Redaktioneller Beitrag23.11.2006 / 18:28

Die Angst davor, kein guter Fotograf zu sein bzw. niemals ein guter Fotograf zu werden

Ich entecke mich immer wieder dabei, schlecht über meine Arbeit als Fotograf zu denken. Häufig passiert mir das in folgenden Situationen

  1. wenn ich in einem Prozess des “für oder wieder” eines Foto-Ausfluges bin.
  2. wenn ich draussen auf dem Feld oder in einer landschaftlichen Umgebung bin und darüber nachdenke, wie ich die vorgefundene Situation in ein Bild fassen kann
  3. während der Nachbearbeitungszeit meiner Bilder; ich finde kein Bild, welches “gut” in meinen Augen ist
  4. wenn Menschen meine Bilder kritisieren,und diese Menschen nicht unterstützende sondern eher demotivierende Worte wählen

Die nächsten Tage und Wochen werde ich mich eingehender damit beschäftigen, wie ich damit umgehen möchte.

Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentare

  1. Marek sagt:

    Ein Problem bei den eigenen Fotos ist, dass man jedes Foto selber schiesst und bewertet, abwertet und sich selbst berät. Bei den Fotos von anderen ist es einfacher. Die zeigen einem nicht die schlechten, sondern nur die besten Aufnahmen. Es wird selektiert.
    Natürlich selektiert man selbst auch, aber man hat so viele seiner eigenen Bilder vor sich und zieht sich dadurch runter, weil man denkt:”Oh man, nur eins von 100 ist gut. Die anderen haben täglich gute Fotos.” Es stimmt nicht, zumindest hoffe ich, dass es nicht stimmt ;-).

  2. Martin sagt:

    @ Marek : Ganz Deiner Meinung !

  3. Tabea sagt:

    Versteh leider zu wenig vom fotographieren um da nen qualitativen Kommentar abzugeben, aber was ich sagen kann ist, dass mich die Bilder die du auf deinen Blog gestellt hast beruehren. Und zwar ganz tief drin, da wo man so einfach normal niemand hinlaesst….

  4. Martin sagt:

    @ Tabea : Danke, das bedeutet mir sehr viel !

  5. Marek sagt:

    Ich finde es auch schwierig allen gerecht zu werden beim Fotografieren. Zum Lernen begab ich mich in diverse Foren und von da an wurde es auch nicht besser. Ich lernte etwas darüber, dass Canon doof ist und Nikon ganz toll und Nikon nichts drauf hat, aber Canon die besten Kameras. Ich habe mir die eine Millionste Zootieraufnahme angesehen, die mit einem Objektiv aufgenommen wurde, welches ich mir nur leisten könnte, wenn ich meine Niere verkaufen würde.

    Worauf es mir ankommt, ist, geht in die Richtung von Tabea. Der Betrachter muss nicht den Hauch einer Ahnung über die Kunst des Fotografierens haben, er muss weder Kenntnisse von Technik noch von Stilrichtung haben. Der Betrachter muss nicht auf das Bild schauen und sich das Kinn reibent, den Kopf nach links und rechts bewegen und immer:”ja!Ja?JA!” sagen. Er sollte einfach auf das Bild gucken und ein “gefällt mir richtig gut!” von sich geben.
    Und die hier gezeigten Bilder sind gut.

  6. Sorry bleib heut lieber anonym... sagt:

    Ich hab grad viel Scheiss in meinem Leben und ich weiss dass mir Bilder gut tun… dass sie Heilung bringen koennen. Werd jetzt mal ne Reise durch deine Bilder unternehmen, denn ich weiss dass sie auf mich wirken!

  7. Mirko sagt:

    du hast über 300 bilder in deinem photoblog, die alle (bis auf eines *zwinker*) absolut genial sind.

    sie sind genial, weil sie mehr sind als bilder.. sie sind momentaufnahmen von gefühlen.. du schließt in deinen bildern emotionen ein.. und das ist es, was wirklich gute fotos ausmacht.

    sei ruhig weiter selbstkritisch genug, um deinen weg weiter zu gehen und nicht stehen zu bleiben.. werde jedoch nicht zu kritisch, dass du dich selbst zurückdrängst und uns deine fotokunst vorenthälst

  8. [...] Die Angst davor, kein guter Fotograf zu sein bzw. niemals ein guter Fotograf zu werden [...]

  9. sylvie sagt:

    sorry, hab gerade keine zeit…wollte dir aber in aller kürze sagen, dass ich das sehr gut kenne. dieses gefühl unter der eigenen kritik zu zerbröseln, sich selbst in stücke zu zerreissen…nie zufrieden zu sein und wenn dann sind es immer diese 100%, die das limit darstellen. wenn du dastehst und WEISST, dass es funktioniert hat und da willst du dann immer wieder hin und drunter machst du es nicht. dieser drive ist es aber, der energien freisetzt, die dich dahin bringen, wo du hingehörst. es kostet kraft, aber ich bin davon überzeugt, dass das der richtige weg ist.

    alles gute für dich auf deinem weg.

    grüsse
    sylvie

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