Dies ist ein Gastpost von Hartmut Ulrich, welcher früher auf fotografr.de gebloggt hat.
Immer wieder fragen mich Leute nach praktischen Tipps für gute Porträts. Die einschlägige Fachliteratur ist reich an Büchern zum Thema, aber ich möchte niemanden mit oberlehrerhaften Sprüchen wie “lies halt ein Buch dazu” langweilen. Hier sind sie also, meine wertvollsten Tipps für gute Porträts.
Der erste Tipp lautet sicherlich, dass man nicht zu verbissen an die Sache rangehen darf. Die Fotografierten merken das nämlich schnell. Und dann gucken sie auch verbissen. Am untenstehenden Beispiel sieht man das schon ganz gut.
Deswegen ist es sehr wichtig, dass man sich viel Zeit nimmt und einfühlsam auf sein Gegenüber eingeht. Dann ist es wichtig, den entscheidenden Moment zu erwischen, wenn die fotografierte Person ihre ganze Seele und ihre ganze Persönlichkeit in einem einzigen Augenblick zum Ausdruck bringt. Man muss darauf vorbereitet sein und intuitiv auslösen. Es gibt viele berühmte Fotografen, die haben ganze Tage mit den Menschen verbracht und dann nur ein oder zwei geniale Bilder gemacht. Allerdings kann man auch zu lange warten.
Sehr wichtig ist, dass man sich bei der Porträtfotografie auf die wesentlichen, prägenden Elemente konzentriert. Unerfahrene Knipser machen oft den Fehler, dass sie zu viel mit abbilden, was zu sehr ablenkt. Bei Porträts sind die Augen immer am wichtigsten.
Für Bewerbungsfotos gelten ganz eigene Spielregeln. Bedenken Sie, dass ein gutes Bewerbungsfoto der erste Eindruck ist und darüber entscheiden kann, ob Ihre Mappe in der nächsten Sekunde in den “wir melden uns”-Stapel fliegt – oder nicht. Am abgebildeten Beispiel ist eigentlich schon beinahe alles richtig. Beispielsweise darf die Kleidung auf keinen Fall zu locker sein. Urlaubsfotos wären bei einer Bewerbung völlig fehl am Platz. Am gezeigten Bild könnte man den Beschnitt noch ein bisschen optimieren, dann sieht man mehr vom Gesicht.
Wichtig ist auch, bei Porträts auf die Farben und Kontraste zu achten. Sog. High-Key-Aufnahmen schmeicheln der fotografierten Person, indem sie nur die dunklen Partien wie Augen und Mund betonen und alles andere überhell erscheinen lassen. So verschwinden Falten im Nu. Umgekehrt betont man bei Low Key Profile. Dann muss man aber sehr aufpassen, dass das Motiv nicht absäuft.
Update: Dieser Artikel ist schon etwas älter – falls Du weitere Tipps zur Portraitfotgrafie suchst, hier ein paar Vorschläge:
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7 wohltuende Portrait Portfolios
Ein Buch, das Du wirklich haben solltest : Der entscheidende Moment
7 leicht verständliche Tipps zur Fotografie
Sei ein Hochzeitsfotograf: Tipps und Hinweise für blutige Anfänger








Ich lasse einfach mal einen Eintrag hier. Nachdem ich deine Seite gefunden habe, werde ich öfter einen Blick werfen ;-)
Mach weiter so!!!!!!
Ich Fotografiere schon länger (Hobby) und habe auch schon einige tolle Bilder gemacht(glücksschüsse) Hier habe nach langem suchen eine Seite gefunden wo super Erklärungen dabei sind und nicht nur bissige Komentare stehen wenn man Fragen hat. Super gemacht !!! Danke
Beim Surfen durch das Internet bin ich irgendwie hier gelandet und wenn ich schon einmal da bin, hinterlasse ich doch einfach mal einen Kommentar.
Schön beschrieben, das mit der Portraitfotografie :-)
Grüße,
Catharina
Das Dazwischen zu erwischen. Ja, es ist wirklich erstaunlich, wieviel nun im Zeitalter der Digitalfotografie ausgelöst wird. Analog denken und das Bild digital machen. Sich Zeit lassen und mal so tun, als wären nur noch 36 Bilder auf dem Film. Es müssen wirklich keine 200 Fotos sein bei einem Portraitshooting. Intuitiv “dazwischen” auszulösen, zwischen gespannt und gelöst – ist schwer zu erklären und irgendwie weiß ich noch immer nicht ob es überhaupt erlernbar ist. Gruß aus Köln, Dirk
Ich finde die Fotos von Joey Lawrence wirklich grandios.
Vielen Dank an Hartmut für die ausführliche Beschreibung.
Sehr gute Beschreibung und super Ideen! Vielen dank für diese wertvollen Infos!!