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	<title>kwerfeldein - Fotografie Magazin &#187; Portrait</title>
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	<description>Das Fotografie Magazin</description>
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		<title>Im Gespr&#228;ch mit Jessica Tremp</title>
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		<pubDate>Sat, 11 May 2013 08:11:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Emotion]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[jessica tremp]]></category>
		<category><![CDATA[natur]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jessica Tremp</strong></p>Obwohl die australische Fotok&#252;nstlerin Jessica Tremp lieber Bilder als Worte sprechen l&#228;sst, konnten wir ihr im Interview ein paar S&#228;tze entlocken. Dar&#252;ber, wie die Natur sich immer wieder einschleicht, wie Bilder entstehen, die Arbeit mit Menschen vor der Kamera und das Leben an sich. Hallo Jessica. Danke, dass Du Dir die Zeit f&#252;r ein Interview [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jessica Tremp</strong></p><p><strong>Obwohl die australische Fotok&#252;nstlerin Jessica Tremp lieber Bilder als Worte sprechen l&#228;sst, konnten wir ihr im Interview ein paar S&#228;tze entlocken. Dar&#252;ber, wie die Natur sich immer wieder einschleicht, wie Bilder entstehen, die Arbeit mit Menschen vor der Kamera und das Leben an sich.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Bridget-Footscray.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Bridget-Footscray-650x433.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58773" /></a></p>
<p><strong>Hallo Jessica. Danke, dass Du Dir die Zeit f&#252;r ein Interview mit uns nimmst. Zuerst, erz&#228;hl uns doch mal ein bisschen was &#252;ber Dich: Wer bist Du, was machst Du?</strong></p>
<p>Hallo, mein Name ist Jessica Tremp, k&#252;rzliche habe ich die magische 30-Jahre-Grenze &#252;berschritten und lebe mit meinem g&#252;tigen Musiker-Mann, unserem Sohn Syd und einem geretteten ehemaligen Renn-Windhund namens Soda in Melbourne in Australien. Ich bin praktizierende Fotok&#252;nstlerin.</p>
<p>Ich habe schon immer das Bed&#252;rfnis versp&#252;rt, mich selbst kreativ auszudr&#252;cken, angefangen von Tanzen und Singen &#252;ber Schreiben und Zeichnen, jedoch ist die Fotografie das einzige Medium, das sich fest bei mir eingehakt und mich nicht mehr losgelassen hat.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/time-is-the-days-melting-away-like-butter-+-Sheri.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/time-is-the-days-melting-away-like-butter-+-Sheri-650x487.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="487" class="aligncenter size-medium wp-image-58772" /></a></p>
<p><strong>Was tut Fotografie oder was gibt sie Dir, was andere Ausdrucksformen nicht k&#246;nnen?</strong></p>
<p>Es ist einfach so passiert, dass die Fotografie am meisten h&#228;ngen geblieben ist unter all den Formen der Kreativit&#228;t, in denen ich mich versucht habe. Sie alle geben mir die M&#246;glichkeit, Dinge auf unterschiedliche Arten auszudr&#252;cken. </p>
<p>W&#228;re ich ein besserer Maler, w&#228;re das vielleicht auch ein interessanter Weg gewesen, den ich h&#228;tte einschlagen k&#246;nnen. Aber ich denke, dass die Fotografie einfach etwas ist, worin ich ganz nat&#252;rlich besser war.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Nettie-Chalmette+time-is-the-days-melting-away-like-butter.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Nettie-Chalmette+time-is-the-days-melting-away-like-butter-650x474.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="474" class="aligncenter size-medium wp-image-58767" /></a></p>
<p><strong>Was sind wiederkehrende Themen in Deinen Arbeiten?</strong></p>
<p>Natur, Tiere, Menschen und ein bisschen Melancholie.</p>
<p>Natur in der Form von Pflanzen oder Tieren schafft es immer, sich einzuschleichen. Selbst, wenn ich versuche, mal ein Portrait in einem eher sauberen, minimalistischen Stil zu machen, finden ein paar Blumen oder etwas Blattwerk ihren Weg in den Bildausschnitt. Ich w&#252;rde gern eine Erkl&#228;rung daf&#252;r abgeben, aber es scheint eine eher unterbewusste Liebesaff&#228;re zu sein, die ich damit habe.</p>
<p>Themen scheinen sich auch ohne meine direkte Lenkung zu entwickeln, aber ein bisschen Melancholie ist meistens offensichtlich. Oft ist das, was ich mitteilen m&#246;chte, das Bed&#252;rfnis, von etwas ziemlich Au&#223;ergew&#246;hnlichem gewiegt zu werden oder Teil von etwas Einfacherem, aber viel Gr&#246;&#223;eren zu sein als wir im Allt&#228;glichen zu sein scheinen. </p>
<p>Ich finde es wirklich schwer zu erkl&#228;ren, daher fotografiere ich auch, anstatt zu schreiben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/finger-berries.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/finger-berries-650x433.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58763" /></a></p>
<p><strong>Wie entstehen Deine Arbeiten? Planst Du vorher jedes Detail oder dr&#252;ckst Du nur im richtigen Moment auf den Ausl&#246;ser?</strong></p>
<p>Normalerweise gehe ich mit einer vagen Idee los, aber das Endresultat ist ziemlich selten das, was ich erwartet habe. Es ist manchmal so viel besser und manchmal schrecklich. Aber das ist es auch, was ich am Fotografieren am meisten liebe: Es lenkt viel mehr mich als anders herum. Ich mag es auch sehr, einfach das zu benutzen, was direkt um mich herum ist, also sch&#228;tze ich, dass es meistens ziemlich spontan ist.</p>
<p><strong>Entwickeln sich Deine Serien auch so oder arbeitest Du an ihnen anders?</strong></p>
<p>Lustigerweise denke ich, dass die besseren sich vollkommen nat&#252;rlich und organisch entwickeln. Diejenigen, bei denen ich dazu neige, zu lange dar&#252;ber nachzudenken und sie zu planen, entt&#228;uschen mich immer ein bisschen. </p>
<p>Als ich angefangen habe, habe ich erst in Einzelbildern gearbeitet und &#252;ber den Verlauf der Jahre wurde ich gl&#252;cklicher mit mehreren Bildern, die alleinstehend vielleicht nicht besonders spektakul&#228;r sind, aber etwas vermitteln, wenn sie zusammenstehen. Auch, wenn es vielleicht nur eine kleine Studie statt einer tats&#228;chlich durchdachten Serie ist.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/gauge.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/gauge-650x433.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58764" /></a></p>
<p><strong>Welche Rolle spielt Nachbearbeitung in Deinen Arbeiten?</strong></p>
<p>Definitiv eine gro&#223;e. F&#252;r mich w&#228;re es ohne sie, als w&#252;rde man den Teig zusammenr&#252;hren, ohne anschlie&#223;end auch den Kuchen daraus zu backen. Genauso wie beim Fotografieren selbst lasse ich mich dabei vom Bild lenken. Manchmal verwende ich etwas mehr Zeit darauf und manchmal mag ich es, alles etwas zur&#252;ckhaltender und minimalistischer zu halten.</p>
<p><strong>Kannst Du uns etwas dar&#252;ber erz&#228;hlen, wer die Menschen vor Deiner Kamera sind? Was sind Deine Gedanken und Gef&#252;hle dar&#252;ber, mit Modellen, Freunden oder auch Dir selbst zu arbeiten?</strong></p>
<p>Ich bevorzuge es, mit Freunden oder mir selbst zu arbeiten anstatt mit Modellen, einfach, weil ich das Gef&#252;hl habe, dass ich mich dann weniger erkl&#228;ren muss, dass es okay ist, wenn etwas misslingt, es gibt einfach mehr Freiheit, zu entdecken und zu kreieren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/the-argument-with-spring.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/the-argument-with-spring-650x483.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="483" class="aligncenter size-medium wp-image-58770" /></a></p>
<p>Wenn ich mit Modellen arbeite, kann ich f&#252;hlen, dass ich mit einer vorbereiteten Idee in die Begegnung gehen muss, um in der Lage zu sein, etwas abzuliefern, f&#252;r mich selbst und auch f&#252;r sie, damit ihre Zeit es auch wert ist.</p>
<p>Ich arbeitete auch sehr viel mit mir selbst als Modell, einfach, weil ich ja immer da war, wenn ich das Bed&#252;rfnis hatte, zu fotografieren und etwas zu kreieren. Ich muss aber auch sagen, dass ich hier und da mit einem Modell gearbeitet habe, das ich nie vorher getroffen, mit dem ich aber sofort eine Verdingung hatte.</p>
<p>Das ist eigentlich eine unglaubliche Sache, wenn man mal dar&#252;ber nachdenkt: Man kann Menschen seit Jahren kennen und wenn man sie dann auf der Stra&#223;e trifft, kann man nur &#252;ber das Wetter reden. </p>
<p>Andererseits kann man mit einem Fremden, der manchmal sogar nackt vor einem steht, in einem Raum sein und beide m&#252;ssen sofort ihre Schutzpanzer ablegen. Es gibt nicht viele Situationen, in denen man sich so verletzlich f&#252;hlt, ohne jemanden vorher kennengelernt zu haben. Gelegentlich entsteht Magie aus so aufgeladener Energie.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/tierra-negra.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/tierra-negra-650x484.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="484" class="aligncenter size-medium wp-image-58771" /></a></p>
<p><strong>Ich habe gesehen, dass Du auch Hochzeiten und Auftragsarbeiten fotografierst. Wie balancierst Du das mit Deinen freien Arbeiten?</strong></p>
<p>Ich versuche, nicht mehr als zwei Hochzeiten pro Monat anzunehmen. So bleibt es immer noch Spa&#223; und erfrischend, sie zu fotografieren. Eigene Projekte und Auftr&#228;ge zu jonglieren, ist mir in der Vergangenheit nicht immer leicht gefallen, aber ich denke, dass ich nun mehr und mehr eine gute Balance zwischen ihnen finde. </p>
<p>Ich f&#252;hle mich sehr gl&#252;cklich, in der Lage zu sein, meinen Lebensunterhalt mit dem zu verdienen, was ich liebe und ich genie&#223;e auch die unterschiedlichen Herangehensweisen an die Fotografie, zum Beispiel bei einer Hochzeit. Anstatt ein Bild ganz von Neuem zu erschaffen, nehme ich auf, was vor mir dort schon da ist, auf eine neue und interessante Weise.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Ingrids-nest.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Ingrids-nest-650x433.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58765" /></a></p>
<p><strong>Als Du 18 warst, bist Du von der Schweiz nach Melbourne umgezogen. Zur&#252;ckblickend, was denkst Du, welchen Einfluss gro&#223;e Ver&#228;nderungen wie diese im Leben haben?</strong></p>
<p>Ich denke, dass es in diesem speziellen Fall eine Mischung aus dem Gef&#252;hl, ungl&#252;cklich zu sein mit dem Weg, den ich bildungsm&#228;&#223;ig eingeschlagen hatte (ich studierte auf Lehramt), dem Bed&#252;rfnis, die Welt zu entdecken und der reinen, alten Teenager-Rebellion war. Es hat eine Weile gedauert, bis ich in Melbourne Fu&#223; gefasst hatte, aber inzwischen finde ich es schwer vorstellbar, irgendwo anders zu wohnen. </p>
<p>Obwohl ich mich auch schon dabei erwischt habe, davon tagzutr&#228;umen, in Paris oder New York Teller zu waschen, um mein Leben zu finanzieren, das voller zeitgen&#246;ssischem Tanz, dem F&#252;ttern streunender Katzen und dem Ausgeben eines Monatsgehaltes f&#252;r ein Gem&#228;lde w&#228;re.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Clarksdale-II.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/Clarksdale-II-650x433.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58774" /></a></p>
<p>Ich denke, dass der Umzug mich auf eine Art definitiv frei gemacht hat. Als ich ankam, nahm ich ein Jahr lang in Vollzeit Tanzkurse. Etwas, das ich in der Schweiz nie h&#228;tte tun k&#246;nnen, weil es zu verp&#246;nt gewesen w&#228;re. Nat&#252;rlich w&#228;re ich nie ein T&#228;nzer geworden, aber die Tatsache, dass es in Ordnung war, anzustreben was auch immer ich wollte, war es, die mein Leben komplett ver&#228;ndert hat.</p>
<p>Nun konzentriere ich mich auf die n&#228;chste Ver&#228;ndung, die vor mir liegt: Ein Flecken Land zwischen den Gummib&#228;umen der australischen Landschaft, inmitten einer kleinen, aber bl&#252;henden und aufgeschlossenen Gemeinschaft. Ein Esel namens Gloria, den ich jeden Morgen mit meinem Sohn f&#252;ttere. Gro&#223;e, offene Fenster, durch die Musik vom Plattenspieler hinausdringt. Zwei Studios: Eines f&#252;r meinen Mann, der darin aufnimmt und eines f&#252;r mich. Gro&#223;e Speisen f&#252;r Freunde kochen, die vorbeikommen. Und mehr lesen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/mousse.jpg" rel="lightbox[55726]"><img title="© Jessica Tremp"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/mousse-650x486.jpg" alt="© Jessica Tremp" width="650" height="486" class="aligncenter size-medium wp-image-58766" /></a></p>
<p><strong>Was hast Du noch f&#252;r Pl&#228;ne f&#252;r die n&#228;here und fernere Zukunft?</strong></p>
<p>Abgesehen vom Umzug genie&#223;e ich wirklich, wie alles gerade ist und wohin es geht. Ich liebe es mehr, eine Mutter zu sein, als ich je gedacht h&#228;tte, dass ich es w&#252;rde. Ich denke, dass meine Zukunftspl&#228;ne sind, noch viel mehr Entdecker der Welt zu sein. Ob das nun durch Musik, Reisen, Lesen oder Kreativit&#228;t geschieht. </p>
<p>Was die Fotografie angeht, hoffe ich, weiterhin zu lernen, mich selbst technisch zu verbessern und auch, meinen freien Arbeiten tiefere Gedanken zu geben.</p>
<p><strong>Vielen Dank, Jessica, und alles Gute f&#252;r die Zukunft!</strong></p>
<p></p>
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		<title>Serielles Arbeiten: „Verwaistes Herz“</title>
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		<pubDate>Wed, 01 May 2013 07:42:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Analog]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[finden]]></category>
		<category><![CDATA[kennenlernen]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
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		<category><![CDATA[serie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man intensiv fotografiert, geht man oft zwei Schritte vor und einen wieder zur&#252;ck. Ich will damit sagen, es geht langsam voran, jedenfalls bei mir. Und mir macht das auch nichts, ich kenne das ja schon ganz gut aus Momo: Besenstrich f&#252;r Besenstrich und dann schaut man sich um und sieht, was f&#252;r ein Berg [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn man intensiv fotografiert, geht man oft zwei Schritte vor und einen wieder zur&#252;ck. Ich will damit sagen, es geht langsam voran, jedenfalls bei mir. Und mir macht das auch nichts, ich kenne das ja schon ganz gut aus Momo: Besenstrich f&#252;r Besenstrich und dann schaut man sich um und sieht, was f&#252;r ein Berg an Negativen hinter einem liegt.</strong></p>
<p>Vor ungef&#228;hr einem Jahr durchbl&#228;tterte ich meine beiden Negativordner, angef&#252;llt mit zwei Jahren von Freude, Tr&#228;nen, Spa&#223;, Willk&#252;r, Wehmut und Fernweh. Mit vielen Bildern verband ich nat&#252;rlich entweder ein pers&#246;nliches Ereignis, eine Reise, ein Spaziergang oder meine vielen Treffen mit zun&#228;chst fremden Menschen, die zu mir kamen und die ich fotografierte und so n&#228;her kennenlernen durfte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4420.jpg" rel="lightbox[57987]"><img title="_MG_4420"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4420-650x433.jpg" alt="_MG_4420" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58100" /></a></p>
<p>Die Frage war, was mache ich mit den vielen noch unentdeckten und nicht f&#252;r sich selbst sprechenden Bildern und Schnipseln meines Lebens? Nat&#252;rlich das, was man mit Schnipseln im Allgemeinen tut – nein, nicht wegwerfen. Ich setzte sie zusammen. Schnipsel f&#252;r Schnipsel zu einer Geschichte und ich hatte Spa&#223; daran. So entstanden neue Geschichten, f&#252;r sich Stehende und Erz&#228;hlende. </p>
<p>Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die von Anne. Wir lernten uns 2011 kennen und sie brachte mir eine Geschichte mit. Die Geschichte des schwarzen Hochzeitskleides. In meinem Kopf &#252;berschlug es sich und auch meine Kamera &#252;berschlug sich bei all den vielen Fotos, die ich seitdem von ihr machte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4452.jpg" rel="lightbox[57987]"><img title="_MG_4452"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4452-650x433.jpg" alt="_MG_4452" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58101" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4469.jpg" rel="lightbox[57987]"><img title="_MG_4469"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4469-650x433.jpg" alt="_MG_4469" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58114" /></a></p>
<p>Wir schreiben jetzt das Jahr 2013 und die Geschichte geht weiter. Immer wieder finden wir Zeit f&#252;reinander, sitzen dann beieinander oder durchw&#252;hlen den W&#228;scheberg, den sie mitbringt, nehmen einen Ring nach oben oder eine Schleife. Wir durchst&#246;bern meine Wohnung nach Dingen, die uns jetzt in diesem Moment gefallen und zu der Stimmung, in der wir uns befinden, passen.</p>
<p>Und so entstand die Serie „<a href="http://www.maritbeer.de/series/verwaistes-herz/" target="_blank">Verwaistes Herz</a>“ mit offenem Ende. Denn ich wei&#223; nicht, wann und ob sie &#252;berhaupt einen Schlusssatz haben wird. Doch habe ich mich in diese Geschichte, ich muss es zugeben, einfach verliebt. Mit ist ja selbst schleierhaft, wie sich diese Geschichte entwickeln, welcher Schnipsel angef&#252;gt wird und welcher lieber im Geheimen bleibt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4455.jpg" rel="lightbox[57987]"><img title="_MG_4455"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4455-650x433.jpg" alt="_MG_4455" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58102" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_1215.jpg" rel="lightbox[57987]"><img title="_MG_1215"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_1215-650x433.jpg" alt="_MG_1215" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58123" /></a></p>
<p>Aber ihr Gesicht, ihre H&#228;nde und vor allem ihr Mund sind f&#252;r mich reine Poesie. Und so schaukeln die Bilder zwischen Traurigkeit und Wehmut. Zeigen Verlorenes und Vergangenes. Ein Herz, das nach Leben ruft und all die angeschwemmten Dinge des Lebens in sich tr&#228;gt und versteckt vor der Welt.</p>
<p>Oft finde ich dann in meinen Negativordnern Bilder, die zur Geschichte passen und die schon l&#228;ngere Jahre darin ruhen und nie gezeigt wurden. Sie passen zum Gef&#252;hl der Portraits, spinnen die Worte weiter, lassen Freiraum f&#252;r das n&#228;chste Bild.</p>
<p>Auff&#228;llig ist, dass ich mich oft f&#252;r k&#246;rnige Bilder entscheide. Vielleicht, weil sie mich an den Film Noir erinnern. Immer ein wenig entr&#252;ckt, seltsam, schwerm&#252;tig und das pefekte Medium zur Darstellung der Realit&#228;tsfremde.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_3646.jpg" rel="lightbox[57987]"><img title="_MG_3646"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_3646-650x433.jpg" alt="_MG_3646" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58103" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4490.jpg" rel="lightbox[57987]"><img title="_MG_4490"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_4490-650x433.jpg" alt="_MG_4490" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-58116" /></a></p>
<p>Ich frage mich alledings auch, ob ich nicht genau das demn&#228;chst durchbreche. Denn die sehr konspirativen Treffen sind auch gern mit einer Spur Aufbruchstimmung durchtr&#228;nkt. Ich bin deswegen recht zuversichtlich, dass wir der Serie noch einige andere Aspekte des Lebens hinzuf&#252;gen werden. Immerhin bricht drau&#223;en gerade der Fr&#252;hling aus und es wird Zeit f&#252;r einen Waldspaziergang.</p>
<p><em>So habe ich vorerst meinen fotografischen Weg gefunden. Aus Einzelbildern etwas Neues formen. Ich f&#252;hle mich dabei wie ein Regisseur und Autor zusammen und hoffe. einfach weiter zu spinnen wie bisher.</em></p>
<p></p>
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		<title>Bildvorstellung: Pre-birth</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 06:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Zalenga</dc:creator>
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		<category><![CDATA[kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[Laura Zalenga]]></category>
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		<description><![CDATA[Eigentlich wollte ich eines meiner Tanzbilder vorstellen, da heute ja Tag des Tanzes ist. Ich hatte schon fast angefangen zu schreiben, als mir klar wurde, dass das nicht das Bild war, das ich vorstellen wollte. Es war zwar sch&#246;n und ich war zufrieden damit, aber es war einfach nicht das richtig Bild. Vor allem deshalb, [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich wollte ich eines meiner Tanzbilder vorstellen, da heute ja Tag des Tanzes ist. Ich hatte schon fast angefangen zu schreiben, als mir klar wurde, dass das nicht das Bild war, das ich vorstellen wollte. Es war zwar sch&#246;n und ich war zufrieden damit, aber es war einfach nicht das richtig Bild.</strong></p>
<p>Vor allem deshalb, weil sich ein anderes Bild bereits in meinem Hinterkopf festgesetzt hatte. Dieses.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/a.jpg" rel="lightbox[58548]"><img title="© Laura Zalenga"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/a-650x364.jpg" alt="© Laura Zalenga" width="650" height="364" class="aligncenter size-medium wp-image-58549" /></a></p>
<p>Ich w&#252;rde jetzt gern erz&#228;hlen, dass ich das Konzept dazu schon lange im Kopf hatte, dass alles genau geplant war und eine Leiter schon bereit stand, dass die Visagistin, das Model und der Stylist vor Ort waren und tolle Utensilien dabei hatten. Naja, so war es eher nicht.</p>
<p>In Wirklichkeit war ich in einem kleinen Secondhandladen gewesen, hatte mir drei alte Vorh&#228;nge gekauft und sa&#223; ein paar Tage sp&#228;ter uninspiriert mit einem Stoffhaufen im Wohnzimmer. Das ist also die Realit&#228;t.</p>
<p>Woher dann diese Idee kam, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht muss man nur lange genug auf Dinge starren, dann formt sich von selbst eine Idee aus ihnen. Aber wenn die Idee erst einmal da ist, geht es ganz schnell: Stoffe b&#252;geln und ausbreiten, Kamera auf&#8217;s Stativ, Funkausl&#246;ser suchen, sich hinlegen, zudecken, Pose, abdr&#252;cken! </p>
<p>Leider stie&#223; ich mit meinem 50mm-Objektiv trotz Stativ schnell an gewisse Bildausschnittgrenzen. Das Stativ zus&#228;tzlich auf einen der wackeligen St&#252;hle zu stellen war mir dann aber doch zu mutig, also gab ich mich mit dem nahen Ausschnitt zufrieden.</p>
<p>Dachte ich zumindest. Als ich dann sp&#228;ter die Bilder durchsah, wurde klar, was ich schon vermutet hatte: Der Ausschnitt war einfach nicht das, was ich mir eigentlich vorgestellt hatte. </p>
<p>Also machte ich mich an die Arbeit, das Bild zu kreieren, das ich in meinem Kopf hatte. Ich baute Haare und F&#252;&#223;e aus einem anderen Bild der Serie ein, bastelte ein zweites Knie und f&#252;gte eine leere Hintergrundaufnahme ein, um das Bild zu erweitern. </p>
<p>Hier ein kleiner Eindruck des Zwischenstandes, bei dem noch deutlich das Originalbild am inneren Rahmen zu erkennen ist:</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/b.jpg" rel="lightbox[58548]"><img title="© Laura Zalenga"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/b-650x364.jpg" alt="© Laura Zalenga" width="650" height="364" class="aligncenter size-medium wp-image-58550" /></a></p>
<p>Schlie&#223;lich stimmten nach einer Stunde &#220;berarbeitung &#8211; statt geplanten f&#252;nf Minuten &#8211; das Bild in meinem Kopf und das auf dem Bildschirm doch noch &#252;berein.</p>
<p>Ich glaube, dieses Bild ist f&#252;r mich so wichtig, weil es mir einmal mehr gezeigt hat, dass ich noch am Anfang meiner Entwicklungsphase stehe. Pre-birth eben. Eingewickelt in eine H&#252;lle aus Tr&#228;umen, W&#252;nschen und Illusionen, aber auch aus Blockaden, &#196;ngsten und Unsicherheit.</p>
<p>In das Gef&#252;hl, teilweise eher unprofessionell und improvisiert zu arbeiten, mischt sich der Stolz, es aber ganz allein zu schaffen. Fr&#252;her h&#228;tte ich entschuldigend erkl&#228;rt, dass es nicht ohne die Bearbeitung ging. Heute bin ich mehr denn je verliebt in die modernen M&#246;glichkeiten der Bildbearbeitung, die ich mir selbst beigebracht habe und stolz darauf, was ich damit realisieren kann. </p>
<p><em>Trotzdem begreife ich, dass sich langsam meine k&#252;nsterlischen Wehen einleiten. Raus aus meiner von Illusionen getr&#228;nkten H&#252;lle – also quasi raus aus meinem Wohnzimmer &#8211; rein in die echte Welt. Das k&#246;nnte eine lange, schwierige Geburt werden, aber ich bin gespannt, was mich da drau&#223;en alles erwartet.</em></p>
<p></p>
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		<title>Share Dich zum Teufel! Im Gespr&#228;ch mit Beckmann</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 05:39:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[netzwerken]]></category>
		<category><![CDATA[Rüdiger Beckmann]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Rüdiger Beckmann</strong></p>Das hier ist ein prozessorientiertes Interview oder eher ein Kwertext in Interviewform. Zusammengetragen aus mehreren Gespr&#228;chen. Unterhaltungen, die bis tief in die Nacht gef&#252;hrt wurden, w&#228;hrend sich in Hamburg die Schiffe friedlich an die Kaimauern schmiegten und M&#246;wen blinzelnd den Mond betrachteten. Herr Beckmann ist ein freundlicher Geselle. Er ist vor allem aufgeschlossen und ungezwungen [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Rüdiger Beckmann</strong></p><p><strong>Das hier ist ein prozessorientiertes Interview oder eher ein Kwertext in Interviewform. Zusammengetragen aus mehreren Gespr&#228;chen. Unterhaltungen, die bis tief in die Nacht gef&#252;hrt wurden, w&#228;hrend sich in Hamburg die Schiffe friedlich an die Kaimauern schmiegten und M&#246;wen blinzelnd den Mond betrachteten.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/2011/03/02/ruediger-beckmann-was-mich-treibt/" target="_blank">Herr Beckmann</a> ist ein freundlicher Geselle. Er ist vor allem aufgeschlossen und ungezwungen in der Unterhaltung, das muss man ihm lassen. Seine K&#252;che ist ein Ort der Erz&#228;hlungen und Gedanken. </p>
<p>Urspr&#252;nglich sollte dieses Interview auch ein Gastartikel werden und die Gespr&#228;che eher zur Essenz des Gesagten f&#252;hren. Aber Herrn Beckmann lag etwas auf der Seele. </p>
<p><strong>Du bist ein sehr gastfreundlicher Mensch und kommunizierst gern, so jedenfalls mein Eindruck. Ist das richtig?</strong></p>
<p><em>R&#252;di lacht.</em> Ob das wirklich stimmt, kommt sehr darauf an, wen Du da fragst. Das ist sehr stark von meinem Gegen&#252;ber abh&#228;ngig.</p>
<p>Ich rede sehr gern &#252;ber das, was ich tue, denn ich komme dem Ganzen dabei selbst n&#228;her und sehe, was f&#252;r andere verst&#228;ndlich ist, wo ich falsch abbiege oder wo ich komplett auf dem Holzweg bin. </p>
<p>Kommunikation, ihre ganzen Facetten und vor allem ihre Missverst&#228;ndnisse finde ich spannend. Um den Dialog geht es ja im Grunde auch in meinen Bildern. </p>
<p>Aber ein pers&#246;nliches Treffen ist viel direkter als die Internet-Schreiberei. Die haptische Komponente ist mir zum Erf&#252;hlen der Situation sehr wichtig. Ein Abend in meiner K&#252;che l&#228;sst keine Fragen offen. Da sehen wir ganz schnell, ob wir uns verstehen oder nicht. </p>
<p>Am sch&#246;nsten ist wohl, wenn beide etwas davon haben. Wenn sie sich wahrnehmen und gegenseitig bereichern und auch stehen lassen k&#246;nnen.</p>
<p>Problematisch wird&#8217;s, wenn ich merke, dass jemand nur schnell etwas abgreifen will, ohne von sich selbst das kleinste F&#252;nkchen zu geben. Dann werde ich ungeduldig und richtig barsch. </p>
<p>Und weil das im Internet gar nicht so selten vorkommt, kann ich mir sogar ganz gut vorstellen, dass die meisten Leute mich so beschreiben w&#252;rden. Aber ich kann auch umg&#228;nglich sein. Echt.</p>
<p><strong>Siehst Du Dich eher als Fotograf oder als Psychologe?</strong></p>
<p>Doch, ich bin Fotograf. Menschen kommen in erster Linie zu mir, um fotografiert zu werden. Sinn der Sache sind die Bilder. </p>
<p>Inhalt und Zweck der Bilder ist aber nicht die Oberfl&#228;che der Dinge, sondern die Befindlichkeit darunter. Und um die sichtbar zu machen, braucht es einiges an Reflexion und Besch&#228;ftigung mit sich selbst. Das kann dann je nach Stimmung auch mal etwas therapeutisch ablaufen. </p>
<p>Und das ist bestimmt auch der Grund, weshalb einige diese Erfahrung besonders suchen, w&#228;hrend andere ganz sch&#246;n Angst davor haben. Man muss daf&#252;r schon etwas bereit sein. Ich sch&#228;tze, die meisten Leute sind hier gewesen, weil sie auch etwas &#252;ber sich selbst herausfinden wollten.</p>
<p><strong>Deine Bilder findet man oft unter den Stichworten Akt und Erotik.</strong></p>
<p>Ich finde, das Thema Nacktheit wird sehr verzerrt und &#252;berbewertet, das ist oft ziemlich unpassend. In Communities finden wir diese Schubladen meist aus organisatorischen Gr&#252;nden (z.B. Jugendschutz), aber es macht auch etwas mit den Menschen, das mir unangenehm ist. </p>
<p>Wenn ich ein Aktbild zeige, landet es automatisch in einer Sektion mit diesen ganzen Hobbymodels, die „Akt nur auf Pay“ machen. Und so m&#252;ssen sich alle damit auseinandersetzen, ob die eigene Nacktheit einen monet&#228;ren Wert haben sollte, selbst wenn ihnen solche Gedanken bisher v&#246;llig fremd waren. </p>
<p>Das finde ich schwierig, weil die Leute ohnehin immer mehr drauf getrimmt werden, sich m&#246;glichst gut zu „verkaufen“. Auch beim Fotografieren versuche ich, mich dem konsequent zu entziehen. Da m&#246;chte ich m&#246;glichst keine Kategorien im Kopf haben. Die Bilder sollen sich damit besch&#228;ftigen, wie man sich in der Session gut f&#252;hlt. Ob die Person dabei bekleidet ist, muss sie entscheiden. Das ist f&#252;r sie selbst viel wichtiger als f&#252;r mich. Im Grunde mache ich immer nur Portraits.</p>
<p><strong>Gut, Du machst Portraits und dennoch ist den Bildern eine gewisse Erotik nicht abzusprechen. Dabei wird sicher oft eine gro&#223;e emotionale N&#228;he aufgebaut. Wie geht man mit dieser N&#228;he im Nachhinein um, wenn der Mensch wieder in die Bahn steigt und wegf&#228;hrt?</strong></p>
<p>Diese N&#228;he ist ein Geschenk. Sie kann einen erfreuen, aber auch &#252;berw&#228;ltigen, verwirren und sogar weh tun. Es braucht deshalb viel Zeit, um zu reflektieren, sich dar&#252;ber klarzuwerden, was das Ereignis f&#252;r jeden Einzelnen genau bedeutet. Meist l&#228;sst sich das gar nicht richtig in Worten ausdr&#252;cken. Am passendsten erscheinen mir Diane Arbus’ Worte: „Fotografie ist ein Geheimnis &#252;ber ein Geheimnis.“</p>
<p>Die einzelne Session ist f&#252;r mich nur Teil von etwas Gr&#246;&#223;erem, einem Prozess des Kennenlernens, der viel l&#228;nger dauert, einem Weg, der weiter f&#252;hrt. Ich mache deshalb sehr wenige Sessions und in der Regel auch keine Bilder mit Leuten, von denen ich erwarte, dass sie nicht wiederkommen. </p>
<p>In den letzten 3 Jahren habe ich bis auf einige Tests lediglich eine einzige neue Person richtig kontinuierlich fotografiert. Das Einlassen braucht Zeit. Sonst w&#228;re die Intimit&#228;t wohl wirklich nicht auszuhalten.</p>
<p>Und auch der Betrachter und Kommentator ist in der Pflicht. Aber er realisiert es oft nicht, weil er viel zu besch&#228;ftigt ist mit seinen eigenen Bed&#252;rfnissen.</p>
<p>Alle Beteiligten tragen zusammen die Verantwortung, dass wir &#252;berhaupt unbeschadet Bilder zeigen k&#246;nnen. Vertrauen entsteht und darf bleiben, wenn es sich wohlf&#252;hlt. Es kann aber auch jederzeit wieder zerst&#246;rt werden. Weil wir Menschen sind, weil wir verstehen wollen, weil wir teilen und auch abgrenzen, ver&#228;ndert sich die Sicht auf uns und die anderen unaufh&#246;rlich. Dieser fragile Prozess ist der eigentliche Sinn beim Fotografieren f&#252;r mich.</p>
<p>Ich versuche, das behutsam zu machen, das beinhaltet „beh&#252;ten“. Deshalb bin ich beim Zeigen in Foren, in denen Fotografie viel funktionaler, klinischer und abgekl&#228;rter verstanden wird, oft sehr besch&#252;tzerisch unterwegs. Und es kommt nicht selten vor, dass ich mit Menschen aneinandergerate, wenn sie – unbedacht oder extra – respektlos, b&#246;se und beleidigend werden. Dann werde ich das auch.</p>
<p><strong>Das Internet hatte sicher einen Einfluss auf Deine Bekanntheit. Hat Dich das nachhaltig beeinflusst?</strong></p>
<p>Auf jeden Fall. Wir haben uns alle &#252;ber das Internet kennengelernt. Ich kann mir kaum mehr vorstellen, dass es mal anders war, als ich mit Fotografie anfing. Wer fr&#252;her Gleichgesinnte kennenlernen wollte, musste so eine Zeitschrift mit Kleinanzeigen kaufen. </p>
<p>Dann konnte man Leute raussuchen und anschreiben. Mit dem Internet ist alles viel einfacher und direkter geworden. Jeder kann, so scheint es, Kontakt mit der ganzen Welt aufnehmen, kann ohne gro&#223;es Eigenkapital on demand ein paar B&#252;cher herausbringen. Dadurch haben sich unsere Wertigkeiten immens verschoben. Und schlie&#223;lich auch unsere Jobstrukturen. </p>
<p>Die „Generation Praktikum“ trifft unseren kreativen Bereich besonders. &#220;berall machen die Menschen etwas Kreatives, um ein Ventil zu finden und sich zu verwirklichen, aber sie machen es eher so „nebenbei“, aus Passion und Interesse, weil es selten etwas abwirft. </p>
<p>Sie bem&#252;hen sich zwar redlich, aber so richtig fundiert in die Materie einzusteigen, bleibt allein schon aus Zeitmangel auf der Strecke. Man kriegt es gerade eben hin, ein PDF-Magazin oder einen Blog zu zimmern, um die Aufmerksamkeit eines Publikums zu wecken. </p>
<p>Dann verselbst&#228;ndigt sich das Ganze und pl&#246;tzlich musst Du Dich entscheiden: Bist Du noch Fotograf oder eher schon Fulltime-Redakteur? Und wenn Vision und gen&#252;gende Erfahrung dahinter fehlen, versenkt sich das ganze Schiff irgendwann wieder selbst. Ich finde heute auf Festplatten immer noch alte Projekte von mir, die irgendwann aus Zeitmangel eingeschlafen sind.</p>
<p><strong>Ich habe Fotocommunities am Anfang als etwas Gutes empfunden. Ein Ort, an dem man lernen kann, um am Ende selbst zu geben. Wie bewertest Du die Entwicklung dieser Fotocommunities, Du warst ja selbst lange sehr aktiv, oder?</strong></p>
<p>Ja, ich fing 1998 ernsthaft an zu fotografieren und ging mit den Bildern 2004 ins Internet. </p>
<p>Fotocommunities sind am Anfang n&#252;tzlich, um sich zu positionieren und Leute kennenzulernen, die sich gegenseitig best&#228;tigen, weiterbringen und inspirieren. Der eigenst&#228;ndigen fotografischen Entwicklung helfen sie aber wenig. </p>
<p>Das liegt wohl in der Natur der Sache. Neulinge produzieren und teilen die meisten Bilder. Sie wollen sich beweisen und zeigen quasi dauernd unaufgefordert ihre Hausaufgaben vor: Unfertige Bilder. </p>
<p>Sie orientieren sich an dem, was sie Erstrebenswertes vorfinden und machen es nach, emulieren, und sorgen dadurch f&#252;r eine Inflation des bereits vorhandenen Bildstils. So best&#228;tigt sich das System konstant selbst. Das ist der Matth&#228;us-Effekt in Aktion: „Der Teufel schei&#223;t immer auf den gr&#246;&#223;ten Haufen.“ Alle schmoren zusammen im eigenen Saft. </p>
<p>Ich glaube nicht, dass man in diesen Menschensammlungen einen repr&#228;sentativen Querschnitt bekommt, in dem alle Str&#246;mungen, alle Bedeutsamkeiten, alle Facetten der Fotografie korrekt gewichtet sind. Das w&#228;re so falsch wie anzunehmen, dass die FC-Galerie die besten Bilder europ&#228;ischer Fotografen zeigt. </p>
<p>Zusammengenommen ergibt sich h&#246;chstens ein Durchschnitt dessen, worauf sich viele Menschen einigen k&#246;nnen. Dieser Mittelwert ist so etwas wie ein Postkartenst&#228;nder, aber kein guter Leitfaden und sicher kein Geschmacksratgeber. Und die ewige Wiederholung liegt so sehr neben meinen pers&#246;nlichen Bed&#252;rfnissen wie die 20 Rucks&#228;cke, die mir Amazon jetzt immer vorschl&#228;gt, weil ich da dummerweise mal einen gekauft habe. Amazon denkt: Dem Mann kann geholfen werden, er steht offenbar auf Rucks&#228;cke. Und ich frage mich: Meinen Rucksack habe ich jetzt doch schon. Welchen Teil von Kundenbetreuung versteht ihr denn nicht?</p>
<p>Es f&#228;ngt ja auch schon ganz falsch an. In erster Linie treffen wir an diesen Orten nicht auf Bildkonsumenten, sondern auf Leute, die selbst auf der Suche nach einem Publikum sind. „Tolle Bilder, weiter so, schau auch mal bei mir vorbei.“ Was schert es mich denn, ob mein Gegen&#252;ber meine Bilder auch mag, nur weil ich seine toll finde? </p>
<p>Inspiration funktioniert doch selten so direkt auf beiden Seiten. Aber der Kleinbildz&#252;chter investiert sehr viel Zeit und deshalb fordert er diese Leistung Quid pro Quo zur&#252;ck. Die Auszeichnungen, die vergeben werden (die Galeriesternchen bei FC und View, die Blink-Awards bei Flickr, das Rating bei 500px), sind in der Regel eher Flei&#223;punkte, die aufzeigen, wieviel Zeit bereits im jeweiligen System verbracht &#8211; verschwendet &#8211; wurde. Und die Mehrheit honoriert das Gewohnte und Altbekannte. Inspirierendes finde ich dort nur in Einzelf&#228;llen, es kommt meist von au&#223;erhalb dieser Systeme. </p>
<p>Die meisten Menschen, die ich kenne, haben sich nach ihrem Weg durch die Community von ihr wieder emanzipiert, sie fallen quasi oben wieder heraus, wenn sich der Zweck f&#252;r sie erf&#252;llt hat. Egal, ob das Selbstfindung war, fotografische Anerkennung oder einfach Kontakt zu Leuten.</p>
<p>Irgendwann haben sie ihren Weg gefunden, das Studium beendet und einen Vollzeitjob angetreten, sie haben sich verliebt und verheiratet. Die Priorit&#228;ten &#228;ndern sich. Und dann sind sie weg, schauen in die alte Umgebung immer seltener, weil im Job auch nicht mehr so viel Zeit bleibt wie damals im Studium. </p>
<p>Und du hast Recht: Zu Anfang nimmt man eher und sp&#228;ter gibt man dann zur&#252;ck. Aber irgendwann ist auch damit Schluss, weil das Ungleichgewicht von Geben und Nehmen immer gr&#246;&#223;er wird. &#220;ber Jahre gleichbleibend pr&#228;sent in Communities bleiben in meinen Augen in erster Linie nur Leute, die etwas davon haben, weil sie hier irgendeine Dienstleistung anbieten:</p>
<p>Der Workshopfotograf, der Kurse leitet oder How-To-B&#252;cher an den Mann bringt; der Erotikfotograf, der immer neue Nackedeis f&#252;r seine Paysites akquiriert; der Beautyfotograf auf der Suche nach bezahlten Auftr&#228;gen; das Hobbymodel, das sich das Studium finanziert – quasi die Serviceindustrie am Rande. </p>
<p>Die Anf&#228;nger schauen zu ihnen auf, weil sie hoffen, etwas von ihnen zu lernen, aber fotografisch gesehen sind sie nicht die Meister – diese sind meist irgendwann ganz weg aus dem System, weil sie noch mehr suchen als sie dort bekommen k&#246;nnen. </p>
<p><strong>Sind Facebook und Co. nicht eher ein Abbild unseres momentanen Gesellschaftssystems, in dem lieber genommen als gegeben wird?</strong></p>
<p>Ich glaube nicht. F&#252;r mich geht der Trend woanders hin. Foodsharing, die Umverteilung von G&#252;tern, Organisation von Hilfen und die Verbreitung alternativen Gedankenguts – in den neuen Medien wird das uneigenn&#252;tzige Teilen derzeit sehr gro&#223;geschrieben. Ich denke, wir lernen langsam, die ganze Vernetzung konstruktiver zu nutzen. </p>
<p>Zusammen mit einer „Generation Y“, die nicht mehr blind in irgendeine Arbeitsmaschine eingespannt werden will, sondern den Sinn der Sachen hinterfragt und Karmapunkte vergibt. Ich finde den Optimismus toll, der damit verbunden ist. Man muss sich den aber auch leisten k&#246;nnen. </p>
<p>Viele gro&#223;artige Fotografen, die ich kenne, sind noch am Anfang. Sie machen tolle Sachen, haben aber noch nicht raus, was es bedeutet, daraus wirklich &#252;ber viele Jahre einen lukrativen Job zu machen und die wenigsten werden diesen Beruf ergreifen. </p>
<p>Selbst erfahrene Fotografen wissen ja gar nicht genau, was die Zukunft bringen wird, so schnell ver&#228;ndert sich alles. Wir m&#252;ssen auch alle jeden Monat unsere Miete zahlen und diese Kosten entwickeln sich zumindest in Hamburg gerad krass anders im Vergleich zu unseren Honoraren. </p>
<p>Ich bin also gespannt darauf, wie sich unser Arbeitsmarkt neu strukturiert und welche M&#246;glichkeiten f&#252;r die Zukunft daraus entstehen. Wenn ich mich umschaue, geht es vielen lange nicht mehr so gut wie noch vor einigen Jahren. Wenn sogar der <a href="http://blog.paulripke.de/paule-ist-pleite/" target="_blank">Paul Ripke</a> gerade pleite ist.</p>
<p>Am Ende muss jeder sehen, wo er oder sie bleibt. Ich wurde ja allen Ernstes letztens auf einer Ausstellung gefragt, ob ich denn von meinen Fotos leben k&#246;nne. Da musste ich wirklich herzlich lachen. </p>
<p>Aber zur&#252;ck zur Frage: Ich denke, Facebook erzieht uns heimlich Verhaltensweisen an, die wir bewusst hinterfragen sollten. Wir kamen da an, um uns als Menschen auszutauschen und inspirieren zu lassen. Leider haben wir als Fotoschaffende auch Dinge, die wir an den Mann und die Frau bringen wollen und so verschwimmen die Grenzen zwischen den Menschen und ihren Produkten immer mehr. </p>
<p>Facebook treibt damit leider sehr konsequent Schindluder. Es erlaubt sich die Frechheit, mir nur noch ausgew&#228;hlte Beitr&#228;ge meiner Kontakte zu zeigen und haut mir stattdessen Werbeposts dazwischen. Da kommt also &#246;fter mal nicht die Sendung, die ich eigentlich eingeschaltet habe, stattdessen l&#228;uft Home-Shopping. </p>
<p>Das Neue daran ist, dass Facebook mir personalisierte Werbung zeigen kann. Die wissen ja, dass ich Fotograf bin, also bekomme ich im Wechsel Bildverschlimmerungssoftware, Wald-und-Wiesen-Hochzeitsfotografie und Erotik-Anf&#228;ngerworkshops angeboten. Eine sch&#246;ne neue Welt ist das. </p>
<p>Und was soll man laut Facebook tun, um nicht unterzugehen? F&#252;r Reichweite bezahlen. Oder selbst mehr posten. Wenn Du mehr teilst, wirst Du mit gr&#246;&#223;erer Verbreitung belohnt. Das ist nat&#252;rlich totaler Quatsch, kann aber eine Zeit lang durchaus s&#252;chtig machen.</p>
<p>Mir wurde von einem Typen erz&#228;hlt, der noch schnell Hunderte von Like-Vorschl&#228;gen annehmen musste, die Facebook ihm anbot. Auf die Frage „Warum?“ meinte er: „Ich muss das machen, sonst schl&#228;gt mir Facebook ja nicht mehr so viel vor.“</p>
<p>Facebook macht komische Dinge mit uns, es erzieht uns zu Spammern nach dem Gie&#223;kannen-Prinzip, wie im Direktmarketing: M&#246;glichst breit streuen, damit irgendwo etwas h&#228;ngenbleibt. Das Abstruse ist, dass sich die Menschen dabei immer noch als gebend wahrnehmen. Kommunikation wird ad absurdum gef&#252;hrt.</p>
<p>Und das Freundekonzept von Facebook ist doch auch grotesk, wenn man mal dr&#252;ber nachdenkt. Weil sich niemand schutzlos ausliefern mag, verschanzen sich alle hinter der ersten Schwelle der Befreundung, aber sobald man &#252;ber zwei Ecken miteinander verbandelt ist, steht das ganze Ding offen wie ein Scheunentor. </p>
<p>Weil Facebook in Wirklichkeit kein Interesse an Privatsph&#228;re hat, sondern daran, dass m&#246;glichst viel geteilt wird. Wer f&#252;nfzig Freunde hat, merkt davon noch nicht viel, aber mit achthundert Freunden aus verschiedensten Kreisen wird die Freundeslisten-B&#252;rokratie undurchschaubar. Sind die Freunde von Freunden automatisch die Freunde von allen? In den seltensten F&#228;llen.</p>
<p>Ich h&#228;tte einige Funktionen wirklich gern ausgeschaltet wie z.B. diesen Kasten oben rechts, diesen Liveticker der Freundesaktivit&#228;ten, der zum schnellen Reingr&#228;tschen in anderer Leute Gespr&#228;che ermuntert. Jede Aktion von mir zog immer ein Rinnsal von Likes und Kommies der Facebook-Poweruser nach sich. Wie ein Rudel inkontinenter kleiner Hunde, die &#252;berall nochmal draufpischern m&#252;ssen, um zu beweisen, dass sie auch dabei sind. </p>
<p>Diese redundante Selbstvermarktung auf Autopilot geht mir voll auf den Keks. Ist das noch Kommunikation? Bei Facebook automatisch retweeten lassen, dass man es auf die Startseite der FC geschafft hat? Oder an einem Tag 30 Mal ein Posting geteilt bekommen, weil das die Bedingung daf&#252;r ist, ein romantisches Beautyshooting im Wert von 75 € zu gewinnen? </p>
<p>Dieses Mitmach-Web wird uns eingeimpft, denn die Beliebtheit der Beitr&#228;ge ergibt sich aus den Responsen und die bewirken eine sofortige Optimierung. Schlaue Unternehmer formulieren ihre Facebook-Teaser jetzt immer mit „Und was meinst Du dazu?“ Ob die unsere Meinung wirklich interessiert?</p>
<p>Ich musste wirklich etwas lachen, als letztens ein kwerfeldein-Bericht &#252;ber Vintage-Fotografie mit so einem „Probier&#8217;s doch auch einmal!“-Mitmachsatz endete. </p>
<p>Nat&#252;rlich betreibt auch kwerfeldein dieses „Participation Web“ mit und f&#252;r das Publikum, in dem die Grenzen zwischen Interviewbeitr&#228;gen, ausgew&#228;hltem Kuratieren und Feedback-Content verschwimmen. Oft ist nicht mehr klar zu erkennen, ob der Artikel der Sinn der Sache ist oder ob&#8217;s eigentlich eher um den Kommentar-Rattenschwanz geht, wie er beispielsweise etwas vorhersehbar auf Martins <a href="http://kwerfeldein.de/2013/01/09/pervers/">Pervers-Artikel</a> folgte. </p>
<p>Das macht mich jetzt nat&#252;rlich etwas gespannt auf die Kommentare zu diesem Interview. Ich werde sie alle lesen, ich schw&#246;r&#8217;s. Und Ihr m&#252;sst mich auch nicht liken.</p>
<p>Gl&#252;cklicherweise l&#228;sst sich jetzt auch auf Facebook der Trend zur Selbstreinigung erkennen. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=z65jlY4e908" target="_blank">Scott Kelby</a> spricht sich „F&#252;r das Signal und gegen das Rauschen“ aus. </p>
<p>Und Jeriko hat sich in seinem neuen Interviewkonzept komplett gegen eine Feedback-Funktion entschieden. Das finde ich gut. Wir haben doch eh genug Mitteilungsm&#246;glichkeiten untereinander. Warum mir Leute auf sechs verschiedenen Plattformen dieselben Sachen unter die Bilder schreiben, habe ich eh nie verstanden &#8211; au&#223;er unter dem Aspekt der Selbstvermarktung.</p>
<p>Facebook hat durch das F&#246;rdern dieser nervigen Mechanismen bei mir genau das Gegenteil seiner Bem&#252;hungen erreicht. Ich nutze es gar nicht mehr privat, ich teile nur noch &#246;ffentlich und f&#252;r alle gleich. Meine private Kommunikation ist komplett zum direkten Kontakt ohne Mitlesen und Gruppenkuscheln zur&#252;ckgekehrt. </p>
<p>Ich finde es sehr angenehm, jemandem zu schreiben, wenn ich an ihn denke und nicht, weil er sich mir dauernd aufdr&#228;ngt. Mir fiel dazu gerade ein sch&#246;nes Zitat in die H&#228;nde: „Don’t strive to make your presence noticed, just make your absence felt.“</p>
<p><strong>Networking wird heute ganz gro&#223; geschrieben, Du hast das vorhin schon so sch&#246;n in Bezug auf die Kreativen bei Facebook und Co. angesprochen. Da kennt sich jeder &#252;ber irgendeine Ecke und jeder hat &#252;ber den anderen etwas zu berichten. Das kann Vorteil als auch Nachteil sein. Wie schafft man da die Balance zwischen dem eigenen Schaffen und der Vermarktung, ohne peinlich oder gar grotesk zu wirken? </strong></p>
<p>Ich denke, wir haben im Laufe unseres Onlinelebens verschiedene Strategien, die wir ausprobieren, bis wir gl&#252;cklich werden. Ich habe eine wirklich lange Zeit damit verbracht, die sehr chaotisch war. Das Fazit aus allem ist zum Schluss bestimmt so etwas ganz Banales wie: „Be who you are and say what you feel because those who mind don&#8217;t matter and those who matter don&#8217;t mind.“ Man muss sich einlassen k&#246;nnen, aber auch abgrenzen. Meine Devise ist: „Man muss jeden nehmen, wie er ist. Aber man muss nicht jeden nehmen.“</p>
<p>Prinzipiell denke ich, man darf keine Angst davor haben, sich auch mal richtig unbeliebt zu machen und sehr vielen Leute nicht zu gefallen, solange man sich treu bleibt und die anderen dabei wahrnimmt. Es gibt sicher sehr viele Menschen da drau&#223;en, denen ich es &#252;berhaupt nie rechtmachen k&#246;nnte. Aber das ist auch nicht mein Job. Und gerade wenn Du mal wieder denkst, Du sabbelst Dich um Kopf und Kragen, kommt einer um die Ecke, dem genau das, was Du sagst, viel bedeutet. W&#228;hrend Dich der Rest der Welt total doof findet. </p>
<p>So ist das halt mit der Meinungsfreiheit. Aber so einfach es klingt, so schwierig ist das am Anfang umzusetzen. Du kennst weder Deine Bed&#252;rfnisse noch Deine St&#228;rken und bist h&#246;flich, weil Du es Dir nicht mit allen versauen willst. Aber die Grenze zwischen H&#246;flichkeit und Unehrlichkeit ist flie&#223;end. </p>
<p>Manchmal kommen ganz komische Verrenkungen heraus, die Du im Nachhinein als l&#228;cherlich unehrlich empfindest. Aber das ist ja menschlich. Wirklich grotesk wird es nur, wenn man sein F&#228;hnchen immer nach dem Wind h&#228;ngt und keine eigenen Grunds&#228;tze vertritt. Weil man dann diffus und nicht fassbar bleibt. Wenn Du Dich selbst kennst, kannst Du Dich anderen gegen&#252;ber auch konsistent verhalten.</p>
<p>Am besten lernst Du Dich selbst kennen, wenn sich Deine &#228;u&#223;eren Umst&#228;nde radikal ver&#228;ndern. Wenn Du aus dem Studium kommst und in einen Job gehst. Wenn es Dir erst blendend geht und dann total dreckig oder anders herum. </p>
<p>2011 gab es bei mir wohl die gr&#246;&#223;te Ver&#228;nderung, als ich quasi aufh&#246;ren musste zu fotografieren. Das war eine gute Gelegenheit, ein paar Mechanismen klarer zu sehen, weil ich nicht mehr so in diesem Trott drin war, den ich dann bei anderen befremdlich fand. Mein Umgang mit Facebook hat sich in dieser Zeit sehr ver&#228;ndert, weil diese Community so rapide wuchs und sich dabei insgesamt in eine Richtung entwickelte, die mir nicht behagte.</p>
<p>Facebook will das Netzwerk des Lebens sein, also sitzen da alle wild durcheinander in einem Topf – Klassenkameraden, Arbeitskollegen, Fotografen, Modelle, aber auch Firmen, Museen, Ausstellungsr&#228;ume, Zeitungen, Medien und Magazine. So &#252;berschneiden sich viele Kreise, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben. </p>
<p>Und nicht einmal erkl&#228;rte Interessensgruppen sind kompatibel. Wenn ich sage, dass mich die meisten Fotografen &#252;berhaupt nicht tangieren, wird das gern als Arroganz gewertet, aber ich denke, es ist wichtig, das zu realisieren. Mit den meisten habe ich wirklich h&#246;chstens gemeinsam, dass wir Kameras benutzen. </p>
<p>Ich habe keine Assistenzstellen und Fotojobs zu vergeben, teile mir kein Studio und gebe keine Workshops. Ich kaufe mir nicht andauernd neue Kameras und Equipment, tauge also weder als Kunde noch als Test-Autorit&#228;t. Und man landet bei mir auch nicht, um eine lukrative Modellkarriere zu starten oder Personen empfohlen zu bekommen, denn ich arbeite gar nicht mit »Models«. Unter Facebook-Fotografen bin ich also gar nicht netzwerktauglich. Ich kann da nur meine Bilder zeigen und die von anderen anschauen. </p>
<p>Mein Netzwerk besteht eher aus Leuten, die &#228;hnlich unterwegs sind wie ich. Die ich verstehe und die mich verstehen. Die auch kreativ arbeiten, Ausstellungen machen, Kunst schaffen. Oder die auf Schulen gehen, um das zu lernen. Und aus den Leuten, f&#252;r die die Kunst gemacht wird, die sie anschauen und genie&#223;en. Die sich Bilder von mir ins Zimmer h&#228;ngen, die selbst ausstellen wollen, die begeistert sind und Artikel schreiben, um Kunst vorzustellen und zu verbreiten. </p>
<p>Viele von ihnen kenne ich bisher nur virtuell, einige habe ich gerade pers&#246;nlich auf meiner Ausstellung in Dresden kennengelernt. Ich bin begeistert, wie viele Leute bei der ganzen Vorbereitung und der Durchf&#252;hrung mitgeholfen haben. So konnten wir etwas auf die Beine stellen, das einer allein gar nicht schaffen w&#252;rde. Das verbindet. Das gef&#228;llt mir wirklich.</p>
<p><strong>Die eigene Kreativit&#228;t wird durch die M&#246;glichkeiten des Internets auf eine harte Probe gestellt. Jeder kann sich am anderen bedienen. Und man muss sich selbst oft genug fragen, wo der eigene Weg eigentlich hingeht, um nicht selbst Opfer des st&#228;ndigen Outputs anderer zu werden.</strong></p>
<p>Auf uns prasseln t&#228;glich tausend Einfl&#252;sse gleichzeitig ein. Wir m&#252;ssen ihre Bedeutung f&#252;r uns richtig einordnen, damit es Sinn macht. Was ist Lob, was ist Kritik? Was ist wichtig und was nicht? Was gibt Dir und was zieht nur Kraft? </p>
<p>Als mir im ersten Semester der Prof in mein Bild hineingemalt hat, war ich schockiert, dass er mein wunderbares Kunstwerk nicht respektiert. Irgendwann wurden wir etwas cooler damit, konnten unser K&#246;nnen und die Rolle des Profs besser einsch&#228;tzen und waren schlie&#223;lich sogar dankbar, wenn wir von ihm wertvolle Impulse bekamen. </p>
<p>Aber damals auf der Schule waren die Rollen auch sehr klar verteilt. Auf der einen Seite gab es die Profs, Mentoren, Autorit&#228;ten. Und dann gab es uns Sch&#252;ler, die langsam lernten, was sie selbst der Welt zu geben hatten. Und im Laufe der Jahre wurden wir irgendwann selbst zu Lehrern.</p>
<p>Im Internet gehen alle diese Rollen komplett durcheinander. Wenn Du Anf&#228;nger bist und Deinen Weg suchst, suchst Du vergeblich Klarheit, St&#228;rke und Anleitung. Und Du bist links und rechts von Leuten umgeben, die alle selbst etwas wollen und sich genauso wie Du einfach nur durchwurschteln. </p>
<p>Du musst andauernd entscheiden, ob Du es noch annimmst, was Dir die Leute am Zeug flicken oder ob Du es schon als Mumpitz diskreditieren und total dr&#252;ber stehen kannst. Das ist anstrengend, weil man kontinuierlich von anderen inspiriert und beeinflusst werden will, auf der anderen Seite aber immer sein eigenes Zeug verteidigen muss. So wollen wir in diesem Netz alle halbwegs Freunde sein, sind dabei aber st&#228;ndig unter Beobachtung und gleichzeitig irgendwie auch Konkurrenten. </p>
<p>Und je mehr wir uns austauschen, desto austauschbarer wird alles. Und k&#252;nstlerisch suchen wir eigentlich gar keine &#220;bereinstimmung, sondern unsere eigene Einzigartigkeit. Das ganze Ding ist schrecklich verwirrend. </p>
<p>Die Menschen sind Konsumenten, Produzenten, Sch&#252;ler, Lehrer, Arbeitgeber und -nehmer zugleich und jeder versucht zu bekommen, was er braucht und dabei einigerma&#223;en gut wegzukommen. Lernen findet nicht mehr linear statt, sondern allgegenw&#228;rtig. Output = Input = Output. Wie findet man da durch? Um zu erkennen, ob eine Beeinflussung gut oder schlecht ist, gibt es eine sehr einfache Faustformel: Wenn Du Dir etwas holst, ist es Inspiration. Wenn sich die anderen etwas holen, ist es Plagiarismus.</p>
<p>Du kannst nat&#252;rlich nicht ernsthaft erwarten, von anderen inspiriert zu werden, ohne Deinem Publikum das Gleiche zu <a href="http://www.everythingisaremix.info/watch-the-series/" target="_blank">erlauben</a>. </p>
<p>Um aus diesem Widerspruch heil herauszukommen, solltest Du den anderen zur Sicherheit immer ein paar Schritte voraus sein. <em>Lacht</em> Aber was k&#246;nnen wir im Internet lernen und was nicht?</p>
<p>Die Technik des Fotografierens kannst Du Dir besorgen, Du kannst Dir in der Community Feedback zu Deinen Bildern holen und so Grundlagen der Komposition und Bildkonzepte begreifen und Du kannst haufenweise Modelle akquirieren und viele Jahre vor Dich hin fotografieren, aber ohne fachliche Anleitung kannst Du auch komplett am Sinn der Sache und an Dir selbst verzweifeln, wenn Du immer nur hirnlos Bildideen kopierst, nur weil das Shareweb mal wieder „Mitmachen!“ gerufen hat. </p>
<p>Welche Sch&#246;pfungsh&#246;he kann etwas denn haben, wenn es dazu schon ein Youtube-Tutorial gibt? Wer soll bei dem Gewimmel schon durchsteigen? Lehrgeld zahlen wir alle, bis uns wirklich keiner mehr viel vormacht. </p>
<p>Die verbreitete W&#228;hrung im Internet ist Erfahrung. Wir h&#246;ren gern auf Leute, wenn wir zu ihnen aufschauen, es gibt auch Respekt f&#252;r die, mit denen wir uns auf einer H&#246;he vermuten und auf die anderen schauen wir tendenziell eher hinunter. </p>
<p>Ich fand&#8217;s immer etwas skurril, wenn eine Fotografin bei mir prahlte, dass sie jetzt gutes Geld macht und es endlich nicht mehr n&#246;tig hat, for free zu arbeiten, w&#228;hrend sie sich von mir selbstredend ohne Bezahlung fotografieren lie&#223;. </p>
<p>Oder wenn einer, der gerade einmal seit sechs Monaten knipste, pl&#246;tzlich f&#252;r horrende Summen Fine-Art-Workshops anbot. Das f&#252;hlte sich f&#252;r mich irgendwie nicht stimmig an und dann kam es mir manchmal so vor, als sei das Internet nur eine gro&#223;e Firma: Nach oben schleimen und nach unten treten. Ein <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-87818583.html" target="_blank">Spiegel-Artikel</a>* &#252;ber Facebook schloss mit der sch&#246;nen Formulierung: „Von der Gemeinschaft bleibt nur noch das Gemeine &#252;brig.“</p>
<p>Martin Sonneborn w&#252;rde ja sagen: Das regelt der Markt. Aber wonach streben wir eigentlich? Haben wir von vornherein eine Vision oder strampeln wir nur solange diffus herum, bis es kommerziell halbwegs erfolgreich wird und entspannen uns dann ein bisschen? Wo ist das Ziel?</p>
<p>Wie k&#246;nnen wir das Ziel formulieren, worin liegt denn unser pers&#246;nlicher Erfolg? Vor allem als K&#252;nstler ist das zeitweise schwierig festzumachen. Sven Regener beantwortete das so: „Der k&#252;nstlerische Erfolg ist nicht messbar, den musst Du selber postulieren. Du musst sagen: Dieses Buch ist mir gelungen. Aus die <a href="http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&#038;mode=play&#038;obj=35272" target="_blank">Maus</a>.“ Ein Publikum kommt da als Instanz h&#246;chstens ganz am Rande vor.</p>
<p>Ich denke, diesen Werdegang macht jeder f&#252;r sich durch, mit tempor&#228;rer Selbstunter- und -&#252;bersch&#228;tzung, mit eigenen Lernkurven und pers&#246;nlichen Leidenswegen, bis irgendwann der strahlende Moment kommt, in dem Du Dich „fertig“ f&#252;hlst. </p>
<p>Ich wei&#223; noch ziemlich genau, dass ich zu meiner ersten Ausstellung fast gezwungen werden musste. Ich hielt mich damals noch nicht f&#252;r bereit. Aber wenn Du soweit bist, merkst Du es. Irgendwann f&#252;hlte ich, dass es genug ist mit studieren. Ich hatte, was ich brauchte, um allein weiterzumachen. Ich hatte meine Stimme gefunden. Das ist ja die wichtigste Frage, die Du Dir beantworten kannst: WARUM fotografiere ich eigentlich? Wenn Du das beantwortet hast, teilen sich Deine Bilder pl&#246;tzlich in sehr wichtige, eher unwichtige und total &#252;berfl&#252;ssige. Weil Du wei&#223;t, was Du zu tun hast.</p>
<p>Das ist nat&#252;rlich von mir jetzt sehr leicht dahingesagt und das ist eh die T&#252;cke beim Erfahrungen sammeln: Andere k&#246;nnen einem dabei kaum helfen. Ich habe f&#252;r mich pers&#246;nlich etwas gefunden; bei anderen wird es ganz anders sein. Aber es gibt Autorit&#228;ten, die Deine Arbeit begleiten k&#246;nnen, die Dir profunde Tipps mit auf den Weg geben, was Du Dir anschauen solltest oder in welche Richtung Du gehen kannst. Im Studium wird diese Funktion von Professoren wahrgenommen. Sie sind erfahren und unparteiisch und vor allem ist es ihre Aufgabe, sich mit Dir zu besch&#228;ftigen, Dich zu beraten und anzuleiten. </p>
<p>Vom Internet kann man das nicht verlangen, hier kommt diese Rolle tendenziell zu kurz, denn jeder vertritt in erster Linie seine eigenen Belange. Kuratieren wird da nur gegen Geld angeboten, Wettbewerbe kosten Mitmachgeb&#252;hren und Awards und Vanity-Galerien warten eigentlich auch nur auf Dich, um Deine Brieftasche zu erleichtern. </p>
<p>Die Bedeutung dieser ganzen Dinge ist unklar und es ist nicht einfach, da durchzufinden. Heute verbringt jedes Fotokind schon mit 16 vom ersten Tag an mindestens so viel Zeit mit Selbstvermarktung wie mit der Arbeit an seinem Œuvre und der Kram h&#228;ngt schon &#246;ffentlich an der Wand, bevor &#252;berhaupt klar ist, was er bedeuten soll. </p>
<p>Sich bei all dem Blingbling selbst zu finden, stelle ich mir sehr anstrengend vor. Ich habe den Eindruck, ich hatte im Studium und in der Laufbahn etwas mehr Zeit, die eigene Position und die Bedeutung der Dinge zu erkennen, ohne jeden Fitzel gleich vor der ganzen Welt rechtfertigen zu m&#252;ssen.</p>
<p>Ich denke, was ich in Bildern suche, hatte ich im Groben schon gefunden, bevor ich mich dem Internet stellte. Das empfinde ich im Nachhinein als sehr g&#252;nstig. Und auch, wenn ich das Internet zur Pr&#228;sentation nutze, findet das Kreative ganz woanders statt. Ich finde es wichtig, diese beiden Prozesse komplett zu trennen, so kann ich dem Internet dann etwas zeigen, was es noch nicht kennt.</p>
<p>Aber die ganzen Begegnungen mit den Menschen, auch im Internet, haben zu meinen Bildern beigetragen. Es ist sch&#246;n, diesen Einfluss &#252;berall zu sp&#252;ren. Und ich bin allen sehr dankbar, die direkt oder indirekt dabei mitgemacht haben.</p>
<p>~</p>
<p><em>Wer sehen m&#246;chte, was R&#252;diger Beckmann an die Wand bringt, der sollte sich morgen schleunigst auf den Weg nach Dresden machen und ihm die Hand sch&#252;tteln. Finissage zu „Beyond Vanity – Jenseits von Eitelkeit“ &#8211; eine Ausstellung zu seinem Buch am Freitag, den <strong>26. April 2013</strong> bei Adam Ziege, Louisenstra&#223;e 87 – 01099 Dresden.</em></p>
<p></p>
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		<title>Im Gespr&#228;ch mit Frank Buttenbender</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 06:34:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[festival]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Buttenbender]]></category>
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		<category><![CDATA[konzertfotografie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Frank Buttenbender</strong></p>Ich verfolge Dich ja jetzt schon eine Weile bei Facebook. Fast jede Woche gibt es dort wieder neue Konzert- und Festivalbilder zu bewundern. Klingt, als h&#228;ttest Du einen Traumjob. Ist er das? Das ist tats&#228;chlich ein Traum, allerdings kein Job, denn ich arbeite nur im eigenen Auftrag f&#252;r mein eigenes kleines Onlinemagazin. Das verschafft mir [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Frank Buttenbender</strong></p><p><strong>Ich verfolge Dich ja jetzt schon eine Weile bei <a href="http://www.facebook.com/frankbuttenbenderkonzertfotografie" target="_blank">Facebook</a>. Fast jede Woche gibt es dort wieder neue Konzert- und Festivalbilder zu bewundern. Klingt, als h&#228;ttest Du einen Traumjob. Ist er das?</strong></p>
<p>Das ist tats&#228;chlich ein Traum, allerdings kein Job, denn ich arbeite nur im eigenen Auftrag f&#252;r mein eigenes kleines <a href="http://www.opus-ultimum.de" target="_blank">Onlinemagazin</a>. Das verschafft mir einerseits die Freiheit, nur die Konzerte zu fotografieren, die mich interessieren, hat teilweise aber auch den Nachteil, nicht alle K&#252;nstler vor die Linse zu bekommen. Zumindest nicht die Herrschaften, die noch immer im Internet eine Bedrohung sehen und nur Printmedien akkreditieren. </p>
<p>Mitunter fragen nach meiner eigenen Ver&#246;ffentlichung auch Printmagazine an und ich gehe darauf ein, aber im Auftrag anderer arbeite ich nur sehr ungern. Noch besser ist die Situation nat&#252;rlich dann, wenn man einen pers&#246;nlichen Draht zur Band bzw. deren Management hat. </p>
<p>Dann findet man vor Ort auch ganze andere Bedingungen vor. Aber um zum Ausgangspunkt zur&#252;ckzukommen; ja, es ist traumhaft, da es mir Gelegenheit gibt, gro&#223;artige Konzerte zu besuchen und gleichzeitig zumindest einen Teil zum Ganzen beitragen zu k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/noyce-tm.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="noyce TM von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/noyce-tm-650x433.jpg" alt="noyce TM von Frank Buttenbender" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57571" /></a></p>
<p><strong>Bekommst Du denn bei der Arbeit &#252;berhaupt etwas vom Konzert mit? Die unberechenbaren Lichtsituationen, schnelle Bewegungen der Musiker &#8211; das alles erfordert ja eine hohe Konzentration. Kann man dabei die Musik genie&#223;en?</strong></p>
<p>Gute Frage. Wenn ich das komplette Konzert fotografieren kann, bekomme ich nicht wirklich viel mit vom Geschehen. Aber das ist nicht die Regel, denn meistens ist ja nach drei Songs Schluss und man kann sich dem Konzert selbst widmen. Allerdings ist auch dann nicht ausgeschlossen, dass man den Lichtsituationen auf der B&#252;hne mehr Beachtung schenkt als der Musik. </p>
<p>Um diese wirklich zu genie&#223;en, bin ich ohnehin lieber zuhause und h&#246;re in aller Ruhe ein Album auf CD oder Vinyl an. Bevor ich mit der Konzertfotografie begonnen habe, war ich daher auch kaum mal bei einem Konzert dabei. Und ich mag das eigentlich auch gar nicht. Zu viele Menschen auf engem Raum, der Sound ist meist &#252;bersteuert, die Luft schlecht&#8230; beim Fotografieren kann man das alles ausblenden, aber ohne das w&#252;rde ich vermutlich nie Konzerte besuchen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/das-ich.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="Das Ich von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/das-ich-650x434.jpg" alt="Das Ich von Frank Buttenbender" width="650" height="434" class="aligncenter size-medium wp-image-57575" /></a></p>
<p><strong>Interessant, ein Konzertfotograf, der an sich keine Konzerte mag. Muss man denn die Bands kennen und m&#246;gen, um gute Bilder zu machen?</strong></p>
<p>Es ist vor allem motivierend, Bands zu fotografieren, die man mag oder vielleicht bislang noch nicht fotografieren konnte. Aber f&#252;r gute Bilder reicht allein das nicht aus, manche K&#252;nstler sind aufgrund ihrer Statur oder ihres extremen Bewegungsdrangs generell schwieriger zu fotografieren und andere m&#246;gen keine guten Lichtbedingungen. Da n&#252;tzt dann mitunter das Wollen auch nicht viel. </p>
<p>Manchmal sind die Ergebnisse aber trotzdem ganz passabel, das darf man dann gern der eigenen Tagesform zuschreiben oder ein paar gl&#252;cklichen Momenten. Aber selbst bei perfekten Bedingungen, viel Zeit und guter Form wird es immer ein Foto geben, das man nicht gemacht hat. Vielleicht ist das auch der Grund f&#252;r den bleibenden Antrieb, beim n&#228;chsten Mal wiederzukommen.</p>
<p>Die Leute auf der B&#252;hne zu kennen, ist schon ein Vorteil. Es ist gut, wenn man wei&#223;, wer gern auf welcher Seite das Mikro h&#228;lt, wie gro&#223; die Bandmitglieder sind, ob sie dazu neigen, in den Graben oder ins Publikum zu springen und dergleichen mehr. Ein zu viel an Vorbereitung k&#246;nnte allerdings die n&#246;tige Spontaneit&#228;t ein wenig hemmen, so dass ich mir meistens nicht allzu viele Gedanken mache. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/laibach.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="Laibach von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/laibach-650x487.jpg" alt="Laibach von Frank Buttenbender" width="650" height="487" class="aligncenter size-medium wp-image-57578" /></a></p>
<p><strong>Gibt es da eine Band, bei der es Dir besonders viel Spa&#223; macht?</strong></p>
<p>Derzeit muss ich da unbedingt die Band IAMX nennen, die mir auch musikalisch am meisten bedeutet. Ich habe sie erst einmal fotografiert, aber demn&#228;chst erf&#228;hrt die Zusammenarbeit eine Fortsetzung. Gute Ergebnisse und daher viel Spa&#223; gab es in der Vergangenheit mit den Bands Diorama, Project Pitchfork, Laibach oder Lacrimosa. Von den bekannteren K&#252;nstlern ist mir vor allem ein Abend mit Nick Cave in guter Erinnerung. Auf der Wunschliste stehen die Nine Inch Nails ganz oben.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist die Technik bei Deiner Arbeit und mit welcher Ausr&#252;stung arbeitest Du?</strong></p>
<p>Wichtig ist sie insofern, als dass sie mich in die Lage versetzt, unter teilweise extremen Bedinungen ordentliche Fotos zu machen. Derzeit benutze ich eine Nikon D700, eine Nikon D200 sowie einige lichtstarke Festbrennweiten. Damit bin ich derzeit zufrieden. Ich w&#252;rde dennoch sagen, dass ein gutes, schnelles Auge sowie Erfahrung weitaus wichtiger sind als die optimale Ausr&#252;stung. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/the-sisters-of-mercy.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="The sisters of mercy von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/the-sisters-of-mercy-650x433.jpg" alt="The sisters of mercy von Frank Buttenbender" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57576" /></a></p>
<p><strong>Aber ein gutes, schnelles Auge n&#252;tzt nichts, wenn die Kamera nicht &#252;ber ISO 400 hinausgeht, oder?</strong></p>
<p>Es ist schon beides wichtig, keine Frage. Komisch sind immer so &#196;u&#223;erungen, wie „Du machst ja bessere Fotos, weil Du die bessere Kamera hast.“ Das ist sehr wirklichkeitsfern, denn ein ambitionierter Fotograf wird eher Wege und Mittel finden, bessere Technik zu verwenden, als neidvoll auf andere zu schielen.</p>
<p><strong>Ich frage mich oft, warum so viele Fans auf Konzerten ihr Handy um Fotos bem&#252;hen. Gute Bilder schafft man damit aus der meist doch sehr gro&#223;er Entfernung nicht, oder?</strong></p>
<p>Die Handy-Knipser und Filmer sind ein ganz anderes Thema. Ich denke mal, denen geht es nicht so sehr um Qualit&#228;t, sondern um den Beweis der eigenen Teilnahme. Mit Web 2.0 Apps wie Facebook und YouTube ist das Dabeisein und Mitmachen ganz wichtig geworden, wichtiger offenbar, als das pure Konzerterlebnis selbst.</p>
<p>Einige K&#252;nstler sprechen sich daher auch gegen die Verwendung von Handyknipsen aus, was ich ihnen hoch anrechne. Aber es gibt nicht nur zu viele Handyknipser, es gibt auch deutlich zu viele Leute, die sich um den Einzug in den Fotograben dr&#228;ngeln. Da ist in den letzten Jahren leider vieles in eine fragw&#252;rdige Richtung gelaufen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/eisbrecher.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="Eisbrecher von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/eisbrecher-650x432.jpg" alt="Eisbrecher von Frank Buttenbender" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-57580" /></a></p>
<p><strong>Ja, von den K&#228;mpfen im Fotograben h&#246;rt man selbst als Nicht-Konzertfotograf in der Tat h&#228;ufig. Woher kommen die ganzen Fotografen auf einmal und wo kann man ansetzen, um das Problem aufzul&#246;sen?</strong></p>
<p>Die Zugangsbarierren sind einfach wesentlich niedriger als fr&#252;her. Digitalfotografie und Internet sind zwei wichtige Gr&#252;nde daf&#252;r, dass es in diese Richtung gegangen ist. Veranstalter sehen sich daher mit weitaus mehr Anfragen konfrontiert und soweit es m&#246;glich ist, wird diesen Anfragen auch entsprochen. </p>
<p>Denn im Zweifel sind mehr Vorabwerbung und Nachberichterstattung immer lukrativer als die zwei, drei Lokalmedien, die zur Analogzeit berichtet haben. Da die richtige Auswahl zu treffen, ist sicher nicht einfach und auch mal nein zu sagen leider nicht die Regel.</p>
<p><strong>Wenn man die Zugangsbarierren erh&#246;ht, w&#228;re Deine Arbeit nicht auch in Gefahr? Als eigener Auftraggeber f&#252;r ein Online-Magazin bist Du doch wahrscheinlich einer der vielen neuen Fotografen im Graben, oder?</strong></p>
<p>Das k&#246;nnte man meinen, allerdings haben sich in den vergangenen Jahren einige gute Kontakte entwickelt, die mich zumindest innerhalb der alternativen Musikszene zuvorkommend behandeln. Das Online-Magazin war aber letztlich immer nur Mittel zum Zweck, denn ich bin dort weit davon entfernt, richtigen Journalismus zu betreiben. </p>
<p>Wesentlich lieber w&#228;re mir daher die n&#228;here Bindung an einzelne Bands, das w&#252;rde dann auch eher zu einzigartigen, au&#223;ergew&#246;hnlichen Fotos f&#252;hren und die beschriebene Situation gar nicht erst entstehen lassen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/fields-of-the-nephilim_lacuna-coil.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="fields of the nephilim &amp; lacuna coil von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/fields-of-the-nephilim_lacuna-coil-650x488.jpg" alt="fields of the nephilim &amp; lacuna coil von Frank Buttenbender" width="650" height="488" class="aligncenter size-medium wp-image-57582" /></a></p>
<p><strong>M&#246;chtest Du als eine Art pers&#246;nlicher Fotograf Bands f&#252;r eine Tour oder zumindest ein paar Konzerte begeleiten oder wie kann ich mir das vorstellen?</strong></p>
<p>F&#252;r einzelne Konzerte ist das bereits schon so geschehen, eine komplette Tour w&#228;re allerdings eine neue Erfahrung, die ich unter gegebenen Umst&#228;nden gern machen w&#252;rde.</p>
<p><strong>Auch wenn bereits zu viele Fotografen im Konzertgraben stehen: Hast Du vielleicht Tipps f&#252;r angehende Konzertfotografen?</strong></p>
<p>Ein Tipp w&#228;re eventuell, nicht so sehr die anderen Fotografen und ihre Fotos als Vorbild vor Augen zu haben, sondern eher zu versuchen, so fr&#252;h wie m&#246;glich einen eigenen Weg der Bildsprache zu entwickeln. Ich war am Anfang sehr aktiv in der Fotocommunity, was letztlich aber ein Fehler war, denn dort wird eher das Streben nach einem Konsensgeschmack gef&#246;rdert als die eigene Entwicklung. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/zeromancer.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="Zeromancer von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/zeromancer-650x432.jpg" alt="Zeromancer von Frank Buttenbender" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-57583" /></a></p>
<p><strong>Passend zur Musik w&#252;rde ich Deine Bildsprache als d&#252;ster und kontrastreich beschreiben. Wie w&#252;rdest Du sie charakterisieren?</strong></p>
<p>D&#252;ster und kontrastreich, genau. Das hat wohl mit meiner Pers&#246;nlichkeit zu tun, die gern schwarz oder wei&#223; malt, aber niemals grau und selten farbig. Farbe gibt es vermehrt dann zu sehn, wenn es mir bei dem Ereignis gut ging, aber im Nachhinein sind das meist die schlechteren Fotos. Pers&#246;nliche Krisen hingegen haben sich meist positiv auf die fotografischen Ergebnisse ausgewirkt.</p>
<p><strong>Ich finde ja auch Deine wenigen farbigen Bilder sch&#246;n. Entscheidest Du bereits w&#228;hrend des Konzertes, ob die Bilder am Ende schwarzwei&#223; werden? Und wieviel Nachbearbeitung steckt &#252;berhaupt in den Bildern?</strong></p>
<p>Das ist zun&#228;chst davon abh&#228;ngig, welche Bedingungen vor Ort herrschen. Im Gegensatz zur oftmals vertretenen Meinung, schwarzwei&#223; sei nur eine Notl&#246;sung, ist es bei mir eher umgekehrt: Ich versuche fast immer, die Fotos im Ergebnis schwarzwei&#223; zu bekommen. </p>
<p>Aber manche Farbkonstellationen lassen dies einfach nicht in gen&#252;gendem Ma&#223;e zu. Wenn das Ergebnis farbig ausf&#228;llt, kann es also nicht nur an der guten Verfassung w&#228;hrend des Ereignisses liegen, sondern auch schlichtweg daran, dass die Umwandlung nicht gegl&#252;ckt ist. </p>
<p>Nachbearbeitet werden alle Fotos, zun&#228;chst meist im Schnitt, was eine Folge der Festbrennweiten ist. Dann wird nachgesch&#228;rft, verkleinert und der Kontrast erh&#246;ht. Von Bildmanipulationen halte ich aber nicht so viel. Mir ist der rauhere Charakter sowieso lieber als eine glattgeb&#252;gelte HDR-Anmutung. </p>
<p>Generell halte ich Farbe f&#252;r problematisch, weil es den Betrachter viel zu sehr vom Geschehen selbst ablenkt. Ich habe auch manchmal den Gedanken, einfach von vornherein schwarzwei&#223; und analog zu fotografieren. Vielleicht werde ich das dem&#228;chst wieder versuchen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/project-pitchfork.jpg" rel="lightbox[56106]"><img title="Project Pitchfork von Frank Buttenbender"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/project-pitchfork-650x432.jpg" alt="Project Pitchfork von Frank Buttenbender" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-57585" /></a></p>
<p><strong>Das klingt f&#252;r mich nach einer gro&#223;en Herausvorderung. Was steht denn in n&#228;chster Zeit noch an?</strong></p>
<p>Ja, letztlich werde ich aber der Konzertfotografie weiter treu bleiben. Es gibt dann auch immer mal Anfragen der Musiker f&#252;r gestellte Fotos. Ich habe mich allerdings nie so richtig wohl gef&#252;hlt, wenn es darum ging, selbst Regie zu f&#252;hren, so dass ich das lieber anderen &#252;berlasse. </p>
<p>Falls alles klappt, werde ich in der n&#228;chsten Zeit Konzerte von IAMX, Rammstein und Dead Can Dance besuchen. Zudem freue ich mich auf verschiedene Open Air Events im Sommer auf einer malerisch gelegenen Festung in der N&#228;he meiner Heimatstadt, zu denen mich der Veranstalter bereits eingeladen hat.</p>
<p><strong>Dann viel Erfolg dabei! Ich bin gespannt auf die neuen Bilder.</strong></p>
<p></p>
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		<title>Fotografie ist Therapie</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 04:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Zalenga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[schmerz]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstportrait]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstporträt]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[trauer]]></category>
		<category><![CDATA[Verarbeitung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Laura Zalenga</strong></p>Vor einer Weile schon ist mir etwas aufgefallen. Etwas, das mich &#252;berrascht hat und eigentlich doch ganz logisch ist. Ich sa&#223; zufrieden in eine Decke gekuschelt auf dem Sofa und habe eine Zoosendung angesehen &#8211; ich finde, es gibt nichts Entspannenderes als Zoosendungen! &#8211; als mir pl&#246;tzlich auffiel, dass ich schon seit fast zwei Wochen [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Laura Zalenga</strong></p><p><strong>Vor einer Weile schon ist mir etwas aufgefallen. Etwas, das mich &#252;berrascht hat und eigentlich doch ganz logisch ist.</strong></p>
<p>Ich sa&#223; zufrieden in eine Decke gekuschelt auf dem Sofa und habe eine Zoosendung angesehen &#8211; ich finde, es gibt nichts Entspannenderes als Zoosendungen! &#8211; als mir pl&#246;tzlich auffiel, dass ich schon seit fast zwei Wochen kein einziges Foto gemacht hatte. &#220;ber Jahre hatte ich nie l&#228;nger als drei Tage keine Bilder gemacht. Wenn es sonst nichts gab, bin ich f&#252;r Selbstportraits mit meiner Kamera losgezogen.</p>
<p>Wieso also lag das arme Wunderding nun so lange unbeachtet im Schrank? Ich hatte nicht weniger Zeit als sonst gehabt. Ich hatte einfach kein Bed&#252;rfnis, Fotos zu machen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/1.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Laura Zalenga"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/1-650x433.jpg" alt="Laura Zalenga" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57386" /></a></p>
<p>Ich fing an, mich zu fragen, was mit mir los sei, suchte nach allen m&#246;glichen Gr&#252;nden, fand aber nichts. Es dauerte noch eine ganze Weile bis mir etwas auffiel: Ich war zufrieden und ausgeglichen. Mir fiel kein einziges Problem ein, das mich besch&#228;ftigte, es ging mir einfach nur gut. </p>
<p>Zum ersten Mal begriff ich, dass das erste, was ich immer tat, wenn es mir schlecht ging, wenn ich traurig oder verwirrt war, wenn mich etwas sehr besch&#228;ftigte, war, dass ich mir meine Kamera schnappte und Fotos machen ging. Je mehr ich dar&#252;ber nachdachte, desto offensichtlicher wurde es. </p>
<p>760 Fotos in meinem Flickrstream, davon 500 Selbstportraits und dennoch kennt fast keiner der Betrachter mein L&#228;cheln. Wenn jemand &#252;ber meine Fotografien schrieb, fielen Worte wie „ausdrucksstark“, „ehrlich“, „ungefilterte Emotion“, „verletzt“ und „dunkel“. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/2.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Laura Zalenga"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/2-650x431.jpg" alt="Laura Zalenga" width="650" height="431" class="aligncenter size-medium wp-image-57388" /></a></p>
<p>Und sie haben Recht. Vor meiner Kamera lasse ich jede Fassade fallen, erz&#228;hle mit Blicken und Bewegungen davon, was mich bedr&#252;ckt und sie h&#246;rt zu, versteht mich und antwortet mit leisem Klicken. Es f&#252;hlt sich gut an, alles zeigen zu k&#246;nnen und so ehrlich zu sein, wie man es nicht einmal zu seinem Spiegelbild ist. W&#228;hrend diesen Therapiestunden lasse ich alle Gef&#252;hle zu, die ich im Alltag hinter einem Vorhang verschleiere. Es f&#252;hlt sich an, als k&#246;nnte ich meine Gef&#252;hle w&#228;hrend des Fotografierens analysieren und ordnen. </p>
<p>Wenn ich meine Kamera dann schlie&#223;lich ausschalte, geht es mir besser. Ich habe einen Teil der Trauer, der Wut, der Unsicherheit an meine Bilder abgegeben. Sie sind darin festgehalten und werden f&#252;r immer eine Erinnerung sein. Ich kehre oft zu ihnen zur&#252;ck und sehe, was sich ver&#228;ndert hat und was ich daraus gelernt habe. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/4.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Laura Zalenga"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/4-650x431.jpg" alt="Laura Zalenga" width="650" height="431" class="aligncenter size-medium wp-image-57390" /></a></p>
<p>Wenn ich mir jetzt dieses Bild von meinem halbj&#228;hrigen Auslandsaufenthalt in Cardiff ansehe, wei&#223; ich wieder genau, wie ich mich gef&#252;hlt habe: Ich hatte Heimweh und vermisste Freunde und Familie, ich schaffte es einfach nicht, mich einzugew&#246;hnen und der t&#228;gliche Regen trug nicht unbedingt zu einer besseren Stimmung bei. </p>
<p>Ich war so ungl&#252;cklich wie lange nicht, wollte einfach nur weg. Abends auf dem Weg von der Uni zu meinem Zimmer hatte die Kamera wie immer im Rucksack dabei und als ich den kleinen von Laternen ges&#228;umten Weg entlang ging, war es pl&#246;tzlich glasklar, dass ich sie herausnahm, auf das Stativ stellte und mir selbst eine Therapiestunde verschrieb. Es tat unglaublich gut, die Alles-okay-Fassade abzulegen und zu zeigen, was ich f&#252;hlte. </p>
<p>Wenn man dann erst einmal alle negativen Gef&#252;hle freigesetzt hat, ist auch endlich wieder Platz f&#252;r positive.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/3.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Laura Zalenga"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/3-650x431.jpg" alt="Laura Zalenga" width="650" height="431" class="aligncenter size-medium wp-image-57391" /></a></p>
<p>Ja, wahrscheinlich w&#252;rde ich mich nun auch selbst f&#252;r ein wenig komisch halten und nach Tassen in meinem Schrank suchen, wenn ich nicht unter vielen Fotos im Netz die Notiz „self portrait therapy“ gefunden h&#228;tte. </p>
<p>Es geht also nicht nur mir so. Es scheint, als w&#252;rde diese Therapie bevorzugt mit Hilfe von Selbstportraits funktionieren. Wahrscheinlich, weil man sich so intensiv mit sich selbst auseinandersetzt. Es w&#228;re jedoch sehr interessant zu erfahren, ob auch Fotografen aus ganz anderen Genres diese Erfahrung machen.</p>
<p>Ich bin jedenfalls dankbar, dass ich zwei meiner Fotografenfreunde &#252;berreden konnte, im Folgenden auch ihre Erfahrungen preiszugeben.</p>
<p><center>~</center></p>
<p><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/nikkothenerd/8006093857/in/set-72157631567905772" target="_blank">Nikolas:</a></strong> „Fotografie als Therapie &#8211; f&#252;r mich? Ich k&#246;nnte jetzt so ganz plump sagen: Alle meine Fotos und der Prozess dahinter, der ganze Gedanke, all das wirkt auf mich wie eine Therapie. Und das w&#228;re nicht mal gelogen. Gerade diese Wirkung von Kunst, neben der Ehrlichkeit, die durch das Fotografieren erm&#246;glicht wird, ist enorm wichtig f&#252;r mich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/5-Nikolas.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Nikolas"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/5-Nikolas-650x433.jpg" alt="Nikolas" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57395" /></a></p>
<p>Aber speziell diese eine Serie, ‚memorials‘, entstand in erster Linie aus dem Antrieb, Gef&#252;hle und Erinnerungen zu verarbeiten. Zu sehen sind Orte allseits gew&#246;hnlich; eine Stra&#223;e, eine Wiese, f&#252;r andere nichts Besonderes. Aber eben genau diese Orte sind f&#252;r mich so viel mehr als nur ein wenig Asphalt oder ein paar Grashalme, wild aneinander geordnet. </p>
<p>Nein, diese Orte sind ein Teil von mir. Also fing ich an, diese Teile genauer zu betrachten: An was erinnern sie mich, welche Gef&#252;hle geben sie mir, wie f&#252;hle ich mich eigentlich gegen&#252;ber diesen Orten? All das habe ich in das Endergebnis mit einflie&#223;en lassen. In Licht, Schatten, Ausschnitt, Komposition. In diesen Moment, in dem ich nun da stand, die Kamera im R&#252;cken, wie eine Statue. All das f&#252;r ewig einzufangen, ein Denkmal zu erschaffen.</p>
<p>Wenn ich jetzt an diesen Orten bin, sind sie nicht mehr wirre Gedanken &#8211; noch weniger sind es die Erinnerungen, die an ihnen stattfanden. Es ist nicht mehr dieser Kuss, all diese unverst&#228;ndlichen Tr&#228;nen, dieses flatternde Gef&#252;hl in meinem Bauch, sein Gesicht, unser Abenteuer &#8211; es ist alles verpackt, geordnet. Sch&#246;n und ordentlich zusammengekehrt wie welkes, nasses Laub, dekorativ zu einem Haufen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/6-Nikolas.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Nikolas"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/6-Nikolas-650x433.jpg" alt="Nikolas" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57396" /></a></p>
<p>Jetzt habe ich damit abgeschlossen. Ferner, aber immer noch nah. Greifbar eben, immer wieder abrufbar. Diese Orte sind jetzt mehr das Foto und all das, was dieses Foto f&#252;r mich bedeutet. Nicht mehr und nicht weniger. Ich denke, kein Therapeut k&#246;nnte mich dazu bringen, in dem Ma&#223;e mit etwas abzuschlie&#223;en, wie ich es mit dieser Serie tue. </p>
<p>Und das Sch&#246;nste an all dem ist, dass sie kein Ende nimmt. Es werden immer neue Orte kommen, neue Erinnerungen und es werden immer neue Fotos entstehen. Es ist wie ein Tagebuch, wenn auch in einem anderen Ma&#223;e und wenn ich so dar&#252;ber nachdenke, werde ich wohl niemals damit aufh&#246;ren. Niemals dieser Serie ein Ende setzen. Und das ist irgendwie ein positiver Gedanke, der allein so schon beruhigend auf mich wirkt.“</p>
<p><strong><a href="http://www.flickr.com/photos/ronaaa/6902316254/in/set-72157621581971199" target="_blank">Rona:</a></strong> „Es gibt nicht viele Dinge in meiner Welt, die mir so wichtig sind wie Freundschaften und wenn ich abends mit einem L&#228;cheln auf dem Gesicht einschlafe, weil ich eine anregende und aufschlussreiche Konversation mit einem guten Freund hatte, dann h&#228;tte der Tag fast besser nicht sein k&#246;nnen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/7-Rona.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Rona"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/7-Rona-650x432.jpg" alt="Rona" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-57410" /></a></p>
<p>Und trotzdem stehe ich oft vor demselben Problem, auszudr&#252;cken, was mir am meisten bedeutet, in Worte zu fassen, was ich eigentlich unbedingt loswerden will und Informationen zufriedenstellend zu &#252;bermitteln, weil ich vielleicht nicht einmal selbst genau wei&#223;, wie es mir mit einer bestimmten Situation wirklich geht. </p>
<p>&#220;ber die Jahre habe ich gelernt, auf eine andere Art zu kommunizieren, aber vor allem zu reflektieren. Erster Ansprechpartner ist bei wichtigen Ereignissen in meinem t&#228;glichen Leben oft meine Kamera, die mir unendliche M&#246;glichkeiten bietet, mich durch sie auszudr&#252;cken, im fertigen Foto &#252;bermittelt, was ich nicht in der Lage war zu sagen und mir oftmals sogar neue Sichtweisen er&#246;ffnet. Manche Dinge k&#246;nnen und sollen nicht in Worten ausgedr&#252;ckt werden. Und manche Fotos m&#252;ssen nicht in Worten, sondern in Gef&#252;hlen geschrieben werden.</p>
<p><center>~</center></p>
<p>Es tut gut zu wissen, dass es zum Beispiel Rona und Nikolas &#228;hnlich geht. Mit ihnen ist das gegenseitige Verst&#228;ndnis unserer Bilder auf einer ganz anderen Ebene. Aber nicht jeder kann sehen, was sie sehen und wissen, was sie wissen und genau deshalb kommen mir manchmal Zweifel.</p>
<p>Geht dieser emotionale Exhibitionismus zu weit? Gebe ich zu viel preis? Vermittle ich ein falsches Bild von mir? Menschen, die nur meine Bilder kennen, w&#252;rden sich wundern, wie gl&#252;cklich ich mit meinem Leben bin und wie viel ich l&#228;chle. Aber scheinbar brauche ich f&#252;r all die positiven Momente eben keine Therapie. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8.jpg" rel="lightbox[57383]"><img title="Laura Zalenga"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8-650x433.jpg" alt="Rona" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57399" /></a></p>
<p>Und nur um der Sache wegen, den Millionen von k&#252;nstlichen Grinsebildern ein eigenes hinzuzuf&#252;gen, in meinen Fotos quasi zu l&#252;gen? Nein, danke. Ich will echt sein. Und weil sie einfach so gut tun, diese echten Bilder, schiebe ich jeden Zweifel zur Seite.</p>
<p>Und ich glaube, genau deshalb schreiben mir immer wieder Menschen, dass sie sich in meinen Bildern wiedererkennen und dass sie die Emotionen darin ber&#252;hren. Und gibt es etwas Sch&#246;neres, als die Betrachter mit einem Werk zu ber&#252;hren? F&#252;r mich ist es das sch&#246;nste Kompliment. Erst jetzt wird mir bewusst, wie sehr das Motto meiner Fotografie genau dieses Gef&#252;hl wiederspiegelt: „Don&#8217;t look at me, just feel my soul.“</p>
<p><em>Also falls Ihr irgendwann denkt, Ihr k&#246;nntet einen Therapeuten brauchen, schnappt Euch Eure Kamera. Diese Therapie ist kostenlos und die Schweigepflicht wird in 100% aller F&#228;lle eingehalten. Ihr m&#252;sst Euch nicht auf ein Sofa legen, es gibt keine befristete Stundenanzahl und Euch muss absolut nichts peinlich sein. F&#252;r die kleinen Alltagssorgen ist sie jedenfalls ein Hausmittel, das es zu testen lohnt.</em></p>
<p></p>
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		<title>Vikas Vasudev: Baltistan</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Apr 2013 06:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[Vollbild]]></category>
		<category><![CDATA[Baltistan]]></category>
		<category><![CDATA[Fremde]]></category>
		<category><![CDATA[portrait]]></category>
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		<category><![CDATA[Vikas Vasudev]]></category>

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		<description><![CDATA[W&#252;rde. Daran muss ich immer wieder denken, wenn ich Vikas Vasudevs Portraits baltistanischer Menschen betrachte. Aus respektvoller Distanz werden sie fotografiert, meist in Farbe und im Kontext ihrer heimatlichen Umgebung. Oft mittig positioniert, scheinen die Charaktere das Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein, mit ihren H&#252;ten, Gew&#228;ndern und farbenfrohen Kleidern. „Wenige Menschen selbst in Indien wissen [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>W&#252;rde. Daran muss ich immer wieder denken, wenn ich <a title="Link zur Homepage von Vikas Vasudev" href="http://www.vikasvasudev.com/" target="_blank">Vikas Vasudev</a>s Portraits baltistanischer Menschen betrachte. Aus respektvoller Distanz werden sie fotografiert, meist in Farbe und im Kontext ihrer heimatlichen Umgebung. Oft mittig positioniert, scheinen die Charaktere das Zentrum der Aufmerksamkeit zu sein, mit ihren H&#252;ten, Gew&#228;ndern und farbenfrohen Kleidern.</strong></p>
<p>„Wenige Menschen selbst in Indien wissen &#252;berhaupt, dass es den Ort Baltistan gibt. Erst k&#252;rzlich wurde Baltistan von der Au&#223;enwelt abgeschnitten und die Armee gestattet nur sehr begrenzten Zugang zur Region“, berichtet Vasudev &#252;ber das Gebirge in Pakistan. Als er zum ersten Mal in diesem Teil des Kaschmirgebirges zwischen Karakorum und Himalaya eintraf, wusste der Fotograf nicht, was er &#252;berhaupt erwarten sollte, denn es gab f&#252;r ihn nichts wirklich Interesstantes zu sehen.</p>
<p>„Ich lief erst einmal f&#252;nf Tage herum und versuchte, Zugang zu den Menschen zu bekommen, einfach abzuh&#228;ngen. Das war aber gar nicht leicht, denn die Leute sind nicht an Fremde gew&#246;hnt &#8211; geschweigedenn, fotografiert zu werden.“ Irgendwann brach dann aber doch das Eis und trotz br&#252;chiger Kommunikation mit den Menschen entdeckte Vasudev die wundervolle Welt der Balti.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mjumfkcoxz1qdob5so3_1280.jpg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56659" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mjumfkcoxz1qdob5so3_1280-960x640.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mj8hzxOvYU1qdob5so4_1280.jpg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56660" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mj8hzxOvYU1qdob5so4_1280-960x640.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/finding-immanence-the-journey-1.jpeg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56662" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/finding-immanence-the-journey-1-960x640.jpeg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/finding-immanence-the-journey-2.jpeg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56663" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/finding-immanence-the-journey-2-960x640.jpeg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/finding-immanence-the-journey.jpeg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56664" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/finding-immanence-the-journey-960x640.jpeg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mjumfkcoxz1qdob5so1_1280.jpg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56665" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mjumfkcoxz1qdob5so1_1280-960x640.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_m82y50Wo221qdob5so3_1280.jpg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56666" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_m82y50Wo221qdob5so3_1280-960x640.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mj8hzxOvYU1qdob5so1_1280.jpg" rel="lightbox[56640]"><img class="alignnone size-large wp-image-56667" title="Balti © Vikas Vasudev" alt="Balti © Vikas Vasudev" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/tumblr_mj8hzxOvYU1qdob5so1_1280-960x640.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p>Zum fotografischen Ablauf bemerkt Vasudev nur, dass er seine Aufahmen niemals plane. „Alles h&#228;ngt davon ab, wie ich auf einen bestimmten Ort und die Menschen emotional reagiere.“ Es habe schon Zeiten gegeben, in denen er &#252;ber einen Monat voll ausger&#252;stet reiste, ohne ein einziges Bild zu machen. Es scheint, als m&#252;ssen viele Dinge zusammenkommen und dann, im entscheidenden Moment, entsteht ein Portrait.</p>
<p><em>Ich freue mich, dass sich Vikas Vasudev den Menschen und dem Land ge&#246;ffnet und dort gro&#223;artige Portraits gemacht hat. Sein <a title="Link zum Tumblr von Vikas Vasudev" href="http://vikasvasudev.tumblr.com/" target="_blank">Tumblr</a> werde ich jedenfalls weiter verfolgen.</em></p>
<p></p>
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		<title>Ergebnisse der Leseraktion: Eure Selbstportraits</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Mar 2013 09:42:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktion]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[aktion]]></category>
		<category><![CDATA[leseraktion]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstporträts]]></category>
		<category><![CDATA[Selsbtportraits]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor drei Wochen hatten wir dazu aufgerufen, Selbstportraits zu erstellen. Unsere Auswahl Eurer Fotos fiel uns alles andere als leicht, denn Euer Ideenreichtum und die Qualit&#228;t der Bilder waren wie gewohnt sehr stark. Ich habe irgendwo gelesen, dass Selbstportraits so ein Frauending w&#228;ren. Umso sch&#246;ner, dass wir diese Theorie mit Euch widerlegen konnten, denn unsere [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor drei Wochen hatten wir dazu aufgerufen, Selbstportraits zu erstellen. Unsere Auswahl Eurer Fotos fiel uns alles andere als leicht, denn Euer Ideenreichtum und die Qualit&#228;t der Bilder waren wie gewohnt sehr stark.</strong></p>
<p>Ich habe irgendwo gelesen, dass Selbstportraits so ein Frauending w&#228;ren. Umso sch&#246;ner, dass wir diese Theorie mit Euch widerlegen konnten, denn unsere Auswahl zeigt vorrangig M&#228;nner. Der j&#252;ngste davon ist gerade einmal 14 Jahre alt und ziert unser Titelbild.</p>
<p>Jeder Redakteur hat f&#252;r unsere Auswahl seine Favouriten ins Rennen geschickt und hier seht Ihr nun alle Bilder mit Mehrfachnennung &#8211; was wie immer nicht hei&#223;t, dass diese Bilder nach irgendeinem objektiven Ma&#223;stab die besten w&#228;ren, sondern einfach nur, dass sie uns pers&#246;nlich angesprochen haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Jan-Pl&#228;hn.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57090" title="Jan Pl&#228;hn" alt="Jan Pl&#228;hn" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Jan-Pl&#228;hn-650x433.jpg" width="650" height="433" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://janplaehn.blogspot.de/" target="_blank">Jan Pl&#228;hn</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194509" target="_blank">Jan</a> schrieb:</strong></p>
<p>Als ich von Eurer Aktion gelesen habe, wusste ich sofort, was f&#252;r ein Foto ich schie&#223;en m&#246;chte. Ich nahm mir einen der St&#246;cke, die wir normalerweise f&#252;r Stockbrot verwenden und suchte im Schuppen meines Vaters eine passende Schnur. Ich schaute mir im Internet noch einige Bilder von Anglern an, da ich davon echt absolut keine Ahnung habe und fuhr dann mit meinem Fahrrad zu „Liesbeth eern Diek“, einem Teich, etwa f&#252;nf Kilometer von meinem Zuhause entfernt.</p>
<p>Dort angekommen merkte ich erst einmal, dass mir irgendwo auf dem Hinweg der Stockbrotstock vom Gep&#228;cktr&#228;ger gefallen ist und ich suchte mir im Wald einen neuen geeigneten Stock. Ich knotete die Schnur an die Angel, zog mir Socken und Schuhe aus, krempelte meine Hose hoch und nach ein paar Versuchen und komischen Blicken der vorbeikommenden Waldspazierg&#228;nger war das Bild in der Tasche. – Den Fisch habe ich nat&#252;rlich nachtr&#228;glich eingef&#252;gt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Petra.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57092" title="Petra Holl&#228;nder" alt="Petra" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Petra-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/peziphotography/with/8552159234/#photo_8552159234" target="_blank">Petra Holl&#228;nder</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194573" target="_blank">Petra</a> schrieb:</strong></p>
<p>Als ich diese Meeresschnecke zum ersten Mal sah, wusste ich sofort, dass ich mit ihr ein Foto machen musste. Und zwar in Verbindung mit nackter Haut. Ich hatte noch kein wirkliches Konzept im Kopf, aber ich wollte das Schneckenhaus unbedingt auf meinem K&#246;rper platzieren und so mit dem Licht arbeiten, dass harte Schatten entstehen. Besonders fasziniert hat mich das Aussehen der Meeresschnecke, da sie einerseits etwas furchteinfl&#246;&#223;end wirkt, anderseits aber auf der Innenseite wirklich sch&#246;n ist und dort auch verletzlich wirkt.</p>
<p>Das entstandene Foto hat somit zweierlei Bedeutung f&#252;r mich: Es geht, wie der Titel schon verr&#228;t, zum einen um die dunkle Seite eines Menschen, um grauenhafte Dinge, zu denen er f&#228;hig ist. Zum anderen stehen das Schneckenhaus und die nackte Haut aber auch f&#252;r Verletzlichkeit und innere Sch&#246;nheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/david.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57096" title="david" alt="david" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/david-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/davideji/" target="_blank">David Uzochukwu</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194734" target="_blank">David</a> schrieb:</strong></p>
<p>Als ich von dieser Aktion gelesen habe, dachte ich mir: Das ist doch mal was f&#252;r mich! Ich mache gerne Selbstportraits &#8211; oder wie Laura so sch&#246;n geschrieben hat: Nichtichselbst-portraits. Wenn ich mich vor die Kamera stelle, will ich nachher nicht mehr mich im Bild sehen, sondern jemand ganz anderen &#8211; in dem dann aber meistens ein Teilchen von mir steckt.</p>
<p>Ich habe meistens ein ziemlich klares Konzept vor Augen, lasse mich dann aber beim Fotografieren und Bearbeiten einfach fallen und behalte das Thema im Hinterkopf. Auf jeden Fall hat mich diese Aktion dazu gebracht, mich mal wieder aufzurappeln, die elende Winterm&#252;digkeit abzusch&#252;tteln und ein Foto zu machen, mit dem ich zufrieden bin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Thomas.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57098" title="Thomas" alt="Thomas" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Thomas-650x433.jpg" width="650" height="433" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://www.studio-am-kanal.de/" target="_blank">Thomas L&#252;ttig</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194859" target="_blank">Thomas</a> schrieb:</strong></p>
<p>Bereits vor einigen Tagen hatte ich Euren Aufruf hier gesehen und mir gedacht, da mache ich auch mal mit. Man macht als Fotograf ja gelegentlich auch mal ein ein Selbstportrait und sei es nur, um mal etwas zu testen… aber meist ist man mit seinen Fotos dann nicht wirklich zufrieden &#8211; zumindest mir geht das oft so.</p>
<p>Dann kam ganz schnell die Frage: Was mache ich f&#252;r ein Selbstportrait? Ich sa&#223; also bei einem Kaffee in der K&#252;che und dachte dar&#252;ber nach und letztendlich kam ich auf die Idee, genau diese Situation zu fotografieren: Das Nachdenken &#252;ber ein Selbstportr&#228;t, ein Moment der Reflexion &#252;ber sich selbst und &#252;ber die &#8211; naja, zweitsch&#246;nste &#8211; Sache der Welt, das Fotografieren.</p>
<p>Die Bearbeitung sollte auch etwas mit mir zu tun haben und ich habe mich f&#252;r diesen matten Schwarzwei&#223;-Look entschieden. Warum? Seit meiner fr&#252;hen Jugend bin ich immer noch beeindruckt von einigen Platten-Covern der Band „The Smiths“, die ich auch musikalisch immer noch sehr mag. Also kam dieses Bild heraus. Wie gesagt: Zu 100% zufrieden ist man wohl nie, aber ich mag es.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Martin.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57133" title="Martin" alt="Martin" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Martin-650x758.jpg" width="650" height="758" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://martinmelcher.de/" target="_blank">Martin Melcher</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194554" target="_blank">Martin</a> schrieb:</strong></p>
<p>Seit gut einem halben Jahr studiere ich nun Medienkunst und Gestaltung an der Bauhaus-Universit&#228;t Weimar und habe dort im ersten Semester einen Fotokurs besucht, in dessen Rahmen wir verschiedene Aufgaben umsetzen sollten. Eine davon war die des Selbstportraits. Eine f&#252;r mich zum damaligen Zeitpunkt kaum zu meisternde Aufgabe, da ich mich selbst nie auf einem Bild sehen konnte. Hiermit ist nicht gemeint, dass ich mich h&#228;sslich finde oder &#228;hnliches, nur eben, dass die Person, die ich auf Bildern sehe, irgendwie nicht ich bin.</p>
<p>Im Rahmen meiner Abschlussarbeit f&#252;r den Fotokurs arbeite ich nun seit Wochen ununterbrochen an einer guten Serie von Selbstportraits, um diese emotionale H&#252;rde zu meistern, allerdings in einem anderen Kontext, und besch&#228;ftige mich in den Abendstunden sehr intensiv mit mir und meinem Gesicht und halte dies in Portraits fest.</p>
<p>Mittlerweile merke ich, dass ich selbstbewusster geworden bin; fange an mich zu sehen, beginne zu hinterfragen, wer ich wirklich bin, wie ich gesehen werde, gesehen werden m&#246;chte. Daher freue ich mich, hier auch einen Beitrag beisteuern zu k&#246;nnen.</p>
<p>Wer sich an technischen Infos erfreut: Pentax K-5, ISO 80, 1/160 s, f/8, zusammen mit einem Yongnuo 560 II und Softboxschirm oberhalb der Kamera.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Michael.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57134" title="Michael" alt="Michael" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Michael-650x412.jpg" width="650" height="412" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://www.mitchbergs.com/" target="_blank">Michael Bergmann</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194856" target="_blank">Michael</a> schrieb:</strong></p>
<p>Ich habe mir den CamRanger f&#252;r&#8217;s iPad zugelegt, um eigentlich Landschaftsaufnahmen mit ihm zu machen. Portraits sind meiner Meinung nach f&#252;r diese L&#246;sung geeignet. Nach mehreren Anl&#228;ufen habe ich das Ganze doch noch einmal probiert &#8211; und zwar mit einem Modell, das entsprechend geduldig ist f&#252;r Experimente. Und das war ich am Ende selbst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Ljuba.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57135" title="Ljuba" alt="Ljuba" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Ljuba-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://ljubagonchar.blogspot.de/" target="_blank">Ljuba Gonchar </a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194877" target="_blank">Ljuba</a> schrieb:</strong></p>
<p>Mit einem meiner Modelle hatte ich vor einiger Zeit bei mir zu Hause Fensterbilder gemacht, weil das Wetter einfach nur unglaublich schlecht war. Heute sah ich, dass Eure tolle Aktion abl&#228;uft und wollte unbedingt mitmachen. Drau&#223;en w&#252;tete der Wind bei knapp 3°C, also wollte ich solch ein Fensterbildchen von mir selbst ausprobieren. Alles viel leichter als gedacht…</p>
<p>Zun&#228;chst musste nat&#252;rlich das neue Gl&#228;tteisen ausprobiert werden. Zwei Stunden sp&#228;ter und die H&#228;lfte meiner Haare weniger, hatte ich es geschafft, mir zwei kleine L&#246;ckchen zu zaubern. Dann begann die richtige Arbeit. Ich bin fast wahnsinnig geworden bei der Fokussuche. Als Fokuspunkt musste meine halbtote Palme herhalten. Bei knapp 60 Bildern waren nur zwei scharfe dabei! Eines davon seht Ihr hier.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Benjamin_Zapf.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57141" title="Benjamin" alt="Benjamin" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Benjamin_Zapf-650x433.jpg" width="650" height="433" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://www.benjamin-zapf.de/" target="_blank">Benjamin Zapf</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194781" target="_blank">Benjamin</a> schrieb:</strong></p>
<p>Mit der Kamera in der Hand bin ich durchs Haus gelaufen und dann ist mir zuf&#228;llig die Spiegelung in einer Glast&#252;r aufgefallen. Mit dem Gedanken an den Artikel hier wusste ich sofort: Das isses. Das 50mm war schon drauf, Kamera auf&#8217;s Stativ und mit Fernausl&#246;ser ein paar Testbilder gemacht, bis ich wusste, wo ich mich hinsetzen muss.</p>
<p>Um das Fokussieren zu erleichtern, habe ich eine Schnur mit einem kleinen Gegenstand am Ende an die Decke geklebt und dorthin h&#228;ngen lassen, wo mein Kopf sein sollte. Dann noch ein paar Bilder mit unterschiedlichen Positionen gemacht und letztendlich habe ich mich f&#252;r dieses entschieden.</p>
<p>Die Bearbeitung war &#252;berschaubar, eine einfache Konvertierung nach schwarzwei&#223; in Lightroom, um das Bild auf das Wesentliche zu reduzieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/pinhole.jpg" rel="lightbox[57015]"><img class="alignleft size-medium wp-image-57164" title="Tobias Pohl" alt="pinhole" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/pinhole-650x433.jpg" width="650" height="433" /></a><br />
<span style="color: #666666;font-size: small">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/phototobi78/" target="_blank">Tobias Pohl</a></span></p>
<p><strong><a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/#comment-194537" target="_blank">Tobias</a> schrieb:</strong></p>
<p>Ich liebe Pinhole und der n&#228;chste World Pinhole Photography Day ist ja auch bald wieder. Was liegt da n&#228;her als ein Lochbild?</p>
<p>Damit es nicht v&#246;llig verwackelt, habe ich mit Pinhole und Blitz experimentiert. ISO: Keine Ahnung, aber verdammt hoch. Leitzahl 45 und volle Leistung aus ca. 1,5 Metern Entfernung. Aua, das flasht, aber es funktioniert…</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Dass bei unserer Aktion leider viele Fotos, die wir auch super fanden, nicht Einzug in diese Auswahl erhalten haben, liegt in der Natur der Sache. Wir empfehlen Euch daher, selbst noch einmal die Kommentare und Einreichungen zur <a href="http://kwerfeldein.de/2013/03/09/leseraktion-selbstportraits/" target="_blank">Leseraktion</a> durchzusehen. Am besten mit einer Tasse Tee oder Kaffee.</em></p>
<p></p>
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		<title>Eine Idee auf Reisen  </title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/03/23/eine-idee-auf-reisen/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Mar 2013 09:31:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Laura Zalenga</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[Interpretation]]></category>
		<category><![CDATA[Laura Zalenga]]></category>
		<category><![CDATA[portrait]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Laura Zalenga</strong></p>Nachdem hier auf kwerfeldein vor Kurzem &#252;ber das Thema „Kopie, Inspiration und Idee“ diskutiert wurde, wollte ich mich ausf&#252;hrlicher damit besch&#228;ftigen, was passiert, wenn man vom Bild eines anderen inspiriert wird. Und was daraus entstehen kann. Ob es das spezielle Format, ein Accessoire, der Bildaufbau, die Thematik oder das Konzept ist &#8211; etwas an einem [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Laura Zalenga</strong></p><p><strong>Nachdem hier auf kwerfeldein vor Kurzem &#252;ber das Thema <a href="http://kwerfeldein.de/2013/02/09/kwerfeldein-diskutiert-uber-kopie-inspiration-und-idee/">„Kopie, Inspiration und Idee“</a> diskutiert wurde, wollte ich mich ausf&#252;hrlicher damit besch&#228;ftigen, was passiert, wenn man vom Bild eines anderen inspiriert wird. Und was daraus entstehen kann.</strong></p>
<p>Ob es das spezielle Format, ein Accessoire, der Bildaufbau, die Thematik oder das Konzept ist &#8211; etwas an einem Bild fesselt den Betrachter so sehr, dass es bewusst oder unbewusst gespeichert wird. Entweder man entscheidet sich dann bewusst, einen Aspekt aufzugreifen und ihn zu einem eigenen Bild zu entwickeln oder es geschieht, ohne dass man es merkt. Es ist mir selbst schon passiert, dass ich erst Wochen, nachdem ich ein Foto gemacht habe, einen Teil meiner Idee in einem altbekannten Bild wiedergefunden habe.</p>
<p>Ich habe unz&#228;hlige Beispiele gefunden von Fotografen, die unter ihrem Bild das Foto eines anderen Fotografen als Quelle der Inspiration angegeben haben. F&#252;r mich hat dieser Hinweis die Bilder umso spannender gemacht, da es toll ist, zu sehen, was aus der Idee eines anderen werden kann.  Acht Bildpaare habe ich ausgew&#228;hlt und den jeweils inspirierten Fotografen um ein paar Worte zu seinem Werk, der Intention und zur Inspiration an sich gebeten.</p>
<p>Einen tollen Gedanken von Thomas Mann, m&#246;chte ich Euch noch auf die Reise durch die folgenden Bilder mitgeben:  „Fantasie haben hei&#223;t nicht, sich etwas auszudenken, es hei&#223;t, sich aus den Dingen etwas zu machen.“</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/MisterSullivan.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55852" title="Growing thoughts – Mister Sullivan" alt="Growing thoughts – Mister Sullivan  " src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/MisterSullivan-650x675.jpg" width="650" height="675" /></a><br />
<a title="Link zum Bild „Growing thoughts“" href="http://www.flickr.com/photos/buttonmooon/3141239565" target="_blank">Growing thoughts</a> – Mister Sullivan</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Chloe.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55851" title="Half Kiwi – Chloe Smith" alt="Half Kiwi – Chloe Smith" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Chloe-650x590.jpg" width="650" height="590" /></a><br />
<a title="Link zum Bild „Half Kiwi“ von Chloe Smith" href="http://www.flickr.com/photos/lanaelizabeth/3885212332" target="_blank">Half Kiwi</a> – Chloe Smith</p>
<p><strong>Chloe:</strong> „Als ich Michaels Foto sah, musste ich schmunzeln. Ich sah den Baum als Erweiterung des Kopfes. Es k&#246;nnten Adern sein oder das Gehirn oder einfach eine krause Haarpracht. Ich mochte die Eigent&#252;mlichkeit der Kombination und wie zwei zusammenhangslose Dinge so gut harmonieren k&#246;nnen.  Also nahm ich diesen Aspekt, ein Objekt als Erweiterung eines Fotos zu nutzen, als Inspiration f&#252;r mein Bild.  Meine Interpretation ist eine Anspielung auf meine Herkunft. Die Kiwi steht f&#252;r Neuseeland, woher meine Mutter stammt. “</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Robby.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55859" title="rorschach. - Robby Cavanaugh" alt="rorschach. - Robby Cavanaugh" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Robby-650x646.jpg" width="650" height="646" /></a><br />
<a title="Link zum Bild „rorschach.“ von Robby Cavanaugh" href="http://www.flickr.com/photos/robby_cavanaugh/6040452758" target="_blank">rorschach.</a> &#8211; Robby Cavanaugh</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Joel.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55860" title="This Is Only A Test – Joel Robbinson" alt="This Is Only A Test – Joel Robbinson" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Joel-650x649.jpg" width="650" height="649" /></a><br />
<a title="Link zum Bild „This Is Only A Test“ von Joel Robbinson" href="http://www.flickr.com/photos/joel_r/7230080128" target="_blank">This Is Only A Test</a> – Joel Robbinson</p>
<p><strong>Joel:</strong> „Die Idee meines Fotos entstand nicht direkt als eine Inspiration aus Robbys Foto, aber nachdem das Konzept in meinem Kopf anfing, Form anzunehmen, erkannte ich, dass es gro&#223;e Teile seiner Idee und Vision widerspiegelte. Ich wollte aber, dass es eine Kombination aus einem von ihm inspirierten Foto und meiner ganz eigenen Geschichte und Symbolik wird. Ich nahm sein Foto also als Leitfaden f&#252;r die Gestaltung (schwarz und wei&#223;) meines Bildes, aber ich versucht auch sehr stark, meinen eigenen Stil in der Bearbeitung und im Konzept einzubringen. </p>
<p>Mein Konzept basierte auf der Idee, getestet zu werden und war inspiriert von Rorschachtests und was sie &#252;ber Dich aussagen. Ich hatte noch nicht viele konzeptionelle Bilder gesehen, die dieses Pr&#252;fverfahren als Inspiration nutzten, aber Robbys hat mich eindeutig dazu inspiriert, meine eigene Version zu erschaffen.“</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Laura.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55863" title="pollen covered – Laura Zalenga" alt="pollen covered – Laura Zalenga" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Laura-650x431.jpg" width="650" height="431" /></a><br />
<a title="Link zum Foto „pollen covered“ von Laura Zalenga" href="http://www.flickr.com/photos/laurazalenga/5744095415/" target="_blank">pollen covered</a> – Laura Zalenga</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Ana.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55864" title="reanimation – Ana Santl" alt="reanimation – Ana Santl" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Ana-650x430.jpg" width="650" height="430" /></a><br />
<a title="Link zum Foto „reanimation“ von Ana Santl " href="http://www.flickr.com/photos/ana-ana-ana/6744892841" target="_blank">reanimation</a> – Ana Santl</p>
<p><strong> Ana:</strong> „Urspr&#252;nglich hatte ich nicht vor, das Foto von Laura ‚nachzumachen‘, wie man das gern sagt. Es war eher intuitiv: Ich bewunderte die kleinen Minzenbl&#228;tter und erst dann hatte ich mich entschieden, sie unter die Augen aufzukleben. W&#228;hrenddessen war das Bild von ihr irgendwo in meinem Hinterkopf, es war aber doch anwesend und beeinflusste mich.“</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Keely.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55867" title="makes light and, life. - imfreelykeely" alt="makes light and, life. - imfreelykeely" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Keely-650x461.jpg" width="650" height="461" /></a><br />
<a title="Link zum Foto „makes light and, life.“ von imfreelykeely" href="http://www.flickr.com/photos/keelyislost/4197637457" target="_blank">makes light and, life.</a> &#8211; imfreelykeely</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Gibson.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55868" title="untitled – Gibson Regester" alt="untitled – Gibson Regester" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Gibson-650x433.jpg" width="650" height="433" /></a><br />
<a title="Link zum Foto ohne Titel von Gibson Regester" href="http://www.flickr.com/photos/gibsonselectric/4212255018" target="_blank">untitled</a> – Gibson Regester</p>
<p><strong>Gibson:</strong> „Nun, jeder K&#252;nstler muss das, was er oder sie durch die eigenen Augen sieht, &#252;bersetzen. Daher musste auch ich, was ich gesehen hatte in mein eigenes Kunstwerk &#252;bersetzen. Es erwies sich nicht als schwieriger, sondern sogar einfacher, ein Bild zu produzieren f&#252;r das ich eine feste Quelle der Inspiration hatte.  Sofort nachdem ich Keelys Foto gesehen hatte, erschien in meinem Kopf ein Bild, das ich machen wollte. Ich nahm also die Quelle der Inspiration und nutzte sie, um mein eigenes einzigartiges St&#252;ck zu schaffen. Denn was bedeutet einzigartig wirklich? </p>
<p>Es ist etwas, das aus dem riesigen Eintopf des Lebens entsteht, den wir, aus den Zutaten unz&#228;hliger anderer Menschen, machen. Wir lassen ihn den ganzen Tag lang ziehen und dann haben wir endlich unser eigenes einzigartiges Gericht, das sich in unsere Pers&#246;nlichkeit, unsere Kunstwerke, unsere Verwendung von Sprache usw. &#252;bersetzen l&#228;sst. In diesem speziellen Fall waren es die Zweige, die scheinbar aus dem Kopf des M&#228;dchens zu wachsen scheinen, die mich inspirierten. Es sieht einfach so sch&#246;n und organischen aus und inspirierte mich sehr. Also musste ich meine eigene Wald-Frau aus meiner eigenen rothaarigen Sch&#246;nheit machen.“</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Sophie.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55870" title="In need of rescue – Sophie Ellis" alt="In need of rescue – Sophie Ellis" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Sophie-650x264.jpg" width="650" height="264" /></a><br />
<a title="Link zum Foto „In need of rescue“ von Sophie Ellis " href="http://www.flickr.com/photos/crashbangsqueak/6990536140" target="_blank">In need of rescue</a> – Sophie Ellis</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Noukka.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55871" title="untitled – Noukka Signe" alt="untitled – Noukka Signe" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Noukka-650x333.jpg" width="650" height="333" /></a><br />
<a title="Link zum Foto ohne Titel von Noukka Signe" href="http://www.flickr.com/photos/velvettears/6275479109/" target="_blank">untitled</a> – Noukka Signe</p>
<p><strong>Noukka:</strong> „Sophies Arbeiten waren schon immer eine Inspiration f&#252;r mich. Die Art und Weise wie sie die Welt und sich selbst einf&#228;ngt, ist wunderbar und sehr einzigartig.   Als Herausforderung f&#252;r mich habe ich beschlossen, ein Foto, inspiriert von der Weite in ihren Fotos und der Tatsache, dass sie darin sehr klein erscheint, zu versuchen.  Ihr Stil ist ganz anders als meiner, da ich meistens mit Nahaufnahme arbeite, bei denen der Hintergrund keine solch bedeutende Rolle spielt. </p>
<p>Also bin ich mit einem anderen Objektiv als &#252;blich losgezogen und suchte nach neuen Locations, in die Sophie in meiner Vorstellung hineinpassen k&#246;nnte. Die Dinge, die ich im Auge behielt, waren ‚kleines M&#228;dchen in einer gro&#223;en Welt‘ und ‚versuche verschiedene Posen‘, denn das waren die Dinge, die ich so sehr an Sophies Bildern liebte. &#8211; Das und nat&#252;rlich, die Landschaft wundersch&#246;n wiederzugeben. Es gestaltete sich als eine echte Herausforderung! Ich hatte schon vorher eine Menge Respekt f&#252;r Sophie gehabt, aber nach dieser Aufnahme noch viel mehr. “</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Kyle.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55874" title="Fragile Wings – Kyle Thompson" alt="Fragile Wings – Kyle Thompson" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Kyle-650x664.jpg" width="650" height="664" /></a><br />
<a title="Link zum Foto Fragile Wings von Kyle Thompson" href="http://www.flickr.com/photos/kyle_thompson/7166998738" target="_blank">Fragile Wings</a> – Kyle Thompson</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Moritz.jpg" rel="lightbox[55820]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55875" title="Invisible Wings – Moritz Aust" alt="Invisible Wings – Moritz Aust" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Moritz-650x648.jpg" width="650" height="648" /></a><br />
<a title="Link zum Foto „Invisible Wings“ von Moritz Aust" href="http://www.flickr.com/photos/moritzaust/8012390062" target="_blank">Invisible Wings</a> – Moritz Aust</p>
<p><strong>Moritz:</strong> „Ich denke, der gr&#246;&#223;te Punkt, warum ich Kyle als Inspiration genommen hatte war, dass seine Fotos schon immer eine gro&#223;e Inspiration f&#252;r mich waren. Ganz besonders haben mich seine ‚cloth wings‘-Fotos begeistert. Gerade diese Ungewissheit, ob man diese Fl&#252;gel mit dem Stoff &#252;berhaupt auch hinbekommen w&#252;rde, hat mich angespornt. Die Umsetzung war nicht ganz einfach f&#252;r mich, da ich selbst nicht genau wusste, wie man solche Stofffl&#252;gel macht. </p>
<p>Nach unz&#228;hligen Versuchen hatte ich dann endlich ein Foto, auf dem der Stoff wie Fl&#252;gel aussah. Ich bin auf jedem Fall mit dem Vorsatz losgezogen, Kyle als Inspiration zu nutzen. Ich wollte mich eigentlich sehr von Kyles Foto absetzen und nur die Fl&#252;gel als gr&#246;&#223;tes Element aus seinen Fotos nutzen. Doch zum Schluss habe ich dann auch Teile seiner Pose &#252;bernommen, da ich mit keiner anderen zufrieden war. </p>
<p>Von was ich mich aber auf jeden Fall absetzten wollte, ist die Bearbeitung. Ich wollte auf keinen Fall eine ‚Kopie‘ seines Fotos erzeugen und habe deshalb meinen eigenen Bearbeitungsstil gew&#228;hlt. Inspiration ist f&#252;r mich ein gro&#223;es Thema. Viele Personen haben mich bereits inspiriert und viele wurden von mir inspiriert. F&#252;r mich ist sich inspirieren zu lassen nichts Schlechtes, solange man nicht versucht, eine Kopie des Fotos zu erstellen. Man sollte sich nur soweit inspirieren lassen, dass das Foto noch eine pers&#246;nliche Note hat.“      </p>
<p style="text-align: center;">~</p>
<p>Eigentlich gibt es nicht viel mehr zu sagen; die Bilder und ihre Geschichten sprechen f&#252;r sich. Ich hoffe, Ihr seid genauso positiv &#252;berrascht wie ich, was aus der Idee des einen im Verstand des anderen entstehen kann.  Mich zumindest hat all diese ‚Inspiriertheit‘ sehr inspiriert.</p>
<p><em>Es wird Zeit f&#252;r einen langen Spaziergang durch den Flickr-Wald und am 500px-Feld vorbei. Vielleicht trifft man sich ja beim Ideensammeln.  Solange wir am Ende die Quelle unserer Inspiration nennen, gibt es doch nichts Sch&#246;neres, als eine Idee von Kopf zu Kopf wandern zu lassen.</em></p>
<p></p>
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		<title>Die Redaktion stellt sich vor: Normen Gadiel</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 08:08:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Normen Gadiel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Portrait]]></category>
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		<category><![CDATA[Normen Gadiel]]></category>
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		<category><![CDATA[Redaktion]]></category>
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		<description><![CDATA[Normen Gadiel hatte zwei Artikel bei uns ver&#246;ffentlicht, als wir uns dazu entschieden, ihn in die Redaktion einzuladen. Zu gut passten seine Fotos und Texte in unser Magazin, um diese Frage offen stehen zu lassen. Heute ist Normen als freier Redakteur fester Bestandteil der kwerfeldein-Redaktion. Er hat sich eingelebt und bringt immer wieder neue Gedanken [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #808080;">Normen Gadiel hatte <a title="Link zum Artikel von Normen Gadiel" href="http://kwerfeldein.de/2011/12/15/konzeptionelle-selbstportraits/"><span style="color: #808080;">zwei</span></a> <a title="Link zum Artikel von Normen Gadiel" href="http://kwerfeldein.de/2012/06/18/island-portrait-trifft-landschaft"><span style="color: #808080;">Artikel</span></a> bei uns ver&#246;ffentlicht, als wir uns dazu entschieden, ihn in die Redaktion einzuladen. Zu gut passten seine Fotos und Texte in unser Magazin, um diese Frage offen stehen zu lassen.</span></p>
<p><span style="color: #808080;">Heute ist Normen als freier Redakteur fester Bestandteil der kwerfeldein-Redaktion. Er hat sich eingelebt und bringt immer wieder neue Gedanken in unsere Konferenzen. Auch ist die Qualit&#228;t seiner Artikel weiter auf hohem Niveau und ich wurde erst k&#252;rzlich dazu begl&#252;ckw&#252;nscht, dass wir Normen aufgenommen haben.</span></p>
<p><span style="color: #808080;">Vorbildhaft finde ich, dass Normen sich und seine Art zu Fotografieren regelm&#228;&#223;ig hinterfragt und bereit ist, neue Wege zu gehen. Dass er bereits jetzt gro&#223;artige (Selbst-)Portraits macht, steht au&#223;er Frage.</span></p>
<p><span style="color: #808080;">Ich bin gespannt, wie es mit Normen und kwerfeldein weitergeht und &#252;bergebe ihm nun das Mikrofon.</span></p>
<p><span style="color: #808080;">Martin Gommel, Herausgeber</span></p>
<p class="zuruf"><strong>Der erste Gedanke an diesen Artikel lie&#223; mich an den Buchtitel „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ von Richard David Precht denken. Und so wurde mir schnell klar, dass ich mich selber kennenlernen w&#252;rde, w&#228;hrend ich diesen Artikel schreibe.</strong></p>
<p>Bei mir gibt es schon seit Ewigkeiten eine kleine Diskrepanz zwischen „Wer bin ich?“ und „Wer will ich sein?“. Kennt Ihr das? Immer besser sein zu wollen, als man ist? Mein Problem in dieser Fragestellung ist es, dass ich immer m&#246;glichst viel machen will und das auch m&#246;glichst gut, dadurch habe ich manchmal das Gef&#252;hl, dass mir die Zeit wegl&#228;uft, andere Dinge zu machen. Aber bevor sich jetzt jemand Sorgen macht &#8211; mir geht es sehr gut damit. Ich bin gl&#252;cklich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Auswahl_peace-of-mind-018_960.jpg" rel="lightbox[55503]"><img class="alignnone size-full wp-image-55505" title="aus der Serie peace of mind" alt="aus der Serie peace of mind" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Auswahl_peace-of-mind-018_960.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p>Wof&#252;r beanspruche ich Zeit? Neben der Arbeit bei kwerfeldein ist das bei mir noch mein Beruf als Chemietechniker, ein Stadtratsmandat und die eigene Fotografie. Die Zeit f&#252;r Familie, Freunde und die Partnerschaft darf man nat&#252;rlich auch nicht vergessen.</p>
<p>Zur Fotografie bin ich gekommen, weil ich schnelle Bewegungen nicht mehr verschwommen aufnehmen wollte. Die Kompakt- wurde gegen eine Spiegelreflexkamera ausgewechselt. Es folgten ein paar Jahre, in denen ich alles fotografierte, was nicht bei drei auf dem Baum war.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Imagine_960px.jpg" rel="lightbox[55503]"><img class="alignnone size-full wp-image-55507" title="Imagine" alt="Imagine" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Imagine_960px.jpg" width="960" height="720" /></a></p>
<p>In die ambitionierte Fotografie stieg ich ein, als ich Fotos von Alex Stoddard sah. Seine Selbstportraits beeindruckten mich so sehr, dass ich Lust bekam, die Fotografie noch weiter zu entdecken. Es war der Start in eine Zeit, in der ich keinen Tag ohne einen Gedanken an die Fotografie verbrachte. Dieser Zeitraum begann vor zwei Jahren und setzt sich bis jetzt fort.</p>
<p>Mein Fokus liegt momentan auf Selbstportraits und Portraits. Portraits mag ich vermutlich besonders, weil ich mir abseits der Fotografie gern Geschichten von Menschen anh&#246;re. Ich liebe es einfach, wenn Menschen Anekdoten erz&#228;hlen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/coldwinterscene-3x2_960.jpg" rel="lightbox[55503]"><img class="alignnone size-full wp-image-55509" title="coldwinterscene-3x2_960" alt="coldwinterscene-3x2_960" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/coldwinterscene-3x2_960.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p>In meinen Fotos versuche ich, Situationen zu erschaffen, die eine Stimmung vorgeben, jedoch noch gen&#252;gend Spielraum f&#252;r die eigene Interpretation bereithalten. Grunds&#228;tzlich bin ich der Meinung, dass Bilder, abh&#228;ngig vom Betrachter, immer ein wenig anders interpretiert werden. F&#252;r mich eine sch&#246;ne Vorstellung und einer der Gr&#252;nde, warum ich meine Fotos nur selten mit Text unterbaue.</p>
<p>F&#252;r kwerfeldein schreibe ich gelegentlich meine Gedanken zur Fotografie in Form eines Essays auf oder f&#252;hre Interviews mit Fotografen durch. Was nat&#252;rlich eine tolle Sache ist, weil ich so zum einen Talente pr&#228;sentiere und zum anderen erfahrenen Fotografen die Fragen stellen kann, auf die ich gern eine Antwort h&#228;tte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Island-309_2_960.jpg" rel="lightbox[55503]"><img class="alignnone size-full wp-image-55511" title="Island" alt="Island" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Island-309_2_960.jpg" width="960" height="640" /></a></p>
<p><em>Zum Schluss m&#246;chte ich noch all den Lesern danken, die mit ihren Kommentaren einen Artikel noch lesenswerter machen. Am Ende ist es immer wieder sch&#246;n, wenn man nach der Ver&#246;ffentlichung eine R&#252;ckmeldung zum Artikel bekommt.</em></p>
<p></p>
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