Stehe am Freitag beim Bäcker an. Vor mir ein vermutliches Ehepaar. Die Frau, wird gebeten, ihren Wunsch zu äußern. Ganz verunsichert schaut sie ihren vermutlichen Mann an. “Ja, ein… ein. ein” – schwengt zu ihrem Mann, der meint nur “Du…” und sie : “Dunkles”.. “Geschnitten?” – “Ich… ich,, /stotter/ ich… weiß nicht, was meinst Du?” frägt sie ihren Mann..Dieser erwiedert.. “Na klar..” Und so geht die Geschichte weiter, bis bezahlt, und die beiden ihre eingekauften Sachen packen.
Während dessen denke ich mir : ” Das ist sicher eine von denen Frauen, die sich nichts traut, daheim nur auf der Couch auf ihren Mann wartet und sonst auch nichts auf die Reihe kriegt. Bestimmt ist sie voll krass abhängig von ihm und checkts net..”
Harte Worte, Martin.
Denn in diesem Moment dreht sie sich um, und ihrem Gesichtsausdruck kann ich ablesen, dass sie behindert ist.








Vielen Dank für den ehrlichen Artikel!
Ich kenne das sehr gut. Ging mir auch schon unzählige Male so. Bei mir war es meist so, dass ich Menschen in eine bestimmte (negative) Schublade gesteckt habe. Irgendwann hat die jeweilige Person dann etwas gesagt oder getan bei dem ich dachte “ups – an der Reaktion kannst du dir ‘ne große Scheibe abschneiden”. Und ich war mir jedes mal sicher, dass Gott die Schublade öffnen wollte.
Wow, ja, das ist echt so eine Balken-im-Aug’-Geschichte…
Hmm, meiner schmerzt grad’ ziemlich.
ja, mir gefällt diese Geschichte auch sehr. Immer wieder kann einem sowas passieren und jedesmal beiss’ ich mir auf die Zunge habe wieder ein bisschen was dazugelernt.
viele gruesse
aloisius
Martin, ich hab beim Lesen eine Gänsehaut bekommen. Das passiert mir nur dann, wenn mein innersten Ich angesprochen wird. Und das hast du getan. Mit dieser Geschichte.