Redaktioneller Beitrag06.09.2011 / 10:17

Kiss

Andy Barter fotografiert hauptsächlich Still life. Doch sobald er Zeit findet, widmet er sich seinen persönlichen Fotoprojekten, von denen wir hier seine Serie „Kiss“ vorstellen wollen.

Keine Angst, ihr werdet hier keine Bilder von stark geschminkten Männern finden. Die Serie “Kiss” zeigt genau das, was das Wort bedeutet: Küsse. Zu sehen sind immer zwei Menschen in inniger Umarmung. Das Ganze ist dabei überhaupt nicht kitschig oder gar langweilig, denn Andy Barter hatte eine großartige Idee, um den Bildern eine besondere Wirkung zu verleihen.

Angefangen hatte alles vor zehn Jahren, als er Köpfe aus der Vogelperspektive zu fotografieren begann. Mit der Kuss-Serie wollte er die Idee wieder zum Leben erwecken und dieses Mal zwei Körper verbinden.

Zunächst fand er besonders die Formen interessant. Wie die Arme, Köpfe, Lippen und Nasen aus dieser Perspektive wirkten. Diese alltägliche Aktivität, die aus diesem Blickwinkel so neu und anders wirkte. Letztendlich überzeugte ihn jedoch vor allem die Intimität dieser Bilder.

Die Bearbeitung der Fotos hielt er bewusst sehr gering. „Ich wollte keine “beauty shots”, denn ich denke, sie sind wunderschön auf ihre ganz eigene, natürliche Weise. Manchmal ist Photoshop in übereifrigen Händen der beste Weg, um ein gutes Photo zu ruinieren.“

Im Moment arbeitet Andy an einem nächsten Projekt, das ihm sehr am Herzen liegt. Es heißt „The Mixed Project“. In dem Langzeitprojekt sammelt Andy Portraits von Menschen mit multikultureller Herkunft. Er möchte damit “die sich verändernde Landschaft der britischen Kultur illustrieren und feiern.” Bis jetzt hat er dafür über 80 Menschen fotografiert, darunter auch in der Öffentlichkeit bekannte Personen. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das via Facebook oder dem Blog zum Projekt.

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Dies ist ein Artikel von Katja Kemnitz.

Katja interessiert sich besonders für die Peoplefotografie und die Geschichte der Fotografie. Für KWERFELDEIN hält sie Ausschau nach interessanten Artikeln und führt Interviews. Zudem betreut sie den Ausstellungskalender.

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Kommentare

  1. boris sagt:

    Interessante Serie. Die Intimität wirkt für mich weniger stark, dafür finde ich sie mit dem reduzierten Studio Setup zu steril.

    Was sehr wohl funktioniert, und das ganz ausgezeichnet ist die Perspektive. Die küssenden Körper in der Umarmung zeichnen das klasische Yin und Yang Symbol nach, das die widerstrebenden und doch aufeinander bezogenen Kräfte einer Beziehung ganz wunderbar darstellt.

  2. XEike sagt:

    Na, das passt aber. Die Küsse sind inszeniert wie Stilleben (Still life), statisch, leidenschaftslos und reduziert auf die Form der Körper beim rein mechanischen Akt eines Kusses. Die Perspektive der Küsse unterstreicht die Reduktion auf die Form, wie Yin und Yang (wie Boris oben schon sagte), aber ich sehe hier keine Beziehung der Personen zueinander, sondern nur Form.

  3. Paul sagt:

    Hm, ich finde im Gegensatz zu meinen beiden Vorpostern gerade das Studio-Setup gut. Ich persönlich mag es generell sehr gerne wenn wirklich nur aufs wesentliche reduziert wird. Und das wäre in diesem Fall der Kuss zwischen zwei Menschen jeglicher Couleur (da passt auch das Yin/Yang ganz gut), der für mich allein ja schon etwas sehr intimes ist.

    Es gibt halt nichts, was von dem Thema “Kiss” ablenkt, sondern es ist alles ganz genau darauf fokussiert und drum herum gibt es nichts, kein Hintergrund, ja nicht mal viele Körperteile die “im Weg” sind.

    Mir gefällt es sehr gut, weil ich die Perspektive, das Motiv, die Reduktion und die Aussage “Jeder kann jeden küssen” (jedenfalls interpretiere ich das rein) sehr mag…

  4. Mareike sagt:

    Ich finde die Bilder sprechen für sich, sie sind echt toll geworden und viel Erfolg bei dem neuen Projekt :)

  5. fotocabana sagt:

    Wow das erste Bild erinnerte mich sofort an Ying und Yang . Sehr sehr schöne Impressionen fidnde ich und grandios puristisch umgestezt

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