Vacillica ist 18 Jahre alt und Schülerin aus Bamberg. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Selbstportrait-Fotografie, die sie mit ihrem Interesse für Philosophie und analytische Psychologie verbindet. Ihre fotografischen Werke sind auf tumblr und auf deviantArt zu sehen.Eine Kritik an die „patriarchale“ Erotik in der Kunst und der Wunsch, die Sexualität in der Kunst aus der Frauenperspektive zu betrachten.
Ich wette, Du hast eine Menge solcher Fotos gesehen. Wenn nicht, bitte ich dich, zum Beispiel auf deviantArt zu gehen, links in der Navigation über die Kategorie „Photography“ und „People & Portraits“ die Unterkategorie „Artistic Nude“ auszuwählen und Dir die besten Aufnahmen anzuschauen. Direkt erscheint auf dem Monitor eine Reihe von Fotos von schönen Frauen.
Sie sind perfekt: Ihr Körper ist gepflegt und proportional, erfüllt von Sinnlichkeit, umgeben von empfindlichem Licht und tiefen Schatten. Manchmal sieht man nur bestimmte Teile des weiblichen Körpers: Rundliche Brust, volle und leicht geöffnete Lippen, apfelförmiger Popo. So etwas findet man nicht nur auf Pornoseiten, die das Ziel verfolgen, den meist männlichen Zuschauer sexuell zu erregen. Die ganze Erotik scheint von der weiblichen, sexuellen Schönheit geprägt zu sein.
Ist Dir aufgefallen, dass ich oben bloß vom dargestellten Körper gesprochen habe? Nicht unbewusst. Und nicht zu Unrecht. Man sieht tatsächlich nur einen Leib. Einen Leib, den, ich zweifle nicht, jeder Mann vor sich zu sehen wünscht nach einem anstrengenden Arbeitstag. Egal, ob der Leib wie in zahlreichen Pornos misshandelt oder mit Würde dargestellt wird – die Tatsache bleibt dieselbe: Es ist nur ein Leib. Und somit ein Gegenstand, ein Objekt.
Wenn diesem Objekt ein Ausdruck, eine „Seele“ gegeben wird, so stammt sie, die Seele, vom Fotografen, der vor dem Shooting ein Konzept im Kopf hat und dieses durch das Model realisiert. Die Frau in der Erotikwelt ist ein sexueller Traum des Mannes und nicht ihr eigener. Wie der Kunstkritiker John Berger in seinem Buch schreibt: “Men look at women. Women watch themselves being looked at”.
Dies lässt sich besonders gut an folgendem Bespiel veranschaulichen: 2007 dreht die schwedische Pornodarstellerin Mia Engberg ein dreiminütiges Video, in dem man Frauen verschiedenen Alters und Aussehens beim Masturbieren zusehen kann. Was das Video von typischen pornografischen Inhalten unterscheidet, ist die Tatsache, dass die Frauen in diesem kurzen Film gar keine Schauspielerinnen sind und folglich offen und natürlich, also nicht gespielt, mit ihrem Orgasmus umgehen.
Zu meiner eigenen Verwunderung stieß das Video auf eine unerwartete Reaktion, besonders von der Männerseite: Man fand die Gesichter der Frauen während des Orgasmus entstellt und hässlich, im totalen Widerspruch stehend zur gewohnten, eigentlich künstlichen Darstellung von beinahe „göttlichen“ Wesen mit der dementsprechenden Mimik.
Es ist keine moderne Erscheinung in unserer Gesellschaft; das hat es immer gegeben in der patriarchisch ausgerichteten Kultur: Dass die Kunst und besonders ihre erotische, sexuelle Seite vom männlichen Geist dominiert wird. Versteh mich bitte nicht falsch, ich würde nie den Männern die Freiheit rauben, ihre eigenen Fantasien und Wünsche künstlerisch umzusetzen.
Doch ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es an der Zeit ist, endlich auch einmal die Frau die berühmte Frage von Freud beantworten zu lassen: „Was will eine Frau?“. Wovon sie nachts, bevor sie einschläft, träumt. Wie sie sich selbst in ihrer Sexualität betrachtet und was für einen Partner sie sich an ihrer Seite wünscht.
Bereits in den 70er Jahren mit dem Aufschwung der feministischen Art fängt man allmählich an, dieser Seite der Kunst mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Berühmte Fotografinnen wie Ellen von Unwerth und Bettina Rheims leisten auch einen immensen Beitrag zur Erotik aus weiblicher Perspektive.
Obwohl ihre Werke bedeutsam sind, stellen sie trotzdem eine Ausnahme in der Welt der „Nacktfotos“ dar. Deshalb verfolge ich, größtenteils ein Selbstportrait-Fotograf, mit meiner Fotografie unter anderem das Ziel, die weibliche Sexualität zu entfalten und letzten Endes in meinen Aufnahmen ein Subjekt und nicht nur ein Objekt zu sein.
Deshalb bin ich es gewohnt, meine Kunst als eine Art eigene Psychoanalyse zu betrachten. Das ist auch der Grund, warum ich mich im Regelfall für Selbstportraits entscheide: Denn wer kennt mein inneres Ich mit all seinen Komplikationen, Geheimnissen und Träumen besser als ich selbst?
Somit dient mir die Fotografie als ein Tagebuch. Darin schreibe ich über die Dinge, die ich in der Realität noch nicht gewagt habe, die mich aber auf eine obskure Art und Weise anziehen. Die Aufnahmen stellen mich nicht bloß – oft sind die fotografischen Ergebnisse genauso rätselhaft und doppelsinnig wie ich sie in meiner Psyche empfinde. Die Kunst ist zunächst ein Versuch, die Inhalte zu veranschaulichen. Eine Erklärung oder eine Lösung ist bereits vorhanden – sie verbirgt sich alleine in Fotos.
Ich pflege zu wiederholen, dass meine Kamera nicht ein Mann ist, vor dem ich mich ausziehe, mit dem ich flirte, den ich verführe. Meine Kamera ist ein Spiegel. Was ich damit meine, wird jeder Shopaholic verstehen: Nachdem man in Dutzenden Läden einen Haufen Kleidung gekauft hat und nach Hause zurückgekehrt ist, will man als Erstes die Neuanschaffungen in aller Ruhe ausprobieren, in eine Rolle schlüpfen und diese genießen. Sei es, dass man sich mit einem teuren Abendkleid in die Salonlöwin verwandelt oder in einer bunten Sommertunika die romantische und leichtsinnige Mademoiselle spielt.
Auf diese Weise entnimmt man der Psyche eine von vielen kleinen Persönlichkeiten und setzte sie wie eine Maske auf das Gesicht: Man lebt sein Alter Ego aus. Genauso funktioniert es mit der Sexualität, die für mich eine eigene Plattform darstellt, auf der ich verschiedene Seiten meiner inneren Welt zum Ausdruck bringen kann.
Und der Spiegel hilft mir dabei, die Experimente von der Seite zu beobachten und die erzielten Ergebnisse leichter zu analysieren. Denn nicht selten lasse ich während des Shootings meiner Fantasie und Intuition freien Lauf, ohne zu ahnen, was dabei herauskommt.













das ist ausgezeichnet und der tumblr link zeigt eine sicht die mich tief beeindruckt. danke dafür.
den begriff “pornodarstellerin” empfinde ich als unglücklich für eine herstellerin erotischer filme, auch, wenn sie selbst darin zu sehen wäre. das wort wird sonst für arbeitnehmerinnen in einer industrie verwendet.
als pendent zu “come together” fällt mir spontan http://www.beautifulagony.com ein. wer die gesichter hier als hässlich empfindet, mit dem würd ich eigentlich gar nicht weiter über solche themen reden wollen.
Ach wie erfrischend,
eine junge Kollegin nimmt sich dieses Themas an, Gratulation, ich dachte es wäre in den Weiten von “uns-geht-es-doch-gut” schon lange untergegangen.
Ich bin eine Frau, werde in diesem Jahr 62 und ich bin Fotografin und das Thema Frau im Bild oder/und in den Medien hat mich immer interessiert und ich habe versucht dem Objekt Frau ein Subjekt Frau entgegenzustellen, also das Thema war vielschichtig in meinen freien Arbeiten vertreten.
Da das Bild der Frau in den Medien direkten Einfluss auf das “Bild” der Frau in unserer Gesellschaft hat ist das ein hochbrisantes Thema.
Als Fotografin habe ich aktiv über die Frauenbewegung berichtet und sehe heute die kleinen Erfolge die das Handeln der Frauen gebracht hat, doch in mein Portraitstudio kommen auch Frauen, die sich ausziehen damit ich Fotos für ihren Partner mache und dabei fangen sie an zu Posen in einer Weise, in der sie denken, das es sein müsste. Ich stoppe sie, weil ich das nicht fotografieren will, mich interessieren die verschiedenen Facetten einer Frau viel mehr, und natürlich lade ich ein sich zu ” verkleiden”.
Nach einem Shooting das bei mir in der Regel 2 Stunden dauert, sagen die Frauen sehr oft ” war garnicht schlimm” und ich frage mich dann immer was sie erwartet haben? Daraus folgere ich das die Frauen sehenden Auges sich in eine Situation begeben in der sie fürchten verletzt zu werden, was bei mir natürlich nicht erfolgt. Es scheint ihnen wichtiger solche Fotos für Ihren Partner anfertigen zulassen, als ihre eigene Unversertheit?
Kann das sein?
Es gab in den 70 oder 80 Jahren des letzten Jhr. im Fernsehen den Versuch, ich glaube es war in den Dritten, erotische Filme für Frauen zu produzieren, das fand ich hochinteressant, weil es da genau um das Subjekt Frau ging.
Doch in dieser hochsexualisierten Gesellschaft heutiger Zeit, dieser Tatsache können wir uns auch fast nicht mehr mit den Soziologieklassikern nähern, scheint es unmöglich zu sein den Frauen klar zu machen das, auch wenn sie in einer Partnerschaft sind, sie ihr Subjektsein leben müssen.
Frauen messen ihren Wert an ihrer vermeintlich Attraktivität die sie für ihren Partner haben und sind immer noch nicht in der Lage ein eigenes Wertesystem zu etablieren das unanbhängig davon ist.
In meinem Studio portraitiere ich auch Schangere als sinnliche Frau, doch ich werde immer mit dem Wunsch konfrontiert bestimmte Stellen ihres Körpers, ob nun schwanger oder nicht, nicht zu zeigen, kleine Rollen gelten als unschön oder ein Bauchansatz, ich bin dann immer entsetzt, trage diesem Wunsch aber Rechnung, was auch sonst, es ist nicht meine Aufgabe den Frauen schlechte Gefühle zu machen.
Doch schon lange habe ich die Idee im Kopf zusammen mit Frauen Bilder zu entwickeln die sinnlich und erotisch sind und zwar von der eigentlichen Wortbedeutung her, leider fehlt mir im Moment dazu die Zeit.
Selbstporträts sind ein Ansatz sich diesem Thema zu nähern, es gibt ja auch Vorbilder, die es uns vorgemacht haben.
Ich freue mich auf die Diskussion dieses Themas.
Beate Knappe
Ein sehr nachdenklich stimmender Artikel. Die Idee, dass eine Frau Nacktheit und Sexualität darstellt wie eine Frau sie empfindet ist nicht neu aber wunderbar. Du bringst dies in Deinem Beitrag in Einklang mit der Toleranz gegenüber der präferierten Darstellungsform von weiblicher Nacktheit und Sexulität durch und für Männer (wobei diese sicher nicht so pauschal und uniform daher kommt wie sie hier dargestellt zu sein scheint).
Eine kritische Frage bleibt: Wenn die Kamera Dein Spiegel und die Ergebnisse Dein Tagebuch, also sehr persönlioche Dinge, sind, wieso stellst Du sie öffentlich im Internet aus?
weil es nicht bloß ein tagebuch ist, das ich schreibe. ich versuche kunst zu machen; und kunst per se erfordert zuschauer
Ja, aber dennoch finde ich die Frage gut gestellt. Dass die Kunst Zuschauer erfordert ist logisch. Dass man als Künstler sensibel sein muss, um gewisse Dinge zu projizieren und zu produzieren ist klar, dennoch sein Innerstes nach Aussen zu kehren, Dein Tagebuch, Dein Spiegel wie Du sagst, wo ja dies doch auch etwas ist, dass man meistens nur mit sich selbst teilt oder engen Vertrauten und Freunden, ist eine interessante Frage.
(Ganz wertungsfrei betrachtet) Denn die Bilder wie auch das Thema finde ich sehr gelungen und interessant.
Man kann Kunst nicht “machen” wollen. alleine schon der Versuch führt auf den falschen Weg so wie Deine Bilder das Gegenteil von dem in mir auslösen, was Du eigentlich laut Text mit ihnen sagen willst.
Einer der besten Artikel, die je auf diesem Blog erschienen sind!
Glückwunsch an die Autorin. Eine wunderbare Auseinandersetzung mit dem Kommunikationsmedium Bild in der Gesellschaft. Besonders, da es sich … als ganz eigener Punkt … auch noch um Selbstreflexion in mehrfacher Hinsicht handelt.
Nun mag es fast nebensächlich erscheinen, dass auch die Bilder wundervoll sind.
Allerdings glaube ich, dass dem heutigen Bildstil eine geschlechtsspezifische Verflachung eingetreten ist. Man könnte auch sagen, dass die Fotografie technisierter wird und weniger einer perspektivischen Geschlechts-, Bildungs- oder Alterssicht folgt.
Ich wünsche mir, aus diesem Artikel würde eine rege Diskussion und Bewusstmachung des Themas folgen. Aber da wünsche ich mir wohl zuviel. Trotzdem vielen Dank für diesen Beitrag.
wow!
Vielen Dank für diesen schönen Artikel, es sollte viel mehr solcher Fotos geben, wenn ich Studioaufnahmen von anderen Fotografen sehe, bei denen die Frauen sich halbnackt und in unerotischen Posen fotografieren lassen und diese Frauen dann nach bis aufs übelste bearbeitet werden, dann lobe ich mir doch diese Art der Fotografie.
Schöner Artikel und sehr guter Ansatz, dessen Entwicklung ich gerne weiterhin verfolgen möchte. Ich empfinde es ebenso als schade, dass in der Ästhetik der Erotik (nicht Porno) das patriachale Konstrukt vorherrschend ist.
Selbst das Geschlecht der Frau, die sogenannte Weiblichkeit, wie sie durch unseren Alltag bestimmt ist, ist ja noch immer auch nur eine Konstruktion der männlichen Identität. Durch die Abgrenzung zur Frau konnte sich die Männlichkeit konstituieren – als es danach aussah, dass sich dies ändern könnte, hat Rousseau der Frau an ihren Platz im Hause verwiesen. Seitdem ging es in der bürgerlichen Wahrnehmung des Genders bergab. Selbst die Romantiker vermochten es nicht, dies aufzubrechen, obwohl sie es sich auf die Fahnen schrieben. Viele haben sogar Gedichte ihrer Frauen (die ebenfalls tolle Künstlerinnen waren) unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht. Interessant, dass Du dabei Freud erwähnst, der ja der Frau ein fehlerhaftes Geschlecht zuwies.
Glücklicherweise löst sich diese Konstruktion seit Virginia Woolf – immer auch verbunden mit einer notwendigen Veränderung des männlichen Denkens – nach und nach, langsam aber stetig auf. Gerade in der Kunst (nach Beuys ohnehin die einzige revolutionäre Kraft) macht sich das ja auch stark bemerkbar. Ich hoffe, dass es irgendwann nicht mehr wichtig ist, über so etwas nachzudenken und zu unterscheiden.
In diesem Sinne, danke für den Beitrag, fernab von Quoten. Außerdem mag ich deinen Stil. :)
Wer Tippfehler findet, darf sie natürlich behalten. Heute ist Spendierhosentag.
Danke für diesen Denkstoff!
Die vielen konstruktiven Kommentare machen den Artikel sogar noch wesentlich besser! Das ist Web 2.0!
Hm, zu diesem Artikel gäbe es mehr zu sagen, als ein Kommentar eigentlich verkraftet, und ich muss leider sagen, dass ich den Text, anscheinend als einziger, misslungen finde.
Er ist in meinen Augen ein Musterbeispiel dafür, mit welcher Verve und Energie sich junge, intellektuell sehr begabte Menschen für Theorien begeistern können, die ihnen eine Erklärung für die Dinge die sie beschäftigen zu liefern scheinen. Ich meine das wirklich positiv; so kompromisslos kann man das eigentlich nur in einem bestimmten Alter in einer bestimmten Lebensphase. Aber, man verrennt sich eben auch schnell.
Dinge in den Geistes- und Kulturwissenschaften, auch in der Kunst, mithilfe feministischer Theorien (oder auch Gender studies) zu beleuchten ist nicht nur interessant, sondern auch aus diversen Gründen zu begrüßen (eben auch als Korrektiv zur herkömmlichen, eben meist patriarchalischen Sicht).
Nur leider neigt die feministische Sicht häufig genau zum gleichen Dogmatismus und zur Einäugigkeit, wie die männliche.
Nun ein paar konkrete Gründe inhaltlicher und technischer Art, warum mich der Artikel hier nicht überzeugt.
1. Als Beispiel ausgerechnet DeviantArt zu wählen, war nicht besonders geschickt. DeviantArt kann man auf keinen Fall ernst nehmen, es ist nicht geeignet, um sich seriös mit Fotografie zu beschäftigen. Ich kann auch nicht nachvollziehen, wie man dort Bilder präsentieren kann.
2. Darüber hinaus muss sich ein Leser Deines Artikels zunächst mal bei DA registrieren, um die Inhalte, auf die Du referierst, überhaupt sehen zu können. Dann scheint die Bildauswahl, die einem gezeigt wird, variabel zu sein, bei mir waren nämlich zu einem großen Teil auch männliche “Akte” zu sehen. Insgesamt hatte die Auswahl ein Niveau, bei dem es sich verbietet, überhaupt über Aktfotografie zu sprechen
3. Das Niveau in der Amateur-Aktfotografie ist einfach zu 90 Prozent unter aller Sau, weil es die Leute a) nicht können b) trotzdem machen und c) auch noch glauben, es zeigen zu müssen. Da hat also zu einem großen Teil nichts mit feministischer oder patriachalischer Sicht zu tun, sondern einfach mit Nichtkönnen. Das belegt einfach auch die Tatsache, dass es auch Frauen gibt, die Akte fotografieren, wo man sich fragt, wer so was eigentlich warum mit sich machen läst.
4. Du bedienst in Deinem Text nur negative Klischees, sprichst von Männern, die Aktfotografie nur als sexuelle Stimulanz produzieren oder konsumieren. Du führst für die angebliche männliche Unfähigkeit, eine andere Perspektive auf die weibliche Sexualität einzunehmen, als wissenschaftlichen Beleg ausgerechnet eine Studie an, die sich mit der Rezeption von Pornos beschäftigt. Das kann nicht funktionieren.
5. Du behauptest: “Die Frau in der Erotikwelt ist ein sexueller Traum des Mannes und nicht ihr eigener.” Das ist, mit Verlaub, allzu naiv gedacht und ganz sicher nicht allgemein gültig,
6. Mit Deinen Formulierungen, die, möglicherweise unabsichtlich, eine allgemeine Gültigkeit Deiner Beobachtungen postulieren, blendest Du aus, dass es eine Unzahl von männlichen Fotografen gibt, die Akte fotografiert haben, in denen Frauen ganz und gar nicht Objekt, sondern immer Subjekt waren. Ganz spontan denke ich an Bilder eines Jean Loup Sieff, es gibt aber noch weitere. Und ich kenne auch etliche Frauen, die beim Betrachten von Aktfotografien, auch mit deutlich ausgeprägter mänlicher Sicht, den Wunsch äußerten, auch mal “so” fotogarafiert zu werden.
7. Dass die Fotografie generell dieTedenz besitzt ein “ausbeuterisches Medium” zu sein ist schon fast seit Beginn der Fotografie ein Thema. Susan Sontag hat sich z.B. in den 70ern sehr damit beschäftigt. Das tritt bei der (schlechten) Aktfotografie vielleicht besonders in den Vordergrund, ist aber mehr ein allgemeines Problem.
8. Der wichtigste Grund, in meinen Augen, warum Dein Artikel letztlich scheitern muss, sind aber ausgerechnet Deine Bilder, die Du als positives Beispiel, oder zumindest als Beispiel der von Dir angestrebten anderen Sicht auf die Frau, nämlich als Subjekt nicht Objekt, präsentierst. Ich meine hier explizit die Bilder 2,3, und 5 (von oben). Ich find Bild 2 ja auch toll, aber was macht es jetzt so anders?
Für mich duetet nichts in den Bildern auf eine bestimmte feminine Sicht hin. Die Bilder könnten genau so gut von einem Mann mit einem Model fotografiert worden sein.
Und mehr noch: Du selbst fühlst Dich zwar als Subjekt präsentiert, dass schützt Dich aber nicht davor, dass so mancher Mann auf dem Bild allein (wenn er nicht wüsste ,um was es Dir theoretisch geht) ein sinnlich-devotes (Lust)Objekt seiner feuchten Träume sieht.
Und ich kenne so manche Frau, die Dir diese Bilder, gerade aus feministischer Sicht um die Ohren hauen würde (was ich Quatsch fände, ich finde die Fotos, als Fotos ganz gut, wirklich).
Also, über Aktfotografie kritisch diskutieren, oder allgemein über das Bild der Frau in dem Medien? Gerne, unbedingt! Aber nicht so, das bringt in meinen Augen nichts.
danke für die kritik.
nun, zur “verteidigung”):
2. auf tumblr muss man nicht registriert sein, um sich alle bilder anschauen zu können
3. nicht-können ist der eine aspekt; im artikel habe ich mich auf die anderen punkte konzentriert
4-6. ausnahmen bestätigen die regel:) aber, wenn ernst, so wäre es meinerseits albern zu glauben, dass keiner mann zum einen zur kunst unfähig ist, zum anderen, dass er sich in der kunst nicht von sich selbst abstrahieren kann. im text spreche ich von masse, von stereotypen, die eig. die moral unserer gesellschaft veranschaulichen. ausnahmen betrachtet man gewöhnlich als sonderfällte, nicht als “regelfälle”
“Und ich kenne auch etliche Frauen, die beim Betrachten von Aktfotografien, auch mit deutlich ausgeprägter mänlicher Sicht, den Wunsch äußerten, auch mal “so” fotogarafiert zu werden.”
eine [stereotypische] frau will gewollt werden
8.
“die Bilder könnten genau so gut von einem Mann mit einem Model fotografiert worden sein.”
schließe ich nicht aus:) hast selbst oben gemeint, dass es männlcihe photographen gibt, die der frau “eine seele” und ein individuum verleihen
allgemein: ich finde dagegen, dass meine bilder gut zu meinem artikel passen, genau zu dem teil, wo ich die art&weise meiner photographie beschreibe. ich gehe mit meiner sexualität um, ich schlüpfe in rollen, ich stelle manche meiner gefühle dar, und, ich muss sagen, dass nicht jedes bild, das auf den ersten blick als “sex-photo” erscheint, wirklich nur die sexualität behandelt. besoders im 3. und 5. photo wollte ich was anderes, als sex darstellen.
“Ich find Bild 2 ja auch toll, aber was macht es jetzt so anders?”
das bild ist aus dem kontext herausgerissen und geht mit einem zweiten zusammen: http://vacillica.tumblr.com/post/14880217885/silence
es ist, wie ICH meine sexualität betrachte. und ich habe nicht gemeint, dass sie teilweise mit denen der männlichen sicht nicht übereinstimmen kann. wahrlich, es fällt mir schwer, verbal zu beschreiben, was ich im sinne hatte, als ich die bilder gemacht habe: aber in der ersten linie ging es mir um meine wünsche
und ich weiß, meine bilder sind überhaupt nicht ideal. und ich bin bloß hobbyphotograph. aber ich arbeite daran. und dass die photos noch nicht vollkommen die absicht des künstlers demonstrieren, folgt aus demselben grund)
“Du selbst fühlst Dich zwar als Subjekt präsentiert, dass schützt Dich aber nicht davor, dass so mancher Mann auf dem Bild allein (wenn er nicht wüsste ,um was es Dir theoretisch geht) ein sinnlich-devotes (Lust)Objekt seiner feuchten Träume sieht.”
ist auch nachvollziehbar. jede figur auf dem bild wird als objekt empfunden. aber der unterschied besteht darin, ob man bloß objekt ist oder objekt mit eigener persönlichkeitkeit&unabhängigkeit
ich kann natürlich nicht verhindern, dass manche bloß meine titen anstarren und dabei kommen . ist halt so
und ganz allgemein:
ich finde, ein einziger artikel mit (pi mal daumen) tausend wörtern kann nicht wirklich die problematik analysieren und sich damit kritisch auseinandersetzen
aber es war ein anfang meinerseits
p.s.
3. da möchte ich mich verbessern, habe dich nicht richtig gelesen bezüglich DA:
ich gebe zu, als ich den artikel geschrieben habe, habe ich vergessen, dass, um bilder mit nackten körperteilen anschauen zu können, man angemeldet sein muss
aber, mit demselben erfolg kann man auf eine andere plattform gehen, wo akt zu sehen ist und zwar akt sowohl von profis als auch von hobbyphotographen, denn ihre werke geben wieder, was in der gesellschaft vor sich hingeht
und DA kann man in dem maßen ernst nehmen, wenn man sich mit solchen problemen beschäftigen will. zB wenn man eine gesellschaftliche unterschung durchführt, orientiert man sich nicht bloß nach ausnahmen, nach sucht nach menge, nach dem typischen. wenn man ermitteln will, was gesund ist, würde man nicht ein paar sonderfälle raussuchen, wo menschen nur eine hand haben, um dann zu postulieren, dass es gesund&normal ist, eine einzige hand zu haben
Guten Abend
Beim lesen von deinem Kommentar, ist mir hauptsächlich Punkt 3 durch Mark und Bein gegangen.
Nun ja, ich finde in der Fotografie kann man selten von Nichtkönnen reden. Es gibt “gefällt mir” oder “gefällt mir nicht”. Natürlich ist konstruktive Kritik etwas positives, jedoch finde ich den Ausdruck “Unter aller Sau”
wenig konstruktiv.
Ich “kann” auch nicht Fotografieren, sondern ich bin dabei, es zu lernen und deshalb stelle ich meine Fotos auch auf Internet Plattformen, um auch ein wenig den Lernfortschritt zu zeigen.
@Luana
- Solltest Du Dich auf meinen Kommentar beziehen:
“Nun ja, ich finde in der Fotografie kann man selten von Nichtkönnen reden.”
- Nein , man kann sogar sehr oft von “Nichtkönnen” sprechen und das mit Fug und Recht.
“Es gibt “gefällt mir” oder “gefällt mir nicht””
- Natürlich gibt es das, aber darüber hinaus noch sehr viel mehr.
“jedoch finde ich den Ausdruck “Unter aller Sau”
wenig konstruktiv.”
- Ich wüsste nicht, wo ich den hier verwendet hätte.
“Ich “kann” auch nicht Fotografieren, sondern ich bin dabei, es zu lernen und deshalb stelle ich meine Fotos auch auf Internet Plattformen, um auch ein wenig den Lernfortschritt zu zeigen.”
Ist doch vollkommen OK, dagegen sage ich doch gar nichts. Abgesehen davon beweist schon ein flüchtiger Blick in Dein Flickr Portfolio, dass Du sehr wohl schon sehr gut fotografieren kannst, vielleicht meinst Du, dass Du es nie gelernt hast im Sinne einer Ausbildung oder so? Das ist nicht immer wichtig. Du KANNST auf jeden Fall fotografieren.
ich muss auch mal eine lanze brechen – für alle, die das wort “konstruktive kritik” nicht mehr hören können. wie soll die denn aussehen? a sagt: mach das bild heller, es ist mir aus dem und dem grund zu dunkel. b sagt genau das gegenteil. und der fotograf selber findet das bild GENAU richtig. was ist dann die auflösung der sache? das der fotograf das bild hinsichtlich des geschmackes der rezipienten ändert??? das halte ich für außerordentlich unschön. jeder sollte die bilder machen, die ihm selber am meisten gefallen, dass ist meiner meinung nach dass ziel.
daher kann ich sehr gut damit leben, wenn jemand sagt: das bild gefällt mir absolut nicht, so ein mist. und brauche nicht unbedingt konstruktive kritik.
@ Martin
Vielleicht sollte ich mich im Bezug auf „ Nichtkönnen“ ein bisschen anders ausdrücken.
Für mich ist der Teil zwischen „Nichtkönnen“ und „Können“ extrem gross. Dazwischen sind Dinge wie Interesse, beobachten, und vor allem lernen. Nichtkönnen ist für mich jemand, der vielleicht fotografieren will, aber nicht bereit ist, dafür etwas zu tun oder lernen. Und können ist für mich jemand der seine Kamera beherrscht, das Licht „versteht“, usw. Jemand der einen langen Weg gegangen ist, um dies zu lernen.
Ich glaube ich habe gerade bemerkt, was du unter nichtkönnen verstehst, es gäbe zig Beispiele zu sehen im Internet, da hast du recht. Dort ist für mich die Hauptfrage sind sie am Anfang, oder denken sie ernsthaft, sie „könnten“ Fotografieren. Denn irgendwie macht das für mich einen Unterschied.
Ich hoffe du verstehst, was ich damit sagen will. Ich habe sehr mühe mich zu diesem Thema auszudrücken, vor allem noch, was ich denke aufzuschreiben.
Und mit dem ich „kann“ nicht Fotografieren, wollte ich eben ausdrücken, dass ich am Lernen bin weil für mich, wie gesagt „können“ das wirkliche Beherrschen der Kamera etc. ist.
Ich bin auf dem Weg dazu, aber das heisst nicht, dass alles was zwischen „nichtkönnen“ und „können“ schlecht ist.
Ich hoffe du verstehst wie ich meine.
@ MJ Noch ein kurzes Wort an dich, unter Konstruktiv fällt bei mir alles von Tipps, aber auch ich finde es nicht schön, oder ich finde es schön. Einfach Dinge die schon fast ein wenig beleidigend sind, oder die bewusst beleidigend gesagt wurden finde ich eher Demotivierend.
Nur ganz kurz eine Frage: warum kann in der Fotografie nicht davon gesprochen werden das es Nichtkönner gibt? Die Fotografie ist bei weitem keine “Geschmacksache” sondern zum einen ein Handwerk und zum anderen eine Form sich kreativ auszudrücken und es ist möglich die zu können oder rumzustümpern.
vielen Dank für den sehr schönen Artikel und die wundervollen Fotos.
Als ich selber mit der Fotografie anfing, habe ich sehr viel von Männern gelernt – in Fotoclubs dominieren meist Männer, Fachbücher sind oft von Männern geschrieben, vhs-Kurse werden vorwiegend von Männern gegeben, vor allem wenn es mehr um das “Technische” geht. Und nicht zuletzt, nehmen sich Männer viel eher das Recht heraus, einer Frau etwas beibringen zu wollen und sind von ihrer Sichtweise überzeugt.
Vor einem Jahr habe ich mich dann ganz losgelöst von dieser “männlichen Anleitung” und bin meinen eigenen Weg gegangen.
Seither merke ich, wie sehr sich die männliche und weibliche Sicht der Dinge besonders auch in der Fotografie unterscheidet.
Ich möchte keinen der beiden Wege abwerten, doch wir sollten mehr darauf achten, voneinander zu lernen, anstatt dem anderen Geschlecht die eigene Sichtweise aufzudrängen.
Und vor allem wir Frauen müssen lernen, selbstbewusst unsere Sicht und unser Empfinden zu verwirklichen und zu leben.
Liebe Grüße
Beatrix
Ich bin etwas überrascht, einen solchen Artikel hier auf diesem wunderbaren Blog zu lesen. Denn dieser Artikel ist für mich eine Gratwanderung zwischen Fotografie und “Politik”. Und in den bisherigen Kommentaren überwiegt für mich die Politik des Themas. Ich würde mir für die Zukunft Artikel mit weniger Brisanz wünschen, weil ich kwerfeldein als Plattform und Inspiration für Fotografie als Selbstzweck so schätze. Und ich fände es schade, wenn hier die Fotografie vermehrt als Initiator für die Diskussion über politische Themen benutzt würde. Dies ist für mein Empfinden in diesem Artikel geschehen.
Hallo Jörg. Solche Artikel, in denen Fotografie zu einem anderen (meinetwegen auch mal politischen) Thema hinleitet, haben wir immer mal wieder gehabt und die werden auch immer mal wieder kommen. Das liegt einfach in der Fotografie selbst begründet, die nun einmal nicht ausschließlich zum Selbstzweck betrieben wird, sondern oft auch ein Werkzeug ist, um die unterschiedlichsten Themen in dieser Welt zu bearbeiten.
Hallo Aileen,
Danke für Deine Antwort, die mich überzeugt. Ich bin noch nicht sooo lange ein Besucher Eures Magazins (ca. 6 Monate). Für mich ist dieser Artikel der stärkste in seinem Maß, wie er Fotografie für ein anderes Thema (vielleicht ist “gesellschaftlich” besser als “politisch”) benutzt, den ich hier bisher gelesen habe. Und für mich trat im Lauf des Artikels einfach die Fotografie zuviel in den Hintergrund.
An dieser Stelle möchte ich Euch einmal loben, mit welcher Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit Ihr dieses Magazin betreibt. Merci!
ich habe nicht über politik geredet. sondern vielmehr über philosophie&soziologie
photographie kann kunst sein und zweck der kunst ist unter anderem, die sicht des photographen auf die welt zu zeigen. und die welt besteht nicht nur aus schönen blümchen und landschaftsaufnahmen
Hallo Vacillica. Dass die Welt nicht nur aus schönen Blümchen und Landschaftsaufnahmen besteht, stand nicht zur Debatte. Deine Intention in Deinem Artikel ist u.a., eine philosophische Frage zu beantworten. Die Art, in der Du das tust, ist für mich zu wenig durch Deine Fotografie geschehen, sondern mehr durch Deine geschriebenen Worte (wie auch schon von jemand Anderem angemerkt). Und genau diese Gewichtung zwischen Fotografie und dem Inhalt des Textes fand ich für dieses Magazin ungewöhnlich und zu stark auf den Text fokussiert, zumal Deine Herangehensweise an das Thema auf mich polarisierend wirkt.
Mich würde inhaltlich ernsthaft Deine Antwort auf folgende Fragen interessieren: wie definierst Du eine patriarchische Gesellschaft/Kultur? Von welcher Gesellschaft geografisch gesehen sprichst Du, wenn Du sagst:”Es ist keine moderne Erscheinung in unserer Gesellschaft; das hat es immer gegeben in der patriarchisch ausgerichteten Kultur”? Was ist DIE patriarchisch ausgerichtete Kultur?
Danke für Deine Antwort!
Moin,
erst mal will ich mich den Komplimenten zu dem Artikel anschließen, er ist wirklich toll geschrieben und die eingebetteten Photos sind auch wirklich sehr schön.
Zur These ich glaube es gibt sie nicht mehr diese Typische Frauen und Männerfotografie, es gibt aber mehr das inszenierte und mehr das Natürliche wobei nach meiner Beobachtung beide Geschlechter Inszenieren.
Deine “Doors to Heaven” Serie würde einer kritischen feministischen Betrachtung wohl auch nicht standhalten ; )
Beeindruckend. Fotografien, als auch Sicht und Selbstbewusstsein.
respekt vor soviel mut.
Hallo,
habe ich gerne gelesen! Jetzt verstehe ich auch warum ich so meine Probleme mit dem “klassischen” Akt habe :)
Auch die photographische Umsetzung spricht mich sehr an!
LG
Stevie
Erstens: Deine Bilder sind einfach gut!
Zweitens: Ich fotografiere hauptsächlich Portrait und Akt. Mir kommt es dabei darauf an, Persönlichkeit zu zeigen. Ganz sicher ist dabei das, was und wie ich es fotografiere, auch Projektion eigener Fantasien und Gefühle. Und ich bin davon überzeugt, dass dies auch bei den Selfs so ist. Was hat es mit dem Bild – den Bildern – auf sich, das dabei entsteht – besser: das wir dabei vorher schon im Kopf haben, um es zu inszenieren und ins Bild zu setzen? Ich glaube, dass es mehrschichtig ist. Es schwingt Mehreres mit: mein ganz eigenes Bild, meine ganz eigenen Gefühle einserseits. Und andererseits Bilder und Gefühle, die von uns reproduziert werden. Dabei sind wir nicht einfach autonom. Auch von Frauen gemachte Bilder – egal ob Selfs oder nicht – können ein patriarchalisches/männliches Bild hervorbringen.
Drittens: Ich freue mich sehr über Deinen Artikle und die Diskussion! Und noch was: Bettina Rheims Fotografien begleiten mich schon sehr lange und oft geht es mir so: Die erotischen Fotografien von Frauen für Frauen und Männer erscheinen mir oft als die echteren. Wer den Zugang zur Model-Kartei hat, sollte sich in diesem Zusammenhang unbedingt die Fotografien von “Weißes Fleisch” anschauen. Selfs jenseits des Marktes.
Hermann O. Ehlers
EIn kleiner Nachtrag noch zum obigen Kommentar:
“Ist Dir aufgefallen, dass ich oben bloß vom dargestellten Körper gesprochen habe? Nicht unbewusst. Und nicht zu Unrecht. Man sieht tatsächlich nur einen Leib”, heißt es im Artikel, und eineige Kommentatoren beklagen hier auch häufig unerotische Posen zu sehen.
Ich bekomme öfter Aktstrecken zu sehen, in denen nicht nur die Posen unerotisch sind, nein wo auch der ganzen Fotografie allenfalls eine sehr, sehr kühle Erotik innewohnt. Mitunter fehlen sogar die Köpfe der Models. Hier könnte man nun empört aufschreien und von der endgültigen Degradierung der Frua zu m Objekt sprechen, aber da liegt der Fehler beim Betrachter. Akt ist nicht gleich Akt und hat auch nicht immer nur mit Erotik zu tun hat, sondern manchmal geht es dem Fotografen darum bestimmte ästhetische und kompositorische Visinen umzusetzen, oder auch mit Sehgewohnheiten zu spielen. Dafür “benutzt” er dann tatsächlcih gerne mal weibliche Körper, die dafür “geeignet” sind. Dass kann man ganz furchtbar und unansprechend finden, hat aber mit Herabwürdigung und Diskriminierung wirklich nichts zu tun.
“Deshalb verfolge ich, größtenteils ein Selbstportrait-Fotograf, [...]” Vor dem Hintergrund der Aussagen des Artikels irritiert mich diese Formulierung etwas, sonst aber ein schöner Artikel
Also ich weiß nicht so Recht. Sicher kannst du für einige eindrucksvoll mit Worten umgehen, aber wozu der Artikel?
Wenn man nun die Fotografie nach dem Weg bewertet, den es zu einem Bild bedarf, dann magst du ein klein wenig anders handeln als ein fiktiver Durchschnitt.
Wenn man aber das Endresultat bemisst, dann erschließt sich mir nicht so ganz warum deine Bilder nun mehr Echtheit oder Seele ausstrahlen sollen.
Dass du die Selbstfotografie dazu nutzt um dch selbst kennenzulernen ist sicher für dich ein spannender Prozess. Doch ist er es auch für andere? Ist er dann noch immer spannend, wenn es darum geht sich selbst der Welt zur Schau zu stellen? Oder findet es hier ebenso der männliche Betrachter nicht einfach nur spannend das sich selbst fotografierende “Objekt” zu bestaunen?
Mir hat sich nicht so wirklich erschlossen was du der Welt mit diesem Beitrag nun sagen oder zeigen wolltest.
“Wenn man aber das Endresultat bemisst, dann erschließt sich mir nicht so ganz warum deine Bilder nun mehr Echtheit oder Seele ausstrahlen sollen.”
ich befürchte, dass es sehr subjektiv ist: entweder sieht man eine seele da enthalten oder man sieht sie nicht
zum anderen, wie ich bereits in einem kommentar gesagt habe, befinde ich mich auf dem weg zur klareren selbstäußerung. aber eins kann ich dir mit sicherheit sagen: meine persönlichkeit habe ich in die bilder reingelegt)
Der beste Fotografie Artikel den ich in den letzten Monaten gelesen habe! Ich spreche extra von Fotografie Artikel, da es hier eben nicht um Technikkram oder ähnlichem geht, sondern um die Gedanken dahinter. Denn gerade diese unterschiedlichen Ansichten zu dem Entstehungsprozess eines Fotos sind doch absolut interessant. Keiner wird gezwungen diese Ansichten zu teilen, aber es lohnt sich zumindest darüber nachzudenken.
Gerade die Diskussion hier in den Kommentaren, zeigt das der Artikel ein voller Erfolg ist! Wirklich großartig! ;)
merci, Pablo)
alles schön und gut. es stimmt schon, dass wohl 99% der aktfotografien von _männlicher_ fantasie bestimmt sind. wenn du dies kritisierst, dann hätte ich doch andere fotos erwartet. ich will sagen: sie sind sehenswert.
aber verbundene augen, schöne brüste, fesseln an den händen – das klingt nach _absolut_ männlicher fantasie ;) heisst für mich in der konsequenz: man kann einem bild eigentlich nicht ansehen, ob es männlicher oder weiblicher vorstellung entspringt.
Mir gefällt es, wenn junge FotografInnen mit einem Konzept im Kopf an die Fotografie herangehen. Da ist es egal, ob sie sich auf Akte oder Landschaften konzentrieren. Ob daraus dann gleich Kunst wird, wird die Zeit – und der Zeitgeist entscheiden. Dir, Vacillica, wünsche ich, dass es dir gelingen möge. Jetzt oder irgendwann. :-)
Henry
die intention, die hinter den arbeiten steckt, nämlich eine “andere sicht auf die weiblichkeit” zu präsentieren, wird durchaus deutlich. dennoch ist mir der artikel dazu insgesamt zu unhomogen, sprunghaft und teilweise auch zu widersprüchlich. er “funktioniert” nicht als ganzes – zumindest nicht in meinen hirnwindungen und damit schließe ich mich größtenteils martin lehmanns meinung weiter oben an. vielleicht hätte die ein oder andere verallgemeinung weggelassen und dafür mehr von den persönlichen gedanken der fotografin eingebracht werden sollen, dem, was wirklich “eine frau will”. denn dies erschließt sich mir aus den bildern nicht wirklich. im gegenteil, die gezeigten arbeiten spielen meiner meinung nach extrem mit “typisch” männlichen phantasien. sehr verwirrend das ganze…
Toller Artikel!! Mehr will ich erstmal nicht dazu sagen. Er hat mich auf jedenfall zum Nachdenken gebracht und ich werde mich noch weiter mit dem Thema beschäftigen. Hat mir einen ganz neuen Blick eröffnet auf solche Bilder. Danke dafür ;)
Ein sehr interessanter Artikel!
Letztenendes finde ich es jedoch schwierig zu bewerten in wieweit deine Bilder nun der feministischen Auffassung von Akt und Erotik entsprechen.oder nicht.
Ich kann auf jeden Fall DEINE Auffassung von Aktfotografie sehen. Ich denke DIE Frauenperspektive gibt es auch gar nicht, vielmehr unzählige Interpretationen davon. Aber das ist auch ein viel zu umfangreiches und schwieriges Thema, um es zu komprimieren.
Davon abgesehen gefallen mir deine Bilder jedoch sehr. Ich kann auf jeden Fall einen einheitlichen Stil erkennen, der deine Bilder (mir fällt leider kein anderes Wort ein) sehr “roh” aussehen lässt. Für mich wirkt das authentisch und echt, nicht gestellt. Ich meine daher, dass man schon eine gewisse “Seele” in den Bilder vermuten kann.
/Malte
Ich frage mich warum ein junger Mensch hier sein Tagebuch offenbart, seine Gefühle, Sehnsüchte … wie immer auch gegenüber einer großen photographischen Zielgruppe zeigt. Was steckt dahinter – warum diese Selbstdarstellung, für was steht das sich nach Außen zeigen zu müssen.
Warum müssen Maler und Photografen immer wieder ihre Bild erklären. Warum betätigen sie sich nicht gleich als Schriftsteller. Oder sind ihre Bilder so schlecht, dass sie dessen Erklärung bedarfen. Ein William Eggleston tut es nicht. Bilder sollten für sich alleine sprechen, ohne dass man sie erklärt. Das Wesentliche ist eh für unsere Augen unsichtbar.
Irgendwann schaust man in den Spiegel (oder Fotoapparat), in der Erwartung, eines vertrauten „Ich“ zu sehen und schaust plötzlich sich SELBST in die Augen. Da ist keine Persönlichkeit, keine Eigenschaft, nur SEIN. Erst wenn man so „angekommen“ ist erkennst man, dass man nie weg war.
Dieser Spiegel ist leer. Da ist nichts. Nichts spiegelt wider, nichts kann widerspiegelt werden. Wenn man das wirklich verstehen kann, dann gäbe es hier nichts mehr zu suchen.
3 x Hut ab!
Aus fotografischer Sicht, weil dein Stil weg geht von dem gewohnten und sich auf andere Dinge konzentriert und somit den Betrachter einlädt eine neue Perspektive zu entdecken. Was meiner Meinung nach eine der Kernaufgaben der Fotografie ist.
Aus Sicht der Chancengleichheit (“Gleichberechtigung” will ich nicht sagen – das wird zu oft sinnentfremdet), weil du das Thema so anpackst, dass es nicht wie so oft nur ein lautstarkes Lippenbekenntnis ist, sondern weil du es sauber beschreibst, es deutlich präsentierst und einen besseren Weg, oder zumindest eine Alternative aufzeigst.
Und nicht zuletzt für deinen Mut ein solches Tabu-Thema so offen anzugehen.
Respekt! Auch so ein strapaziertes Wort … naja, will nur sagen, dass ich gut finde, was du da machst. ;-)
Gruß, Marc
Ich wüsste nun mal wirklich gerne, was hier angeblich für ein Tabu-Thema offen angegangen worden wäre? Und was ist hier die respekteinflößende Leistung? (Das geht jetzt nicht im Speziellen an Dich, Marc, schon gar nicht gegen Dich, es passt nur an diese Stelle.)
Also: Welches Tabu? Die Rolle der Frau in Fotografie und Medien? Die Frau als Objekt mänlicher Gelüste in der Kunst? Das ist doch kein Tabu?? Wir haben das Jahr 2012 und diese Diskussion gab es schon x-Mal.
Je mehr ich darüber nachdenke und je öfter ich mir den tumblr-Blog der Autorin ansehe, desto mehr komme ich zu dem Schluss, das ich mir meine Puste weiter oben hätte sparen sollen, der kurze Kommentar von DRITTEMACHT unten, ist zwar nicht mein Stil, trifft aber tatsächlich eher den Kern: Es ist platt und dazu noch eine eitle Selbstbespiegelung.
Was will eine Frau denn nun? Und was unterscheidet Männliche von Weiblicher Erotik? Männliche von Weiblicher Aktfotografie?
Ein ziemlich platter Artikel einer Achzehnjährigen, die die Welt für sich endeckt.
Sehr interessantes Thema! Bitte liebe kwerfeldein-Redaktion, mehr dazu!
Wobei ich dem Artikel ansich doch kritisch gegenüberstehe, da mir nun mal nicht klar wird, “Was eine Frau will”. Akt und erotische Aufnahmen habe ihre Existenzberechtigung, da werden die Autorin und ich uns einig.
Die Abgrenzung zwischen einem “guten” und einem “schlechten” Akt erscheint mir sehr subjektiv geschildert. Daran ist in erster Linie nichts schlechtes, nur erweckt der Artikel bei mir den Eindruck “Mann” müsse sich schämen, sobald er fotografisch seine Fantasien umsetzt.
Ich bin ein Mann, ich möchte keinen Menschen wissentlich und/oder absichtlich auf irgendetwas reduzieren oder herabwürdigend darstellen. Und ja, es gibt ein Haufen schlechter Aktfotos, die ein blinder mit ‘nem Krückstock erkennt. Nichtsdestotrotz fällt es mir als Betrachter, der ggf. nur das fertige Bild sieht, verdammt schwer den Unterschied zwischen einem gut gemachten Akt der die Frau als Subjekt darstellt und einem gut gemachten Akt der die Frau als Objekt darstellt zu erkennen.
Ich denke die Grenzen zwischen dem künstlerisch Anerkannten und dem aus weiblicher Sicht akzeptierten Akt sind einerseits sehr individuell und andererseits immer sehr subjektiv, weil jeder Mensch sein eigenes Kopfkino, seine eigene erotische Fantasie und eben auch seine eigenen Grenzen hat.
Abgesehen von der anregenden Diskussion ist mir der Artikel einfach zu unkonkret, da mir zwar ein Unterschied zwischen “normalen” und “feministischen” Aktfotos suggeriert wird aber auch nicht wirklich greifbar wird.
fast jeder, der dieses forum aufmerksam verfolgt, wird mit der von dir angesprochen po- und busenfotografie (im perfekten plastiklook) nichts anfangen können. insofern ist dir die zustimmung sicher.
auf entsprechenden websites gibt es einige frauen, die genau solche motive fotografieren.
in aktfotografie kenne ich mich nicht besonders aus, aber in der people/portrait fotografie gibts im gegenzug genug männliche fotografen, deren bilder frauen als mensch mit charakter zeigen und genau deshalb schön sind. für mich haben diese bilder seele, egal ob diese männlich oder weiblich ist.
mir erschließt sich die besondere weibliche seele deiner bilder nicht.
in der summe fände ich die frage, ob es denn erkennbare männliche oder weibliche (akt)fotografie gibt spannender, als bekannte klischees zu bedienen.
Ich finde es sind gerade Artikel dieser Art die kwerfeldein für mich und andere so wertvoll machen! Für den offenen Umgang mit diesem spannenden Thema und eine so persönliche Darstellung danke ich Vacillica sehr.
Ich bin überzeugt, dass es viele Wege gibt sich intensiv mit der Fotografie auseinander zu setzen. Kritische Reflektionen wie auch auch vorwiegend subjektiv geprägte Sichtweisen gehören untrennbar dazu.
Dass solche Inhalte in den Kommentaren unweigerlich zu einer kontroversen Diskussion führen ist die logische Konsequenz und beweist nur allzu deutlich, dass solche Themen von allgemeinem Interesse sind. Es ist doch erfreulich, wenn sich viele fotografisch interessierte Menschen hierzu intensiv austauschen.
In diesem Sinne, weiter so und mein persönliches D A N K E für Inhalte dieser Art!
Viele Grüße
Sascha
Danke den Kwerfeldein-Lesern an dieser Stelle mal für eine angeregte und (in den meisten Fällen) auf das Thema fokussierte Diskussion. Das zeigt mir vor allem, wie spannend es ist solche Themen hier im Magazin zu diskutieren.
Zu dem Artikel muss ich sagen, dass ich die Konzentration auf das Frauenbild in der künstlerischen Aktfotografie zum einen verbunden mit der Auswahl der Bilder als auch mit den Verallgemeinerungen teilweise etwas schwierig finde. Die Frage, die ich im Zusammenhang mit deinen Bildern viel spannender finde ist die Frage, ob nur das Selbstportrait am Ende ein “wahrliches” Abbild der eigenen Selbst sein kann. Oder ob das Selbstbild, sofern es der Kunst und damit dem zugänglich machen für andere dient, nicht vielmehr der Gefahr unterliegt etwas darstellen zu wollen, was am Ende sich nicht frei von Erwartungen der Rezipenten machen kann. Auch ist die Frage, ob ein guter Portrait-/Aktfotograf nicht genau diese “Seele” aus der fotografierten Person herauskitzeln kann, die diese unbewusst und uninzeniert zum Vorschein bringt.
Aber am Ende liegt dem Artikel eine sehr grundsätzliche Frage der Fotografie zugrunde, mit der ich mich als Dokumentarfotograf tagtäglich auseinandersetzen muss: Die Frage, die sich immer dann stellt, wenn der Fotograf etwas fotografiert, was sich vom eigenen Selbst unterscheidet, z.B. Menschen in anderen Kulturen, anderen Religionen oder evtl. auch die Unterschiede zwischen Frau und Mann: Kann ich der Person, der Kultur, usw. gerecht werden und seine “wahre Seele” zeigen oder unterliege ich immer dem Dikat der eigenen Vorstellungen und Wünsche?
Ich finde den Artikel gut, denn er regt zum Nachdenken an und startet eine Diskussion. Ob die gezeigten Bilder den weiblichen Blick auf erotische Fotografie transparenter machen oder nicht spielt gar keine Rolle. Wichtig ist die Erkenntnis, dass es einen männlichen und einen weiblichen Blick auf Dinge gibt.
Ausgesprochen witzig finde ich die Reaktion vieler Geschlechtsgenossen, die der Welt sofort ihren anspruchsvollen, fotografischen Blick auf die Weiblichkeit versichern und den Teufel Pornografie verdammen. Ich habe das an anderer Stelle schon geschrieben aber wiederhole es hier nochmals: Porno ist grossartig und Erotik ist grossartig. Ich trenne beides. Die Produktion einer, sorry, nennen wir es beim Namen “Masturbationsvorlage” hat genauso viel Berechtigung wie die Erstellung eines künstlerischen Aktes. Wo die Grenze zwischen beidem liegt ist eine spannende Frage…
Ach ja, man sollte vielleicht auch zwischen anatomischen Körperstudien und Akt unterscheiden. Auch das gibt es beides in der Fotografie!
Hmmmm, je länger ich über den Artikel nachdenke umso unverständlicher finde ich ihn.
Die Tatsache, dass er mich jetzt schon seit zwei Tagen beschäftigt zeigt zwar, dass das Thema Potential hat, aber irgendwie werde ich mit den Aussagen nicht warm!
1) finde ich dass sich die Bilder nicht sehr von den (guten) Aktfotografien von Männern unterscheiden. Insofern gibt es jetzt zwei Möglichkeiten. entweder sind nicht alle Männer die beschriebenen Stereotypen, oder Du tappst in die gleiche Erotikfalle, wie die Männer.
2) weiß ich nach dem Lesen immer noch nicht, was “eine Frau”, ja nicht einmal, was Du willst. Will eine Frau nun sich selbst fotografieren? hat eine Frau mehr interesse an ihrem eigenen Körper als an allen anderen? Will eine Frau keine Erotik in Aktbilder oder nur eine andere? Wenn ja welche?
3) Ich habe generell ein Problem mit Aktbildern, weil sie, wenn man mal von der Erotik absieht, zu 90% der Fälle angezogen besser funktionieren würden. Als Beispiel nehme ich mal das letzte Foto aus dem Blog. Ich verstehe das Bild als Abbildung von Verletzlichkeit oder sogar Verletzung. Ich sehe darin Unterdückung (zusammengekauert, in Ketten).
Das ganze würde (für mich) z.B. in einem weißen Kleidchen (Symbolik, blablabla) besser funktionieren. Die Vorstellung einer Frau, die selbstbewusst genug ist, sich in dieser Pose nackt zu fotografieren und das ganze auch im Internet öffentlich zu machen passt irgendwie nicht zu der Aussage, die ich aus dem Bild herauslese.
4) Wenn Deine Intention in den Bildern aber war, eine “typisch weibliche” Erotik abzubilden muss ich sagen, dass Sie sich nicht sehr von der, der meisten Männer die ich kenne, unterscheidet. Dann allerdings steht das im Gegensatz zu Deinem Text.
Na, wie auch immer. Die Diskussion, sich hier daraus entwickelt hat, war es auf jeden Fall wert ;-)
Endlich! Ein hervorragender Artikel. Männer solten sich eingehend mit der Tatsache beschäftigen, dass, sagen wir mal 99% ihrer Wahrnehmung von Frauen sexueller Natur sind und somit ihre Fotos, Filme, Betrachtungsweisen ihren feuchten Männerträumen entspringen.
“Männer solten sich eingehend mit der Tatsache beschäftigen, dass, sagen wir mal 99% ihrer Wahrnehmung von Frauen sexueller Natur sind und somit ihre Fotos, Filme, Betrachtungsweisen ihren feuchten Männerträumen entspringen.”
Mit solchen absoluten Aussagen wäre ich vorsichtig. Ich glaube nicht, dass meine Wahrnehmung von Frauen zu “99% [...] sexueller Natur” sind und über die Wahrnehmung anderer Menschen zu sprechen und dabei auch noch behaupten diese zu kennen, ist meiner Meinung nach ziemlich anmaßend.
Ich habe den Artikel und ein paar wenige Kommentare gelesen. Besonders genau habe ich mir die Bilder angeschaut, denn darum geht es letztendlich. Dazu muss ich sagen, dass sie von der Gestaltung und Motivwahl her genauso gut von einem Mann sein könnten. Die spezielle feminine Sichtweise kann ich nicht erkennen. Die verwendeten Accesoires wie das Halsband, die Augenbinde, die Stahlkette, dazu noch diese zusammengezogene, gekrümmte Körperhaltung haben eher den Ausdruck von Devotion, Hilflosigkeit, Abhängigkeit, Gefangenschaft. Das halte ich in Verbindung mit der Überschrift “Was Frauen wollen” etwas verwirrend.
Einen wirklich femininen Ausdruck haben für mich z.B. die Arbeiten von Grit Siwonia. Hier wird eine Art der Kommunikation zwischen der Frau als Fotograf und der Frau als Model deutlich, die man (aus meiner Sicht) als Mann nur schwer herstellen kann und genau das finde ich faszinierend und wunderschön.
Hi Erik, vielen Dank für den Hinweis auf Grit Siwonia. Ich kannte sie bisher nicht, aber schon nach wenigen Fotos verstehe ich absolut, was Du in Deiner Beschreibung meintest und stimme 100% zu! Danke!
Gern geschehen. Ich glaube wer eine sehr zarte und leise Bildsprache mag, der findet z.B. bei Grit Siwonia was er sucht.
Geniale Fotografie von Grit Siwonia. Danke für den Tipp. In Ihren Aufnahmen ist Nacktheit kein Selbstzweck oder steht im Vordergrund. Sie KANN Bestandteil sein und trägt wenn zum vermittelten Gefühl bei.
meine lieber herrschaften und dame-schaften,
zunächst mal ein großes dankeschön an all die kommentare: sowohl an die positive kritik als auch an die negative.
denn als künstler will man nur eines nicht: ignoriert zu werden:)
einer hier bezeichnete mich als eitel, und zwar aus negativer sicht: so gehört es zum wesen eines künstlers – eitel zu sein, wenn man unter eitelkeit meint, seine weltvorstellungen im breitesten sinne des wortes einem publikum präsentieren, seine gefühle offenbaren und “laut schreinen” zu wollen, und natürlich, ein feedback darauf bekommen. ist es eitelkeit? es ist kunst. und ich hoffe, dass ich damit alle anderen kommentare beantworte, die die frage gestellt haben, warum ich mein “tagebuch” preisgebe. warum schafft ein mensch und veröffentlicht seine werke? warum kann er sie nicht einfach in die schublade stecken und in ewigkeit vergehen lassen? es gaben solche künstler, of course, aber als mental gesund würde ich sie nicht bezeichnen: denn extremste introviertheit gehört nicht zur gewohnten normalität.
ferner, meine lieben:
am anfang des artikels stelle ich die frage, was eine frau begehrt. anhand meiner photographie beantworte ich sie NICHT: ich versuche sie zu beantworten. somit gelten meine werke nicht als MUSTER der ausformulierten ansichten, sondern als BEISPIEL. please, feel the difference. es tut mir leid, falls ich während des schreibens des artikels andere worte als jetzt gefunden und euch irregeführt habe: nodody’s perfect.
nun versiche ich euch: meine photos, ob ihr das sieht oder nicht, ob sehen wollt oder nicht, werfen tatsächlich einen femininen blick auf die sexualität&weiblichkeit. ich habe öfters hier gelesen: “deine bilder hätte auch ein mann aufnehmen können”. wenn es der fall wäre, würde ich diesen mann heiraten. denn anscheinend hätte er vorzüge beider geschlechter in sich verbunden ohne non-stop [und ich muss gestehen, solche männer liebe ich]. nicht die geschlechtsorgane des photographen sind bei der akt-photographie entscheidend, sondern seine art&weise, dinge zu betrachten. diese mag sehr wohl von den organen abhängen, stellt aber keine regel auf. es gibt um die patriarchale betrachtung der frau, und patriarchal kann gewiss auch eine frau sein.
bdsm ist an sich frei von genderen stereotypen. doch der passt sich an die gesellschaft an und bekommt einen charakter und wird “männlich”. wenn ich mich gewisse zeit [denn die im artikel gezeigten bilder wurden eig. in einem kurzen zeitabschnitt aufgenommen und stellen nur EINE meiner lebensstimmungen/-situationen dar] für bdsm interessiert habe, heißt es nicht, dass ich patriarchal war. es heißt, dass ich bdsm an sich verlockend fand . in den oben gezeigten bildern habe ich bdsm mit ästhetik, gefühl und meiner weiblichkeit verbunden. wenn ihr es nicht sieht, kann ich es nicht anders zeigen.
zum anderen, wie ich öfters wiederholt habe, was aber unter den tisch gefallen ist, zugusten der kritisierenden: die tatsache, dass ich kein profi bin. dass ich nicht nur offiziel, sondern auch in der kunst und auf dem akt-gebiet eher ein anfänger und schülerin bin. im artikel äußere ich meine perpektiven, an deren realisierung ich arbeite und mich ständig verbessere. die ansichten sind ein motto und dieses motto wollte ich weitergeben, und mich nicht damit prahlen, als ob ich das endziel meiner pläne erreicht hätte.
ps außerdem kamen etliche auf mein alter zu sprechen, mit vorwurf und tadel in der stimme: glauben sie wirklich, dass sie nur aufgrund ihres alters mehr gehirnwindungen haben als ich?
danke für die aufmerksamkeit:)
Hallo Vacillica!
Die Brüßung “Meine lieben Herrschaften” erinnert mich doch sehr an Jahrmarkt und Schaustellerei.
Und darum geht es auch: Du willst Dich zur Schau stellen!
Und Du zeigst in Deinen Bildern auch nicht Dich selbst, sondern wir sehen Dich immer nur in unterschiedlichen Rollen. Du schreibst ja selbst, daß die Kamera für Dich ein Spiegel ist, um Dich mit den unterschiedlichstenen Masken selbst zu betrachten.
Deine Selbstportraits sollen einmal dem femininem Ausdruck dienen aber auf einmal kommt noch BDSM ins Spiel. Deine Selbstportraits sollen nicht Muster, sondern Beispiel sein. Beispiel wofür?
Deine Selbstportraits finden sich in der gleichen Art und Weise hundertfach im Web!
Auch in Deinen Text spielst Du unterschiedliche Figuren: mal die abgeklärte Künstlerin, mal die schwache Schülerin und Anfängerin in Sachen Kunst oder Akt und dann gleich darauf wieder die freche Intellektuelle mit den vielen Gehirnwindungen.
Vor diesem Hintergrund auch noch zu behaupten das man Kunst macht und wer das nicht sieht ist selber schuld! Ehrlich, daß finde ich dreist! Schade, dass Deine starken Worte doch nicht so viel Inhalt haben wie es scheint…
Gruß Maude
Ältere Menschen, ob sie nun fotografieren oder nicht, haben sicher nicht mehr Gehirnwindungen als ein junger Mensch, doch sie haben ihr Leben reflektiert, hatten zumindest die Chance dazu. Haben Erfahrungen gemacht, Dinge erlebt die in Ihrer Summer wertvoll für sie sein können und die sie in der Art wie sie z.B. fotografieren einbeziehen können, was ein junger Mensch in dieser Form nicht kann.
Bei meinem ersten Kommentar hatte ich nicht die Chance die Fotos zu sehen, keine Ahnung warum, ich hatte hauptsächlich den Text gelesen, muss nun den anderen Kommentaren zustimmen die schrieben, dass Du in keiner Weise versuchst den gängigen Darstellungen von Frauenkörpern etwas entgegenzusetzen, obwohl Du es vielleicht beabsichtigst.
Du bist nicht Subjekt sonder bietest dich als Objekt an.
Eine andere Fragestellung, die hier aufgeworfen wurde ist, ob es möglich ist das ein männlicher Fotograf anders fotografieren kann als ein weiblicher.
Ich finde dies ist nur mittels der Fotografien zu klären.
Ich denke der Titel ist bisschen falsch gewählt, weil ich möchte nicht so dargestellt werden wie du auf deinen Bildern. Und auch ansonsten kann ich deinen Text nicht viel nachvollziehen.
Wie manch anderer habe auch ich mir schon tagelang über deinen Beitrag den Kopf zerbrochen und muss ehrlich sagen: “Was willst du?”
Weil irgendwie möchtest du die Frau an sich mal nicht in ihrer “Standardrolle” zeigen, aber dennoch stellst du hier Bilder aus, die doch dem Standard entsprechen: Nackt, eingerollt mit Kette um den Hals, was für mich eine Hilflosigkeit zeigt, die nur darauf wartet “gerettet” zu werden, auch Verletztbarkeit zeigt es mir. Quasi zeigen mir diese zwei “Kettenbilder”: Frauen sind verletzbar, schutzlos, hilfslos. Man muss sie retten/beschützen, was doch auch eine Standardrolle von einer Frau ist, oder?