Redaktioneller Beitrag15.06.2009 / 09:00

Was ist eigentlich der Crop-Faktor?

Was ist eigentlich der Crop-Faktor?Dieser Gastbeitrag ist von Philippe Schrettenbrunner, einem IT-Berater und leidenschaftlichen Fotografen aus München. Er betreibt ein eigenes Fotografie-Blog phischeye und twittert.

Die meisten Fotografen wissen, dass der Crop-Faktor Einfluss auf das Bild hat und man die Brennweite des Objektivs mit dem Crop-Faktor multiplizieren muss. Es gibt aber sehr unterschiedliche Auffassungen darüber, was der errechnete Wert denn nun genau bedeutet.

Dabei ist es eigentlich recht einfach, macht man sich folgende Grundlagen der Fotografie bewusst:

  • Wenn wir vom Crop-Faktor sprechen ist die wichtigste Bezugsgröße der Kleinbild-Film. Ein Negativ-Bild einer Kleinbild-Kamera ist immer 36x24mm groß. Genau diese Größe meint man heutzutage, wenn man von Vollformat spricht.
  • Jedes Objektiv, analog wie digital, erzeugt einen Bildkreis. Das ist eine kreisrunde, spiegelverkehrte und auf dem Kopf stehende Abbildung des fotografierten Gegenstands.

Damit das Bild vollständig abgelichtet wird, muss der Durchmesser des Bildkreises mindestens so groß sein, wie die Diagonale des Negativs bzw. des Chips. Bei einer Kamera mit Crop-Faktor ist nun der Chip kleiner, als bei einer Kleinbild-Kamera bzw. einer DSLR mit Vollformatsensor. Die kleinere lichtempfindliche Fläche bewirkt einen Beschnitt (engl.crop) des sichtbaren Bildausschnittes. Dadurch verkleinert sich der Bildwinkel.

Der Crop-Faktor gibt das Längenverhältnis der Diagonalen im Vergleich zum Vollformat an.

Was ist eigentlich der Crop-Faktor?

In der Grafik sieht man einen Bildkreis, in dem eine Rose abgebildet ist. Der blaue Rahmen entspricht einem Film oder Sensor im Vollformat. Der orangene Rahmen zeigt einen Chip mit Crop-Faktor, der auf Grund seiner Größe weniger Bildinformation abbekommt.


Das Objektiv bildet die Rose also immer gleich ab, nur kommt bei einem Vollformatsensor mehr Umfeld auf das Bild als bei einem kleineren Sensor. Ein 100mm Objektiv ist an einer Vollformatkamera ein 100mm Objektiv.Ein 100mm Objektiv ist auch an einer Kamera mit Crop-Faktor 1,6 ein 100mm Objektiv, zeigt aber den Bildauschnitt vergleichbar mit einem 160mm Objektiv an einer Vollformatkamera. Daher auch der irreführende Name Brennweitenverlängerung.

Der Crop-Faktor ist übrigens besser als sein Ruf. Kompaktere Bildsensoren sind kleiner, schneller und effizienter zu bauen, was die Kosten reduziert.

Objektive, die speziell für Kameras mit Crop-Faktor gefertigt werden, sind in der Regel kleiner, leichter und kompakter. Das liegt daran, dass nun der Bildkreis an den kleineren Sensor angepasst wurde.

Umgegehrt kann ein Kleinbild-Objektiv, das am Bildrand schon in der Abbildungsqualität abnimmt, ohne Probleme auf einem Body mit Crop-Faktor benutzt werden.
Da der Bildkreis bei so einem Objektiv größer als der Sensor ist, wird der Rand abgeschnitten. Fehler wie z.B. Vignettierung und chromatische Aberration, die vor allem am Bildrand auftreten fallen nicht mehr ins Gewicht.

Allerdings hat der Crop-Faktor nicht nur Vorteile:
Bei gleichem Abstand zwischen Objektiv und Objekt bekommt man bei Vollformat etwas mehr auf das Bild als bei einer Kamera mit Crop-Faktor. Das kann zu Problemen führen, wenn man z.B. mit einer Festbrennweite Portraitaufnahmen macht und nun etwas weiter vom Model weggehen muss, um mit Crop-Faktor den gleichen Bildausschnitt zu erhalten. Durch den größeren Abstand verändert sich zusätzlich die Schärfentiefe.

Schwierig wird es auch bei der Verwendung von Weitwinkel- und Fisheye-Objektiven. Ein 24mm Objektiv bekommt bei einem Crop-Faktor von 1.6 den gleichen Bildausschnitt wie ein 38mm Objektiv, was nicht mehr unter die Kategorie Weitwinkel fällt.

Ein klassisches Objektiv, das für eine Vollformat-Kamera gebaut wurde, kann ohne Probleme an einer DSLR-Kamera mit Crop-Faktor betrieben werden (z.B. Canon EF-Objektive). Umgekehrt gilt das nicht. Ein sog. digital Objektiv, das für eine Kamera mit Crop-Faktor ausgelegt ist, kann nicht an einer Vollformat-Kamera betrieben würden. Der Bildkreis wäre kleiner und somit käme es, ähnlich bei extremen Fisheye-Objektiven, zu schwarzen Ecken auf dem Bild.

Fassen wir nochmal zusammen:
Der Crop-Faktor hat keinen Einfluss auf die Brennweite. Es verkleinert sich aber der Bildausschnitt und somit der Bildwinkel. Daher entsteht der Eindruck, als hätte man eine Objektiv mit längerer Brennweite.

Was ist eigentlich der Crop-Faktor?

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Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentare

  1. Ubbahud sagt:

    Dankeschön für den Beitrag,

    ich als Vollblut Fotografieneuling freue mich über jeden Theoretischen fachstoff.
    Bisher bin ich zwar noch nicht auf das Problem gestossen aber wenn es passieren sollte dann hab ich davon wenigstens schonmal gehört. :)

    lg Ubba

  2. Moondragon sagt:

    Man hätte vielleicht noch erwähnen können, dass bei einem größeren Sensor (z.B. Vollformat gegenüber Crop) bei gleicher Auflösung die einzelnen Pixel deutlich größer sind und somit mehr Licht abbekommen. D.h. dass Kameras mit Vollformatsensor auch bei höheren ISO Werten noch weitestgehend rauschfrei arbeiten können.

  3. Mirco sagt:

    Eine sehr Erklärung des Crop. Hat spass gemacht den Beitrag zu lesen.

  4. kmk sagt:

    sehr schoener artikel – danke schoen!

    was mir allerdings bislang nicht so richtig klar geworden ist:
    a) ganz offensichtlich gilt die regel (im vergleich zum vollformat): je kleiner der chip – desto schaerfer die photos (lassen wir mal das 6mp-problemfeld beiseite, und auch das “schaerfe”-algorithmus-problem). demnach muesste zB bei einem 50mm/1.4 das bokeh bei vollformat staerker, deutlicher ausgeprägt sein als bei crop-1.5, dieses ausgepraegter sein als bei crop-1.6, und bei crop-1.6 staerker ausgeprägt sein als bei crop-2 (olympus etc.).
    ist das der fall?

    b) voellig unklar ist mir, wie es sich mit der “effektiven lichtstaerke” verhaelt: ist es so, dass ein 50mm/1.4-objektiv bei crop-2 ***effektiv*** genauso lichtstark ist wie bei vollformat?
    (also, damit keine missverstaendnisse aufkommen: an der lichtstaerke des objektives wird sich natuerlich nichts aendern – meine frage zielt auf das, was auf dem chip “ankommt”) – ich frage auch deshalb, weil meinen beobachtungen zufolge hersteller von digital-objektiven fuer kameras mit großem crop-faktor (also crop-2 bei olympus) ja ganz offensichtlich sehr grosse probleme damit haben, lichtstarke objektive auf den markt zu bringen – obgleich ja ein markt dafuer vorhanden waere (siehe letzte kwerfeldein-umfrage) …
    danke schoen!!!

  5. Im Nachgang zum kmk:

    c) wie verhält es sich mit der Tiefenschärfe eines Objektives beim Crop- versus Vollformatsensor? Will sagen: Ein 50 mm Objektiv habe am Vollformat bei f/1.4 einen Schärfenbereich von z.B. 1 cm Schärfentiefe bei einer Entfernung von 2 m von Sensor zu Objekt. Wie sieht das bei einem Cropsensor aus (Faktor 1,3 oder 1.5 tec.), wenn sich ansonsten nichts ändert; wieviel cm tief ist die Schärfe dann?

    P.S: Fragen stellen ist leichter als sie zu beantworten, ich weiß ;-)

  6. Dominik sagt:

    Thema “Brennweitenverlängerung” – eines habe ich noch nicht kapiert …
    Was ist mit den Objektiven, die speziell für Crop-Sensoren gebaut wurden – muss ich hier z.B. 17-70mm auch hochrechnen oder stimmt bei diesen dann die Angabe auf dem Objektiv?
    Sind also z.B. bei Sigma die 70mm eines DC Objektivs identisch mit den 70mm eines DG Objektivs?

  7. zlak sagt:

    Zu kmk:
    a) Das Bokeh ist bei 50/1.4 erstmal gleich, das Objektiv weiss ja nicht, ob ein Kleinbild- (ich finde den Begriff “Vollformat” irreführend) oder ein APS-C-Sensor dahinter liegt. Allerdings muss man mit einem Sensor mit Cropfaktor weiter weg vom Motiv sein (oder eine kürzere Brennweite wählen), um den selben Bildausschnitt zu haben – was sich darauf auswirkt, dass die Schärfentiefe grösser und das Bokeh weniger weich wird.
    Zusammengefasst lässt sich sagen: Bei gleichem Abstand ist das Bokeh gleich, egal wie das Sensorformat ist. Bei gleichem Bildausschnitt haben grössere Sensoren das weichere Bokeh.

    b) Blende f/1.4 bleibt f/1.4, egal ob Kleinbild oder Cropsensor. Bei gleichem Licht und gleicher ISO kriegt man bei gleicher Blende auch die gleiche Zeit, ob man eine Kleinbild- oder Cropkamera hat. Die effektive Lichtstärke des Objektivs bleibt also die selbe. Tendenziell lässt sich allerdings sagen, dass Kleinbildsensoren (bei gleicher Pixelanzahl) die grösseren Pixel haben als Cropsensoren und somit pro Pixel mehr Licht “auffangen”. Dadurch muss das Signal weniger verstärkt werden, sodass grössere Sensoren bei hohen ISO-Werten weniger rauschen.
    Zusammenfassend kann man hier also sagen, dass die effektive Lichtstärke des Objektivs gleich bleibt, aber die Lichtstärke des Sensors sich verändert (auch wenn die ISO genormt sind. ISO1600 sind auch an einem Kleinbildsensor ISO1600, was die Belichtungsparameter angeht – aber es sieht aus wie z.B. ISO800 an einer Cropkamera, was das Rauschen betrifft).

  8. zlak sagt:

    Ach: Und grundsätzlich ist es eigentlich eher einfacher, Lichtstarke Objektive zu konstruieren, wenn der Sensor kleiner ist. So ist Olympus ja auch der einzige Hersteller, der Zoomobjektive mit durchgehender Blende 2.0 anbietet.
    Warum in dem System hochlichtstarke Festbrennweiten fehlen, weiss ich nicht. Möglicherweise sehen die Hersteller den Bedarf dafür an digitalen Kameras weniger gegeben als noch früher an analogen SLR. Siehe auch Pentax, wo die neuen, für digitale Sensoren gerechneten Festbrennweiten oft weniger lichtstark sind als ihre analogen Vorgänger. So richtig überzeugend finde ich die Erklärung selber aber auch nicht. :D

  9. Moondragon sagt:

    @kmk: Natürlich wird bei einem kleineren Sensor nur ein Teil des Verfügbaren Lichts genutzt, da der Sensor nur ein Teil des Bildausschnitts abdeckt. Der Rest des Lichts wird von den Kamerawänden absorbiert. Pro Sensorfläche bleibt die Menge an Licht, die auf den Sensor fällt zwar gleich, aber nachdem die Pixel (bei gleicher Auflösung) beim Crop-Sensor kleiner sind, bekommt der einzelne Pixel hier im Endeffekt weniger Licht ab als der größere Pixel eines Vollformat-Sensors. Dieser “Lichtverlust” wird vermutlich durch eine interne Erhöhung der Empfindlichkeit (ISO) des Sensors ausgeglichen. Natürlich ändert sich nicht der ISO Wert selbst, aber ein bestimmter ISO Wert (z.B. ISO 400) bedeutet bei einem Crop-Sensor eine höhere Verstärkung des Signals als bei einem Vollformat-Sensor um auf die gleiche Belichtung zu kommen.

  10. Moondragon sagt:

    Oh, @zlak war schneller und hat es, wie ich finde, auch viel verständlicher formuliert als ich. ;)

    @Dominik: 70mm sind 70mm. Anders als bei Kompaktkameras wird bei Objektiven für (D)SLRs immer die tatsächliche und nicht die “effektive” Brennweite angegeben. Man muss also auch bei Objektiven welche für Crop-Sensoren entwickelt wurden “umrechnen”. Das einzige, was solche Objektive von “normalen” Objektiven unterscheidet, ist der kleinere Bildkreis und die dadurch mögliche kompaktere Bauweise.

  11. J-C sagt:

    @kmk zu deiner zweiter Frage:
    also – wenn das f/1.4er für den 2er-Crop gerechnet / konstruiert ist, kommt natürlich weniger durch – weil weniger “Lichtfläche” gebraucht wird. Zum Vergleich – bei Mittelformat hat man oft “nur” f/4-Objektive … was aber da schon ordentlich lichtstark ist und auch eine verdammt knappe Schärfeebene hat. Aber idR werden die Objektive (gerade die Festbrennweiten) für KB-Sensoren konstruiert – von daher ist das Objektiv an KB und Crop gleich “lichtstark” – beim Crop wird halt nur viel “pulver” verschossen.

    zur ersten Frage – Achtung: Halbwissen! – ich vermute mal, dass Cropsensoren eine geringere “Einbautiefe” haben. Soll heißen sie befinden sich relativ näher an der Objektivöffnung. Dadurch verkürzt sich der Abstand zu dem Punkt, wo sich die Lichtstrahlen kreuzen und die Unschärfen haben sich noch nicht so weit “aufgefächert” – dadurch ist das Bokeh “weniger” und halt auch die Schärfeebene länger.
    da reichen ja schon wenige Millimeter.

    Also so könnte ich es mir erklären – ähnlich dem Bild hier:
    http://www.bobatkins.com/photography/tutorials/cropped_sensor_view/cropped_sensor_view.jpg

    J-C

  12. Moondragon sagt:

    @J-C: Das kann so nicht ganz stimmen, denn dann wäre der Bildausschnitt wieder so ähnlich wie beim Kleinbild, also effektiv kein Crop mehr. Umgekehrt kann es aber sein, dass Objektive, die speziell für Crop-Sensoren gebaut wurden, näher an den Sensor herangerückt werden. Bei den Canon EF-S Objektiven ist das z.B. der Fall, da ragt das hintere Ende des Objektivs etwas weiter in die Kamera hinein.

  13. J-C sagt:

    @Moondragon – stimmt da hast du natürlich recht. dennoch muss es ja einen Grund dafür geben, dass das Licht sich nicht so stark “fächert” – wenn man sich zB die typischen Handykameras anschaut, die haben ebenfalls f/2.8 und Tiefenschärfe von nahezu unendlich ( klar – auch eine Brennweite von 4mm – wie groß da der Crop ist, weiß ich nicht)

    Also das interessiert mich wirklich, wie das physikalisch zusammenhängt. *grübel*

    J-C

  14. J-C sagt:

    Verdammt – ich hab mir die Antwort gerade selbst gegeben. Klar – wenn man einen “krassen” Cropfaktor hat und mit 4mm Brennweite arbeitet (kurze Brennweite = große Tiefenschärfe) hat man NATÜRLICH eine verdammt große Tiefenschärfe. Merke: Kopf einschalten vor “Submit Comment”

    J-C

  15. Moondragon sagt:

    @J-C: Irgendwo hab ich mal was dazu gelesen, weiß aber nicht mehr wo, und hab’s auch nicht ganz verstanden. ;)

    Tatsache 1: kleinere Brennweite -> mehr Schärfentiefe
    Tatsache 2: kleinerer Sensor -> stärkere Vergrößerung -> Zerstreuungskreise (http://de.wikipedia.org/wiki/Zerstreuungskreis) werden auch vergrößert -> kleinere Schärfentiefe

    Es muss wohl so sein, dass sich die Veränderung der Brennweite stärker auf die Schärfentiefe auswirkt als die verkleinerung des Sensors (und die damit verbundene Vergrößerung des Bildes).

    In dem verlinkten Wikipedia-Artikel steht anscheinend auch was über Sensorgrößen. Ich hab nur gerade keine Zeit mir alles durchzulesen.

  16. kmk sagt:

    @carsten;
    @zlak;
    @moondragon;
    @j-c:
    danke schoen!
    (langsam wird mir einiges klarer…)

    (kann es sein, dass das phaenomen, dass es trotz offenkundigen bedarfs an lichtstarken objektiven nur wenige davon auf dem markt gibt, weniger ein crop-faktor/chip-groessenproblem ist, sondern moeg- licherweise eher ein problem des autofokussystems ist??
    sprich: man liest immer wieder kundenreports, dass man bei max. offener blende das obkektiv nicht richtig oder nur mit viel uebung scharf eingestellt bekomme; es gibt herstellerempfehlungen, etwas abzublenden etc. – ich hatte das bislang immer mit dem crop-faktor in verbindung gebracht… …und mich schon sehr gewundert, dass olympus, leica etc. sogar auf cropfaktor 2 gesetzt haben…)

  17. J-C sagt:

    Also ob die AF-Systeme da versagen, wage ich zu bezweifeln.

    Mit der Schärfe bei Offenblende ist es nicht so, dass der AF falsch liegt, sondern, dass die Qualität des Linsensystems nicht gut genug ist – es streut zu stark – das kann man nur durch Abblenden beheben.
    Je besser ein Objektiv konstruiert ist – desto besser ist die Abbildungsleistung bei Offenblende. Aber dann wird das Objektiv auch teurer.

    mal gesponnen: was würde es nützen, ein 200mm f/1.0 zu haben, was dann 100’000€ kostet? Das würde keiner kaufen. Aber wenn man genug Geld hat, dann setzt sich zB Carl Zeiss auch schonmal hin und basteln einem ein 1700mm f/4 für Mittelformat:
    http://www.zeiss.de/C12567A8003B58B9/Contents-Frame/8BAAC109CB80BDDFC12571E100393A1B

  18. Moondragon sagt:

    @kmk: Bei sehr lichtstarken Objektiven gibt es durchaus Schwierigkeiten mit dem Autofokus. Das liegt ganz einfach daran, dass man bei großen Blendenöffnungen, wie z.B. 2.8, 2.0, 1.4 oder sogar noch größer, eine winzige Schärfentiefe von wenigen Millimetern hat (abhängig auch von Brennweite und Motiventfernung). Da muss der Autofokus schon sehr präzise arbeiten, damit auch wirklich das scharf ist, was scharf sein soll. Bei kleineren Blenden (4.0, 5.6, …) gibt es das Problem eher nicht.

    Ein Beispiel:
    Ein Portrait-Shooting, Fokus auf den Augen.

    1. Situation: Blende 4.0, Schärfentiefe ca. 1,5cm
    2. Situation: Blende 2.0, Schärfentiefe ca. 0,5cm

    Angenommen der AF liegt um 1cm daneben. In der ersten Situation befänden sich die Augen noch im Schärfebereich, in der zweiten Situation schon nicht mehr.

    Ergebnis:
    1. Situation -> scharfe Augen
    2. Situation -> unscharfe Augen

    Die Hauptgründe, warum es so “wenige” lichtstarke Objektive gibt, liegen aber wohl eher in den höheren Produktions- und Materialkosten. Zusätzlich ist der Markt für diese meist recht teueren Objektive nicht so groß. Nicht jeder kann oder will sich ein Objektiv > 1.000 € leisten…

  19. J-C sagt:

    @ Moondragon – meinst du wirklich, dass heutige AF-Systeme derart “schwach” auf der Brust sind, dass sie so daneben liegen? Selbst meine olle D70 hat mit einem guten Objektiv knackig fokussiert. Ich kenn nur: entweder der AF greift, oder eben nicht.

    Das andere Problem ist natürlich, dass der AF nicht “weiß”, was man scharf haben will – wenn er sich (bei deinem Beispiel “Auge”) am Augenwinkel “festbeißt” kann die Iris uU schon unscharf sein – das stimmt. aber das liegt halt in der Natur der Sache =) Ansonsten sollten doch heutige AF-Systeme recht zuverlässig sein – oder?

    Aber irgendwie driftet das hier grad sehr vom Thema “Crop” ab =)
    J-C

  20. Moondragon sagt:

    @J-C: Zugegeben, das Beispiel war schon etwas übertrieben, aber es sollte auch nur das Problem verdeutlichen: Große Blende -> kleine Schärfentiefe -> schwieriger zu fokusieren. In der Praxis geht es wohl eher um Millimeter.

    Die Canon EOS 40D hat übrigens in der Mitte einen besonders empfindlichen AF-Sensor, um bei lichtstarken Objektiven noch genauer fokusieren zu können. Das ist glaub ich ein Kreuzsensor kombiniert mit einem diagonalen Kreuzsensor oder so ähnlich.

    Bei dem Problem “was” eigentlich scharfgestellt werden soll hast du natürlich recht. Vor allem nachdem die AF-Punkte im Sucher nicht unbedingt exakt mit den AF-Sensoren übereinstimmen müssen.

    Als Beispiel für die letzten beiden Absätze siehe hier: http://www.imaging-resource.com/PRODS/E40D/E40DA4.HTM

  21. Aaron sagt:

    Ich erlaube mir, hier mal den Link zu einer Seite zu posten, die mir in diesen Fragen sehr geholfen hat: Guckt mal hier!!!

  22. phischeye sagt:

    Zu den Fragen, wie es sich mit Schärfe und Bokeh verhält. Das Objektiv liefert immer den gleichen Bildkreis. Es weiß nicht, wie groß der Chip dort hinten ist. Es kann ein VF-Sensor sein, einer mit Crop und wenns blöd läuft, gar keiner (bzw. wenn man in der analogen Kamera vergessen hat, einen Film einzulegen). Somit liefert das Objektiv immer die gleiche Qualität. Ein kleinerer Sensor erhält dabei aber nur einen Teil davon.
    Ob der Chip über eine sehr hoche Pixeldichte verfügt oder nicht, spielt zwar für die Qualität des Bildes eine Rolle, ist aber unabhängig vom Bildkreis oder Crop-Faktor.

    Verwendet man ein Objektiv für VF-Kameras an einer Crop Kamera, verwirft man einfach einen größeren Teil des Bildkreises und somit dem, was das Objektiv leistet.

    Das Vorgehen ist so lange verständlich, wie man den Abstand zwischen Objekt und Objektiv nicht verändert. Natürlich kommt niemand mit einer Crop-Kamera auf die Idee, immer den Rand abzuschneiden. Darum bewegt er/sie sich weiter vom Objekt weg als jemand, der eine Kamera mit VF-Sensor hat. Dadurch ergeben sich aber andere optische Effekte, z.B. die Schärfentiefe verändert sich.

  23. [...] zu Objekt. Wie sieht das bei einem Cropsensor aus (Faktor 13 oder 1.5 tec.) wenn sich ansonsten ni kwerfeldein.de geeignet für Kameratyp Pentax Brennweite 50 mm Brennweite max. in mm 50 Brennweite min. in [...]

  24. [...] Einsteigerkameras, die in der Regel einen Cropfaktor von 1,6 haben, sind die 50mm ausserdem equivalente 80mm. Viele 35mm Linsen sind allerdings u.U. [...]

  25. Benedikt sagt:

    Folgende Frage bezüglich dieses Temas verfolgt mich schon seit langem und ich wäre sehr glücklich, es endlich zu verstehen. Alles was hier im Artikel steht verstehe ich und habe nichts einzuwenden. Nur das will mir nicht klar werden:

    WARUM überhaupt umrechnen. Im Sinne von: warum immer der Vergleich zum Vollbild (bzw. Kleinbild). Um einen einheitlichen Massstab zu haben und rechnen zu können oder warum sonst?
    Ich selbst zum Beispiel habe schon immer, seit ich fotografiere, eine Cropkamera gehandhabt. Ich bin kein alter Mann, der 40 Jahre lang Kleinbildfotografiert hat, derart vertraut mit meinen Brennweiten und den entsprechenden Bildausschnitten bin “von damals”, dass ich diesen Vergleich stets brauche, um mir das richtige Bild vorstellen zu können.
    Wisst ihr was ich damit meine?
    100 mm sehen bei meiner eos 450d einfach so aus, wie sie aussehen, ganz egal, wie sie bei Voll- bzw. Kleinbild aussehen. Nochmal: für was der Vergleich und die Umrechnung?
    Oder liegt das Geheimnis nicht nur im BildAUSSCHNITT, sondern auch in so Geschichten wie Proportionsveränderung…

    Vielleicht wäre guter Diskussionspunkt das “Normalobjektiv” und die Frage, ob nun 28 mm oder 50 mm bei meiner Kamera mit Cropfaktor die “Normalbrennweite” darstellen würde.

    Vielleicht sollte man klären, was überhaupt unter “normal” zu verstehen ist. Man sagt so etwas, wie dass 50 mm bei Kleinbild dem natürlichen Blick der Augen entsprächen, weder tele noch weitwinkel seien. Doch warum?
    Weder Blickwinkel, noch Bildausschnitt entspricht dem sagen wir mal “superweitwinkel” des Auges. Was ist es also dann, was daran so “normal” sei.

    Vielleicht wäre es wichtig, erst einmal diese Frage zu klären, bevor es weiter geht um die Cropfrage.

    Wie gesagt, würde mich sehr über klärende Antwort freuen!
    Liebe Grüsse.

  26. Benedikt sagt:

    Edit: Definition des Normalobjektivs: Brennweite entspricht der Diagonalenlänge des Aufnahmeformats. Somit wäre für mich das korrekte Normalobjektiv mit 28 mm (glaube ich), zumindest nicht 50, das laut Definition schon Tele entspräche.

    Aber was macht das Normalobjektiv so besonders und woher kommt der gerüchtige Vergleich zum Menschenauge? Einen Vorteil hat sehe ich, dass es, da die Brennweite der Diagonalen mehr oder weniger entspricht, relativ leicht zu entwickeln und bauen ist und somit sie somit schnell sehr lichtstark sind. Aber sonst, reine Definitionssache?

  27. Kaal sagt:

    Ich denke das Problem der tatsächlichen Brennweite und dem Crop-Faktor wurde hier geklärt. „Alte“ Fotografen haben hier eher ein Problem als die, die im Crop-Faktor-Zeitalter mit der Fotografie angefangen haben. Für die jungen sieht eine Aufnahme mit einem 100 mm DigiObjektiv genauso aus wie für einen alten mit einem 160 mm.
    Die Aussage, dass „analoge“ Objektive problemlos an Digi-Kameras angeschlossen werden können, wo sie vom Anschluss her dran passen (meist sog. Vollformat-Kameras), kann man so nicht stehen lassen. Digital-Objektive (so meine Recherchen!) haben im Austrittsbereich eine generell andere Konstruktion als die analogen. Die Strahlen werden von den letzten, dem Chip zugewandten Linsen, nicht gefächert abgegeben, sondern in einem parallelen Strahlenbündel auf den Chip geworfen. Das deshalb, weil die lichtempfindlichen Zellen so angeordnet sind, dass sie nur optimal Licht in el. Energie umwandeln, wenn das Licht senkrecht auf sie trifft. Man stelle sich den Chip wie eine Ansammlung von kleinen aneinandergereihten Röhrchen vor, in denen die Fotozellen übereinander angeordnet sind.
    Interessantes am Rande: Um alle Farben umzuwandeln,, werden nicht drei Fotozellen entsprechend für die 3 Grundfarben verwendet, sondern 4. Eine Farbe braucht aus photophysikalischen Gründen 2 Zellen. Diese Tatsache führte in der Vergangenheit zu Verwirrungen ob nun eine 4 MP-Kamera 4 MP oder nur 1 MP (echte Bildpixel) hatte.

  28. Bine sagt:

    Jetzt habe ich das endlich auch mal verstanden, danke =)

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