Der Beruf als Fotograf scheint ein sehr begehrter aber auch umstrittener zu sein. In manchen Kreisen besteht die Meinung, dass das Fotografenleben nur etwas für Reiche und besonders begabte ist – und da stellt sich zumindest mir die Frage, ob es auch der normale Bürger zum Fotografen schaffen kann. Dieses Thema ist ein sehr heikles, dessen bin ich mir bewusst. Denn hierzu gehen die Meinungen gewaltig auseinander wie Nord- und Südpol.
Kontra Kontra Kontra und noch einmal Kontra
So manch einer wagt es davon zu Träumen, einmal selbst mit der Kamera sein Geld zum Überleben zu verdienen. Doch in den meisten Fällen hat genau der auch mit der Angst um das Überleben zu kämpfen. Würde man ihn fragen, ob er glücklich wäre von der Fotografie leben zu können würde er glatt mit “Ja natürlich – gibt es was besseres? ” antworten. Doch im gleichen Moment würde er argumentieren, dass das alles nur ein schöner Traum ist, den die wenigsten umsetzen können.
Kontra – die Zweite : Selbstbewusstsein, sagen können wer ich bin und was ich kann – ist ein weiterer Grund, warum einige den Versuch nicht starten wollen. “Meine Bilder sind doch nicht wirklich gut – wer braucht die denn?” fragen sie sich.
Diejenigen, die es geschafft haben, die sind irgendwie “so weit weg”. Aus Sicht eines “Ich-würde-gern-Fotografen” sind die Erfolgreichen häufig die Unnahbaren, die auf der anderen Seite. Keine Chance mal nach Tipps zu fragen oder sich anzuhängen. Ausser man hat “Beziehungen” – die eigentich keiner hat.
Die Ausbildung zum Fotografen ist um es mal ehrlich zu sagen häufig schweineteuer. Und da sind wir wieder – bei den Reichen. Na dann Prost Mahlzeit.
Oder doch ?
Doch manchmal da scheint ein kleines Lichtchen am Horizont zu scheinen. Ja, Lichtchen habe ich gesagt denn es gibt nur sehr sehr wenige, bei denen man mit anschauen kann wie sie Stück für Stück ein Business aufbauen, das sich trägt. Diese muss man mit der Lupe suchen a) um sie zu finden und b) um sie nicht aus den Augen zu verlieren. Doch es gibt sie – die Autodidakten, die auf eine Ausbildung mit einem fetten Grinsen verzichten und ganz unten anfangen. Nebenjob, Sparen und Fotografieren. Und langsam aber sicher schaffen sie es, “auf dem Wasser” zu laufen. Und oh ja, wir beneiden sie darum.
Ich selbst möchte zu diesem Thema keine schnelle Antwort geben (die gibt es auch nicht). Nein, ich möchte Dir das Wort übergeben.
Was sind Deine Erfahrungen mit dem Traum des Berufsfotografen ? Hat es geklappt ? Ist der Beruf Fotograf nur ein Traum ? Wie siehst Du das ?
Mit Gastautoren, Gesprächspartnern und Lesern sinne ich hier in Wort & Bild der Fotografie nach. Das geschieht meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern - wir lachen auch über uns selbst. Und: Wir hören gerne Jazz ...












[...] Gommel fragt die Leser seines Blogs Kwerfeldein, was Sie vom Traumberuf Fotograf halten und welche Erfahrungen sie gemacht haben: Ich selbst [...]
Hallo Martin! Bin selbst nur im Nebenerwerb Fotograf, es reicht halt, um das Equipment, Reise- und Fortbildungskosten und einen kleinen Gewinn zu machen (von dem alleine ich nie leben könnte). Aus meiner Sicht ein traumhafter Zustand, weil ich fotografieren darf, was gefällt (und zwar mir gefällt). Wenn ich mal keine Lust drauf hab, dann eben nicht, da mein Lebensunterhalt im Hauptjob verdient wird. Und mit den Einnahmen bezahlen dies auch (meistens) andere Leute, wenn auch alles auf kleinem Niveau.
Wer Berufsfotograf ist / wird / werden will, ist – ich sag’s mal ganz provokant – ein “armes Schwein”. Denn nun muß er fotografieren, was bezahlt wird – und das noch für (oft) zu wenig Geld. Da bleibt vieles auf der Strecke (auch manchesmal der Spass?). Denn finanzielle Freiheit gehört auch zur Kreativität der Fotografie – wer ein Gefangener des Geldes ist (weil die Fotografieeinnahmen immer etwas zu niedrig sind) ist nicht frei und das macht ihn (manchmal / öfters?) weniger kreativ.
Möge man mir diese stark vereinfachte und provokante Sichtweise nachsehen – aber wer gern selbstbestimmt fotografieren möchte sollte (im Schnitt) einen guten Beruf ergreifen und bloß nicht Berufsfotograf werden ;-)
Happy shooting,
Carsten
@Carsten : Vielen Dank für Deine Schilderung, wie Du den Beruf Fotograf siehst. Und ich gebe Dir recht, als Fotograf leben zu wollen ist eine nicht gerade einfache Angelegenheit – gerade wegen der finanziellen Seite… Wie verhält sich das bei Dir ? Wie gestaltet sich Dein Nebenerwerb ?
Ich denke, was Carsten da betreibt, ist eher so der Traum, oder? Im sicheren Job die Brötchen verdienen und nebenbei Kohle als Fotograf verdienen. Das ist auch mein Ziel :)
Tja, das ist eine spannende Frage! Meine Situation ähnelt der vom Carsten. Nur mit einem kleinem Unterschied, daß ich im Hauptjob auch mit Fotografie zu tun habe. Da ich als Grafiker bei einem kleinen Leuchtenhersteler arbeite, gehört unter anderem auch die Produkt- und Objektfotografie zu meinen Aufgaben. Dort muß ich die Produkte bzw. die Objekte fotografieren und das macht nicht immer Spaß, da mein Arbeitgeber seine eigenen vorstellungen hat, die nicht immer einfach umzusetzen sind. Als Ausgleich ziehe ich gerne durch die Natur und fotografiere das, was mich am meisten interessiert. Mein Nebenjob läuft zwar schon seit über zwei jahren, aber bisher beschränkte sich das auf den grafischen Bereich (Prospekte, Flyer). Die Fotografie ist erst in den letzten Monaten dazugekommen. Mein erstes Bild habe ich erst letzte Woche verkauft. Ein Anfang ist immerhin gemacht.
Auf der einen Seite wäre es schon für mich ein Traum, nur von der Fotografie leben zu können, aber andererseits mache ich mir auch keine Illusionen und weiß, wie schwierig das ist. Das Risiko wäre mir einfach zu groß, den Hauptjob aufzugeben. So, wie es jetzt läuft, ist es für mich okay. Wobei ich mir schon wünsche, dass im Nebenjob etwas mehr gehen könnte. Aber wie gesagt, ich stehe da erst am Anfang. Mal schauen, wie sich das jetzt entwickelt.
Hallo Gommel,
Ja, mir macht mein (Traum)Beruf riesig viel Spass. Immer umgeben von netten Leuten und mal ganz ehrlich… so hart ist das gar nicht ;-). Muss aber zugeben, das ich sehr sehr sehr viel Glück hatte diesen Job als Fotograf bekommen zu haben. Fester Anstellung mit fester Arbeitszeit in eine großen Energiekonzern. Mit zu meinem Aufgaben zählt jedoch auch die Administration des Intranet’s.
Gruß und lebe Deinen Traum – Gerd
Mit der Fotografie ist es wie mit der Rockmusik: Alle wollen das machen, weil es so sexy und kreativ klingt. Alle denken, sie sind die unentdeckten Superstars. Diesen Mut soll man auch gar niemandem nehmen. Weil ganz sicher gibt es welche.
Es ist nur – um beim Bild vom Rockstar zu bleiben – halt doch ein kleiner Unterschied im Lebensentwurf, ob man dann später tatsächlich im ausverkauften Olympiastadion spielt – oder auf Tante Gieselas zweiter Hochzeit Walzer schrammelt oder gegen später “I will survive”, weil sich die besoffenen Gäste das wünschen. In meiner Wahrnehmung bestehen in diesem Punkt geringfügig falsche Vorstellungen von den tatsächlichen Möglichkeiten. Um das mit dem Olympiastation hinzukriegen, reicht Talent allein nämlich nicht…
Ich habe Kollegen, die wissen vor lauter Arbeit nicht, wo zuerst beginnen; die brauchen in ein paar Jahren Vermögensberater um das Geld richtig anzulegen.
Alle diese Kollegen haben eins gemeinsam: sie sind für ihre Kunden unverwechselbar. Diese Kollegen haben aus den unendlich vielen Möglichkeiten, die die Fotografie bietet eine Möglichkeit heraus genommen und sich gesagt: das mach ich jetzt so. Manchmal war das ein Prozess, manchmal eine bewußte Entscheidung, immer aber bestand die Chance zum Erfolg erst, als feststand, was für eine Sorte Fotograf man denn nun ist.
Trifft man diese Entscheidung nicht, läuft man tatsächlich Gefahr, die Schuld auf die Verhältnisse oder den Preis zu schieben …
Aus meiner Sicht besteht kein Grund, Trübsal zu blasen, denn: Ein gutes Foto verkauft sich immer und überall …
Ich fotografiere, was mir gefällt – meist Natur. Es sind Aufnahmen, die mir gefallen, in meinem Wohnblock als Flurschmuck gern gesehen und bei den Arbeitskollegen gerne als Desktophintergrund verwendet werden.
Doch mit meinen Vorlieben auch Geld zu verdienen, dieses ist Illusion. Eigentlich eher eine grauslige Vorstellung.
Allein wenn ein Bekannter sagen würde “Du kannst doch fotografieren, mach doch die Fotos bei meiner Silberhochzeit” – sicher, ich mache es.
Um Fotografieren zum Job zu machen, gehört unwahrscheinlich viel Wissen, Selbstvertrauen und spontane Kreativität.
MT8 hat es ziemlich auf den Punkt gebracht. Durch die technischen Möglichkeiten und die niedrigen Preise in vielen Bereichen denken alle, dass sie ihr Hobby zum Beruf machen müssten. Das ist bei den “Fotografen” nicht anders, als z.B. bei Musikern, die jetzt alle Tonstudios aufmachen, weil Equipment billig wie nie ist und sie schon wahnsinnige zwei Jahre Erfahrung damit haben.
Es sind am Anfang bestimmt einige alte Kontakte, Kumpels usw. für erste Aufträge gut und einen über die ersten 18-24 Monate bringen, aber davon leben sieht anders aus, man wird älter und die Konkurrenz fixer, jünger und kreativer …
Auch ich war selbstständig – spezielle Internetlösungen und E-Learning – aber auch Agenturaufträge wie Printsachen etc. hat man mitgenommen, da man davon leben musste. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon gut 10 Jahre Erfahrung aus div. Werbe- und internen Marketingabteilungen in denen ich gearbeitet und zwei davon auch geleitet hatte. Aber auch bei mir machte es immer nur der Mix aus verschiedensten Fähigkeiten, reichlich nachweisbarer Erfahrung, Verkaufstalent usw. – das Fotografieren, Webdesign, Programmierung, Tontechnik oder sonstwas alleine, hätte niemanden interessiert.
Fotografie ist etwas, was jede Agentur schon selbst drauf haben muss, da es besch….. bezahlt wird und die externe Vergabe sich nicht rechnet. Es gibt sicher hervorragende Fotografen, die sich mancher Auftraggeber auch leistet. Die haben aber einen Ruf, den sie sich über viele Jahre hart erarbeitet haben, sie hatten einfach auch Glück UND die richtigen Beziehungen (zumindest die, die ich kenne)!
Ich persönlich habe meine Interessen schon immer zu meinem Beruf gemacht: Ich war angehender Profimusiker und Tontechniker, und bin sehr früh (1995) in die Internetschiene geraten. Mein Hauptthema seit 2001 und mein Job ist die Produktion von E-Learning Inhalten, was Webdesign, redaktionelle Arbeit, Ton- und Videotechnik, Programmierung und eben auch Fotografie mit einschließt.
Ja, man kann mit seinen Interessen und seiner Leidenschaft Geld verdienen, auch wenn man es nicht gelernt hat, aber es ist sehr harte Arbeit und sehr viel Glück, zum richtigen Zeitpunkt, die richtigen Leute zu treffen. Außerdem hat es auch Nachteile, wenn die berufliche Tätigkeit und das private Interesse sich gleichen: Man ist eigentlich nur noch am Arbeiten.
Und sobald man von einer großen Leidenschaft leben muss, wird auch sie zu einem nüchternen Job, der oft heftiger Kritik ausgesetzt ist, einem oft die ganze Lust daran vergehen kann und man sich eine andere Aufgabe wünscht …
Da hat man es als Hobbyfotograf leichter: Man steht nicht unter diesem Leistungsdruck, kann sich seinem Hobby beruhigt hingeben, da die Miete schon bezahlt ist und hat keine Auftraggeber im Nacken, die für Experimente ohnehin nicht zu haben sind …
Ach so – eine Spezies habe ich vergessen: Die Fotokünstler, die man jetzt auch im Dutzend günstiger bekommt, aber dazu hatte ich mich ja schon mal ausgelassen:
http://www.markus-dollinger.de/2007/11/15/fotokunst/
Markus
@Jürgen: also wirklich, da besteht gar kein Grund, auf die nächste Silberhochzeit zu warten. Ich hab mir deine Bilder in der Community einmal angesehen: das ist doch hier bei uns in Schwerin und Umland und zum Teil richtig brauchbares Material.
Hast Du bei den Agenturen in Rostock oder in Schwerin schon mal vorgeprochen? Karte hinterlassen? CD mit Layoutbildern geschickt? Jedes Jahr werden unzählige Kalender produziert, Kampagnien mit dem Bildschwerpunkt Meck-Pom gestartet, jeder gibt hier eine Broschüre raus und braucht dazu ein hübsches Landschaftsfoto. Also der Bedarf ist bestimmt da. Man muss sich nur ins Gespräch bringen und nicht bei nächster Gelegenheit unter Wert verkaufen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, das Fotografen wie Du dann bei Aufgaben scheitern, die nicht zu ihnen passen, für die sie nicht gemacht sind: Silberhochzeiten beispielsweise!
[...] Gommel hat auf seinem Blog eine Diskussion eröffnet, die noch ordentlich spannend zu werden verspricht. Vom Traum in die Wirklichkeit, vom Traumberuf [...]
als faschionnnn- shoooting- werbe- oeberflaechlich- wedding fotograf kann man bestimmt davon leben, aber, wie anspruchsvoll ist so ein job? nein danke. werde immer wieder gefragt, “wie werde ich fotograf?”, ich wuerde als erstes einen beruf erlernen mit dem ich geld verdienen kann, spaeter kann ich immernoch fotograf werden. fotograf ist heute eh jeder….
gruesse Stefan
Ich habe ehrlich gesagt nie verstanden warum so ein hoher Anteil von Hobbyphotographen meint seinen Lebensunterhalt mit einem urprünglichen Hobby verdienen zu wollen und dafür auch geeignet zu sein. Es mag an den weitverbreiteten Plattformen liegen wo Mittelmäßiges hochgejubelt wird, weil man mal irgendwo einen netten Kommentar dagelassen hat oder man eben welche bekommen möchte. Das Fatale ist doch, dass man irgendwann selber glaubt man produziert Großartiges….und der kritische Blick auf die eigenen Werke ist komplett vernebelt.
Ich bin heilfroh einfach meinem Hobby nachgehen zu können….ohne jeden Druck. Klar würde ich gerne mehr Zeit dafür haben…es gibt schließlich viel zu lernen und zu probieren, aber jetzt als Photograph (was auch immer das bedeuten mag) durch die Gegend zu rennen und jedem Auftrag nachzulaufen hätte als Folge genau das Gegenteil von dem was ich gerne mit Photographie erreichen möchte. Mehr Zeit für das Wesentliche bleibt dann nämlich auch nicht….und das Ganze ist begleitet von zahlreichen Parametern, die einem das Hobby so richtig verderben können……oder wer wird noch halbwegs kreativ wenn er den ganzen Tag auf Taufen und Hochzeiten rumgerannt ist…das Album fertigstellen muss und sich dabei durch tausende von Bildern quält von denen vielleicht 10 brauchbar sind (von gut will ich gar nicht sprechen). Äußerst ermüdend – oder?
Nee…da bleibe ich lieber knipsender Wissenschaftler…:)
[...] kann, wer nicht ? Diese Fragen werden gerade hochspannend in meinem letzten Artikel über den Beruf Fotograf heiss diskutiert. Und während dort die Gespräche über ein für und wieder laufen, [...]
[...] bei Martin diskutieren alle darüber. Ich [...]
Habe nicht alle Kommentare komplett gelesen und hoffe nichts zu wiederholen.
Berufsbedingt (Bildredakteur) habe ich relativ viel mit Fotografen zu tun. Mit welchen, die damit ihr Geld verdienen, aber auch mit welchen die um jeden Groschen betteln müssen und nicht alleine davon leben. So sind dann auch die Erfahrungen – während es den guten und großen glaub ich meistens passabel geht und die auch ansprechend Geld verdienen, gibt es immer wieder welche, die ich an der Strippe habe und die mit mir um jeden Cent feilschen, nur damit ich das Bild kaufe und wenn es weit unter Wert ist. Das ist dann schon fast erniedrigend für den Fotografen.
Es gibt glaub ich verschiedene Fotografengruppen, die sich da einteilen lassen und jede hat für mich seine Berechtigung.
Da gibt es:
1. Die Hobbyfotografen, die gerne mal ihre Bilder bei Microstockagenturen einstellen und meinen so mal 5 Euro verdienen zu müssen.
2. Die ambitionierten Fotografen, die bspws. ihre Bilder bei Veranstaltungen oder Touristenbüros anbieten, damit aber sicherlich auch nicht allzu viel verdienen.
Hier gibt es auch einige, die Hochzeiten hobbymäßig fotografieren und dafür mehr Kohle bekommen oder die bei den Microstocks mehr oder größer anbieten.
3. Dann gibt es die Leute mit Fotodesign-Ausbildung oder ähnlichem, die gerade am Anfang stehen. Hier wird schon mehr verdient und die Leute sind gut zu buchen, weil günstig und gut. Wenn man sich die Magazine zur Zeit mal so anschaut, gibt es viele unabhängige, junge Leute, die z.B. in Neon oder Cicero veröffentlichen und Zeug zu mehr haben.
4. Die Fotografen, die oft Agenturen angeschlossen sind oder einfach einen großen Namen haben. Das sind halt wirklich die Profis, obwohl ich den anderen nicht eine Professionalität absprechen will. Die verdienen ihr Geld nur so und dort hinzukommen ist ein langer steiniger Weg mit möglichst vielen Kontakten.
Man muss immer sehen, was man für Ziele verfolgt. Wenn man Geld mit Fotografie verdienen will, muss man auch hart dafür arbeiten. Viele denken, bei den heutigen Wegen geht das von alleine. Trotzdem haben auch die, die nur mal bei Fotolia oder Shutterstock ihre Bilder einstellen, auch ihre Berechtigung, denn auch diese Bilder kaufe ich für das ein oder andere Projekt, genauso wie die vom Fotografen aus dem Dorf XY, der seine Bilder übers Touristenbüro anbietet. Was ich damit sagen will, dass viele im Netz gerade über solche schimpfen. Jeder glaubt ein Fotograf zu sein. Na und? Qualität zahlt sich im entscheidenen Fall schon noch aus. Und wenn ein Kunde kein Geld zahlen möchte, dann bin ich froh, dass es die gibt, “die sich für Fotografen” halten.
Um mal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen, ob es noch Fotografen gibt, die sich tragen und ein Business aufbauen, ohne lange und teure Ausbildung!? Ich glaube, die gibt esnur noch selten, jedoch bin ich der Überzeugung, dass gerade das lange, teure “Studium” zum Erfolg beiträgt und dies dann das Geld irgendwann wieder einspielt, wenn das Talent da ist. Der Weg ist natürlich weniger holprig, wenn man von vornherein über einen finanziell gesunden Background verfügt.
So ob das jetzt zur Diskussion beigetragen hat…. Fragen über Fragen… =)
Wie war denn euer Weg dorthin? Ausbildung (beschissen bezahlt), Autodidakt (gar nicht bezahlt), Studium (draufbezahlt)?
Hallo,
wirklich eine spannende Diskussion. Der Tenor “verdammt harte Arbeit” und “das schaffen nur Wenige” usw. ist unüberhörbar und mit Sicherheit auch nicht falsch. Jedoch wird dabei auch immer so ein grau-düsteres Bild gemalt, das ich mit meinem Beitrag ein wenig aufhellen möchte.
Kurz zu meinem Hintergrund: ich bin seit 4 Jahren selbständig, zunächst mit einem Presse- und PR-Büro. Meine älteste Liebe, die Fotografie, habe ich vor 2,5 Jahren in mein Portfolio aufgenommen. Seitdem arbeite ich kontinuierlich (und erfolgreich) an dem Ziel, als Fotograf im Business-, Industrie- und Corporate-Umfeld nachhaltig Fuß zu fassen.
Harte Arbeit? Ja. Anstrengend? Auch. Aber dahinter steckt die Energie der Leidenschaft. Ich befasse mich praktisch rund um die Uhr mit dem Thema Fotografie, mache Jobs, bilde mich fort, arbeite an meinen privaten Themen, optimiere kontinuierlich meine Mappe und meinen Webauftritt, baue Stück für Stück ein Expertennetzwerk auf, pflege Kontakte und Verbindungen, mache Deals und treffe Absprachen. Viel zu tun, ja. Aber der Lohn bemisst sich nicht nur am Geld.
Und noch etwas: der Fotografenjob ist Freiheit. Klingt vielleicht paradox, aber ich empfinde es wirklich so. Natürlich ist man eingebunden in Vorstellungen von Kunden und Agenturen und hat mit seinen Bildern bestimmte Erwartungen zu erfüllen. Aber das meine ich nicht. Als Fotograf zu arbeiten ist wunderschön. Man ist derjeniege, der die Linie dann tatsächlich festlegt und entscheidet, welche Bilder wie gemacht werden. Man erforscht Lebensräume, von denen man zuvor nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Man trifft faszinierende Menschen und sieht phantastische Szenerien. Fotografen gelangen an Orte, die den meisten verschlossen bleiben. Oder wie drückte es ein amerikanischer Fotograf einmal aus: “Die Kamera öffnet Dir die Tore zu den Wundern der Welt”. So sehe ich das auch. Ein Arbeitstag als Fotograf mag hart sein, aber er ist praktisch nie langeweilig.
Damit das nachhaltig gelingt, damit man seine Miete und seine Brötchen bezahlen kann bedarf es Können und Fleiß und Talent. Wer nicht sehen kann, wird kein Fotograf. Aber es gibt viele, die sehen können. Wer nicht kontinuierlich an sich arbeitet, wird kein guter oder besserer Fotograf. Erfolg oder Mißerfolg hängt überwiegend davon ab, ob die eigene Haltung von Professionalität geprägt ist. Und Fotografen, die verstehen, was andere (Artdirektoren, Marketingleiter usw.) wollen und nicht nur an ihr eigenes Ding denken, die erreichen etwas mit ihrer Fotografie.
In diesem Sinne: viel Erfolg für alle, die den Profi in sich haben!
VG
Christian
Mh, es ist ja nun schon viel philosophiert worden. Wie gehe ich die Sache jetzt aber ganz praktisch an wenn ich den Mut habe einfach loszulegen mit einem Nebenjob als Autodidakt mit Portraitsmachen und Bildverkäufen von bsw. Landschaften, Kalendern usw.? Gewerbe? Freier Fotodesigner,Finanzamt?
Hallo Marcus,
ich habe zwischenzeitlich etwas zu dem Thema geschrieben, das Dir vielleicht etwas weiterhilft:
http://www.fotografr.de/foto-business/vom-fotoamateur-zum-profi/
VG und viel Erfolg!
Christian
[...] Wie schwierig das Dasein eines professionellen Fotografen sein kann, beschreibt ein Beitrag auf kwerfeldein.de genau. Man sollte nicht über den Zustand eines Berufstands klagen. Was hilft das? Wenn man eine [...]