Redaktioneller Beitrag30.05.2007 / 11:34

Effektives Kritisieren von Fotos (Teil 3) : Ein ausgewogender Kommentar in 8 Schritten

Viele Menschen wissen gar nicht, wie sie eine Foto-Kritik beginnen sollen. Manche, die gerade erst begonnen haben zu fotografieren fühlen sich nicht “würdig” oder “professionell genug” um ein Bild eines Profis zu kritisieren. Aber hey, es ist regelrecht egal, ob gerade angefangen hast oder schon 10 Jahre fotografierst. Es gibt so viele unterschiedliche Aspekte in einem Bild, auf welche man eingehen kann. Wenn Dir etwas auffällt, dann schreib es einfach. Deine Meinung ist wichtig, und wenn Du einigermaßen ausgewogen schreibst, dann bringt es jedem Fotografen etwas.

Die Bestimmung dieses Artikels ist die, Dich in eine grobe Richtung zu bringen, wie Du eine gute Kritik schreiben kannst und Dir ein paar Punkte zu geben, an denen Du Dich orientieren kannst. Die 8 Punkte decken lange nicht alle Punkte eines guten Kommentares ab, und sie müssen auch nicht in dieser Reihenfolge sein. Es ist lediglich eine Empfehlung meinerseits und selbst wenn Du Dir nur 2 Punkte herauspickst kann das einen grossen Unterschied machen. Für Dich und den Fotografen, welcher sich über eine ausgewogenen Kritik freut.

1. Beschreibe was Du siehst : Objekte, Texturen, Linien, Wiederholungen, Farben usw…Das klingt im ersten Moment etwas seltsam, aber Du glaubst gar nicht, welch unterschiedliche Dinge verschiedene Menschen in einem Bild sehen ;) .
2. Positives Feedback : Beginne damit, über das zu sprechen, was Dir gefällt, was für Dich Aussage hat und das Bild positiv macht. Tip: Bei diesem Punkt kannst Du auch sehr gut auf technische Feinheiten wie Belichtung, Schärfe, Schärfentiefe und Kontraste eingehen.
3. Emotionale Relevanz : Ruft das Foto Gefühle in Dir hervor ? Welche sind das ? Beschreibe, aber hole nicht zu weit aus.
4. Eyecatcher : Wo schaust Du zuerst hin ? Wohin als zweites ? Welcher Punkt / welches Objekt hat Deine volle Aufmerksamkeit ? Der Fotograf erfährt dadurch, ob es ihm gelungen ist, sein Zielobjekt in den Mittelpunkt zu stellen.
5. Interpretation : Was sagt das Bild für Dich aus ?
6. Fragen : Stelle Fragen, welche Du über das Foto hast (Position des Fotografen, Technische Details, Ort der Aufnahme usw…)
7. Konstruktive Kritik : Erwähne ein bis zwei Dinge, welche Dir nicht gefallen oder welche Du anders gemacht hättest. Formuliere ehrlich und sachlich, aber nicht zu schroff. Räume dem Fotografen ein, anderer Meinung zu sein.
8. Abschluss : Fasse in einem kurzen, pränanten Satz zusammen, wie Du über das Foto denkst.

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Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentare

  1. Horst sagt:

    ……Viele Menschen wissen gar nicht, wie sie eine Foto-Kritik beginnen sollen….
    und leute die von fotografie keine ahnung haben sollten keine bilder kritisieren…wie sollten sie auch, wenn sie nicht mal wissen wie blende und zeit funktioniert…wenn sie null ahnung von gestaltung haben…ich kann doch auch nicht einen schreiner für seine arbeiten kritisieren bloß weil ich ne stichsäge im schrank habe.
    bei der fotografie denken alle…ich habe ne kamera, also kann ich mitreden und wenns nur dummes zeug iss…siehe doch die ganzen fotocommunitys …um was gehts da, doch nicht um kritik annehmen, da gehts um gefälligkeit und schönrederei. wenn ich da mal eines der millionen schwanenfotos als total überbelichtet kritisiere….was kommt als antwort…na, das war absicht das ist ne high-key aufnahme.
    also was soll das ganze..entweder echte kritik oder keine….von mir gibts keine schönrederei..basta.
    gruß horst

  2. Martin sagt:

    @ Horst : Ich kann verstehen, dass Du frustriert bist. In vielen Punkten geb ich Dir auch recht. Viel zu häufig gehts um Schönrederei. Und natürlich hängt es immer vom Fotografen ab, ob er Deine Kritik annimmt.
    Die Chance auf eine stimmige Diskussion mit dem Fotografen ist meiner Meinung aber höher, wenn die Kritik gut und “freundlich” ausformuliert ist. Denn dadurch fühlt sich der Fotograf nicht überfahren, sondern eher “unterstützt”. Und das wollen wir mit unserer Kritik ja erreichen, nicht war, Horst ?

  3. Horst sagt:

    @martin: warum meinst du das ich frustriert bin…ich kann dich beruhigen ICH BIN KEINESFALLS FRUSTRUERT und möchte mir dies auch nicht unterstellen lassen.

    ich werde mich auch zukünftig hüten jemanden sein bild zu kritisieren, weder auf meine art noch auf deine.

    was ich aber weiterhin tun werde ist….leuten die ernsthaft vor haben die profischiene einzuschlagen mit rat und tat zur seite zu stehen….so sie das möchten….aber nicht mit schönrederei oder kindlichen umschreibungen einer kritik….wenn sie nämlich keine kritik ertragen, sollten sie diesen job nicht ergreifen.

    der fotochef einer zeitschrift oder einer redaktion ist NICHT zimperlich, da musst du dir schon anhören das dein bild schrott ist…

    ich weiss nicht ob du ne ahnung vom bildgeschäft hast…deinen aussagen nach eher nicht.

    natürlich ist das bei hobbyfotografen und der hausfrauenfotografie anders zu bewerten, da gehen dann selbst verwackelte ( unterbelichete, überbelichtete etc. ) bilder noch als KUNST durch, und lieschen müller freut sich…

    gruß horst

  4. Okay, Horst. Ist vielleicht wirklich nicht Dein Tag heute. Ich würde sagen, Du enspannst Dich ein bisschen und ich mach hier mal dicht.


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