Stell Dir vor, Du hättest neben Deinem Rechner eine Maschine stehen, welche jeden Tag neue Fotos ausspucken würde. Diese Fotos wären zu beginn flau und lanweilig aber nach einiger Zeit bemerkst Du überrascht, dass die Bild von Tag zu Tag besser werden.
Die Fotomaschine hat nur einen Haken : Sie muss immer in Betrieb sein. Würdest Du vergessen, sie anzuschalten, würden die Bilder nicht mehr besser werden und nach ein paar Wochen und Monaten sogar wieder schlechter. Also entscheidest Du Dich, darauf zu achten, sie täglich einzuschalten und die neuen Bilder zu bestaunen und anderen zu zeigen.
Jeder von uns hätte gerne eine solche Maschine, nicht war ?
Darf ich Dir eins verraten ? DU bist die Fotomaschine.
Die Qualität Deiner Bilder wird sich nicht durch das eine neue Tool aus dem Netz von heute auf morgen schlagartig verbessern. Es gibt keine Abkürzung.
Natürlich bist Du derjenige, der selbst entscheidet, wie schnell Deinen Bilder besser und ausdruckskräftiger werden und das hat sehr viel damit zu tun, wieviel Zeit Du hast bzw. welche Priorität Du Deinen Bilder einräumen kannst.
50 Jahre
Ich kenne Fotografen, bei denen sich über ein Gespräch herausstellt, dass sie schon 50 Jahre fotografieren. Davor habe ich jede Menge Respekt. Diese Menschen haben schon die unterschiedlichsten Kameras und Techniken erprobt und ich beneide sie sehr um diese Erfahrung. Doch dann höre eine Art Stöhnen und Bedauern über ihre Bilder und deren Qualität und sie bemerken, dass sie ihre Zeit besser hätten nutzen können. Ehrlich gesagt möchte ich nicht mit Ihnen tauschen.
Übung
Bei der Entwicklung von zunehmender Qualität der eigenen Bilder spreche ich nicht von überdimensionalen Zielen, welche man sich setzt, aber schon nach Wochen desillusioniert den Kopf in den Sand steckt. Nein, Ziele machen aus mir keinen besseren Fotografen. Es es die tägliche aktive Ausseinandersetzung mit der Fotografie, das Üben, das Wiederholen, das Bilder selektieren und das Wagen ins Ungewisse, da man seltenst weiss, welches Wetter da draussen auf einen wartet.
Kreativ Arbeiten
Dann, wenn Du vor Deinem Objekt stehst und nicht mehr auf technische Details achten, ständig auf den LCD schaun und minutenlang über die richtige ISO-Einstellung nachdenken musst – dann hast Du viel geübt und kannst kreativ tätig werden. Dann hast Du Freiheit, um das Objekt zu werben, Dich langsam anzutasten und die Schokoladenseiten abzufotografieren ohne Dir den Kopf über technischen Firlefanz zu zerbrechen.
Der nächste Schritt
Du bist die Fotomaschine und Du entscheidest, welche Bilder sie in einem Jahr auswerfen wird. Der nächste Schritt darauf zu liegt vor Dir, nicht morgen, sondern heute. Wo habe ich die Kamera nocheinmal hingelegt ?
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Mal wieder ein Klasse Artikel, Martin!
schoen gesagt! kann ich nur zustimmen.
ich brauch auch so eine ma… moment mal ,-)
Sehr guter Artikel. Da sieht man die Fotowelt gleich anders. Sollten sich mal alle zu herzen nehmen.