Redaktioneller Beitrag03.04.2009 / 09:03

Ein neues Objektiv kaufen: 8 feine Tipps

Ein neues Objektiv kaufen: 8 feine Tipps

Worauf sollte man beim Kauf eines Objektives achten?

Diese Frage habe ich gestern gestellt und um die Meinung der Leser gebeten. Als ich mir diese gerade durchgelesen habe, war ich (ganz ehrlich) beeindruckt, wieviel fachliches Wissen da vorhanden ist. Und somit war es gar nicht so einfach die Auswahl auf ein paar wenige zu beschränken, die ich besonders wichtig für den Enscheidungsprozess finde. Wichtig: Die von mir ausgewählten Kommentare sind nicht “besser” und die anderen “schlechter”. Ich empfehle jedem, der sich gerade Gedanken um den Kauf eines Objektives macht, bei Bedarf auch die anderen Kommentare zu durchlesen.

An dieser Stelle möchte ich meinen eigenen Kommentar zu Euren Tipps einfach mal zurückhalten. Ich bin der Meinung, dass sich hierbei ein super Leitfaden herauslesen und jedem, der sich gerade mit dem Thema beschäftigt einige Anregungen bieten kann. 1000 mal danke also an jeden, der mitgemacht hat und jetzt wünsch ich Euch viel Spass also beim Lesen!

Foto Credits: ctaloi



Raventhird: Wichtig beim Kauf ist es in erster Linie, sich nicht auf widersprüchliche Kommentare und Testbilder in Internetforen zu verlassen (die treiben einen leicht in den Irrsinn, wenn man die Qualität zweier verschiedener Objektive vergleichen will), sondern sich gänzlich auf sein persönliches Gefühl zu verlassen. Ein Objektiv ist dann perfekt, wenn das Handling (und hier sind gute Objektive oft sehr unterschiedlich – fährt es weit aus, wie fokussiert es manuell, liegt es gut in der Hand?) für einen selbst perfekt passt und die Bildqualität gut ist. Deswegen: Vorher ausleihen ist eigentlich Pflicht, gerade bei teueren Objektiven.

Nadi: Wäre ich ein anspruchsloser und „allesdokumentierender“ Allrounder würde ich mir eine Objektiv mit einem großen Brennweitenbereich kaufen z.B. ein 18-200, da ich mir dann das Objektivwechseln komplett sparen könnte. Als Fotograf, der am liebsten Portraits von Menschen aufnimmt, sollte man am besten ein Objektiv mit hoher Lichtstärke benutzen (für selektiven Schärfebereich). Für Ästheten und besonders Kreative bieten sich hierfür die Festbrennweiten an, da man hier viel mehr sein Kopf und seine Augen einsetzen muss. Perfektionisten kommen auch auf ihre Kosten, da die Dinger in der Regel eine höhere Abbildungsqualität haben als Zoomobjektive. Für tolle Landschaftsaufnahmen darf ein Weitwinkelobjektiv natürlich nicht fehlen. 101 Wörter!

Patoa: Gute Mischung: Lichtstärke, Schärfe sowie sinnvolle Brennweite. Wer nicht die teuren Objektive kaufen kann muss entscheiden, wo der eigene Fotografiefokus liegt: Allround-, Tele- oder Makrofotografie. Wichtigsten Bereich wählen und gezielt ein Objektiv aussuchen. 1. Hersteller vergleichen 2. Verarbeitung – Stabilität zählt 3.Verhältnis von Objektivdaten, Qualität und Einsatzgebiet abchecken – im Geiste vorstellen, dass jenes Objektiv das einzige für diesen Bereich sein wird, welches Du kaufst – kein anderes, keine Kompromisse. Lieber nur ein gutes als ein dutzend schlechte. Zahlt sich aus, schon deswegen, weil man nicht ständig überlegen muss, welches man wählt.

Manne: Meiner Meinung nach muss es nicht immer das Objektiv des Kameraherstellers sein. Es gibt auch gute Objektive von Sigma, Tamron und Co.

Stefan: Wichtig ist meiner Meinung nach,
1. nicht den Brennweitenbereich zu kaufen, der toll wäre, sondern den, den man wirklich braucht und verwendet
2. die Lichtstärke nicht zu unterschätzen, je lichtstärker die Linse ist, desto flexibler ist sie einsetzbar

Jana: Ich persönlich finde den Brennweitenbereich am Wichtigsten. Tele, Weitwinkel, Festbrennweite? Das ist eine Frage, mit der man sich schon genauer auseinander setzen sollte und die sich nicht in 2 Minuten beantworten lässt. Ausprobieren, Testen, Beraten lassen und erst dann kaufen.

Felix: Wichtig ist:
- ein freies Wochenende
- das Wunschobjektiv
- viele Fotos
- eine Resultat: kaufen oder nicht kaufen?

D.h. Objektive immer testen und mehrere versch. Hersteller im gleichen Brennweitenbereich testen!

Hombertho: Für mich ist eine gute Lichtstärke ein wichtiges Kaufkriterium. Da verzichte ich lieber auf einen Bildstabilisator. Ich bevorzuge Objektive, die keinen so hohen Brennweitenbereich haben. Lieber mehrere Objektive, die ich nach Einsatzgebiet wechseln kann. Neben Qualität der Optik ist es mir sehr wichtig, dass ich das Objektiv Live an meiner Kamera getestet habe. Ich mache mir nicht viel aus so genannten Expertenmeinungen aus Foren, da jeder andere Ansprüche an ein Objektiv hat. Der Preis kommt bei mir an letzter Stelle. Meine Devise: Lieber ein Objektiv weniger als an der Qualität sparen. Gute Objektive sind Wertstabil.
(Genau 100 Wörter ;-) )

Vor einem Jahr habe ich hier eine Auswertung der bei den Lesern beliebtesten Objektive gemacht – könnte für Euch evtl. einen Blick wert sein.

Haben Euch die Tipps weitergebracht?

Ein neues Objektiv kaufen: 8 feine Tipps

Ein neues Objektiv kaufen: 8 feine Tipps

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Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentare

  1. mahom sagt:

    Klar habe sie mich weitergebracht. Zumindest teilweise. Da ich mir auch schon einige Objektive gekauft und auch viele wieder verkauft habe, ist mir das Thema nicht neu und ich habe auch schon meine eigenen Erfarhungen gemacht.
    Das Neue ist schon bestellt und ich hoffe das es pünktlich zum Wochenende heute kommen wird. Ich freu mich ja so auf mein 70-200 F4 IS USM… :-) *angeb*

  2. Frau Zausel sagt:

    Nun stellt sich mir die Frage, wo kann man sich die Objektive ausleihen? Ich gehöre nämlich zu denjenigen, die ganz klar ein geringes Budget für die Fotografierei zur Verfügung haben, deswegen muss das alles sehr gut überlegt sein. Da ich keine Ahnung habe, ob ich mit einem lichtstarken Zoom aufgrund des Gewichts klarkomme, wäre ja so ein Test für ein Wochenende optimal. LG Frau Zausel

  3. @Frau Zausel: Manche Fotofachgeschäfte verleihen Objektive tagesweise. Und dann gibt es da ja noch LensAvenue (musste halt kucken wegen den Preisen).

  4. Hannes sagt:

    Ein recht lesenswerter Beitrag, der zu grundsätzlichen Überlegungen vor einer Investition in neues Equipment anregt: http://www.docma.info/Das-beste-Equipment.5764.0.html

  5. Brasilien sagt:

    Ich fliege demnächst nach Brasilien und will natürlich tolle Fotos machen, da ich noch eine Kamera kaufen muss haben mir die Tipps schon geholfen, ausleihen würde ich allerdings nie….

  6. Stefan sagt:

    Danke für die Tipps. Bin zur Zeit auf der Suche nach einem guten Makroobjektiv und werde mal vor dem Kauf LensAvenue ausprobieren um eine Fehlinvestition zu vermeiden.

  7. Raventhird sagt:

    @Frau Zausel: Wenn man nicht viele Leute persönlich kennt, die auch photographieren, dann würde ich auch Lens Avenue empfehlen. Ansonsten Photogeschäfte, natürlich.

  8. Raventhird sagt:

    @Brasilien: Du kaufst eine Kamera/Objektive, die Du vorher noch nie in der Hand hattest? Wenn Du nicht gerade zu viel Geld hast, dann wirst Du vermutlich Jahre mit einem Equipment arbeiten, von dem Du nicht einmal weißt, ob es ideal für Dich ist. Nur mal so.

  9. Olaf sagt:

    Aber was ist mit einer eventuellen Serienstreuung des Objektivs? Angenommen das ausgeliehene Exemplar z.B. von Lens Avenue kommt super mit der eigenen Kamera klar oder hat die Qualitätssichtung an einem besseren Tag durchlaufen, aber das spätere Kaufexemplar aus dem Fotoladen oder vom Internethändler aus einer anderen Charge fällt dann durch. Sollte man dann nicht immer besser auch das Testobjektiv kaufen? Wie handhabt Ihr die wohl nicht immer vorhandene Möglichkeit der Rückgabe oder eines Umtausches im Laden bzw. das 14tägige Rückgaberecht beim Kauf im Internet. Oder ist die Serienstreuung doch nicht so das Thema?

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