Gestern nacht habe ich ein Buch aus meinem Bücherschrank gezogen, welches von meinem Vater stammt und ich vermute, dass er es kurz vor seinem Tod gelesen hat. Ich wundere mich über die Parallelen der Fragen, die dieses Buch stellt, zu den meinen. Nunja. Gerne möchte ich Dir einen Auszug aus Rupert Lay*s “Nachkirchliches Christentum – Der lebende Jesus und die sterbende Kirche” gönnen.
Es gibt keinen sicheren Weg zum Christentum – aber eine Menge Sackgassen. Und Wegweiser in solchen Sackgassen sind Patentantworten auf religiöse Fragen. Wir haben drei Möglichkeiten, wenn uns religiöse Fragen begegnen, zu denen uns Antworten fehlen :
1. Wir können uns selbst belügen und so tun, als wüßten wir eine ewig-allziet und für alle Menschen gültige Antwort.
2. Wir können vor der Unbeantwortbarkeit der Fragen kapitulieren und aufgeben, irgendeinmal irgendwo weiterzukommen auf dem Weg in die Richtigkeit.
3. Order wir können das Kind in uns fragen, welche Antwort es auf jene uns unbeantwortbare Frage geben würde. Das wäre dann eine philosophische Antwort.
Kinder sind große Philosophen, niemals aber kleine Theologen – das das macht sie so christlich. Viele Kinder haben noch einen ungebrochenen ZUgang zur Welt >>wie sie ist< < und nicht zu jender Wahnwelt, die wir Erwachsenen um uns herum konstruieren. Sie erkennen [sehen, hören] noch mit dem Herzen. >>Vielleicht merken wir nocht, dass ich hinter den Gittern des neuen Kinderbettes, das wir bei Ikea gekauft haben, etwas Magisches abspielt. Dort, zwischen den Gittern wir die Welt erschaffen… Typisch für die postmoderne Massengeselltschaft ist, dass wir in Mosaiksteinen herumwaten. Alles wir in losgerissenen Brocken serviert. Viele spüren, dass ihnen der Überblick fehlt. Und dann kann der Versuch wichtig sein, die Mosaiksteinchen zu einem Bild zusammenzusetzen. Das bruachen wir alle – kein fixfertiges Weltbild, aber ein Denken des Ganzen, das sich stets weiterdenkt.< <








