Als Hobbyfotograf kommt es nicht so oft vor, dass man sich eine Fotoleinwand bestellt. Umso schwerer fällt dann die Wahl des Dienstleisters, noch dazu, wo es so viele von ihnen gibt. Vor Kurzem habe ich bei 21 verschiedenen Anbietern eine Leinwand über das Internet bestellt. Dabei habe ich eine Menge Erfahrungen mit diesem Druckprodukt sammeln können, die ich nun mit euch teilen möchte.
Bevor es ans Bestellen geht, sollte man sich schlau machen, welches Dateiformat (meist JPEG) der Anbieter erwartet und welche Auflösung das Motiv mindestens für die jeweilige Leinwandgröße haben sollte. Es ist von Vorteil für die Produktion, wenn man das eigene Farbprofil mit in die Datei einbettet. Es ist aber auch nicht zwingend erforderlich. Viele Anbieter führen sowieso eine Optimierung durch oder bieten so eine Option zumindest an.
Das Erste, was man bei der Bestellung wahrnimmt, ist die Webseite des Anbieters. Bereits hier gibt es riesengroße Unterschiede. Vom einfachen HTML-Formular bis hin zur stylischen Full-Flash-Site ist alles vertreten. Grundsätzlich wäre es mir als Kunde ja egal, wie die Seite daherkommt. Wichtig ist nur, dass man sich leicht zurecht findet und man kontrollieren kann, wie die Leinwand nach dem Druck aussehen wird. Die Komfortabilität der Oberfläche, spiegelte sich in fast allen Fällen im Preis der Leinwand wieder. Die preiswerteren Anbieter hatten auch eher eine spartanischere Webseite.
Ein Anbieter ging einen ganz anderen Weg und bot die Bestellung nur über eine eigene Software an. Das hat den Nachteil, dass man sich diese herunterladen und installieren muss. Dafür wird aber die zu übertragenen Datei im Vorraus auf die benötigte Auflösung verkleinert, so dass in den meisten Fällen weniger Daten übertragen braucht. Bei langsamen DSL oder gar ISDN ein großer Vorteil!
Damit es nach der Bestellung keine Überraschungen gibt, sollte man sich vorher damit auseinandersetzen, welche verschiedenen Ausführungen bei Leinwänden existieren. Dies möchte ich im Folgenden genauer beleuchten.
Als Halterung des bedruckten Stoffes dient in der Regel ein Rahmen. Entweder ganz klassisch aus Holz, oder etwas seltener aus Aluminium. Bei Letzterem besteht der Vorteil, dass man diesen einfacher demontiert und somit günstiger versenden kann. Für Holzrahmen kann man bei manchen Anbietern die Rahmenstärke wählen. Standard ist 2cm. Die stabileren Rahmen sind 4cm dick und kosten natürlich auch mehr. In den meisten Fällen werden die Holzrahmen vom Anbieter zusammengebaut, was meines Erachtens auch am sinnvollsten ist. Ist der Rahmen verzogen oder hat ein Keil den Rahmen gespalten, kann man auf Nachbesserung bestehen.
Auf den Rahmen wird dann der bedruckte Stoff gezogen. Leinwand ist hier aber nicht gleich Leinwand. Nähere Informationen zu den unterschiedlichen Beschichtungen findet man bei Wikipedia. Neben dem üblichen Canvas-Stoff, welcher mit Plottern mit Tinte bedruckt wird, kommen auch Polyesterstoffe zum Einsatz, bei denen das Motiv mittels Sublimationsdruck quasi eingedampft wird. Dieser Druck ist etwas teurer, dafür ist die Oberfläche viel strapazierfähiger.
Links normaler Druck – Rechts Sublimationsdruck
Bei den bedruckten Leinwandstoffen reichen schon leichte mechanische Beanspruchungen, um die Oberfläche zu beschädigen. Einige Hersteller behandeln deswegen ihre Leinwände mit einem UV-Schutzlack. Die Farbe bleicht nicht so schnell aus und die Oberfläche wird unempfindlicher. Um in den Genuß einer so veredelten Oberfläche zu kommen, muss man auch etwas tierfer in die Tasche greifen.
Auch beim Rand gibt es auch noch etwas zu beachten. Da der Stoff um den Rahmen geschlagen wird, muss man sich dafür entscheiden, ob das Motiv auch auf dem Rahmen zu sehen sein soll oder nicht. Meist kann man wählen, wie das geschehen soll. Besonders elegant erscheint mir das Spiegeln der Motivkanten. Dabei wird das Motiv wie beim Kacheln einfach gespiegelt am Rand fortgesetzt. So ist es möglich das komplette Bild auf die Vorderseite zu bringen, ohne das unbedruckte Ränder entstehen.
Das Bespannen der Leinwände geschieht in Handarbeit. Wenn hier nicht ordentlich gearbeitet wird, kann der Druck noch so gut aussehen, die Leinwand ist versaut. Selbst bei den höherpreisigen Leinwänden gab es hierbei unschöne Ergebnisse. Sollte einen die Qualität nicht überzeugen, sollte man mit dem Anbieter Kontakt aufnehmen. Die meisten reagieren hierbei kulant und schicken ggf. eine zweite Leinwand zu.
Da wie schon erwähnt die Oberfläche der meisten Leinwände recht empfindlich ist, ist es wichtig, dass sie für den Versand gut verpackt werden. Dies ist aber bei allen Herstellern der Fall gewesen. Auch bei den Versendern gibt es nichts zu meckern. Alle Leinwände erreichten zeitnah ihr Ziel.
So scheint es gar nicht so einfach, sich für den richtigen Anbieter zu entscheiden. Ich hoffe, dass euch der lens-flare.de Leinwandvergleich demnächst die Wahl leichter macht. Wer sich für das Ergebnis interessiert, sollte in den nächsten Tagen mal wieder auf lens-flare.de vorbeischauen. Die Auswertung ist noch nicht fertig, aber es steht bereits einen Film online, der die Leinwandjury bei der Arbeit zeigt.


Nicht so ordentlich bespannt






Sehr interessant.. zumal wir demnächst ein paar Leinwände bestellen wollen. Da kam das gerade gelegen! :D
Ich werde mal berichten, wie das gelaufen ist.
Klingt gut, wäre genau das richtige Geschenk für meine Freundin. Wie lange dauert denn so ein Druck mit Versand durchschnittlich?
@Horst: Zwischen zwei Tagen und zwei Wochen :-)
Junge, Junge, Respekt vor so einem Aufwand. Jetzt dürfen wir sicher auf die Verlosung der überschüssigen Leinwände warten, oder? ;-)
Ein paar Tipps bezüglich anbieter wären nicht schlecht gewesen. Aber werde dann mal deinen Blog mit verfolgen. Bin gespannt.
Auf so einen Bericht habe ich gewartet, sehr cool ! Mal interessant zu hören …
Dankeschön !
oh, leinwand. ich bestelle meine bilder meist als poster. mal was neues. werde ich evt. mal auch ausprobieren.
Puh, die Bespannung des unten gezeigten Bildes sieht ja grauenhaft aus. So etwas möchte ich nicht ausgeliefert bekommen. Danke Steffen, für deinen Gastartikel auf kwerfeldein.de !
Ich bestell meine Leinwände immer hier in einem kleinen Fotogeschäft in Dresden. Da passt für mich die Qualität und auch der Preis. Man muss danach nur ein wenig suchen denn es ist wie gesagt ein kleines Geschäft. Ich denke aber das es in jeder Stadt irgend ein gutes Geschäft gibt was nur gefunden weren will.:)
Bislang habe ich erst einmal ein Foto als Leinwand produzieren lassen. Ausgangsbasis war ein kleines, uraltes S/W-Bild, welches ich eingescant, nachbearbeitet und auf ein vielfaches vergrößert habe. Da war ich unsicher, wie die Qualität nachher sein würde. Und siehe da: es war unglaublich gut. Tonwerte (S/W) und Schärfe top. Verarbeitung ebenso. Ich hatte es bei WhiteWall machen lassen und kann den Anbieter nur empfehlen!
Interessant, gerade weil Leinwände nicht gerade kostengünstig sind und man aus Angst vor einem schlechten Endergebnis eine Bestellung scheut.
Da ist so ein Test hilfreich. Ich bin schon sehr auf das Ergebnis auf lense-flare.de gespannt und vielleicht traue ich mich dann doch mal.
Sehr gut was ihr da macht!
Ich bin schon sehr auf die Ergebnisse gespannt.
Bestelle zwar auch nicht oft ne Leinwand, aber wenn, dann muss es schon passen!
Danke!
Hallo,
danke für den Testbericht! Ich werde wahrscheinlich bald in den Genuss kommen eine Leinwand drucken zu müssen und bin deswegen dankbar für einen solchen Artikel!
Schön geschrieben und verständlich!
Lieben Gruß,
Kate
_________
http://www.kategraphy.com
Wow! 21 Leinwände bestellt, das nenne ich mal Einsatz ;-)
Vielen Dank für den Test! Bin gespannt, was auf lens-flare darüber dann im Detail zu lesen ist und welcher Anbieter dann gewinnt.
Dankeschön!
Hej,
ich finde den Artikel, auch wenn gut geschrieben, sehr allgemein-konkret. Man hätte lieber noch die wenigen Tage warten sollen und dann über die fertig ausgewerteten Ergebnisse und den Vergleich berichten sollen.
So weiß man genauso viel wie Vorher. Aber vielleicht dient es auch nur der Ankündigung.
Hi Steffen,
der normale Druck erscheint in der großformatigen Abbildung wesentlich hochwertiger im Vergleich zum Sublimationsdruck…
Bin mal gespannt zu welchem Ergebnis ihr kommt, werde das dann mal mit den Testergebnissen der Digital Photoshop abgleichen… ;-)
Viele Grüße
Sascha