Dies ist ein Gastartikel von Hannes Trapp zu einem spannenden Thema in der Fotografie. Wer mag, kann gerne auf seiner Seite potograf.de vorbeischauen.
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Ein gutes Foto ist ein gutes Foto. Egal obs mit ner 30.000€ Kamera aufgenommen ist, oder mit ner Webcam. Obs ein Supermodel zeigt, einen Mülleimer, die dicke Nachbarin, den Penner an der Ecke oder den Pfosten vom Parkplatz nebenan. Egal ob es farbig ist oder schwarzweiß, ob es scharf ist oder unscharf. Egal ob man im Studio penibelst an Licht, Hintergründen und dem Styling geschraubt hat und die verschiedenen Posen zur Perfektion getrieben hat – oder einfach auf der Straße draufgehalten und den richtigen Moment zum abdrücken erwischt hat. Es ist auch egal, ob jemand stundenlang in Photoshop, 10.000 anderen Programmen oder seinem Photolabor an der Einstellung gearbeitet hat und dabei unzählige Regler verschoben oder Chemie und Handwerkszeug überstrapaziert hat.
Im Endeffekt gibts nur eins was zählt: Das Resultat. Wenn jemand draufschaut und der Meinung ist, das sei ein gutes Foto, dann wird er Recht haben. Auch wenn es Dir gar nicht gefällt – oder im Gegenteil nur Du das Bild zu mögen, und sonst keiner Deine Meinung zu teilen scheint. Dann ist es für Dich oder den Anderen ein gutes Foto, vollkommen egal wers gemacht hat. Ein Foto ist immer auch Emotion, Stimmung, Umfeld und Empfindung des Einzelnen.
Natürlich gibt es auch die Fotos, die alle toll finden. Wo man selber draufschaut und sich der “hey ist das geil”-Effekt einstellt – und die anderen eben nicht weitergehen, sondern auch hängen bleiben. Das ist zwar der sichere Zeitpunkt, an dem man sagen kann: “Das ist ein gutes Foto!”, aber nicht das einzige Kriterium. In Fotocommunitys ist das immer wieder spannend. Man scrollt bei einem solchen Foto nach unten, und nicht immer zeigt sich die erwartete seitenlange Kommentarliste – manchmal steht da gar nichts. Doch davon darf man sich nicht irritieren lassen – die Gründe warum da nichts steht sind ebenso vielseitig wie unergründlich. Wenn es Dir gefällt, ist das das einzig wichtige Kriterium und gibt es nur den einzig richtigen Schluss: Das ist ein gutes Foto!








Eine tröstliche Ansicht für alle Amateur- und hobbyfotografen!! Danke dafür!!
Amen.
du sagst es ;)
Sehr weise…
Danke für den Beitrag Hannes. Kann dir da nur beipflichten. :)
seh ich aber ganz entschieden auch so.
Recht hast du!
Danke!! Solche Worte sind sehr motivierend :-)
Sehr gute Kommentar, da kann man nur beipflichten.
Denken wir uns folgende Versuchsanordnung: Du machst fünfundzwanzig oder vierzig Aufnahmen von einer Person, die diese Person in unterschiedlichen Positionen und Haltungen zeigt. Der formale Aufbau der Bilder sollte ähnlich, muss aber nicht gleich sein. Auf jedem Bild sollte beispielsweise das Gesicht zu erkennen sein, der Kopf aber nicht immer die gleiche Haltung haben …
Dann bittest Du die Person sich aus den gemachten Fotos das beste oder die besten zwei Bilder herauszusuchen. Vorher hast Du Dir Deine Favoriten herausgesucht und auf einen Zettel geschrieben. Jetzt bittest Du die Person ebenfalls ihre zwei Favoriten auf einem Zettel zu notieren. Dann gehts ans Vergleichen: in neun von zehn Fällen (ich hab das bestimmt einhundert Mal probiert) kommt man zum gleichen Ergebnis.
Was folgt daraus? Es gibt ganz offensichtlich allgemeine Kriterien zur Bildbeurteilung und wiederkehrende visuelle Gesetzmäßigkeiten, die individuelle Anschauung überwinden. Man kann auch sagen: es gibt, in gewissen Grenzen, eine Hierachie der Bilder.
Womit ich nicht mehr und nicht weniger sagen möchte als: ein Bild das nur mir gefällt gibt es nicht! Und ein Bild das allen anderen aber niemals mir gefällt, gibt es auch nicht.
@Martin: hab’s nich vergessen …
Es gibt immer unterschiedliche Ansichten, all zu unterschiedlich sollten die denke ich persönlich nicht sein, sonst stimmt nämlich etwas nicht. Leider gibt es eben auch diese Personen, die aus “Neid” ein Bild (beispielweise in Foren) als schlecht bewerten, obwohl es im Grunde gar nicht so schlecht ist.
Mal ein bisschen provokant :
Was ist ein gutes Photo ? Ein technisch perfektes Photo ohne Emotionen ist ein schlechtes Photo. Ein Photo das Emotionen übermittelt aber technische Mängel hat ist ein gutes Photo. Das perfekte Photo ? Ein Photo das Emotionen übermittelt und technisch gut ist. Fazit : Emotionen und Gefühle sind wichtiger als Photoshop-Perfektion.
ein beitrag der mir aus der seele spricht!! danke!!
mir geht es auch oft so, wenn ich durch besagte fotocommunities surfe. da sind bilder dabei, die ich einfach super finde und oft auch nicht mal wirklich erklären kann warum. aber da sind wir dann auch an dem punkt, SIE WIRKEN!!
ich bin auch der meinung, dass ein gutes foto immer im jeweiligen auge des betrachters entsteht. ich habe schon bilder von namhaften fotografen gesehen, denen ich absolut nichts abgewinnen konnte. ähnlich wie es mein vorredner angsprochen hat!!
gott sei dank gefallen nicht jedem alle bilder und nicht allen keins….
[...] mein “bestes” Bild wäre aber ich denke doch es passt. Nicht zuletzt hat mich der tolle Beitrag auf kwerfeldein.de von Hannes Trapp dazu aufgemuntert es einfach mal so zu probieren wie ich denke (bin einfach zu [...]
Hallo Hannes,
ich finde das trifft den Kern der Sache ein sehr feiner Artikel kann ich dir nur zustimmen. Schön diesen Artikel gefunden zu haben, eine schöne Zeit mit vielen schönen Bildern
LG Michael
[...] Inspiration zu diesem Video : A Reminder. Weiterführender Gastartikel von Hannes Trapp : Das gute Foto. In manchen Browsern scheint das Video Probleme zu verursachen. Hierzu empfehle ich entweder das [...]
[...] Weil die Fotografie in sich zwar Empfehlungen und Richtlinien führt, die von manchen mehr, und von anderen minder akzeptiert werden, in sich aber keinen begründeten Maßstab hat, der “mit der Abwägung von Wert und Unwert einer Sache einhergeht”. Ein gutes Foto ist ein gutes Foto. [...]