Redaktioneller Beitrag12.07.2007 / 12:01

6 Vorteile einer Foto-Auszeit

Hast Du die Nase voll vom Fotografieren ? Kennst Du das Gefühl, einfach nichts Neues mehr zu entdecken ? Bist Du Deinen Erwartungen an Dich selbst nicht gerecht geworden, hast fotografiert, fotografiert, fotografiert und bist trotzdem nicht weitergekommen ? Ist der Gedanke an Deine Kamera mittlerweile zur Qual geworden, weil Du sie nicht mehr sehen kannst ? Dann ist dieser Artikel für Dich, denn es kann sehr heilsam sein, die Kamera einfach mal für ein paar Wochen wegzulegen.

1. Erleichterung
Einer der ersten Vorteile, welche Du erleben kannst ist das Nachlassen von Erwartungen und ungesunden Verkrampfungen, welche Du Dir selbst zugewiesen hast. Sobald Du Dir selbst erlaubst, “auch mal nicht zu fotografieren”, kann das Auswirkungen auf Dein Wohlbefinden haben. Der Druck, fotografieren zu müssen fällt nach einer bestimmten Zeit weg.

2. Persönliche Erneuerung
Du bist nicht Deine Kamera. Du bist auch nicht die Qualität Deiner Bilder. Je intensiver Du Dich mit der Fotografie identifiziert und sie lebst, desto höher stehen die Chancen (nicht zwingend), emotionale Tiefschläge bei Versagen zu erleben. Dauerhafte Enttäuschungen über die eigene Leistung können negative Auswirkungen auf Deine Psyche mit sich bringen. Dem kann unter Umständen mit einer Pause abgeholfen werden. Du bekommst Distanz zu Deiner “Leistung” und hast die Möglichkeit, den emotionalen Abstand zu nutzen um klarzustellen, dass Du nicht “Deine Kamera” bist. Dein Selbstwert liegt nicht in Deinen Bildern.

3. Neue Definition
In dieser Phase kannst Du Dich selbst zu hinterfragen, aus welchem Grund Du fotografierst. “On the Run” bemerkst Du manchmal gar nicht, dass sich Deine Motivationen verschoben haben. Die ursprünglichen Gründe treten dadurch in den Hintergrund und andere, häufig ungesunde nehmen diesen Platz unbemerkt ein. Sehr beliebte Ersatz-Motivationen sind “besser als andere sein”, “das Lob der anderen” und der “gute Ruf in der Community”. Das sind astreine Produktivitätskiller und fördern keineswegs Deine fotografische Laufbahn. Während einer Fotopause lernst Du damit umzugehen und herauszufinden, was Dich zu Beginn getrieben hat, eine Kamera zu kaufen und loszulegen.

4. Inspirations-Boost
Hast Du Dein wertes Stück erst einmal eine lange Weile nicht mehr angefasst, sind die Chancen hoch, völlig neue Ideen und Wünsche für Deine Fotografie zu bekommen. Ein weiterer Pluspunkt : Was Dich einst an der Fotografie gereizt und begeistert hat kann Dich in dieser Phase wieder frisch beleben. “Vor lauter Wald den Baum nicht sehen” gibt es auch im Fotografenleben, denn nach einer gewissen Zeit verschwindet die Freude am einzelnen Bild. Das kann sich verändern, sobald man die Fotografie mit etwas Abstand betrachtet.

5. Verlangen und Tatendrang

Gegen Ende Deiner Foto-Pause ist es warscheinlich, dass Du wieder Lust bekommst, Fotos zu machen. Das Verlangen, zu knipsen und sofort loszulegen kann langsam aber sicher bemerkbar sein. Diesen Zustand empfehle ich auszuhalten und nicht sofort einzusteigen. Genieße vielmehr den Punkt, an welchem Du bist. Denn das ist es, was Du so lange vermisst hast.

6. Spass am Fotografieren

Es ist etwas vollig anderes, nach einer längeren Pause zu fotografieren und vor allem wichtig, dass die Freude an der Sache im Vordergrund steht. Genieße jede Sekunde hinter der Kamera und fotografiere für Dich selbst. Ich gebe auch den Rat, an diesem Punkt nicht zu übertreiben. Lass Dir Zeit. Solange Dein Geld für die Brötchen nicht davon abhängt bist Du niemandem etwas schuldig und kannst entspannt Dein eigenes Tempo finden.

Mittlerweile steuere ich auf das Ende meiner Pause zu. In den letzten Tagen war ich nun seit Wochen Foto-Abstinenz mal wieder draussen fotografieren. Ohne Druck, einfach, um Spass zu haben. Es war einmalig. Und die Bilder sind auch gut geworden.

Danke geht raus an Konomu, welche mir vor Wochen mit einen netten Kommentar geholfen hatte, “die Kamera einfach mal für ein paar Wochen zur Seite zu legen” .

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Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentar

  1. Lars sagt:

    Hmm, danke für den Artikel. Ich bin auch gerade in der Fotolosen-Zeit. Da kann man sich mal ein bißchen sammeln und dann wieder richtig loslegen, wenn man sich über manches ein paar Gedanken gemacht hat.

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