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	<title>kwerfeldein - Fotografie Magazin &#187; Architektur</title>
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	<description>Das Fotografie Magazin</description>
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		<title>Die Sch&#246;nheit des Verfalls</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 06:37:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Rüger]]></category>
		<category><![CDATA[Lost Places]]></category>
		<category><![CDATA[Verfall]]></category>
		<category><![CDATA[verlassene Orte]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jörg Rüger</strong></p>Das Fotografieren von verlassenen Orten ist gerade oder immer noch sehr en vogue. Das verstehe ich auch nur zu gut, geht doch von diesen Orten ein ganz besonderer Reiz aus. Betritt man einen solchen Ort, wird man gefangen genommen von der Atmosph&#228;re, die dort herrscht. Es ist das Licht, es sind die Ger&#252;che, die f&#252;r [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jörg Rüger</strong></p><p><strong>Das Fotografieren von verlassenen Orten ist gerade oder immer noch sehr en vogue. Das verstehe ich auch nur zu gut, geht doch von diesen Orten ein ganz besonderer Reiz aus. Betritt man einen solchen Ort, wird man gefangen genommen von der Atmosph&#228;re, die dort herrscht.</strong></p>
<p>Es ist das Licht, es sind die Ger&#252;che, die f&#252;r jeden offensichtlich das Besondere an diesen Pl&#228;tzen ausmachen. F&#252;r mich kommt aber noch etwas anderes, weniger Offensichtliches oder Greifbares hinzu. </p>
<p>Normalerweise w&#252;rde ich von mir sagen, dass ich eher dazu neige, nur Dinge im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen, die man auch sehen, anfassen, riechen oder schmecken kann oder f&#252;r deren Existenz in anderer glaubhafter Weise ein Beweis angetreten werden kann. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_0001_hdr.jpg" rel="lightbox[58702]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_0001_hdr-650x432.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-58877" /></a></p>
<p>Hier ist es anders. Ich sp&#252;re irgendwie etwas, was die vielen Menschen, die an den unterschiedlichen Orten gelebt haben. Als h&#228;tte deren Wirken, Lachen oder vielleicht auch ihre Gef&#252;hle wie Schmerz, Trauer und Wut etwas hinterlassen, was untrennbar mit diesen Orten verbunden ist. Ihre W&#228;nde atmen f&#246;rmlich sp&#252;rbar diese gesammelten Erfahrungen der Menschen, die dort einst lebten.</p>
<p>Ich war einmal an einem Ort, einer ehemaligen sehr gro&#223;en Kaserne, wo ich erst nach langem Durchwandern in einem Keller angelangte, der offensichtlich die Arrestzellen der Anlage beherbergte.</p>
<p>Niedrige Decken, wenig bis gar kein Tageslicht, einfache Holzpritschen, grob gezimmerte dicke Holzt&#252;ren und die W&#228;nde voller eingeritzter Nachrichten derer, die an diesem Ort gezwungenerma&#223;en Zeit zugebracht hatten. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/MG_6163_hdr.jpg" rel="lightbox[58702]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/MG_6163_hdr-650x432.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-58880" /></a></p>
<p>Leider waren diese Inschriften alle in Kyrillisch, so dass ich nicht verstehen konnte, was sie bedeuten. Aber das war auch nicht notwendig, denn die ganze Atmosph&#228;re dort sprach auch ohne Worte ganze B&#228;nde.</p>
<p>Oder da war dieses Krankenhaus. Viel war dort nicht mehr zu finden. Aber auch dort war das nicht unbedingt notwendig, um nachzusp&#252;ren, dass es sich um einen besonderen Ort handelte. Alte Liegen, die verlassene Kinderstation, OP- oder Seziertische – so etwas wirkt schon im Normalzustand in besonderer Weise auf einen ein.</p>
<p>Oder da war dieses ehemalige Kraftwerk von monstr&#246;sen Ausma&#223;en. Es wirkte in seinen Dimensionen fast einsch&#252;chternd. Aber auch dort waren die kleinen Dinge zu finden, die daran erinnerten, dass das alles von Menschenhand geschaffen wurde und dass dort einst Menschen t&#228;glich zur Arbeit gingen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/MG_9933_hdr.jpg" rel="lightbox[58702]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/MG_9933_hdr-650x432.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-58878" /></a></p>
<p>Bei den Besuchen dieser Orte geht es mir nicht darum, diese zu dokumentieren und in ihrem Gesamtzusammenhang darzustellen. Mir geht es viel mehr darum, das Besondere dieser Orte, ihre Atmosph&#228;re einzufangen und wiederzugeben. </p>
<p>Mich interessieren oft auch nur bestimmte Details, die man vielleicht auch an jedem anderen Ort finden k&#246;nnte, die aber genau an diesem in Verbindung mit der Umgebung zu etwas Besonderem werden. </p>
<p>Wenn ich mir so meine gesammelten Bilder verlassener Orte anschaue, dann f&#228;llt mir auf, dass es vor allem immer auch wieder T&#252;ren, Fenster und Treppen sind, die meine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Oft sind es aber auch nur Farben im Zusammenspiel mit Licht und Schatten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_7365_hdr.jpg" rel="lightbox[58702]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_7365_hdr-650x432.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="432" class="aligncenter size-medium wp-image-58887" /></a></p>
<p>Fotografisch betrachtet sind diese Orte oft eine Herausforderung. In Ermangelung k&#252;nstlicher Lichtquellen, oftmals aber auch wegen teilweise verschlossener Fenster und T&#252;ren ist die Lichtsituation eher schwierig. </p>
<p>Oft sind es Motive mit gro&#223;em Kontrastumfang, die abgebildet werden sollen. Vielfach komme ich f&#252;r den Bildeindruck, den ich erzeugen m&#246;chte, nicht um Belichtungsreihen herum. Bei der Bearbeitung der Bilder achte ich jedoch darauf, m&#246;glichst eine dem normalen Sehen entsprechende Bildwirkung zu erzielen. </p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/MG_9302_hdr.jpg" rel="lightbox[58702]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/MG_9302_hdr-339x509.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="297" height="445" class="alignleft size-thumbnail wp-image-58883" style="width: 46.8%"/></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_7448_hdr.jpg" rel="lightbox[58702]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/05/IMG_7448_hdr-339x465.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="324" height="445" class="alignnone size-thumbnail wp-image-58884" style="width: 51.2%"/></a></div>
<p>Man sieht oft Bilder gerade von verlassenen Orten, die (in meinen Augen) im &#220;berma&#223; bearbeitet wurden. Mir geht es darum, die Orte m&#246;glichst so zu zeigen, wie ich sie tats&#228;chlich gesehen habe. </p>
<p>Vielleicht gelingt es mir ja, mit den Bildern ein bisschen die Atmosph&#228;re dieser Orte zu transportieren und diese Eindr&#252;cke zu konservieren, denn viele dieser Orten gibt es heute schon nicht mehr. </p>
<p></p>
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		<title>Lineare Stadtbilder</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 05:13:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jörg Rom</strong></p>Wie sich St&#228;dte und urbane R&#228;ume abbilden lassen, erforschen Fotografen, seitdem es die Fotografie gibt. Ein selten gesehener Sonderweg ist die Montage ganzer Stra&#223;enz&#252;ge zu einem Bild. Das Online-Archiv PanoramaStreetline hat sich auf diese linearen Panoramen spezialisiert. Hinter PanoramaStreetline steckt die simple Idee, St&#228;dte anders darzustellen. Gerade in Stadtzentren und historischen Altst&#228;dten, wo der Fokus [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jörg Rom</strong></p><p><strong>Wie sich St&#228;dte und urbane R&#228;ume abbilden lassen, erforschen Fotografen, seitdem es die Fotografie gibt. Ein selten gesehener Sonderweg ist die Montage ganzer Stra&#223;enz&#252;ge zu einem Bild. Das Online-Archiv <a href="http://panoramastreetline.com" target="_blank">PanoramaStreetline</a> hat sich auf diese linearen Panoramen spezialisiert.</strong></p>
<p>Hinter PanoramaStreetline steckt die simple Idee, St&#228;dte anders darzustellen. Gerade in Stadtzentren und historischen Altst&#228;dten, wo der Fokus nicht zwangsl&#228;ufig auf einzelnen herausragenden Bauwerken liegt, dr&#228;ngt sich einem fast zwangsl&#228;ufig die Frage auf, ob man all die unterschiedlichen Architekturen nicht irgendwie zusammen auf ein Bild bekommt und gleichberechtigt nebeneinander stellen kann. </p>
<p>Von einem Standpunkt aus ist das aus Platzgr&#252;nden meist unm&#246;glich und klassische Panorama-Fotografie ist daf&#252;r zu sehr durch Kurven und Fluchtpunkte gepr&#228;gt. Es bleibt die M&#246;glichkeit, Architektur von parallel versetzten, wechselnden Blickpunkten zu fotografieren und anschlie&#223;end zu einer Gesamtansicht zu montieren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Leipzig_Troendlinring_Ringmessehaus.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Leipzig Tr&#246;ndlinring Ringmessehaus © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Leipzig_Troendlinring_Ringmessehaus-650x270.jpg" alt="Leipzig Tr&#246;ndlinring Ringmessehaus © J&#246;rg Rom" width="650" height="270" class="aligncenter size-medium wp-image-57958" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Werdau_Markt.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Werdau Markt © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Werdau_Markt-650x135.jpg" alt="Werdau Markt © J&#246;rg Rom" width="650" height="135" class="aligncenter size-medium wp-image-58073" /></a></p>
<p>Ich brauchte letztendlich sieben Jahre, um aus dieser Idee etwas Brauchbares zu machen. 2003 in der eng bebauten Leipziger Innenstadt schoss ich die ersten Fassadenserien mit einer Altkamera meines Vaters und einer Art abgeschw&#228;chtem Fisheye-Objektiv. Mit den entsprechenden Kr&#252;mmungen waren sowohl ich als auch mein damaliger PC &#252;berfordert. </p>
<p>Sieben fotografiearme Jahre sp&#228;ter hatte ich eine bessere Kamera, bessere Hardware und einige <a href="http://panoramastreetline.com/philosophy" target="_blank">K&#252;nstlerbeispiele</a> gesehen, die best&#228;tigten, dass solche fotografischen Fassadenaufrisse m&#246;glich sind. Zudem war mittlerweile die Idee entstanden, &#228;hnlich wie vergleichbare Panorama-Projekte, ein &#252;berregionales Archiv aus linearen Panoramen aufzubauen. </p>
<p>Also fing ich an, allerorts Fotoserien zu schie&#223;en und mit Freunden und weiteren Fotografen die Webseite zu entwickeln. Auf der <a href="http://panoramastreetline.com/worldmap" target="_blank">Weltkarte des Projektes</a> sind mittlerweile etwa 1000 dokumentierte Stra&#223;en markiert, w&#228;hrend lediglich etwa 90 fertiggestellte Stra&#223;enpanoramen existieren. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Madrid_GranVia_VictorLavilla.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Madrid Gran Via Victor Lavilla © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Madrid_GranVia_VictorLavilla-650x270.jpg" alt="Madrid Gran Via Victor Lavilla © J&#246;rg Rom" width="650" height="270" class="alignnone size-medium wp-image-58051" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Hamburg_NeuerWandrahm_Panorama.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Hamburg Neuer Wandrahm Panorama © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Hamburg_NeuerWandrahm_Panorama-650x270.jpg" alt="Hamburg Neuer Wandrahm Panorama © J&#246;rg Rom" width="650" height="270" class="alignnone size-medium wp-image-58074" /></a></p>
<p>Denn im Gegensatz zu klassischen Panoramen gibt es keine Softwarel&#246;sung, die die Bildserien automatisch zum gew&#252;nschten Ergebnis verarbeiten k&#246;nnte. Das macht die Bildbearbeitung gegen&#252;ber der Fotografie in unserem Fall zu einem sehr zeitintensiven Faktor.</p>
<p>Dennoch bleibt es entscheidend, die Fotografie gut durchdacht und z&#252;gig durchzuf&#252;hren. Logischerweise w&#252;rde ein langer Zeitraum w&#228;hrend der Dokumentation zu stark schwankenden Lichtverh&#228;ltnissen f&#252;hren. Daher ist es ratsam, bei Tagaufnahmen auf ein Stativ zu verzichten. </p>
<p>F&#252;r die gew&#228;hlten Stadtansichten bleibt es nat&#252;rlich wichtig, den geeigneten Fotografiezeitpunkt zu finden, man bleibt also wie immer von den Wetterbedingungen abh&#228;ngig. Komplett sonnenbestrahlte Fassaden oder Fr&#252;h- und Abendlicht machen sich da am besten. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Berlin_OranienburgerStrasse.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Berlin Oranienburge Stra&#223;e © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Berlin_OranienburgerStrasse-650x135.jpg" alt="Berlin Oranienburge Stra&#223;e © J&#246;rg Rom" width="650" height="135" class="aligncenter size-medium wp-image-58053" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Koeln_Frankenwerft.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="K&#246;ln Frankenwerft © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Koeln_Frankenwerft-650x135.jpg" alt="K&#246;ln Frankenwerft © J&#246;rg Rom" width="650" height="135" class="aligncenter size-medium wp-image-58054" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Breslau_Rynek.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Breslau Rynek © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Breslau_Rynek-650x135.jpg" alt="Breslau Rynek © J&#246;rg Rom" width="650" height="135" class="aligncenter size-medium wp-image-58057" /></a></p>
<p>Doch da der Fokus st&#228;rker auf der Architektur als auf der Lichtstimmung liegt, kann auch ein bew&#246;lkter Himmel funktionieren. Zudem wird das Resultat immer eine Montage und kein einzelnes Foto sein, also muss man sich auch nicht davor scheuen, den Himmel sp&#228;ter nachzubearbeiten. </p>
<p>Damit man abschlie&#223;end die einzelnen Geb&#228;ude und deren Linien auch passend zueinander montieren kann, ist es hilfreich, den Abstand zu den Fassaden und die Fotografieh&#246;he ann&#228;hernd gleich zu halten, sich also beispielsweise am Bordstein zu orientieren. Au&#223;erdem ist es ratsam, die komplette Front in einer Reihe aufrechter Einzelfotos aufzunehmen. </p>
<p>Aufgrund der fehlenden automatischen Montagel&#246;sung w&#228;re eine Bearbeitung mehrerer Reihen ein ziemliches Mammutprojekt. In unseren Beispielen wurden bisher maximal einzelne erh&#246;hte Geb&#228;ude aus zwei vertikalen Fotos zusammen gesetzt.</p>
<p>Soviel zur Theorie. In der Praxis zeigt sich erst vor Ort, ob eine Stra&#223;e tats&#228;chlich auf diese Weise fotografierbar ist. Entscheidend ist dabei die Dreidimensionalit&#228;t vor und hinter der Fassadenebene. Im Vordergrund st&#246;ren Autos, B&#228;ume, breite Stra&#223;enunterbrechungen, Stra&#223;enbahnen, Ampelverkehr, Stra&#223;enst&#228;nde und Tunneleinfahrten. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/A_Paris_RuedeRivoli_Panorama1.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Paris Rue de Rivoli Panorama1 © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/A_Paris_RuedeRivoli_Panorama1-650x270.jpg" alt="Paris Rue de Rivoli Panorama1 © J&#246;rg Rom" width="650" height="270" class="aligncenter size-medium wp-image-58059" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/A_Paris_RuedeRivoli_Panorama2.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Paris Rue de Rivoli Panorama2 © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/A_Paris_RuedeRivoli_Panorama2-650x270.jpg" alt="Paris Rue de Rivoli Panorama2 © J&#246;rg Rom" width="650" height="270" class="aligncenter size-medium wp-image-58062" /></a></p>
<p>In der Hintergrundebene k&#246;nnen nach hinten versetzte Dachaufbauten, Hochh&#228;user und B&#228;ume hinter flachen Geb&#228;uden die Bearbeitung erschweren oder eine Dokumentation gar unm&#246;glich machen. Andererseits lassen sich Vordergrundobjekte h&#228;ufig durch geschickt gew&#228;hlte Winkel in der sp&#228;teren Montage eliminieren. </p>
<p>Stra&#223;enschluchten k&#246;nnen, von einem mittigen Standpunkt aus fotografiert, als interessante Blickachse zur Kombination mehrerer H&#228;userbl&#246;cke dienen. Zudem erm&#246;glicht es die Montage sogar, Knicke in der Stra&#223;enfront oder Platzbebauungen so zu fotografieren, dass sie wie eine gerade Bebauung wirken. So wird ein Zusammenspiel der Architektur im Bild sichtbar, wie man es vor Ort mitunter nie h&#228;tte sehen k&#246;nnen.</p>
<p>Womit wir letztendlich bei der eigentlichen Montage landen, die im Kern aus den Schritten Geradestellen der Fotos, &#220;berblenden und Montieren sowie Endbearbeitung mit Himmels- und Vordergrundkorrektur besteht. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_London_CamdenTown_Image.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="London Camden Town © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_London_CamdenTown_Image-650x270.jpg" alt="London Camden Town © J&#246;rg Rom" width="650" height="270" class="aligncenter size-medium wp-image-58064" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Madrid_4Towers_VictorLavilla.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Madrid 4 Towers Victor Lavilla © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/B_Madrid_4Towers_VictorLavilla-650x270.jpg" alt="Madrid 4 Towers Victor Lavilla © J&#246;rg Rom" width="650" height="270" class="aligncenter size-medium wp-image-58066" /></a></p>
<p>Auch wenn die Theorie kurz klingt, die Bildbearbeitung kann je nach Komplexit&#228;t der dokumentierten Stra&#223;e das 20- bis 40-fache der Fotografiezeit betragen. Wer sich mit genannten Bearbeitungsschritten nicht auskennt, kann folgende Techniken recherchieren: </p>
<p>F&#252;r das Geradestellen von Fotos haben professionelle Bildbearbeitungsprogramme Perspektiv-, Dreh- und Schertools oder Plugins mit entsprechender Funktionalit&#228;t. Beim Montieren der Fotos miteinander sollte man sich mit der Ebenenbearbeitung auseinandersetzen und wie man mittels Ebenenmasken Bilder &#252;berblendet. </p>
<p>Au&#223;erdem helfen Hilfslinien bei der Orientierung der an den Geb&#228;uden vorhandenen Waagerechten und Senkrechten. F&#252;r die Nachbearbeitung helfen Kenntnisse im Wei&#223;abgleich, mit Histogramm-Kurven und mit Kontrasteinstellungen, f&#252;r die Bearbeitung des Himmels findet man bei einer kurzen Recherche sicher zahllose Tutorials. </p>
<p>Trotz aller Bildfrickelei kann auch die Montage spannend bleiben. So entdeckt man gelegentlich wiederkehrende Personen im selben Bild oder stellt fest, dass die vier Uhren am Stuttgarter Bahnhof in der Montage unterschiedliche Zeiten anzeigen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Berlin_LandsbergerAllee_Lichtenberg.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Berlin Landsberger Allee Lichtenberg © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Berlin_LandsbergerAllee_Lichtenberg-650x135.jpg" alt="Berlin Landsberger Allee Lichtenberg © J&#246;rg Rom" width="650" height="135" class="aligncenter size-medium wp-image-58071" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_London_NevilleTerrace.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="London Neville Terrace © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_London_NevilleTerrace-650x135.jpg" alt="London Neville Terrace © J&#246;rg Rom" width="650" height="135" class="aligncenter size-medium wp-image-58069" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Stuttgart_Bahnhof.jpg" rel="lightbox[57844]"><img title="Stuttgart Bahnhof © J&#246;rg Rom"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/C_Stuttgart_Bahnhof-650x135.jpg" alt="Stuttgart Bahnhof © J&#246;rg Rom" width="650" height="135" class="aligncenter size-medium wp-image-57955" /></a></p>
<p>Letztendlich soll der Aufwand aber nicht davor abschrecken, es mal zu versuchen. Die Erstellung einer solchen Ansicht gleicht f&#252;r sich einer kleinen Entdeckung, da man seine Stadt sicher nie zuvor so gesehen hat. Zudem sind wir als Projekt offen f&#252;r interessierte Fotografen, die lineare Stadtansichten <a href="http://panoramastreetline.com/contact" target="_blank">zu unserem Archiv beisteuern</a> wollen. </p>
<p><em>Eine fotografische Nische wird es sicher bleiben, einerseits wegen der beschriebenen Komplexit&#228;t, die eine Automatikl&#246;sung praktisch unm&#246;glich macht und zum anderen auch, weil sowohl Google als auch Microsoft ihre Stra&#223;enblickprojekte urspr&#252;nglich in linearer Technik umsetzen wollten, dies dann aber aus technischen Gr&#252;nden verwarfen.</em></p>
<p></p>
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		<title>Corviale</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 07:31:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Architekturfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Ben Mezoudj]]></category>
		<category><![CDATA[Corviale]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
		<category><![CDATA[Nuova Corviale]]></category>
		<category><![CDATA[Rom]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Ben Mezoudj</strong></p>In der Woche vor Ostern war ich f&#252;r eine Woche in Rom, um meine Schwester, die dort seit zehn Jahren mit ihrem Partner lebt, zu besuchen. Ausger&#252;stet mit einer handlichen, unauff&#228;lligen EOS-M, der recht neuen spiegellosen Kamera von Canon, hatte ich eigentlich nur vor, moderne Architektur, Museen und einige Galerien in Rom zu fotografieren. Nachdem [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Ben Mezoudj</strong></p><p><strong>In der Woche vor Ostern war ich f&#252;r eine Woche in Rom, um meine Schwester, die dort seit zehn Jahren mit ihrem Partner lebt, zu besuchen. Ausger&#252;stet mit einer handlichen, unauff&#228;lligen EOS-M, der recht neuen spiegellosen Kamera von Canon, hatte ich eigentlich nur vor, moderne Architektur, Museen und einige Galerien in Rom zu fotografieren.</strong></p>
<p>Nachdem ich am ersten Tag das <a href="http://www.fondazionemaxxi.it/" target="_blank">MAXXI</a> von Zaha Hadid fotografiert habe, standen am zweiten Tag das MACRO Museum und die Kirche <a href="http://www.mezoudj.com/white2/" target="_blank">Dio Padre Misericordioso</a> von Richard Meier auf dem Plan. </p>
<p>Abends erz&#228;hlte mir meine Schwester beim Essen von Corviale, eigentlich Nuova Corviale, einem gigantischen Wohnblock am Stadtrand von Rom. Corviale wurde von 1975 bis 1982 nach Pl&#228;nen des Architekten Mario Fiorentino im S&#252;dwesten Roms errichtet. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1996.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1996-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57944" /></a></p>
<p>Der Betonblock ist 958 Meter lang und gilt als das l&#228;ngste Hochhaus Europas. Es gilt vielen als der Inbegriff aller Verfehlungen moderner Architektur, als gescheitertes Experiment utopischer Stadtplanung. Ein Problem des Corviale ist seine isolierte Lage weit vor den Toren Roms. </p>
<p>Was den Stadtplanern als optimale Voraussetzung erschien, n&#228;mlich quasi auf der gr&#252;nen Wiese zu bauen, also auf einem historisch und st&#228;dtisch unvorbelasteten Gel&#228;nde, erwies sich f&#252;r die Bewohner eher als Nachteil: Wer hier wohnt, lebt in der Peripherie, am Rande des Geschehens und die vorhandene Infrastruktur bietet nur wenige Verbindungen ins Zentrum. </p>
<p>Aber nicht nur die ferne Metropole ist ein Problem, es erscheint auch fast unm&#246;glich, den Corviale auf eine sinnvolle Weise in das unmittelbare Umfeld zu integrieren. Einsam &#252;berragt der Betonklotz die Landschaft, ohne Bindung und Bezug zur Umgebung. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1950.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1950-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57920" /></a></p>
<p>Auf der einen Seite des Geb&#228;udes erstreckt sich ein un&#252;bersehbares Meer schnell hochgezogener Durchschnittsbauten, meist wesentlich kleiner dimensioniert, aber ohne klar erkennbare st&#228;dtische Struktur und wesentlich chaotischer als es die seinerzeit verp&#246;nten Altst&#228;dte jemals waren.</p>
<p>Corviale ist ein ber&#252;hmt ber&#252;chtigtes Wohnviertel und als recht gef&#228;hrlich verrufen. Illegale Wohnungen; Mieter, die keine Miete zahlen; Drogenhandel und ein Polizeipr&#228;sidium, das keinen wirklichen Schutz bietet, zeichnen Corviale, ironisch auch „Il Palazzo“ genannt, aus.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2004.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2004-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57922" /></a></p>
<p>Auf zehn Geschossen leben offiziell 6.000 Menschen, man kann aber eher von 9.000 bis 10.000 Bewohnern ausgehen. So ist die komplette 4. Etage illegal bewohnt, denn hier sollten eigentlich Gesch&#228;fte, Praxen und B&#252;ros angesiedelt werden. </p>
<p>Allerdings wurde diese schon vor der Fertigstellung Corviales durch die Mietpreisexplosion in der Innenstadt illegal besetzt. Bei den R&#246;mern hat dieser Bau die Spitznamen Il Serpente (die Schlange) und auch Il Mostro (das Monster). </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1965.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1965-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57923" /></a></p>
<p>Ganz fertiggestellt war der Corviale auch zum Zeitpunkt der offiziellen Er&#246;ffnung 1982 nicht und bis heute finden sich hier und da noch vorl&#228;ufige und improvisierte L&#246;sungen, w&#228;hrend an anderen Stellen schon der Zahn der Zeit nagt. </p>
<p>Der Komplex blieb in den folgenden Jahren weitgehend sich selbst &#252;berlassen, mit der fast zwangsl&#228;ufigen Konsequenz, dass sich eine Grauzone aus Schatten&#246;konomien, Illegalit&#228;t und Rechtlosigkeit entwickelte. </p>
<p>In den italienischen Medien tauchte der Corviale fast nur noch im Zusammenhang mit organisierter Kriminalit&#228;t, Drogenhandel und Prostitution auf und es geh&#246;rt zum Standardrepertoire populistischer Kommunalpolitiker, die Umsiedlung der Bewohner und die Sprengung des gesamten Komplexes zu fordern.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1990.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1990-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57924" /></a></p>
<p>Wir sind also noch am gleichen Abend dahin gefahren. Allerdings war es meiner Schwester zu riskant und sie riet mir davon ab, dort abends mit der Kamera herumzulaufen. Sie kennt eine Bewohnerin in Corviale und hat mir viel Erstaunliches erz&#228;hlen k&#246;nnen.</p>
<p>Am n&#228;chsten Tag sind wir vormittags hingefahren. Ausger&#252;stet mit einem 18-55 mm Objektiv und einem kleinen Blitz habe ich versucht, Corviale zu erfassen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2012.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2012-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57936" /></a></p>
<p>Und obwohl die Umgebung nicht einladend war, haben wir uns entschlossen, den Bau auch von innen zu erkunden. Da meine Schwester perfekt R&#246;misch spricht, war es auch einfach, die Bewohner anzusprechen. </p>
<p>Es war etwa Mittagszeit und nur wenige Menschen waren anzutreffen. Zun&#228;chst haben wir sie angesprochen und gefragt, ob sie dort wohnen. Dann hat meine Schwester sie h&#246;flich gefragt, ob ich sie fotografieren darf. Die meisten waren aufgeschlossen und neugierig, eine Frau kam auf uns zu und wollte wissen, ob in Corviale nun was passiert. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2011.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2011-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57925" /></a></p>
<p>Wir erkl&#228;rten ihr, dass wir Fotos &#252;ber Architektur am Rande Roms machen. In dieser unheimlichen Kulisse zeigten die Bewohner dennoch Stolz und W&#252;rde, auch wenn die Perspektiven in Corviale nicht wirklich aussichtsreich sind. Ein paar j&#252;ngere M&#228;nner hatten allerdings gar kein Interesse an Fotos, da sie wohl gerade von einem Dealer kamen. </p>
<p>Mir hat besonders gefallen, wie einige Bewohner mit Pflanzen vor der Wohnung etwas Farbe in diesen Block brachten und so etwas Natur ins Haus holen. Dazu muss ich sagen, dass ich in den letzten Monaten viele Landschaftsfotos gemacht habe. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1976.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1976-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57940" /></a></p>
<p>Typisch f&#252;r meine Fotos ist, dass sie (fast) nie Menschen zeigen. Hier war es anders, ich habe es als erforderlich empfunden, auch die dort lebenden Menschen zu zeigen.</p>
<p>Ich habe erst nach meiner R&#252;ckkehr mehr &#252;ber Corviale gelesen und recherchiert. Mir ist dabei aufgefallen, dass es nicht wirklich viele gute Fotos aus dessen Innenleben gibt. Ich glaube, dass Corviale keine 50 Jahre mehr existieren wird. Sicher ist es ein L&#246;sungsansatz, in gro&#223;en Geb&#228;uden wie Corviale viele Menschen unterzubringen. Aber f&#252;r die Bewohner ist Corviale ein Stigma.</p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2006.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2006-339x508.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="300" height="450" class="alignleft size-thumbnail wp-image-57927" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2009.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_2009-339x508.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="300" height="450" class="alignnone size-thumbnail wp-image-57929" /></a></div>
<p>Wer in Corviale lebt, ist am Rande der Gesellschaft. Als Sohn eines Einwanderers kann ich das gut nachvollziehen und halte Ghettobildung f&#252;r fatal. Integration findet dort nicht statt. Darum war es mir ein gro&#223;es Bed&#252;rfnis, an diesem Beispiel zu zeigen, wie brutal diese Architektur am Rande der Stadt ist.</p>
<p>Die Bildbeschreibungen auf meiner <a href="http://www.mezoudj.com" target="_blank">Webseite</a> sind sicher nicht objektiv. Aus meiner Sicht gibt es auch keine Objektivit&#228;t in der Fotografie. Schon die Wahl eines Bildausschnittes ist subjektiv und niemals ist ein Foto die Abbild der Realit&#228;t, sondern nur ein Blick auf eine bestimmte subjektive Wirklichkeit. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1945.jpg" rel="lightbox[57850]"><img title="Corviale © Ben Mezoudj"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/IMG_1945-650x433.jpg" alt="Corviale © Ben Mezoudj" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57941" /></a></p>
<p>  Mein Lieblingszitat, das ich auch als Motto auf meiner <a href="http://www.facebook.com/postedit" target="_blank">Facebook-Seite</a> gepostet habe, stammt von Werner Heisenberg (dt. Physiker, Nobelpreis 1932): </p>
<blockquote><p>Die Wirklichkeit, von der wir sprechen k&#246;nnen, ist nie die Wirklichkeit an sich, sondern eine von uns gestaltete Wirklichkeit.</p></blockquote>
<p></p>
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		<title>Das Schloss Château Lumière</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 06:46:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Daniel Schmitt</strong></p>Das Château Lumière ist ein besonderer und faszinierender Lost Place und dem einen oder anderen in der Urbex-Szene wird dieses kleine Schloss sicherlich bekannt vorkommen, denn besonderes in den letzten sechs Monaten erlangte es gr&#246;&#223;ere Bekanntheit. Château Lumière steht unscheinbar inmitten eines kleinen Dorfes irgendwo in Frankreich. Den genauen Standort kann ich leider nicht verraten, [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Daniel Schmitt</strong></p><p><strong>Das Château Lumière ist ein besonderer und faszinierender <a title="Link zum Artikel „Die Faszination der Lost Places“" href="http://kwerfeldein.de/2011/09/15/die-faszination-der-lost-places/">Lost Place</a> und dem einen oder anderen in der Urbex-Szene wird dieses kleine Schloss sicherlich bekannt vorkommen, denn besonderes in den letzten sechs Monaten erlangte es gr&#246;&#223;ere Bekanntheit.</strong></p>
<p>Château Lumière steht unscheinbar inmitten eines kleinen Dorfes irgendwo in Frankreich. Den genauen Standort kann ich leider nicht verraten, denn zu oft hat in der Vergangenheit das Publizieren von Locations diese innerhalb kurzer Zeit zerst&#246;rt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-1-von-12.jpg" rel="lightbox[55386]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55390" title="Lumiere © Daniel Schmitt" alt="Lumiere © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-1-von-12-650x433.jpg" width="650" height="433" /></a></p>
<p>Als wir zur Mittagszeit nach einer gut dreist&#252;ndigen Fahrt ankamen, herrschte starker Nebel und der Regen hatte sich gerade eine kurze Pause geg&#246;nnt. Es war noch so kalt, dass hier und da etwas Schnee vorzufinden war &#8211; also selbst das Wetter sorgte f&#252;r eine spannende und passende Atmosph&#228;re.</p>
<p>Nach einiger Zeit der Suche stellten wir fest, dass der Zugang von hinten &#252;ber einen angrenzenden Wald, der einen ziemlich steilen Hang mit einschlie&#223;t, gelingen m&#252;sste.</p>
<p>Diesen mussten wir m&#246;glichst unbeschadet bezwingen und das inzwischen wieder bei Regen, N&#228;sse und massig nassem Laub. Nicht gerade einfach &#8211; aber genau das macht den Kick von Urban Exploration aus.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-3-von-12.jpg" rel="lightbox[55386]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55391" title="Lumiere (3 von 12)" alt="Lumiere © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-3-von-12-650x434.jpg" width="650" height="434" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-9-von-12.jpg" rel="lightbox[55386]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55396" title="Lumiere © Daniel Schmitt" alt="Lumiere © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-9-von-12-650x434.jpg" width="650" height="434" /></a></p>
<p>Es ist manchmal nicht ungef&#228;hrlich; jeder muss f&#252;r sich selbst entscheiden, wie weit er gehen m&#246;chte und bis wohin er sich selbst noch sicher f&#252;hlt. Oft ist es ein Nervenkitzel aus der Kombination von Spannung und auch Gefahr.</p>
<p>Am Schloss angekommen, erwartete uns ein v&#246;llig verwilderter Garten mit sp&#228;rlich zu erkennenden Trampelpfaden, die andere Fotografen und Entdecker hinterlassen haben. Der erste Weg f&#252;hrte uns so an die Hintert&#252;r, diese war aber verschlossen.</p>
<p>Doch dann &#8211; man mag es kaum glauben &#8211; die Haupteingangst&#252;r auf der Vorderseite des Schlosses stand einfach offen und so konnten wir ohne weitere Probleme das Schloss betreten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-10-von-12.jpg" rel="lightbox[55386]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55392" title="Lumiere © Daniel Schmitt" alt="Lumiere © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-10-von-12-650x650.jpg" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Das Schloss beeindruckt im Inneren durch tolle R&#228;umlichkeiten, allein der lichtdurchflutete Flur ist schon ein Highlight: Aufw&#228;ndige Verzierungen, durchaus noch vorhandene Einrichtung, eine spannende Lichtsituation und der fehlende Vandalismus (und das obwohl die T&#252;r offen steht) &#8211; das alles macht die Location zu einem der besten Lost Places, die ich dieses Jahr besucht habe und rechtfertigte die l&#228;ngere Anfahrt voll und ganz.</p>
<p>Nun noch kurz etwas zur Geschichte: Laut mehr oder weniger verl&#228;sslichen Quellen wurde das Schloss in den 1930er Jahren von einer wohlhabenden Familie, die im Tabakanbau t&#228;tig war, erbaut.</p>
<p>Diese lebte bis in die 1970er Jahre in eben diesem Schloss, danach war es bis zur Schlie&#223;ung in st&#228;dtischem Besitz. Unter anderem soll es angeblich f&#252;r einige Zeit als Bibliothek genutzt worden sein, was ich jedoch f&#252;r fragw&#252;rdig halte, denn nichts oder nur wenig des aktuellen Erscheinungsbildes spricht f&#252;r die Nutzung als Bibliothek.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-8-von-12.jpg" rel="lightbox[55386]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55400" title="Lumiere © Daniel Schmitt" alt="Lumiere © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-8-von-12-650x430.jpg" width="650" height="430" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-11-von-12.jpg" rel="lightbox[55386]"><img class="alignnone size-medium wp-image-55393" title="Lumiere (11 von 12)" alt="Lumiere (11 von 12)" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Lumiere-11-von-12-650x433.jpg" width="650" height="433" /></a></p>
<p><em>Das Schloss steht wohl seit Ende der 1980er Jahre leer und wartet nun bisher vergeblich auf eine erneute Nutzung, was &#8211; wie immer &#8211; sehr schade ist. </em></p>
<p></p>
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		<title>Cityscapes</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Nov 2012 07:42:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Rainer Mirau</strong></p>Als Gegengewicht zu meiner T&#228;tigkeit als Landschaftsfotograf bereise ich mehrmals im Jahr Gro&#223;st&#228;dte, um auf Motivjagd zu gehen. Architekturfotografie hat &#252;berraschend viele Parallelen zur Landschaftsfotografie. Es dreht sich ebenso alles um die Lichtverh&#228;ltnisse und die Bildkomposition. Der gr&#246;&#223;te Unterschied ist das Kunstlicht, was die D&#228;mmerung zur idealen Zeit f&#252;r St&#228;dtebilder macht. Planung und Umsetzung von [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Rainer Mirau</strong></p><p><strong>Als Gegengewicht zu meiner T&#228;tigkeit als Landschaftsfotograf bereise ich mehrmals im Jahr Gro&#223;st&#228;dte, um auf Motivjagd zu gehen. Architekturfotografie hat &#252;berraschend viele Parallelen zur Landschaftsfotografie. Es dreht sich ebenso alles um die Lichtverh&#228;ltnisse und die Bildkomposition. Der gr&#246;&#223;te Unterschied ist das Kunstlicht, was die D&#228;mmerung zur idealen Zeit f&#252;r St&#228;dtebilder macht.</strong></p>
<p><strong>Planung und Umsetzung von Motiven</strong></p>
<p>Das wundervolle an meinem Beruf ist die Freiheit, meine Reiseziele selbst definieren zu k&#246;nnen. Nicht nur einmal sah ich in einer Werbung oder auf einer Webseite ein Foto, welches mich so faszinierte, dass ich kurz darauf diesen Ort besuchen musste. St&#228;dte wie Paris, Rom oder Berlin sind voll von herausragender Architektur und die F&#252;lle von Motiven lassen mich immer wieder in diese Metropolen zur&#252;ckkehren.</p>
<p>Es muss aber nicht immer ein mehrt&#228;giger Trip sein. Auf dem Weg von Wien nach Norwegen zum Beispiel liegt Prag, Dresden, Hamburg und Kopenhagen. So nutze ich die Abend- und Morgend&#228;mmerung, um das eine oder andere Bild zu knipsen, ohne mich in Unkosten durch Flug und Hotel zu st&#252;rzen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20060801-088.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43512" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20060801-088-650x496.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="496" /></a><br />
Sternwarte Urania am Donaukanal, Wien.</p>
<p>Ich lebe nur eine halbe Stunde von der &#246;sterreichischen Metropole entfernt. So kann ich jederzeit meinen Durst nach Architekturfotografie stillen.</p>
<p>Wenn ich eine Stadt mit dem Fokus Fotografie bereise, sind es meistens drei oder vier N&#228;chte, die ich vor Ort verbringe. Nachdem ich mittels Recherche bei Bildagenturen oder lokalen Fotografen die geplanten Motive in den Stadtplan eingezeichnet habe, suche ich mir ein Hotel mit m&#246;glichst optimaler Lage. Die Entscheidung, welches Motiv ich wann umsetzte, treffe ich immer erst spontan je nach Witterungsbedingungen.</p>
<p>Die Ausrichtung des Motivs ist entscheidend. Sind ein paar Wolken am Himmel, kann Gegenlicht f&#252;r einzigartige Stimmungen sorgen. Ist es strahlendblau, w&#228;hle ich Motive quer zur Sonne. Ist es bedeckt, bleibt nur die Blaue Stunde als nutzbare Zeit.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20120417-101.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43513" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20120417-101-650x595.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="595" /></a></p>
<p>Das gr&#246;&#223;te Stahlwerk &#214;sterreichs steht nie still. Gespenstisch war die Stille zum Zeitpunkt der Aufnahme. Echte Nachtaufnahmen mache ich sehr selten, mir sind die Kontraste zu hoch und ich bin kein Fan von HDR-Software. Dieses Bild wurde aus drei Einzelbelichtungen manuell in Photoshop &#252;berblendet. Arbeit, die ich mir gern spare.</p>
<p><strong>Technischer und inhaltlicher Anspruch</strong></p>
<p>Licht ist wie in jedem Bereich der Fotografie der wichtigste Faktor, ein Bild als herausragend zu markieren. Ich bin bez&#252;glich der Qualit&#228;t des Lichts zu keinen Kompromissen bereit und packe die Kamera nur aus, wenn ich &#252;berzeugt bin, dass es sich lohnt.</p>
<p>Anspruchsvoll zu sein ist anstrengend, zumal ich nicht wie &#252;bliche Touristen gem&#252;tlich nach dem Fr&#252;hst&#252;ck losziehe. Vor der Morgend&#228;mmerung geht es los, im Fr&#252;hsommer l&#228;utet der Wecker nicht lange nach vier und am Abend komme ich selten vor halb elf ins Hotel zur&#252;ck.</p>
<p>Mit &#252;ber zehn Kilogramm Ausr&#252;stung mehrere Tage hintereinander viele Kilometer auf Asphalt zu marschieren, ist auch nicht zu untersch&#228;tzen. In Zeiten, in denen jeder Zweite mit einer Spiegelreflexkamera durch die Gegend l&#228;uft und t&#228;glich Milliarden neuer Bilder entstehen, muss man sich die Latte hoch anlegen, um Erfolg zu haben.</p>
<p>Anders gesagt: Die Bilder m&#252;ssen besonders gut sein, um sich von der Masse abzuheben. Es folgen f&#252;nf Tipps zur Bildgestaltung.</p>
<p><strong>1. Getrennte Linien</strong></p>
<p>Was haben ann&#228;hernd alle guten Bilder gemeinsam? Ich behaupte, einen einfachen und starken Bildaufbau. Es hei&#223;t nicht umsonst „Gro&#223;stadtdschungel“. Ordnung in die Komposition zu bringen, ist die Herausforderung, die es in der St&#228;dtefotografie anzunehmen gilt. In meinen Bildern versuche ich, dem Betrachter einen Weg vorzugeben, dem sein Auge folgen kann.</p>
<p>Wenn zu viel Information im Bild ist, erschwere ich es dem Betrachter, diesem Weg zu folgen. Deshalb ist ein klarer Bildaufbau von gr&#246;&#223;ter Bedeutung. Linien und Fl&#228;chen, die dominanten Formen in der Architekturfotografie, lassen sich am deutlichsten abbilden, wenn darauf geachtet wird, dass sie sich nur an geeigneten Stellen ber&#252;hren. Je weniger Ber&#252;hrungen, desto klarer die Bildsprache.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20100214-012.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43514" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20100214-012-650x369.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="369" /></a></p>
<p>Olympia Hafen von Barcelona in der Morgend&#228;mmerung. Es war mir wichtig, dass sich die Palmen und Wolkenkratzer nur wenig „ber&#252;hren“, um die Bildsprache so klar wie m&#246;glich zu halten.</p>
<p><strong>2. Blaue Stunde &#8211; Mischlicht ist nicht gleich Mischlicht</strong></p>
<p>Die viel zitierte Blaue Stunde ist leider in den seltensten F&#228;llen eine Stunde. In Abh&#228;ngigkeit vom Breitengrad und der Jahreszeit bewegt sich die Sonne in einem steilen oder flachen Winkel zum Horizont. Je flacher der Winkel, desto l&#228;nger die D&#228;mmerung und desto l&#228;nger die Blaue Stunde.</p>
<p>Zwei Extreme als Beispiel: In Stockholm Anfang Juli sehen Abend- und Morgend&#228;mmerung nahtlos ineinander &#252;ber. Drei Stunden Mischlicht sind das Ergebnis. In Singapur nahe dem &#196;quator f&#228;llt die Sonne wie ein Stein vom Himmel, kaum zehn Minuten gutes Licht erm&#246;glichen nur ein paar Aufnahmen pro Tag.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20110310-170.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43515" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20110310-170-650x418.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="418" /></a></p>
<p>Mischlicht geht immer! Auch ein grauer Tag ohne spektakul&#228;re Lichtverh&#228;ltnisse endet mit ein paar Minuten gutem Licht.</p>
<p>Das Licht hat nach Sonnenuntergang bei heraufziehender Nacht &#228;hnliche Qualit&#228;tskriterien wie bei Sonnenschein. Quer zur Sonne l&#228;sst sich der Himmel mit einem Polfilter abdunkeln, auch nachdem die Sonne verschwunden ist.</p>
<p>Diese Tatsache nutze ich gern, um das magische, blaue Licht schon fr&#252;her zu nutzen. Gegenlicht ist denkbar ungeeignet, da die Geb&#228;udefronten kein Tageslicht mehr abbekommen, auch wenn der Himmel noch hell genug w&#228;re. Zu hohe Kontraste sind die Folge.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20100311-772.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43529" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20100311-772-650x463.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="463" /></a></p>
<p>Dank des Polfilters konnte ich den Himmel so weit abdunkeln, dass eine Mischlicht-Aufnahme schon kurz vor der D&#228;mmerung m&#246;glich war.</p>
<p><strong>3. Lange Brennweite</strong></p>
<p>Ein Teleobjektiv erm&#246;glicht uns zwei Gestaltungstricks: Das Freistellen (Isolieren) von Details und das Verdichten der Perspektive. Bei Brennweiten ab 100mm und besonders auff&#228;llig &#252;ber 200mm erscheint ein Motiv mit Tiefe f&#252;r das menschliche Auge komprimiert oder verdichtet.</p>
<p>Wir Menschen sehen immer mit derselben Brennweite, deswegen sind Aufnahmen mit Weitwinkel- oder Teleobjektiven auch besonders dynamisch. Vielleicht verw&#246;hnt uns die Evolution in den n&#228;chsten tausend Jahren mit zoom-f&#228;higen Augen, bis dahin erfreuen wir uns an spannenden Bildern mit langen Brennweiten als etwas Au&#223;ergew&#246;hnliches.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20120219-002h.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43583" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20120219-002h-650x806.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="806" /></a></p>
<p>Details wie Muster isoliere ich mit einer langen Brennweite. Immer wieder halte ich auf der Motivsuche inne und versuche, bewusst interessante Details zu finden, da sie allzu leicht &#252;bersehen werden.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20120605-130.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43584" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20120605-130-650x384.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="384" /></a></p>
<p>Westminster Palace aus 1,5 km Entfernung mit 300mm fotografiert. Die lange Brennweite l&#228;sst die hintereinander angereihten Bildelemente B&#228;ume, Br&#252;cke, Riesenrad und Palace optisch zusammenr&#252;cken.</p>
<p><strong>4. Rahmen</strong></p>
<p>Ein gut gew&#228;hlter Rahmen kann die inhaltliche Qualit&#228;t eines Bildes erh&#246;hen. Meistens erf&#252;llt der Rahmen die Funktion des Vordergrunds, gleichzeitig gibt er dem Bild Tiefe und eine Dimension. Das Resultat ist ein weit dynamischer anmutendes Bild, als es ohne Rahmen w&#228;re.</p>
<p>Nach der Regel der getrennten Linien eignet sich alles M&#246;gliche als Rahmen, ob B&#228;ume, Wolken, ein Tor, S&#228;ulen oder eine Br&#252;cke. Ich nutze nicht nur jede Gelegenheit, ein Motiv durch Rahmung zu optimieren, ich halte aktiv danach Ausschau.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20110203-340.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43585" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20110203-340-650x331.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="331" /></a></p>
<p>Die Stadt der Wissenschaft und K&#252;nste im spanischen Valencia ist eine perfekte Kulisse, um moderne Architektur zu fotografieren. Flache Wasserbecken zw&#228;ngen einem bei Windstille Spiegelungen geradezu auf. Die Br&#252;cke setzte ich in diesem Beispiel als Rahmen ein.</p>
<p><strong>5. Bewegte Bildinhalte</strong></p>
<p>Selbstleuchtende und bewegte Bildteile sind ideal, um sie als Teil der Komposition zu verwenden. Autos und Z&#252;ge erf&#252;llen das in jeder Hinsicht, nicht zu vergessen Schiffe. Beim Fotografieren im Mischlicht ergibt sich ein Zeitfenster, in dem die Scheinwerfer von Autos oder Z&#252;gen die optimale Helligkeit haben.</p>
<p>Da sie &#228;hnlich hell wie Laternen oder beleuchtete Fenster sind, ergeben sich daraus keine speziellen Anforderungen an die Belichtung. Die Dauer der Belichtung ist ausschlaggebend f&#252;r das Endergebnis. Experimentiert mit Belichtungszeiten von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten!</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20100403-050.jpg" rel="lightbox[43511]"><img class="alignnone size-medium wp-image-43586" title="Cityscapes" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/20100403-050-650x475.jpg" alt="Cityscapes" width="650" height="475" /></a></p>
<p>Eines der meistfotografierten Motive in Venedig. Was soll&#8217;s?! Ich will es mit eigenen Augen sehen und die Erinnerung mit nach Hause nehmen. Tendenziell versuche ich, stark besuchte Sehensw&#252;rdigkeiten in der Morgend&#228;mmerung zu fotografieren. In diesem Fall unm&#246;glich, da weder die Kirche im Hintergrund beleuchtet gewesen w&#228;re, noch h&#228;tte ich die Boote einbauen k&#246;nnen.</p>
<p>Der Kamerastandpunkt liegt auf einer h&#246;lzernen Br&#252;cke, die den Canal Grande &#252;berspannt. Da die Br&#252;cke mit jedem Fu&#223;g&#228;nger leicht schwankte, bestand die Herausforderung darin, einen Moment ohne Fu&#223;g&#228;nger abzuwarten. Kein leichtes Unterfangen in der Stadt mit den meisten Touristen weltweit! Ich positionierte mich direkt &#252;ber einem Pfeiler, um die Vibrationen zu minimieren und schaffte es tats&#228;chlich, ein scharfes Bild zu produzieren.</p>
<p>Weit mehr Tipps und Tricks f&#252;r spannende Bildkompositionen findet Ihr in meinem eBook <a title="Link zum eBook " href="http://www.silent-moment.com/prints/ebook_cityscapes.htm" target="_blank">CITYSCAPES</a> zu diesem Thema.</p>
<p></p>
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		<title>Prag</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Nov 2012 06:00:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[architektur]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Philipp Götze</strong></p>Am liebsten fotografiere ich Architektur in jeglicher Form. Und so kam es, dass ich das Foto einer Treppe sah, die sich geformt wie eine Gl&#252;hlampe nach oben schraubte. Das wollte ich auch. Die Recherche nach dem Fundort ergab, dass sie sich in Prag befindet. Fortan suchte ich nach weiteren Fotozielen in Prag und fand eine [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Philipp Götze</strong></p><p><strong>Am liebsten fotografiere ich Architektur in jeglicher Form. Und so kam es, dass ich das Foto einer Treppe sah, die sich geformt wie eine Gl&#252;hlampe nach oben schraubte. Das wollte ich auch. Die Recherche nach dem Fundort ergab, dass sie sich in Prag befindet. Fortan suchte ich nach weiteren Fotozielen in Prag und fand eine ganze Menge. Futuristische Fahrstuhlsch&#228;chte, schwedische Treppen und tanzende H&#228;user. Schnell wurde klar: Da muss ich hin!</strong></p>
<p><strong>Der Plan</strong></p>
<p>Zuerst machte ich mich per Flickr und Google auf Locationsuche. In Ermangelung eines internetf&#228;higen Telefons musste ich tats&#228;chlich auf einen Oldschool-Stadtplan zur&#252;ckgreifen, in dem ich erst einmal jedes in Frage kommende Motiv verzeichnete. Da man als Sch&#252;ler praktisch immer knapp bei Kasse ist, hielt ich drei Tage mit &#220;bernachtung im g&#252;nstigen A&#038;O-Hotel f&#252;r angemessen. </p>
<p>Au&#223;erdem wollte ich die meiste Zeit unterwegs in der Stadt sein, es w&#252;rde also relativ egal sein, wo ich n&#228;chtigte. Um einmal vorzugreifen: Tats&#228;chlich reichten die drei Tage perfekt aus. F&#252;r die Hin- und R&#252;ckfahrt buchte ich den sehr praktischen Bus, der jeden Tag f&#252;r nur 16 Euro vom Dresdener Hauptbahnhof nach Prag f&#228;hrt.</p>
<p>Auch um die Fotos machte ich mir im Vorfeld erste Gedanken, um bereits beim Fotografieren auf das Endergebnis hinarbeiten zu k&#246;nnen. Es sollte also haupts&#228;chlich um interessante Architektur gehen. Diese wollte ich relativ schlicht und <em>clean</em>, mit m&#246;glichst wenigen st&#246;renden Elementen und ohne st&#252;rzende Linien darstellen.</p>
<p>Weitere &#220;berlegungen betrafen die mitzuf&#252;hrende Fototechnik. Ich nahm mit: Die Canon EOS 550D. Allen mir innewohnenden Vollformat-Tr&#228;umen zum Trotz leistet sie doch durchaus gute Dienste. Dazu ein 10 &#8211; 20 mm Weitwinkelobjektiv von Sigma f&#252;r die Acrhitekturaufnahmen. </p>
<p>Das ist zwar nicht das sch&#228;rfste Objektiv, das man haben kann, aber ich bekam es einst g&#252;nstig und fokussiert man manuell, sollten die Sch&#228;rfeprobleme zu minimieren sein. Als Stativ kam ein handliches Cullman Nanomax 260 zum Einsatz. Au&#223;erdem packte ich einen Graufilter der St&#228;rke ND1000 der Firma Haida ein.</p>
<p>Und dann ging es Ende Juli 2012 zusammen mit meiner Freundin auf nach Prag.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/Bearbeitet-4.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/Bearbeitet-4-650x433.jpg" alt="" title="Treppe aufw&#228;rts " width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-48448" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/Bl2dM" title="Link zum Ort der Aufnahme auf Google Maps" target="_blank">Ort der Aufnahme</a></p>
<p><strong>Die Reise – Tag 1</strong></p>
<p>7 Uhr, der Bus mit der Aufschrift „Dresden &#8211; Prag“ setzte sich in Bewegung, verlie&#223; die Stadt, dann das Land. Tschechien begr&#252;&#223;te uns mit Nebelschwaden &#252;ber der Elbe, alle z&#252;ckten ihre iPhones. Mehrmals w&#228;re ich am liebsten ausgestiegen, um die Landschaft zu fotografieren. Aber viel lieber wollte ich jetzt Prag sehen. </p>
<p>Die Fahrt dauert auch gar nicht lang, sodass wir nach etwas &#252;ber einer Stunde auch schon ankamen. Der Bahnhof Holešovice sah zun&#228;chst nicht allzu vielversprechend aus, was die Sch&#246;nheit Prags betrifft, doch f&#252;hrte uns die U-Bahn ganz schnell in attraktivere Gebiete der Stadt. &#220;ber den Wenzelsplatz ging es in die Staré M&#283;sto, die Altstadt. </p>
<p>Wir verbrachten eine Weile in der U-Bahn-Station Starom&#283stská und warteten auf einen Moment, in dem keine Menschen vorbeilaufen w&#252;rden. Ein gesch&#228;ftiger Ort ist es allemal, aber es gelang mir, in dem kurzen Zeitfenster den Ausl&#246;ser zu dr&#252;cken und vier Sekunden zu belichten. </p>
<p>In der Nachbearbeitung hellte ich auf, entfernte st&#246;rende Elemente und spiegelte das Bild in der Mitte, um die perfekte Symmetrie zu erreichen. Au&#223;erdem zog ich die F&#228;rbung der Lichter ein wenig ins Blaue.   </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/staro.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/staro-650x433.jpg" alt="" title="staro" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-48046" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/EXFft  " title="Link zu Google Maps" target="_blank">Ort der Aufnahme</a>  </p>
<p>Das Einchecken im Hotel war erst sp&#228;ter m&#246;glich, also besuchten wir noch ein Fotoziel, auf das ich mich sehr freute &#8211; den Turm des Altst&#228;dter Rathauses. F&#252;r 20 Kronen ging es nach oben zur h&#252;bschen Aussicht, doch noch besser fand ich das Innere des Turms, in dem sich ein verr&#252;ckter Fahrstuhlschacht befindet. Das Ding ist halt schief gebaut, was sich auch auf dem Foto widerspiegelt, dennoch wirkt es ziemlich gut. </p>
<p>An dem Foto verfremdete ich im Nachhinein nicht viel, um den historischen Charakter der Gem&#228;uer im Gegensatz zum modernen Fahrstuhl zu erhalten. Lustig &#252;brigens, wie viele Leute pl&#246;tzlich auch fotografieren, sobald man dort mit Stativ rumsteht und die richtige Perspektive sucht. </p>
<p>Auf dem Turm herrschte ein ziemliches Gedr&#228;nge, sch&#246;n war es trotzdem. Diese Aussicht w&#252;rde mich mal im Winter reizen, mit Schnee auf den D&#228;chern und rauchenden Schornsteinen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/view.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/view-650x433.jpg" alt="" title="view" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-48048" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/UxWxs" title="Link zum Ort der Aufnahme bei Google Maps" target="_blank">Ort der Aufnahme</a> </p>
<p>Angekommen im Bezirk Střížkov suchten wir erst einmal zwei Stunden lang unser Hotel. Ein blauer Plattenbau, auf dem der Schriftzug „A&#038;O-Hotel“ prangen sollte. Schlecht nur, dass alle anderen Geb&#228;ude auch Plattenbauten und oftmals sogar blau waren. </p>
<p>Noch dazu kam unser Mangel an mobilem Internet und auch die Einwohner hatten leider keine Ahnung, wo das Teil steht. Auf dem Stadtplan war Střížkov nicht mehr verzeichnet. </p>
<p>Wir sponnen Verschw&#246;rungstheorien, man h&#228;tte uns abgezockt, wir m&#252;ssten im Bahnhof schlafen und so weiter, als es schlie&#223;lich &#8211; nach aller verlorenen Hoffnung &#8211; doch noch vor uns auftauchte. </p>
<p>Eigentlich wollten wir l&#228;ngst wieder im Stadtzentrum sein, um die blaue Stunde aufzunehmen, doch die verging zu dem Zeitpunkt schon. Also checkten wir ein und gingen schlafen, um am n&#228;chsten Morgen zu schauen, was Prag im Sonnenaufgang so zu bieten hat. </p>
<p><strong>Tag 2</strong></p>
<p>4 Uhr, der Wecker klingelte. Ja, um 4 Uhr. Aber wir waren ja nicht zum Entspannen hier oder was man sonst so im Urlaub macht. An die Moldau sollte es gehen, auf die allseits bekannte Karlsbr&#252;cke. </p>
<p>Die war &#252;berraschend bev&#246;lkert von anderen Fotografen, Betrunkenen und zwei amerikanischen Jungs, die uns ihre Deutschkenntnisse vorf&#252;hrten. Nur der erhoffte Nebel blieb aus. Immerhin kam es noch zu diesem silhouettenhaften Foto der Altst&#228;dter Turmlandschaft.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/turm.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/turm-650x365.jpg" alt="" title="turm" width="650" height="365" class="alignnone size-medium wp-image-48049" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/h2WrH" title="Link zum Ort der Aufnahme bei Google Maps " target="_blank">Ort der Aufnahme</a></p>
<p>Danach ging es im besten Morgenlicht zum n&#228;chsten gro&#223;en Ziel – dem Dancing House. Erbaut nach Pl&#228;nen von Frank Gehry und Vlado Miluni&#263; steht es irgendwie unpassend und doch &#228;sthetisch zwischen den Altbauten. Ich bediente mich eines Graufilters, um den regen Verkehr auf der Stra&#223;e unsichtbar zu machen. </p>
<p>Das gelang nicht v&#246;llig, aber ich mag die leichten Spuren, die &#252;brig blieben. Ansonsten hellte ich auch hier auf und entfernte die doch sehr st&#246;rend wirkenden Bahnleitungen. Vor allem hatte ich einfach nur Gl&#252;ck mit dem Licht.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/dance.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/dance-650x758.jpg" alt="" title="dance" width="650" height="758" class="alignnone size-medium wp-image-48050" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/c3yaV" title="Link zum Ort der Aufnahme bei Google Maps " target="_blank">Ort der Aufnahme</a> </p>
<p>Nach dem Fr&#252;hst&#252;ck (und dem Mittagsschlaf) ging es endlich zur Gl&#252;hlampen-Treppe im „Haus zur Schwarzen Madonna“. Ein Geb&#228;ude im kubistischen Stil, mit einem Museum, einem Cafe, in dem einst Kafka gastierte und nat&#252;rlich dieser originell geformten Treppe. Ein tolles Teil. Von unten &#252;brigens wesentlich besser zu fotografieren als von oben. </p>
<p>Man kann sich stundenlang dort aufhalten und die Perspektiven ausprobieren. Nach etwa 40 Minuten fand ich dann sogar eine, mit der ich ziemlich zufrieden war. In der Nachbearbeitung geschah nicht viel, lediglich den Beschnitt und die Kontraste passte ich an.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/bulb.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/bulb-650x487.jpg" alt="" title="bulb" width="650" height="487" class="alignnone size-medium wp-image-48051" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/AWsXD" title="Link zum Ort der Aufnahme bei Google Maps" target="_blank">Ort der Aufnahme</a> </p>
<p>Ein ebenfalls wichtiges Ziel war ein Aussichtspunkt auf einer Erh&#246;hung im Stadtteil Holešovice. Auf dem Weg dahin fotografierte ich noch die U-Bahn-Station Hrad&#283anská im Abendlicht, das einen sch&#246;nen Kontrast zum blauen Glasdach darstellte. </p>
<p>Auch dieses Foto spiegelte ich der Symmetrie zuliebe in der Mitte. Au&#223;erdem sah die linke Seite einfach unsch&#246;n aus. Weiterhin verst&#228;rkte ich die Farben und w&#228;hlte den quadratischen Beschnitt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/hrad.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/hrad-650x650.jpg" alt="" title="hrad" width="650" height="650" class="alignnone size-medium wp-image-48052" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/GWo5D" title="Link zum Ort der Aufnahme in Google Maps " target="_blank">Ort der Aufnahme</a> </p>
<p>Nach einigem Suchen im fortschreitenden Sonnenuntergang erreichten wir endlich den Aussichtspunkt, den wir sogar ganz f&#252;r uns hatten. Hatte ich anders vermutet. Jedenfalls sah das alles super aus von dort oben und ich machte mich ans Fotografieren. Es kam ein altes M42-Objektiv mit 50mm Brennweite zum Einsatz, das ich per Adapter an die Canon schraubte. </p>
<p>Wirkt, wie ich finde, sehr gut bei Nachtaufnahmen. In der Nachbearbeitung reduzierte ich die Intensit&#228;t der Gelbt&#246;ne, hob das Blau hervor und f&#228;rbte es gleichzeitig etwas metallischer.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/blue.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/blue-650x433.jpg" alt="" title="blue" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-48053" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/CGDY5" title="Link zum Ort der Aufnahme bei Google Maps" target="_blank">Ort der Aufnahme</a></p>
<p>Dann schauten wir noch beim nunmehr n&#228;chtlich angestrahlten Dancing House vorbei, bevor wir schlie&#223;lich schlafen gingen und ich bemerkte: „Oh, ich hab&#8217; ja Fieber!“.</p>
<p><strong>Tag 3</strong></p>
<p>10 Uhr – keine Anzeichen einer Krankheit mehr vorhanden. Die Pizza in der Nacht hatte offenbar heilende Kr&#228;fte, also konnten wir die zwei verbleibenden Ziele doch noch abgrasen. </p>
<p>Erst einmal aus dem Hotel ausgecheckt, dann fuhren wir zur schwedischen Botschaft, wo sich eine sch&#246;ne Treppe verbirgt. Leider konnten wir weder Schwedisch noch Tschechisch, was uns keine gute Ausgangssituation bot, als es galt, die Sekret&#228;rinnen von unserem Vorhaben zu &#252;berzeugen. </p>
<p>Die Treppe befindet sich n&#228;mlich in dem Teil des Geb&#228;udes, in dem die Diplomaten wohnen, sodass man dort offenkundig nicht einfach mal so reinspazieren kann. Gl&#252;cklicherweise sind wir aber total sympathisch und die First Secretary gew&#228;hrte uns den Eintritt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/swed.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/swed-650x432.jpg" alt="" title="swed" width="650" height="432" class="alignnone size-medium wp-image-48054" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/57KuD" title="Link zum Ort der Aufnahme bei Google Maps" target="_blank">Ort der Aufnahme</a></p>
<p>Nun blieb nur noch die Narodni Technicka Knihovna, die Technische Nationalbibliothek, &#252;brig. Ein recht gro&#223;er, moderner Bau, in seiner Umgebung irgendwie unwirklich und deplatziert wirkend, doch gerade das fand ich reizvoll. </p>
<p>Das Wetter war mittlerweile nicht mehr so toll, ein Foto fand ich dann jedoch trotzdem ganz gut. Ich nutzte den Graufilter, nur sieht man das leider kaum, da gro&#223;e Wolkenbewegungen leider ausblieben. Ansonsten hellte ich vor allem den unteren Bereich auf.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/bibo.jpg" rel="lightbox[48044]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/bibo-650x650.jpg" alt="" title="bibo" width="650" height="650" class="alignnone size-medium wp-image-48055" /></a><br />
<a href="http://goo.gl/maps/9zwkh" title="Link zum Ort der Aufnahme bei Google Maps" target="_blank">Ort der Aufnahme</a></p>
<p>Wenige Stunden sp&#228;ter fuhr der Bus. Es regnete nun sogar, wie das an letzten Urlaubstagen halt das Klischee ist und am Abend hatte Dresden uns mit dr&#252;ckenden F&#252;&#223;en, schmerzenden Schultern und vollen Speicherkarten wieder.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Allgemein ausgedr&#252;ckt: Prag ist super! Selbst ohne Fokus auf Architekturfotografie und meinen Location-Plan h&#228;tte ich mir dort die Speicherkarten vollpacken k&#246;nnen, denn es steckt an jeder Ecke irgendein Motiv. </p>
<p>Die unz&#228;hligen sch&#246;nen Altbauten, Details in den Gassen und Stra&#223;en und vor allem gibt es etliche M&#246;glichkeiten f&#252;r die Streetfotografie, die ja auch sehr interessant ist. Aber das mache ich dann beim n&#228;chsten Mal.</p>
<p>Was dem Fotograf in Prag wohl am meisten zugute kommt, ist die U-Bahn. Mit ihr kommt man von den Randbezirken innerhalb von maximal 15 Minuten ins Stadtzentrum. Zudem verkehren die Z&#252;ge aller drei Minuten, sodass ein etwaiges Verpassen nicht wirklich schlimm ist. </p>
<p>Das hat mich als Bewohner einer Stadt ohne U-Bahn, in der jedes knappe Verpassen der Bahn mit mindestens zehnmin&#252;tigem Warten gestraft wird, wirklich begeistert. </p>
<p><em>Prinzipiell ist Prag jedem zu empfehlen, nicht nur uns fotografisch Interessierten. Bisher besuchte ich noch nicht allzu viele St&#228;dte. Doch auch, wenn sich das vermutlich &#228;ndern wird, bleit Prag wohl immer eine der sch&#246;nsten.</em></p>
<p></p>
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		<title>Im Gespr&#228;ch mit Josef Schulz</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Nov 2012 07:36:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<category><![CDATA[fotokünstler]]></category>
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		<category><![CDATA[minimalismus]]></category>
		<category><![CDATA[reise]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Fotografien von Josef Schulz ist eine seltsam malerische Qualit&#228;t eigen. Virtuos verwischt er mit ihnen die Grenze zwischen dem realen und dem k&#252;nstlich erzeugten Bild. Dar&#252;ber, welche Gedanken und Ideen seiner Arbeit zugrunde liegen und wie er die Fotografie mehr als bildgebendes denn als abbildendes Verfahren versteht, habe ich mich mit ihm unterhalten. Hallo [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Den Fotografien von Josef Schulz ist eine seltsam malerische Qualit&#228;t eigen. Virtuos verwischt er mit ihnen die Grenze zwischen dem realen und dem k&#252;nstlich erzeugten Bild. Dar&#252;ber, welche Gedanken und Ideen seiner Arbeit zugrunde liegen und wie er die Fotografie mehr als bildgebendes denn als abbildendes Verfahren versteht, habe ich mich mit ihm unterhalten. </strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/form_14.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48093" title="Form #14 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/form_14.jpg" alt="" width="800" height="600" /></a></p>
<p><strong>Hallo Josef. Sch&#246;n, dass ich Dich f&#252;r ein Interview gewinnen konnte. Erz&#228;hlst Du uns ein bisschen was &#252;ber Dich und wie Du zur Fotografie gekommen bist?</strong></p>
<p>Ich habe, nachdem ich mich entschlossen hatte, mich der Fotografie zu widmen, an der Kunstakademie D&#252;sseldorf bei Prof. Bernhard Becher und sp&#228;ter auch bei Prof. Thomas Ruff studiert.</p>
<p>Mein Entschluss, mich der Fotografie zu widmen, kam relativ sp&#228;t. Ich war zwar schon immer an Kunst interessiert, aber mir fehlte das passende Medium; erst, als ich mit Anfang 20 mit Fotografie in Ber&#252;hrung kam, stand meine Entscheidung fest, Kunst zu studieren.</p>
<p>Zu dieser Zeit gab es relativ wenige k&#252;nstlerisch ausgerichtete Fotostudieng&#228;nge, mit der Wahl der Kunstakademie war ich aber sehr zufrieden. In der ersten Zeit habe ich relativ viel schwarzwei&#223; fotografiert, aber im Laufe der Zeit hat sich mein Interesse zugunsten der Farbe verlagert.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/signout_Weiss_Dreieck+Rot_01.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48094" title="Weiss Dreieck + Rot #1 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/signout_Weiss_Dreieck+Rot_01.jpg" alt="" width="907" height="600" /></a></p>
<p><strong>Ein Blick in Deine Vita vermittelt den Eindruck, dass Dein Weg in die Kunstwelt seitdem recht gerade verlief. Ist das so und wenn ja, inwieweit hat Dir da das Studium an der Kunstakademie geholfen?</strong></p>
<p>Ich bin mit der Situation, weltweit ausstellen zu d&#252;rfen, sehr zufrieden. Die k&#252;nstlerische T&#228;tigkeit impliziert schlie&#223;lich auch das Zeigen dieser Arbeit.</p>
<p>Jede Ausbildungsst&#228;tte wird aufmerksam beobachtet, dies zeigen ja auch die Besuchszahlen bei den Tagen der offenen Ateliers in den Hochschulen, aber ich glaube, dass es eine Wellenform bei der Pr&#228;senz einer Hochschule gibt, aktuell werden, glaube ich, eher andere Hochschulen in Deutschland fokussiert.</p>
<p>Diese erh&#246;hte Aufmerksamkeit hat meiner Meinung nach mit der aktuellen Qualit&#228;t der Arbeiten einer Hochschule zu tun, dies zieht in Folge weitere gute Studenten an, die sich gegenseitig im besten Sinne „anspornen“ bei dieser hohen Qualit&#228;t zu bleiben.</p>
<p>Irgendwann erreicht diese Entwicklung aber einen Einbruch, meist durch Wegfall eines Professors oder einer Professorin. Bis ein Nachfolger diese Arbeit aufnehmen kann, vergeht im Hochschulalltag meist zu viel Zeit. In der Zwischenzeit bilden sich dann Zentren an anderen Hochschulen.</p>
<p>Ich war in einer solchen Zeit des Aufbruchs gerade an der Akademie; dies hilft sehr, seine eigene Arbeit zu pr&#228;zisieren. Gleichzeitig muss aber die Arbeit auch in einem zeitgen&#246;ssischen Kontext stehen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/terraform_Tal_02.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48095" title="Tal #2 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/terraform_Tal_02.jpg" alt="" width="800" height="635" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/terraform_Felswand_01.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48096" title="Felswand #1 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/terraform_Felswand_01.jpg" alt="" width="800" height="609" /></a></p>
<p><strong>Das sind ziemlich gute Beobachtungen und Erkenntnisse. Josef, Deine Bilder haben eine starke Raumwirkung. Gerade bei Deiner Arbeit „terraform“ fasziniert, dass es eigentlich keine offensichtlichen Ma&#223;stabsindikatoren im Bild gibt und doch klar ist, dass es sich hier um kolossale Gebilde handelt. Was ist der Grund daf&#252;r, dass Du keine Menschen abbildest?</strong></p>
<p>Das ist eine spannende Frage, die uns direkt zu den M&#246;glichkeiten der Fotografie bringt und zu unserer Interpretation dieser Bilder.</p>
<p>Wir sehen seit jeher die Fotografie als Abbildung unserer Realit&#228;t, als Dokument. Diese Funktion der Fotografie ist f&#252;r mich Ausgangspunkt f&#252;r einige Serien; mit einigen wenigen Fragen an die Fotografie selbst.</p>
<p>Was passiert denn, wenn wir dem Bild den Ma&#223;stab, die Relationen entziehen?</p>
<p>K&#246;nnen wir immer noch dieses Bild lesen oder verwirrt es uns eher? Ich bin selbst immer wieder erstaunt, wie wenig man einem Bild entziehen muss bzw. ver&#228;ndern kann, um eine g&#228;nzlich neue Aussage zu erhalten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Beton.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48099" title="Beton | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Beton.jpg" alt="" width="800" height="640" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Halle_rot_02.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48098" title="Halle rot #2 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Halle_rot_02.jpg" alt="" width="800" height="611" /></a></p>
<p>Schon unserer t&#228;glicher Umgang mit Fotografie zeigt dies, ein Retrobild mit der Hipstamatic App kann jeder von uns als solches wahrnehmen, nur wenige lassen sich vom vermeintlichen Charme des Vergangenen t&#228;uschen.</p>
<p>Mir geht es bei meinen Arbeiten auch um die Untersuchung, wo man die Grenze der Fotografie zieht.</p>
<p>F&#252;r mich ist die Fotografie eher auch als bildgebendes und weniger als abbildendes Verfahren wichtig. Als Endprodukt sollte dann ein m&#246;glichst faszinierendes Bild stehen.</p>
<p>Die Fokussierung auf Fotografien ohne Menschen hat mit der Tatsache zu tun, dass sobald Menschen auf den Bildern auftauchen, sich der Fokus unserer Betrachtung auf den Menschen richtet.</p>
<p>Ich bin eher an unserer Umgebung interessiert, an den Spuren, die wir hinterlassen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/poststructure_Shreveport_03.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48101" title="Shreveport #3 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/poststructure_Shreveport_03.jpg" alt="" width="800" height="619" /></a></p>
<p><strong>Reist Du viel?</strong></p>
<p>Das ist unterschiedlich, es gibt Jahre, da bin ich, abh&#228;ngig vom Projekt, sehr oft unterwegs. „&#220;bergang“ war das reiseintensivste davon, ich komme damit fast an 50.000 km plus Fl&#252;ge, aufgeteilt in etwa einw&#246;chige Trips.</p>
<p>F&#252;r „poststructure“ war ich l&#228;nger am St&#252;ck unterwegs; sieben Wochen quer durch die USA. Es war ein sehr sch&#246;ner Einblick in die Regionen abseits der Gro&#223;st&#228;dte.</p>
<p>Meine Hauptarbeit findet aber im Atelier statt, dort verbringe ich die meiste Zeit, viel Laborarbeit und nat&#252;rlich Bildverarbeitung. Gesch&#228;tzt nimmt die Fotografie allein vielleicht 20-30 % der Zeit in Anspruch.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Halle_orange.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48102" title="Halle orange | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Halle_orange.jpg" alt="" width="800" height="617" /></a></p>
<p><strong>Welche Aufnahmetechnik(en) nutzt Du und wie verarbeitest Du das Bildmaterial anschlie&#223;end weiter?</strong></p>
<p>Seit vielen Jahren ist das Gro&#223;format mein Standard, ich fotografiere meist auf 4&#215;5 Inch, mit einer Arca Swiss, viel seltener mit einer 8&#215;10 Inch.</p>
<p>Bis vor Kurzem habe ich h&#228;ufig auf Negativmaterial fotografiert, Prints auf 30&#215;40 cm oder gr&#246;&#223;er angefertigt, diese dann eingescannt und digital bearbeitet.</p>
<p>Der letzte Schritt ist dann die Ausbelichtung auf Fotopapier. Manchmal habe ich aber auch direkt Dias eingescannt.</p>
<p>Dieses Verfahren habe ich auch gew&#228;hlt, um eine Art malerischer Qualit&#228;t zu erreichen, das fotografische Korn wird gebrochen und es verbleiben reine Farbfl&#228;chen.</p>
<p>Ich mag diese Art von stiller Auseinandersetzung mit dem Motiv &#252;ber die Mattscheibe einer Gro&#223;format-Kamera und w&#252;rde es sehr vermissen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/transition_oes112.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48106" title="oes112 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/transition_oes112.jpg" alt="" width="800" height="624" /></a></p>
<p>Inzwischen wird dieser analoge Ansatz relativ schwierig, meine favorisierten Filme sind entweder nicht mehr da oder haben ihre Eigenschaften ver&#228;ndert, mein Lieblingsfotopapier gibt es nicht mehr.</p>
<p>F&#252;r die Zukunft schlie&#223;e ich nichts mehr aus, mein aktuell letzter Kauf war eine Nikon D800E, die ich vom Chip her &#252;berragend finde.</p>
<p>F&#252;r meine langsame Arbeitsweise ist sie hervorragend geeignet, aktuell ist aber die Frage sehr akut, welche Objektive &#252;berhaupt in der Lage sind, dieses Potential abzurufen. F&#252;r Tipps bin ich dankbar, auch Mittelformat-Varianten sind willkommen.</p>
<p>F&#252;r die Zukunft k&#246;nnte ich mir eine variable Strategie vorstellen, die auch noch die analoge Welt mit einschlie&#223;t.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Blau-grau.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48107" title="Blau-grau | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/sach_Blau-grau.jpg" alt="" width="800" height="615" /></a></p>
<p><strong>Du verkaufst Deine Kunstwerke ja in Editionen. Wie ist Dein Standpunkt zur Limitierung von Bildern? Beziehst Du die Limitierung generell auf das Motiv oder nur auf eine bestimmte Abzugsgr&#246;&#223;e?</strong></p>
<p>Als Fotograf bzw. Fotok&#252;nstler muss man sich grunds&#228;tzlich die Frage stellen: Wie kann ich sicherstellen, dass ich diese Arbeit langfristig durchf&#252;hren kann? F&#252;r mich hat sich das Modell Galerie plus Fotok&#252;nstler angeboten.</p>
<p>Die Limitierung einer Arbeit finde ich grunds&#228;tzlich okay, sie sichert den Wert der Arbeit ab, die nachtr&#228;gliche Erweiterung einer Edition w&#252;rde den Wert einer Arbeit verw&#228;ssern und das Vertrauen des Sammlers in den K&#252;nstler schm&#228;lern.</p>
<p>Bei meinen Arbeiten gibt es normalerweise pro Arbeit eine Edition von sechs in einer einzigen Gr&#246;&#223;e, mit Ausnahmen: Bei „&#252;bergang“ gibt es nur einige Arbeiten in gro&#223;er Gr&#246;&#223;e, die komplette Serie ist in einer kleineren Gr&#246;&#223;e (Auflage zw&#246;lf) erh&#228;ltlich. Bei „terraform“ gibt es zwei Gr&#246;&#223;en, bis zu einer Gesamtauflage von sechs.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/transition_dene01.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48109" title="dene01 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/transition_dene01.jpg" alt="" width="800" height="579" /></a></p>
<p><strong>Du arbeitest sehr konzeptuell. Wie entwickelst Du ein Thema? Was inspiriert Dich zu einer neuen Serie und welche Rolle spielen dabei Deine bisherigen Arbeiten?</strong></p>
<p>Ich versuche, vor Beginn einer Serie ein Grundger&#252;st festzulegen ‒ dies kann thematisch, aber auch visuell sein ‒ und teste dann mit ein bis zwei Motiven vorab, ob meine Idee funktioniert.</p>
<p>Bei der jeweiligen Serie versuche ich dann die Orte vorab zu bestimmen, an denen ich entsprechende Motive finden k&#246;nnte.</p>
<p>Es kann aber auch der Zufall sein, indem ich eine Fotoreise unternehme und vor Ort schaue, ob ich entsprechendes Material finde.</p>
<p>In der Phase der Nachbearbeitung ver&#228;ndert sich das Konzept meist noch relativ stark.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/transition_unoe03.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48111" title="unoe03 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/transition_unoe03.jpg" alt="" width="800" height="610" /></a></p>
<p>Die Inspiration ist eine zentrale k&#252;nstlerische Frage, jeder hat da sicherlich eine andere Strategie.</p>
<p>Ich sammele h&#228;ufig Ideen auf Reisen oder in Zeiten, zu denen ich nicht in einem Projekt stecke. Es ist eher selten, dass mir Neues beim konzentrierten Arbeiten an einer Serie einf&#228;llt.</p>
<p>Ich versuche nicht, meine bisherigen Serien in einer zuk&#252;nftigen Arbeit zu spiegeln, aber mir ist bewusst, dass ich eine Arbeits- und Sichtweise entwickelt habe, die sich durch meine Fotografien durchzieht.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/poststructure_Atlanta_32.jpg" rel="lightbox[47727]"><img class="alignnone size-full wp-image-48112" title="Atlanta #32 | Josef Schulz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/poststructure_Atlanta_32.jpg" alt="" width="800" height="618" /></a></p>
<p><strong>Als ein von au&#223;en Draufschauender kann ich das absolut best&#228;tigen. Josef, zum Abschluss unseres Interviews h&#228;tte ich von Dir gern noch gewusst, was Sch&#246;nheit f&#252;r Dich ist und wie wichtig sie f&#252;r Deine Arbeit ist.</strong></p>
<p>Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon einmal ein Foto mit dem Begriff „Sch&#246;nheit“ in Verbindung gebracht habe und wenn ja, dann w&#252;rde es eher dem Motiv selbst gelten.</p>
<p>Eine k&#252;nstlerische Arbeit sollte neben der &#228;sthetischen Ebene die inhaltliche nicht vergessen. Visuell suche ich die Herausforderung, mit minimalen Mitteln ein spannendes Bild zu schaffen.</p>
<p>Das Streben nach einem idealem Bild bleibt aber gl&#252;cklicherweise unerreicht, ansonsten m&#252;ssten wir unsere k&#252;nstlerischen und gestalterischen Bem&#252;hungen einstellen.</p>
<p><strong>Josef, ich danke Dir f&#252;r dieses Interview und bin gespannt auf Deine zuk&#252;nftigen Projekte.</strong></p>
<p>~</p>
<p><em>Wer mehr von Josefs bisherigen Arbeiten sehen m&#246;chte, sei an dieser Stelle eingeladen, sich seine <a href="http://josefschulz.de/" target="_blank">Webseite</a> anzuschauen.</em></p>
<p></p>
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		<title>Pr&#228;zise Abstraktionen &#8211; Die Fotografie von Nick Frank</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2012 06:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sebastian Baumer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[architektur]]></category>
		<category><![CDATA[details]]></category>
		<category><![CDATA[formen]]></category>
		<category><![CDATA[fotografie]]></category>
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		<category><![CDATA[nick frank]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man die fotografischen Arbeiten des Art Directors und Designers Nick Frank betrachtet, kann man sehr genau erkennen, dass der M&#252;nchner ein geschultes Auge f&#252;r Formen und Bildsprache besitzt. Nick konstruiert dabei in seinen Bildern sehr genau eine eigene und abstrakte Realit&#228;t, er arbeitet mit dem Gegebenen &#8211; sehr oft mit Ausschnitten aus Geb&#228;uden und [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn man die fotografischen Arbeiten des Art Directors und Designers <a href="http://500px.com/NickFrank" target="_blank">Nick Frank</a> betrachtet, kann man sehr genau erkennen, dass der M&#252;nchner ein geschultes Auge f&#252;r Formen und Bildsprache besitzt.</strong></p>
<p>Nick konstruiert dabei in seinen Bildern sehr genau eine eigene und abstrakte Realit&#228;t, er arbeitet mit dem Gegebenen &#8211; sehr oft mit Ausschnitten aus Geb&#228;uden und Architektur &#8211; und setzt sie nach seinen genauen Vorstellungen in Szene.</p>
<p>„Ich dokumentiere nicht, viel mehr geht es mir um Interpretation durch Reduktion. Eine andere Realit&#228;t, in der Konstruktion, Statik, Masse und Dreidimensionalit&#228;t keine Rolle mehr spielen. Meine Ausschnitte brechen den Raum auf und lassen neue bildliche Orte entstehen. Prinzipiell arbeite ich als Fotograf und Bildbearbeiter genauso wie ich es in meinem eigentlichen Beruf als Art Director machen w&#252;rde, ich reduziere so lange, bis das eigentliche Wesen der Sache zu erkennen ist. So erzielt man meiner Meinung nach den gr&#246;&#223;ten Effekt.“</p>
<p>Und diese M&#252;he, das Wesen und den Kern einer Detailansicht zu erfassen, erkennt man deutlich in seinen Werken, die nicht mehr abbilden, sondern selbst formen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf05.jpg" rel="lightbox[46745]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-46746" title="© Nick Frank" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf05-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Aus diesem kreativen Prozess zieht Nick auch Inspiration und Kraft f&#252;r den Rest seines Berufslebens: „Fotografie gibt mir Kraft, ich lasse mich treiben, bin schwerelos. Sonntagmorgen um 6:30 Uhr an einem verlassenen Platz zu stehen, menschenleer &#8211; f&#252;r mich immer wieder ein sch&#246;nes Erlebnis. Daraus ziehe ich die Energie, die ich f&#252;r eine stressige Woche brauche.“</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf02.jpg" rel="lightbox[46745]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-46747" title="© Nick Frank" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf02-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p>Die Schnittmengen zum Design sind dabei in Nicks Architekturbildern nicht zu &#252;bersehen: Klare Formen und Linien formen in den oft quadratischen Bildern eine ganz eigene minimalistische und klare &#196;sthetik, wie sie auch in modernem und zeitlosem Design &#252;berall wiederzufinden ist. Die Herangehensweise ist f&#252;r Nick aber doch eine andere:</p>
<p>„Als Fotograf arbeite ich aus einem inneren Drang heraus. Nat&#252;rlich kann man das nicht so trennscharf sehen und es gibt in den beiden Feldern immer Grenz&#252;berschreitungen, beide Bereiche inspirieren sich und besch&#228;ftigen sich mit dem Zeitgeist auf ihre Weise. Das eine braucht das andere. Brillant wird es immer dann, wenn man innovativ ist, neu denkt und Bestehendes weiterentwickelt – im Design wie auch in der Fotografie.“</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf03.jpg" rel="lightbox[46745]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-46748" title="© Nick Frank" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf03-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p>„Mein Stil hat sich &#252;ber die letzten beiden Jahre hinweg entwickelt, dazu war &#220;bung n&#246;tig, ein kritisches Auge und eine gute Portion Durchhalteverm&#246;gen. Ich w&#252;rde nicht behaupten, schon wirklich angekommen zu sein, befinde mich aber auf einem guten Weg“, sagt Nick und man kann ihm zustimmen.</p>
<p>Seine Fotografien bilden, vor allem, wenn man sie in der Reihe betrachtet, eine sehr eigene und klare Sprache. Linien und Fl&#228;chen, Formen und Farben sind so montiert, dass auch aus allt&#228;glichen Objekt wie einer T&#252;r an einem Lagerhaus ein kleines Puzzle von Nicks Bilderkosmos wird.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf04.jpg" rel="lightbox[46745]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-46749" title="© Nick Frank" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/nf04-650x650.jpg" alt="" width="650" height="650" /></a></p>
<p>In seinem Job als Art Director ist Nick Frank ein Zahnrad in einer gro&#223;en Maschine. In der Fotografie, so sagt er, „wei&#223; ich genau, wer daf&#252;r verantwortlich ist“, n&#228;mlich nur er selbst. Seine Philosophie f&#252;r seine eigenen k&#252;nstlerischen Projekte? „Niemals aufgeben. F&#252;r die eigenen Ideen k&#228;mpfen. Hart an den Zielen arbeiten, dann wird alles gut&#8230; fast immer.“</p>
<p></p>
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		<title>Wenn es „klick“ macht</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Sep 2012 06:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Archtitektur]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Minimal]]></category>
		<category><![CDATA[selbstinterview]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Tobias Colz</strong></p>Ich stehe vor einem Haus im 17. Wiener Gemeindebezirk. Baujahr 1894. Etwa ein Drittel des Daches fehlt. Wahrscheinlich ein Bombentreffer aus dem Zweiten Weltkrieg. Die T&#252;re &#246;ffnet sich und ich werde vorbei an dorischer, ionischer und korinthischer Ordnung in ein Zimmer gef&#252;hrt. Das Zimmer ist einfach. Es ist eigentlich mehr ein Raum als ein Zimmer. [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Tobias Colz</strong></p><p><strong>Ich stehe vor einem Haus im 17. Wiener Gemeindebezirk. Baujahr 1894. Etwa ein Drittel des Daches fehlt. Wahrscheinlich ein Bombentreffer aus dem Zweiten Weltkrieg. Die T&#252;re &#246;ffnet sich und ich werde vorbei an dorischer, ionischer und korinthischer Ordnung in ein Zimmer gef&#252;hrt. Das Zimmer ist einfach. Es ist eigentlich mehr ein Raum als ein Zimmer. Ich setze mich und starte:</strong></p>
<p>Kann ich vielleicht einen Kaffee haben?</p>
<p><strong>Nein, aber auf dem Schreibtisch steht ein Tee. Bedien Dich.</strong></p>
<p><em>(B&#228;h, is der bitter.)</em></p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/CC-011.jpg" rel="lightbox[45602]"><img class="alignleft size-full wp-image-45782" title="SONY DSC" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/CC-011.jpg" alt="" style="max-width: 49%" width="650" height="971" /></a>  <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/CC-031.jpg" rel="lightbox[45602]"><img class="alignnone size-full wp-image-45783" title="SONY DSC" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/CC-031.jpg" style="max-width: 49%" alt="" width="650" height="971" /></a></div>
<p><strong>Wann hast Du das erste Mal Deine Leidenschaft f&#252;r die Fotografie entdeckt?</strong></p>
<p>Das erste Mal Freude am Knipsen hatte ich 2006, bei einer Besichtigung einer leerstehenden Spinnfabrik w&#228;hrend meines Studiums.</p>
<p><strong>Der Fotografie?</strong></p>
<p>Nein. Firmitas, Utilitas &amp; Venustas. Von Fotografie habe ich eigentlich keine Ahnung. Ich denke, ich k&#246;nnte nicht einmal f&#252;nf Fotografen nennen. Andreas Gursky, Julius Shulman, David LaChapelle, Ed Ruscha? Tja, ich hab’s ja vermutet.</p>
<p>Julius Shulman durfte ich allerdings 2004 in seinem Haus in Los Angeles besuchen. Ich hatte damals leider &#252;berhaupt keine Ahnung von Fotografie, geschweige denn, wer da vor mir sitzt. F&#252;r diejenigen, die jetzt genauso wenig Ahnung haben, wie ich damals hatte: Julius Shulman ist, beziehungsweise war, einer der bedeutendsten Architekturfotografen. Sehr pr&#228;zise, teilweise stark inszeniert und somit geschaffen f&#252;r die Architektur der Nachkriegsmoderne.</p>
<p>Was mir von dem Besuch noch stark in Erinnerung geblieben ist, ist einerseits das wie von Zauberhand erschienene Reh in seinem Garten und, f&#252;r dieses Interview wohl wichtiger, sein Zorn &#252;ber das wilde Herumknipsen mit den Digitalen. Daran denke ich oft, wenn ich selbst einmal zu schnell den Ausl&#246;ser bet&#228;tige.</p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04431-02-sm.jpg" rel="lightbox[45602]"><img class="alignleft size-full wp-image-45605" title="Tobias Colz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04431-02-sm.jpg" alt="" width="650" height="971" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04483-02-sm.jpg" rel="lightbox[45602]"><img class="alignnone size-full wp-image-45606" title="Tobias Colz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04483-02-sm.jpg" alt="" width="650" height="971" /></a></div>
<p><strong>Zur&#252;ck zu der Spinnfabrik. Ging es ab dem Zeitpunkt richtig los?</strong></p>
<p>Nein. Es hat drei Jahre gedauert, bis ich wieder an einen Ort kam, der f&#252;r mich dieses unbestimmbare Etwas hatte. Dieser Ort war Miramar am Mar de Chiquita in Argentinien. Vom Wasser verschlungene Hotelanlagen, verrostete Kutschen, Flamingos, vom Salz &#252;berzogener Schlamm&#8230; Alles, was das Herz begehrt.</p>
<p>Ich denke, Miramar war der Ausl&#246;ser, von da an meine Reisen mit meinem Alphatier abzustimmen. 2009 war auch das Jahr, in dem ich mir meine Spiegelreflex gekauft habe. So richtig los ging es bis heute nicht. Neben meiner Arbeit als Architekt und Grafiker bleibt leider nur alle paar Wochen einmal Zeit, auf die Jagd zu gehen. Die meiste Zeit mit Fotografieren verbringe ich im Urlaub.</p>
<p><strong>Alphatier?</strong></p>
<p>Meine Kamera. </p>
<p><em>Ah ja. Darauf trink ich noch einen Schluck von dem Getr&#228;nk mit den Unmengen an Gerbstoffen.</em></p>
<p><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/CC-021.jpg" alt="" width="650" height="971" /></p>
<p><strong>Wie es scheint, ist Fotografieren eine sehr pers&#246;nliche Sache f&#252;r Dich, oder?</strong></p>
<p>Ja, das sollte es doch sein. Ich gehe auch nur fotografieren, wenn ich wirklich in der richtigen Stimmung bin. Wenn ich m&#252;de oder grantig bin, hat es eh keinen Sinn. Es kann manchmal auch ein bis zwei Tage dauern, bis ich es schaffe, meine Wahrnehmung umzustellen und anfange zu sehen, was ich auch schlussendlich am Foto, mit oder ohne Nachbearbeitung, sehen will. Wenn ich dann einmal drinnen bin, wird es regelrecht zu einem Rauschzustand. Das Sichtfeld ver&#228;ndert sich und das Verlangen, wieder einen dieser besonderen Momente zu erfahren, steigt und steigt.</p>
<p>&#220;ber die Jahre hat sich dieses Gef&#252;hl immer st&#228;rker ausgepr&#228;gt. Es h&#228;lt &#228;u&#223;erst kurz an, doch wenn ich Tage oder Wochen sp&#228;ter auf das Foto blicke, kommt ein Teil dieses Moments wieder zur&#252;ck zu mir. Jedes dieser Fotos hat einen ganz besonderen Platz in meinem Zentralspeicher. Ich denke, dieser Augenblick ist auch die Triebfeder f&#252;r die meisten guten Fotografen, deren Namen ich nicht kenne.</p>
<div class="zwei"><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04522-01-sm.jpg" rel="lightbox[45602]"><img class="alignleft size-full wp-image-45607" title="Tobias Colz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04522-01-sm.jpg" alt="" width="650" height="971" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04535-01-sm.jpg" rel="lightbox[45602]"><img class="alignnone size-full wp-image-45608" title="Tobias Colz" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/DSC04535-01-sm.jpg" alt="" width="650" height="971" /></a></div>
<p><strong>Gibt es irgendwelche Pl&#228;ne, diese Momente synthetisch herzustellen? Neben Deiner zeitintensiven Arbeit als Architekt und Grafiker w&#228;re es wohl keine schlecht Idee.</strong></p>
<p>Ich probiere momentan tats&#228;chlich, etwas mehr System in meine Arbeit zu bringen. Yellow Submarine war diesbez&#252;glich der erste Versuch. Eine weitere Serie ist in Arbeit. Ich habe eine Liste mit Ort, Tageszeit, Thema und Lichtintensit&#228;t erstellt, welche Foto f&#252;r Foto abgearbeitet wird. Sobald mir ein Ort, Bauwerk oder eine st&#228;dtische Komposition interessant vorkommt, wird sie notiert und sp&#228;ter in die Liste eingetragen. Ob es dann schlussendlich „klick“ macht, sehe ich, wenn ich nochmals vor Ort bin.</p>
<p>Bislang habe ich die Serien erst zusammengestellt, nachdem ich fotografieren war, was dazu f&#252;hrte, dass ich keine richtigen Serien mit einem &#252;bergeordnetem Thema und einer farblichen Einheit hatte. Das ist etwas, woran ich in Zukunft definitiv arbeiten m&#246;chte. Die wohl ansehnlichste Serie, CyanCali ist ebenso nur zuf&#228;llig entstanden, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so scheint.</p>
<p>Forcieren m&#246;chte ich aber auch trotzdem nichts. Architektur und Grafik macht mir ebenso viel Freude wie das Fotografieren, was dazu f&#252;hrt, dass sich alle drei Disziplinen gegenseitig erg&#228;nzen.</p>
<p><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/CC-041.jpg" alt="" width="650" height="971" /></p>
<p><strong>Wie sieht eigentlich Dein Arsenal an Kameras aus?</strong></p>
<p>Mein Arsenal ist mein Auge. „Klick“ machen sollte es schon vor dem Bet&#228;tigen des Ausl&#246;sers. Trinkst Du den Tee noch? Sonst trinke ich ihn.</p>
<p><strong>Ja. Den trink ich schon noch.</strong></p>
<p></p>
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		<title>Multiexpo</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Sep 2012 07:04:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Machalowski]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Gruppenausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Mehrfachbelichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Multiexpo]]></category>
		<category><![CDATA[Stadt]]></category>
		<category><![CDATA[Stadtansichten]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Frank Machalowski</strong></p>Vor nicht allzu langer Zeit war Frank Machalowski schon einmal bei uns mit einem Artikel &#252;ber seine fotografischen Exkursionen in den Teutoburger Wald Gastautor. Heute stellt er uns seine aktuelle Serie „Multiexpo“ vor. Bei der Serie „Multiexpo“ handelt es sich um eine reine Stadtserie. Ich begebe mich also zur&#252;ck zu meinen Wurzeln und setze mich [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Frank Machalowski</strong></p><p><strong>Vor nicht allzu langer Zeit war Frank Machalowski schon einmal bei uns mit einem Artikel &#252;ber seine fotografischen Exkursionen in den <a href="http://kwerfeldein.de/2012/04/19/der-teutoburger/">Teutoburger Wald</a> Gastautor. Heute stellt er uns seine aktuelle Serie „Multiexpo“ vor.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/41.jpg" rel="lightbox[45689]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/41.jpg" alt="" title="4" width="958" height="960" class="alignnone size-full wp-image-46012" /></a></p>
<p>Bei der Serie „Multiexpo“ handelt es sich um eine reine Stadtserie. Ich begebe mich also zur&#252;ck zu meinen Wurzeln und setze mich mit dem urbanen Raum auseinander. Auf der Suche nach einer anderen Art der Stadtabbildung fing ich vor etwa einem Jahr an, mit einer Holga-Kamera Mehrfachbelichtungen zu machen. </p>
<p>Mit den ersten Ergebnissen war ich allerdings nicht zufrieden, unter anderem machten extreme &#220;berbelichtungen das Weiterverarbeiten des Fotomaterials zur Qual. Die Idee wollte ich aber dennoch weiter verfolgen &#8211; es musste also anderes Equipment her!</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/2+3.jpg" rel="lightbox[45689]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/2+3.jpg" alt="" title="2+3" width="960" height="571" class="alignnone size-full wp-image-46009" /></a></p>
<p>Ich brauchte eine analoge Kamera, an der sich die Belichtungszeit manuell einstellen l&#228;sst und Mehrfachbelichtungen m&#246;glich sind. Also probierte ich verschiedene Kameras aus. Mit einer Nikon F80 erzielte ich zwar gute Ergebnisse, allerdings gefiel mir das Kleinbildformat nicht.</p>
<p>Also zur&#252;ck zum Mittelformat. Mit der Abbildungsleistung der Hasselblad 500 war ich sehr zufrieden, jedoch ist es mit dieser Kamera nur mit einigen Tricks m&#246;glich, Mehrfachbelichtungen hinzubekommen, die zudem nicht besonders materialschonend sind. </p>
<p>Dann erinnerte ich mich an meine ADOX Golf, eine rein mechanische, etwa 50 Jahre alte Kamera. Bei ihr kann man Blende und Belichtungszeit frei w&#228;hlen und mit einem Drahtausl&#246;ser ist es ohne Weiteres m&#246;glich, die Sperre f&#252;r Mehrfachbelichtungen zu umgehen. Seitdem dient sie mir f&#252;r diese fortlaufende Serie als zuverl&#228;ssiges Werkzeug.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/15.jpg" rel="lightbox[45689]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/15.jpg" alt="" title="15" width="1262" height="960" class="alignnone size-full wp-image-46003" /></a></p>
<p>Beim Filmmaterial waren ebenfalls einige Versuche vonn&#246;ten, bis ich das richtige fand. Eine zu hohe Empfindlichkeit beispielsweise machte die Fotos zu k&#246;rnig. Schlussendlich entschied ich mich f&#252;r einen Film mit ISO 25 von Efke und habe dies bisher nicht bereut.</p>
<p>Bei der Motivwahl konzentriere ich mich bei dieser Serie auf Berliner Sehensw&#252;rdigkeiten, die wohl jeder kennt, sei es von Fotos, Gem&#228;lden oder in natura. Anfangs beobachtete ich Touristen, die sich an den &#252;blichen Orten scharten, um ihre Erinnerungsfotos zu schie&#223;en. Dabei hatte jeder seine eigene Sicht auf das abzulichtende Objekt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/5.jpg" rel="lightbox[45689]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/5.jpg" alt="" title="5" width="960" height="961" class="alignnone size-full wp-image-46006" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/13.jpg" rel="lightbox[45689]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/13.jpg" alt="" title="13" width="960" height="958" class="alignnone size-full wp-image-46007" /></a></p>
<p>Aus dieser Beobachtung heraus stellte ich mir vor, wie es wohl aussehen m&#246;ge, wenn man die Vielzahl der Einzelbilder zu einem Bild zusammenfassen w&#252;rde. Gedacht, getan. Ich positionierte mich an all diesen Stellen, von wo aus man einen sch&#246;nen Blick auf das Motiv hat und machte jeweils eine Belichtung.</p>
<p>Das Ergebnis &#252;berzeugte mich. Vertraute Strukturen und Formen, optische Dynamik und gedehnte zuf&#228;llige Momente im Stadtgeschehen machen die Fotos spannend und individuell.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/14.jpg" rel="lightbox[45689]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/14.jpg" alt="" title="14" width="960" height="959" class="alignnone size-full wp-image-46015" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/6.jpg" rel="lightbox[45689]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/6.jpg" alt="" title="6" width="960" height="961" class="alignnone size-full wp-image-46016" /></a></p>
<p>Mit dieser Serie habe ich das Rad zwar nicht neu erfunden &#8211; schaut man sich beispielsweise die Mehrfachbelichtungen von <a href="http://www.pepventosa.com/" target="_blank">Pep Ventosa</a> oder <a href="http://www.booooooom.com/2012/05/19/multi-exposure-photos-by-photographer-stephanie-jung/" target="_blank">Stephanie Jung</a> an &#8211; jedoch sind meine Arbeiten vom Charme der analogen Fotografie und der st&#228;dtischen Verbundenheit gepr&#228;gt.</p>
<p>~</p>
<p><em>Die Serie „Multiexpo“ wird im Rahmen einer Gruppenausstellung mit dem Titel „Stadtansichten“ vom 22. September bis zum 4. Oktober 2012 in der <a href="http://neonchocolate.de/shows/220912_stadtansichten" target="_blank">Neonchocolate Gallery</a> in Berlin zu sehen sein. Die Ausstellung zeigt f&#252;nf fotografische Herangehensweisen an das Thema Stadt. Weitere ausstellende Fotografen und Fotografinnen sind Judith Krick, Andreas Goroncy, Robert Herrmann und Daria Olejniczak.</em></p>
<p></p>
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