
Auf dieser Seite geht es darum, Einsteiger (und ein paar Fortgeschrittene) fotografisch weiterzubringen. Ich versuche Dinge, die mir geholfen, mich inspiriert oder einfach ein Stückchen weitergebracht haben auszuformulieren, in der Hoffnung, dass jemand anderes vielleicht etwas davon mitnehmen kann.
Da geht es um meine Stärken, das, was ich gut kann. Doch es gibt auch eine andere Seite Martin Gommels, die nämlich im Umgang mit der Kamera ganz und gar nicht stark ist, sondern offensichtlich Fehler hat. Macken. Unebenheiten. Auf gut’ Deutsch: Schwächen.
Um die wird es heute gehen. Oder besser gesagt: Mal um eine.
Um es mit Durs Grünbein zu sagen: “Die Schwächen sind, mit einer gewissen Leidenschaft und Sympathie betrachtet, sein wahrer Reichtum. Sie sind das Kapitel des Künstlers.”
Natürlich habe ich auch bei der Formulierung meiner Schwächen die Hoffnung, das sich vielleicht jemand anderes damit identifizieren kann. Nicht, dass sie oder er etwas “davon mitnehmen kann”. Nein, dass ein Leser sich nicht mehr allein fühlt mit den Problemzonen.
Und ich bin mir bewusst, dass das Beschreiben der Schattenseiten ganz und gar nicht in unser westliches Bild eines starken Vorbildes, eines heroisch und stoisch kämpfenden Künstlers, der sich von Auftrag zu Auftrag, von Erfolg zu Erfolg und von Feature zu Feature schwingt, passt.
Wir sehen lieber einen lächelnd glänzenden Erfolgsstar, der alles weiß, alles kann und vor allem nicht im Geringsten mit sich selbst zu kämpfen hat. Und wenn, dann nur mal so nebenbei erwähnt, um dann wieder feucht-fröhlich dem nächsten Erfolg entgegenzusehen. Eher belächelt er sarkastisch-triumphierend die Schwächen der anderen.
Doch das entspricht viel eher einem Wunschdenken, das der Realität nicht im Geringsten nahekommt. Zumindest bei mir. Das ist so nicht.
Früher regelmässig, heute nur sporadisch werde ich hier und da Zeilen niederschreiben, in denen nichts beschönigt, sondern schonungslos direkt und ehrlich das notiert wird, was explizit nicht gut ist.
In der Hoffnung, dass durch das Niederschreiben manche Dinge klarer werden und kwerfeldein.de an Tiefe gewinnt. Und dass sich jemand, der ähnliches von sich kennt, verstanden fühlt.
Kommt es an?
Es ist eigentlich jedes Mal das gleiche Spiel: Schon beim Bearbeiten eines meiner Fotos stelle ich mir die Frage, ob es die Leute mögen werden. Ob sie es gut finden, was ich da fotografiert habe.
Oder – das wäre das Schlimmste – vielleicht ignorieren sie mein Foto sogar, weil es gänzlich langweilig aussieht. Fad und ohne Würze. Kalt und ohne Aussage. Eins wie alle anderen.
Dann zeige ich mein Foto. Lade es ins Netz. Schreibe Titel, Tags und Bildnotizen dazu und setze es wie ein kleines, selbstgebasteltes Schiffchen auf den Ozean des World Wide Webs. Und warte, was zurückkommt. Ob jemand antwortet.
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