Redaktioneller Beitrag26.06.2008 / 14:02

5 Gründe warum ich die Fotografie prima finde

5 Gründe warum ich die Fotografie prima finde

Fühlen wir der Sache mit der Fotografie doch mal auf den Zahn. Seit 2005 besteht nun kwerfeldein.de und seit einer Weile geht es hier ausschliesslich um Fotos. Du liest kwerfeldein.de höchstwahrscheinlich, weil die Fotografie Dir etwas bedeutet und ich schreibe hier über die Fotografie weil … warum eigentlich ? Was ist an der Fotografie denn so besonderes ? Was begeistert mich – Martin Gommel – daran so sehr ? Dieser Frage möchte ich heute auf den Grund gehen. Und heute wird Fotografie gefeiert.

Fotografie ist für mich mehr als fotografieren.
“Was willst Du damit sagen ?” Nun, fotografieren – das ist der Akt des Knipsens. Hinter der Kamera stehen. Maximal die Bilder bearbeiten. Auf diesen wichtigen Teil werde ich später noch eingehen. Doch Fotografie ist sich viel weiter und viel mehr. Dazu gehört das Schreiben darüber, Flickr, die Kontakte hier und da, treffen mit anderen Fotografen, Tipps und Fragen haben, das Philosophieren darüber usw.. Und das liebe ich daran – es ist komplex und vielseitig, abwechslungsreich und niemals langweilig.

Ich lerne jeden Tag dazu. Klar, das kann man auch bei allen anderen Hobbies. Trotzdem muss das mal gesagt werden. Der Reiz an der Fotografie ist für mich ganz oft das Weiterkommen, besser werden, die Entwicklung nach vorne. Es entsteht Spannung, die das Thema am Leben hält (bei mir ist das so). Denn beim zurückschauen sehe ich ja auch Erfolge. Schaue ich meine ersten Fotos im direkten Vergleich mit den jetzigen an – oh weia ! Gut, dass ich dazugelernt habe ! Gerade gestern habe ich mit Hannes Trapp mal wieder festgestellt, wie wichtig es ist, dazuzulernen. Dazu muss man bereit sein und manchmal von seinem hohen Ross der Allwissenheit (die man zu haben glaubt) herunterkommen.

Ich kann das Erlernte mit(teilen) und andere profitieren davon. Kwerfeldein.de gibt mir die Möglichkeit, Gelerntes in Worte zu fassen. Das tut mir gut, denn so bin ich gewungen Sachen auf den Punkt zu bringen. “Was hat mir denn jetzt wirklich geholfen ?” Tja und da sind wir schon beim Motto von Kwerfeldein.de : Digitale Fotografie lernen. Manchmal würde ich meinen Leitsatz ändern in : Gemeinsam …… lernen, denn es ist eine der tollsten Sachen, wenn andere von meinen Sachen profitieren UND ich lerne ja auch ne Menge von Dir, lieber Leser. Deswegen betone ich auch das Kommentieren immer wieder, denn mich interessiert, wie Du Dinge siehst. So sind Gastbeiträge hier an der Tagesordnung. Gemeinsam lernt man effektiver, schneller und vor allem mehr. Dieser Dialog und die Interaktion machen die Fotografie für mich einzigartig.

Die Arbeit hinter der Kamera ist etwas ganz besonderes. Ein Fotograf hat mal gemeint “Am Ende bin ich doch wie alle anderen : Ein Knöpfchendrücker”. Und ich gebe ihm recht. Klar, wenn Dir die Fotografie nichts bedeutet und Du eigentlich nur wegen der Kohle fotografierst ist das kein Wunder. Doch wenn Du das fotografierst, was Dir gefällt – dann ist es einiges mehr. Das Komponieren, überlegen, neu versuchen, Fehler machen, besser werden, betrachten, Enttäuschung, staunen und die Leidenschaft dahinter – all das macht das Fotografieren doch so wertvoll, oder ? Ja, manchmal ist es stinklangweilig, zu fotografieren, denn manchmal tut man es, weil man es tun muss. Doch das gehört dazu zum ganzen Prozess. Das ist ok, denn es kommen auch wieder andere Zeiten (bei mir ist das so).

Ein Foto ist für mich ein Wunder. Ein Foto hält einen ganz kurzen Moment fest, interpretiert diesen Moment und bannt ihn in 4 Ecken. Dieser Moment wird niemals mehr so sein, wie er in diesem einen Bild war. Es ist wie wenn man aus der ewig grossen Bibliothek der Menschheitsgeschichte ein Buch ziehen würde, das dann seine eigene kurze Story erzählt. Das Bild – ist für mich von hohem Wert. Auch, wenn es täglich Millionen neuer Fotos im Netz zu sehen gibt hat doch jedes Einzelne etwas eigenes, bewundernswertes. Deshalb finde ich Fotografie prima.

Natürlich könnte ich hier noch viele weiter Punkte aufzählen, denn die Fotografie hat so viele Ecken, Kanten und Besonderheiten. Doch diese 5 sind momentan das Herzstück, der Kern dessen, warum ich die Fotografie so gern hab.

Wie geht es Dir damit ? Was ist das, was Dich an der Fotografie so begeistert ? Magst es mir und den anderen Lesern mitteilen ?

PS : Hast Du schon Deinen Sonnenuntergang beim Fotowettbewerb eingeschickt ? Nicht vergessen ;)

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Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentare

  1. Björn sagt:

    Hallo Martin,
    Ich bin vollkommen bei Dir! Ich fotografiere noch nicht besonders lange und mir geht es dabei auch weniger um die Technik und das Fachwissen, denn das eignet man sich mit der Zeit an, ob man will oder nicht.
    Es geht vielmehr um diesen besonderen Augenblick wenn es “Klick” macht…und das muß nicht das Klicken der Kamera sein, sondern eher das “Klick” in meinem Kopf wenn ich dieses EINE Motiv sehe nachdem ich schon den ganzen Tag suche.

    Mit jedem “Klick” besser zu werden und mehr zu sehen ist zwar schön – einen besonderen Moment für die Ewigkeit festzuhalten noch schöner – doch das Schönste sind für mich die immer währenden Erinnerungen an die Tage an denen es – vielleicht sogar mit Freunden – “Klick” gemacht hat. Denn die nimmt MIR keiner mehr – auch kein Festplattencrash

    Noch was: Ich habe durch Deine Arbeit bei KWERFELDEIN.DE viel gelernt. Danke für die Mühe!

    B.

  2. Mihau sagt:

    Ich finde bei der Fotografiev die Vermischung zwischen Kunst und Techik beeindruckend. Jeder kann seine eigene Interpretation von Fotografie ausleben. Ob Schwarz-Weiß-Bilder oder mit Photoshop extrem bearbeitet. Erlaubt ist was gefällt.

  3. jeannine sagt:

    Für mich ist das Besondere an Fotografie, dass ich die Welt mit anderen Augen sehen kann. Seitdem ich fotografiere, bin ich immer auf der Suche nach Motiven, auch wenn meine Kamera nicht dabei ist. Ich bin viel empfänglicher für die schönen Dinge, die um mich herum geschehen, für Situationen, die ich vorher wahrscheinlich nicht bemerkt habe. Dafür bin ich der Fotografie sehr dankbar :)

  4. Jens sagt:

    Das schon genannte könnte ich so unterschreiben, denn es macht Spass, zu lernen, sich zu verbessern (am Sucher und vorm bildbearbeitenden Gerät), Gleichgesinnte zu finden (und deren Bilder kennen und bestaunen zu dürfen), sich über technische Gadgets auszutauschen, schlicht die totale Freiheit der Kreativität zu geniessen und manchmal vielleicht sogar geplant, experimentell oder rein zufällig Kunst zu erschaffen.

    Ich fotografiere noch nicht ganz ein Jahr, und doch hat mir die Fotografie etwas gegeben, was schon immer existent war, mit der tiefergehenden Beschäftigung aber immer feiner herausgearbeitet wird – den Blick für die schönen und interessanten Dinge der Welt um uns herum. Das klingt kitschig, vielleicht sogar religiös (als selbstdefinierter Agnostiker dürfte ich das wohl), doch oft erfasst mich eine tiefe Dankbarkeit, während ich vor meinem geistigen Auge Bilder sehe, die mein Verstand gerade aus der Realität um mich herum formt. Diese Details immer häufiger zu entdecken, die anderen offenbar so oft verborgen bleiben, das ist es, was mich am nachhaltigsten begeistert. Manchmal nenne ich es (anmaßend) den Fotografenblick.

    Ich versuche mir noch abzugewöhnen, diese Momente durch den Ärger, gerade keine Kamera bei mir zu haben, zu schmälern. ;-)

  5. Moritz sagt:

    Gute Punkte. Insbesondere den Punkt 3 finde ich gut: das kann nicht jeder so gut. Dementsprechend passt der gut zu dir. Bei den anderen Punkten bin ich aber voll bei dir. Für mich ist Fotografie, Momente festzuhalten, die anderen vielleicht verborgen bleiben. Dinge sichtbar zu machen, die nicht immer offensichtlich sind.

  6. philipp sagt:

    Du sprichst mir wahrlich aus der Seele!

    grüße :)

  7. Jenni sagt:

    Da ich mich nicht kurzfassen konnte, habe ich es bei mir auf im Blog beantwortet: link Aber grundsätzlich sehe ich das sehr ähnlich zu dem, was du gesagt hast.

  8. Katja sagt:

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen… klasse Zusammenfassung :)

  9. Wie Mihau es angesprochen, ist die Fotografie eine faszinierende Mischung aus Kunst und Technik.
    Da ich in meinem Job auch fotografieren muß, aber dort Auflagen und Wünsche beachten muß und dadurch etwas eingeschränkt bin, ziehe ich in meiner Freizeit mit meiner Kamera gerne raus in die Natur. Dort kann ich mich mit der Kamera austoben. Zudem tut es mir sehr gut, wenn ich viel Zeit in der Natur verbringe. Am liebsten suche ich einsame Landschaften auf, an denen sonst kaum Menschen auftauchen. Außerdem schärft es die Sinne und den Blick auf die Natur! Mittlerweile sind die Ausflüge und das Erkunden von schönen Landschaften ein elementarer Bestandteil meiner Fotografie.

    Gruß Matthias

  10. SaschDaily sagt:

    Ja, ich kann Deine Punkte auch gut unterschreiben – ich sehe das genauso.
    Ich bin erst seit einem knappen halben Jahr dabei. Ich versuche gleich von Anfang etwas künstlrischer an die Sache heranzugehen. Mit Photoshop klappt das noch nicht so gut, wie bei Euch allen, aber ich mache nach und nach Fortschritte und habe mir zumindest für den Anfang schon mal einen gewissen Stil zur Wiedererkennung angeeignet.

    Was ist noch mit der Fotografie verbinde und natürlich hauptsächlich auch mich anzuwenden ist, ist der Gedanke, dass ich Fotografie mit Ungeduld verbinde – was ein bischen stört. Ich habe immer das Bedürfnis, dass jedes Knopfdrücken ein Volltreffer werden muss. Und wird es dass nicht, denke ich immer, ich hätte kein Talent. Naja, in meinem Photoblog kann man sich den einen oder anderen Treffer mal ansehen.

    Aber die Fotografie ist eine Leidenschat, eine Kunst und etwas ganz feines für Technik-affine Menschen. Also genau das Richtige für mich. :-)

  11. Ariane sagt:

    Mich begeistert vor allem das, was du in Punkt 5 ausgedrückt hast. Dass ein Foto einen Moment ausdrückt, für immer festhält, meist etwas, das man nie mit Worten beschreiben könnte. Und Fotografie ist für mich in dem Sinne wichtig, dass sie schon seit so langer Zeit Menschen informiert, ihnen zeigt, wie es auf der anderen Seite der Welt aussieht.
    Auf die Technik kommt es da gar nicht so an, meiner Meinung nach.
    Für mich ganz persönlich ist ebenfalls das Gefühl wichtig, mit jedem Bild dazuzulernen, und es gibt mir auch irgendwie einen Sinn, ist etwas, das ich gern mache, und mehr als das, und etwas, das ich später einmal gern zu meinem Beruf machen möchte. Und man braucht so wenig dazu, man muss nicht jeden Tag üben, kann es auch mal ruhen lassen. Außerdem betrachtet man als Fotograf seine Umgebung auf eine ganz andere Weise.

  12. Toasti sagt:

    Ich hab für dieses Thema wohl eine der pragmatischsten Erklärungen:
    “Ich kann nichts anderes und ich will nichts anderes.”

    :-)

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