Redaktioneller Beitrag25.02.2011 / 17:35

„Disassembly” von Todd McLellan

Eine analoge Pentax wird fein säuberlich in ihre Bestandteile zerlegt. Jede noch so kleine Komponente bekommt ihren Platz auf einem großen weißen Brett.

Todd McLellan interessierte sich schon immer für alles Mechanische. Insbesondere faszinierte ihn dabei der Umstand, dass die Objekte kaum mehr genutzt werden.

Das ist einer der Gründe, warum er die Serie „Disassemby” fotografierte. In ihr wird nicht nur die alte Kamera auseinander gebaut, sondern auch eine Schreibmaschine, ein Rasenmäher, zwei Uhren und ein Telefon. Viele der Sachen besaß McLellan schon Jahre, bevor er die Bilder aufnahm.

In der ersten Stufe fotografierte er die Einzelteile der verschiedenen Geräte ordentlich aufgereiht. In der zweiten Stufe lies er sie fallen und fror sie im Flug mit seiner Kamera ein. Um diese explosionsartigen Stillleben zu schaffen, nutzte er den Blitzgenerator Broncolor Scoro packs.

Im Durchschnitt hat McLellan pro Objekt für das Auseinandernehmen und Auslegen etwa drei Tage gebraucht. Manipuliert wurde an den Bildern nur wenig.

Bevor ihr jetzt auch anfangt eure Kameras auseinander zu schrauben, schaut euch noch McLellans Homepage und sein komplettes Portfolio an. Nicht nur diese Serie ist einen Blick wert.

Schlagworte:

Dies ist ein Artikel von Katja Kemnitz.

Katja interessiert sich besonders für die Peoplefotografie und die Geschichte der Fotografie. Für KWERFELDEIN hält sie Ausschau nach interessanten Artikeln und führt Interviews. Zudem betreut sie den Ausstellungskalender.

11

Kommentare

  1. Uwe sagt:

    Banause. Für sowas kann man nen aktuellen Plastikbomber zerlegen. Aber doch nicht so ein feinmechanisches Schätzchen. Und da wundern sich alle das es bei uns mit der Kultur abwärts geht…

  2. Coole Idee, da sieht man erst einmal wie komplex eine solche Kamera ist und wie viele Teile zusammengeführt werden müssen, um sie herzustellen. Ob sie nicht doch ihren Preis wert ist?

    • kahlcke sagt:

      Feinmechanisch und qualitativ waren die alten Kameras mit Stahlgehäuse und Bajonett, riesigem Prismensucher und robustem Schwingspiegel und Verschluss sicherlich eine Stufe über den heutigen (im gleichen Preissegment wohlgemerkt). Heute wird einfach viel Industriell produziert, das war damals zum Teil noch anders, so eine Canon AE wurde schon noch mit der Hand zusammengesetzt – aus ein paar hundert Einzelteilen.

      Auch das es früher noch üblich war auch die günstigsten Objektive aus Metall zu fertigen, Blendenring zu verbauen und Gegenlichtblende beizulegen spricht eigentlich dafür das es heute mit der “Fertigungskunst” der ganz großen nicht mehr so weit her ist. (Wobei z.B. eine Zeiss Ikon (leica etc. springt in die gleiche niesche) oder hochpreisige DSLRs und Objektive noch eine Ausnahme dastellen)

  3. Carsten sagt:

    Also ich wäre noch mehr beeindruckt, wenn er die Sachen auch wieder funktionierend zusammen setzen würde ;-)

    Aber schon wirklich sehr tolle Fotos bei.

  4. marcus sagt:

    Mann, Mann, Mann… faszinierend. Das ist ja richtig komplex so ‘ne alte Kamera. Ich find so was voll geil.

  5. Hendrik sagt:

    Die Idee ist betörend! Grandios…

    Speziell für die “Schwerelosfotos” wäre ich gerne dabei gewesen…;-)

    Fantastisch!

  6. Sediama sagt:

    schluchz…und ausgerechnet eine schöne Pentax ! Aber eine faszinierende Idee, v.a. die Sachen im Moment des Herunterfallens zu fotografieren

  7. Smotret sagt:

    Hier eine Ixus2 sowie ein Palm, ein Vintage-Joystick und ein Laptop in Einzelteilen: http://www.abvmob.de/fukkle/deconstructed-4/

  8. Luiza sagt:

    GENIAL!
    Manche machen eben mehr aus einem Hobby.
    Wirklich gelungener Artikel und natürlich ein gelungener Künstler:-)

Schreib einen Kommentar

In unserem Austausch auf kwerfeldein.de wollen wir freundlich und respektvoll miteinander umgehen. → alles lesen.

Wie im echten Leben ist auch hier eine Grundlage der Kommunikation Achtung und Wertschätzung des Gegenübers. Und da wir hier ausschließlich in Worten miteinander kommunizieren (und somit Mimik, Körperhaltung und Betonung des anderen nicht sehen), ist es hilfreich uns freundlich, offen und klar auszudrücken, dabei aber ersteres nicht ausser Acht zu lassen.

Es bietet sich ebenfalls an, ohne Nicknames sondern mit echten Namen zu kommentieren, da dies Transparenz fördert und wir tatsächlich wissen, mit wem wir sprechen.

Wir müssen dafür nicht immer einer Meinung sein und gerade der kontroverse Diskurs zu einzelnen Themen ist hier - unter Berücksichtigung des ersten Punktes (Achtung und Wertschätzung) - sehr erwünscht. Artikel werden nicht selten um Erkenntnisse aus den Kommentaren via Update nachträglich ergänzt.

Sollte es dennoch zu persönlichen Angriffen gegen Autoren oder andere Kommentatoren kommen, werden Bemerkungen editiert oder im Einzelfall (auch im Nachhinein) gelöscht und somit von der Seite genommen. Dies geschieht zum Schutz der Autoren und Beteiligten.

Das Löschen gilt auch für SEO-Kommentare, solche werden als Spam markiert.

Wir alle wissen, dass unsere Sicht der Dinge nicht vollkommen ist und wir somit einander brauchen, um gemeinsam und miteinander die Dimensionen der Fotografie zu entdecken. In diesem Bewusstsein werden auch die Artikel geschrieben und erheben deshalb keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Makellosigkeit. Das gilt auch für die gezeigten Fotos.

Ich, das Team und die Gastautoren freuen uns somit sehr auf anregende Diskussionen, Austausch und natürlich auch kritische und hinterfragenden Kommentare. Wir sind hier in dem Bewusstsein, Lernende zu sein und uns gegenseitig mit neuen Ansichten in einem fortlaufendem Prozess zu bereichern und Horizonte zu erweitern.

↑ Diesen Abschnitt schließen.

Wenn du möchtest, dass ein Bild zu deinem Kommentar angezeigt wird, dann melde dich bei gravatar.com an.


kwerfeldein.de als E-Mail?
Einfach E-Mail eintragen:

Versandt von FeedBurner