Artikel25.02.2010 / 20:20

Absage bekommen. Und jetzt?

Absagen gehören zum Berufsleben jedes Fotografen. Und sei es nur, dass ein Kunde sich vor Abschluss eines Vertrages kurzerhand umentscheidet und einen anderen Fotografen vorzieht. Was kann man dann tun? Wie reagieren? Wie nicht?

Martina Mettner geht auf ihrem Blog genau auf dieses Thema ein und hat einen empfehlenswerten Artikel dazu verfasst. Hier ein kurzer Auszug:

“Erfahren Sie die Absage live, heißt es: Nerven bewahren! Jetzt bloß nicht beleidigt oder gehässig reagieren. Auch nicht innerlich! Speziell, wenn es um den Auftrag von einer Werbeagentur geht, bedeutet das ja nur, es hat bei diesem Job ein anderer besser gepasst. Es heißt nicht, dass Sie grundsätzlich nicht für Jobs in Frage kommen! Vor allem dann nicht, wenn Sie schon mehrfach zu Besprechungen gebeten wurden.

Versetzen Sie sich in die Lage der anderen: Wenn Sie jetzt eingeschnappt reagieren, wird das Art-Buying denken: „Ein Glück haben wir uns anders entschieden. Beleidigte Leberwurst? Nein, danke.“ Und sie werden auch beim nächsten Job einen Kollegen in Betracht ziehen und nicht Sie.”


Ich finde Martina’s Artikel trifft es wirklich gut. Reagieren wir emotional und negativ, wirft das ein schlechtes Licht auf uns. Reagieren wir gelassen und freundlich, wird auch dieser Eindruck beim Auftraggeber bestehen bleiben. Wir entscheiden also unter Umständen schon bei einer Absage, ob wir den nächsten Auftrag bekommen, oder nicht.

Ich empfehle, bei Martina den kompletten Artikel (keine Sorge, ist nicht zu lange) zu lesen:

Wie Fotografen mit Absagen umgehen sollten.

Habt Ihr schonmal eine Absage bekommen? Wie war das für Euch? Wie seid ihr damit umgegangen?

Ich bin Martin Gommel und Herausgeber dieses Blogs.

Mit Gastautoren, Gesprächspartnern und Lesern sinne ich hier in Wort & Bild der Fotografie nach. Das geschieht meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern - wir lachen auch über uns selbst. Und: Wir hören gerne Jazz ...

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Kommentare

  1. Manuel sagt:

    Kommt immer ganz darauf an mit welchem Ohr man die Nachricht aufnimmt, nehmen wir das Beziehungsohr, sind wir schnell beleidigt und gekränkt, denken wir uns aber in den Gegenüber und bleiben auf der Sachlichen Ebende, versuchen die Entscheidung nachzuvollziehen, kann fast gar nichts passieren.

  2. Freizeitradler sagt:

    Diesen Artikel kann in jeder Lage, sei sie Geschäftlich oder im Privaten Bereich,anwendung finden.Es ist für einen persönlich besser die negativen Nachrichten nicht zu nah an sich herankommen zulassen.

  3. jana sagt:

    Ich habe erst letzte Woche eine Absage für eine bereits gebuchte Hochzeit bekommen. In diesem Fall weiß ich nicht, warum mir abgesagt wurde- die Kunden riefen einfach an, sagten ab und legten wieder auf. Noch ehe ich reagieren konnte, war das Gespräch abgewürgt. Wenn ich den Grund für das Warum nicht erfahre, wurmt mich das schon sehr. Aber das Leben geht weiter, kein Grund kindisch zu reagieren oder beleidigt zu sein.
    Da bin ich eher “beleidigt” wenn Freunde die “Konkurenz” buchen ;o)

  4. gruftigirl sagt:

    Zum Glück überwiegen die Zusagen gegenüber den Absagen. Aber Letztere gehören (leider) auch mit dazu.
    Wenn man auf dem letzten Drücker bei einer Veranstaltung auftaucht, ohne Akkreditierung, kommts drauf an, welches Medium man repräsentiert. Bei öffentlichen Events wie zB eine Museumseröffnung kommt man ohne Weiteres mit Presseausweis rein, bei Bürgerfesten und dergleichen sind Foto-Journalisten auch immer gerne gesehen.
    Schwieriger sind private Konzerte, Parties und Insidertreffs, da MUSS man sich vorher ankündigen. Klappt auch meistens. Aber – je größer die Veranstaltung und je weiter weg von unserem Standort, desto mehr Überredenskunst ist gefragt. Schließlich wünschen sich die Organisatoren gerne einen guten Werbeeffekt.
    Sollte mal ne Absage eintrudeln, dann denk ich mir zwar “Schade”, aber schiele schon auf die nächsten Ziele. Oder auf meine erreichten Akkreds. Immer nett und höflich bleiben, egal ob vor Ort oder per Email, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Das zeugt von wahrer Professionalität.

  5. Frank sagt:

    @ Jana …. das tut weh, ist mir aber letztes Jahr genau so auch passiert und dann gehen die inneren Zweifel los, sowas ist ätzend und kann einen ganz schön lähmen.
    Bei mir habe ich im nachhinein erfahren das sich das Paar 3 Wochen vor der Hochzeit getrennt hatte, das war für’s Paar bestimmt eine unschöne Sache, gab mir aber wieder ein Stück meines Selbstvertrauens zurück. ;-)

  6. Nachfolgend meine Antwort auf eine Absage. Grund der Absage, eine Freundin hat sich bereit erklärt zu “fötele” – ein ekliges, helvetisches Diminutiv …

    “Besten Dank für Ihre Mitteilung. Bei einem solchen Angebot
    kann ich als Fotograf kaum dagegen halten.
    Ich wünsche Ihnen ein fabulöses Fest und Ihrer Freundin das beste Licht!”

  7. armineral sagt:

    @ gruftigirl
    ich glaube eher, dass absagen gegenüber den zusagen überwiegen, vorallem wenn man am anfang steht bezüglich aufträge usw.. da ist es für anfänger (wie ich zb, hatte nie einen auftrag) sicher schwer damit umzugehen und positiv vorauszublicken.
    ich lese aus deinem kommentar eine gewisse erfahrung mit aufträgen, ab- und zusagen, aber wie ist es in dies auftragsphotographie einzusteigen? biet ich mich als photograph an, nebenbei.. darf ich mich als photograph überhaupt anbieten?

  8. Michael sagt:

    ewig sind himmel und erde
    und sie sind ewig
    weil sie nicht wirken ihrer selbst wegen
    daher ihre ewigkeit
    so stellt der weise sein selbst zurück
    und ist den anderen voraus
    wahrt nicht sein selbst
    und es bleibt ihm bewahrt
    denn ohne eigensucht
    vollendet er das eigene
    laotse

  9. Fabian sagt:

    Sehr informativ, für Beruf, Pivat, … fürs Leben!

    @Der Bebilderer: Ich denke du zeigst hier das Paradebeispiel, wie man sich richtig zu verhalten hat. Respekt!

    Lg Fabi

  10. Michael sagt:

    @Fabian: Wohl das ironische Ich als Fotograf beim Bebilderer nicht mitgekriegt?

  11. Uwe W. sagt:

    Ich bin kein Fotograf und auch nicht selbständig. Daher kann ich mich nur in den Fotografen hineinversetzen. Ich finde, dass sich diese Situation der Fotografen gut ins Leben vieler übertragen lässt, in dem man das Beispiel einer Bewerbung hernimmt.

    Ich glaube jeder, der nach einem Bewerbungsgespräch schonmal eine Absage bekommen hat, obwohl er glaubte, sich wacker geschlagen zu haben kennt das Gefühl. Nach dem Lesen des nichtssagenden Absageschreibens sind es meist Enttäuschung, Selbstzweifel, Wut etc die zunächst die Gedanken beherrschen.

    Aber auch hier gilt es, Haltung zu bewahren. Es nützt nichts in schlechter Erinnerung zu bleiben. Ich würde, wenn sich die Möglichkeit bietet, z.B. bei einer direkten Absage vis á vis, mit einem ernsthaften und höflichen Lächeln mein Bedauern zum Ausdruck bringen und mich denoch empfehlen.

    Als Außenstehenden sehe ich einen Fotografen in einer Art Dauerbewerbung. Wenn dann noch der wirtschaftliche Druck dazukommt, sind wir gar nicht so weit weg von Arbeitssuchenden der nach Arbeit sucht, um seine Brötchen zu verdienen. Ist man bei der Jobsuche erfolgreich, hat man erstmal Ruhe. Aber als selbständiger Fotograf ist das eine neverending Story. Das muss man mögen…

  12. Frank sagt:

    Top Thema und Gedanken, für mich ist das weit weg, aber sehr Interessant. Gruß Frank

  13. Bernd sagt:

    Bringt diese Content-Vervielfältigung eiegntlich wirklich was oder ist es nur Verlegenheit?
    Ich meine, was bringt denn dieses Posting hier gegenüber dem Original bei Frau Mettmann neues?

  14. Michael sagt:

    Welche Diskussion?
    Wenn Dir einer Absagt, halt mal schön den Kopf unten und die Füße still. Allgemeines Kopfnicken. Jeder berichtet, wie toll er sich einschleimt, um im Geschäft zu bleiben. Rückgraterweichung oder selbstausbeuterische Notwendigkeit?
    Tschuldigung, wollte keinem auf die Füße schlappen, wobei, wenn ichs mir recht überlege…
    Der Laotse Kommentar oben war schon ernstgemeint!

  15. @Michael: Wie gehst Du mit Absagen um?

  16. @Michael
    das habe ich sehr wohl mitbekommen, ob es jedoch ironie ist…
    ich denke eher ein wohlüberlegt geschmeidiger Denkanstoß an den Kunden, a la “bei mir kostet die Qualität was, bei deiner Freundin gibts nicht diese Qualität, aber dafür kostet die auch nix”
    Ich denke er hat den guten Ton bewart und dem Kunden fürs nächste mal geholfen.

  17. gruftigirl sagt:

    @armineral
    Ich arbeite NEBENBERUFLICH als Foto-Journalistin für ein Online-Medium, gerade schon aus diesem Grund kann ich gelassener mit Absagen umgehen. Zu Beginn kümmerte sich mein Chef um meine Akkreditierungen, aber um ihn zu entlasten und um schneller auf interessante Shootings zu reagieren, bot ich ihm an, mich selbst um die Aufträge zu kümmern. Da unsere Webseite eine hohe Besucherzahl pro Tag aufweisen kann, sind wir für viele Veranstalter eine willkommene kostenlose Webung und daher hat man deutlich höhere Chancen als Privatfotografen, genehmigt zu werden.
    Natürlich biete ich mich an, “Frechheit siegt” heißt es so schön! Schön höflich, schön förmlich, mit einen netten Hinweis auf die Veröffentlichung der Fotoberichte. Und da die meisten Veranstalter durchaus “pressegeil” sind, hat man sehr gute Chancen auf eine Zusage. Eine Hand wäscht die andere…

  18. Michael sagt:

    Wie gehe ich mit Absagen um… als Festangestellter mit akademischem Abschluss in einem krisenfesten Beruf habe ich diese Probleme nicht in dem Umfang. Absagen sind für mich nicht existenzbedrohend, sondern nur “lästig”. Eine Abfuhr meiner Chefs bzgl. irgendwelcher Vorhaben kann ich aussitzen.
    Ich wollte nur darauf hinweisen, dass auf der einen Seite immer über den Preiskrieg unter Einbeziehung der Amateuere gejammert wird und andererseits dann gestandene Fotografen nicht den Schneid haben, das gegenüber den Königskunden so zu kommunizieren. Bring mal Dein Auto in die Werkstatt und sag dann nach dem Kostenvoranschlag, Ne Danke, das lasse ich mal meinen Spezl machen, der hat auch nen Schraubenzieher.
    Klingt utopisch?
    Zum anderen geht es mir um die ständige Verknüpfung von beruflicher Existenz, der Anerkennung durch Dritte und dem Selbstverständnis als Künstler. Ist das sowas wie eine Berufskrankheit?
    Ich wiederhole einfach fröhlich:

    so stellt der weise sein selbst zurück
    und ist den anderen voraus
    wahrt nicht sein selbst
    und es bleibt ihm bewahrt
    denn ohne eigensucht
    vollendet er das eigene

  19. Ulli sagt:

    Mir fällt da spontan die Aussage ein:
    “xxx, für dich habe ich heute kein Foto!”

    Hahaha, natürlich schaue ich sowas nie nicht an! ;-)

  20. @Fabian, Michael und alle Anderen: Um ehrlich zu sein geht es auch etwas um Stolz. Um jeden Preis geh ich nicht fotografieren. Und wenn ich eine Reportage wegen (massiven) Preisdifferenzen nicht umsetzten kann, dann hinterfrage ich die Ansprüche der Kunden und nicht des umsetzenden Fotgrafen / Fotografin. Meine Produkte kosten und das wird so kommuniziert. Portfolio und Referenzen liegen auf, der Kunde hat die Wahl.

    Und ja, ist im Satz ist ein Wink an den Adressaten gerichtet. Ironisch oder nicht, leicht gesalzen auf alle Fälle.

  21. Castle sagt:

    Hallo Martin,
    ich hab mir jetzt deine Website nicht perfekt durchgelesen, aber es gibt ja eigentlich in jedem Vertrag Stornobedingungen. Und wenn man andere Buchungen ablehnt, weil man schon eine Hochzeit “hat”, entsteht ja durchaus ein Schaden in Form von Ertragsausfall. Ist ja nicht grad die Regel, daß ein BP erst 48 Stunden vor der Trauung einen Fotografen haben möchte, oder man selbst noch zu einem Auftrag kommt.

    Insofern, gerade wenn mit solch “witzigen” Argumenten wie “Tante Frieda macht das für lau” KURZFRISTIG abgesagt wird, 1/3 der vereinbarten Summe fakturieren, abgeben zum Inkasso und fertig. Was soll das ?

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