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	<title>kwerfeldein - Fotografie Magazin &#187; Straße</title>
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	<description>Das Fotografie Magazin</description>
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		<title>Bildvorstellung: Das Foto ohne Titel</title>
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		<pubDate>Mon, 06 May 2013 06:43:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[Dezent]]></category>
		<category><![CDATA[Glaubhaftigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[karlsruhe]]></category>
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		<description><![CDATA[Da wir gerade dabei sind, von jeder Redakteurin und jedem Redakteur ein Bild vorzustellen, bin ich nun an der Reihe. Und ich zeige heute ein Foto, zu dem mir schlichtweg kein Titel einfiel. Jedoch ist es mir trotzdem wert, hier gezeigt zu werden, weil ich pers&#246;nlich sehr viel damit verbinde. Vor zwei Wochen haben wir [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Da wir gerade dabei sind, von jeder Redakteurin und jedem Redakteur ein Bild vorzustellen, bin ich nun an der Reihe. Und ich zeige heute ein Foto, zu dem mir schlichtweg kein Titel einfiel. Jedoch ist es mir trotzdem wert, hier gezeigt zu werden, weil ich pers&#246;nlich sehr viel damit verbinde.</strong></p>
<p>Vor zwei Wochen haben wir uns in der Redaktion dazu entschlossen, dass jeder von uns ein Bild im Magazin vorzustellt. Wichtigstes Kriterium: Der pers&#246;nliche Bezug. Es solle sich um ein Foto handeln, mit dem der- oder diejenige viel verbindet. Ich entschied mich f&#252;r dieses hier.</p>
<p>Ich mag es nicht, wenn ich als Betrachter dazu aufgefordert werde, bei den Fotos anderer Dinge hinein zu interpretieren, die nicht da sind. Diese Form des &#220;berphilosophierens nervt mich ungemein und deshalb w&#228;hle ich meist Bildtitel, die nichts vorwegnehmen und maximal das benennen, was da ist. Ganz im Gegenteil zu fr&#252;her, da konnte mir gar nicht genug Pathos in eine Zeile passen.</p>
<p>Doch wie der Zufall es so will, fiel mir beim Posten dieses Fotos… &#252;berhaupt nichts ein. Nun w&#228;re es ein Leichtes gewesen, nachtr&#228;glich f&#252;r die Vorstellung hier irgendetwas wie „Die Tasche“ (uhuuuuu) oder „Von den 5 M&#252;lltonnen“ (wie grandios!) aufzusetzen. Jedoch, halt, es geht um den pers&#246;nlichen Bezug. Und nicht darum, das Foto aufzuplustern.</p>
<p>Das Foto selbst enstand <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/infos.png" rel="lightbox[58748]">am 16. April</a> in Karlsruhe auf einer meiner Fototouren. Vielleicht kennt das der eine oder die andere, ich verfalle derzeit immer wieder in so eine Art Trott beim Fotografieren. Ich mache Fotos, laufe weiter, mache wieder Fotos und bin in so einer Art Minitrance, kurz vorm Tagtr&#228;umen.</p>
<p>Als ich jedoch vor diese Unterf&#252;hrung kam, war ich sofort hellwach und „da“. Die dezenten Farben erinnerten mich an irgendeine dreckige Vorstadt irgendwo anders &#8211; aber nicht an Karlsruhe, der sauberen Technikstadt im S&#252;den Deutschlands. Ich &#252;berlegte noch, das Foto ganz ohne Menschen zu machen, jedoch kam recht schnell eins zum anderen.</p>
<p>Im Hintergrund tauchten zwei gro&#223;e Laster der M&#252;llabfuhr auf, ein Auto dr&#228;ngte mich zur Seite, fuhr die Einfahrt hinein und eine halbe Minute sp&#228;ter stapfte mir dieses Ehepaar entgegen. Ich positionierte mich wieder Richtung Einfahrtsmitte und machte mit dem iPhone ein paar Aufnahmen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/photo.jpg" rel="lightbox[58748]"><img class="alignnone size-medium wp-image-58759" title="Foto ohne Titel © Martin Gommel" alt="Foto ohne Titel © Martin Gommel" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/photo-650x488.jpg" width="650" height="488" /></a></p>
<p>Ich mag das Foto, weil es auf undramatische Art und Weise das Leben in der Stadt zeigt, wie es ist. Alle Menschlein gehen ihren T&#228;tigkeiten nach, sei das nun der Einkauf oder die Arbeit &#8211; in diesem Fall, den M&#252;ll der anderen zu entsorgen. Aus diesem Grunde habe ich es auch so gelassen, wie es ist und nicht in schwarzwei&#223; umgewandelt.</p>
<p>Die dezenten Farben sorgen daf&#252;r, dass das Bild (f&#252;r mich) glaubw&#252;rdig bleibt &#8211; dabei w&#228;re es nicht schwer gewesen, es heller zu machen, den Lichtkegel im Hintergrund zu verst&#228;rken und die Dramatik somit zu verdreifachen. Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass das Foto auch nicht wirklich perfekt ausbalanciert ist &#8211; daf&#252;r ist im unteren Bildbereich zu viel Dunkelheit im Gegensatz zum oberen Rand.</p>
<p>Und klar, das Bild w&#228;re zus&#228;tzlich sauberer, wenn ich gewartet h&#228;tte, bis die M&#252;llm&#228;nner vorbeigegangen, das Auto eingeparkt und das Ehepaar aus dem Bild verschwunden w&#228;ren. Mit der 5D und dem Superweitwinkel fotografiert, vielleicht im Hintergrund eine einzige Person, aufgerissene Lichter &#8211; klar, das w&#228;re ein Hingucker. Und h&#228;tte auf Flickr 150 Favs. So habe ich fr&#252;her fotografiert.</p>
<p>Was ich vor Jahren noch mit jedem Bild tat, lasse ich heute sein. Denn es geht mir heute mehr um die Glaubw&#252;rdigkeit meiner Bilder. Kurz: Ich m&#246;chte nicht mehr &#252;bertreiben.</p>
<p>Hingegen liebe ich diese unscheinbaren Momente des Alltags, die zusammenwirken und zusammen wirken. Unaufgeregt und dennoch auf ihre Weise sch&#246;n und bemerkenswert.</p>
<p><em>Dieses Bild verk&#246;rpert genau das. F&#252;r mich pers&#246;nlich.</em></p>
<p></p>
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		<title>Die stille Stadt</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Apr 2013 05:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[ann-chrstin kumm]]></category>
		<category><![CDATA[übergang]]></category>
		<category><![CDATA[einsam]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[kooperation]]></category>
		<category><![CDATA[stille]]></category>
		<category><![CDATA[thomas graichen]]></category>
		<category><![CDATA[winter]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Thomas Graichen</strong></p>Dieses Interview ruht seit Ende November in meiner Manteltasche. Nun finde ich die Zeit, das Gespr&#228;ch aufzuschreiben und f&#252;hle mich just in dem Moment wieder an diesen Ort, mit all seinen Ger&#228;uschen und Ger&#252;chen, zur&#252;ckversetzt. Wir befinden uns in Berlin, es ist noch Herbst. Die Gehwege sind leergefegt und ich eile zum Treffpunkt, einem Cafe [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Thomas Graichen</strong></p><p><strong>Dieses Interview ruht seit Ende November in meiner Manteltasche. Nun finde ich die Zeit, das Gespr&#228;ch aufzuschreiben und f&#252;hle mich just in dem Moment wieder an diesen Ort, mit all seinen Ger&#228;uschen und Ger&#252;chen, zur&#252;ckversetzt.</strong></p>
<p>Wir befinden uns in Berlin, es ist noch Herbst. Die Gehwege sind leergefegt und ich eile zum Treffpunkt, einem Cafe in Friedrichshain. Extra f&#252;r diesen Termin habe ich mir ein Diktierger&#228;t gekauft. Ich treffe Thomas Graichen, Fotograf, und Ann-Christin Kumm, Geschichtenerz&#228;hlerin. </p>
<p>Im Café ist noch keiner der beiden. Ich w&#228;hle den Platz nahe der T&#252;r. Ich habe vor mir ein kleines helles Buch mit dem Titel <a href="http://www.thomasgraichen.net/die-stille-stadt/" target="_blank">„Die stille Stadt“</a> liegen, das ich nun schon in- und auswendig kenne. </p>
<p>Immer wieder sp&#228;he ich zur T&#252;r. </p>
<p>Und da kommen sie, vielleicht zwei bis vier Teeschlucke voneinander entfernt, durch die T&#252;r gestolpert. Erst Ann-Christin, mit Regentropfen im Haar und dann Thomas. Nach einer herzlichen Begr&#252;&#223;ung, Lachen und Aufw&#228;rmen an der Heizung stelle ich die erste Frage.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/stille-stadt-02.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="stille-stadt-02"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/stille-stadt-02-650x433.jpg" alt="stille-stadt-02" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57430" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus: Die stille Stadt</span></p>
<p><strong>Ihr habt zusammen das Buch „Die stille Stadt“ herausgebracht, mit Bildern von Dir, Thomas, und drei Kurzgeschichten von Dir, Ann-Christin. Wie kam es zur Zusammenarbeit?</strong></p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Es begann mit einem Gespr&#228;ch &#252;ber die Selbstzweifel der kunstschaffenden Menschen. Wir redeten dar&#252;ber, dass man so seine Zweifel hat und ob das, was man macht, eigentlich Sinn ergibt. Und ob man das der &#214;ffentlichkeit preisgeben m&#246;chte. Thomas fragte: „Darf ich das mal sehen oder h&#246;ren, was Du schreibst?“</p>
<p><em>Thomas:</em> Du bist dann vorbeigekommen, hast einen Stapel Zettel dabei gehabt und ich war der Zuh&#246;rer.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Und Thomas&#8217; Idee war, meine Geschichten mit seinen Fotografien zu kombinieren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/stille-stadt-03.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="stille-stadt-03"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/stille-stadt-03-650x433.jpg" alt="stille-stadt-03" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57432" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus: Die stille Stadt</span></p>
<p><strong>Und Thomas, Du wusstest schon, welche Fotos Du daf&#252;r ausw&#228;hlen w&#252;rdest?</strong></p>
<p><em>Thomas:</em> Ja, ich hatte sie im Hinterkopf. Sie sind im langen, kalten und schneereichen Winter 2010/2011 entstanden. In den Kurzgeschichten war etwas, von dem ich dachte, es k&#246;nnte passen. Es war sehr stimmungsvoll und ich hatte die Idee, weil die Geschichten und Bilder sich nicht explizit gegenseitig illustrieren, dass die Bilder damit eine Art Kulisse bilden und einen Raum schaffen, in dem die Geschichten leben k&#246;nnten.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Ich wollte allerdings keine schon bereits existierenden Texte verwenden, sondern es sollten eigene Geschichten sein, die in der stillen Stadt verortet sind, aber wiederum v&#246;llig eigenst&#228;ndig existieren.</p>
<p>Die erste Geschichte, die fertig war, war das Vogelm&#228;dchen. Ab dann wusste ich, in welche Richtung es gehen wird. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/stille-stadt-01.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="stille-stadt-01"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/stille-stadt-01-650x433.jpg" alt="stille-stadt-01" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57439" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus: Die stille Stadt</span></p>
<p><strong>Wie habt Ihr die Bilder und Geschichten dann zusammen gebracht, so dass sie miteinander funktionieren?</strong></p>
<p><em>Thomas:</em> Die Bilder existierten schon und da es ein herausragender Winter war, konnte ich danach nicht einfach weitermachen. Es gab diese Stimmung nicht mehr. Ich hatte die Bilder Ann-Christin in der Anfangsphase gezeigt und fand es gut, es sich so von da an selbst entwickeln zu lassen. Ich fand es sch&#246;n, dass die Texte eigenst&#228;ndig waren und eine sanfte Verbindung zu den Bildern existierte. Das war auch meine Idee: Es eher lose zu koppeln.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Ich habe die Bildauswahl abgegeben. Habe gesagt: „Du bist der Fotograf, Du entscheidest das.“ Wir haben dann nur hin- und hergemailt und ich habe meine Meinung kund getan, wo die ausgew&#228;hlten Bilder dann letztendlich stehen sollen. Uns war klar, dass es eben keine Illustration sein soll.</p>
<p><em>Thomas:</em> Peter Gebert, der f&#252;r das Layout des Buches verantwortlich ist, hat dabei dann auch noch einige Ideen im Bezug auf das Zusammenspiel von Bildern und Texten mit eingebracht, die wir gemeinsam diskutiert und zum Teil auch &#252;bernommen haben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-02.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="paradies-02"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-02-650x650.jpg" alt="paradies-02" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57436" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus der Serie: entrance to paradise</span></p>
<p><strong>Fotos k&#246;nnen Geschichten erz&#228;hlen, Geschichten erzeugen Bilder &#8230;</strong></p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Mir fiel auch auf, dass Fotografie und Kurzgeschichten viel gemeinsam haben, weil sie beide einen Moment festhalten, nicht wie bei einem Roman, in dem eine lange Handlung entwickelt wird. </p>
<p>Ein Bild oder eine Kurzgeschichte, das ist ein v&#246;llig subjektiver Blickwinkel: Kommt jetzt die Laterne mit ins Bild, kommt der Satz rein oder nicht, was gebe ich von meinen Figuren preis und was nicht? Und jeder kann etwas ganz anderes wahrnehmen. Deswegen passt das auch so gut zusammen.</p>
<blockquote><p>„Ich gehe zu Fu&#223;, mit knirschenden Schritten, ich mag die Jahreszeit. Ich mag es, wenn alles zugedeckt ist. Das hat sie nie verstehen wollen. Ich will deine Verstecktheiten nicht, sagte sie. Schrie sie. Warum sagst du nicht einfach, was in dir vorgeht. Einfach, dachte ich. Wenn &#252;berhaupt ein Wort nicht auf uns zutrifft, dann: Einfach.</p></blockquote>
<p><span style="color: #888; font-size: small;">aus: Die stille Stadt, Ann-Christin-Kumm</span></p>
<p><strong>Die stille Seite der Stadt &#8230;</strong></p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Die Bilder von Thomas haben etwas tief Einsames, Verlassenes. Die Bilder sind menschenlos.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-03.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="paradies-03"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-03-650x650.jpg" alt="paradies-03" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57435" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus der Serie: entrance to paradise</span></p>
<p><em>Thomas:</em> Ja, und das passt ja auch wieder zu den Geschichten. Die Menschen darin sind ja auch verlassen.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Deswegen finde ich es wichtig, von verlassen zu reden und nicht von leer &#8211; da ist klar, da geht es um Menschen, aber die sind gerade nicht da, sie sind nicht fassbar.</p>
<p>Deswegen passen sie auch so zum &#220;bergang von Winter zu Fr&#252;hling. Man sieht eine verlassene Bushaltestelle und wei&#223;, da kommt gleich ein Bus und Menschen steigen aus; oder man schaut auf einen zugefrorenen See und wei&#223;, wenn der Fr&#252;hling kommt, dann ist die Eisschicht weg.</p>
<p><em>Thomas:</em> Ich versuche ein anderes Bild der Stadt zu finden, die R&#252;ckseite, nicht die spektakul&#228;re, sondern eine sehr stille Seite. Ich gehe sehr viel durch die Stadt und nehme dabei viel wahr. Ich sehe einfach nur und versuche, diese Orte oder Dinge festzuhalten, an denen die Leute in der Hektik des Alltags vor&#252;bergehen.</p>
<p><strong>Hast Du Deine Kamera immer dabei, Thomas?</strong></p>
<p>Ich hab zwar fast immer eine dabei, aber ich benutze sie oft nicht. Ich bin nicht der typische Stra&#223;enfotograf. Ich fotografiere auch sehr wenig, weil ich die meisten Bilder schon gar nicht mehr mache. Wenn ich etwas sehe, sortiere ich schon stark aus, bevor ich den Ausl&#246;ser dr&#252;cke oder eben nicht dr&#252;cke.</p>
<p>Ansonsten nehme ich unterwegs das Mobiltelefon als ein Art Notizbuch f&#252;r Orte, um sp&#228;ter noch einmal wiederzukommen. Das Telefon als Kamera selbst ist f&#252;r mich &#252;brigens kein ad&#228;quates Medium. Ich gehe dann ein andermal gezielt los, muss Zeit haben, in der Stimmung sein, eine Idee haben. Ich brauche meistens sehr lange, bis ich ein erstes Foto mache und wenn ich es gemacht habe, dann komme ich oft in einen Fluss, ergr&#252;nde den Ort St&#252;ck f&#252;r St&#252;ck.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-01.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="paradies-01"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-01-650x650.jpg" alt="paradies-01" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57441" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus der Serie: entrance to paradise</span></p>
<p><strong>Machst Du das auch so mit Geschichten, Ann-Christin?</strong></p>
<p>Ich &#252;berlege gerade, ob es da eine Verbindung gibt. Ich habe auch ein Notizbuch, in dem ich mir S&#228;tze aufschreibe, die ich vielleicht mal verwenden will. Geschichten bilden immer auch ein St&#252;ck der Wirklichkeit ab, das ist wie bei einem Bild. </p>
<p>Oft denke ich aber, was ich mache ist nicht gut, da schlage ich wieder den Bogen zum Anfang unseres Gespr&#228;chs. Was ich mache, ist schon so oft gemacht worden, dass es nicht den Aufwand wert ist, das &#252;berhaupt zu machen.</p>
<p><strong>Was &#252;berwiegt dann, dass Du es doch machst?</strong></p>
<p>Das Bed&#252;rfnis, etwas zu verarbeiten oder auszudr&#252;cken. So wie Du ein Grundthema hast, Thomas, habe ich ja auch ein Grundthema. Es geht immer um Beziehungen und Kommunikation.</p>
<p>Meine Figuren reden so, wie ich finde, dass sie nicht miteinander reden sollten. Die Geschichten und auch die Figuren sind so lakonisch. Oft isoliert. Sie interagieren mit anderen, sind aber eigentlich isoliert.</p>
<p>Das klingt jetzt so traurig.</p>
<p><em>lacht</em></p>
<p>Ich schreibe gern &#252;ber die Gedankenwelt der Figuren.</p>
<p>Ich habe gar nicht so viel mit Orten zu tun in meinen Geschichten und denke, dass es deswegen so gut mit den Bildern von Thomas zusammenpasst. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-04.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="paradies-04"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/paradies-04-650x650.jpg" alt="paradies-04" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57447" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus der Serie: entrance to paradise</span></p>
<p><em>Thomas:</em> Mit den Bildern werden die Orte in Deinen Geschichten dann auch konkreter.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Die Orte werden zwar kurz umrissen. Aber beim Schreiben denke ich dann, das passiert in einem Jugendstilgeb&#228;ude und die Leser und Leserinnen bringen es mit einem Hochhaus in Verbindung. </p>
<p>Ich bleibe daher gerne unkonkret. Ich beschreibe auch meine Figuren nicht so ausf&#252;hrlich.</p>
<p><em>Thomas:</em> Das verbindet uns dann auch wieder. Ich will nicht alles vorgeben. Ich will eigentlich eher den Leuten einen Impuls geben. Dann sollen die sich da selbst reinfinden. Es soll klar eine Richtung vorgegeben sein, aber eben nicht die Antwort. </p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Die Rezipienten sollen gef&#228;lligst ihren eigenen Kopf verwenden und nicht nur konsumieren.</p>
<p><strong>Das ist ein sch&#246;ner Satz, den lassen wir jetzt erst einmal wirken.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/absence-presence-01-stine.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="absence-presence-01-stine"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/absence-presence-01-stine-650x650.jpg" alt="absence-presence-01-stine" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57443" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus der Serie: absence | presence</span></p>
<p><strong>Gibt man mit Worten mehr preis als mit einem Bild?</strong></p>
<p><em>Thomas:</em> Man kann auch in Bildern sehr viel preisgeben.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Man gibt ja in beiden F&#228;llen einen subjektiven Blick preis. Ich habe auch nicht Angst davor, dass jemand wei&#223;, wer ich bin. Ich habe da eher in die Richtung Angst, dass es schlecht bewertet wird. Eher in die Richtung: Es ist nichts Besonderes. Wie bei Dir, Thomas, wenn Du sagst, Du machst ein Bild nicht, weil es das ja eh schon gibt. Aber irgendwie ist die Motivation doch da, trotzdem was zu machen. Wie ein Musiker, der trotzdem wieder was schreibt obwohl alle Akkorde, die es gibt, schon verarbeitet wurden.</p>
<p><em>Thomas:</em> Ich glaube ja auch, dass die Erstellung des Buches ein neuer Prozess war &#8211; quasi einen Dialog zu haben.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Ja, und die Balance zu finden, zwischen „es ist ein Gemeinschaftsprojekt“ und „es ist meine Geschichte&#8221;. Ich habe die Zusammenarbeit als sehr konstruktiv gesehen und bin Thomas auch dankbar f&#252;r die Idee, zusammen ein Buch zu machen.</p>
<p><em>Thomas:</em> Wir wollten es im letzten Winter fertig bekommen und es hat nicht geklappt. Aber als es trotzdem ein Jahr sp&#228;ter mit genau der gleichen Energie weiterging, zeigte sich, dass es nicht nur eine fixe Idee war, sondern dass alle drei Beteiligten voll und ganz dabei waren. Und nun ist das Buch da.</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Das war auch ein gro&#223;artiger Moment, das Buch in den H&#228;nden zu halten. Eben war es noch eine Spinnerei von „wir k&#246;nnten mal und sollten mal“, und dann ist es pl&#246;tzlich da. Also, ein gef&#252;hltes Pl&#246;tzlich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/absence-presence-03.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="absence-presence-03"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/absence-presence-03-650x650.jpg" alt="absence-presence-03" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57445" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus der Serie: absence | presence</span></p>
<p><strong>Fotografie soll anfassbar sein?</strong></p>
<p><em>Thomas:</em> F&#252;r mich hat Fotografie immer etwas Haptisches. Bilder an der Wand, in B&#252;chern. </p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Eine Ver&#246;ffentlichung exisitiert nur, wenn ein anderer noch mit dar&#252;ber entschieden hat. Ich k&#246;nnte meine Texte jetzt auch in einem Webblog ver&#246;ffentlichen, aber das w&#228;re f&#252;r mich dann nicht wirklich ver&#246;ffentlicht. Ich brauche noch ein Gegen&#252;ber, der das freigibt. Deswegen war die Erstellung des Buchs auch so wichtig f&#252;r mich.</p>
<p><em>Thomas:</em> Das ist ja auch bei einer Ausstellung so. Es sind einfach mehrere Leute daran beteiligt und der Prozess, wie etwas entsteht, ist gut. Man erarbeitet sich dabei auch etwas. Beim Fotografieren ist es genauso: Wenn ich im Fluss bin, dann bin ich ganz dabei und vergesse alles um mich herum. Das hast Du beim Schreiben bestimmt auch?</p>
<p><em>Ann-Christin:</em> Ja, geht mir genauso. Ich muss aber immer diesen Moment &#252;berwinden, der davor kommt, bevor ich da sitze und schreibe. Ich denke oft: Dann mach ich das halt morgen. Und dann mache ich es doch nicht.</p>
<p><em>Thomas:</em> Ich glaube, alles hat einfach auch seine Zeit. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/absence-presence-04.jpg" rel="lightbox[49445]"><img title="absence-presence-04"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/absence-presence-04-650x650.jpg" alt="absence-presence-04" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57450" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">aus der Serie: absence | presence</span></p>
<p><strong>Ann-Christin, fotografierst Du auch?</strong></p>
<p>Ich finde das spannend, aber es ist nicht mein Medium. Ich habe nicht den Zugang, den ich gern h&#228;tte und benutze das lieber, um bestimmte Momente f&#252;r mich festzuhalten.</p>
<p><em>Thomas:</em> Ich glaube, man hat nur eine bestimmte Energie, um bestimmte Sachen richtig gut zu machen. Daher konzentriere ich mich inzwischen lieber auf wenige Sachen; versuche, sie wirklich gut zu machen und mit Tiefe auszuf&#252;llen. Andere Dinge, die ich auch gern machen w&#252;rde, lasse ich dann eher und erfreue mich daran, dass sie andere richtig gut k&#246;nnen. Dies so zu sehen, entspannt unglaublich.</p>
<p><strong>Vielen Dank f&#252;r das mutmachende Gespr&#228;ch, vielleicht selbst einmal solch ein Gemeinschaftsprojekt zu wagen und danke f&#252;r Eure Zeit und Eure Gedanken.</strong></p>
<p><em>Das Taschenbuch „Die Stille Stadt“ mit drei Kurzgeschichten von Ann-Christin Kumm und 13 Fotografien von Thomas Graichen ist f&#252;r 9,50€ <a href="http://www.blurb.de/b/3508722-die-stille-stadt" target="_blank">hier</a> oder direkt in der <a href="http://www.aff-galerie.de/kontakt.html" target="_blank">aff Galerie</a> in Berlin zu erwerben. </p>
<p>Und wer noch mehr &#252;ber den Fotografen Thomas Graichen erfahren m&#246;chte, der schaut sich am besten seine <a href="http://www.thomasgraichen.net/" target="_blank">Webseite</a> in aller Ruhe an. </em></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small;">alle Fotos © Thomas Graichen</span></p>
<p></p>
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		<title>Sechster (und vorletzter) Bericht vom iPhone-Projekt</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 05:39:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
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		<category><![CDATA[bericht]]></category>
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		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit einem halben Jahr fotografiere ich exklusiv mit dem iPhone und lasse bis auf berufliche Einzelf&#228;lle die DSLR im Schr&#228;nkchen. Herzlich willkommen zum sechsten und vorletzten Monatsbericht meines iPhone-Projektes. Moment mal. Vorletzter? Da fehlen doch noch ein paar! Exakt. Das Projekt wird weiterlaufen. Dementgegen m&#246;chte ich aber nicht fortf&#252;hrend im Monatszyklus dar&#252;ber berichten. Es war sinnvoll, [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit einem halben Jahr fotografiere ich exklusiv mit dem iPhone und lasse bis auf berufliche Einzelf&#228;lle die DSLR im Schr&#228;nkchen. Herzlich willkommen zum sechsten und vorletzten Monatsbericht meines iPhone-Projektes.</strong></p>
<p>Moment mal. <em>Vorletzter?</em> Da fehlen doch noch ein paar!</p>
<p>Exakt. Das Projekt wird weiterlaufen. Dementgegen m&#246;chte ich aber nicht fortf&#252;hrend im Monatszyklus dar&#252;ber berichten. Es war sinnvoll, reflektierend den Projektverlauf schriftlich zu begleiten. Jedoch ist mir danach &#8211; bis auf das abschlie&#223;ende Fazit &#8211; diesem Prozess k&#252;nftig privat, aber mitnichten publizistisch in diesem Rahmen nachzukommen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_2629.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56856" title="A Piss" alt="A Piss" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_2629-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a><br />
<a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8594375729_e325f94b1f_b.jpg" rel="lightbox[56836]"><img title="Street"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8594375729_e325f94b1f_b-650x364.jpg" alt="Street" width="650" height="364" class="alignnone size-medium wp-image-57671" /></a></p>
<p>Die letzten Wochen war es streckenweise blendend hell in Karlsruhe und die Sonne bescherte mir das Gl&#252;ck, mit Unterbelichtungen spielen zu d&#252;rfen. Zwar w&#252;rde ich mich weniger als Sch&#246;nwetterfotograf bezeichnen, gleichwohl finde ich es erbaulicher, nicht st&#228;ndig an der Grenze zur Langzeitbelichtung entlang zu balancieren und k&#252;rzer als 1/120s zu belichten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0523.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56843" title="Thoughts " alt="Thoughts " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_0523-650x683.jpg" width="650" height="683" /></a></p>
<p>Nachdem ich mich im Januar auf Farbe (und ab und zu schwarzwei&#223;) eingeschossen hatte, stand in den Februartagen folgender Aspekt zur Debatte: Das Format. Ich hatte keine Lust mehr, st&#228;ndig aufs Instagram‘sche Quadrat beschr&#228;nkt zu sein und spielte mit 16:9 sowie dem g&#228;ngigen 4:3, das mir wiederum final zusagte. Einerseits aus fotografisch-bildwirkender Perspektive und anderseits auch, weil ich mit 4:3 die Sensorgr&#246;&#223;e der iPhone-Kamera tats&#228;chlich vollst&#228;ndig nutze.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_2127.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56848" title="Reader " alt="Reader " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_2127-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a><br />
<a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_4300.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56847" title="Giant" alt="Giant" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_4300-650x487.jpg" width="650" height="487" /></a></p>
<p>Inzwischen habe ich Drucke bei <a title="Link zu Saal Digital" href="http://www.saal-digital.de/" target="_blank">Saal Digital</a> anfertigen lassen, um zu pr&#252;fen, wie und ob die Fotos auf Papier gefallen. Die Variante 30 x 30 cm geriet ganz famos und h&#228;ngt l&#228;ngst bei uns in den Schaufenstern. Ich habe mich nicht lumpen lassen und &#252;berdies noch zwei Drucke vom Format 60 x 120 cm in Auftrag gegeben.</p>
<p>Die, wen wundert&#8217;s, aus n&#228;chster N&#228;he keine pr&#228;zise 21-Megapixel-Sch&#228;rfe demonstrieren, aber schon ab anderthalb Metern Betrachtungsabstand recht ersprie&#223;lich aussehen.</p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_7178.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56849" title="Arbeit" alt="Arbeit" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_7178-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_48321.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56883" title="IMG_4832" alt="Foto &#252;ber Martins Schreibtisch" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_48321-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></div>
<p>Um beim Thema zu bleiben: Ich denke just dr&#252;ber nach, die n&#228;chste Jahre weiterhin und ausschlie&#223;lich mit dem iPhone urban zu fotografieren. Ich habe mich herzlich daran gew&#246;hnt, sodass ich mir gut vorstellen kann, auch die k&#252;nftigen Generationen des Apfelfons zu strapazieren; diese werden hinsichtlich technischer Qualit&#228;t doch immerzu leistungsf&#228;higer.</p>
<p>Doch f&#252;r ein abschlie&#223;endes Urteil ist es augenblicklich noch zu fr&#252;h und ich werde nach Projekt-Ausklang mit mir selbst Fraktur reden m&#252;ssen. Denn eine derartige Entscheidung h&#228;tte weitreichende Folgen, die bis in die Spitzen meiner M&#246;glichkeiten sp&#252;rbar w&#252;rden.</p>
<p>Desweiteren spuken noch diverse Messsucher-Geschichten in den Hinterk&#228;mmerchen meines Wunschdenkens herum und die Fuji X100(s) blinzelt mich seit Monaten mesmerisierend an. Jedoch: Piano, piano, Herr Gommel.</p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_3705.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56850" title="Coffee" alt="Coffee" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/IMG_3705-650x866.jpg" width="650" height="866" /> </a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8628780492_1512745d7c_b.jpg" rel="lightbox[56836]"><img class="alignnone size-medium wp-image-57667" title="One " alt="One " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8628780492_1512745d7c_b-650x866.jpg" width="650" height="866" /></a></div>
<p>Das Fotografieren geht mir tagt&#228;glich leichter von der Hand und ich verliere etappenweise &#196;ngste vor potentiellen Nachfragen seitens der Leute, da ich versuche, sie auch aus k&#252;rzestm&#246;glicher Distanz aufzunehmen und lande h&#228;ufig unbewusst in einem Spiegelgefecht. Dazu eine nette Geschichte:</p>
<p>Vor drei Wochen erkundigte sich ein Mann, ob ich ihn gerade fotografiert h&#228;tte. Kurz erschrocken l&#228;chelte ich ihn an und erwiderte: „Oh ja, das sah super aus!“ und erkl&#228;rte mich als Karlsruher Stra&#223;enfotograf. Zeigte ihm das Foto und wider Erwarten verabschiedete er sich geflissentlich-zelebrierend, so ungef&#228;hr: „Toll! Weiter so!“</p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8588875308_6f5f763b85_o.jpg" rel="lightbox[56836]"><img title="8588875308_6f5f763b85_o"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8588875308_6f5f763b85_o-650x866.jpg" alt="Gegenlicht I " width="650" height="866" class="alignnone size-medium wp-image-57677" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8597944063_d125ffd764_b.jpg" rel="lightbox[56836]"><img title="Gegenlicht II "  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8597944063_d125ffd764_b-650x866.jpg" alt="Gegenlicht II " width="650" height="866" class="alignnone size-medium wp-image-57678" /></a> </div>
<p><em>Noch vor einem Jahr h&#228;tte ich mir nicht tr&#228;umen lassen, einmal nur mit dem Handy auf der Stra&#223;e (und in Farbe!) zu fotografieren. Heute ist es Teil meines Alltages und nicht mehr wegzudenken. Ich bin gespannt, was das n&#228;chste halbe Jahr so bringt und werde zum Abschluss hier dar&#252;ber berichten.</em></p>
<p></p>
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		<title>1001 Strangers</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Apr 2013 06:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Zalenga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
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		<category><![CDATA[portrait]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Laura Zalenga</strong></p>Ich erinnere mich noch genau. 30. September 2011, Sarah und ich sitzen im Hugeldubel in M&#252;nchen, trinken Caramel Macchiato und warten auf einen gemeinsamen Freund. Ich erz&#228;hle von diesen Fotoprojekten bei denen man fremde Menschen auf der Stra&#223;e fotografiert. Sarah sagt, was ich denke: „Wow, die trauen sich, einfach die Leute auf der Stra&#223;e anzusprechen?“ [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Laura Zalenga</strong></p><p><strong>Ich erinnere mich noch genau. 30. September 2011, Sarah und ich sitzen im Hugeldubel in M&#252;nchen, trinken Caramel Macchiato und warten auf einen gemeinsamen Freund. Ich erz&#228;hle von diesen Fotoprojekten bei denen man fremde Menschen auf der Stra&#223;e fotografiert. Sarah sagt, was ich denke: „Wow, die trauen sich, einfach die Leute auf der Stra&#223;e anzusprechen?“</strong></p>
<p>Das sagt jeder, dem ich von diesem Projekt erz&#228;hle. Und das dachte ich auch, als ich an diesem Tag zur&#252;ck ins Sonnenlicht auf den Marienplatz lief und meinen ersten Stranger ansprach.  Ich war ziemlich &#252;berrascht, dass dieser junge Mann tats&#228;chlich stehen blieb, mir zuh&#246;rte, l&#228;chelte und ja sagte. Obwohl ich gestottert und viel zu viel geredet habe. Naja, ich sag es lieber gleich: Das war Anf&#228;ngergl&#252;ck.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen.jpg" rel="lightbox[56325]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56996" title="M&#252;nchen © Laura Zalenga" alt="M&#252;nchen © Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen-650x299.jpg" width="650" height="299" /></a></p>
<p>Fast t&#228;glich bekomme ich eine Nachricht von jemandem, der dieses Projekt machen m&#246;chte, aber nicht wei&#223;, wie. Daher dachte ich, ich erz&#228;hle von meiner Herangehensweise und meinen Erfahrungen, um anderen den ersten Schritt einfacher zu machen und ein paar Tipps zu geben.</p>
<p><strong>Wie spreche ich die Menschen an?</strong></p>
<p>Es hat eine Weile gedauert, bis ich den ‚richtigen‘ Spruch entwickelt hatte. Denn, wenn man nicht in den ersten drei Sekunden glaubhaft vermitteln kann, dass man weder Daten noch Geld m&#246;chte, fl&#252;chten die Menschen mit einem Kopfsch&#252;tteln.</p>
<p>Man kann es ihnen auch nicht &#252;belnehmen, schlie&#223;lich wollen die meisten Menschen, die auf der Einkaufsstra&#223;e zielstrebig auf einen zukommen, dass man sich irgendwelchen Frageb&#246;gen stellt, etwas kauft oder abonniert.  Au&#223;erdem ist heute ja jeder in Eile, also muss man auch noch versprechen, dass es schnell geht.</p>
<p>Ich sage meistens etwas wie: <em>„Hallo, haben Sie zwei Minuten Zeit? Ich m&#246;chte nichts verkaufen und weder Ihren Namen noch Ihre Adresse. Ich arbeite zur Zeit an einem privaten Fotoprojekt, Sie sind mir aufgefallen und ich w&#252;rde Sie sehr gern fotografieren.“</em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/cardiff.jpg" rel="lightbox[56325]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56997" title="Cardiff © Laura Zalenga" alt="Cardiff © Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/cardiff-650x297.jpg" width="650" height="297" /></a></p>
<p>Es gilt, diesen Satz mit einem L&#228;cheln auf den Lippen zu sagen und zwar so schnell, dass auch weitergehende Menschen alles mitbekommen und trotzdem langsam genug, dass man es &#252;berhaupt verstehen kann.  Meiner Erfahrung nach bleiben 90% der Menschen jetzt erst einmal stehen.</p>
<p>Dann erz&#228;hle ich kurz, worum es bei meinem Projekt geht und warum ich ausgerechnet sie daf&#252;r begeistern will. Ein treffendes, ehrliches Kompliment kommt immer gut an.  Ich erkl&#228;re, dass ich zwei Bilder mache. Ein nahes Portrait und eine Ganzk&#246;rperaufnahme, dazu zeige ich ihnen die zwei Fotos der letzten Person auf der Kamera, was alle restlichen Zweifel verschwinden l&#228;sst.</p>
<p>Ich erkl&#228;re, dass das Bild auf meinem Blog und Facebook zu sehen sein wird, gebe der Person eine kleine Karte mit den Links und mache klar, dass ich das Bild umgehend l&#246;sche, falls es ihnen nicht gef&#228;llt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen_2.jpg" rel="lightbox[56325]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56998" title="M&#252;nchen © Laura Zalenga" alt="M&#252;nchen © Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen_2-650x297.jpg" width="650" height="297" /></a></p>
<p>Es bleiben etwa 15 Sekunden, um die beiden Bilder zu machen und sie der Person zu zeigen. Dann verabschiede ich mich mit einem Danke von meist zufrieden l&#228;chelnden Menschen.</p>
<p><strong>  Welche Menschen spreche ich an?</strong></p>
<p>Generell spreche ich Menschen an, die auf irgendeine Art und Weise aus der Masse herausstechen. Meistens k&#246;dern mich hierbei Haare und Kleidungsstil, aber auch besondere Gesichter oder ein tolles Lachen.</p>
<p>Nat&#252;rlich frage ich niemanden, der durch etwas heraussticht, auf das er ganz sicher nicht angesprochen werden will.  Man muss eine gewisse Sensibilit&#228;t entwickeln. Oder besser: Sie entwickelt sich von ganz allein.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/stuttgart.jpg" rel="lightbox[56325]"><img class="alignnone size-medium wp-image-56999" title="Stuttgart © Laura Zalenga" alt="Stuttgart © Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/stuttgart-650x299.jpg" width="650" height="299" /></a></p>
<p>Ich frage am liebsten Menschen, die allein oder in Gruppen von mehr als zwei Personen unterwegs sind. Das haben mich unangenehme Zwischenf&#228;lle gelehrt: Wenn ich bei einem jungen P&#228;rchen den Mann frage, durchbohrt mich seine Freundin mit b&#246;sen Blicken.</p>
<p>Frage ich zwei Freundinnen, steht das zweite M&#228;dchen verkrampft l&#228;cheln daneben und schaut auf ihre F&#252;&#223;e. Oder, noch schlimmer, das erste M&#228;dchen schl&#228;gt vor, das andere M&#228;dchen auch ins Projekt aufzunehmen und ich muss mich erkl&#228;ren.</p>
<p>Nat&#252;rlich k&#246;nnte mir das egal sein, aber ich m&#246;chte, dass die Menschen durch mich eher ein positives als ein negatives Erlebnis haben.   Es ist wesentlich einfacher, Menschen in meinem Alter zu &#252;berzeugen und schwerer, je &#228;lter die Person ist. Teilweise, weil diese sich selbst nicht sch&#246;n genug f&#252;r ein Foto halten, aber auch, weil sie viel misstrauischer sind.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen_3.jpg" rel="lightbox[56325]"><img class="alignnone size-medium wp-image-57000" title="M&#252;nchen © Laura Zalenga" alt="M&#252;nchen © Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen_3-650x299.jpg" width="650" height="299" /></a></p>
<p>Man neigt dazu, es sich leicht zu machen, aber es hat sich gezeigt, dass es sich sehr lohnt, auch immer wieder &#228;ltere Menschen anzusprechen.</p>
<p><strong>Warum liebe ich dieses Projekt?</strong></p>
<p>Weil ich viel gelernt habe und immer noch lerne. &#220;ber meine Kamera, die Fotografie, aber auch &#252;ber mich selbst. Dar&#252;ber, wie man Menschen anspricht und wie man schnell ein gutes Portrait macht.</p>
<p>Au&#223;erdem macht es Spa&#223;, sich in den Strom von Menschen zu stellen und alles zu beobachten. Es macht Spa&#223; zu sehen, wie sich das Leben zweier Menschen f&#252;r ein paar Minuten &#252;berschneidet und ich werde f&#252;r immer ein Erinnerungsfoto zu jeder dieser Begegnungen haben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen_4.jpg" rel="lightbox[56325]"><img class="alignnone size-medium wp-image-57002" title="M&#252;nchen © Laura Zalenga" alt="M&#252;nchen © Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen_4-650x298.jpg" width="650" height="298" /></a></p>
<p>Mit einigen meiner <em>Stranger</em> habe ich mich l&#228;nger unterhalten und ich denke oft an diese Gespr&#228;che zur&#252;ck. Manchmal bin ich fast ein wenig traurig, dass ich ihren Namen nicht kenne und sie wahrscheinlich nie wieder sehen werde.</p>
<p>Das Wichtigste ist jedoch, dass das Projekt gl&#252;cklich macht. Es ist toll zu sehen, wie sehr sich viele der Angesprochenen freuen. Gerade &#228;ltere Leute sagen mir oft, wie &#252;berrascht sie sind, dass sie jemand sch&#246;n findet oder &#252;berhaupt wahrnimmt.</p>
<p>Es g&#228;be zu jedem dieser Bilder eine Geschichte zu erz&#228;hlen, aber das w&#252;rde dieses Format sprengen &#8211; und ist es nicht viel spannender, seine eigenen Stranger-Geschichten zu erleben?</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen.png" rel="lightbox[56325]"><img class="alignnone size-medium wp-image-57003" title="M&#252;nchen © Laura Zalenga" alt="M&#252;nchen © Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/muenchen-650x306.png" width="650" height="306" /></a></p>
<p><em>Am 8. Juni 2012 habe ich meinen hundertsten Stranger fotografiert und in derselben Sekunde entschieden, das Projekt ganz schnell von „100 Strangers“ in <a title="Link zum Tumblr" href="http://1001strangers.tumblr.com/" target="_blank">„1001 Strangers“</a> umzubenennen. Dieses Projekt macht zu viel Spa&#223;, um je zu enden.</em></p>
<p></p>
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		<title>Fantastische Bildb&#228;nde zur Stra&#223;enfotografie, Teil 1</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/03/13/fantastische-bildbande-zur-strasenfotografie-teil-1/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Mar 2013 06:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bildbände]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenfotografie]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem ich mich 2010 vermehrt von der Landschaftsfotografie ab und der Stra&#223;enfotografie zuwendandte, wuchs auch mein Interesse an Bildb&#228;nden. How-to-B&#252;cher wollte ich keine mehr lesen, sondern mir direkt die Arbeiten urbaner Fotografen ansehen und mich daran erquicken. Heute stelle ich im Rahmen unserer Buchwoche ein paar davon vor, weitere Vorstellungen werden folgen. Ich finde es [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nachdem ich mich 2010 vermehrt von der Landschaftsfotografie ab und der Stra&#223;enfotografie zuwendandte, wuchs auch mein Interesse an Bildb&#228;nden. How-to-B&#252;cher wollte ich keine mehr lesen, sondern mir direkt die Arbeiten urbaner Fotografen ansehen und mich daran erquicken. Heute stelle ich im Rahmen unserer Buchwoche ein paar davon vor, weitere Vorstellungen werden folgen.</strong></p>
<p>Ich finde es hochspannend, sich einem Genre der Fotografie zu verschreiben und dann auf globale Bewegungen hin zu untersuchen. Was haben andere Fotografen und Fotografinnen bisher erschaffen? In welcher Zeit und Kultur wurde gearbeitet? Welche Stilmittel genutzt?</p>
<p>All das sind Fragen, auf die mir Bildb&#228;nde in gewisser Weise Antworten geben k&#246;nnen. Und das auf ihre ganz langsame, nat&#252;rliche Art, die sich doch so von der Hektik des Netzes unterscheidet. Au&#223;erdem: Ich fahre gern mit den Fingerspitzen &#252;ber Fotografien und sp&#252;re die Schwere eines Buches mit Freude. So m&#246;chte ich mit dem ersten Band beginnen, dem ich ganz sicher den Klassiker-Status zusprechen kann:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a title="Link zum Buch „Streetphotography Now“ auf Amazon.de " href="http://www.amazon.de/gp/product/0500289077/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0500289077&amp;linkCode=as2&amp;tag=kwerfeldein-21" target="_blank">„Streetphotography Now“</a>* | 18,95 € | 27,2 x 23,9 x 2,3 cm</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0991.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55606" title="Streetphotography Now " alt="Streetphotography Now " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0991-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0993.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55607" title="Streetphotography Now" alt="IMG_0993" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0993-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a></p>
<p>Wenn es ein Buch gibt, das mich beim ersten Ansehen gleich ersch&#252;ttert und bewegt hat, war es „Streetphotography Now“. Als ich es zum ersten Mal in H&#228;nden durchbl&#228;tterte, musste ich mehrmals pausieren, denn die massive Dichte der Bilder &#252;berforderte meine Aufnahmekapazit&#228;t um ein Vielfaches. Selten war ich so gezwungen, mir mehrere Wochen Zeit zu nehmen, um einen Fotoband kennenzulernen.</p>
<p>Das Buch wirkt bis heute nach und es wird noch f&#252;r eine lange Zeit eine Quelle der Inspiration bleiben.</p>
<p>Auf 240 Seiten haben die Autoren Sophie Howarth und Stephen McLaren einen Bildband herausgegeben, der mit dem Wort „umfassend“ betitelt werden kann. Insgesamt 46 zeitgen&#246;ssische Stra&#223;enfotografen werden darin inklusive Kurzbiografie vorgestellt und satte 301 Bilder laden mehr als eindrucksvoll dazu ein, in die Diversit&#228;t und Leuchtkraft einzutauchen und die Zeit zu vergessen.</p>
<p>Magnum-Gr&#246;&#223;en wie Bruce Gilden, Martin Parr und Alex Webb geh&#246;ren wie selbstverst&#228;ndlich zum Kanon, jedoch gibt es auch zahlreiche Fotografen und Fotografinnen, die der gro&#223;en &#214;ffentlichkeit bis zur Erstauflage kaum bekannt waren. Au&#223;erdem beschr&#228;nkt sich „Streetphotography Now“ nicht nur auf europ&#228;ische und amerikanische K&#252;nstler, sondern besucht mit Bruno Quinqet Tokyo, mit dem nicht unbekannten Herren Titarenko St. Petersburg und mit Musem Wasif Dhaka, um nur ein paar herauszustellen.</p>
<p>„Streetphotography Now“ ist in seinem breitgef&#228;cherten Umfang ein weiterer Beweis daf&#252;r, dass die Stra&#223;enfotografie noch lange nicht tot ist, sondern &#8211; und das mag im Buch selbst zu kurz kommen &#8211; auch durch das Internet eine Renaissance erlebt, global schwierigen Rechtslagen trotzt und Gro&#223;artiges vollbringt.</p>
<p>Auch heute suche ich mir gern bei einer Tasse Kaffee einen Fotografen heraus und betrachte dessen Bilder. Das reicht auch v&#246;llig aus, denn bei Interesse befinde ich mich zehn Minuten sp&#228;ter auf einer Erkundungsreise im Netz, um alle anderen publizierten Fotos meiner Entdeckung zu bestaunen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a title="Link zum Buch „Stern Fotografie: Bruce Gilden“ auf amazon.de" href="http://www.amazon.de/gp/product/3652000056/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3652000056&amp;linkCode=as2&amp;tag=kwerfeldein-21" target="_blank">„Stern Fotografie: Bruce Gilden“</a>* | 18 € | 27,8 x 52,7 x 1,4 cm </strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0996.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55666" title="Bruce Gilden" alt="Bruce Gilden" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0996-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0999.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55667" title="Bruce Gilden" alt="Bruce Gilden" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_0999-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a></p>
<p>Obwohl die Art und Weise, mit der Bruce Gilden bis heute Menschen auf der Stra&#223;e fotografiert von einem Gro&#223;teil der Fotografie-Szene (inklusive Stra&#223;enfotografen) kritisch be&#228;ugt wird, bin ich bekennender Adorator (sic!) des US-Amerikaners. Das klingt pathetisch. Ist es auch. Ich liebe diesen Kerl.</p>
<p>Um mir seine Aufnahmen sch&#246;n gro&#223; zu g&#246;nnen, kaufte ich mir Ende des zur&#252;ckliegenden Jahres die 64. Ausgabe der Reihe „Stern Fotografie“. Diese deckt Gildens Portraits Krimineller, Gangster und Mafiosi ab, die ebenso schonungslos abgebildet werden wie diese ihr Leben wahrscheinlich unterhalten.</p>
<p>Gilden, Soziologe und selbst Sohn eines Kriminellen, kennt das Milieu, in dem er sich aufh&#228;lt. Und vielleicht hat er auch deshalb den Mut, diese Menschen ohne Vorwarnung direkt anzublitzen und sich in potentielle Gefahr zu bringen. Seine Bilder hingegen erkl&#228;ren die Portraitierten nicht zu Helden, sondern konfrontieren den Betrachter in aller H&#228;rte mit Narben, Eigenheiten und Gewaltbereitschaft der Szene.</p>
<p>Nahezu intim wirken die Bilder, die wie ein Ausdruck der Worte Robert Capas - <em>If your pictures aren&#8217;t good enough, you&#8217;re not close enough</em> &#8211; wirken. Und „close enough“ bin ich auch als Betrachter, denn in ihrer Gr&#246;&#223;e von knapp A3 (pro Seite!) kann ich keine sachliche Distanz aufbauen, sondern werde beinahe ins Geschehen hineingezwungen.</p>
<p>Bei Fotografien, die nur einseitig gedruckt wurden, ist die gegen&#252;berliegende Seite schwarz, was den bedr&#252;ckenden Charakter des Bandes unterst&#252;tzt. Des Weiteren wurde auf Seitenzahlen und Bildunterschriften g&#228;nzlich verzichtet und diese auf die letzten beiden Seiten des Bandes verfrachtet, um den Fotografien ihren Platz einzur&#228;umen.</p>
<p>Es sind sicher keine angenehmen Bilder, die uns Bruce Gilden in diesem Band vor Augen h&#228;lt. Aber sie erz&#228;hlen von einem Teil unserer Gesellschaft, der heute gern verdr&#228;ngt wird und h&#246;chstens bei einem Skandal kurz hochstilisiert wird. Ich m&#246;chte jedem, der sich mit dieser Realit&#228;t befassen m&#246;chte und ein wenig tolerant gegen&#252;ber Gildens Ansatz ist, empfehlen, sich diesen Bildband zuzulegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a title="Link zum Buch „Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke“ auf amazon.de" href="http://www.amazon.de/gp/product/3829601492/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3829601492&amp;linkCode=as2&amp;tag=kwerfeldein-21" target="_blank">„Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke“</a>* | 6,95 € | 18,8 x 14,4 x 1,2 cm</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1080.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55747" title="Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke" alt="Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1080-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1083.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-full wp-image-55748" title="Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke" alt="Henri Cartier-Bresson: Meisterwerke" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1083.jpg" width="650" /></a></p>
<p>Der erste Bildband, den ich zur Stra&#223;enfotografie in den H&#228;nden hielt, war &#8211; so wollte es der Zufall &#8211; ein Geschenk. Damals war ich nur fl&#252;chtig mit dem Sujet vertraut und das B&#252;chlein staubte lange Zeit im Schrank vor sich hin.</p>
<p>Seitdem mir die Stra&#223;enfotografie 2010 vollst&#228;ndig den Kopf verdrehte, zupfte ich es hin und wieder aus der hintersten Buchreihe, um darin zu schm&#246;kern. Dass ich ein fotografisches Schmuckk&#228;stchen in der Hand hielt, wurde mir sofort bewusst und es scheint, als ob die Fotos mit jedem Ansehen an Attraktivit&#228;t gewinnen.</p>
<p>Auf 128 Seiten pr&#228;sentiert der Verlag Schirmer/Mosel insgesamt 52 Schwarzwei&#223;aufnahmen des Meisters Cartier-Bresson. In chronologischer Reihenfolge von 1932 bis &#8217;99. Jedoch beginnt die Reise zweimal von vorn: Einmal mit Bressons Stra&#223;enfotos und das andere Mal mit dessen Portraits. Diese Fotos sind jeweils „einseitig“ abgebildet: Die Gegenseite bleibt, wie oben zu sehen ist, stets wei&#223;.</p>
<p>Der Bildband startet mit einem zw&#246;lfseitigen, lesenswerten Essay des Stra&#223;enfotografen selbst, datiert auf 1952 und mit dem Titel &#8211; wer h&#228;tte es gedacht &#8211; <em>„Der entscheidende Augenblick“</em>. Am Ende des B&#252;chleins schlie&#223;t die Klammer eine kurzbiographische &#220;bersicht.</p>
<p>Bresson war seinerzeit &#252;berzeugt davon, dass Fotografen seines Genres Technik soweit wie m&#246;glich au&#223;en vor lassen und die zu Fotografierenden nicht damit bel&#228;stigen sollten. Bressons Begeisterung f&#252;r nat&#252;rliches Licht und Authentizit&#228;t schl&#228;gt sich &#8211; meiner Meinung nach &#8211; in s&#228;mtlichen Stra&#223;enaufnahmen sowie Portraits nieder.</p>
<p>F&#252;r bislang mit Bresson Unbekannte wird es eine &#220;berraschung sein, dass der Mitbegr&#252;nder von Magnum Photos auch Ikonen seiner Zeit ablichtete. So findet der geneigte Bewunderer unter den abgebildeten Aufnahmen des Bandes eing&#228;ngige Portraits von Monroe, Sartre, Picasso und vielen anderen.</p>
<p>Auch, wenn ich vor Jahren nicht so recht wusste, was nun mit diesem B&#228;ndchen anzustellen sei, ist es mir heute doch sehr ans Herz gewachsen. Einziger Wermutstropfen: Der Preis von 6,95 € ist unschlagbar, jedoch hat sich der g&#252;nstige Einband mit der Zeit recht schnell gel&#246;st.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a title="Link zum Buch „Saul Leiter (Photofile)“ auf amazon.de" href="http://www.amazon.de/gp/product/0500410976/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0500410976&amp;linkCode=as2&amp;tag=kwerfeldein-21" target="_blank">„Saul Leiter (Photofile)“</a></strong>* | 12,55 € | 12,3 x 19 x 1,3 cm</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1087.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55943" title="Saul Leiter " alt="Saul Leiter " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1087-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a></p>
<p><a href=" http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1089.jpg" rel="lightbox[55587]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55944" title="Saul Leiter " alt="Saul Leiter " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/IMG_1089-650x365.jpg" width="650" height="365" /></a></p>
<p>Die Fotografien von Saul Leiter entdeckte ich, als J&#252;rgen B&#252;rgin hier bei uns im Magazin eine <a title="Link zur Buchrezension" href="http://kwerfeldein.de/2012/07/07/buchrezension-saul-leiter-retrospektive/">Buchrezension</a> &#252;ber den K&#252;nstler publizierte. Diese Bilder wirkten einige Zeit nach, sodass ich mir ein paar Wochen sp&#228;ter den hier vorgestellten Bildband zulegte. Ich traute mich noch nicht, die Retrospektive zu kaufen, denn ich war mir nicht sicher, ob ich mich in diese Fotos tats&#228;chlich verlieben k&#246;nnte. Eines Besseren belehrt, das wurde ich.</p>
<p>Heute z&#228;hlt dieser Bildband zu meinen liebsten &#252;berhaupt. Leiters Art, zu fotografieren hat mich gepr&#228;gt und das vor allem deshalb, weil sie mich tief ber&#252;hrt und eigentlich nicht mehr so ganz in Ruhe gelassen hat.</p>
<p>Das Buch „Saul Leiter“ ist Bestandteil der derzeit 24-teiligen <a title="Link zur Photofile-Reihe " href="http://www.thamesandhudson.com/series25.html" target="_blank">Photofile-Reihe</a> von Thames &amp; Hudson, die sich damit schm&#252;ckt, Fotos der weltbesten Fotografen in guter Qualit&#228;t f&#252;r jedermann zu produzieren. Denn nicht selten kosten solche Schm&#246;cker mehr als der Studentengeldbeutel erlaubt. Somit ist die Photofile-Reihe ein wahres Vergn&#252;gen f&#252;r jeden Interessierten.</p>
<p>Doch zur&#252;ck zum Bildband. 144 Seiten umfassen eine Reihe von insgesamt 64 Fotos. Auf der Coverinnenseite steht, dass 38 davon in Farbe sind, nachgez&#228;hlt habe ich nicht. Aber vom Gef&#252;hl her scheinen es bei jedem Mal mehr zu werden; wahrscheinlich deshalb, weil die Farbfotos etwas ganz Besonderes sind.</p>
<p>Der heute 89-j&#228;hrige Saul Leiter zog 1946 nach New York, um Maler zu werden. Dieser Absicht folgte er auch, jedoch begann er bald, die Kamera als verl&#228;ngerten Arm zu nutzen und fotografierte &#8211; zur Nachkriegszeit unter K&#252;nstlern verp&#246;nt &#8211; auch auf Farbfilm.</p>
<p>Leiter selbst hatte nicht das geringste Interesse daran, sich selbst als Meister der Stra&#223;enfotografie darzustellen, denn er verstand sich nach wie vor als Maler. Dies ist auch der Grund daf&#252;r, dass die Entdeckung seiner au&#223;ergew&#246;hnlichen Bilder noch recht jung ist und dieser Mensch &#252;ber 40 Jahre lang ohne Rampenlicht auskam. Dies sah er als ein gro&#223;es Previleg an, wie J&#252;rgen B&#252;rgin <a title="Link zur Buchrezension zu Saul Leiter von J&#252;rgen B&#252;rgin auf kwerfeldein" href="http://kwerfeldein.de/2012/07/07/buchrezension-saul-leiter-retrospektive/">berichtete</a>.</p>
<p>Seine ungew&#246;hnliche Art, zu fotografieren wurde nicht minder von seinem Hang zur Malerei und der Freundschaft zu abstrakten Expressionisten, die er in New York kennenlernte, beeinflusst. Wenn ich mir seine Bilder anschaue, dann wundere ich mich jedes Mal, wie Leiter eigentlich seine Motive komponiert. Er hat einen ungemein scharfen Blick f&#252;r Linien, Menschen und vor allem: Farben.</p>
<p>Leiter pr&#228;ferierte, durch vereiste oder von Kondenswasser beschlagene Scheiben zu fotografieren und mit Spiegelungen den Betrachter zu verwirren. Jedoch sind die Bilder stets so gehalten, dass sie nicht zu sehr abstrahieren, sondern &#8211; zumindest mir &#8211; stets der Kontext klar bleibt. Au&#223;erdem sind im Zentrum seiner Bilder: Menschen im urbanen Kontext.</p>
<p>Desweiteren gefallen mir Leiters Bilder deshalb, weil er sich st&#228;ndig einen feuchten Kehricht um Fotoregeln scherte und recht h&#228;ufig Menschen im Bild frech an irgendwelchen Stellen abschnitt. Bestes Beispiel: „Red Umbrella“. Ein Mensch mit rotem Schirm steht an einer zugeschneiten Stra&#223;e, die sich in einer Rechtskurve um den Menschen schl&#228;ngelt. Die Person und der Schirm sind jedoch nur angerissen, gut zwei Drittel des Menschen lie&#223; Leiter einfach weg. Und: L&#228;sst mich als Betrachter nach mehr sehnen.</p>
<p>Solche Spielereien sorgen daf&#252;r, dass ich diese Bilder nicht vergessen kann. Denn &#8211; zwar nicht immer, aber oft &#8211; widersetzen sie sich meinen Sehgewohnheiten und verhaken sich tief im Langzeitged&#228;chtnis.</p>
<p>Im Buch werden die Fotos (meist) einseitig gedruckt, auf den Gegenseiten finden sich Titel und Jahr der Aufnahme. Das B&#252;chlein beginnt mit einem erweiterten und wunderbar zu lesenden Essay des Historikers und Fotografen Max Kozloff.</p>
<p>Ich darf sagen, dass ich kein Buch so oft studiert habe wie dieses. Gerade, weil Leiter so einmalig fotografierte, habe ich bis heute nicht die geringste Langeweile beim Betrachten seiner Werke empfunden. Letzte Woche habe ich mir &#252;brigens die Retrospektive bestellt. Jetzt bin ich mir sicher: In Leiters Fotografien habe ich mich verliebt.</p>
<p><span style="color: #888888;">* Dies ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Du dar&#252;ber etwas bestellst, bekommen wir einen kleine Provision, Du bezahlst aber keinen Cent mehr.</span></p>
<p></p>
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		</item>
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		<title>Im Gespr&#228;ch mit Przemek Strzelecki</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Mar 2013 06:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[bawgaj]]></category>
		<category><![CDATA[interview]]></category>
		<category><![CDATA[Przemek Strzelecki]]></category>
		<category><![CDATA[Reisefotografie]]></category>
		<category><![CDATA[reportage]]></category>
		<category><![CDATA[Straßenfotografie]]></category>

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		<description><![CDATA[Schr&#228;g, komisch, absurd – das sind die Adjektive, mit denen sich Przemek Strzeleckis Fotografien beschreiben lassen. Sie spr&#252;hen zugleich vor Lebensfreude und zeigen das ausgepr&#228;gte Feingef&#252;hl f&#252;r Situationskomik ihres Urhebers. Ich habe den Meister des Moments zu einem Gespr&#228;ch eingeladen. Hey Przemek. Sch&#246;n, dass ich Dich f&#252;r ein Interview gewinnen konnte. Deine Fotos sind &#8211; [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schr&#228;g, komisch, absurd – das sind die Adjektive, mit denen sich <a href="http://www.bawgaj.eu" target="_blank">Przemek Strzeleckis</a> Fotografien beschreiben lassen. Sie spr&#252;hen zugleich vor Lebensfreude und zeigen das ausgepr&#228;gte Feingef&#252;hl f&#252;r Situationskomik ihres Urhebers. Ich habe den Meister des Moments zu einem Gespr&#228;ch eingeladen.</strong></p>
<p><strong>Hey Przemek. Sch&#246;n, dass ich Dich f&#252;r ein Interview gewinnen konnte. Deine Fotos sind &#8211; wie soll ich es sagen? &#8211; extrem erfrischend. In jedem steckt immer irgendwie ein Grinsen. Seit wann fotografierst Du und wie hast Du gemerkt, dass die Fotografie das richtige Medium f&#252;r Dich ist?</strong></p>
<p>Zuerst einmal danke, dass Du mich hierzu eingeladen hast. Sch&#246;n, dass Du diese zwei Worte gesagt hast: Erfrischend und Grinsen.</p>
<p>Mit dem Grinsen hast Du etwas in meinen Bildern erkannt, das immer in mir steckt. Und erfrischend gef&#228;llt mir, weil ich vor ein paar Jahren meine Denke &#252;ber Fotografie ge&#228;ndert habe. Ich habe angefangen, nach etwas Neuem und Frischem zu suchen, nach etwas Anderem und Unkonventionellem.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2012-1.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2012 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2012-1-650x419.jpg" alt="Mongolia 2012 © Przemek Strzelecki" width="650" height="419" class="alignnone size-medium wp-image-55582" /></a></p>
<p>Ich mache schon ziemlich lange Bilder und kann mich sogar noch an meine erste Smena – eine alte russische Kamera – erinnern und <em>haha</em> an meine ach so tollen Fotos von Vogelnestern.</p>
<p>Dann hatte ich eine ganze Menge Zenit-Kameras, zwei davon habe ich immer noch, bis mir meine Eltern damals meine erste Canon kauften. Eine EOS 5000, glaube ich. </p>
<p>Vor ungef&#228;hr sechs Jahren erst habe ich erkannt, worum es bei der Fotografie wirklich geht und bin inzwischen total verr&#252;ckt danach.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2009-.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2009 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2009--650x420.jpg" alt="Mongolia 2009 © Przemek Strzelecki" width="650" height="420" class="alignnone size-medium wp-image-55584" /></a></p>
<p><strong>Mir gef&#228;llt die Ironie, mit der Du auf Deine fr&#252;heren Bilder schaust. Du sagtest, Du hast erkannt, worum es bei der Fotografie geht. Worum denn Deiner Meinung nach?</strong></p>
<p>Wenn man feststellt, dass das Leben eigentlich ein gro&#223;er Witz und voller Ironie ist, warum soll man dann nicht auch versuchen, Ironie in Bildern zu finden?</p>
<p>Vor einigen Jahren habe ich aufgeh&#246;rt, typische Touristenfotos zu machen. Ich mag solche Bilder, wie sie die meisten Leute von ihren Reisen mitbringen, nicht.</p>
<p><em>„Hier bin ich am Denkmal, neben dem Denkmal, vor dem Denkmal &#8230;“</em> &#8211; und so weiter.</p>
<p>Solche Bilder bringen einem nichts bei. Ich habe meine Sicht auf die Welt ge&#228;ndert, habe angefangen, Stereotypen zu durchbrechen und meinen eigenen Stil zu entwickeln.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2012-2.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2012 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2012-2-650x424.jpg" alt="Mongolia 2012 © Przemek Strzelecki" width="650" height="424" class="alignnone size-medium wp-image-55586" /></a></p>
<p>Aber es ist schwierig zu erkl&#228;ren, was Fotografieren bedeutet, weil es f&#252;r jeden etwas anderes ist. F&#252;r mich hat es viel mit Gef&#252;hl und Intuition zu tun.  </p>
<p>Ich muss nur einen Blick auf ein Foto werfen, um zu wissen, ob es mir gef&#228;llt oder nicht, aber ich kann nicht sagen, warum. Es ist schwierig, das zu definieren. Es ist eher wie Poesie.</p>
<p><strong>Du fotografierst nach wie vor analog. Entwickelst Du selbst?</strong></p>
<p>Ja, ich nutze immer noch Film, den ich der Digitalfotografie vorziehe. Ich entwickle Schwarzwei&#223;negative selbst, scanne sie ein und drucke sie dann aus.</p>
<p>Mein Traum ist eine eigene Dunkelkammer, aber das ist leider nicht billig.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/egypt-2008.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Egypt 2008 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/egypt-2008-650x414.jpg" alt="Egypt 2008 © Przemek Strzelecki" width="650" height="414" class="alignnone size-medium wp-image-55590" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Poland-2012.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Poland 2012 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Poland-2012-650x421.jpg" alt="Poland 2012 © Przemek Strzelecki" width="650" height="421" class="alignnone size-medium wp-image-55641" /></a></p>
<p><strong>Welche sind Deine Lieblingsfotografen? Hast Du Vorbilder? </strong></p>
<p>Hier ist eine Liste meiner Lieblingsfotografen:<br />
• Josef Koudelka<br />
• Alex Webb<br />
• Jindrich Streit<br />
• Anders Petersen<br />
• Larry Towell<br />
• Marry Elen Mark<br />
• Ragnar Axelsson<br />
• Nikos Economopoulos<br />
• Junku Nishimura<br />
• Pentti Sammallahti<br />
• Kim Thue</p>
<p>Und noch viele, viele mehr.</p>
<p>Besonders zwei von ihnen finde ich einfach irre: Josef Koudelka und Alex Webb. Ich versuche, eine Sammlung wie ihre zu erreichen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2006.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2006 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2006-650x429.jpg" alt="Mongolia 2006 © Przemek Strzelecki" width="650" height="429" class="alignnone size-medium wp-image-55623" /></a></p>
<p><strong>Du reist sehr oft, oder? Was motiviert Dich dazu?</strong></p>
<p>Ja, ich reise, aber eigentlich nicht sehr viel. Pro Jahr mache ich normalerweise eine gro&#223;e Reise in die Mongolei und einen k&#252;rzeren Trip – meist mit dem Fahrrad – an irgendeinen Ort in Osteuropa.</p>
<p>Ich unternehme auch sehr viele Wochenendtrips in die Slowakei oder nach Tschechien, weil es mir dort einfach sehr gef&#228;llt.</p>
<p>Ich stecke mir immer etwa 25 Euro ein, das reicht dann f&#252;r drei Tage. Ich schlafe im Wald oder in verlassenen H&#228;usern, bewege mich zu Fu&#223; oder mit dem Fahrrad und trinke viel Bier mit den Einheimischen, was mir Gelegenheit gibt, eine Menge guter Bilder zu machen.</p>
<p>Und meine Motivation? Ich werde mal die Worte eines unbekannten Autors verwenden, um den zweiten Teil Deiner Frage zu beantworten: „Reise weit. Bleib lange. Schau genau hin. Und m&#246;ge die Sonne zwei Mal aufgehen, bevor Du schlafen gehst.“</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2011-3.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2011-3-339x527.jpg" alt="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki" width="300" height="466" class="alignnone size-thumbnail wp-image-55625" /></a><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2012.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2012 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2012-339x519.jpg" alt="Mongolia 2012 © Przemek Strzelecki" width="305" height="473" class="alignnone size-thumbnail wp-image-55626" /></a></p>
<p><strong>Dass Du den Menschen nahe bist, spiegelt sich sehr gut in Deinen Bildern wider, insbesondere in Deinen Fotos aus der Mongolei. In ihnen steckt eine gewisse Vertrautheit. Was ist es, das Dich Jahr f&#252;r Jahr immer wieder zur&#252;ck in dieses Land f&#252;hrt?</strong></p>
<p>Die Mongolei ist ein Ort, an dem man sich absolut frei f&#252;hlen kann. Ich habe dort alles gefunden, was ich in all den Jahren des Reisens gesucht habe.</p>
<p>Wenn ich dort bin, f&#252;hle ich mich, als w&#228;re mein Traum wahr geworden. Ein Traum, den ich als Kind hatte, wenn ich bis sp&#228;t in die Nacht B&#252;cher von Jack London las, die mir mein Vater gegeben hatte.</p>
<p>F&#252;r mich ist die Mongolei einer der letzten Orte auf der Erde, an denen man Stille und Weite finden kann, raue Menschen und einen so klaren Sternenhimmel, dass man den Eindruck hat, die Sterne seien so nah wie &#196;pfel an einem Baum. Das ist wirklich erstaunlich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2011-1.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2011-1-339x517.jpg" alt="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki" width="310" height="475" class="alignnone size-thumbnail wp-image-55636" /></a><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2011.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/mongolia-2011-339x513.jpg" alt="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki" width="312" height="480" class="alignnone size-thumbnail wp-image-55637" /></a></p>
<p><strong>Das klingt fantastisch. W&#252;rdest Du Dich selbst als Romantiker bezeichnen?</strong></p>
<p>Ich find&#8217;s eher schwierig, mich selbst zu beschreiben. Romantiker? Vielleicht, ja, doch, ich denke schon. Ich lebe in einer Welt von Tr&#228;umen und ich wurde zu sp&#228;t geboren.</p>
<p>Die Zeit der gro&#223;en Abenteuer und Entdeckungen ist l&#228;ngst vorbei. Als ich klein war, habe ich Hunderte B&#252;cher gelesen, die mich verr&#252;ckt danach machten, etwas Neues zu entdecken und zu erleben. Ich bin immer noch ein Kind im K&#246;rper eines fast vierzigj&#228;hrigen Mannes. Habe die ganze Zeit Tausende neue Ideen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Mongolia-2011-2.jpg" rel="lightbox[54646]"><img title="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Mongolia-2011-2-650x418.jpg" alt="Mongolia 2011 © Przemek Strzelecki" width="650" height="418" class="alignnone size-medium wp-image-55624" /></a></p>
<p>1993, als ich gerade 16 Jahre alt war, machte ich meine erste gro&#223;e Reise zum Baikalsee. Danach habe ich drei bis vier Jahre lang unter offenem Himmel geschlafen. </p>
<p>Ich habe festgestellt, dass ich krank bin – infiziert mit der Abenteuerkrankheit &#8211; und ich hoffe, dass ich niemals geheilt werde. Ich m&#246;chte an dieser Stelle Joe E. Lewis zitieren: „Man lebt nur einmal, aber wenn man es richtig anstellt, ist einmal genug.“</p>
<p>Es gibt nichts Sch&#246;neres als in einem Schlafsack unter dem Sternenhimmel zu liegen. Egal wo, es geht &#252;berall.</p>
<p><strong>Przemek, herzlichen Dank f&#252;r das Interview und Dir alles, alles Gute f&#252;r die Zukunft.</strong></p>
<p><em>Wir haben das Interview auf Englisch gef&#252;hrt. Ich habe es anschlie&#223;end ins Deutsche &#252;bersetzt.</em></p>
<p></p>
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		<title>Uebergrund gehen</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/03/07/uebergrund-gehen/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 Mar 2013 07:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
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		<category><![CDATA[schönheit]]></category>
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		<category><![CDATA[Verfall]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Sebastian Linck</strong></p>&#8220;uebergrund&#8221; gehen, Asphalt unter den F&#252;&#223;en sp&#252;ren. Der urbane Raum ver&#228;ndert sich, – klick – captured der Augenblick! Streifz&#252;ge durch die Stadt bei Nacht. Der dunkle Tunnel und die Katakombe strahlen kalte W&#228;rme aus. Irdische Orte &#8220;ueber- und untergrund&#8221;. Abriss wird mit der Zeit zum &#8220;Grundriss&#8221;: Sch&#246;nheit der Verg&#228;nglichkeit. Auf meiner Webseite habe ich im [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Sebastian Linck</strong></p><blockquote><p>&#8220;uebergrund&#8221; gehen,<br />
Asphalt unter den F&#252;&#223;en sp&#252;ren.<br />
Der urbane Raum ver&#228;ndert sich,<br />
– klick – captured der Augenblick!<br />
Streifz&#252;ge durch die Stadt bei Nacht.<br />
Der dunkle Tunnel<br />
und die Katakombe<br />
strahlen kalte W&#228;rme aus.<br />
Irdische Orte<br />
&#8220;ueber- und untergrund&#8221;.<br />
Abriss<br />
wird mit der Zeit zum &#8220;Grundriss&#8221;:<br />
Sch&#246;nheit der Verg&#228;nglichkeit.</p></blockquote>
<p class="zuruf"><strong>Auf meiner Webseite habe ich im Men&#252;punkt „About“ oben wiedergegebenes Gedicht ‑ oder wie auch immer man es nennen mag ‑ eingef&#252;gt. Es handelt sich dabei um einen Versuch, meine Gef&#252;hle zum Ausdruck zu bringen, die ich empfinde, wenn ich in die urbane Welt abtauche und im besten Fall diese mit der Kamera festhalte.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/31.jpg" rel="lightbox[54847]"><img title="3"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/31-650x429.jpg" alt="3" width="650" height="429" class="aligncenter size-medium wp-image-54872" /></a></p>
<p>Ich klettere an einem x-beliebigen Ort &#252;ber eine Mauer, schl&#252;pfe durch ein Loch im Zaun oder schleiche mich in den Untergrund. Der L&#228;rm der Stadt wird leiser, bis er bald nicht mehr zu h&#246;ren ist. Ich bin angekommen in einer Parallelwelt, in meiner Parallelwelt, weit weg vom Schreibtisch und dem Alltag! </p>
<p>Abriss, Zerst&#246;rung und Dunkelheit dominieren. Ich tauche ein und lasse sie auf mich wirken. Die Sinne sind wachsam, der K&#246;rper ist gespannt, pl&#246;tzlich ein Ger&#228;usch &#8211; Adrenalin schie&#223;t durch meinen K&#246;rper, der Schwei&#223; tritt aus den Poren. Was wartet in der Dunkelheit auf mich? Ich wei&#223; es nicht.</p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/51.jpg" rel="lightbox[54847]"><img title="5"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/51.jpg" alt="5" width="474" height="714" class="aligncenter size-full wp-image-54897" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/81.jpg" rel="lightbox[54847]"><img title="8"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/81.jpg" alt="8" width="474" height="715" class="aligncenter size-full wp-image-54898" /></a></div>
<p>Der Blick durch den Sucher fixiert, der Spiegel klappt hoch, festgebrannt der Augenblick. Einfangen und erhalten, bevor die Abrissbirne kommt.</p>
<p>Die Sch&#246;nheit dieser Orte sieht man meist erst auf den zweiten Blick, doch sie ist da. Manchmal gelingt es mir, sie abzulichten, manchmal nicht. Dann wiederum habe ich kein Interesse an dieser Sch&#246;nheit. Ich suche die „roughness“ und die h&#228;ssliche Fratze der Stadt, die mich ebenso fasziniert wie anzieht.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/6.jpg" rel="lightbox[54847]"><img title="6"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/6-650x433.jpg" alt="6" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-54876" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/71.jpg" rel="lightbox[54847]"><img title="7"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/71-650x433.jpg" alt="7" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-54877" /></a></p>
<p>Meine Art der Fotografie zeigt die rohe Authentizit&#228;t. Ich mag das Unverf&#228;lschte und Echte. Spontane und schnell geschossene Fotos sind mir am liebsten, um diese Momente einzufangen. Ich m&#246;chte die Szenen so zeigen, wie ich sie vorgefunden habe und m&#246;glichst wenig retuschieren oder gar kaschieren.</p>
<p>Ich bewege mich allein, ich bestimme meine Geschwindigkeit, meinen „Workflow“. Von Set-Aufbauten lasse ich mich nicht fesseln. Ich nehme mir die f&#252;r mich so wichtige Freiheit, lasse mich auf meinen Streifz&#252;gen treiben.</p>
<p>Niemand wei&#223;, wo ich mich befinde, dieses Gef&#252;hl ist etwas Besonderes. Keiner wei&#223;, welche Wege ich beschreite. Die Gefahr ist ein st&#228;ndiger Begleiter &#8211; ich hei&#223;e sie respektvoll willkommen. Die Schritte w&#228;hle ich aufmerksam, Fehltritte kann man sich in einer maroden Umgebung nicht erlauben. Wachsamkeit!</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/11.jpg" rel="lightbox[54847]"><img title="11"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/11-650x490.jpg" alt="11" width="650" height="490" class="aligncenter size-medium wp-image-54879" /></a></p>
<p>Die Spannung dieser Parallelwelt m&#246;chte ich nicht nur einfangen, sondern auch in angemessenem Gewand pr&#228;sentieren. Fotografien verdienen es nicht, nur ein virtuelles Dasein als nummerierte Datei auf einer Festplatte zu fristen. </p>
<p>Die einzige Aufstiegsm&#246;glichkeit in einer Welt aus Einsen und Nullen ist die Position des Bildschirmschoners. Millionen von Pixeln haben mehr verdient: Sie geh&#246;ren auf Papier gedruckt. In dieser Form k&#246;nnen sie ihre Farbenvielfalt, die starken Kontraste oder die schwarzwei&#223;en Nuancen perfekt entfalten.</p>
<p>Das haptische Erlebnis macht den Unterschied. In analogen Zeiten wurde mit Spannung auf die Entwicklung der Fotos gewartet. Durchbl&#228;ttern, aussortieren und einkleben; Arbeit mit den H&#228;nden.</p>
<p>Im Jahr 2009 kam mir &#8211; nach einem einj&#228;hrigen Auslandsaufenthalt &#8211; die Idee, meine Fotografien nicht „nur“ in einer Diashow zu pr&#228;sentieren, sondern auch in Form eines Bildbandes. Einige schlaflose N&#228;chte &#8211; und viel Herzblut &#8211; sp&#228;ter war das „uebergrund Fotomagazin“ geboren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/16-1.jpg" rel="lightbox[54847]"><img title="16-1"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/16-1-650x433.jpg" alt="16-1" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-54894" /></a></p>
<p>Inzwischen sind vier Jahre vergangen und ich habe meine „Urban-Trilogie“ abgeschlossen und j&#228;hrlich im Eigenverlag ver&#246;ffentlicht. In den drei Ausgaben zeige ich Stadtansichten aus Australien, Neuseeland, Vietnam, Hongkong und verschiedenen europ&#228;ischen Metropolen. Die Druckmaschine hat meine Interpretation von Abriss, Verfall, Sch&#246;nheit, Dunkelheit, <em>uebergrund</em>, Untergrund, Urban art, Nachtilluminationen und Trash zu Papier gebracht. </p>
<p><em>Jetzt ist es Zeit f&#252;r neue Wege &#8211; diese werde ich im Sommer 2013 beschreiten. Der Titel bleibt, der Inhalt wird ein anderer!</em></p>
<p></p>
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		<title>Sweet Home Chicago</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2013 06:59:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Christian Hamann</strong></p>Noch nie habe ich so gefroren und mich gleichzeitig so wohl gef&#252;hlt. Wie jedes Jahr bin ich im Winter wieder in Chicago unterwegs. Windy City, Chi-Town, Heart of America, Second Home. F&#252;r mich ist keine Stadt der USA so einladend und mit Heimatgef&#252;hlen verbunden wie die gro&#223;e Stadt am See. Kalte Winter sind mir nicht [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Christian Hamann</strong></p><p><strong>Noch nie habe ich so gefroren und mich gleichzeitig so wohl gef&#252;hlt. Wie jedes Jahr bin ich im Winter wieder in Chicago unterwegs. Windy City, Chi-Town, Heart of America, Second Home. F&#252;r mich ist keine Stadt der USA so einladend und mit Heimatgef&#252;hlen verbunden wie die gro&#223;e Stadt am See.</strong></p>
<p>Kalte Winter sind mir nicht fremd, doch die Winter in Chicago sind eine Art Lotterie. Im sp&#228;ten November kann man noch mit einem eiskalten Kaffee am Millenium Park sitzen und die Sonne genie&#223;en, um einen Tag sp&#228;ter zu bemerken, dass man vielleicht doch den Polarparka h&#228;tte einpacken sollen.</p>
<p>Dieser Tag ist anders, er ist einfach perfekt. K&#252;hl aber nicht kalt, sonnendurchflutete Stra&#223;enschluchten und schattige Hinterh&#246;fe. Und so wandere ich ohne Ziel durch das Herz von Chicago-Downtown, dem Stadtteil mit den weltbekannten, &#252;berirdischen Subways &#8211; The Loop.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-9.jpg" rel="lightbox[54715]"><img title="chicago-9"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-9-650x434.jpg" alt="Chicago © Christian Hamann" width="650" height="434" class="alignnone size-medium wp-image-54717" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-5.jpg" rel="lightbox[54715]"><img title="Chicago © Christian Hamann"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-5-650x434.jpg" alt="Chicago © Christian Hamann" width="650" height="434" class="alignnone size-medium wp-image-54720" /></a></p>
<p>Chicago hat diesen unbeschreiblichen Charme. Patina wohin man schaut. Flugrost an den Trassen der Subway, vergilbte Schilder als Zeugen der alten Zeit von Schlachth&#246;fen, Al Capone und den Filmerinnerungen an die Blues Brothers.</p>
<p>In Gedanken versunken wandere ich also &#252;ber die South Wabash Avenue in Richtung Norden und stromere durch die vielen namenlosen Verbindungsgassen. Das Sonnenlicht als Kompass und die Kamera immer in der Hand. </p>
<p>Verlaufen kann man sich eigentlich gar nicht und wenn man doch mal Hilfe braucht: Chicagoer sind absolute Lokalpatrioten und helfen mit einem L&#228;cheln und ein paar guten Tipps.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-13.jpg" rel="lightbox[54715]"><img title="Chicago © Christian Hamann"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-13-650x434.jpg" alt="Chicago © Christian Hamann" width="650" height="434" class="alignnone size-medium wp-image-54718" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-16.jpg" rel="lightbox[54715]"><img title="Chicago © Christian Hamann"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-16-650x973.jpg" alt="Chicago © Christian Hamann" width="650" height="973" class="alignnone size-medium wp-image-54724" /></a></p>
<p>Innerhalb der Loop befindet sich das Finanzzentrum der Stadt. Banken und B&#246;rsen neben Starbucks und Shoppingmall. Ein buntes Treiben um mich herum und gleichzeitig so surreal. Alles hetzt von Termin zu Termin, w&#228;hrend ich ohne Ziel einfach nur die Stadt in mich aufzusaugen versuche. </p>
<p>Nach vielen Blocks und Gassen schmerzen die F&#252;sse und der Magen knurrt. Ich springe in die Subway und lasse mich einmal um den Stadtteil fahren. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-18.jpg" rel="lightbox[54715]"><img title="Chicago © Christian Hamann"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-18-650x798.jpg" alt="Chicago © Christian Hamann" width="650" height="798" class="alignnone size-medium wp-image-54719" /></a></p>
<p>Jetzt habe ich ein Ziel: Das alte Exchequer, Stammlokal von Al Capone mit der weltbekannten Deep Dish Pizza. Im Exchequer scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. W&#228;ren da nicht Bilder von Michael Jordans gro&#223;en Siegen mit den Bulls an der Wand, man w&#252;rde sich in der Zeit zur&#252;ckversetzt f&#252;hlen und Big Al jeden Moment erwarten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-11.jpg" rel="lightbox[54715]"><img title="Chicago © Christian Hamann"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/chicago-11-650x434.jpg" alt="Chicago © Christian Hamann" width="650" height="434" class="alignnone size-medium wp-image-54721" /></a></p>
<p><em>Und so sitze ich zum Abschluss meines freien Tages in dem alten Schuppen, trinke ein Bier, esse meine Pizza, gehe meine Bilder auf der Kamera durch und staune, wohin mich meine F&#252;&#223;e an diesem perfekten Wintertag in Chicago trugen.</em></p>
<p></p>
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		<title>F&#252;nfter Monatsbericht vom iPhone-Projekt</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/02/18/funfter-monatsbericht-vom-iphone-projekt/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Feb 2013 07:56:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal frage ich mich, ob ich nicht schon viel l&#228;nger dieses Projekt mache, als es mein Kalender anzeigt. Da ich relativ viel fotografiere und dementsprechend jede Menge erlebe, kommt mir mein Projekt wie eine „halbe Ewigkeit“ vor. Willkommen beim f&#252;nften Monatsbericht. Es war eine gute Entscheidung, in Farbe zu fotografieren und meine Rauschen-Serie nicht fortzuf&#252;hren. [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manchmal frage ich mich, ob ich nicht schon viel l&#228;nger dieses Projekt mache, als es mein Kalender anzeigt. Da ich relativ viel fotografiere und dementsprechend jede Menge erlebe, kommt mir mein Projekt wie eine „halbe Ewigkeit“ vor. Willkommen beim f&#252;nften Monatsbericht.</strong></p>
<p>Es war eine gute Entscheidung, in Farbe zu fotografieren und meine Rauschen-Serie nicht fortzuf&#252;hren. Ich habe den Eindruck, einen guten Weg gegangen zu sein und werde diesen weiter verfolgen.</p>
<p>Und zwar nicht monochrom, obwohl ich die Jahre (vor dem Projekt) ausschlie&#223;lich Farbe fotografiert habe. Manchmal bringt mich die ganze Sache auf Wege, die ich selbst nie f&#252;r m&#246;glich gehalten h&#228;tte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8461299207_d635f3a28e_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img title="Fernw&#228;rme" alt="Fernw&#228;rme" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8461299207_d635f3a28e_o-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8346151065_c251fed045_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img title="Stairs " alt="Stairs " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8346151065_c251fed045_o-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Vor drei Wochen habe ich dann auch &#228;u&#223;erlich eine Ver&#228;nderung an meinem Erscheinungsbild vorgenommen und den Ratschlag von Joel Meyerowitz befolgt, komplett schwarze Kleidung zu tragen. Zwar fehlt mir noch eine ganz schwarze Jacke, aber bis auf diese (die aktuelle ist dunkelgr&#252;n) bin ich derzeit unicolor in schwarz unterwegs.</p>
<p>Was das bringt? Nun, ich kann es nicht nachweisbar nachvollziehen, aber schwarz reflektiert kein Licht und das ist ein sehr gro&#223;er Vorteil unter Menschen, da ich am liebsten unbemerkt agiere.</p>
<p>Es kann auch Zufall sein, aber wenn ich dar&#252;ber nachdenke, war es immer dann, als ich ganz in schwarz fotografierte, dass ich mich streckenweise wunderte, dass mich einzelne Leute <em>&#252;berhaupt nicht</em> wahrzunehmen schienen.</p>
<p>Vom Setup hat sich nichts ge&#228;ndert, ich benutze nach wie vor ProCamera zum Fotografieren und Snapseed zum Bearbeiten. Gleiches Schema, nix Neues.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8433677482_88795a131e_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img title="Depth" alt="Depth" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8433677482_88795a131e_o-650x639.jpg" width="650" height="639" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8450523283_1d6f45cf77_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img title="Busy" alt="Busy" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8450523283_1d6f45cf77_o-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Viel <em>wesentlicher</em> hat sich f&#252;r mich der Akt des Fotografierens ver&#228;ndert. Ich habe mir angew&#246;hnt, nicht st&#228;ndig von Ort zu Ort zu laufen, sondern bleibe lieber an einer Ecke stehen und studiere die Abl&#228;ufe der Menschenmassen.</p>
<p>In welchen Abst&#228;nden h&#228;lt die Bahn? Wie lange warten Menschen auf den n&#228;chsten Zug? In welchen Zyklen kommen gr&#246;&#223;ere Mengen auf einmal aus einem Geb&#228;ude? Dieses Hineindenken ist eine gute Schule und es hilft mir, absch&#228;tzen, wann es sinnvoll ist, welches Bild zu machen. Und wann nicht.</p>
<p>Und obwohl ich eigentlich versuche, stets die unsichtbaren Verbindungen zwischen sich nicht kennenden Menschen sichtbar zu machen, fotografiere ich doch meist einzelne Menschen. Das ist keine bewusste Entscheidung, passiert mir aber immer wieder.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8400236800_13a1bb7570_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img title="Gesture " alt="Gesture " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8400236800_13a1bb7570_o-650x649.jpg" width="650" height="649" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8416768113_33636fb730_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img title="Dark Days" alt="Dark Days" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8416768113_33636fb730_o-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Und seltenst fotografiere ich junge Leute, sondern finde alte Menschen attraktiver, interessanter und bemerkenswerter. Mit ihren netten H&#252;tchen und einfallsreichem Kleidungsstil laufen sie einfach den j&#252;ngeren den Rang ab. Zumindest meiner Auffassung nach.</p>
<p>Und mit der Zeit habe ich bemerkt, dass ich zufriedener mit den Ergebnissen geworden bin. In den ersten Monaten mit dem iPhone hatte ich manchmal Schwierigkeiten, den Zugang zu meinen eigenen Bildern zu finden. Ich fand meine Fotos ganz okay, aber mehr war da nicht.</p>
<p>Dies nimmt derzeit langsam ab und das macht mich gl&#252;cklich. Auch durch die monatliche Reflexion lerne ich eine Menge &#252;ber mich selbst und die Fotografie an sich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8458152057_fd9dc943f3_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img title="Jump" alt="Jump" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8458152057_fd9dc943f3_o-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8406478858_e6cab197cc_o.jpg" rel="lightbox[54684]"><img class="alignnone size-medium wp-image-54690" title="Beetle " alt="Beetle " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/8406478858_e6cab197cc_o-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></p>
<p><em>Ach ja, manchmal l&#228;chelt mich ein Oldimer an und bei aller Liebe zur Stra&#223;enfotografie und ihrer Konzentration auf Menschen lasse ich es mir nicht nehmen, auch einmal ein sch&#246;nes Auto zu fotografieren.</em></p>
<p></p>
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		<title>Vierter Monatsbericht vom iPhone-Projekt</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 07:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Straße]]></category>
		<category><![CDATA[auswahl]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit vier Monaten fotografiere ich ausschlie&#223;lich mit dem iPhone, um herauszufinden, was passiert, wenn ich die DSLR liegen lasse und mich hundertprozentig auf das Mobiltelefon einlasse. Dies ist der vierte Monatsbericht. Und bevor es gleich in die Tiefe geht: Ich bin mit meinen Bildern aktuell nicht wirklich zufrieden. Ich finde meine Fotos okay, aber auch [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit vier Monaten fotografiere ich ausschlie&#223;lich mit dem iPhone, um herauszufinden, was passiert, wenn ich die DSLR liegen lasse und mich hundertprozentig auf das Mobiltelefon einlasse. Dies ist der vierte Monatsbericht.</strong></p>
<p>Und bevor es gleich in die Tiefe geht: Ich bin mit meinen Bildern aktuell nicht wirklich zufrieden. Ich finde meine Fotos okay, aber auch nicht mehr. Dazu kommt noch, dass ich so tief in der Materie bin, dass es mir schwer f&#228;llt, eine Distanz zu den Bildern zu bekommen.</p>
<p>Das merke ich vor allem dann, wenn ich die Fotos f&#252;r meinen monatlichen Bericht aussuche. Welches zeigen, welches nicht? Diese Unsicherheit geh&#246;rt dazu. Jedoch m&#246;chte ich hier niemandem etwas vormachen.</p>
<p>Ich sehe mich auch nicht als toller Stra&#223;enfotograf, sondern habe &#8211; auch durch die technisch reduzierten M&#246;glichkeiten des iPhones &#8211; das Gef&#252;hl, ganz am Anfang zu stehen. Mir ist klar, dass die Fotos, die ich hier zeige, keine Superknaller sind.</p>
<p>Jedoch ist ein Teil meines Projekts der monatliche Bericht. Und der ist, wie er ist: Nah dran am Geschehen und ohne Anspruch auf Perfektion.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1653.jpg" rel="lightbox[52183]"><img class="alignnone size-medium wp-image-52231" title="Synchon" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1653-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1707.jpg" rel="lightbox[52183]"><img class="alignnone size-medium wp-image-53237" title="Lesen" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1707-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Das iPhone selbst ist mittlerweile selbstverst&#228;ndlicher Teil meiner Arbeit geworden. Das bedeutet, dass die Euphorie vom Auftakt geschwunden ist und es sich nicht mehr ungewohnt anf&#252;hlt, mit dem iPhone zu arbeiten.</p>
<p>Das Fotografieren mit der DSLR war f&#252;r mich immer der Inbegriff meiner Leidenschaft. Ich hatte ein gewichtiges Ger&#228;t mit Objektiv drauf in der Hand, das &#252;ber lautes Ausl&#246;serklacken ein auditives Feedback gab.</p>
<p>Allerdings fallen mit dem iPhone diese Faktoren g&#228;nzlich weg und somit auch das Gef&#252;hl, <em>fotografisch</em> t&#228;tig zu sein. Wenn ich meinen Kollegen aus dem B&#252;ro sage, ich „gehe mal fotografieren“, dann stimmt da irgendetwas nicht.</p>
<p>Denn das Arbeitsger&#228;t ist sehr leicht und wenn ich Handschuhe trage, fast unsichtbar. Das Objektiv ist im Vergleich zum 50mm als solches nicht zu erkennen. Und das elektronische Klickger&#228;usch habe ich ausgeschaltet, also das Letzte, was an eine Kamera erinnern k&#246;nnte, eliminiert.</p>
<p>Nein, das Wort <em>Fotografieren</em> ist f&#252;r mich &#252;berfl&#252;ssig geworden und ich erlebe das als eine Art Befreiung. Es ist mehr ein Probieren, Skizzieren, Dokumentieren. In der Stadt, unter Menschen. Dort, wo der Alltag tobt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_57571.jpg" rel="lightbox[52183]"><img title="Streifen" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_57571-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1280.jpg" rel="lightbox[52183]"><img class="alignnone size-medium wp-image-53285" title="Pure Entspannung" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1280-650x651.jpg" alt="" width="650" height="651" /></a></p>
<p>Da in dieser Jahreszeit selten die Sonne scheint, es meist tr&#252;b und d&#252;ster ist, kann ich erst ab 9:30 Uhr so richtig loslegen. Ich bin somit, mehr als vorher, angewiesen auf das Wetter. Warum das?</p>
<p>An einem dunklen Tag zeigt mir das iPhone an, dass es 1/30s belichtet. Damit einen Menschen, der sich ein wenig bewegt, scharf festzuhalten, ist unm&#246;glich. So warte ich meist etwas ab, messe immer wieder nach und schaue, wann das Licht mindestens 1/120s erlaubt. Und selbst damit ist nicht garantiert, dass die Aufnahme scharf ist. Das ist manchmal ziemlich frustrierend.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_4931.jpg" rel="lightbox[52183]"><img title="Zufriedenheit" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_4931-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_3608.jpg" rel="lightbox[52183]"><img title="O&amp;K" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_3608-650x651.jpg" alt="" width="650" height="651" /></a></p>
<p>Ich versuche, so weit m&#246;glich, einen besonderen Moment zu erwischen &#8211; und das hei&#223;t gar nicht zwangsl&#228;ufig, dass eine Person (erkennbar) abgebildet sein muss. Es geht mir darum, einzufangen, wenn das Ungew&#246;hnliche aus dem Gew&#246;hnlichen hervortritt.</p>
<p>Ein Zufall sozusagen, in dem zwei oder mehr Aspekte im Einklang sind, sich widersprechen oder meinem inneren Auge komisch, trist oder gar fr&#246;hlich erscheinen. Und damit diese Vorgabe erf&#252;llt werden kann, muss ich einige Kilometer laufen und stets offen f&#252;r das Unvorhergesehene sein.</p>
<p>Und 99% meiner Fotos sind Bullshit. Sie sind vielleicht auf den ersten Blick ganz interessant, haben aber keine Seele, sprechen nicht zu mir oder es fehlt ihnen das gewisse Etwas, das ein Foto &#8211; wohlgemerkt &#8211; <em>f&#252;r mich</em> spannend macht.</p>
<p>Jedoch ist dieses eine Prozentfitzelchen das, wonach ich suche. Dann passen viele Dinge zusammen. Oft bemerke ich erst beim Durchbl&#228;ttern der Bilder, dass es sich <em>eben doch</em> gelohnt hat, eine Aufnahme zu machen, die ich vor Ort nur potentiell gut fand.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1274.jpg" rel="lightbox[52183]"><img title="Oben gut drauf. " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1274-650x651.jpg" alt="" width="650" height="651" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1998.jpg" rel="lightbox[52183]"><img class="alignnone size-medium wp-image-53283" title="Windt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_1998-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Ich habe mich au&#223;erdem dazu entschieden, pro Tag nicht mehr drei, vier oder sogar mehr, sondern abends zwischen 19 und 21 Uhr ein einziges Foto zu <a title="Martin Gommel Street Photography Tumblr" href="http://martingommel.tumblr.com" target="_blank">ver&#246;ffentlichen</a>. Das reicht vollkommen und bringt auch ein wenig Ruhe in das Projekt.</p>
<p>Beim Fotografieren selbst versuche ich, einem Rat von <a title="Jay Maisel Portfolio" href="http://studio.jaymaisel.com/collections/portfolio" target="_blank">Jay Maisel</a> zu folgen. Er sagte einmal: „Go out empty“, was f&#252;r ihn so viel bedeutet wie: Jedes Konzept, das im Kopf schwirrt, zu verwerfen. Nicht nach bestimmten Dingen (Farbkontrasten, Mustern und Formen, Gegen&#252;berstellungen) zu suchen, sondern offen zu sein, f&#252;r das, was kommt.</p>
<p>Denn jedes Konzept kann mir im Wege stehen, das zu sehen, was gerade vor mir passiert, weil ich quasi eine Art Tunnelblick habe, der alles andere ausschlie&#223;t.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_2731.jpg" rel="lightbox[52183]"><img title="Ge&#246;ffnet" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/IMG_2731-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/8301523060_f0829030e3_b.jpg" rel="lightbox[52183]"><img class="alignnone size-medium wp-image-53282" title="Quelle " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/8301523060_f0829030e3_b-650x651.jpg" alt="" width="650" height="651" /></a></p>
<p>Meist nutze ich den sp&#228;ten Abend, um die Aufnahmen des Tages durchzugehen und zu finalisieren. Da ich aktuell komplett in Farbe arbeite und nicht stark in die Aufnahme eingreifen m&#246;chte, gibt es selten viel zu &#228;ndern.</p>
<p>In Snapseed beschneide ich, ziehe die Kontraste etwas an oder korrigiere die Farbtemperatur minimal. Die eigentliche Arbeit besteht darin, die guten von den schlechten Bildern zu trennen und Perlen im Sauhaufen zu finden. Wenn es denn Perlen gibt.</p>
<p>Und es gibt diese Tage, an denen ich wei&#223;: Ein paar Fotos waren ganz okay, aber gut waren die nicht.</p>
<p><em>Doch es lohnt sich, mich immer wieder auf mein &#8211; zugegeben &#8211; kauziges Projekt einzulassen. Ich merke, dass ich so langsam richtig tief drin bin, aber noch weit entfernt von dem, was m&#246;glich ist. Die Stra&#223;enfotografie steckt voller &#220;berraschungen und ich bin gespannt, was die Zukunft mir schenken mag.</em></p>
<p></p>
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