Redaktioneller Beitrag29.06.2007 / 11:16

Basics : Die analoge Spiegelreflexkamera

Dieser Artikel beschreibt die Eigenheiten der Spiegelreflexkamera. Einige Fotografen und Nostalgiker haben solch eine in ihrem Schrank stehen, und so manche fotografieren damit noch ab und zu. Mittlerweile gibt es nur sehr wenige Fotografen die ausschliesslich analog fotografiern, und sie werden des öfteren als “alte Hasen” belächelt, da sie dem digitalen Zeitalter trotzen. Dennoch tut es manchmal gut, sich bewusst zu machen, das zahlreiche bekannte Fotografen niemals mit einer digitalen Kamera gearbeitet haben.

slr.jpg

Erklärung
Unter dem Wort (SLR-)Spiegelreflexkamera versteht man, dass der Fotograf durch den Sucher genau das Bild sehen kann, welches später bei der Belichtung auf dem Film landet. Über einen Spiegel wird das Bild in den Sucher umgeleitet. Dieser Spiegel klappt beim Auslösen nach oben und anschliessent öffnet sich der Verschluss für die gewählte Zeit (z.B. 1/100s)). Dieser Ablauf wiederholt sich rückwärts, nachdem die Belichtungszeit zu Ende ist. Zuerst schliesst der Verschluss, anschliessend klappt der Spiegel wieder nach unten. Das erklärt, warum es (auch in der digitalen SLR-Fotografie) keinen Sinn macht, während einer Langzeitbelichtung durch den Sucher zu schauen, denn während dieser Zeit gelangt das Bild auf den Sensor und nicht auf den Spiegel.

Ein oder zwei Augen
Der gerade beschrieben Vorgang passiert bei einer einäugigen Spiegelreflexkamera, genannt SLR (Single Lens Reflex). Einäugig ? Auge steht in diesem Fall für Objektiv. Die “Single Lens Reflex Camera” bekam ihren Namen deshalb, weil es auch Kameras gab (gibt), welche über 2 Augen, also 2 Objektive verfügen.


Zweiäugige Spiegelreflexkamera, TLR (Twin Lens Reflex)

tlr.jpg

An der Vorderseite dieser Kamera sitzen zwei Objektive (Augen) mit der gleichen Brennweite. Dieser Bestand wirkt sehr aussergewöhnlich, da Kameras “normalerweise” über ein nur Objektiv verfügen, über welches das Licht auf den Film gelangt und das Bild in den Sucher. So verhält es sich aber nicht bei der Zweiäugigen. Das untere Objektiv ist dem Film zugeordnet, das obere projiziert über einen Spiegel das Bild in den Sucher. Dieses Bild wird durch das sogenannte “Penta-dach-kant-prisma” im Sucherschacht umgekehrt.

Der Vorteil ist, dass das Sucherbild konstant sichtbar ist und nicht wie bei der SLR durch das hochklappen des Spiegels verdunkelt wird. Eine weitere positive Eigenschaft der TLR-Kameras ist die Abwesenheit eines Schwingspiegels, durch welchen die SLR-Kamera bei der Aufnahme leichten Erschütterungen ausgesetzt ist. Auf der anderen Seite ist es sehr leicht nachvollziehbar, warum sich diese Kameras nicht bis heute durchgesetzt haben : Braucht man ein neues Objektiv, ist man gezwungen, gleich 2 zu kaufen und das ist auf Dauer nicht tragbar. Zusätzlich sitzen beide Objektive nicht an der gleichen Stelle. Dadurch ist das Sucherbild nicht zu 100% das Gleiche wie das tatsächlich fotografierte.

Empfohlener Artikel zum Thema Kamera-Nostalgie : Eine verzweifelte Liebeserklärung an die alte Spiegelreflexkamera

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Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentare

  1. Unter dem Wort (SLR-)Spiegelreflexkamera versteht man, dass der Fotograf durch den Sucher genau das Bild sehen kann, welches später bei der Belichtung auf dem Film landet.

    Sofern man die Abblendtaste drückt *schlaumeier-mode-off*

  2. @ Tim : Haha, stimmt, das hatte ich komplett vergessen ;) .. Danke fürs mitdenken.

  3. harald sagt:

    Ich muss unbedingt Deine Seite einpflegen!
    Bei mir ist die Intention zur Analogie nicht irgendwie zwingend gewesen, sondern eher aus Enttaeuschung. Gut, heute sind die digitalen Kameras schon viel viel besser geworden- was aber den Reiz der alten Apparate auf keinen Fall schmaelert.
    Bei mir ist wenig Ablehnung der Moderne,als vielmehr Freude an alter Feinwerkstechnik die Triebfeder- zusaetzlich noch eine immer staerker werdende -ganz persoenliche- Ablehnung gegen Fernostprodukte.
    (Davon gibts fuer meinen Geschmack viel zu viel)

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