Okay, der Titel ist provokant, einfach dreist. Aber das – sehr gut in dem zu sein, was wir tun – ist doch genau das, wo wir hinwollen [ich mit eingeschlossen]. Und “sehr gut” meint nicht “überdurchnittlich”, denn es geht nicht um den Vergleich mit anderen sondern um das maximale Potential, welches in uns als Fotografen steckt.
In den letzten Monaten habe ich hin und wieder emails bekommen, in denen der Absender wissen wollte, wie er gute Bilder machen kann. Darauf möchte ich heute eingehen bzw. versuchen, von Lösungsansätzen und Teilantworten zu schreiben.
Randbemerkung :
Ich möchte mit diesem Post auf keinen Fall in Anspruch nehmen, die besten Bilder zu machen noch im Stadium des Perfektionisten angelangt zu sein. Mein Lernprozess ist gerade mal am Anfang.
Hingabe
Sorry, das klingt jetzt hart, aber ich muss den ein oder anderen mit einer unangenehmen Wahrheit konfrontieren und ich hoffe, dass es nicht komisch-plump bei Dir ankommt.
Du wirst viele tausende Bilder machen müssen bevor eines dabei ist, welches Deinen Ansprüchen und denen des Print&Web gerecht werden kann. Der Spruch ist schon sehr alt aber : Übung macht den Meister. Du kannst Dich entscheiden, ob Du einfach Hobbyknipser sein möchtest [was völlig legitim ist] oder ob Du Dir die Fotografie zu eigen machen möchtest. Diese Entscheidung liegt bei Dir.
Tue das, wofür Du Dich entscheidest richtig und mit vollem Einsatz.
Viele Menschen denken, wenn sie ein unglaubliches Bild sehen, dass der Fotograf einfach extremes Talent hat, einfach ein perfektes Auge. Was sie nicht sehen sind die zigtausend Fehlversuche, die übelsten Bilder, die schlechtesten Kompositionen die genau dieser Fotograf gemacht hat um dort hin zu kommen. Diese Bilder sieht man natürlich nicht und der Fotograf wäre völlig bescheuert wenn er diese veröffentlichen würde. Aber manchmal da würde ich sie doch gerne sehen. Du auch ?
RealityCheck
Im Flickr-Land des “Totally-Amazing!” “Wonderful shot!” “Extremely powerful Composition” verliert man sehr leicht den Realtitätsbezug. Man denkt sehr schnell zu extrem positiv von den “Guten” und zu negativ von den “Schlechten”. Man vergisst dabei den Backround, den diese Leute haben. Eben, wieviel Bilder sie schon gemacht haben, wie oft sie in der Kälte auf den Sonnenaufgang warteten, wie oft sie gerne die Kamera direkt in den See geworfen hätten…Wie sie Tag für Tag hinter diesem technischen Gerät namens Fotoapparat saßen und abgedrückt haben. .. Man sieht es nicht.
Völlig überwältigt sieht man diese Bilder an. Und dann sieht man seine eigenen und denkt : FUCK. Ich kanns einfach nicht. Ich hab kein Talent. Ich werds nie schaffen.
Sanfter Umgang
… mit sich selbst ist glaube ich eine sehr wichtige Art, mit sich und seiner Entwicklung umzugehen. Vergiss das, was andere von Dir erwarten. Und das, was Du von Dir erwartest und es nicht hinbekommst. Sei gnädig und geduldig mit Dir selbst. Ja, knie Dich rein, gib Dein Letztes – aber sei sanft und liebevoll zu Dir, wenn Du bessere Fotografen siehst. Nimm sie als Ansporn, als Inspiration, aber mach nicht den Fehler, Dich mit Ihnen zu vergleichen. Du bist einfach jemand anderes in einer anderen Zeit und anderen Konditionen.
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hallo Martin, ein wirklich sehr gutes statement, drückt genau das aus, was ich auch empfinde, da ja in letzter zeit das thema dslr photographie stark boomt und der markt mit bildern quasi überflutet ist. ich finde du bist auf dem absolut richtigen weg! weiter so! ….lass uns bald mal ein flickr treffen organisieren!
Hm, hatte mir mehr Tipps erwartet als “Hingabe”. Wobei das schon mal ein guter Anfang ist ;-)
In diesem Zusammenhang auch nicht schlecht finde ich diese Seite: http://www.luminous-landscape.com/essays/next-level.shtml
Da werden vielleicht Tims Wünsche nach mehr Tipps befriedigt. Ist allerdings in Englisch und vielleicht auch schon bekannt :)
Ich seh gerade, dass auf der Linksammlung rechts Lumínous Landscape natürlich schon dabei ist.
Hallo Martin,
ich bin auf dem Weg meiner besten Freundin (seit genau 10 Jahren jetzt Freunde)ihren Kindheitstraum zu erfüllen.
Auf der Suche nach erfahrenen Fotografen bin ich auf dein Statement geraten.
Ich kann mir eigentlich denken das du dich nicht melden wirst aber wie bereits so viele Künstler an ihren Träumen hengend gesagt haben “Die Hoffnung stirbt zuletzt”.
LG
Gülsah
Welche Frage hast Du, Gülsah?
Hallo Martin,
danke für diesen wunderschönen Eintrag. Ich bin absolut neu in der Welt der Fotografie und weiß gar nichts, insbesondere was die Einstellungen von Spiegelreflexkameras betrifft und was sonst alles dazu gehört.
Ich bin sehr daran interessiert Objekte zu fotografieren, die sich bewegen z.B. Tiere, Autos, Motorräder, Schiffe und Flugzeuge, aber auch Landschaften, Menschen und Gebäude sind für mich sehr interessant.
Kannst du mir bitte ein gutes Lehrbuch für Anfänger empfehlen, damit ich wenigstens die ganzen Einstellungen wie Belichtung, Schatten, Schärfe, Wetterverhältnisse, Verschlusszeit und Schnelligkeit, Hintergrund und alles über die ganzen Objektive kennen lernen kann?
Für deine Hilfe danke ich dir im Voraus
Ahmed