membran, mit einer Pipette gebe ich Farbe hinzu. Das hat den Vorteil, dass die Formen etwas l&#228;nger zusammenhalten, bevor sie zerrei&#223;en. Durch Musik wird die Membran in Schwingung versetzt und dadurch springen die Tropfen in unterschiedlichsten Formen nach oben.</p>
<p>Anfangs habe ich B&#228;sse aus Technomusik verwendet oder mit Frequenzen eines Tongenerators gearbeitet. Doch mit der Zeit bin ich dahinter gekommen, dass das nicht optimal ist. Jetzt benutze ich ein Keyboard, um die T&#246;ne zu erzeugen. Das hat den Vorteil, dass ich nur einen Ton ben&#246;tige und die Farben sich nicht so sehr mischen. Dadurch ist es m&#246;glich, noch ein zweites oder drittes Bild mit den gleichen Farben zu machen, ohne dass es eine braune Suppe wird.</p>
<p>Meine Kamera l&#246;se ich &#252;ber einen Soundtrigger aus. Somit kann ich gezielt steuern, wann die Kamera ausl&#246;sen soll. Es geht aber auch ohne, jedoch hat man dann weit weniger Kontrolle und ben&#246;tigt unter Umst&#228;nden mehr Versuche.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/12.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35012" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/12-500x500.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="500" /></a></p>
<p>In meinen aktuellen Bildern habe ich noch einen fallenden Tropfen in die Farbexplosionen eingebracht. Dieser soll beim Zusammensto&#223; mit der nach oben springenden Farbe einen Schirm erzeugen. Da ist aber viel Zufall im Spiel, da ich nie wei&#223;, wie sich die Farbe nach oben bewegt.</p>
<p><strong>Was bei solchen Aufnahmen noch wichtig ist:</strong> Jede Kamera hat eine Ausl&#246;severz&#246;gerung (Shutter Lag). Das hei&#223;t, wenn die Kamera ausl&#246;st, ist die Action schon vorbei. Das kann ich umgehen, indem ich in einem abgedunkelten Raum fotografiere und &#252;ber die Blitze ausl&#246;se. Die Ausl&#246;sung sollte dabei recht fr&#252;h erfolgen. Je sp&#228;ter die Blitze ausgel&#246;st werden, umso st&#228;rker rei&#223;en die Formen ab und enden im Tropfenchaos.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/9.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35015" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/9-500x526.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="526" /></a></p>
<p>Bei meinen Aufnahmen bevorzuge ich einen schwarzen Hintergrund. Um das zu erreichen, best&#252;cke ich meine Blitze mit Lichtformern (Snoots). Dadurch wird Streulicht gering gehalten und nur punktuell beleuchtet. Um auf Nummer Sicher zu gehen, benutzte ich im Hintergrund noch eine schwarze Platte zur Abschirmung.</p>
<p><strong>Cream Flow</strong></p>
<p>Bei dieser Methode werden keine technischen Hilfsmittel, wie etwa die Zeitsteuerung, ben&#246;tigt. Es reichen Kamera, Stativ, Pipette, Fernausl&#246;ser und ein externer Blitz aus. Als Wasserbeh&#228;lter benutzte ich ein sehr kleines Aquarium. Zuerst wird der Beh&#228;lter mit Wasser gef&#252;llt und die Kamera so ausgerichtet, dass sie in einem Winkel von ca. 10-20° von unten auf die Wasseroberfl&#228;che fokussiert. Die Kamera muss komplett manuell eingestellt werden.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/14.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35018" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/14-500x333.jpg" alt="© Markus Reugels" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Meistens fotografiere ich solche Bilder mit einer sehr kleinen Blende von maximal f/16, um m&#246;glichst alles scharf zu bekommen. Als Belichtungszeit benutze ich grunds&#228;tzlich 1/160s, damit funktionieren meine Funkausl&#246;ser am zuverl&#228;ssigsten. Die Blitzleistung darf auch bei diesen Aufnahmen nicht zu hoch gew&#228;hlt werden. Zwar sind die Bewegungen nicht sehr schnell, dennoch kann man durch eine zu lange Abbrenndauer Bewegungsunsch&#228;rfe ins Bild bekommen.</p>
<p>Es gibt verschiedene Methoden, um Farbe ins Bild zu bekommen. Entweder ich f&#228;rbe die Kaffeemilch oder Sahne mit Lebensmittelfarbe ein oder ich benutze farbige Folien am Blitzger&#228;t.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/13.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35021" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/13-500x333.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Wenn alles soweit eingestellt ist, kann es auch schon losgehen mit dem kreativen Teil: Mit der Pipette tr&#246;pfle ich Milch in das Becken und l&#246;se flei&#223;ig die Kamera aus. Da die Fl&#252;ssigkeit ziemlich langsam absinkt (je h&#246;her der Fettanteil, umso langsamer sinkt sie) kann ich mehrmals ausl&#246;sen. Die Bilder drehe ich in der Nachbearbeitung dann um 180°.</p>
<p>Alternativ kann ich auch einen hellen Hintergrund verwenden und als Fl&#252;ssigkeit Tinte ins Wasser tropfen. Damit lassen sich ebenfalls sehr ansprechende Bilder erzeugen. Durch den hellen Hintergrund ist diese Variante auch einfacher zu beleuchten.</p>
<p><strong>Soap Film</strong></p>
<p>Um Seifenfilm zu fotografieren, ist keine gro&#223;artige Technik n&#246;tig. Wie bei den Cream-Flow-Bildern ben&#246;tige ich ein Stativ, Fernausl&#246;ser und einen externen Blitz.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/19.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35024" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/19-500x333.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Ich habe mir einen Ring von ca. 5 cm Durchmesser aus Draht geformt und diesen mit Wolle umwickelt. Durch die Wolle platzt der Seifenfilm nicht so schnell, da er mit Fl&#252;ssigkeit versorgt wird. Der kniffligste Teil ist die Beleuchtung und der richtige Winkel des Seifenfilms zur Kamera. Die Kamera darf nicht parallel zum Seifenfilm positioniert werden. Es braucht einen kleinen Winkel von bis zu 5°, um ihn auf den Bildern sichtbar zu machen.</p>
<p>Ich beleuchte die Bilder indirekt &#252;ber einen wei&#223;en Reflektor, den ich U-f&#246;rmig gebogen habe. In die Mitte des Reflektors habe ich ein Loch f&#252;r das Objektiv geschnitten. Den Blitz richte ich auf den Reflektor, dadurch wird der Seifenfilm beleuchtet. Als Hintergrund benutzte ich eine schwarze Pappe. Auch farbliche Hintergr&#252;nde sind m&#246;glich, die besten Erfahrungen habe ich allerdings mit schwarz gemacht &#8211; damit ist die Leuchtkraft der Farben am intensivsten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-35027" title="© Markus Reugels" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20-500x281.jpg" alt="copyright Markus Reugels" width="500" height="281" /></a></p>
<p><em>Ich hoffe, dass ich Euch mit diesem Artikel inspirieren konnte, vielleicht den einen oder anderen Versuch nachzustellen. Die M&#246;glichkeiten, mit Wasser kreativ zu sein, sind schier endlos. Das ist auch ein Grund, warum ich diese Art der Fotografie so lange betreibe. Ihr findet noch weitere Bilder auf <a href="http://www.markusreugels.de/" target="_blank">meiner Homepage</a> und falls es Fragen gibt, stehe ich nat&#252;rlich gerne zur Verf&#252;gung.</em></p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F05%2F21%2Fkunstvolle-inszenierung-von-flussigkeiten%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<title>Fotografieren gegen die Wirklichkeit</title>
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		<pubDate>Wed, 16 May 2012 07:32:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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		<description><![CDATA[Therapie, Droge und Geliebte zugleich. Sich einfach auf den Boden zu legen und Bilder in den Wolken zu entdecken, so sehe ich das Fotografieren. Ich lasse die Gedanken treiben und gebe mir die gr&#246;&#223;te M&#252;he, die Realit&#228;t nicht so abzubilden wie ich sie sehe, sondern wie ich sie f&#252;hle, denn alles andere w&#228;re nur der verzweifelte Versuch, das zu zeigen, was man sowieso bereits sieht. <p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-full wp-image-34684" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Florian.jpg" alt="" width="120" height="120" />Dies ist ein Artikel von <a href="http://www.w&#246;rkflow.de/" target="_blank">Florian Liebetrau</a>. Er macht eine Ausbildung zum Kommunikationsdesigner und wohnt in Torgau, Sachsen. Er hat sich vor allem f&#252;r Nahlinsen und die offene Blende entschieden, durch die er Bilder von Kunst und seiner Umwelt, mit Vorliebe auf k&#246;rniges Material bringt. Seine Arbeiten findet Ihr auch auf <a href="http://www.flickr.com/photos/woerkflow" target="_blank">flickr</a>.</div>
<p><strong>Therapie, Droge und Geliebte zugleich. Sich einfach auf den Boden zu legen und Bilder in den Wolken zu entdecken, so sehe ich das Fotografieren. Ich lasse die Gedanken treiben und gebe mir die gr&#246;&#223;te M&#252;he, die Realit&#228;t nicht so abzubilden wie ich sie sehe, sondern wie ich sie f&#252;hle, denn alles andere w&#228;re nur der verzweifelte Versuch, das zu zeigen, was man sowieso bereits sieht.</strong></p>
<p>So gie&#223;e ich lieber die Realit&#228;t in eine gl&#228;serne Brillanz und passe behutsam darauf auf, ihr nicht zu nahe zu kommen. Stille und Einsamkeit sowie Intimit&#228;t oder manchmal auch das leise Summen einer Neonr&#246;hre sind Dinge, die in mir den Drang wecken, den Ausl&#246;ser zu dr&#252;cken und ein Gef&#252;hl im Bild zu speichern, das mich in diesem Moment erf&#252;llt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img113.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34689" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img113-500x336.jpg" alt="" width="500" height="336" /></a></p>
<p>Die offene Blende als offenes und sehr selektives Auge, das die Realit&#228;t in Millionen von Dimensionsebenen zerflie&#223;en l&#228;sst und sie so zeigt, wie wir sie nicht wahrnehmen k&#246;nnen. Auch Pushen und Pullen helfen dabei, in Sph&#228;ren vorzudringen, die man so nicht kennt. Momente von Besonderheit in besondere Gew&#228;nder h&#252;llen, die Realit&#228;t verkleiden und schminken, Spa&#223; am Spiel mit dem, was vielen von uns viel Stress bereitet &#8211; kurz: Eine Mal- und Basteltherapie f&#252;r Realit&#228;tsfl&#252;chtlinge.</p>
<p><span id="more-34679"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img268.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34694" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img268-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Ja, ich bekenne mich schuldig: Ich fl&#252;chte hin und wieder vor der Realit&#228;t und am liebsten mit der Kamera. Mit den alten staubigen, die schon ein wenig klappern und rattern geht das am besten. Wenn das Klicken des Ausl&#246;sers von einem leichten Knirschen begleitet wird, ist sie genau richtig. Manchmal kann es auch etwas aus Plastik sein, aber dann doch bitte ohne Autofokus, denn meine Gef&#252;hle &#252;berlasse ich nun mal keiner Maschine, die ohne Batterien &#252;berhaupt nichts kann, da bin ich eigen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img120.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34691" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img120-500x258.jpg" alt="" width="500" height="258" /></a></p>
<p>Welche Droge ich in die Pfeife stopfe, also welchen Film ich in die Kamera lege, &#252;berlasse ich auch gern dem Zufall. Au&#223;er, ich bin bereits im Wahn einer Idee, dann wei&#223; ich genau, was ich will und mittlerweile habe ich auch gelernt, wie ich es bekomme. Schwarzwei&#223; tut der Seele gut und Farbe ist f&#252;r die Momente der Euphorie geeignet. Infrarot f&#252;r die mystischen Stunden allein im dunklen Wald bei Sturm und Blitzen, wenn ich mal wieder richtig weit weg will von allem, weil es wieder mal genug ist.</p>
<p><a style="margin-right: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Portrait-Yaelle.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-34696" style="margin: 0;" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Portrait-Yaelle-500x752.jpg" alt="" width="243" height="367" /></a><a style="margin-left: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img229.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-34692" style="margin: 0;" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/img229-500x747.jpg" alt="" width="247" height="368" /></a><br style="clear: both"/></p>
<p>Und wenn mich richtig der Flash treffen soll, dann brauche ich es <em>cross</em> und knusprig mit abgelaufenem Film in der einen und der Holga in der anderen Hand. Perfektion, das sind die anderen. Damit will ich nicht sagen, dass F&#228;higkeiten schlecht sind, sie helfen als Ventil f&#252;r die Ideensch&#252;be.</p>
<p>Aber auch F&#228;higkeiten befinden sich im Wandel und oft passiert es, dass man l&#228;ngere Zeit sich selbst nicht mehr &#252;berzeugt oder gar entt&#228;uscht. Aber wenn man einfach unbedacht und gedankenlos nach vorn durch geht, bis hin zum Licht, verpasst man die wichtigsten, wirklichen Momente.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/002Insekten.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34683" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/002Insekten-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Die wahre Sch&#246;nheit, deren Fl&#252;chtigkeit so extrem hoch ist, dass man oft nicht einmal die Kamera heben kann, um sie zu fangen – die sch&#246;nsten Bilder sind die nicht gemachten – diese Momente muss man lernen zu erkennen und zu genie&#223;en, denn sie sind so selten und jeder f&#252;r sich kommt nie wieder, ein Wegschauen oder Kameraheben, um scharf zu stellen wird oft sofort bestraft, der Moment geht vorbei und man hat ihn nicht gesehen. Doch ist es wichtig, gerade diese Bilder in seiner Seele, in seinen Gedanken zu sichern und daraus Kraft und Erfahrung zu sch&#246;pfen, um selbst Neues und Sch&#246;neres zu erreichen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Unbenannt-1.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34697" title="© Florian Liebetrau" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Unbenannt-1-500x374.jpg" alt="" width="500" height="374" /></a></p>
<p>Sch&#246;nheit erschaffen? Ist das wahrlich m&#246;glich? F&#252;r wenige von uns ja, die anderen sind und bleiben Pfadfinder. Ich selbst bin sehr gern Pfadfinder, denn ich sehe es eher als eine Last an, Sch&#246;nheit wirklich erschaffen zu k&#246;nnen. Aber Sch&#246;nheit zuf&#228;llig zu finden und sehen zu k&#246;nnen, ist oft mit Gl&#252;ck verbunden. Wir sind die Gl&#252;cklichen. Unbelastet, mit einem leichten Hauch naiver Gedankenlosigkeit, Zerstreutheit und Einsamkeit, bereits ein paar gute Abzeichen im Portfolio, machen wir uns auf die Suche nach ihr, auf ihren einsamen und fl&#252;chtigen Pfaden.</p>
<p>Die Suche nach Sch&#246;nheit in der glei&#223;enden Sonne des Tages oder der finsteren Dunkelheit kalter Keller: Sie ist &#252;berall und manchmal finden wir sie. Aber sie ist und bleibt eine Geliebte, denn die Sch&#246;nheit l&#228;sst sich weder fesseln noch einsperren, wie auch selbst der l&#228;ngste Rausch eines Tages verflogen ist.</p>
<p>Denn das Ende ist wichtig. In allen Dingen.</p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F05%2F16%2Ffotografieren-gegen-die-wirklichkeit%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<title>Bestandsaufnahme</title>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2012 05:49:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach so vielen Jahren, in denen ich jetzt schon fotografiere, ist die Lehrzeit, die ich mir einmal gesetzt hatte, immer noch lange nicht vorbei. Ich bin immer noch, fast Tag f&#252;r Tag, auf der Suche nach Bildern, die mir etwas bedeuten k&#246;nnten, bin immer noch hungrig, nie zufrieden. <p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-full wp-image-34649" title="Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/FB_SW.jpg" alt="" width="120" height="120" />Der folgende Beitrag stammt von <a href="http://www.florianbachmeier.com/" target="_blank">Florian Bachmeier</a>. Er studierte Fotografie und Geschichte, nun lebt und arbeitet er als selbstst&#228;ndiger Fotograf in M&#252;nchen und Madrid. Wenn m&#246;glich, verbindet er Auftragsarbeiten mit eigenen langfristig angelegten Projekten, zur Zeit beispielsweise &#252;ber Grenzlandschaften in Osteuropa. Mehr erfahrt Ihr auch auf seinem <a href="http://www.florianbachmeier.blogspot.de" target="_blank">Blog</a>.</div>
<p><strong>Nach so vielen Jahren, in denen ich jetzt schon fotografiere, ist die Lehrzeit, die ich mir einmal gesetzt hatte, immer noch lange nicht vorbei. Ich bin immer noch, fast Tag f&#252;r Tag, auf der Suche nach Bildern, die mir etwas bedeuten k&#246;nnten, bin immer noch hungrig, nie zufrieden.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Allerheiligen-San-Adriá-de-Besós-Spanien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34628" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Allerheiligen-San-Adriá-de-Besós-Spanien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Allerheiligen, San Adriá de Besós, Spanien</span></p>
<p>Wie vor vielen Jahren, als ich zum ersten Mal zu einer langen Reise aufgebrochen bin und die ich mir eigentlich als eine Art Abschluss meiner fotografischen Ausbildungszeit vorgestellt hatte. Ein Irrtum. Ich erinnere mich noch an den Hafenkai in Huelva, im &#228;u&#223;ersten S&#252;dwesten Spaniens. Der Atlantik war, wie so oft im Winter, unruhig und aufgew&#252;hlt, dunkelgraue Wellen, die in regelm&#228;&#223;igen Intervallen gegen die Betonmauern rollen, unaufh&#246;rlich.</p>
<p>Es war einen Tag vor meiner Abreise, einen Tag bevor ich einen &#220;berlandbus nach Madrid bestieg, um von dort am n&#228;chsten Tag nach Abidjan, an der Elfenbeink&#252;ste, zu fliegen. Im Gep&#228;ck eine Hose, ein paar Hemden, ungef&#228;hr 70 Schwarzwei&#223;filme und zwei verbeulte Nikon FM2. Acht Wochen, allein, durch unbekannte L&#228;nder, nur sehen und schauen.</p>
<p><span id="more-34625"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Bordell-La-Línea-de-la-Concepción-Spanien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34629" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Bordell-La-Línea-de-la-Concepción-Spanien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Bordell, La Línea de la Concepción, Spanien</span></p>
<p>Ein paar Tage zuvor stand ich am offenen Grab meines geliebten Gro&#223;vaters, im kalten oberbayrischen Winter. Und oft sehe ich mich noch immer dort stehen. Bleich, k&#228;sig, in einem schweren, dunkelblauen Mantel, den er mir noch geschenkt hatte, zwischen Leuten, von denen ich viele &#252;berhaupt noch nie gesehen hatte. Eine Nelke werfe ich ins Grab, dann Erde. Alles wie in Zeitlupe, ich wollte nicht weinen, und dann, noch bevor der Leichenschmaus zu Ende war, war ich in Gedanken bereits weit weg.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Timisoara-Rum&#228;nien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34638" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Timisoara-Rum&#228;nien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Timisoara, Rum&#228;nien</span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Waisenhaus-Timisoara-Rum&#228;nien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34639" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Waisenhaus-Timisoara-Rum&#228;nien-500x334.jpg" alt="" width="500" height="334" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Waisenhaus, Timisoara, Rum&#228;nien</span></p>
<p>Dieser Moment ist in meinem Hirn eingebrannt, wie sich Licht in Silberkristalle auf einen Filmstreifen brennt. Es ist wie in der spielerischen Foto-Falle Henri Lartigues, die Paul Virilio in seinem Essay „Esthétique de la disparition“ zitiert: Als Kind, wenn er etwas gesehen habe, das ihm gefallen h&#228;tte, h&#228;tte er die Augen geschlossen bis er nur noch das gesehen hatte, was er sehen wollte. Dann, so Virilio weiter, drehte sich der kleine Henri ganz schnell um die eigene Achse – und das Bild war gespeichert!</p>
<p>Und unter Zuhilfenahme der fotografischen Technik k&#246;nnen diese Bilder konserviert werden, dann hat man auf einmal Hunderte oder Tausende alte Fotografien um sich liegen, Fragmente des eigenen Lebens und des Lebens der anderen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Psychiatrische-Klinik-Gavodnija-Rum&#228;nien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34636" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Psychiatrische-Klinik-Gavodnija-Rum&#228;nien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Psychiatrische Klinik, Gavodnija, Rum&#228;nien</span></p>
<p>Ich sehe die alten Fotografien meiner Reisen, sehe aufs Neue, h&#246;re noch einmal, was mir damals in den Ohren klang, rieche sogar und kann mir in Erinnerung rufen, was ich in diesen Momenten gef&#252;hlt habe, an weit entfernten Orten, nicht nur gemessen in Kilometern, vor allem weit entfernt, in einer anderen Zeit, eine unmessbare Distanz, unvorstellbar.</p>
<p>Das Eigenartigste daran ist, dass manchmal die alten Bilder Gef&#252;hle hervorrufen, die im Nachhinein noch intensiver scheinen, konzentrierter. Damals, nach mehr als zehn verschiedenen L&#228;ndern in weniger als 360 Tagen, habe ich meine m&#252;hsam zusammengelesene Sicht auf die Welt wieder verloren.</p>
<p>Was bleibt, ist eine eher gebrochene Zeitwahrnehmung, irgendwie br&#252;chig oder gebrochen, ein st&#228;ndiges Kommen und Gehen von Zuk&#252;nftigem und Vergangenem, Gewesenes und Hypothetisches vermischend, w&#228;hrend der Augenblick, das Jetzt, sich wie Sand zwischen den Fingern zerreiben l&#228;sst. Was bleibt, festgehalten in einer Fotografie, ist ein Moment, der dem unerbittlichen Lauf der Zeit entrissen ist, eigentlich mehr ein Verdienst der Silberhalogene auf der Filmemulsion als mein eigener.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Karwoche-Arcos-de-la-Frontera-Spanien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34632" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Karwoche-Arcos-de-la-Frontera-Spanien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Karwoche, Arcos de la Frontera, Spanien</span></p>
<p>Etwas Sch&#246;nes oder etwas Absto&#223;endes, oder einfach etwas Absurdes erregt meine Aufmerksamkeit und ich dr&#252;cke auf den Ausl&#246;ser – Sch&#246;nheit verursacht Schmerz, sagte einmal Ernst Haas und wirklich: Sch&#246;nes zu sehen und zu erleben, kann zu einer leidvollen und schmerzhaften Erfahrung werden, weil es zu schnell vergeht.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Karneval-Ituren-Spanien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34631" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Karneval-Ituren-Spanien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Karneval, Ituren, Spanien</span></p>
<p>Ich war mir meiner selbst noch nie besonders sicher und oft auch nicht dessen, was ich eigentlich mit meinen Bildern erz&#228;hlen will. Zuerst einmal sind es einfach meine Bilder. Weil ich dort war, weil ich mit diesen Menschen gesprochen habe oder sie mich angesehen haben.</p>
<p>Meist fl&#252;chtige Bekanntschaften, viele blieben Unbekannte, manche wenige wurden zu Weggef&#228;hrten und noch weniger sogar zu Freunden. Vielen war ich gleichg&#252;ltig, ich habe viele liebevolle und selbstlose Menschen getroffen. Auch auf Hass und Ablehnung bin ich gesto&#223;en, nat&#252;rlich. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Jetzt sind sie alle Darsteller in meinem kleinen Welttheater.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/PredigtLuampa-Zambia-Afrika.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34634" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/PredigtLuampa-Zambia-Afrika-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Predigt, Luampa, Zambia, Afrika</span></p>
<p>Es ist nicht die Frage, ob die Fotografie die Welt ver&#228;ndern kann. Wir schaffen Bilder, Bilder von Bildern. Nicht mehr, nicht weniger. Interessant f&#252;r einige, langweilig f&#252;r andere, harmlos oder aufw&#252;hlend. Aber es ist niemals die Reproduktion einer objektiven Realit&#228;t, es ist einfach eine Wahrnehmung, einzigartig und individuell. Die subjektive Wahrnehmung des Menschen, der fotografiert. Nichts weiter.</p>
<p>Der Anspruch, die Krankheiten unserer Gesellschaft zu erfassen, zu dokumentieren, scheint ein von vornherein sinnloses Unterfangen zu sein, unm&#246;glich, angesichts des irreversibel fortgeschrittenen Siechtums und der &#252;berw&#228;ltigenden Komplexit&#228;t aller unserer Missst&#228;nde.</p>
<p><a style="margin-right: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Abschiebezelle-Gef&#228;ngnis-Málaga-Spanien.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-34626" style="margin: 0;" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Abschiebezelle-Gef&#228;ngnis-Málaga-Spanien-500x750.jpg" alt="" width="245" height="368" /></a><a style="margin-left: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Brothel-Beira-Mocambique.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-34630" style="margin: 0;" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Brothel-Beira-Mocambique-500x750.jpg" alt="" width="245" height="368" /></a><br style="clear: both;" /><span style="color: #888; font-size: small;">Links: Abschiebezelle, Gef&#228;ngnis Málaga, Spanien<br />
Rechts: Brothel, Beira, Mocambique</span></p>
<p>Eine Fotografie der angeh&#228;uften toten K&#246;rper in der Leichenhalle des Krankenhauses in Bamako, Mali. H&#228;tte ich dort fotografieren sollen? Ich wei&#223; es nicht mehr. Ich habe es nicht gemacht. An diesem Tag starben 119 Menschen an der Meningitis-Epidemie, die das Land in Angst versetzte.</p>
<p>Die &#196;rzte und Krankenschwestern bewegten sich wie stumme Schatten durch die stinkenden Korridore der Krankenstationen. Ihnen fehlte die Kraft, vor Ersch&#246;pfung konnten sie kaum mehr einen Fu&#223; vor den anderen setzen. Ich habe es nur beobachtet, niemand hatte mich gerufen und niemand hat von meiner Anwesenheit Notiz genommen. An diesem Tag habe ich nicht nur tote Kinder, Frauen und M&#228;nner gesehen, ich habe geglaubt, dass ich gesehen habe, wie das Leben selbst stirbt, ohne viel Aufregung, am Ende ohne Gegenwehr.</p>
<p>In der Nacht dann wieder im Bus, das Gesicht an die Scheibe gedr&#252;ckt, neben mir eine junge, krank aussehende Frau mit ihrem S&#228;ugling an der Brust. S&#252;&#223;er Gestank und alle Ger&#228;usche wie von weit weg. Die Fahrt durch trockenes Sahelland, ausged&#246;rrte Felder, hier und da eine H&#252;tte, aus der schwaches Licht scheint, ich selbst verloren in einem irreal scheinenden Film, der auf der Scheibe abl&#228;uft.</p>
<p>Ab und zu werden wir langsamer, schwarze Schatten tauchen aus dem Nichts am Rand der Fahrbahn auf und bieten Wegzehrung an, Bananen und hartgekochte Eier. Der Schein einiger Lagerfeuer und ein paar flackernde Lichter, ich war mittendrin und doch schien es mir, als w&#252;rde ich alles aus der Ferne betrachten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Krankenhaus-Innenhof-Luampa-Zambia.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34633" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Krankenhaus-Innenhof-Luampa-Zambia-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Krankenhaus-Innenhof, Luampa, Zambia</span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Aids-Patientin-Luampa-Zambia.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34627" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Aids-Patientin-Luampa-Zambia-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">AIDS-Patientin, Luampa, Zambia</span></p>
<p>Afrika. Das Schlagen des M&#246;rsers, das die Stille jedes Morgens hier am &#196;quator bricht. Diesige Morgen, feucht, warm, getr&#228;nkt von einem Geruch, den man nicht wieder vergessen kann, nach Maniok und reifen Fr&#252;chten, s&#252;&#223;, ausladend, Schwei&#223;, auch bitter, wie nach Wurzeln. Sex und Schl&#228;frigkeit. Ich erinnere mich gerne an Marie Therèse, die bei mir schlief, an ihre zuckenden Mundwinkel und die im schwachen Morgenlicht gl&#228;nzenden Perlen auf ihrer Stirn.</p>
<p>Flugzeuge, Schiffe, Busse oder Eisenbahnwaggons. Zimmer in billigen Pensionen, schnelles Leben und gl&#252;ckliche Momente, die aufblitzen und vergehen wie Sternschnuppen am Sommerhimmel. Freude und Traurigkeit, Hoffnung und Verzweiflung. Blicke, Gesten, Ger&#228;usche und Gef&#252;hle. Intensit&#228;t. Reine Energie, alles komprimiert, ein Jahr in 0,66 Sekunden f&#252;r die Ewigkeit. Eingefrorene Bewegung, erstarrte Szenen, lebende Materie, die vergeht und Lebloses, das sich pl&#246;tzlich wieder mit Leben f&#252;llt.</p>
<p>Jedes Negativ, jede Fotografie ist wie ein Kerker oder ein K&#228;fig, manchmal leer, manchmal darben darin unschuldige Opfer und manchmal auch wahre Bestien. Von was rede ich eigentlich? Hexerei? Fetisch? Oder einfach Besessenheit?</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Tankstelle-Meerenge-Gibraltar-Spanien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34637" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Tankstelle-Meerenge-Gibraltar-Spanien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Tankstelle, Meerenge Gibraltar, Spanien</span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Prozession-Andújar-Spanien.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-34635" title="© Florian Bachmeier" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Prozession-Andújar-Spanien-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Prozession, Andújar, Spanien</span></p>
<p>Wieder zur&#252;ck in Spanien, Granada, die Alhambra und der Sacromonte, alles zusammen auf wenigen Quadratmetern rund um ein Lagerfeuer in einer kleinen Wellblechsiedlung in San Adriá de Besós, einige Kilometer n&#246;rdlich von Barcelona. Vom n&#228;chtlichen Treiben der Gitanos bleibt die kalte Asche am Morgen. Spielt doch noch einen Fandango, oder gib mir noch einen Schluck, noch eine Geschichte oder einen Witz, mehr Funken, mehr Rausch, nur noch nicht heimgehen.</p>
<p>Europa, Lourdes und seine Wunder, ein Irrenhaus in Rum&#228;nien, alles ist Transit, &#252;berall Grenzen, menschliche Katastrophen, alle unterwegs, viele auf der Flucht, oft ohne es zu wissen. Oft sehe ich mir meine alten Bilder an und reise zur&#252;ck an all die Orte, an denen ich gewesen bin.</p>
<p>Und wenn ich es jemals bereue, ein bestimmtes Bild nicht gemacht zu haben, dann w&#228;re es eine Aufnahme der H&#228;nde meines Gro&#223;vaters, hart und wie versteinert von der Arbeit, gleichzeitig sanft, harmlos und verletzlich. Als ihn seine Kraft verlie&#223;, an einem sonst schrecklich ereignislosen Nachmittag in einem grauenhaften Krankenhaus, war ich noch bei ihm und wollte nur noch einmal seine Hand halten.</p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F05%2F14%2Fbestandsaufnahme%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<title>Tilt- und Shift-Objektive im Einsatz an der Kleinbild-DSLR</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 06:09:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Breitung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[landschaftsfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Rainer Mirau]]></category>
		<category><![CDATA[schärfe]]></category>
		<category><![CDATA[shift]]></category>
		<category><![CDATA[technik]]></category>
		<category><![CDATA[tilt]]></category>
		<category><![CDATA[ts]]></category>

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		<description><![CDATA[Neben einer m&#246;glichst hohen Aufl&#246;sung sind f&#252;r mich als Landschaftsfotograf die technischen Finessen einer Fachkamera ein wichtiger Faktor, um zu optimalen Bildergebnissen zu gelangen. Das hei&#223;t aber zum Gl&#252;ck nicht, dass ich zehntausende Euro in ein schwerf&#228;lliges, digitales Mittelformatsystem investieren muss.<p></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-29299" title="Rainer Mirau " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/20081002-772-120x120.jpg" alt="Rainer Mirau " width="120" height="120" />Der folgende Artikel stammt von <a href="http://www.silent-moment.com" target="_blank">Rainer Mirau</a>. Der studierte Umwelttechniker machte vor einigen Jahren sein Hobby zum Beruf und genie&#223;t nun die Freiheiten, die ihm die Landschaftsfotografie bietet. Viele Wochen im Jahr bereist er Nordeuropa, die Alpen und mediterrane Gebiete. Mehr Information zu seinem Schaffen findet Ihr auf <a href="http://www.facebook.com/Rainer.Mirau" target="_blank">Facebook</a> und <a href="http://plus.google.com/105675627112568067224/posts" target="_blank">Google+</a>.</div>
<p><strong>Neben einer m&#246;glichst hohen Aufl&#246;sung sind f&#252;r mich als Landschaftsfotograf die technischen Finessen einer Fachkamera ein wichtiger Faktor, um zu optimalen Bildergebnissen zu gelangen. Das hei&#223;t aber zum Gl&#252;ck nicht, dass ich zehntausende Euro in ein schwerf&#228;lliges, digitales Mittelformatsystem investieren muss.</strong></p>
<p>Mehrere Hersteller haben den Bedarf erkannt und in den letzten Jahren neue oder &#252;berarbeitete Tilt- und Shift-Objektive (kurz: TS) f&#252;r Kleinbild-DSLR-Kameras auf den Markt gebracht. Der Kauf eines Canon TS-E 24mm II hat meine Arbeitsweise revolutioniert. Warum, m&#246;chte ich Euch hier nun genauer beschreiben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/20111125-215.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/20111125-215-500x478.jpg" alt="Copyright Rainer Mirau" title="Copyright Rainer Mirau" width="500" height="478" class="aligncenter size-medium wp-image-34232" /></a></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Baum-Greise im nordspanischen Gorbea-Naturpark. Nicht nur bei Architekturaufnahmen ist mir die perspektivisch korrekte Darstellung wichtig. Senkrecht gewachsene St&#228;mme w&#252;rden durch Herunterneigen der Kamera unweigerlich nach au&#223;en st&#252;rzen. Nur ein Shift-Objektiv kann das verhindern.</span></p>
<p>Fangen wir am Anfang an. Die Tilt- und Shift-Funktionen sind ein Erbe aus der Gro&#223;formatfotografie und in der Landschafts-, Architektur- und Produktfotografie bis heute verbreitet im Einsatz. So viele Vorteile die digitale Fotografie bietet, Tilt und Shift sind durch Nachbearbeitung am Computer nicht zur G&#228;nze ersetzbar. Software zur Erweiterung der Tiefensch&#228;rfe und Entzerrung gibt es nat&#252;rlich, ihr Einsatz geht aber immer mit einem Qualit&#228;tsverlust oder intensivem Arbeitsaufwand einher.</p>
<p><span id="more-34177"></span></p>
<p>Tilt bedeutet das graduelle Verschwenken, Shift das parallele Verschieben des Linsensystems gegen&#252;ber der Bildebene, also dem Sensor. N&#228;her m&#246;chte ich den technischen Hintergrund hier jedoch nicht erkl&#228;ren, denn es gibt <a href="http://www.schneiderkreuznach.com/foto/pc-ts/tilt-shift-objektive.htm" target="_blank">Webseiten</a>, die das &#252;bernehmen. Ich m&#246;chte in diesem Artikel die konkreten Vorteile und M&#246;glichkeiten beschreiben, die mir Tilt- und Shift-Objektive im Zusammenspiel mit einem digitalen Kleinbild-System bieten.</p>
<p><strong>Gr&#246;&#223;ere Sch&#228;rfentiefe durch Tilt</strong></p>
<p>Durch Tilt besteht die M&#246;glichkeit, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Scheimpflugsche_Regel" target="_blank">die Sch&#228;rfeebene zu kippen</a>. Bei typischen Landschaftsmotiven kann die Tiefensch&#228;rfe nie gro&#223; genug sein. Im Idealfall kann mittels der Hyperfokaldistanz der gesamte Bildinhalt scharf abgebildet werden. Leider ist das, wenn &#252;berhaupt, nur mit Weitwinkelobjektiven m&#246;glich. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20110309-300.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20110309-300-500x426.jpg" alt="Copyright Rainer Mirau" title="Copyright Rainer Mirau" width="500" height="426" class="aligncenter size-medium wp-image-34238" /></a></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Ruhiges Meer in Thailand. Auch, wenn dieses Motiv relativ einfach mittels Focus-Stacking (Fokus auf Vorder-, Mittel- und Hintergrund) umsetzbar w&#228;re &#8211; ein Tilt-Objektiv erm&#246;glicht mir dasselbe Ergebnis mit nur einer Belichtung bei der optimalen Blende f/8.</span></p>
<p>Hier kommt die Tilt-Funktion ins Spiel: Durch Legen der Sch&#228;rfeebene in die Motivebene wird es m&#246;glich, schon bei mittelgro&#223;en Blenden wie f/8 oder f/11 alles scharf auf den Sensor zu bannen. Im Kleinbildformat kommt im Normalfall kein gr&#246;&#223;erer Winkel als ein Grad zum Einsatz, meistens reichen schon 0,5 Grad, um vom Stein im Vordergrund bis zu den Gipfeln im Hintergrund alles scharf abzubilden.</p>
<p><strong>Formatunabh&#228;ngig durch Shift</strong></p>
<p>Durch Shift in Kombination mit dem Zusammenf&#252;gen zweier Bilder ergeben sich weitere Vorteile f&#252;r mich: Die freie Formatwahl und die Erh&#246;hung der Pixelanzahl. Bez&#252;glich der Formatwahl ziehe ich es vor, das Motiv dar&#252;ber entscheiden zu lassen, anstatt dem Motiv das Format des Sensors aufzuzwingen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20110310-045.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20110310-045-500x627.jpg" alt="Copyright Rainer Mirau" title="Copyright Rainer Mirau" width="500" height="627" class="aligncenter size-medium wp-image-34235" /></a></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Singapur Financial District. Hier nutzte ich die Shift-Funktion nicht, um st&#252;rzende Linien zu vermeiden, sondern um den Bildwinkel zu erh&#246;hen. Drei horizontale Einzelbelichtungen mit 24mm Brennweite ergeben ein Bild mit &#252;ber 40 Megapixeln und einem Bildwinkel vergleichbar dem eines 16mm-Objektivs.</span></p>
<p>Durch die M&#246;glichkeit des Shiftens ergibt sich eine auf den Bildinhalt abgestimmte Wahl des Seitenverh&#228;ltnisses, das hei&#223;t: Ob quer- und hochformatige Panoramen, ein Quadrat oder 5:4 &#8211; alle Optionen bestehen. Und das Beste daran: Egal welches Format &#8211; die fertigen Bilder haben 30 &#8211; 100% mehr Bildpunkte. </p>
<p>Mir ist bewusst, dass man dies auch mit klassischem Stitchen erreichen kann, aber im Weitwinkelbereich kommt es zwangsl&#228;ufig zu massiven Verzerrungen, die mir pers&#246;nlich nicht gefallen.</p>
<p><center><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20100627-395.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20100627-395.jpg" alt="Copyright Rainer Mirau" title="Copyright Rainer Mirau" width="438" height="800" class="aligncenter size-full wp-image-34237" /></a></center></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Mitternachtsonne auf den Lofoten. Das hochformatige Panorama ist ein vernachl&#228;ssigtes Format in der modernen 16:9 Querformat-Welt. Ich genie&#223;e die Freiheit, ein Motiv in mehreren Seitenverh&#228;ltnissen abzubilden &#8211; so habe ich auch ein quadratisches Bild von diesem Motiv gemacht.</span></p>
<p><strong>Digitales Shift bei l&#228;ngeren Brennweiten</strong></p>
<p>Seitdem ich mit dem Tilt-Shift-Weitwinkel fast jedes Bild stitche, mache ich das auch mit l&#228;ngeren Brennweiten. Bei nicht shift-f&#228;higen, gew&#246;hnlichen Optiken mit Brennweiten &#252;ber 35mm bewege ich die Kamera bis zu 50% des Bildausschnitts entlang der k&#252;rzeren Sensorseite, um das Motiv optimal ins Bild zu r&#252;cken. </p>
<p>Das funktioniert hervorragend und ist ausnahmslos anwendbar, ohne den Nodalpunkt zu beachten. Dieses „digitale Shift“ betrifft nat&#252;rlich nur die Qualit&#228;ts-Junkies unter uns, was ich als Landschaftsfotograf uneingeschr&#228;nkt bin. Die einfachere, aber qualit&#228;tsmindernde Variante w&#228;re nachtr&#228;gliches Zuschneiden.</p>
<p><strong>Kombination von Tilt und Shift</strong></p>
<p>Wenn es das Objektiv zul&#228;sst und das Motiv es verlangt, werden Tilt und Shift kombiniert. Als erstes tilte ich die Linse, um die Sch&#228;rfeebene optimal ins Motiv zu legen. Bei zehnfacher Vergr&#246;&#223;erung am Display beurteile ich mittels Live-View die Sch&#228;rfe an den R&#228;ndern und belichte das erste Bild. Danach shifte ich in die gew&#252;nschte Richtung und belichte ein zweites Mal. Die Einstellung der Belichtung erfolgt manuell, damit beide Bilder die gleiche Helligkeit haben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/mountins.png"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/mountins-500x399.png" alt="Copyright Rainer Mirau" title="Copyright Rainer Mirau" width="500" height="399" class="aligncenter size-medium wp-image-34298" /></a></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Goldenes Morgenlicht in den Zillertaler Alpen. Durch nur ein Grad Tilt erhalte ich Tiefensch&#228;rfe von einem Meter bis ins Unendliche. In Kombination mit Shift und dem Stichen zweier Querformate komme ich zum klassischen Gro&#223;format-Seitenverh&#228;ltnis von 5:4.</span></p>
<p><strong>Vignettierung</strong></p>
<p>Durch die Nutzung des gesamten Bildkreises von Tilt- und Shift-Objektiven ist Vignettierung ein gr&#246;&#223;eres Thema als bei gew&#246;hnlichen Objektiven. Diese kann bei extremen Verstellwegen bis zu zwei Blenden betragen. Die Intensit&#228;t von Verlaufsfiltern kann dadurch massiv verst&#228;rkt oder reduziert werden. </p>
<p>Die Vignettierungskorrektur einer Software ist in diesem Fall nicht geeignet, denn die Software wei&#223; ja nicht, dass und wieviel geshiftet wurde. Sie geht immer von einer kreisrunden Abschattung aus, was bei geshifteten Aufnahmen nicht zutrifft. Die Vignettierung muss also von Hand in der digitalen Dunkelkammer erfolgen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20110925-209.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/20110925-209-500x400.jpg" alt="Copyright Rainer Mirau" title="Copyright Rainer Mirau" width="500" height="400" class="aligncenter size-medium wp-image-34240" /></a></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Am Salfein See in Tirol nach Sonnenuntergang. Diese Vignettierung k&#246;nnte ich mit Leichtigkeit in der Nachbearbeitung korrigieren, ich mache es aber nur, wenn sie mir nicht gef&#228;llt. In diesem Bild zum Beispiel empfinde ich sie als eher positiv, sie verleiht dem Bild ein analoges Aussehen.</span></p>
<p>Wie sieht es auf dem Markt f&#252;r Tilt- und Shift-Objektive aus? Von der Neuauflage bis zum „alten Eisen“ gibt es ungef&#228;hr 20 Tilt-Shift- oder nur Shift-Objektive. Etwas tiefer in die Geldb&#246;rse muss man daf&#252;r schon greifen. Aber man bekommt ja auch weit mehr als ein Objektiv, die Frontstandarte einer Fachkamera ist inkludiert. Eine andere Variante ist die Verwendung von Tilt- und Shift-Adaptern, mit denen man den gro&#223;en Bildkreis eines Mittelformatobjektivs an einer Kleinbild-DSLR nutzen kann. Mirex und Z&#246;rk bieten solche Produkte an.</p>
<p>Tilt und Shift sind nicht f&#252;r Jedermann. Zum zwischendurch Knipsen im Urlaub ist eine Vollformat-DSLR mit Tilt-Shift-Objektiv nicht die richtige Wahl. Ein Stativ ist Pflicht und das h&#246;here Gewicht der Objektive und die aufw&#228;ndigere Arbeitsweise verlangen einen engagierten Fotografen. Ganz abgesehen von dem Loch, das ein modernes Tilt-Shift-Objektiv in die Geldb&#246;rse frisst.</p>
<p><em>Als Gegenleistung erh&#228;lt man als Fotograf technische und gestalterische Freiheiten. Wer tiefer in die Materie der M&#246;glichkeiten der Tilt- und Shift-Fotografie eintauchen m&#246;chte, interessiert sich vielleicht f&#252;r mein <a href="http://www.silent-moment.com/prints/ebooks.htm" target="_blank">k&#252;rzlich erschienenes E-Book</a> zu diesem Thema.</em></p>
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<p></p>
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		<title>Das war Venedig</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 06:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Lückerath</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das war Venedig, die schmeichlerische und verd&#228;chtige Sch&#246;ne, - diese Stadt, halb M&#228;rchen, halb Fremdenfalle, in deren fauliger Luft die Kunst einst schwelgerisch aufwucherte und welche den Musikern Kl&#228;nge eingab, die wiegen und buhlerisch einlullen.<p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft" style="margin-right: 10px;" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/ronny.jpg" alt="" width="116" height="116" />Der folgende Beitrag ist von <a href="http://www.bewegungsunschaerfe.de" target="_blank">Ronny Behnert</a>, der aus Luckenwalde, einer Kleinstadt s&#252;dlich von Berlin, stammt, mittlerweile aber in Berlin wohnt und arbeitet. Ronny hat schon mehrere Reiseberichte bei uns ver&#246;ffentlicht. Seine Arbeiten findet Ihr auch bei <a href="http://www.Facebook.com/HaggardPhotography" target="_blank">Facebook</a>.</div>
<p><strong>„Das war Venedig, die schmeichlerische und verd&#228;chtige Sch&#246;ne, &#8211; diese Stadt, halb M&#228;rchen, halb Fremdenfalle, in deren fauliger Luft die Kunst einst schwelgerisch aufwucherte und welche den Musikern Kl&#228;nge eingab, die wiegen und buhlerisch einlullen.</strong></p>
<p>Dem Abenteuernden war es, als tr&#228;nke sein Auge dergleichen &#220;ppigkeit, als w&#252;rde sein Ohr von solchen Melodien umworben; er erinnerte sich auch, da&#223; die Stadt krank sei und es aus Gewinnsucht verheimliche, und er sp&#228;hte ungez&#252;gelter aus nach der voranschwebenden Gondel.</p>
<p>So wu&#223;te und wollte denn der Verwirrte nichts anderes mehr, als den Gegenstand, der ihn entz&#252;ndete, ohne Unterla&#223; zu verfolgen, von ihm zu tr&#228;umen, wenn er abwesend war, und, nach der Weise der Liebenden, seinem blo&#223;en Schattenbild z&#228;rtliche Worte zu geben.“ &#8211; „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Canal-Grande-2-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Canal-Grande-2-Venedig-2012-500x500.jpg" alt="" title="Canal Grande 2, Venedig 2012" width="500" height="500" class="alignnone size-medium wp-image-34258" /></a></p>
<p>Genau so verhielt es sich mit mir und der Jagd und Verfolgung von Motiven, Licht, Schatten und den besonderen Momenten, die jeden Fotografen mit Gl&#252;ck erf&#252;llen. Venedig, die beliebte und einzigartige Lagunenstadt, stand bei mir schon lange ganz oben auf der Liste der n&#228;chsten Reiseziele und somit entschied ich mich kurzfristig f&#252;r einem Trip in die Stadt der Gondeln.</p>
<p><span id="more-34250"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Gondola-3-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Gondola-3-Venedig-2012-500x500.jpg" alt="" title="Gondola 3, Venedig 2012" width="500" height="500" class="alignnone size-medium wp-image-34259" /></a></p>
<p>Fotografisch stellte diese Stadt f&#252;r mich wieder eine Herausforderung dar, da ich auf Fotowetter gehofft hatte, das vielleicht nicht jedem Venedigtouristen gefallen d&#252;rfte: Nebel, Regen, dicke Wolken und vor allem wenig Sonnenschein (der den Schattenwurf sonst doch ma&#223;geblich verst&#228;rkt und in diversen Motiven regelrechte St&#246;rfaktoren schafft) kommen mir immer zu Gute. Gerade Venedig mit seinen detailreichen Geb&#228;uden wollte ich so gut es ging ohne st&#246;rende Schatten darstellen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Santa-Maria-della-Salute-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Santa-Maria-della-Salute-Venedig-2012-500x500.jpg" alt="" title="Santa Maria della Salute, Venedig 2012" width="500" height="500" class="alignnone size-medium wp-image-34260" /></a></p>
<p>Mir wurde allerdings schnell klar, dass sich meine Zeiten zum Fotografieren auf morgens, abends und nachts beschr&#228;nken w&#252;rden, da erstens f&#252;r die komplette Woche strahlender Sonnenschein angesagt wurde und zweitens die Stadt schon Ende Februar, kurz nach dem Karneval, von zahlreichen Touristen bev&#246;lkert sein w&#252;rde, die die Pl&#228;tze und Gassen schnell einnehmen d&#252;rften.</p>
<p>Auch der Stand der Sonne war meist recht ung&#252;nstig, so dass ich schnell herausfand, zu welchem Zeitpunkt ich mich an welchem Ort befinden sollte, um nicht direkt in die Sonne fotografieren oder st&#246;rende Reflexionen auf dem Wasser aufnehmen zu m&#252;ssen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Gondola-4-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Gondola-4-Venedig-2012-500x500.jpg" alt="" title="Gondola 4, Venedig 2012" width="500" height="500" class="alignnone size-medium wp-image-34261" /></a></p>
<p>Am ersten Morgen f&#252;hrte mich mein Weg geradewegs auf den Markusplatz und zum Gondelanleger gegen&#252;ber der Insel San Giorgio Maggiore, wo ich bereits vor Sonnenaufgang ankam. Die Insel pr&#228;sentierte sich in leichten Dunst geh&#252;llt direkt vor mir in einem kr&#228;ftig violetten Himmel. Meine Standpl&#228;tze hatte ich mir bereits am Abend zuvor ausgeguckt, so dass ich wusste, welche Blickwinkel und Pl&#228;tze ich am besten nutzen kann. </p>
<p>Nach und nach war das Ufer voll anderer Fotografen, die sich allerdings eher f&#252;r den Sonnenaufgang an sich interessierten. Das Licht ver&#228;nderte sich von Sekunde zu Sekunde und f&#228;rbte sich von violett in rosa bis hin zu einem zarten Orange, das die nahegelegene Kirche Santa Maria della Salute anstrahlte. </p>
<p>Perfektes Fotowetter, aber auch eine perfekte und befriedigende Atmosph&#228;re, die durch das Glockenl&#228;uten des Markusturms p&#252;nktlich zum Auftauchen der Sonne und durch das Ger&#228;usch des Wassers, das an die Gondeln schwappte und diese hin- und her bewegte, noch verst&#228;rkt wurde.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/San-Giorgio-Maggiore-6-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/San-Giorgio-Maggiore-6-Venedig-2012-500x666.jpg" alt="" title="San Giorgio Maggiore 6, Venedig 2012" width="500" height="666" class="alignnone size-medium wp-image-34262" /></a></p>
<p>Der Anleger und der Markusplatz waren auch in den n&#228;chsten Morgen- und Abendstunden ein bevorzugtes Ziel f&#252;r mich, da mir nie genug Zeit blieb, alle Motive in dem engen Zeitraum festhalten zu k&#246;nnen. Zu schnell tauchte die Sonne die Geb&#228;ude in ein grelles Licht und die Stimmung des besonderen Augenblicks ein paar Minuten zuvor war Vergangenheit.</p>
<p>Danach zog es mich weiter zur Ponte di Rialto, die den ersten steinernden Fu&#223;weg &#252;ber den Canal Grande darstellte. Blickte ich morgens auf der Br&#252;cke Richtung Norden, war das Licht wieder absolut perfekt, das die Geb&#228;ude und das Wasser in einem hellen Orange erstrahlen lie&#223;. </p>
<p>Nur wenige Schiffe bewegten sich auf dem Kanal, so dass man auch hier einen guten Standpunkt f&#252;r ein besonderes Venedigmotiv finden konnte. Ich musste nicht lange warten, bis sich mir die Situation bot, die ich mir erhofft hatte und so dr&#252;ckte ich ab und genoss w&#228;hrenddessen, wie die zauberhafte Lagunenstadt den Morgen begr&#252;&#223;te.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Canal-Grande-6-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Canal-Grande-6-Venedig-2012-500x500.jpg" alt="" title="Canal Grande 6, Venedig 2012" width="500" height="500" class="alignnone size-medium wp-image-34263" /></a></p>
<p>Alternativ zur Ponte di Rialto bot sich mir auch auf und sogar unter der Ponte dell&#8217;Accademia ein wundervoller Blick auf Santa Maria della Salute. Diesen Standort hob ich mir allerdings f&#252;r die Abend- und Nachtstunden auf und so konnte ich gerade abends im besonderen Licht Venedigs ohne Probleme Langzeitaufnahmen von 400 Sekunden und mehr machen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Santa-Maria-della-Salute-2-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Santa-Maria-della-Salute-2-Venedig-2012-500x500.jpg" alt="" title="Santa Maria della Salute 2, Venedig 2012" width="500" height="500" class="alignnone size-medium wp-image-34264" /></a></p>
<p>Im Laufe des Tages zwischen 10 und 16 Uhr bot sich mir die beste Zeit, die Stadt und ihr enges Labyrinth zu erkunden, um die Umgebung nicht nur durch die Linse der Kamera kennenzulernen und vor allem, um die Orientierung auch ohne Stadtplan zu behalten. So fand ich schnell heraus, welcher Ort sich am besten f&#252;r welchen Zeitraum zum Fotografieren anbot, um das beste Licht zu erwischen.</p>
<p>Auch des Nachts ist es unglaublich spannend, die Stadt zu portraitieren. Venedig zeigt sich erst dann von seiner ruhigen Seite. Fast kam es mir so vor, als w&#228;re sie in einen Dornr&#246;schenschlaf verfallen. Nur die Feuchtigkeit, die in der Stadt herrscht, zieht einem schnell in die Knochen, so dass es auf die richtige Kleidung ankam, die einem trotzdem f&#252;r eine gewisse Zeit warm halten sollte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Pecheria-Venedig-2012.jpg"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Pecheria-Venedig-2012-500x500.jpg" alt="" title="Pecheria, Venedig 2012" width="500" height="500" class="alignnone size-medium wp-image-34266" /></a></p>
<p>So berief ich mich w&#228;hrend des Aufenthalts in Venedig auf Manns „Tod in Venedig“ und wollte nichts anderes mehr als den Gegenstand, der mich entz&#252;ndete, ohne Unterlass zu verfolgen, um von ihm zu tr&#228;umen, wenn er abwesend war.</p>
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<p></p>
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		<title>Schall und Schnabel: Gemeinsames Arbeiten</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 07:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es mag ungew&#246;hnlich erscheinen, dass wir zusammen fotografieren. Gleichberechtigt und abgestimmt aufeinander. F&#252;r uns ist es v&#246;llig normal, uns die Menschen zu teilen, die wir uns zum Fotografieren einladen.<p></p>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-33793" title="horn und huhn" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/horn-und-huhn-120x120.jpg" alt="" width="120" height="120" />Dies ist ein Artikel von Eileen Huhn und Pierre Horn. Eileen macht gerade ihren Bachelor an der HTW in Kommunikationsdesign und Pierre ist Autodidakt und Lyriker. Gemeinsam arbeiten sie als Fotografen und Designer unter dem Namen <a href="http://www.schallundschnabel.de" target="_blank">Schall und Schnabel</a> bevorzugt in der Portrait- und Modefotografie.</div>
<p><strong>Es mag ungew&#246;hnlich erscheinen, dass wir zusammen fotografieren. Gleichberechtigt und abgestimmt aufeinander. F&#252;r uns ist es v&#246;llig normal, uns die Menschen zu teilen, die wir uns zum Fotografieren einladen.</strong></p>
<p>Zu zweit fotografieren wir mit Unterbrechungen seit etwa vier Jahren. Angefangen haben wir mit einer Reihe nat&#252;rlicher Aktaufnahmen. Wir haben Menschen auf immer demselben, wei&#223;bezogenen Bett, in derselben Lichtsituation &#252;ber ein Jahr verteilt fotografiert.</p>
<p>Eine Versuchsanordnung, bei der wir den Anspruch an uns hatten, innerhalb des strikt festgesetzten Rahmens einen neuen, einen anderen Blick auf das Immergleiche zu finden. Und auch, wenn wir uns mittlerweile in anderen fotografischen Bereichen bewegen, haben wir uns anhand dieser Serie fotografisch und in unserer gemeinsamen Arbeitsweise geschult und entwickelt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/2.jpg"><img title="2" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/2-500x491.jpg" alt="" width="500" height="491" /></a></p>
<p>Dabei versuchen wir es zu vermeiden, die Menschen, die wir fotografieren, ins Kreuzfeuer zweier Kameras zu nehmen. Aber es ist schon vorgekommen. Im Normalfall aber fotografiert immer nur einer von uns, w&#228;hrend der andere pausiert, assistiert und die Zeit nutzt, um eine neue Perspektive einzunehmen.</p>
<p>H&#228;ufig werden wir im Vorgespr&#228;ch oder nach einem Shooting gefragt, wie wir unsere Bilder auseinanderhalten k&#246;nnen; wie wir wissen k&#246;nnen, wer welches Bild gemacht hat. Gerade andere Fotografen k&#246;nnen sich nur schwer vorstellen, ihre Kamera weiterzugeben. Oder dass das Vertrauensverh&#228;ltnis zwischen abgelichteter Person und Fotograf durch einen weiteren Fotografen ver&#228;ndert, wenn nicht gest&#246;rt w&#252;rde.</p>
<p><span id="more-33775"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/das_weisse_bett.jpg"><img class="size-medium wp-image-34168 aligncenter" title="das_weisse_bett" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/das_weisse_bett-500x370.jpg" alt="" width="500" height="370" /></a></p>
<p>Nat&#252;rlich kommt es vor, dass der andere das Bild macht, das man selbst gern geschossen h&#228;tte. Sicherlich: Wir beeinflussen einander stark, k&#246;nnen aber dennoch auseinanderhalten, wer welches Bild gemacht hat, weil wir unterschiedlich mit dem jeweiligen Menschen interagieren und andere Bildausschnitte w&#228;hlen.</p>
<p>Zu zweit zu arbeiten, hei&#223;t nicht nur, im jeweils anderen den perfekten Assistenten zu haben, der genau wei&#223;, wo Reflektoren und Licht gesetzt werden m&#252;ssen, sondern gerade in der Retusche, Location- und Modellsuche einander zu unterst&#252;tzen, immer einen Zweitpr&#252;fer an der Hand zu haben. Und bei j&#252;ngeren, aufw&#228;ndigeren Produktionen ist Fotografieren ohnehin die Arbeit mit einem Ensemble an vertrauten Menschen, Visagisten, Assistenten, Stylisten und Designern.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/das_gestenregister.jpg"><img class="size-medium wp-image-34169 aligncenter" title="das_gestenregister" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/das_gestenregister-500x228.jpg" alt="" width="501" height="228" /></a></p>
<p>Am Anfang jeder Reihe, wenn wir uns in einen neuen Bereich vorwagen, probieren wir zun&#228;chst aus, sofern sich eine Idee nicht im Dialog entwickelt. Die meisten Bildideen entwickeln sich erst im Prozess, intuitiv und experimentell. So entstand im letzten Jahr eine freie Arbeit, an der uns pers&#246;nlich viel liegt. Wieder eine Versuchsanordnung unter gleichen Lichtbedingungen, im gleichen Raum, schwarzwei&#223;, analog, Bewegungsunsch&#228;rfen.</p>
<p>Herausgekommen ist eine fortlaufende Reihe von Bildern, die das Fig&#252;rliche fast verlassen, die einen Ausdruck suchen im Vagen, die t&#228;nzerisch sein k&#246;nnen, die den manchmal schmalen Grat zwischen Z&#228;rtlichkeit und Gewalt ausloten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/avr_fashion.jpg"><img class="size-medium wp-image-34170 aligncenter" title="avr_fashion" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/avr_fashion-500x228.jpg" alt="" width="500" height="227" /></a></p>
<p>Ohnehin, au&#223;er wir arbeiten im Bereich der Mode, in dem vieles vorab festgelegt und konzipiert ist, bleibt das Fotografieren zumeist f&#252;r uns eine Suchbewegung ohne allzu feste Vorstellung davon, wie ein Bild, ein Portrait sp&#228;ter auszusehen hat. Es entsteht in der Interaktion mit dem jeweiligen Menschen, ist auf den Zufall angewiesen, auf die Stimmung.</p>
<p>Wir wissen nicht genau, ob die letztliche Fotografie einen Wiedererkennungswert besitzt, auch wenn das unser einziger Anspruch w&#228;re. Und die unbedingte Abwechslung: Mal mehr Mode, mal mehr Portrait zu machen, frei zu arbeiten oder in Abstimmung.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/11.jpg"><img class="size-medium wp-image-34175 aligncenter" title="11" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/11-500x228.jpg" alt="" width="500" height="228" /></a></p>
<p>Und wir glauben, es braucht nicht viel, um einen Menschen zu fotografieren. Manchmal ist es ehrlicher, ohne gro&#223;en Aufwand oder eine komplexe Inszenierung &#8211; auch wenn uns das konzeptuelle Arbeiten immer mehr reizt.</p>
<p>Da gen&#252;gt es, mehrmals ein und denselbem Menschen zu fotografieren, um im gegenseitigen Vertrauen ein Portrait anzufertigen. Zu diesem einen Moment zu kommen, da Fotograf und Fotografierter offen sind, einerseits ge&#246;ffnet, sich zu zeigen, andererseits bereit, dem Gezeigten zu begegenen. Das kann l&#228;nger dauern und viele Gespr&#228;che erfordern, manchmal aber gelingt es sehr schnell und ohne einander vorher n&#228;her kennenzulernen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/elif.jpg"><img class="aligncenter" title="elif" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/elif-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Bei der freien Arbeit bleibt nat&#252;rlich mehr Zeit daf&#252;r. Geht es um Mode oder um ein Konzept, das umgesetzt werden soll, ist sich aufeinander einzulassen abh&#228;ngig von der Stimmung am Set, von den Vorbereitungen und Absprachen.</p>
<p>Manchmal muss man gegen sich arbeiten, gegen das, was man bereits gemacht hat und zu k&#246;nnen glaubt, um sich der jeweiligen Situation und dem jeweiligen Menschen zu &#252;berlassen. Die Kontrolle abzugeben, also zu vertrauen. Das Wichtigste in der Zusammenarbeit. Als fotografisches Wir.</p>
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<p></p>
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		<title>Twilight</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 06:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem, der aufgrund des Titels jetzt schon nicht mehr weiterliest, sei gesagt: „TWILIGHT“ hat nichts mit dem gleichnamigen Vampir-Roman gemeinsam. Es ist viel mehr eine digitale Hommage an die Analogfotografie. <p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-full wp-image-33726" title="" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Portrait.jpg" alt="" width="120" height="120" /><a href="http://www.franzgruenewald.de/" target="_blank">Franz Gr&#252;newald</a> ist 18 Jahre alt und momentan noch Gymnasiast in Plauen. Er besch&#228;ftigt sich seit 2007 mit der Fotografie. Angefangen mit ein paar Naturaufnahmen, faszinierte ihn schnell das Portraitieren von Menschen und das Geschichtenerz&#228;hlen mit freien Projekten. Mehr findet Ihr auf seinem <a href="http://franzgruenewald.tumblr.com/" target="_blank">Blog</a> und bei <a href="http://www.facebook.com/gruenewald.fotografie" target="_blank">Facebook</a>.</div>
<p><strong>Dem, der aufgrund des Titels jetzt schon nicht mehr weiterliest, sei gesagt: „TWILIGHT“ hat nichts mit dem gleichnamigen Vampir-Roman gemeinsam. Es ist viel mehr eine digitale Hommage an die Analogfotografie. </strong></p>
<p>Meine Serie „TWILIGHT“ ist im Fr&#252;hjahr 2012 entstanden. Ich war in einer tollen Stimmung, immerhin bereitete ich gerade meine erste Ausstellung vor. Doch es fehlte einfach noch etwas. Es waren nicht nur zu wenige Fotografien f&#252;r die Galerie, sondern es fehlte auch die Abwechslung.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/008.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-33723" title="© Franz Gr&#252;newald" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/008-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>In der Ausstellung waren Fotoserien zu sehen, die allesamt eine f&#252;r mich sehr typische Arbeitsweise beinhalteten: Ich fotografiere Menschen sehr oft in der Natur und nur ab und zu im Studio. Meine Ausstellung bot zwar beides, jedoch bemerkte ich etwas an meinen Fotografien, das mich zum Nachdenken anregte:</p>
<p>Mir ging es bei den Bildern fast ausschlie&#223;lich um die &#196;sthetik. Es war mir bis dato immer wichtig, dass sie als Ganzes f&#252;r mich „sch&#246;n“ sind. Wenn ich diese &#196;sthetik, die ich tats&#228;chlich nur auf meinen eigenen Geschmack abgestimmt hatte, erreichte, dann war ich schon gl&#252;cklich mit den Fotos. Doch das reichte mir nun pl&#246;tzlich nicht mehr.</p>
<p>Daher kam in mir der Drang auf, f&#252;r die neue Serie einen Stil zu entwickeln, der sich von meinen anderen Fotos abhebt. Etwas Neues, vielleicht nicht f&#252;r die Welt, aber f&#252;r mich.</p>
<p><span id="more-33708"></span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/004.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-33719" title="© Franz Gr&#252;newald" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/004-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Es sollten Portraits mit Charakter werden, keine Beauty-Ausleuchtung, stattdessen ein wenig d&#252;ster und geheimnisvoll. Ich wurde aber bald von l&#228;hmender Ideenlosigkeit erfasst, die Konzeption der Serie stagnierte. Voll konzentrieren konnte ich mich auf die Serie sowieso nicht, da waren noch die 12. Klasse und andere Verpflichtungen.</p>
<p>Ich bemerkte alsbald, wie bequem ich doch geworden war. Wenn ich von der Schule nach Hause kam, sa&#223; ich den Rest des Tages am Computer, tarnte mein stundenlanges Rumgeklicke durch Blogs und soziale Netzwerke vor mir selbst als „Inspiration“. Ich musste mir eingestehen, dass ich das Gegenteil davon tat, was man eine aktive Freizeitgestaltung nennt. Und ich war damit nicht allein. Viele andere Jugendliche sind „daueronline“. Diese Erkenntnis gab mir nicht nur neue Motivation f&#252;r „TWILIGHT“, sondern auch eine Bildidee:</p>
<p><em>Ich befreie uns Menschen vom Sessel der Gewohnheit, drapiere uns in die Natur, in Vergn&#252;gungsparks, auf die Stra&#223;e oder in die Berge. Ich m&#246;chte, dass wir wieder mehr am Leben teilnehmen und mit unserer Umwelt verschmelzen. </em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/005.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-33721" title="© Franz Gr&#252;newald" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/005-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Diese Verschmelzung h&#228;tte ich visuell nicht erreicht, wenn ich die Menschen einfach in der Natur fotografiert h&#228;tte. Ich wusste, dass ich das nur mit Bildbearbeitung realisieren k&#246;nnte. Mir kam sofort die Erinnerung an die analogen Doppelbelichtungen, deren Wirkung mich sehr fasziniert. Doch ich wollte technisch gesehen den Versuch anstellen, die analogen Doppelbelichtungen ins Digitale zu &#252;bernehmen und nachzuempfinden.</p>
<p>Es ist vermutlich nicht ganz einfach zu verstehen, warum ich dies alles digital realisieren wollte, gewinnt doch die Analogfotografie heutzutage stetig mehr Wertsch&#228;tzung und Beliebtheit. F&#252;r mich aber sollte es einfach ein Experiment werden: Kann ich diese besondere Ausdruckskraft der Doppelbelichtung auch in der Digitalfotografie, die durch ihre Kontrollierbarkeit und Berechenbarkeit wesentlich „k&#252;hler“ ist, umsetzen?</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/001.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-33718" title="© Franz Gr&#252;newald" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/001-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Das Projekt war an dieser Stelle der &#220;berlegungen bereit f&#252;r die Umsetzung. Die portraitierten Menschen sind Freunde, Bekannte und Fremde, die ich einzeln in mein kleines „Studio“ einlud. Es war also eine gemischte Gruppe an Menschen und fast alle waren zum ersten Mal bei einem fotografischen Projekt dabei. Die Kommunikation mit vorher fremden Menschen war erstaunlich einfach. Man vertraute mir, da ich die Idee meiner Serie jedem Einzelnen erkl&#228;rte, um Unsicherheiten oder gar &#196;ngste der Modelle zu verhindern.</p>
<p>Der technische Aspekt hinter der Serie hatte nat&#252;rlich auch einen Stellenwert, obgleich sich der Aufwand in machbaren Grenzen hielt. Das Licht-Setup war denkbar einfach. Ich nutzte nur einen Beauty Dish von rechts oben, um eine sch&#246;ne Schattenbildung in den Gesichtern zu erreichen.</p>
<p>Anweisungen an die Modelle setzte ich sehr sp&#228;rlich ein, ich bat lediglich um einen neutralen, nat&#252;rlichen Blick. Gleich vor Ort zeigte ich die geschossenen Fotos den Modellen. So konnten sie ihren Ausdruck besser einsch&#228;tzen und kontrollieren. Die Fotoshootings waren daher sehr unkompliziert und entspannt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/012.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-33725" title="© Franz Gr&#252;newald" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/012-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Einige der Hintergrundmotive sind bereits aus vergangenen Jahren, andere fotografierte ich f&#252;r das Projekt neu. Mit den Rohdaten zufrieden, begann ich mit der Postproduktion. Diese stellte sich als weniger aufw&#228;ndig als vermutet heraus. Im Wesentlichen besteht die &#220;berblendung der Einzelfotos aus wenigen Photoshop-Ebenenmodi: Hier ein wenig „Multiplizieren“, dort etwas „Negativ multiplizieren“. Abschlie&#223;end kam noch eine Gradationskurve zur Anhebung der Kontraste ins Spiel und die Bilder waren fertig f&#252;r die Galerie.</p>
<p>Doch warum nun „TWILIGHT“? Ich dachte bei der Wahl des Titels an das Zwielicht zwischen Person und Hintergrund. Nat&#252;rlich k&#246;nnte die Serie auch „Zwielicht“ hei&#223;en, aber ein wenig Provokation im Titel schadet meiner Meinung nach nicht. Es gab sogar Menschen, die extra des Titels wegen und mit freudiger Erwartung auf eine k&#252;nstlerische Auseinandersetzung mit dem Vampir-Motiv zu meiner Ausstellungser&#246;ffnung kamen und dann sichtlich verwirrt waren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/007.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-33722" title="© Franz Gr&#252;newald" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/007-500x332.jpg" alt="" width="500" height="332" /></a></p>
<p>Aus dem vordergr&#252;ndigen Zweck, die Ausstellung zu f&#252;llen, wurde also eine Serie, die mir nun sehr wichtig ist und am Herzen liegt. Immerhin hab ich mich von meinen eigenen Fesseln gel&#246;st und etwas anderes ausprobiert. Einmal die eigenen, gewohnten Gestaltungsweisen hinter sich zu lassen, das ist, denke ich, generell ein guter Ansatz f&#252;r uns Fotografen, wenn wir wieder einmal unzufrieden mit der eigenen Arbeit sind.</p>
<p>Nat&#252;rlich muss man sich in beruflicher Hinsicht sp&#228;ter schon spezialisieren und bestenfalls auch einen eigenen Stil entwickeln, aber ich habe noch lang nicht das Gef&#252;hl, alles ausprobiert zu haben. Es gibt f&#252;r mich noch viele Dinge zu entdecken und daf&#252;r war diese Serie ein wunderbarer Ansto&#223;.</p>
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<p></p>
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		<title>Vom (sich) Wiederfinden</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 06:35:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Holger Lückerath</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Kreativloch]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitbelichtung]]></category>
		<category><![CDATA[motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstfindung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstportrait]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
		<category><![CDATA[Wetter]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit einer gef&#252;hlten Ewigkeit gelingen mir keine Fotos mehr oder viel mehr befriedigen sie nicht mehr so schnell meine Anspr&#252;che, wie sie es fr&#252;her einmal getan haben. Meine Arbeit erdr&#252;ckt meine Kreativit&#228;t und die Lust, &#252;berhaupt mit der Kamera hinaus zu gehen. Gestern war alles anders: Ein Tag, der nur alle vier Jahre einmal vorkommt - der 29. Februar - und ich dachte mir: „Versuch, ein Foto zu machen, das diesem angemessen ist.“<p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img class="alignleft size-full wp-image-33315" title="b_fischer" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/b_fischer.jpg" alt="" width="120" height="120" />Dies ist ein Artikel von Birgit Fischer. Sie lebt in D&#252;ren, ist Autodidaktin und fotografiert digital. Ihr Schwerpunkt sind Landschaften in besonderem Licht und dort findet sie auch ihre Inspiration. Sie betreibt auch einen eigenen <a href="http://www.lichtbildnerin.de/">Fotoblog</a>.</div>
<p><strong>Seit einer gef&#252;hlten Ewigkeit gelingen mir keine Fotos mehr oder viel mehr befriedigen sie nicht mehr so schnell meine Anspr&#252;che, wie sie es fr&#252;her einmal getan haben. Meine Arbeit erdr&#252;ckt meine Kreativit&#228;t und die Lust, &#252;berhaupt mit der Kamera hinaus zu gehen. Gestern war alles anders; ein Tag, der nur alle vier Jahre einmal vorkommt &#8211; der 29. Februar &#8211; und ich dachte mir: „Versuch, ein Foto zu machen, das diesem angemessen ist.“</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/IMG_2164-smal.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-32836" title="IMG_2164 smal" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/IMG_2164-smal-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Kurzentschlossen machte ich einfach mein B&#252;ro zu und fuhr trotz elendem, grauen Mistwetter in das Hohe Venn, ein Hochmoor an der Deutsch-Belgischen Grenze. Einfach mal raus und mal sehen, was noch so geht. Das Moor selbst war wie das Wetter: fad. Aber als ich so durch die Gegend fuhr, kam pl&#246;tzlich Nebel auf und ich bin sofort in einen nahegelegenen Wald gefahren, der unglaublich einladend und schrecklich zugleich aussah. Ich wusste, ich bekam hier etwas Besonderes geboten und musste nur zugreifen.</p>
<p><span id="more-32834"></span></p>
<p>Dann kam mir pl&#246;tzlich die Idee. Ich wollte mich dort einbauen, in die gespenstische Szenerie. Das Stativ war fix, eine Zeit von vier Sekunden gew&#228;hlt und ich lief derweil schnell vor die Linse und blieb etwa anderthalb Sekunden stehen, ehe ich weiterlief. Ich brauchte nur drei Anl&#228;ufe und mit einem Mal hatte ich es. Mein Gesicht genau an der richtigen Stelle. Ihr kennt bestimmt dieses Gl&#252;cksgef&#252;hl, wenn man sicher ist – <em>das</em> ist mein Foto f&#252;r heute!</p>
<p>Dies alles erz&#228;hle ich Euch nur, um zu verdeutlichen, warum ich in dem Moment, als ich mein Stativ tief im Nebelwald aufbaute, ein breites Grinsen auf dem Gesicht hatte und &#252;beraus gl&#252;cklich war, dort zu sein. Denn v&#246;llig allein, mitten in einem nebligen Wald hatte ich „mich“ endlich wiedergefunden.</p>
<p>Generell kann ich jedem bei einer Foto- oder Kreativkrise nur raten: „Schnapp Dir die Kamera und geh raus, gerade auch bei fiesem Wetter“. Man ist dann meist auch allein und ungest&#246;rter unterwegs. Aber: Lass die Erwartungshaltung daheim, sonst bist Du nachher nur noch frustrierter als vorher. Und tu es immer wieder, geh an fremde Orte, probier neue Sachen, spinn ein wenig herum – wie ich gestern.</p>
<p style="text-align: center;">~</p>
<p>Zur Bearbeitung: Zuhause am PC war kaum Nachbearbeitung n&#246;tig. Die Zahlen auf den Baumst&#228;mmen bleiben, ich finde die gut, wo sie sind. Ein wenig habe ich an den Gradiationskurven herumgespielt, mit jedem Farbkanal einzeln, bis es mir gefiel. Ein wenig die S&#228;ttigung verringert und der Stimmung angemessen, bekam das Ganze noch eine leichte Vignettierung. Fertig war mein Selbstportrait.</p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F04%2F21%2Fvom-sich-wiederfinden%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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		<title>Der Teutoburger</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 06:01:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[feature]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Flora & Fauna]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelformat]]></category>
		<category><![CDATA[natur]]></category>
		<category><![CDATA[Nebel]]></category>
		<category><![CDATA[ruhe]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzweiß]]></category>
		<category><![CDATA[Teutoburger Wald]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ein Stadtkind, in Berlin geboren und von der Stadt gepr&#228;gt, daher dokumentieren die meisten meiner Fotos urbane R&#228;ume und das Leben auf den Stra&#223;en. Doch gerade die st&#228;ndige Ger&#228;uschkulisse und der Trubel lassen mich immer wieder nach einem Gegensatz suchen. Was liegt da n&#228;her als der 'einsame' Wald?<p></p>
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="info"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/portrait1-120x120.jpg" alt="" width="120" height="120" class="alignleft size-thumbnail wp-image-32819" />Dies ist ein Artikel von Frank Machalowski. Er ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und hat sich letztes Jahr selbst&#228;ndig gemacht. Hauptschwerpunkt seiner fotografischen Arbeit ist die Stadt. Seine Fotos k&#246;nnen unter <a href="http://www.framafo.de" target="_blank">framafo.de</a> besichtigt werden. Aktuelle Bilder findet Ihr bei <a href="http://www.flickr.com/photos/frama2/" target="_blank">Flickr</a> oder im <a href="http://www.framafo.de/blog/blog.html" target="_blank">Blog</a>.</div>
<p><strong>Ich bin ein Stadtkind, in Berlin geboren und von der Stadt gepr&#228;gt, daher dokumentieren die meisten meiner Fotos urbane R&#228;ume und das Leben auf den Stra&#223;en. Doch gerade die st&#228;ndige Ger&#228;uschkulisse und der Trubel lassen mich immer wieder nach einem Gegensatz suchen. Was liegt da n&#228;her als der &#8216;einsame&#8217; Wald?</strong></p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32621" title="7" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/71-500x505.jpg" alt="" width="500" height="505" /></p>
<p>Ich bin gern im Wald, diese fast perfekte Stille im Winter oder das quirlige Zwitschern der V&#246;gel in Fr&#252;hling und Sommer bringen die menschliche Psyche zur Ruhe. Welch Gl&#252;ck, dass es mir meine Lebensumst&#228;nde erlauben, des &#214;fteren im Teutoburger Wald zu sein.</p>
<p>Jeder, der schon einmal in diesen Genuss kam, kann besonders nachvollziehen, wie beeindruckend diese Umgebung ist. Die Geschichte, die Flora, die Fauna und seine Mittelgebirgslage machen einen einzigartigen Ort daraus. Der perfekte Platz, um abzuschalten.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32622" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/15-500x504.jpg" alt="" width="500" height="504" /></p>
<p>Das Fotografieren im Wald ist, wenn man nicht gerade Nahaufnahmen von Pilzen machen will, eine diffizile Aufgabe. Fotomotive sind rar ges&#228;t, das passende Licht beinahe Gl&#252;ckssache.</p>
<p><span id="more-32620"></span></p>
<p>Wettervorhersagen sind zwar eine sch&#246;ne Sache und wie bei vielen anderen Fotoprojekten wichtig, aber &#246;rtlich genaue Nebelvorhersagen gibt es nun mal nicht und prognostizierter Sonnenschein bedeutet noch lange nicht, dass im Wald das perfekte Fotolicht existiert. Bleibt also wie so oft der gl&#252;ckliche Zufall als treuer Begleiter des Fotografen.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32623" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/8-500x499.jpg" alt="" width="500" height="499" /></p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32624" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/32-500x503.jpg" alt="" width="500" height="503" /></p>
<p>Bei vielen meiner Fototouren durch den Wald bin ich bei einer Wetterlage losgefahren, bei dem nur wenige Naturfotografen vor die T&#252;r treten w&#252;rden: Dunstig (nicht neblig), mit Nieselregen, grauer Wolkendecke oder &#228;hnlichem.</p>
<p>Aber oftmals war es dann im Teutoburger Wald (wohl auch seiner Mittelgebirgslage geschuldet) anders als vor der Haust&#252;r.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32625" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/102-500x497.jpg" alt="" width="500" height="497" /></p>
<p>Die Fotos der Serie entstanden &#252;ber einen Zeitraum von sechs Jahren. Viele meiner fotografischen Streifz&#252;ge durch den Teutoburger Wald endeten ohne jegliche Ergebnisse, aber auch diese Zeit kann man sinnvoll nutzen und sich die fotogenen Orte des Waldes einpr&#228;gen.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32626" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/19-500x504.jpg" alt="" width="500" height="504" /></p>
<p>Das Gl&#252;ck eines nebligen Tages hatte ich in den Jahren nur zweimal. Gut, wenn man dann wei&#223;, wo die Stellen sind, an dem der Nebel seine fotografische Wirkung am besten zur Geltung bringt.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32627" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/51-500x504.jpg" alt="" width="500" height="504" /></p>
<p>Am liebsten fotografiere ich im Wald, wie auch in der Stadt, mit Schwarzwei&#223;-Filmen, die ich selbst entwickle und drucke. Je nach Licht und Wetterlage kommt dann eine unterschiedliche Ausr&#252;stung zum Einsatz: Stativ, Drahtausl&#246;ser, Filme mit verschiedener Empfindlichkeit und diverse Filter.</p>
<p>Um einen Ort fotografisch zu erfassen, mache ich ein paar Aufnahmen mit einer Kleinbildkamera und sichte die Ergebnisse. F&#252;r die eigentlichen Fototouren benutze ich eine meiner Mittelformatkameras. Hier kommt die Tiefensch&#228;rfe, die im Wald meines Erachtens besonders wichtig ist, gut zur Geltung.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-32628" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/21-500x504.jpg" alt="" width="500" height="504" /></p>
<p><em>Die Serie „Der Teutoburger“ wird auf jeden Fall fortgef&#252;hrt. Wenn man bedenkt, wie gro&#223; das Gebiet dieses Waldes ist und wie klein mein fotografischer Exkurs im Gegensatz dazu war, gibt es ausreichend Stoff f&#252;r eine lange, sehr lange Serie.</em></p>
<p><iframe style="overflow: hidden; width: 450px; height: 35px;" src="//www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fkwerfeldein.de%2Findex.php%2F2012%2F04%2F19%2Fder-teutoburger%2F&amp;send=false&amp;layout=standard&amp;width=450&amp;show_faces=false&amp;action=like&amp;colorscheme=light&amp;font&amp;height=35" frameborder="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p></p>
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