Redaktioneller Beitrag02.07.2011 / 11:38

Schönheit wird die Welt retten

Als mir Erin Mulvehill auf meine erste E-Mail antwortete, in der ich fragte, ob ich ihre Fotoserie „underwater“ vorstellen dürfe, schrieb sie „yes“ und im PS „beauty will save the world“. Das irritierte mich, doch fand ich den Spruch überaus passend zu ihren Bildern. Denn schön waren sie. Ein wenig irreal, traumhaft, aber schön.

„Schönheit wird die Welt retten“, schrieb schon Dostojewsky in seinem Buch “Der Idiot”. Was genau er mit dem Spruch meint, wird immer noch wild diskutiert und zu einem endgültigen Ergebnis kann man bei diesem simplen, aber schönen Zitat nicht kommen.

Für Erin ist nicht nur die körperliche Schönheit von Menschen gemeint, sondern auch die Schönheit der Natur. Beides wird in ihren Fotos in Übereinklang gebracht. Sie zeigen junge Frauen, die wie im Wasser erstarrt sind. Sie wirken traurig, aber auch beruhigend.

Wie genau diese Bilder entstanden sind? Erin schreibt: „Durch Magie! Es war ein Mix aus Magie und Göttlichkeit – jeder Effekt dieser Serie wurde mit und in der Kamera erzeugt.“ Aber die Technik ist im Grunde auch nebensächlich, bei so großartigen Aufnahmen.

Wer ihre Bilder in groß sehen will, dem kann ich ihre erste Ausstellung in Deutschland in der Candela Project Gallery in München empfehlen, die noch bis zum 30. September läuft.

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Dies ist ein Artikel von Katja Kemnitz.

Katja interessiert sich besonders für die Peoplefotografie und die Geschichte der Fotografie. Für KWERFELDEIN hält sie Ausschau nach interessanten Artikeln und führt Interviews. Zudem betreut sie den Ausstellungskalender.

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Kommentare

  1. biesi sagt:

    Die Bilder sind wirklich wundervoll… aber was mich gerade noch mehr beschäftigt ist dieser Titel… “Schönheit wird die Welt retten”.

    Selber ein sehr schöner, sehr idealistischer Satz – nur zweifle ich sehr das diese Behauptung stimmt.

    Wie oft kommt nicht Böses, Schreckliches, Schlimmes im schönen Look daher? Und wie oft ist nicht das Hässliche, das uns aufweckt, aufrüttelt?

  2. faszinierende Bilder…aber das unterste wirkt auf mich eher erschreckend…sie schaut aus wie unter einer Eisschicht ertrunken…

  3. karl sagt:

    Ich glaube, irgendwas über den guten Herrn Dostojewsky herauszukriegen (also im Sinne von “was hat er gemeint”), dürfte vergebene Lebenszeit sein. Der Typ – unbeschreiblich. Wie ich ihn hasse…

  4. carmen renn sagt:

    wirklich sehr, sehr schöne bilder und ein wundervolles zitat…

    „schönheit wird die welt retten…“

    schönheit ergreift, erfaßt den ganzen menschen. solche momente sind absolut klar und rein und frei von negativen gefühlen, absichten.
    wer schönheit empfindet, kann im selben moment nichts böses im sinn haben….so könnte dieser satz gemeint sein.

  5. Stefan sagt:

    Ich hatte mir ja echt überlegt, ob ich was dazu sagen soll…

    Also “schön” finde ich die Bilder nicht…, ganz im Gegenteil sogar, mal ganz davon ab, dass die Bilder ein Gefühl der Beklemmung in mir auslösen – Barbara hat das mit der Eisschicht sehr gut getroffen – sind sie auch überhaupt nicht mein Fall. Weder der Bildaufbau noch die Farbwahl sprechen mich an.
    Als Warnhinweis an Seen machen sie sich aber bestimmt gut, “Schlittschuhlaufen im Winter kann tödlich sein”, wie auf den Fluppenschachteln in Australien…

    Just my 2 ct

  6. Fedders sagt:

    Schön und erschreckend, ich weiß nicht so recht, ob ich die Bilder mag. … und deshalb sind sie so gut, so interessant, … also mag ich die Bilder.

  7. mj sagt:

    ich finde die bilder schon in dem sinne gut – dass es mal etwas neues, nicht-gesehenes für mich ist.

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