Redaktioneller Beitrag20.06.2006 / 02:17

Resistenz

Wenn Du mich nach Gott in meinem Leben fragen würdest, könnte ich Dir keine eindeutige Anwort geben. Momentan würde ich sagen, dass es da schon längere Zeit “Mau” aussieht. Ehrlich gesagt, habe ich nicht das Bedürfnis mir wieder ein neues Buch zu kaufen, in dem mir jemand erzählt, wie Spiritualität funktioniert. Diese Bücher haben mich sehr lange begleitet und mich inspiriert, auf der anderen Seite haben sie mir aber auch das Gefühl der Sicherheit über ihr Thema gegeben und ich selbst wurde faul, mich auf meine eigne Reise mit der Bibel zu begeben.

Bibel :

Die Bibel selbst ist für mich langweilig geworden. Eklig. Denn ich weiß einfach nicht, wie ich an sie herangehen soll, wie ich sie lesen soll. Mittlerweile gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wie ich Bibel lesen kann, aber ehrlich gesagt steigt mir das alles über den Kopf. Und ausserdem habe ich immer noch diesen komischen “Gib mir ein Wort” – Ansatz, welcher mir das Lesen noch schwerer macht.

Ein Ziel wäre für mich, die Bibel zu lesen, ohne sofort zu werten, Schlüsse zu ziehen, Sachen hineinzuinterpretieren.

Vielleicht liegt es an meiner “heute hier, morgen da” Mentalität, dass ich zur Zeit nichts auf die Reihe bekomme. Vielleicht warte ich auch nur auf den Weihnachtsmann, der mir dann sagt, wie das alles funktioniert. Fakt ist : Ich weiss es nicht. Kein Plan.

Es wäre einfacher, einfach nicht darüber zu reden. Und das Bloggen gehört dazu. Somit leg ich einfach alle Karten auf den Tisch.

In gewisser Weise bin ich über die Jahre resistent geworden gegen ein “geheiligtes Leben” Verdammt, was ich denn das eigentlich ?

Eine Wunschvorstellung, welcher ich hinterherrenne ? Ein Leben “voll Geistes”. Mein Geist ist gerade voll von Enttäuschung und der verdammten Sehnsucht einen ersten Schritt zu tun, welcher mir niemand vorher 10 mal vorgekaut hat und welcher “garantiert” funktioniert.

Ja, ich weiss, ich hänge schon eine ganze Weile an diesem Punkt. Meine Platte hat einfach einen haufen Kratzer und ich suche immer noch nach dem Heile-Heile-Mittel.

Manchmal frag ich mich, ob mein schöner Blog nicht “zu schön” ist.

Ich weiss auch nicht, warum ich immer so eine “alles egal”- Attitüde an den Tag lege, wenn ich von meinem Leben mit Gott schreibe. Liegt warscheinlich daran, dass ich mich selbst in einer “ich muss mich verteidigen – Rolle” sehe. Wünschte mir, Euch positiveres Berichten zu können. Kann ich leider nicht. Aber darauf warte ich.

Mach Euch mal wieder keine Sorgen. Mir gehts eigentlich gut.

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Dies ist ein Artikel von Martin Gommel.

Als Herausgeber von KWERFELDEIN sinnt Martin hier mit Autoren, Gesprächspartnern und Lesern in Wort & Bild der Fotografie nach. Meist mit einer gesunden Prise Skepsis, dem Ziel, den kreativen Horizont zu erweitern und einem Augenzwinkern. ;-)

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Kommentare

  1. denkpause sagt:

    Hey Martin,
    ich kenn’ die Situation. Hast du Gott das mal ins Gesicht gesagt .. oder noch besser .. geschrien? Hält er aus und ich denke er wartet sogar d’rauf, dass wir das machen.
    Mir ging es so, dass sich seitdem manches geändert hat. Ich hab’ aber auch Menschen dazu gebraucht. Meine größte Angst war nicht mal, dass Gott dann ein Problem mit mir hat, sondern eher meine Enttäuschung wirklich zu spüren.
    Daniel

  2. Martin sagt:

    Hey Daniel.
    Zum Schrein ist mir gerade nicht zumute, aber die Sachen Gott mitzuteilen finde ich auch eine sehr wichtige Sache .. :-)

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