
Heute möchte ich Euch Schritt für Schritt zeigen, wie ich Landschaftsfoto in Lightroom 2* aufgearbeitet habe. Da die letzten Male viel Video und Schwarzweiss dran war, schauen wir uns nun ein Farbfoto mit Texterklärung an.
Das Ursprungsfoto habe ich in den Tiefen meines Archives letzte Woche ausgegraben. Es entstand abends und leider beglückte mich der Sonnenuntergang nicht mit der erwarteten Farbenpracht. So habe ich die Herausforderung angenommen, und versucht, das Foto in Lightroom zu optimieren. Dabei habe ich absichtlich einwenig übertrieben, um ein knallig-buntes Ergebnis zu erzeugen.
Wie ich von Beginn bis Ende dazu gekommen bin, habe ich mal festgehalten.
Mit diesem Foto habe ich also begonnen. Wir sehen am Horizont eine leicht rote Färbung, und durch den Einsatz eines Superweitwinkelobjektives verziehen sich die Äste des Baumes schön nach aussen. Ansonsten ist das Foto farblich recht flach und kontrastlos. Die Aufnahme entstand bei ISO 100, ƒ10, 1/13 Sek. und 10mm an der EOS 30D.
Als ersten Schritt habe ich das Gesamtbild über die Grundeinstellungen aufgehellt, aber von oben nach unten einen Verlauf (M) eingezogen, um Details in den Wolken zurückzuholen und die Gesamtdynamik aufzubessern.

Als Nächstes (nachdem der Gesamtkontrast etwas angehoben wurde) habe ich dem Verlauf eine Farbe zugewiesen und zwar ein leichtes Magenta.
Folgend habe ich die Farbtemperatur erhöht und den Lichtern über das Teiltonungs-Modul ein sanftes Gelb zugewiesen. Dadurch wird das Gesamtbild wesentlich wärmer und der farbige Verlauf vermischt sich besser mit dem Rest.
Dann habe ich das Gesamtbild abermals leicht aufgehellt, nun aber von links unten nach rechts oben einen Verlauf (->Helligkeit reduziert) und nochmals einen kürzeren Verlauf (->Helligkeit reduziert) von oben nach unten eingezogen.
Der untere Verlauf simuliert einen Schatten, der später den Blick des Betrachters zum Baum leiten soll. So habe ich nun insgesamt 3 Verläufe im Bild und bekomme allmählich eine schöne Dynamik ins Bild. Zusätzlich habe über die “Wiederherstellung” das ausreissende Weiss im Himmel reduziert.
Diesen Vorgang wiederhole ich nun, betone aber mittels Korrekturpinsel (Einstellung: Helligkeit + Kontrast erhöhen), den mittleren Bereich des Bildes. Ich habe das mal mit der Taste “o” verdeutlicht.

Ihr seht nun den justierten Bereich, so wie Lightroom mir diesen anzeigt.

Anschließend habe ich ein leichtes Aufhelllicht eingefügt und mittels Gratationskurve den Kontrast zusätzlich erhöht. Ausserdem habe ich über den HSL Regler die Sättigung des Grüns um +50 Punkte angehoben.
Abschließend habe ich das Foto in Photoshop geöffnet, um dort Gebüsch und Strommast am Horizont links hinten wegzustempeln.
Voilà!
Fazit
Ich bin mir sicher, dass es noch viele weitere Möglichkeiten gibt, dieses Foto zu optimieren. Für mich war diese Variante stimmig, aber sie ist noch lange nicht das, “wie man ein Landschaftsfoto optimiert”. Es gibt für mich nach wie vor ein paar Schwachpunkte.
Beispielsweise was die Zeichnung im Himmel betrifft, die durch eine Reihenbelichtung und entsprechende Behandlung erzielt werden könnte, doch dies liegt mir leider nicht vor und so habe ich versucht, aus diesem Foto das Beste herauszuholen.
So hoffe ich, dass Euch das Lesen Spaß und vielleicht sogar einwenig inspiriert hat. Wer meine älteren Tutorials noch nicht gesehen hat, kann gerne in der Lightroom Ecke einwenig stöbern ;)
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Hey, ich bin der Erste …
Ich versuche gerade Deine Anleitung (danke dafür!) nachzuvollziehen, bekomme es aber nicht hin.
Ein Video hätte (mir Anfänger) sehr geholfen. Vielleicht möchtest Du das ja nachreichen … ;-)
Danke überhaupt für Deinen Blog!
Schöner Bericht mal wieder.
Aber eine Frage tut sich mir noch auf ;)
Wieso hast du den Umweg über Photoshop gewählt, um die Büsche und den Mast rauszustempeln und das nicht auch noch schnell mit LR2 Mitteln erledigt?
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Martin Gommel erwähnt. Martin Gommel sagte: Lightroom Tutorial: Bildbearbeitung eines Landschaftsfotos – http://3.ly/lightschaftfoto [...]
Ein schönes Bild, definitiv, und vorallem echt viel rausgeholt. Betrachtet man das Bild aus der Haltung der Realitätsnähe, fragt man sich vielleicht, wodurch der erhellte Bereich in der Bildmitte überhaupt erhellt wird, bei diesem dramatischen Himmel. Ich hätte daher den Himmel etwas weniger dramatisiert.
Ansonsten aber ein weiteres Beispiel, an dem man sieht, dass man aus vielen Fotos, die auf den ersten Blick “nichts brauchbares” sind, umso mehr rausholen kann. Zu erkennen, was und wie man was rausholen kann ist dann wohl die wahre Kunst!
@ Martin:
Wieder toller beitrag…
Finde das ganze bild auch sehr schön, da ich sowieso immer in richting rotton tendieren =9
was mir nich so gefällt ist, dass du die büsche rausgenommen hast…
Natürlich das ist “störend” aber eben auch natürlich…
ich galub ich hätte sie dringelassen…
Sehr schön nachvollziehbar geschrieben, Danke!
Sehr schönes Foto und ein tolles Beispiel dafür, dass der Bildaufbau (na gut, da könnte man zur Not sogar etwas zurechtschneiden) und die Idee das wichtigste beim Fotografieren sind. Per EBB lässt sich das Werk dann weiter “tunen”, auf dass es zu einem kleinen Kunstwerk wird.
Eine Frage habe ich jedoch. Warum stempelst Du den störenden Kram in Photoshop weg? Zwar geht das dort irgendwie einfacher, aber ansich ist es doch schön, alle Bearbeitungsschritte im RAW zu haben und den Stemepl in Lightroom bzw. in ACR zu verwenden; was hier ja durchaus möglich gewesen wäre.
Wie gesagt aber ein schöner Beitrag, auch wenn ich eher der Videogucker als der Leser bin :-)
Schade, dass ich nur das erste Lightroom habe… ich warte aber trotzdem auf’s dritte^^
Mit Verläufen muss ich dann dringen mal üben, da kann man ja echt noch was rausholen.
Schön.
Vielen Dank Martin. Ein toller Bericht. Er zeigt mir eine ganz neue Herangehensweise. Vor allem die Art und Weise, wie die du die Teiltonung einsetzt, ist neu für mich.
Ich finde eher, da ist zu viel des Guten gemacht worden. Die Farben wirken unecht und irgendwie gefällt mir das Ergebnis persönlich nicht so gut.
Danke für die ausführliche Beschreibung! Davon bitte gerne mehr, ich lerne sehr viel dadurch!
Hallo Martin,
danke für Deinen bebilderten Fotoworkshop. Werde mir nun wohl doch endlich auch lightroom gönnen. Photoshop alleine geht nada!
;)
Hasibe
Hallo,
ich kann deinen Umweg über PS gut verstehen ;) Ich komme in LR mit den gesamten Bearbeitungswerkzeugen nicht wirklich klar und mache in LR nur die Raw-Entwicklung und die Sortierung.
Danke für das Tutorial. Ich finde ein nicht-Videotutorial ab und an ganz gut, weil ich mit den ganzen Videos immer meinen Freund nerve, wenn der grade irgendwas macht, wo er sich konzentrieren muss (macht ja Lärm und so…).
LG Katja
Sehr guter Beitrag, hat mir gefallen mal wieder einen Einblick in dein postprocessing zu bekommen.
Toll was du aus den Original rausgeholt hast. Bei mir wäre es eventuell gleich gelöscht worden.
Gruß Arne
sorry … ich kann hier nur noch mit dem Kopf schütteln! ein langweiliges Foto bleibt halt doch ein langweiliges Foto, egal wieviel Lightroom benutzt wird. Dein Foto ist das beste Beispiel dafür.
Schöner Artikel, wirklich!
wirklich super, was du da rausholst!
ich staune immer wieder. dabei arbeite ich auch schon seit knapp einem jahr mit lightroom.
WEITER SO!
gutes tutorial!! :)
Schade das man ueberhaupt soviel nachbearbeiten muss. Ist es nicht moeglich ein Landschaftsfoto zu machen ohne soviel nachzubearbeiten?
Wie waere es mal mit einem Persoenlichem Projekt in dem du mal nur Analogbilder machst und mal die Digital Software aussen vorlaesst?
Ich kann es ja verstehen das man Bilder nachbearbeitet – aber ich habe eher den eindruck dass das reine Bildbearbeitung ist und nicht wirklich etwas mit “Fotografie” zu tun hat sondern dann eher der Begriffe “Digitale Kunst” verwendet werden sollte.
@ Jay: Als ob die Analogen die Bearbeitung außen vor gelassen hätten… Ne Menge der Begriffe, die dir in Photoshop über den Weg laufen stammen aus analogen Zeiten. Und schau dir erst mal die Vielfalt an Filmen an… der eine sättig hier ein bisschen mehr, der andere dort
@Dominik (#2) & Marian Schrader (#7): Ich habe es in Lightroom versucht, doch ich war nie wirklich zufrieden, da das Bereichsreperaturwerkzeug bei komplexeren Sachen etwas “störrisch” ist (und hier laufen 2 Linien zusammen, was das Ganze noch erschwehrt). Da kann ich mit Photoshop viel sauberer und filigraner arbeiten. Kommt aber sehr selten vor, dass ich in Photoshop wechsle ;)
@teatime: Jupp, kann ich verstehen – ich habe (wie oben beschrieben) bewusst etwas übertrieben. Aber kein Problem, meine Absicht ist ja auch nicht, dass es jedem gefällt ;)
Bildbearbeitung gehört einfach zur Fotografie dazu. Das ist untrennbar verbunden. Das RAW-Format ist darauf ausgelegt, nachbearbeitet zu werden, deswegen sind RAW-Bilder oft erstmals flau, kontrast- und farblos. Natürlich kannst du auch in JPG fotografieren, dann übernimmt die Kamera einen Teil der Bildbearbeitung für dich, aber man hat halt weniger Kontrolle.
Und gerade in der Analogfotografie gab es in der Landschaftsfotografie einen massiven Nachbearbeitungsaufwand. Teilweise wurde da monatelang an einem Abzug gearbeitet, bis das finale Bild fertig war.
Wow, das Foto ist echt der Hammer!
Könntest du vielleicht ein Video-Tutorial machen? Da kann man die verschiedenen Arbeitsschritte besser nachvollziehen.
Hi Martin,
vielen Dank für die step by step Anleitung!
Du könntest deinen Lesern das original Bild zur Verfügung stellen und eine Art Wettbewerb veranstalten.
Ich fänds cool dieses Bild zu bearbeiten! ;-)
Liebe Grüße und mach weiter so!
Carlo
Vielen Dank dafür!
Nachdem meine Testversion für LR2 abgelaufen ist, kann ich es kaum erwarten die Vollversion zu kaufen. Einfach toll was man damit aus RAW Bildern rausholen kann und vor allem wie relativ einfach es geht. Klasse.
Zudem beruhigt es mich dein Ausgangsmaterial zu sehen. Wir kochen eben alle nur mit Wasser…
btw: Vorher / Nachher Vergleiche finde ich generell klasse! :)
Wow, was für ein Vergleich!
Der Point.
Ich gehöre auch zur Fraktion derer, denen das Bild viel zu künstlich ist.
Aber trotzdem ein schönes Tutorial!
Das ist mal wieder ein wunderbarer Artikel. Das Thema Bildbearbeitung ist immer wieder gerade für Anfänger (wie mich) sehr wichtig, da ja nix mehr ohne geht, vielleicht kannst Du ja auch mal das eine UND andere Tutorial für das gute, alte Photoshop schreiben.
Danke dafür :-)
Gruß
schönes tutorial. wenn ich heute abend wieder daheim bin wird lr angeschmissen!!
Danke für die Anleitung! Sehr interessant und lehrreich. Wie verhält es sich mit der Qualität des fertigen Bildes – z.B. hinsichtlich Rauschen? Eignet es sich noch für den Druck oder “nur” für 1200×800 Bildschirmansicht?
Grüße Blue
[...] Lightroom Tutorial: Bildbearbeitung eines LandschaftsfotosSehr cool, Martin Gommel erklärt ausführlich wie er ein Landschaftsfoto in Lightroom bearbeitet. Da kann ich mir noch einiges abschauen. [...]
Danke, werde Deinen Workshop heute abend mal in aller Ruhe in der Praxis nachvollziehen… :-)
Danke erstmal für die Anleitung, die kommt genau zur richtigen Zeit. Ich habe letztes Wochenende einen Baum auf dem Acker abgelichtet und wollte gerne noch einige Verbesserungen vornehmen. Leider aber kann ich nicht alle Schritte (wie Farbverläufe, etc.) nachvollziehen. Hast du da ein “Step by Step” guide for beginners?
@Tikron: Hm, nein leider nicht ;/ Aber schau ruhig mal in die Lightroom Ecke, da sind noch viele andere Tutorials und dort erkläre ich auch hier & da paar Grundlagen.
@Blue: Also meiner Meinung nach ist das Rauschen natürlich da, aber nur latent – auch in der 100%-Ansicht geht’s. Finde ich.
Hallo Martin,
es ist einfach schön zu sehen, was man an einem Bild herausholen kann.
Danke und Gruß
Ham
Das Bild ist übersättigt, der Baum an manchen Stellen überschärft – die überbelichteten Flecke sind aber scheinbar beabsichtigt. Mir würde das Bild gefallen, wäre alles ein wenig dezenter.
Danke für die Antwort.
Gerade weil das Endergebnis etwas sehr bunt ist ist der Weg um so schöner nachzuvollziehen. Vielen Dank für die LR-Tipps!
Carlos Vorschlag gefällt mir…
Wie wäre’s?
Jupp, sowas hab ich schon länger im Hinterkopf. Ich schreibs mal auf ;)
Ehrlich gesagt, finde ich, dass es der erste Beitrag ist, den ich eher negativ als positiv nennen kann. Tut mir echt Leid das sagen zu müssen, da ich Deine Beiträge immer toll fand, doch: Ich kann leider nur wenig mit anfangen. Es wäre super, wenn Du ein Video nachreichen könntest. Ein Video ist extrem simpel, man kann es gleichzeitig ansehen und bei Lightroom arbeiten und man kann alles nachvollziehen. Feedback: Bitte um Video.
Nochmal sorry! Ciao
Solche Tipps lasse ich mir gern gefallen, vielen Dank!
deine tutorials sind wirklich jedesmal sehr hilfreich. danke!
wobei mir diesmal das ergebnis auch etwas zu künstlich wirkt, aber das ist natürlich geschmackssache. trotzdem finde ich es jedes mal interessant, wie viel man doch noch aus einem bild herausholen kann.
Sowas ist immer hilfreich, danke!
Btw. ich versuch sowas wie in diesem Fall die Bäume oder den Strommast mit dem Fleckenentferner zu entfernen, bevor ich es in Photoshop mache.
Das funktioniert oft genauso gut, denn im Prinzip arbeitet der Staubentferner ja genauso, wie der Stempel aus Photoshop.
Ich finde es immer wieder spannend andere Wege zum Ziel zu sehen. Ich würde so ein Foto anders bearbeiten und zu anderen Ergebnissen kommen, die weder besser, noch schlechter, sondern nur anders sind.
[...] dem Textdreher euern Text für ein gutes Impressum, Kwerfeldein erklärt und zeigt, wie man seine Landschaftsfotos in Lightroom aufhübscht, der Admartinator warnt vor einem Plugin und gibt nützliche Links zur Absicherung von [...]
Klasse gemacht.
Dennoch schließe ich mich an … schade, ein Videotutorial würde Anfängern auch weiterhelfen, nicht jeder ist ein Profi wie Du ;-)
Das Thema einfärben finde ich sehr interessant, also ein dickes Danke von mir. Wie hier schon öfter erwähnt, wäre ein Video toll und das vllt. sogar anhand eines Portraits… :ø)