Mareens Fotoblog ragt für mich aus der Flut an Fotoblogs deutlich heraus. Täglich lädt sie dort ein Bild hinein in gibt Kommentatoren die Möglichkeit, ihre Meinung zu den Bildern zu schreiben.. Doch lest selbst…
mg: Mareen, man trifft nicht sehr viele Menschen, die mit 21 Bilder machen wie du das machst. Das heißt, du musst wohl schon eine Weile mit der Kamera vertraut sein. Wann hat das begonnen?
mf: Seit meiner frühen Kindheit, in der ich mit meinem Vater in der eigenen kleinen Dunkelkammer Fotos entwickelt habe, hatte ich großen Respekt vor Kameras und habe mich eigentlich nicht so würdig gefühlt, mit so einem Ding richtig zu arbeiten. Meine ersten Kameras waren also normale Kleinbildknippsen, dann habe ich etwa mit 16 das erste Mal mit einer Spiegelreflex rumprobiert und mir auch ziemlich bald eine Eigene zugelegt. Kontrollierte Schärfeverteilung in Bild und das eigenständige Einstellen von Licht etc. fand ich derart spannend, dass mich das in den folgenden Jahren nicht mehr losgelassen hat, auch wenn Fotografieren dabei nur eine Art Hobby war, vor allem auch, weil ich mir mehr als Schülerin nicht leisten konnte. Man wird ja in Deutschland als Jugendliche mit Ambitionen an Schulen etc. eher weniger gefördert.
Hätte es eher günstigere digitale SLRs gegeben, wäre ich sicher früher darauf umgesprungen. Unbegrenztes Ausprobieren und Rumspielen war genau das, was ich brauchte, um meine Bildideen so umsetzen zu können wie ich mag.
mg:Wenn man dein Blog regelmäßig besucht, bemerkt man ohne Schwierigkeiten, dass Du sehr gerne Menschen fotografierst.Enstehen diese Bilder rein siutationsbedingt oder komponierst Du mit am Bild?
mf: Natürlich mache ich auch themenbezogene Fototermine mit Menschen, aber die viele Bilder entstehen doch unterwegs, mit dem vorhandenen Licht und in Situationen, die “gerade da sind”. Ich möchte, dass sich jeder einfach wie sich selbst verhält, am besten die Kamera gar nicht beachtet. Es ist normal, wenn man dabei Probleme hat, aber meine Bekannten wissen damit mittlerweile umzugehen und haben keine Angst mehr vor Bildern von sich selbst. Ich versuche einfach Natürlichkeit einzufangen. Retusche von Hautunreinheiten finde ich dementsprechend auch überflüssig bei diesen Bildern; wer in der Welt rumläuft, ist auch nicht retuschiert.
mg: Deine Bilder haben für mich einen sehr eigenen Charakter. Welche Fotografen haben dich geprägt und inspiriert?
mf: Wow, darüber habe ich noch nie nachgedacht, möglicherweise haben mich viele Bilder geprägt, die ich gesehen habe. Ein Autor schreibt ja auch über das, was er im Leben erlebt hat.
Was Bewunderung angeht, kann ich jetzt nur einen nennen, den Kalifornier Matthew Armendariz , auch wenn das nicht bedeutet, dass meine Bilder in irgendeiner Weise mit den seinen zu tun haben. Wir haben uns über jenes Flickr kennen gelernt, dem abhängig machenden Onlinefotolabyrinth.
mg: Auf Deinem Fotoblog bekommst du gerade in der letzten Zeit verstärkt Kommentare zu Deinen Bildern, und du schaffst es, die Aufmerksamkeit durch Qualität zu halten. Ist es Dir möglich, persönlichen Kontakt zu den Kommentatoren aufzubauen? Du bist ja schließlich nicht nur am Bloggen.
mf: Es gibt drei Sorten von Kommentatoren auf meiner Website. Zum einen die, die ich schon länger und persönlich kenne, dann Leute, die hier und da wiederkehrend ihren interessanten Senf dazu geben; und die flüchtige Gruppe derjenigen, die mal einen Kommentar zum gesamten Blog abgeben.
Ich sehe die Seite zwar wie mein persönliches Passepartout auf die Welt, doch obwohl sie so viel Persönliches in sich trägt, bleibt der Außenstehende distanzierter Zuschauer.
mg: Bei der momentanen Flut von Photoblogs setzen sich mit großer Sicherheit nur die Blogs durch, die eingeständigen Stil und
Profesionalität nachweisen. Zu diesen zählst Du meiner Meinung nach eindeutig. Welche Tipps möchtest Du angehenden Fotografen und -Bloggern geben?
mf: Natürlich kann jeder die Bilder aus seinem täglichen Leben veröffentlichen; normale Blogs mit Tagebuchcharakter, die es ja jetzt auch in Kombination mit Fotos gibt, werden dann eben in erster Linie von Freunden gelesen.
Ich bin jetzt schon eine ganze Weile dabei, mein altes Textblog und auch das Fotoblog sind noch selbst programmiert. Mein Konzept war niemals das Tagebuch — Meine “Geschichten” könnten überall geschehen, bei jedem und zu jeder Zeit, sie sind real und ungeschönt. Man muss nur genau hinschauen auf das um sich herum, und ich denke, das ist in erster Linie das, was meine Arbeiten ausmacht.Originalität, also eigene Ideen und deren kreative Umsetzung ist wichtig!
mg: Danke, Mareen !














Hallo,
nichts gegen die Fotokunst von Frau Fischinger und nichts gegen die Fotokunst von irgendwem, schliesslich hängt alles vom Auge des Betrachters ab. ABER: was wirklich mal zu betrachten wäre, sind diese belanglosen Kommentare zu den diversen Blogs.
Gefällt mir sehr! Ja, was denn???
Tolles Foto! Was ist denn toll?
Stark! Was?
Geil! WAS???
Was zum Teufel finden die Betrachter denn so stark an dem Foto??? Das ist doch das was einen Fotografen interessiert! Finden sie die Perspektive, die Farben, das Motiv, die Lichtführung, den Kontrast stark, die Technik, oder einfach nur die Bildwirkung?
Bei Frau Fischinger und anderen Bloggern überwiegen diese “Groupie-Kommentare” aus dem Freundeskreis “Alle Deine Fotos sind so super toll” doch sehr, ohne auf das WAS einzugehen – und das finde ich schade.
Heute muß alles schnell, schnell, schnell gehen. Keine Zeit für eine intensive Betrachtung, ein “Super”, “Geil” oder “Stark” reicht und die Fotografen nehmen es als Kompliment…
Ich empfehle zur Lektüre:
http://www.voegtli.net/gallery/docs/ahbah/index.html
und
http://www.buxtehuder-fotofreunde.de/Kurt/kurt13.htm
und wünsche mir mehr inhaltlische Kommentare in den Fotoblogs, dann könnte man auch Blogs, wie den von Frau Fischinger
zur eigenen fotografischen Weiterentwicklung nutzen.
(Der letzte Satz war unvollständig – zu schnell auf Submit gedrückt – Sorry!)
Und der zweite Link war auch falsch – Mann, mann, mann, der 1. Arbeitstag im neuen Jahr war zu lang…
Bitte korrigieren:
http://www.buxtehuder-fotofreunde.de/Kurt/kurt10.htm
[...] Kennst Du es ? Du siehst ein Bild, es haut Dich um, aber Du kannst einfach nicht sagen, weshalb ? Dank Thomas, der das Interview mit Mareen Fischinger kommentiert hat, bin ich hier drauf gekommen… Sehr hilfreich, muss ich sagen . [...]
Thomas said:
“Der letzte Satz war unvollständig – zu schnell auf Submit gedrückt – Sorry!”
Thomas said:
“Heute muß alles schnell, schnell, schnell gehen.”
-nicht ernst nehmen, ich fands nur witzig:)
Erwischt ;-)
[...] Martin Gommel, selbst talentierter Photoblogger, interviewte die Photographin und Photobloggerin Mareen Fischinger. In den Kommentaren zu diesem Interview fand ich den entscheidenden Hinweis von Thomas (nicht verlinkt). Der hat nämlich hier gelesen, wie man das richtig macht mit dem Kommentieren. Und damit nicht genug. Es folgt auch noch ein ungemein unterhaltsames Essay zum Thema, wie man es besser nicht macht. (Ich hab mich kringelich gelacht…) [...]
Hallo zusammen,
ein Hoch auf die “wirklich kreativen, tiefgrüdigen und einzig wahren Künstler”… wie immer unterliegt auch hier Thomas der I. seiner eigenen subjektiven Wahrheit. Kunst liegt per se schon immer im Auge des individuellen Betrachters.
Wer Kreativität von anderen einfordert um sich selbst zum wahren Künstler zu erheben,
wird am Ende seiner humanoiden Halbwertszeit feststellen das nichts, außer einer kurzzeitigen inneren Befriedigung, davon zurückbleiben wird.
Und lieber Thomas I. … es ist schon viel wenn vorbeischweifende User in den großen Weiten des Netzes Ihre Duftmarken hinterlassen.