Die Strassenfotografie entpuppt sich langsam aber sicher zum Gesprächsthema der Woche hier auf kwerfeldein.de. Und da ich mich gerade intensiver damit ausseinandersetze, möchte ich Euch heute einen Fotografen vorstellen, der Strassenfotografie mal ganz anders macht.
Als ich gestern ein paar Fotos von Peter Funch entdeckt habe, war ich ersma platt. Also so positiv überrascht, ne? Die Bilder von Peter Funch haben nicht nur ne ganz eigene Dynamik, sondern man frägt sich nach spätestens 3 Bildern, wie er das bloß gemacht hat. Doch bevor ich hier nun weiterschreibe, schaun wir doch mal gemeinsam drauf.
Peter Funch’s Strassenfotografie
Der Kollege aus Dänemark hat es also faustdick hinter den Ohren. Denn wenn man etwas genauer hinschaut, sieht man dass so manches Foto wohl kaum spontan enstanden ist – aber dennoch verdammt nach Strassenfotografie aussieht. Nachdem ich es gestern getwittert und der ein oder andere sich gefragt hat, ob die Bilder authentisch sind habe ich einwenig recherchiert. Zudem konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese Fotos nicht bis ins kleinste Detail geplant wurden.
Und da bin ich auf ein Interview gestossen, in welchem der Peter sagt:
“I have quit working as a photojournalist because I do not have the respect of making the true story any more. I want to arrange and tell the story in my way.”
Na, da kommen wir der Sache doch schon ein bissken näher, oder? Nach weiterem Recherchieren fand ich einen kleinen Bericht bei Lumas.
“Es war ein imposantes Schauspiel, als Sony in den Straßen San Franciscos 250tausend schreiend bunte Flummies tanzen ließ. Peter Funch war dabei und hat wirklich abenteuerliche Fotos gemacht, bei denen man zweimal hinsehen muss, um zu glauben, was man sieht.” (Tipp: Das hier.)
Was wir diesen Texten entnehmen können, ist, dass Peter Funch gerne experimentiert und seine Fotos “inszeniert”. Der ein oder andere wird nun sagen, dass es damit keine Strassenfotografie im ursprünglichen Sinne mehr ist – aber das überlasse ich einfach mal Eurem Urteil. Sie sehen offenbar nach Stassenfotografie aus und haben auch diesen monumentalen Touch, aber der Peter, der weiss ganz genau, wie er seine Bilder haben will. Und so werden sie dann auch gemacht.
Wie gefallen Dir Peter Funch’s Fotos?








Einige (wie z.B: #1, #2 und #5) sehen tatsächlich natürlich aus. Andere haben (z.B. #3 und #4) wirken gestellt, wieder andere (z.B. #9 und #15) nutzen die Möglichkeit, die Szene zu arrangieren, zur Übertreibung und Karrikatur.
Aber zu “Street” würde ich nur die erste Gruppe zählen. Und: Sie sind zwar interessant und nett anzusehen: Witzig, was man machen kann, wenn Geld keine Rolle zu spielen scheint. Für mich als Hobbyfotograph ist die “Lern- und Inspirationsmöglichkeit” fast null, da sowas absolut off-limit ist – noch viel weiter weg als der Einsatz von diversem teuren Studio-Equipment. Ich kann nicht “mal kurz” mit dreißig Statisten (die obendrein gute Schauspieler zu sein scheinen – die Posen und Gesichtsausdrücke wirken sehr natürlich) eine Straße bevölkern…
Jedes seiner Fotos hat ein Thema und ich denke jedes einzelne ist gekonnt in Szene gestezt bzw. jedes so gewollt
… ich finde viele interessant (auch von den Zusammenhängen)- würde es aber nicht in die “normale” Streetfotoggrafie einordnen, sondern eher in den künstlerischen Bereich, weil alle genau so gewollt sind.
Hallo Martin,
danke für den tollen Artikel. Es war für mich ein richtiger Genuss, mir die Bilder von Peter Funch anzusehen.
Das ist Straßenfotografie mit klaren Inhalten und Aussagen. Ganz große Klasse wie ich finde.
Mir ist es relativ egal, welcher Kategorie ein Foto zugeordnet wird. Wenn es gut ist, schaue ich es gerne an.
Und die digitale Welt hat doch den Vorteil, dass man Dinge gleichzeitig in mehrere Schubladen räumen kann ohne sich entscheiden zu müssen ;-)
VG, Tom (C:=
Ich liebe Funch’s Fotos… auch wenn Sie gestellt sind.. ja es ist keine Street-Fotografie.. aber eine eigene Art von Kunst..
solche fotos müssten doch eigentlich auch ohne statisten möglich sein, oder?
einfach mit stativ zb eine kreuzung mehrmals fotografieren und dann die besten bildausschnitte in der nachbearbeitung kombinieren… hmmmm, ich glaube, ich habe ein projekt : )
Wow, Wahnsinn. Sehr beeindruckend!
finde die Bilder auch super!
Man entdeckt immer wieder was und brauch auch erstmal einen Moment, zu verstehen, was dort gerade passiert.
Ich muss dazu sagen, dass ich erst unabhäng vom Text auf den Link geklickt und danach den Post gelesen habe.
Ehrlich gesagt war ich dann ein wenig enttäuscht. Mir ging es ähnlich wie “aiiiia”…ich dachte auch, der Mann harrt einfach stundenlang an einer Stelle aus und nimmt sich ein Thema vor, welches er dann aus vielen Fotos komponiert.
Naja…aber trotzdem gut =)
wie immer: DANKE für`s Teilen… gut gestellt ist einfach ein festes Date mit dem Zufall ;)
Interessant. Und ich finde es gar nicht schlimm, dass man manchmal merkt, dass es gestellt sein muss…
[...] veröffentlicht und ist momentan auch in deutschen Foto-Blog Szene in den aktuellen Beitragen (kwerfeldein, kamerabericht etc.) enthalten. Wenn Ihr auf der Seite seid, dann öffnet das Album mit der [...]
[...] Heute möchten wir einen Photographen vorstellen, der im Moment in der deutschen Fotoblog-Szene bekannter geworden ist. Vor allem durch den Artkel von Martin. [...]
[...] Sind sie gestellt, inszeniert wie Theaterstücke? Telefonat mit Baltimore – Tillatochter tippt auf Fotomontagen. Gestern dann die Recherche von Martin auf kwerfeldein… [...]
Kreative Ideen und folglich klasse Fotos! Aber das ein oder andere ist zu gestellt für meinen Geschmack.. aber auf jeden Fall interessante Sache :) Danke für den Tipp!
Wow. war echt lange nicht so begeistert von Fotos, made my day!
Vielen Dank fürs zeigen!
Sehr kreativ Fotos…sehr interessant. Danke wie immer…Grüsse
Besten Dank für’s Zeigen, die Bilder mußte ich mir gleich mehrmals ansehen. Sehr inspirierend finde ich
Grüßle
wow, interessante Fotos.
[...]des Alltags schafft doch erstaunlich großartige und eindrucksvolle Ergebnisse[...]
[...] dieses Video mit Joe McNally unter Fotografen so beliebt? Warum sind ist die Strassenfotografie von Peter Funch so [...]
äääh, @aiiiia & peter und überhaupt:
wo genau ist der Beleg, dass hier mit Statisten gestellt wurde?
Mit Zwillingen sogar (Bild 22)? Oder Menschen, die ihren Schatten verschwinden lassen können (Bild 12, Mädchen mit Hund)?
hierzu nochmal, da ich just eben gelesen habe: inszeniert und gestellt ist hier gar nüscht. Funch hat sich über einen Zeitraum von jeweils 10-15 Tagen immer zur gleichen Zeit an die gleiche Ecke gestellt und rund 10.000 Aufnahmen (!) pro Ecke (!) gemacht. Die dann kategorisiert, Personen ausgeschnitten, den jeweiligen Hintergrund isoliert und dann, naja, drauf los gebastelt. Ich bin geneigt zu sagen: ziemlich krank :)
(obwohl ich auf Heerscharen von Assistenten tippe, um den Freistellungs-Horrormarathon zu bewältigen)
Die Fotos sind wirklich verdammt gut gemacht, und wirken auch bei mehrmaligen Hinsehen absolut authentisch. Insgesamt sehr clever und das wahrscheinlich mit einem Heidenaufwand…aber es hat sich gelohnt!