Dies ist ein Gastbeitrag von Daniel Zellfelder. Daniel ist Author von foto-howto.de, dem Onlinemagazin für Digitalfotografen.
Was wäre wenn…?
Ja, es gibt sie; Blogs, Portale, Foren und Podcasts, welche sich mit dem Thema Digitalfotografie beschäftigen. Doch eines haben so gut wie alle gemeinsam: Jeder will seine Nutzer und ebenso Informationen für sich behalten. Es entstanden zwar in den letzten Jahren viele gut geführte Webseiten, welche dem Benutzer meist zwei- bis dreimal in der Woche neue Informationen, Gedankengänge und ähnliches offenbaren. Neben den „normalen“ Inhalten tauchen aber auch auf so gut, wie jeder dieser Seiten Artikel auf, in denen der/die Betreiber dazu auffordern mitzumachen. Eines der größten Probleme der Blogger, Redakteure,… ist die Zeit, da sie die Seiten meist in Ihrer Freizeit betreiben. Doch was wäre, wenn sich ein Großteil dieser Seiten zu einem großen Portal zusammenschließen würde? Ich habe mir dazu ein paar Gedanken gemacht.
Die Vorteile
Als erstes hätte dieses Portal tagesaktuelle News, da jeder hier und da wichtige Neuigkeiten aufschnappt und diese dann in einen Artikel verarbeiten kann. Durch mehrere Autoren wäre auch gewährleistet, dass selbst an Tagen, an welchen ein oder zwei Autoren krank oder anderweitig beschäftigt sind, der kontinuierliche Artikelfluss nicht unterbrochen werden würde.
Daraus resultiert auch der zweite Punkt, den ich gerne ansprechen würde. Durch die Vernetzung des Wissens vieler Fotografen und Grafiker entstünde ein so geballtes Wissen, dass dieses „Portal“ Fotozeitschriften und ähnlichem bei weitem überlegen wäre. Jeder könnte gezielt an den Stellen sein Wissen einbringen, an denen er sein Können sieht. So würde recht schnell eine zentrale Anlaufstelle für Informationssuchende entstehen, die neben vielen Lesern und einer Steigerung des Bekanntheitsgrades der einzelnen Redakteure auch eine enorm große Wirkung auf Firmen mit sich bringen würde. Dadurch könnte womöglich ein vermittelndes Medium zwischen den Nutzern (Fotografen) und den Herstellern (den „großen“ Firmen“) von Kameras und Zubehör entstehen.
Die Nachteile
Ein solches Portal würde für den Nutzer fast nur Vorteile mitbringen, doch natürlich zieht es auch Probleme mit sich. Eines der größten Probleme dürfte es sein, den Inhalt so darzubieten, dass jeder auch das findet, was er sucht. Dies ließe sich zwar durch ein entsprechendes Konzept und Design der Seite gewährleisten, jedoch dürfte es relativ bald zu einem weiteren Problem kommen.
Was passiert, wenn viele Autoren viele Beiträge über ein Thema schreiben? Richtig, auf kurz oder lang dürfte es schwer werden neue Beiträge zu schreiben, welche nicht schon duzende Male behandelt wurden. Denn auch das Thema Digitalfotografie ist irgendwann ausgeschöpft, zumindest der Teil über den man schreiben kann, da die eigene Kreativität und Begabung nur bedingt übertragbar ist. Man würde dadurch irgendwann fast ausschließlich auf Neuerscheinungen und neue Trends zurückgreifen können. Wenn man das „Wissen“ aber geschickt mit den Neuigkeiten und Trends verbindet, dürfte sich auch das Problem größtenteils erledigen.
Fazit
Gewiss hätte ein solches Portal nicht nur Vorteile, sondern auch sehr ernstzunehmende Nachteile, die sich aber zum Glück größtenteils lösen ließen. Durch geschickte Verknüpfung von Erfahrungen, Grundlagen und Neuigkeiten könnte so eine ganz besondere Webseite entstehen. Ein guter Schritt in die richtige Richtung dürfte es sein, erst einmal „Verknüpfungen“ zwischen den einzelnen Seiten herzustellen und somit das ständige „gegeneinander Arbeiten“ einiger Autoren zu beenden. Ein gutes Beispiel für einen solchen Schritt in die richtige Richtung sind meiner Meinung nach die Gastbeiträge, welche Martin hier verwendet. Weiter so!








Ein weiterer Nachteil ist doch, dass sich irgendjemand um den Betrieb und die Kosten kümmern muss. Der Aufbau der Seite muss doch auch von irgendjemanden übernommen werden.
Aber solche Webangebote gibt es doch schon, zumindest in der Form eines Forums. Auch in einem Forum gibt es Artikel und Beschreibungen. Diskussionen und Fotovorstellungen.
Was soll das Alleinstellungsmerkmal dieser Seite sein?
Hab ich das so schlecht formuliert? Mit Zusammenschluss zu einer großen Seite ist natürlich gemeint, dass dann jeder seinen Teil zum Betrieb beiträgt. Und die Kosten dürften sich bei einem solch großen Projekt wohl leicht durch Google-Adsense oder ähnliches decken lassen.
Das es solche Webangebote schon gibt, da hast du prinzipiel recht. Foren etc. sind sicherlich eine Möglichkeit, diese sind aber gerade für den Fotoeinsteiger, der sich nochdazu vielleicht noch nicht mit dem Internet richtig auskennen, meist nicht die erste Anlaufstelle.
Und unabhängig davon, kann man meiner Meinung nach die Inhalte auf einer “normalen” Seite, welche dann zum Beispiel auch ein Forum noch zusätzlich hat besser darbieten (Stuktur, Design und vor allem Usability) als auf einem reinen Forum. Und was man abschließend zu Foren ganz ehrlich sagen muss: Bei den großen Foren, wie dem dslr-Forum, das auch Einsteiger recht schnell finden sollten werden oft einfache Fragen (die zugegebener Maßen schon öfter beantwortet wurden) von den “Fotogeeks” nur mit : Benutz doch die SuFu oder ähnlichem beantwortet.
Alleinstellungmerkal wäre ganz klar die Beteiligung vieler Fotografen, die alle viel Wissen und somit das ganze Wissen vereint werden würde.
Zugegeben werden Anfänger in Foren von den Fotogeeks immer von der Seite an und niedergemacht, aber unter einem Alleinstellungsmerkmal verstehe ich etwas anderes, denn das Wissen der vielen ist nichts wodurch die Seite sich deutlich vom Wettbewerb abhebt.Das Wissen von vielen bekommt man auch in einem Wiki oder in jedem Foto-forum.
Es soll so etwas wie ein Portal sein mit guter Usability usw. Gute Idee!
Wer kann einen sauberen Code liefern? Auf welcher Basis stellt man so was auf? Wer betreibt das ganze?
Fragen über Fragen zum Projekt.
[...] einem Gastbeitrag auf Martin Gommels Kwerfeldein.de plädiert Daniel Zellfelder von Foto-howto.de für ein [...]
Technisch ist das doch gar kein Problem, oder? Selbst WordPress kann mehrere Redakteure verwalten. Wäre außerdem ne tolle Gelegenheit für ehemalige Blogger wie mich, die keine Zeit mehr für was Eigenes haben.
Vielleicht lassen sich zwei Sachen miteinander verbinden: jeder, der sich mit einem eigenen Blog verwirklichen will, soll das auch weiterhin tun.
Gleichzeitig aber nach links und rechts schauen, auf interessante Blogs oder Inhalte in anderen Blogs hinweisen, Artikel übernehmen, Themen aufgreifen, antworten, Ping-Pong-Spiele mit Bildern etc.pp.
Wichtig ist mir, dass wir hier im europäischen/deutschen Raum eine Kommunikationskultur entwickeln, die nicht nur als Einbahnstraße funktioniert.
An WordPress habe ich da noch gar nicht gedacht. Weiss aber auch nicht, ob WordPress soweit fähig ist auch ein Forum oder ein Wiki zu integrieren.
Ich finde, dass alles unter einer einheitlichen Oberfläche stattfinden sollte und nicht zusammen geschustert aussehen sollte.
Die Idee einer deutschsprachigen Qualitätsplattform kann ich nur zustimmen. Irgendwie haben die US-Amerikaner viel mehr professionelle Seiten und so wandert man immer wieder aus und schreibt auf englisch und stöbert auf englischen Seiten rum, leider.
Prinzipiell ist die Idee genau richtig. Das eigentliche Problem ergibt sich allerdings – und das ist nichts weiter als erlebte Praxis – in der Umsetzung. Wer hat den Hut auf, sprich, wer trifft Entscheidungen? Werden Strukturentscheidungen getroffen wie in einem Verein? Nach welchen Kriterien? Is Content King, Design oder Kohle? Endlose Diskussionen um Erbsen? Endlose Abstimmungsorgien per Mail oder BBS, die mehr Zeit kosten als einzelne Beiträge? Konsens hört sich immer toll an – ist in der Praxis aber immer ein weichgespülter Kompromiss. Ist das Eigenständige eines eigenen Blogs nicht der eigentliche unverwechselbare Wert? Was passiert, wenn ein Lager puristische Gestaltung vorzieht und das andere darauf besteht, jeden freien Flecken mit Werbung vollzuballern, damit sich das Ding trägt, ohne jede Rücksicht auf Gestaltung? Einigt man sich dann auf “ein bisschen Werbung”?
Ich denke, es kommt bei alledem sehr auf das Ziel an: Wenn es Ziel ist, ein großes Fotoportal zu schaffen und mit kommerziellen Anbietern zu konkurrieren, kann es die richtige Idee sein. Wenn man die Freiheit des eigenen Blogs genießt und keine solchen Ziele verfolgt, kann ein solches Projekt schnell zur Last werden…
Schwierig – lohnt sich aber drüber nachzudenken.
Von der technischen Seite her ist das Ganze relativ leicht: WordPress installieren, Feed-Aggregator-Plugin, Blogs auswählen und gut ist. Über einen Cronjob ist es möglich einen Auszug der neuesten ARtikel der verschiedenen Blogs einzuspeisen.
Ich hatte das vor einem halben Jahr mal durchgespielt und es funktioniert wirklich relativ simpel.
Allerdings gab es schon so viele Probleme als ich die ersten BLogger angesprochen hatte (nee, der ist da auch mit dabei – da mache ich nicht mit… der eine will Werbung draufhauen, der andere ist strikt dagegen usw. usf).
Dazu kommen dann allerdings noch ganz andere Probleme: wenn nur 10 Blogs aufgenommen werden, die vielleicht einen WOchenausstoß von 40-80 Artikel produzieren, wird das Ganze relativ schnell sehr, sehr unübersichtlich…