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	<title>kwerfeldein - Fotografie Magazin &#187; Abstrakt</title>
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	<description>Das Fotografie Magazin</description>
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		<title>Lichtexperimente im Schnee</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 06:55:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
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		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Carsten Faobam</strong></p>Ein Faible f&#252;r Langzeit-Belichtungen besteht bei mir schon l&#228;nger. Das in Kombination mit meiner Experimentierfreude produziert manchmal sogar vorzeigbare Bilder. Diese m&#246;chte ich Euch hier vorstellen. Ausl&#246;ser des Ganzen war der Bau eines Quadrocopters, mit dem ich ein wenig Luftfotografie betreiben und in die FPV-Welt hineinzuschnuppern m&#246;chte. Was ist ein Quadrocopter? Dabei handelt es sich [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Carsten Faobam</strong></p><p><strong>Ein Faible f&#252;r Langzeit-Belichtungen besteht bei mir schon l&#228;nger. Das in Kombination mit meiner Experimentierfreude produziert manchmal sogar vorzeigbare Bilder. Diese m&#246;chte ich Euch hier vorstellen.</strong></p>
<p>Ausl&#246;ser des Ganzen war der Bau eines Quadrocopters, mit dem ich ein wenig Luftfotografie betreiben und in die FPV-Welt hineinzuschnuppern m&#246;chte. Was ist ein Quadrocopter? </p>
<p>Dabei handelt es sich um ein Flugger&#228;t mit vier fest montierten, nach unten gerichteten Propellern. Diese werden &#252;ber eine elektronische Lageregelungen so angesteuert, dass ein stabiler Flug m&#246;glich ist. Der Vorteil gegen&#252;ber einem herk&#246;mmlichen Hubschrauber ist die Tatsache, dass keine komplizierten mechanischen Komponenten n&#246;tig sind.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8409273580_92f1fbe274_b.jpg" rel="lightbox[57353]"><img title="© Carsten Faobam"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8409273580_92f1fbe274_b-650x433.jpg" alt="© Carsten Faobam" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57379" /></a></p>
<p>Bei der von mir eingesetzten Steuerung handelt es sich um eine DJI – NAZA, die mit einem Barosensor sowie einem GPS-Modul ausgestattet ist. Somit ist die Steuerung in der Lage, den Quadrocopter eigenst&#228;ndig auf einer Position sowie in der H&#246;he zu halten. Weiterhin ist es auch m&#246;glich, den Quadrocopter eigenst&#228;ndig zum Startplatz zur&#252;ckfliegen zu lassen. </p>
<p>Als Zugabe kann der Quadrocopter noch mit einem Videosender ausgestattet werden, was in Verbindung mit einer Videobrille erm&#246;glicht, den Quadrocopter aus der Ich-Perspektive zu fliegen. Genannt FPV: „first person view“.</p>
<p>Ein weiteres Ziel ist es, den Quadrocopter reisetauglich zu machen, was hei&#223;t, dass er in meinem Standard-Fluggep&#228;ck Platz finden soll. Aus diesem Grunde ist er m&#246;glichst kompakt bzw. klappbar gebaut. Als Kamera kommt eine leichte GoPro Hero 3 zum Einsatz. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8418657305_719a233233_b.jpg" rel="lightbox[57353]"><img title="© Carsten Faobam"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8418657305_719a233233_b-650x433.jpg" alt="© Carsten Faobam" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57359" /></a></p>
<p>Nach der Fertigstellung wollte der Quadrocopter nat&#252;rlich auch getestet werden, was in der Winterzeit nach Feierabend mangels Tageslicht nicht einfach ist. Da ich keine Geduld hatte, bis zum Wochenende zu warten, wurden fix die Arme des Quadrocopters mit LEDs ausgestattet.</p>
<p>Der Test des Quadrocopters war schnell abgeschlossen und so war noch Zeit f&#252;r ein paar Bilder. Dank des eingebauten GPS wartete der Quadrocopter geduldig in ca. vier Metern H&#246;he, w&#228;hrend ich die Kamera aus dem Auto holte und selbige auf ein Stativ montierte.</p>
<p>Soweit die Vorgeschichte. Die eigentliche Entstehung der Bilder ist relativ einfach, nur das ben&#246;tigte Flugequipment ist etwas aufw&#228;ndiger. Jeder, der sich schon einmal mit Lightpainting besch&#228;ftigt hat, wird das Vorgehen kennen:</p>
<ul>
<li>Kamera auf ein Stativ</li>
<li>Automatikprogramme ausschalten</li>
<li>ISO m&#246;glichst niedrig einstellen</li>
<li>Fokus manuell auf den Bereich einstellen, in dem das Lightpainting erscheinen soll</li>
</ul>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8395099081_071e9f19c6_b.jpg" rel="lightbox[57353]"><img title="© Carsten Faobam"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8395099081_071e9f19c6_b-650x433.jpg" alt="© Carsten Faobam" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57357" /></a></p>
<p>Dazu kann man als Fokushilfe eine kleine LED-Leuchte oder alternativ einen mit GPS, Beschleunigungssensoren, Barosensor und Kompass ausgestatteten Quadrocopter nutzen. Was man halt gerade zur Hand hat &#8211; ich entschied mich f&#252;r letzteres.</p>
<p>Das erste Bild entstand bei einer Brennweite von 10mm und einer Belichtungszeit von 5 Sekunden unter Einsatz eines externen Blitzes. Die Kamera war etwa 40° nach oben geschwenkt und der Quadrocopter schwebte in etwa 40 cm Entfernung zur Kamera, nach der Ausl&#246;sung flog ich den Quadrocopter von der Kamera weg.</p>
<p>Das Ergebnis ist ein durch den Blitz eingefrorenes Bild des Quadrocopters. Durch die weitere Belichtung wurden die Lichtpuren sichtbar, das Ganze erzeugt den Anschein eines anfliegenden  Quadrocopters, der die Spuren hinter sich herzieht. Dieses Bild war geplant, das n&#228;chste purer Zufall.</p>
<p>Die Einstellung waren bis auf eine andere Ausrichtung der Kamera identisch, nur die Belichtungszeit wurde verl&#228;ngert, dieses Mal auf 25 Sekunden. Der Quadrocopter wurde mit einer langsamen Drehbewegung, einmal von unten nach oben und wieder zur&#252;ck, gesteuert. An diesem Bild gef&#228;llt mir pers&#246;nlich der gleichm&#228;&#223;ige Wechsel der Farben, sowie die Tatsache, dass der Quadrocopter selbst nicht zu erkennen ist. Dieses Bild ist als erstes einer Serie entstanden.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8409269334_5517db4613_b.jpg" rel="lightbox[57353]"><img title="© Carsten Faobam"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8409269334_5517db4613_b-650x701.jpg" alt="© Carsten Faobam" width="650" height="701" class="aligncenter size-medium wp-image-57358" /></a></p>
<p>Bei Nachflugaufnahmen mit Modellen kommt es darauf an, sich vorstellen zu k&#246;nnen, in welchem Bereich das Modell bewegt werden kann, ohne aus dem Bild zu fliegen. Weiterhin sollte man versuchen, die Figuren m&#246;glichst gleichm&#228;&#223;ig zu fliegen, da es sonst zu unsch&#246;nen Zacken kommen kann. Das ist zum Beispiel im n&#228;chsten Bild links zu sehen &#8211; es war aber auch nicht einfach, den Quadrocopter halbwegs dynamisch zwischen den Baumst&#228;mmen zu bewegen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8419760802_007b31eba3_b.jpg" rel="lightbox[57353]"><img title="© Carsten Faobam"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8419760802_007b31eba3_b-650x433.jpg" alt="© Carsten Faobam" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57354" /></a></p>
<p>Ich versuche, mir vor dem Flug vorzustellen, was in der gew&#228;hlten Belichtungszeit fliegerisch zu bew&#228;ltigen ist und wie das Ergebnis aussehen k&#246;nnte. Realistisch muss ich aber zugeben, dass eine geh&#246;rige Portion Zufall mitspielt.</p>
<p>Die Bilder selber sind alle im Raw-Format aufgenommen und in Adobe Lightroom entwickelt. Au&#223;er Beschnitt und einer leichten Erh&#246;hung der Farbs&#228;ttigung wurden nichts weiter ver&#228;ndert. Ein paar Ideen schwirren mir noch durch den Kopf, somit wird es auf jeden Fall eine Fortsetzung geben.</p>
<p>Hier war es schwierig, nicht in an den &#196;sten h&#228;ngen zu bleiben. Bei dem Bild ist der Wunsch aufgekommen, die Beleuchtung noch schaltbar auszuf&#252;hren, um dadurch noch mehr Gestaltungsspielraum zu haben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8418660515_406b811536_b.jpg" rel="lightbox[57353]"><img title="© Carsten Faobam"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8418660515_406b811536_b-650x433.jpg" alt="© Carsten Faobam" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57360" /></a></p>
<p>W&#228;hrend ich diese Zeilen schreibe, bin ich n&#246;rdlich des Polarkreises in Kipisj&#228;rvi unterwegs und der Quadrocopter ist auch mit dabei. Nachdem wir jetzt schon einige Tage hier sind und auch einige Polarlichter fotografieren konnten, wollte ich den Quadrocopter zu Einsatz bringen. Leider ist die Kamera besch&#228;digt, somit bleibt nur die M&#246;glichkeit, ein paar Nachtflugaufnahmen zu machen.</p>
<p>Diese Bilder sind unter extrem widrigen Bedingungen entstanden. Es fing schon damit an, dass der Quadrocopter sich bei einem Testflug am Tage nicht wie gewohnt verhielt. Ein Blick in die Anleitung offenbarte, dass der GPS/Kompass am Polarkreis nicht funktionsf&#228;hig ist, also bleibt nur die manuelle Steuerung.</p>
<p>Am letzten Abend am Kipisj&#228;rvi warteten wir wieder auf die Polarlichter und &#8211; endlich! &#8211; um kurz vor 23Uhr war es soweit. Also schnell den Quadrocopter, die Kamera sowie das Stativ bei -30°C zum zugefrorenen See geschleppt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8610071112_cd712205ce_b.jpg" rel="lightbox[57353]"><img title="© Carsten Faobam"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/8610071112_cd712205ce_b-650x433.jpg" alt="© Carsten Faobam" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-57355" /></a></p>
<p>Leider waren die Polarlichter nicht so extrem wie an den Vorabenden. Trotzdem versuchte ich, einige sinnige Figuren zu fliegen, was sich bei den Bedingungen als nicht wirklich einfach erwies. </p>
<p><em>Der inzwischen eingebauter Schalter zum Ein- und Ausschalten der LED verweigerte den Dienst, auch der Akku war bei den niedrigen Temperaturen wenig motiviert. Aber f&#252;r ein paar Beweisfoto hat es dennoch gereicht.</em></p>
<p></p>
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		<title>Alles oder Nichts?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 06:17:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[architektur]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg Rüger]]></category>
		<category><![CDATA[Minimal]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jörg Rüger</strong></p>„Wenn weniger mehr ist, ist nichts dann alles?“ Diesen Ausspruch des niederl&#228;ndischen Architekten Rem Koolhaas fand ich so interessant, dass ich ihn gern auf meine fotografischen Arbeiten beziehen wollte. Nun ist es nat&#252;rlich wenig sinnvoll, „nichts“ abbilden zu wollen. Aber ich habe den Ausspruch so interpretiert, dass eine deutliche Reduktion dessen, was man abbilden k&#246;nnte, [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Jörg Rüger</strong></p><p><strong>„Wenn weniger mehr ist, ist nichts dann alles?“ Diesen Ausspruch des niederl&#228;ndischen Architekten Rem Koolhaas fand ich so interessant, dass ich ihn gern auf meine fotografischen Arbeiten beziehen wollte.</strong></p>
<p>Nun ist es nat&#252;rlich wenig sinnvoll, „nichts“ abbilden zu wollen. Aber ich habe den Ausspruch so interpretiert, dass eine deutliche Reduktion dessen, was man abbilden k&#246;nnte, gleichzeitig ein Mehr an Ausdrucksm&#246;glichkeiten bietet. </p>
<p>Das fand ich sehr interessant, weil bis dahin mein bisheriges Hauptthema – die Fotografie von verlassenen Orten – eine andere Herangehensweise erforderte. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2631_V2.jpg" rel="lightbox[57476]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2631_V2-650x650.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57487" /></a></p>
<p>Mit Koolhaas&#8217; Ausspruch im Hinterkopf ziehe ich also los und suche mir meine Motive. Ich fokussiere mich dabei auf die Architektur oder architektonische Details. </p>
<p>Das Sch&#246;ne daran ist, dass man diese wirklich &#252;berall findet. Ich trete auf die Stra&#223;e und schon kann es losgehen: Fassaden, Mauern, Z&#228;une, W&#228;nde und vieles andere mehr. </p>
<p>Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob es denn Architekturfotografie ist, was ich da mache. Denn streng genommen hat diese Spielart der Fotografie eigentlich eher dokumentarischen Charakter. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2575.jpg" rel="lightbox[57476]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2575-650x650.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57495" /></a></p>
<p>Das ist es aber nicht, was ich m&#246;chte. Mir ist es nicht wichtig, das gro&#223;e Ganze so abzulichten, wie es jeder sieht. Ganz im Gegenteil, ich m&#246;chte mit der Auswahl von geeigneten Bildausschnitten die Motive auf Fl&#228;chen, Formen, Farben und Strukturen reduzieren und damit das Gesehene abstrahieren. </p>
<p>Die Architektur in meiner Stadt bietet mir viele M&#246;glichkeiten f&#252;r solch eine Umsetzung. Bei einigen Motiven erkennt man dann noch, um welche Sachen es sich handelt, bei vielen aber auch nicht. </p>
<p>Das ist mir aber auch nicht wichtig, wenngleich die Verfremdung nicht mein eigentliches Ziel ist. Mir geht es darum, mit dieser Art der Fotografie eine ver&#228;nderte Wahrnehmung der Objekte zu erreichen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2730_V2.jpg" rel="lightbox[57476]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2730_V2-650x650.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57490" /></a></p>
<p>Die Motive werden hierdurch zu etwas Neuem und erhalten eine Eigenst&#228;ndigkeit. Das Haus, das Dach, das Fenster &#8211; alles bekommt eine neue Funktion, indem es zum Fotomotiv wird. </p>
<p>Die so fotografierten Objekte bieten Raum f&#252;r Assoziationen und erhalten f&#252;r jeden Betrachter eine andere Aussage oder entfalten eine andere Wirkung. Vielleicht enthalten sie auch keine Aussage, sondern werden nur als sch&#246;n oder interessant empfunden. </p>
<p>Wenn es mir gelingt, das Interesse des Betrachters zu gewinnen, die Aufmerksamkeit auf ein Foto zu lenken, dann bin ich zufrieden. Und es freut mich, wenn ich dem einen oder anderen mit einer Aufnahme ein R&#228;tsel aufgebe und ihn so zu einer weitergehenden Auseinandersetzung mit dem Motiv anrege. </p>
<p>Diese mittelbare Interaktion mit Betrachtern meiner Bilder macht f&#252;r mich auch einen der Reize der Fotografie aus.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2734.jpg" rel="lightbox[57476]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2734-650x650.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57491" /></a></p>
<p>Wenn ich also f&#252;r diese Art von Aufnahmen losziehe, dann habe ich meistens keine konkrete Idee im Kopf, bestenfalls vielleicht einen Ort, an den es mich zieht. Ich bereite solch eine Tour auch nicht weiter vor, weder gedanklich noch konzeptionell.</p>
<p>Wenn ich erst einmal f&#252;ndig geworden bin, dann entwickelt sich die Sache meist von allein. Ich fange vorsichtig an, zu fotografieren, taste mich an das Motiv oder die Motive heran und dann passiert oft etwas, was f&#252;r mich den ganz gro&#223;en Reiz an der Fotografie ausmacht: </p>
<p>Die Sache bekommt eine eigene Dynamik, ich &#252;berlege nicht mehr lange, was ich fotografiere, ein Motiv ergibt das n&#228;chste und ganz schnell nimmt mich dieser Prozess gefangen und ich merke gar nicht, wie sich meine Speicherkarte f&#252;llt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_9842.jpg" rel="lightbox[57476]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_9842-650x650.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57493" /></a></p>
<p>So k&#246;nnen dann ganz schnell ein paar Stunden ins Land gehen. Das merke ich dann meist erst, wenn das Licht verschwindet oder die Speicherkarten an ihre Kapazit&#228;tsgrenzen kommen. Am Ende steht dann ein tiefes Gef&#252;hl von Zufriedenheit. </p>
<p>Zuhause geht es dann am Rechner weiter, wobei das Motiv f&#252;r mich die Art und den Umfang der Bearbeitung vorgibt. Meistens bearbeite ich nur sehr wenig. Ich ziehe Belichtung und Kontraste an, sch&#228;rfe etwas nach, korrigiere st&#252;rzende Linien und passe vielleicht auch mal den Bildausschnitt an; das sehe ich ganz undogmatisch.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2743.jpg" rel="lightbox[57476]"><img title="© J&#246;rg R&#252;ger"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/04/MG_2743-650x650.jpg" alt="© J&#246;rg R&#252;ger" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-57497" /></a></p>
<p>F&#252;r mich geh&#246;rt die Ausarbeitung einer Aufnahme am Rechner als zweiter Schritt in dem Prozess dazu. Ganz am Ende steht dann die Pr&#228;sentation der Aufnahmen, denn wie schon ausgef&#252;hrt ist mir ein Austausch &#252;ber die Sachen, die ich mache, irgendwie wichtig. </p>
<p>Und anders w&#252;rde ich ja beispielsweise nicht erfahren, ob ich mit meiner Umsetzung des eingangs erw&#228;hnten Zitats richtig liege: Ist weniger an dieser Stelle tats&#228;chlich mehr?</p>
<p></p>
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		<title>Die Stadt der Blinden</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2013 09:22:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Normen Gadiel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Die Stadt der Blinden]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[José Saramago]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzweiß]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Diego León-Müller</strong></p>Literaturfotografie muss nicht zwingend die Handlung eines Werkes widerspiegeln; die Atmosph&#228;re eines Buches einzufangen war mir in der folgenden Serie wichtiger. In seinem Roman „Die Stadt der Blinden“ beschreibt der Literatur-Nobelpreistr&#228;ger José Saramago eine durch eine Epidemie wie in ein wei&#223;es Meer geh&#252;llte, erblindete Stadt. Die Erblindeten werden in die Quarant&#228;ne einer verlassenen Irrenanstalt geschickt [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Diego León-Müller</strong></p><p><strong>Literaturfotografie muss nicht zwingend die Handlung eines Werkes widerspiegeln; die Atmosph&#228;re eines Buches einzufangen war mir in der folgenden Serie wichtiger.</strong></p>
<p>In seinem Roman „Die Stadt der Blinden“ beschreibt der Literatur-Nobelpreistr&#228;ger José Saramago eine durch eine Epidemie <em>wie in ein wei&#223;es Meer geh&#252;llte</em>, erblindete Stadt.</p>
<p>Die Erblindeten werden in die Quarant&#228;ne einer verlassenen Irrenanstalt geschickt und als das Chaos ausbricht, stellt sich eine Frau, die sehen kann, der Anarchie entgegen. Als das System in der Abschottung auseinanderbricht und kein Soldat mehr da ist, der die wehrlosen Blinden zur&#252;ckhalten kann, brechen die Blinden aus in eine blinde Welt, metaphorisch f&#252;r eine Welt, die unf&#228;hig ist, Gut und B&#246;se zu unterscheiden.</p>
<p>Die Bildserie zur „Stadt der Blinden“ wird, mit den vorliegenden, teilweise gek&#252;rzten Zitaten aus selbigem Buch, im Sommer auf einer Gruppenausstellung der Hochschule Hannover gezeigt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/1.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="1"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/1.jpg" alt="1 - Diego León-M&#252;ller" width="960" height="638" class="alignnone size-full wp-image-55781" /></a></p>
<p>Sollte es je dazu kommen, dass ein Soldat die verschossenen Kugeln zu rechtfertigen hat, dann wird er sicher bei der Fahne schw&#246;ren, er habe aus Notwehr gehandelt, und hinzuf&#252;gen, auch zur Verteidigung seiner unbewaffneten Kameraden, die in einer humanit&#228;ren Mission unterwegs gewesen seien und sich pl&#246;tzlich von einer Gruppe von Blinden bedroht sahen, die ihnen zahlenm&#228;&#223;ig &#252;berlegen war. <em>Am besten w&#228;re es, die verhungern zu lassen, mit dem Tier stirbt auch das Gift.</em></p>
<p><em>Es gibt viele Arten, zum Tier zu werden, das ist nur der Anfang.</em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/4.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="4 Diego León-M&#252;ller "  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/4.jpg" alt="4 Diego León-M&#252;ller " width="960" height="638" class="alignnone size-full wp-image-55786" /></a></p>
<p>Sie klopfte diskret an die T&#252;r, zehn Minuten sp&#228;ter war sie nackt, nach f&#252;nfzehn st&#246;hnte sie, nach achtzehn fl&#252;sterte sie Liebesworte, die sie nicht mehr vorzut&#228;uschen brauchte, nach zwanzig geriet sie ausser sich, nach einundzwanzig f&#252;hlte sie, wie ihr K&#246;rper vor Lust zerbarst, nach zweiundzwanzig schrie sie,<br />
<em>Jetzt, jetzt, </em><br />
und als sie wieder zu Bewusstsein gelangte, sagte sie, ersch&#246;pft und gl&#252;cklich,<br />
<em>Ich sehe noch immer alles wei&#223;.</em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/3.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="3 Diego León-M&#252;ller"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/3.jpg" alt="3 Diego León-M&#252;ller" width="960" height="638" class="alignnone size-full wp-image-55788" /></a></p>
<p><em>Wie geht es Ihnen, Herr Doktor, </em><br />
wir sagen dann<br />
<em>Gut, </em><br />
dabei liegen wir im Sterben, das nennt man im Volksmund,<br />
aus dem Herzen eine M&#246;rdergrube machen. </p>
<p><em>Wenn wir nicht in der Lage sind, ganz wie Menschen zu leben, dann sollten wir wenigstens versuchen, nicht ganz wie Tiere zu leben.</em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/2.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="2 Diego León-M&#252;ller"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/2.jpg" alt="2 Diego León-M&#252;ller" width="960" height="638" class="alignnone size-full wp-image-55789" /></a></p>
<p><em>Blind sein bedeutet nicht tot sein, aber tot sein bedeutet blind sein.</em></p>
<p>Wir w&#252;rden uns schon beim ersten Gedanken kaum vom Fleck r&#252;hren, k&#246;nnten wir immer alle Folgen unseres Handelns voraussehen, w&#252;rden wir ernsthaft dar&#252;ber nachdenken. Gute und Schlechte Ergebnisse unserer Worte und Werke verteilen sich &#252;ber alle Tage der Zukunft, eingeschlossen auch jene endlosen, an denen wir schon nicht mehr hier sein werden. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/5.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="5 Diego León-M&#252;ller"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/5.jpg" alt="5 Diego León-M&#252;ller" width="960" height="638" class="alignnone size-full wp-image-55791" /></a></p>
<p>Dann drehte er sich zum Spiegel um, diesmal fragte er nicht,<br />
<em>Wie kann das sein, </em><br />
er sagte nicht,<br />
<em>Es gibt tausend Gr&#252;nde daf&#252;r, dass das menschliche Gehirn sich verschliesst,</em><br />
er streckte nur die H&#228;nde aus, bis er das Glas ber&#252;hrte, er wusste, dass sein Abbild dort war und ihn anschaute, das Abbild sah ihn, doch er sah sein Abbild nicht.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/6.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="6 Diego León-M&#252;ller "  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/6.jpg" alt="6 Diego León-M&#252;ller " width="960" height="638" class="alignnone size-full wp-image-55792" /></a></p>
<p>Die Augenlider aufgerissen, das Gesicht in Falten, die Augenbrauen j&#228;h zusammengezogen, alles, jeder kann es sehen, durch Angst verzerrt. Mit einer pl&#246;tzlichen Bewegung wird all das, was zu sehen war, hinter den beiden geballten F&#228;usten des Mannes verborgen, als wollte er noch im Innersten seines Hirns das letzte Bild festhalten, ein rotes, rundes Licht an einer Ampel.<br />
<em>Ich bin blind, ich bin blind.<br />
Nichts, als w&#228;re ich mitten in einem Nebel, als w&#228;re ich in ein milchiges Meer gefallen.</em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/8.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="8 Diego León-M&#252;ller"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/8.jpg" alt="8 Diego León-M&#252;ller" width="960" height="640" class="alignnone size-full wp-image-55794" /></a></p>
<p>Da kommt der Nachbar am Arm gef&#252;hrt, aber keine kam darauf zu fragen,<br />
<em>ist Ihnen etwas ins Auge gekommen,</em> das fiel ihnen nicht ein, und so konnte er auch nicht antworten,<br />
Ja, <em>ein milchiges Meer.</em><br />
In dieser Nacht tr&#228;umte der Blinde, er sei blind.</p>
<p><em>Ich h&#246;rte, dass es Menschen gibt, die erblindeten, da dachte ich dar&#252;ber nach, wie es wohl w&#228;re, wenn auch ich erblindete, ich schloss die Augen und probierte es aus, und als ich sie &#246;ffnete, war ich blind.</em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/7.jpg" rel="lightbox[55499]"><img title="7 Diego León-M&#252;ller "  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/7.jpg" alt="7 Diego León-M&#252;ller " width="960" height="640" class="alignnone size-full wp-image-55795" /></a></p>
<p>Er versuchte sich vorzustellen, wie der Ort, an dem er sich befand, aussah, f&#252;r ihn war alles wei&#223;, leuchtend, strahlend, die W&#228;nde waren es und der Boden, den er nicht sehen konnte, und er ertappte sich bei dem absurden Gedanken, dass das Licht und das Wei&#223; dort stanken.<br />
<em>Wir werden hier noch vor Entsetzen verr&#252;ckt.</em><br />
Er wusste, dass er schmutzig war, schmutzig wie wohl noch nie in seinem Leben.<br />
<em>Die Welt ist ganz hier drin.</em></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Ver&#246;ffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Nachfahren von José Saramago.</span></p>
<p></p>
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		<title>Linie gef&#228;llig?</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/03/29/linie-gefallig/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Mar 2013 09:10:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[architektur]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Julian Schulze]]></category>
		<category><![CDATA[Linie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Julian Schulze</strong></p>Dass geometrische Abstraktionen ihren Reiz haben, erkannte ich f&#252;r mich bereits relativ fr&#252;h nach dem Kauf meiner ersten Digitalkamera. Hausfassaden und andere urbane Elemente standen seitdem im Zentrum meines Interesses. Ein besonderes Formelement im st&#228;dtischen Raum, das ich in einer Serie versucht habe zu studieren, ist die Linie. Auf den ersten Blick er&#246;ffneten sich mir [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Julian Schulze</strong></p><p><strong>Dass geometrische Abstraktionen ihren Reiz haben, erkannte ich f&#252;r mich bereits relativ fr&#252;h nach dem Kauf meiner ersten Digitalkamera. Hausfassaden und andere urbane Elemente standen seitdem im Zentrum meines Interesses. Ein besonderes Formelement im st&#228;dtischen Raum, das ich in einer Serie versucht habe zu studieren, ist die Linie.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/On-the-fast-lane.jpg" rel="lightbox[56196]"><img title="On the fast lane © Julian Schulze"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/On-the-fast-lane-650x650.jpg" alt="On the fast lane © Julian Schulze" width="650" height="650" class="alignnone size-medium wp-image-56247" /></a></p>
<p>Auf den ersten Blick er&#246;ffneten sich mir nicht die Vielfalt und die gestalterischen M&#246;glichkeiten, die Linien innewohnen, was sich aber nach einigem Experimentieren bei ausgiebigen Spazierg&#228;ngen mit der Kamera schnell &#228;nderte. </p>
<p>Linien kommen in gerader, gewellter, gebogener oder gewinkelter Form vor, sie k&#246;nnen in ihrem Erscheinungsbild breit oder schmal, unterbrochen oder durchg&#228;ngig – und sicherlich noch vieles von mir Unerw&#228;hntes mehr &#8211; sein.</p>
<p>Ein klassisches Beispiel ist hier f&#252;r mich die wellenf&#246;rmige Linie, die Dynamik ausstrahlt und bei einer ganzen Serie von aufeinanderfolgenden Wellenlinien auch eine Art von Macht verk&#246;rpert, die in eine Richtung wirkt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Sexy-Back.jpg" rel="lightbox[56196]"><img title="Sexy Back © Julian Schulze"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Sexy-Back-650x433.jpg" alt="Sexy Back © Julian Schulze" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-56249" /></a></p>
<p>Hier dr&#228;ngt sich mir das Meer auf, das seine ganze Kraft an den Kliffen entfaltet. Gleichzeitig denke ich aber auch an Organisches, wie R&#252;ckenpartien oder die Wirbels&#228;ule, die dem gebogenen Charakter der Linie entsprechen.</p>
<p>Von dieser geschmeidigen Art der Linie weg, beherbergt die gerade oder verwinkelte Linie eher Eigenschaften der Pr&#228;zision bzw. der Konstruiertheit. </p>
<p>Geraden, die in einem ferneren Punkt zusammenzulaufen scheinen, k&#246;nnen hier einen Eindruck von Unendlichkeit vermitteln und Verwinkelungen eine Verborgenheit oder einen labyrinthartigen Charakter entfalten. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Galactic.jpg" rel="lightbox[56196]"><img title="Galactic © Julian Schulze"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Galactic-650x431.jpg" alt="Galactic © Julian Schulze" width="650" height="431" class="alignnone size-medium wp-image-56252" /></a></p>
<p>Gleichzeitig kann die Beschaffenheit der Breite einer Linie ma&#223;geblich dazu beitragen, ob etwas Filigranes oder viel mehr eine Standhaftigkeit und Stabilit&#228;t von uns wahrgenommen wird. </p>
<p>Das Abstrakte hinter diesen Attributen hat sich auch in den allgemeinen Sprachgebrauch &#252;bertragen. So wird nicht selten eine „geradlinige Politik“ gefordert oder „in den entlegensten Winkeln des Landes“ nach etwas gesucht. Wer ein „Strich in der Landschaft“ ist, wird sicherlich mehr als zart denn robust wahrgenommen…</p>
<p>Fotografisch lassen sich solche Bilder nat&#252;rlich hervorragend im st&#228;dtischen Umfeld erforschen. Die Linie spielt in der Architektur eine herausragende Rolle und die gew&#228;hlte Linienform kann den Charakter eines Geb&#228;udes ma&#223;geblich bestimmen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/The-Lines.jpg" rel="lightbox[56196]"><img title="The Lines © Julian Schulze"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/The-Lines-650x650.jpg" alt="The Lines © Julian Schulze" width="650" height="650" class="alignnone size-medium wp-image-56250" /></a></p>
<p>Ich denke hier beispielsweise an Wolkenkratzer, die durch ihre Geradlinigkeit und auch H&#246;he endlos erscheinen oder das „Shell-Haus“ in Berlin, das durch seine Bauweise einer einzigen „Welle“ gleichkommt. </p>
<p>Es ist lohnenswert, sich einem Geb&#228;ude (oder einem anderen Objekt) auch mal ausschnitthaft zu n&#228;hern und das gro&#223;e Ganze mal au&#223;er Acht zu lassen, da durch solche Aufnahmen nicht selten das Abstrakte besser zur Geltung kommt.</p>
<p>Ganz puristisch bin ich in meiner Serie zugegebenerma&#223;en nicht immer vorgegangen. So kommen zur reinen Linienform nicht selten noch weitere Elemente wie Farbe und Fl&#228;che hinzu, ohne die manche Bilder nicht ihre volle Wirkung entfalten k&#246;nnten. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Parrot.jpg" rel="lightbox[56196]"><img title="Parrot © Julian Schulze"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Parrot-650x650.jpg" alt="Parrot © Julian Schulze" width="650" height="650" class="alignnone size-medium wp-image-56261" /></a></p>
<p>Hier ist in jedem Einzelfall zu entscheiden, ob man die minimalistische Variante zur Pr&#228;sentation w&#228;hlt oder ob weitere Formelemente den Liniencharakter unterstreichen k&#246;nnen. </p>
<p>Auch in der Nachbearbeitung ist durch den Einsatz von Kontrasten m&#246;glich, dass ein Bild einen sehr grafischen, beinahe schon computergenerierten Eindruck vermittelt und die Natur der Linie noch besser erkenntlich gemacht wird. </p>
<p>Hier l&#228;sst sich beispielsweise durch eine hoch-kontrastierte, schwarzwei&#223;e Farbgebung der Linienverlauf noch besser herausarbeiten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Infinity.jpg" rel="lightbox[56196]"><img title="Infinity © Julian Schulze"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Infinity-339x505.jpg" alt="Infinity © Julian Schulze" width="313" height="466" class="alignnone size-thumbnail wp-image-56255" /></a>  <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Snake.jpg" rel="lightbox[56196]"><img title="Snake © Julian Schulze"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/03/Snake-339x511.jpg" alt="Snake © Julian Schulze" width="310" height="462" class="alignnone size-thumbnail wp-image-56254" /></a></p>
<p>Abschlie&#223;end bleibt mir nur zu sagen, dass meine Studie der Linie sehr abwechslungs- und spannungsreich gewesen ist. Es ist erstaunlich, wie allt&#228;gliche, meist gar nicht wahrgenommene Elemente auf einmal ihren Reiz entwickeln k&#246;nnen.</p>
<p>Als ich mich gedanklich spezialisiert und meinen Fokus auf genau diesen Themenbereich gerichtet hatte, er&#246;ffneten sich ganz neue Perspektiven – selbst an mir wohlbekannten Orten.</p>
<p>Die Besch&#228;ftigung mit der Linie lohnt sich, da sie als Element in fast jedem Foto und auch vielen anderen Kunstformen vorkommt. Enden m&#246;chte ich daher mit einem in meinen Augen sehr passenden Zitat von Walter Crane aus seinem Buch <a href="http://www.gutenberg.org/ebooks/25290" target="_blank">„Line and Form“</a>* (1914, S. 47, 48).</p>
<blockquote><p>We see, therefore, that line possesses a constructive and controlling function, in addition to its power of graphic expression and decorative definition. It is the beginning and the end of art.</p>
<p>Wir schlussfolgern, dass die Linie &#252;ber ihr grafisches Ausdrucksverm&#246;gen und ihre dekorative Funktion hinaus, auch eine konstruktive und kontrollierende Funktion erf&#252;llt. Sie ist der Anfang und das Ende von Kunst.</p></blockquote>
<p><span style="color: #888; font-size: small">* Das Buch steht beim Projekt Gutenberg frei zum Download zur Verf&#252;gung.</span></p>
<p></p>
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		<title>Planeten verschlingen</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/03/04/planeten-verschlingen/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 07:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[bratpfannen]]></category>
		<category><![CDATA[christopher jonassen]]></category>
		<category><![CDATA[detail]]></category>
		<category><![CDATA[himmelskörper]]></category>
		<category><![CDATA[kratzer]]></category>
		<category><![CDATA[norwegisch]]></category>
		<category><![CDATA[oberfläche]]></category>
		<category><![CDATA[pfannen]]></category>
		<category><![CDATA[planeten]]></category>
		<category><![CDATA[Projekt]]></category>
		<category><![CDATA[serie]]></category>
		<category><![CDATA[struktur]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie sehen aus wie Planeten, die man durch ein Teleskop betrachtet. Ihre Oberfl&#228;chen sind so verschieden wie nur etwas: Von infernalischen Feuerw&#252;sten bis zu vereisten &#214;dlanden. Je tiefer man sich in den Details dieser Strukturen verloren hat, desto h&#228;rter trifft einen dann die &#220;berraschung. Dass es sich bei den Objekten der Serie „Devour“ des norwegischen [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie sehen aus wie Planeten, die man durch ein Teleskop betrachtet. Ihre Oberfl&#228;chen sind so verschieden wie nur etwas: Von infernalischen Feuerw&#252;sten bis zu vereisten &#214;dlanden. Je tiefer man sich in den Details dieser Strukturen verloren hat, desto h&#228;rter trifft einen dann die &#220;berraschung.</strong></p>
<p>Dass es sich bei den Objekten der Serie „Devour“ des norwegischen Fotografen <a href="http://www.christopherjonassen.com" target="_blank">Christopher Jonassen</a> mitnichten um weit entfernte Himmelk&#246;rper und fremde Welten handelt. Gut, fremde Welten schon, allerdings befinden diese sich direkt unter unseren Nasen. Genauer: In unseren K&#252;chen.</p>
<p>Dort kam ihm auch die Idee zur Serie, als ihm der Zustand der Kochutensilien in der WG-K&#252;che auffiel, in der er w&#228;hrend eines Aufenthaltes in Australien lebte. Der Anblick der abgenutzten, abgek&#228;mpften, m&#252;de gewordenen Oberfl&#228;chen der Bratpfannen lenkte ihn auf den Weg tieferer &#220;berlegungen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_03.jpg" rel="lightbox[54231]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_03-650x650.jpg" alt="Devour © Christopher Jonassen" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54233" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_04.jpg" rel="lightbox[54231]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_04-650x650.jpg" alt="Devour © Christopher Jonassen" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54234" /></a></p>
<p>Er war fasziniert davon, wie der t&#228;gliche Gebrauch das Metall der Pfannen abtrug, mit jedem winzigen Kratzer, den man ihnen nach und nach zuf&#252;gt. Seit 2004 fotografiert er bereits Objekte &#8211; Hunderte, seitdem &#8211; mit dem grundlegenden Gedanken, &#252;ber die sich st&#228;ndig wiederholenden und banalen T&#228;tigkeiten unseres t&#228;glichen Alltags zu meditieren.</p>
<p>Christopher sagt, er wollte eine Verbindung herstellen zwischen den kleinen Wunden, die wir jeden Tag hinterlassen und dem enormen Effekt, zu dem diese sich &#252;ber die Zeit aufsummieren.</p>
<p>Indem er diese kleinen Dinge, die uns t&#228;glich umgeben, auf diese Art genauer untersucht, unter die Lupe nimmt und im Gro&#223;format als Hauptakteure einer Serie pr&#228;sentiert, l&#228;sst er ihnen die Aufmerksamkeit zukommen, die ihnen meistens fehlt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_07.jpg" rel="lightbox[54231]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_07-650x650.jpg" alt="Devour © Christopher Jonassen" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54235" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_08.jpg" rel="lightbox[54231]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_08-650x650.jpg" alt="Devour © Christopher Jonassen" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54236" /></a></p>
<p>Der geistige Sprung von den Schnitten, die wir unseren Bratpfannen zuf&#252;gen hin&#252;ber zur stellvertretenden Darstellung der Sch&#228;den, die wir Mutter Erde antun, war dann nur noch ein kleiner.</p>
<p>Seine Sorge darum, wie wir mit unserem Planeten umgehen, findet sich auch im Namen seiner Serie wieder. Devour: Auffressen, vertilgen, verschlingen. Gefr&#228;&#223;ig zerst&#246;ren, verbrauchen und verschwenden; etwas wahrhaftig ausbeuten.</p>
<p>Um die Strukturen und Details hierf&#252;r besonders hervorzuheben, hat er verschiedene &#214;le und Fl&#252;ssigkeiten benutzt. Als er auf der Suche nach weiteren Pfannen f&#252;r sein Projekt war, &#252;berraschte es ihn schier, wie viele seiner Freunde und Familienmitglieder alte Pfannen in ihren Kellern und Dachb&#246;den aufbewahrten.</p>
<p>Sie wurden nicht mehr benutzt, aber aus irgendeinem Grund trotzdem nicht weggeworfen. Scheinbar schienen sie die Sch&#246;nheit der benutzten, ausrangierten Alltagsgegenst&#228;nde irgendwie zu sch&#228;tzen, ohne genau zu wissen, warum &#252;berhaupt und ohne genau dar&#252;ber nachzudenken.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_09.jpg" rel="lightbox[54231]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_09-650x650.jpg" alt="Devour © Christopher Jonassen" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54237" /></a></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_10.jpg" rel="lightbox[54231]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/Devour_10-650x650.jpg" alt="Devour © Christopher Jonassen" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54238" /></a></p>
<p>F&#252;r seine Fotoserie am besten geeignet waren die schweren Pfannen, die er aus den Winterlagern der Pfadfinder bekam. Sie waren schwarzgebrannt und von Messern zerkratzt. Auch eine Art von Ehrenabzeichen.</p>
<p><em>Damit zu kochen w&#252;rde Christopher allerdings nicht empfehlen. Er selbst kocht am liebsten mit rohen, frischen Zutaten, nach M&#246;glichkeit auch aus lokalem Anbau. Der Schl&#252;ssel zu einer gesunden Ern&#228;hrungsweise.</em></p>
<p></p>
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		<title>Im Gespr&#228;ch mit Samuel Poromaa</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/02/19/im-gesprach-mit-samuel-poromaa/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2013/02/19/im-gesprach-mit-samuel-poromaa/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 06:54:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Samuel Poromaa</strong></p>Kurzes Vorwort, langes Interview: Manchmal findet man als Interviewer erst im Gespr&#228;ch selbst heraus, dass der K&#252;nstler, den man sowieso vorstellen m&#246;chte, noch viel interessanter ist als man dachte. Und jede Menge spannende Gedanken hat, die er im Folgenden mit uns und Euch teilt. „Contact“ aus der Serie „The Silence Of Many“ Hallo Samuel. Danke, [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Samuel Poromaa</strong></p><p><strong>Kurzes Vorwort, langes Interview: Manchmal findet man als Interviewer erst im Gespr&#228;ch selbst heraus, dass der K&#252;nstler, den man sowieso vorstellen m&#246;chte, noch viel interessanter ist als man dachte. Und jede Menge spannende Gedanken hat, die er im Folgenden mit uns und Euch teilt.</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/contact__the_silence_of_many__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/contact__the_silence_of_many__by_poromaa-650x650.jpg" title="Contact (The Silence Of Many) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54506" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Contact“ aus der Serie „The Silence Of Many“</span></p>
<p><strong>Hallo Samuel. Danke, dass Du Dir die Zeit f&#252;r ein Interview mit uns nimmst. Zuerst, erz&#228;hl uns doch mal ein bisschen was &#252;ber Dich: Wer bist Du, was machst Du?</strong></p>
<p>Mein Name ist Samuel Poromaa, ich bin ein schwedischer K&#252;nstler und lebe in Stockholm. Ich wurde 1960 in Kiruna geboren, das ist eine kleine Bergbau-Gemeinde weit oben im Norden von Schweden nahe dem Gebirge, das die nat&#252;rliche Grenze zwischen Schweden und Norwegen bildet.</p>
<p>Ich bin eigentlich wirklich kein Fotograf. Na gut, man k&#246;nnte wohl sagen, dass ich ein Fotograf geworden bin, da ich ja Fotos mache, aber in meiner Vorstellung bin ich ein konzeptioneller K&#252;nstler, dessen Handwerkszeug im Moment die Kamera und die digitale Dunkelkammer sind. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/bones__the_site__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/bones__the_site__by_poromaa-650x650.jpg" title="Bones (The Site) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54504" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Bones“ aus der Serie „The Site“</span></p>
<p>Obwohl ich schon seit den sp&#228;ten 70er Jahren mit einer Kamera Schnappsch&#252;sse mache, vor allem, um Fotos als so eine Art Skizzenbuch f&#252;r meine Gem&#228;lde zu benutzen, habe ich damals nicht eine Sekunde daran gedacht, dass die Kamera selbst auch das haupts&#228;chliche Werkzeug f&#252;r Kunst sein k&#246;nnte.</p>
<p>Nachdem in den 1990er Jahren mein Studium abgeschlossen war, habe ich im Grunde nur gemalt und alles, was ich machte, um mir eine Karriere mit Ausstellungen in ganz Schweden aufzubauen, drehte sich st&#228;ndig um Farben und Pinsel und Leinw&#228;nde und das ganze Zeug.</p>
<p>Daher denke ich heute auch mehr wie ein Maler, wenn ich mit der Kamera und der digitalen Dunkelkammer arbeite &#8211; und ich bin &#252;berzeugt davon, dass es einen Unterschied im Denken gibt. Das ist meine Erfahrung, nachdem ich K&#252;nstler und Fotografen getroffen und mit allen &#252;ber die Fragen der Gemeinsamkeiten diskutiert habe. Heute f&#252;hle ich mich etwas zwischen zwei Welten h&#228;ngend, aber im Herzen werde ich wohl immer ein Maler sein.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/yellow_skeleton__playground__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/yellow_skeleton__playground__by_poromaa-650x650.jpg" title="Yellow Skeleton (Playground) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54524" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Yellow Skeleton“ aus der Serie „Playground“</span></p>
<p><strong>Wie bist Du denn &#252;berhaupt zur Kunst &#8211; also zuerst zur Malerei &#8211; gekommen?</strong></p>
<p>Als Kind und Jugendlicher in Kiruna drehte sich mein Leben ziemlich um die Kunst der Cartoons, ich habe eine Menge gezeichnet und mochte Superhelden sehr gern, habe also Comics (vor allem von Marvel) gesammelt, die zumindest damals dort sehr schwer zu bekommen waren. </p>
<p>Genau genommen war es so eine Art Wettstreit zwischen uns Jungs, an die Magazine heranzukommen, sie aus den Staaten zu importieren, sie untereinander zu tauschen oder sie manchmal sogar zu stehlen. Ich denke, dass mein heutiges gro&#223;es Interesse und die Inspiration aus aktueller Popkultur damals angeregt wurden, als ich Mitte der 70er als Teenager von den Fantastischen Vier oder Captain America las und davon tr&#228;umte, Cartoonzeichner zu werden.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/12__numbers__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/12__numbers__by_poromaa-650x650.jpg" title="12 (Numbers) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54503" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„12“ aus der Serie „Numbers“</span></p>
<p>Meine erste echte Begegnung mit der Malkunst trug sich auf einer Schulexkursion nach Amsterdam zu. Ich war 15 und es war meine erste Reise au&#223;erhalb Schwedens ohne meine Eltern. Daher drehten sich meine Gedanken nat&#252;rlich nicht prim&#228;r um Kultur und Kunst. Aber wir landeten trotzdem im Rijksmuseum und dieser Besuch &#228;nderte einfach alles f&#252;r mich: Ich entschied, Maler zu werden.</p>
<p>So studierte ich nach meinem Abitur zwei Jahre lang an der Sunderby Folkh&#246;gskola die technischen Grundlagen der Kunst und sp&#228;ter Malerei am Konstfack University College of Arts, Crafts and Design in Stockholm, wo ich 1989 meinen Abschluss als Master of Fine Arts MFA machte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/reserved__keep_on_walking__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/reserved__keep_on_walking__by_poromaa-650x577.jpg" title="Reserved (Keep On Walking) © Poromaa" width="650" height="577" class="aligncenter size-medium wp-image-54516" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Reserved“ aus der Serie „Keep On Walking“</span></p>
<p><strong>Wie ist es passiert, dass sich dieser Maler dann in einen Fotografen verwandelte?</strong></p>
<p>Etwa um 1997 habe ich die Malerei aufgegeben, weil ich genug von dem hatte, was ich tat und weil die Galerie, mit der ich seit fast acht Jahren zusammengearbeitet hatte, geschlossen wurde. Es war also Zeit f&#252;r mich, weiterzuziehen und ich wollte auch, dass sich etwas &#228;nderte; ich wollte diesen ziemlich traditionellen Kunstweg verlassen und andere M&#246;glichkeiten erkunden.</p>
<p>Also begab ich mich in die virtuelle Welt und machte quasi alles, was nichts mit Malerei zu tun hatte: Video, digitale Bilderzeugung, Fotografie und sogar Grafikdesign. Ich bewegte mich also von eher klassischen Landschaftsmalereien beinahe romantischer Tradition hin zu Dingen, bei denen es eher um Konzepte und Ideen ging. So weit wie m&#246;glich weg von den &#228;sthetischen Auffassungen, die bisher mein Alltag gewesen waren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/together__keep_on_walking__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/together__keep_on_walking__by_poromaa-650x650.jpg" title="Together (Keep On Walking) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54522" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Together“ aus der Serie „Keep On Walking“</span></p>
<p>Aber auf diesem Weg f&#252;hlte ich mich irgendwann auch, als w&#252;rde ich genau die Dinge machen, die ich machen musste, um „zeitgen&#246;ssisch“ zu sein. Ich hatte mehr und mehr ein Gef&#252;hl der Unzufriedenheit, fragte viele „Warums“ &#8211; und mich selbst, was ich machen muss, um mir treu zu bleiben.</p>
<p>Es war dann etwa um das Jahr 2000, dass ich anfing, nach einem Weg zu suchen, Kunst so zu machen, dass ich nicht zur&#252;ck zu den Landschaften, mich aber trotzdem auch nicht dem Strom der anti-&#228;sthetischen oder sogar anti-visuellen Kunst anschlie&#223;en musste. Die Fotografie schien ein Medium zu sein, das zwischen diesen beiden Extremen liegt und das ich genauer entdecken wollte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/composed__keep_on_walking__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/composed__keep_on_walking__by_poromaa-650x650.jpg" title="Composed (Keep On Walking) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54505" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Composed“ aus der Serie „Keep On Walking“</span></p>
<p><strong>Als ein K&#252;nstler, der schon mit so vielen verschiedenen Medien gearbeitet hat, hast Du eine ganz grundlegende Philosophie bei allem, was Du machst?</strong></p>
<p>Ich bin ein &#196;sthet. Die &#196;sthetik eines Bildes ist das Herzst&#252;ck dessen, worum ich mich als K&#252;nstler immer k&#252;mmern muss. Aber gleichzeitig glaube ich, dass es mehr geben muss als nur das visuelle Vergn&#252;gen der &#196;sthetik, um ein interessantes Bild oder Kunst zu machen. </p>
<p>Manchmal denke ich, dass die &#196;sthetik die Funktion einer T&#252;r hat, die bestenfalls zu einem Raum f&#252;hrt, wo das Konzept des Kunstwerks auf das Publikum wartet. Man kann ohne diese T&#252;r nicht in den Raum mit dem Konzept gelangen, aber andererseits ist eine T&#252;r, die nirgendwohin f&#252;hrt, ziemlich sinnlos. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/square_one__square_one__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/square_one__square_one__by_poromaa-650x650.jpg" title="Square One (Square One) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54517" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Square One“ aus der Serie „Square One“</span></p>
<p>F&#252;r mich ist die Fotografie das Bild in seiner reinen Form und es geht dabei auch um visuelles Vergn&#252;gen und die Kunst, zu sehen, aber sie kann auch einer konzeptuellen Art, die Welt und seine eigenen inneren Gedanken zu erkunden, dienen. </p>
<p>Die Fotografie wird immer mit dem Auge und mit „Realit&#228;t“ verbunden sein, was eine interessante Abgrenzung ist, mit der man umgehen muss, weil die Arbeit mit der Kamera immer durch das definiert ist, was man selbst und was die Kamera sieht. Das ist aber per Definition nicht das Gleiche, wie die Realit&#228;t objektiv oder wahrheitsgetreu zu beschreiben.</p>
<p>Das ist nicht m&#246;glich; es ist und wird immer eine Sache der Subjektivit&#228;t und der Komplexit&#228;t, eine dreidimensionale Wahrnehmung auf die flache Oberfl&#228;che eines Fotos zu &#252;bertragen, sein. Dadurch entfernt sich alles umso weiter von Objektivit&#228;t. Die Wahrheit &#252;ber die Realit&#228;t wird immer ein offenes Problem sein. Das ist ein wichtiger Faktor und das, was mich antreibt, k&#252;nstlerisch zu arbeiten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/omen__underneath__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/omen__underneath__by_poromaa-650x650.jpg" title="Omen (Underneath) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54511" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Omen“ aus der Serie „Underneath“</span></p>
<p><strong>Was f&#252;r ein Fotograf bist Du, was willst Du zeigen?</strong></p>
<p>Ich versuche, das zu benutzen, was ich sehe, dabei erkunde ich das urbane Umfeld, dessen Teil ich auch bin und versuche, eine andere Geschichte zu erz&#228;hlen, die dann aber fast immer auf meiner eigenen T&#252;rschwelle endet, wenn man so will.</p>
<p>Zum Beispiel war eines meiner ersten Projekte, Fotos von der Stra&#223;e zu machen. Aber nicht so, wie es vielleicht ein Stra&#223;enfotograf tun w&#252;rde, sondern indem ich die Kamera auf den Boden gerichtet und Aufnahmen vom Asphalt gemacht habe. Also den Beton als eine Art Repr&#228;sentation f&#252;r eine Landschaft oder sogar einen alternativen Atlas der Welt benutzt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/the_monument__underneath__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/the_monument__underneath__by_poromaa-650x650.jpg" title="The Monument (Underneath) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54520" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„The Monument“ aus der Serie „Underneath“</span></p>
<p>Ich erhalte viele Kommentare, dass meine urbanen Fotos sehr leer und fast immer auch ohne die Pr&#228;senz von Lebens seien. Und das ist nat&#252;rlich richtig, zumindest oberfl&#228;chlich betrachtet. Ich habe dar&#252;ber viel nachgedacht: Ich meine, mit Urbanit&#228;t zu arbeiten, sollte das nicht gerade vom Leben und der Anwesenheit der Menschheit handeln?</p>
<p>Wenn man das einen Stra&#223;enfotografen fragt, ist die Antwort zweifelsfrei „ja“, aber f&#252;r mich ist die Frage nicht so leicht zu beantworten. Wenn man genau hinsieht, stellt man fest, dass meine Bilder indirekt auch vom Leben handeln. Das ist auch die Idee dahinter und sehr wichtig f&#252;r mich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/perimeter_patrol__schematics__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/perimeter_patrol__schematics__by_poromaa-650x650.jpg" title="Perimeter Patrol (Schematics) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54513" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Perimeter Patrol“ aus der Serie „Schematics“</span></p>
<p><strong>Was inspiriert Dich?</strong></p>
<p>Diese Idee, das Leben auf indirekte Art darzustellen, wurde bei mir von der Welt eines Spiels inspiriert. Genauer gesagt eines Spieles, das ich 2000 gespielt habe und auch durch einen Film, der um die gleiche Zeit hier im schwedischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.</p>
<p>Das Spiel war die erste Ausgabe von „Deus Ex“, einem Computer-Rollenspiel, das eine dunkle Story &#252;ber eine Verschw&#246;rung und Technologie und die Andeutung vom Gott in der Maschine hat, angesiedelt in einer urbanen und dystopischen Umgebung. Die &#196;sthetik dieses Spiels hat mich sehr inspiriert, obwohl ich jetzt wei&#223;, warum die Umgebung dort so dunkel und leer war &#8211; eine Konsequenz der unzureichenden Technologie zu dieser Zeit.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/proboscis_ii__the_elephant_song__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/proboscis_ii__the_elephant_song__by_poromaa-650x650.jpg" title="Proboscis II (The Elephant Song) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54514" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Proboscis II“ aus der Serie „The Elephant Song“</span></p>
<p>Der Film, den ich sah, war „Langoliers“, nach einem Buch von Stephen King, in dem es um eine Gruppe von Menschen geht, die irgendwie in einem Zwischenraum von Jetzt und Damals gefangen werden. Sie treiben in einem Limbus, in dem alles schon passiert ist und Dinge, die erst kommen, noch nicht passiert sind. Also ist die Welt leer bis auf die Spuren der menschlichen Aktivit&#228;t, die man auch in leeren R&#228;umen in der Realit&#228;t vorfindet.</p>
<p>Diese Ideen sind sozusagen der Schl&#252;ssel dazu, wie ich mit meinen urbanen Erkundungen umgehe. Ich versuche, die Umgebung zwischen zwei Ereignissen zu benutzen, indem ich nach &#220;berresten suche, die f&#252;r mich viel interessanter sind als die Ereignisse selbst. Ich w&#252;rde sagen, dass fast jedes Bild aus meiner Serie „Urban Walks“ das Ergebnis der Suche nach diesen Spuren zwischen den Ereignissen, nach Spuren des Lebens, menschlicher Aktivit&#228;ten ist.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/out__a_place_of_none__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/out__a_place_of_none__by_poromaa-650x650.jpg" title="Out (A Place Of None) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54512" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Out“ aus der Serie „A Place Of None“</span></p>
<p><strong>Du scheinst immer in Serien zu arbeiten.</strong></p>
<p>Um ehrlich zu sein, kann ich mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal nur ein einzelnes Bild gemacht habe. Diese Art zu arbeiten sagt nat&#252;rlich alles &#252;ber mich aus, der ich immer versuche, eine Geschichte zu erz&#228;hlen. Obwohl die meisten dieser „Geschichten“ in ihrer Form recht frei sind &#8211; eher wie fragmentierte Ideen oder Fragen in visueller Form &#8211; bin ich mir sicher, dass diese Arbeitsweise meinem Kindheitstraum, ein Cartoonzeichner zu werden, entspringt.</p>
<p>Irgendwie bin ich wieder da, wo ich angefangen habe &#8211; nur ohne die Superhelden.</p>
<p>Da sind Serien, die wie Comicstrips sind: Kurz und hoffnungsvoll s&#252;&#223; wie etwa „The Elephant Song“ oder „Schematics“ und dann sind da auch die niemals endenden Geschichten. „Urban Walks“ ist eine, an der ich st&#228;ndig weiterarbeite und 2011 ein Buch mit 144 Bildern dieser fortlaufenden Geschichte ver&#246;ffentlicht habe. Das Gleiche gilt f&#252;r die Serie „Resonance“, die ich gerade f&#252;r eine Ausstellung hier in Stockholm vorbereite.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/red_devil__a_place_of_none__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/red_devil__a_place_of_none__by_poromaa-650x650.jpg" title="Red Devil (A Place Of None) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54515" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Red Devil“ aus der Serie „A Place Of None“</span></p>
<p><strong>Welche Funktion haben die Titel der Bilder und Serien in Deinen Arbeiten?</strong></p>
<p>Titel sind essentiell und ich muss sogar sagen, dass ich manchmal Bilder, die ich eigentlich mochte, aus einer Serie oder &#252;berhaupt ausgeschlossen habe, weil ich es nicht geschafft habe, den richtigen Dreh f&#252;r den Titel zu finden. Sie sind also sicherlich ein zentraler Teil meines k&#252;nstlerischen Konzeptes.</p>
<p>Aber es gab auch Zeiten, in denen ich meinen Bildern &#252;berhaupt keine Namen gegeben habe. Ich hatte diese Idee, das Feld f&#252;r den Betrachter komplett offen zu lassen, damit er selbst eine Idee entwickeln oder meine Arbeit selbst konzeptuell erleben kann. Vollkommen getrennt von jeglichen Ideen, die ich vielleicht hatte, als ich das Bild kreiert habe. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/take_a_seat__urban_walks__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/take_a_seat__urban_walks__by_poromaa-650x650.jpg" title="Take A Seat (Urban Walks) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54518" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Take A Seat“ aus der Serie „Urban Walks“</span></p>
<p>Und da Worte, die geschriebene Sprache, in ihrer Natur so suggestiv sind, wenn sie in den Kopf kommen, weil sie so viel st&#228;rker als Bilder sind, dem Publikum eine Idee zu suggerieren oder sogar in den Geist zu pflanzen, hatte ich entschieden, gar keine Titel zu vergeben. Ich wollte auch klar machen, dass ich nicht Literatur mache, sondern ein visueller K&#252;nstler bin.</p>
<p>Diese Idee, dass die Kunst zwangsl&#228;ufig so etwas wie eine offene Frage ist, ist nat&#252;rlich immer noch im Zentrum dessen, was ich tue. Ich glaube, dass man als K&#252;nstler seine Arbeiten an einem bestimmten Punkt „aussetzen“ und sie den Betrachtern &#252;bergeben muss. F&#252;r die Umsetzung der Idee von offenen Fragen wiederum sind Bilder sehr viel st&#228;rker, verglichen mit dem geschriebenen Wort.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/biscuit_urban_walks_by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/biscuit_urban_walks_by_poromaa-650x650.jpg" title="Biscuit (Urban Walks) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54538" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Biscuit“ aus der Serie „Urban Walks“</span></p>
<p><strong>Warum setzt Du Titel heute in Deinen Arbeiten dann doch wieder ein?</strong></p>
<p>Wenn ich ehrlich bin, mag ich es ja, Ideen anzuregen und Geschichten zu erz&#228;hlen. Ich bin ein konzeptueller K&#252;nstler und Ideen kommen in diesem Territorium von ganz allein, sozusagen. Wenn man also nicht gerade Kunst in Form von Installationen macht, sondern Bilder allein, dann k&#246;nnen die Titel eine M&#246;glichkeit sein, das Erlebnis einer &#252;bertragenen Idee oder &#8211; pr&#228;ziser &#8211; einer gestellten Frage, zu verbessern. </p>
<p>Titel funktionieren f&#252;r mich auf die gleiche Weise f&#252;r das Konzept eines Werkes wie die &#196;sthetik dazu beitr&#228;gt, das Konzept zu erreichen; also wieder so etwas wie eine T&#252;r f&#252;r den Zugang. Und obwohl ich immer noch nicht sicher bin, ob das wirklich notwendig ist, finde ich es fesselnd, Titel als Teil oder zur Verbesserung der Erfahrung zu benutzen. Oder sogar, um Dinge zu problematisieren, die Frage genauer zu stellen.</p>
<p>Wenn Du all das bedenkst, kannst Du die Komplexit&#228;t des Prozesses, Bilder mit Titeln f&#252;r eine Serie zu versehen, verstehen und wie schwer das sein kann. Aber gleichzeitig auch, wie interessant es ist, diese Gegens&#228;tze auszubalancieren. Den Drang zu haben, &#252;ber Ideen zu „sprechen“, Fragen zu stellen oder zumindest, sie sichtbar zu machen, gleichzeitig dem Betrachter aber nicht vorgeben zu wollen, was er denken soll, die Antwort zu verraten oder die ganze Geschichte auf einem Silbertablett zu pr&#228;sentieren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/happydays_i__urban_walks__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/happydays_i__urban_walks__by_poromaa-650x650.jpg" title="Happy Days I (Urban Walks) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54507" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Happy Days I“ aus der Serie „Urban Walks“</span></p>
<p><strong>Deine Serien wie auch die Bilder innerhalb der Serien haben eigene Titel &#8211; da stellst Du aber viele Fragen!</strong></p>
<p>Es gibt da einen feinen Unterschied in meinem Denken, wenn es darum geht, Titel f&#252;r Serien zu finden oder f&#252;r einzelne Bilder. Die Serie ist sozusagen der K&#246;rper und die Titel dieser K&#246;rper entspringen fast immer Dingen, die nicht zwingend offensichtlich sind. </p>
<p>„Urban Walks“ ist nat&#252;rlich ein Titel, der ist, was er ist: Ich laufe in der urbanen Landschaft rum und versuche, diese Spazierg&#228;nge irgendwie zu visualisieren. Aber selbst hier ist eine leichte St&#246;rung im Titel, da die Art der Darstellung gerade nicht dokumentarisch ist. Wenn man Titel wie „The Village“, „The World Map“ oder „Resonance“ betrachtet, sind sie schon eher am offensichtlichen Ende der Skala angeordnet.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/happydays_ii__urban_walks__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img title="Happy Days II (Urban Walks) © Poromaa"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/happydays_ii__urban_walks__by_poromaa-650x650.jpg" alt="Happy Days II (Urban Walks) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54508" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Happy Days II“ aus der Serie „Urban Walks“</span></p>
<p><strong>Kannst Du noch mehr &#252;ber diese Beispiele sagen?</strong></p>
<p>Als ich „The Village“ machte, war mein erster Gedanke, es irgendwas um „The Ghost Town“ herum zu nennen, weil der Ort, an dem ich fotografierte, eine Ahnung von genau dem hatte: Einer Stadt voller Geister. Und ich stellte mir vor, wie die Graffiti auf den W&#228;nden und in der Umgebung so eine Art fortdauernde Unterhaltung der Geister an diesem Ort w&#228;ren, dass die Tags, Krakeleien und unvollst&#228;ndigen Nachrichten in einer Geistersprache geschrieben wurden oder sogar ihre visuellen Stellvertreter sind.</p>
<p>Aber als ich dann mit der Nachbearbeitung begann, f&#252;hlte ich eine auff&#228;llige &#196;hnlichkeit mit dem Ort und dem dargestellten Milieu, an das ich mich aus dem Film „The Village“ erinnerte. Der Film spielt an einem Ort, der von hohen W&#228;nden und einem „beobachtenden“ Wald umgeben ist. Das Licht und die Atmosph&#228;re vor Ort erinnerten mich auch sehr an meine Erfahrung des Films und die Idee seiner darunterliegenden Geschichte war nicht so weit von meinen urspr&#252;nglichen Gedanken entfernt, aber offener, soweit die Ideen &#228;hnlich sind. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/it_s_a_living__urban_walks__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img title="It&#039;s A Living (Urban Walks) © Poromaa"  src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/it_s_a_living__urban_walks__by_poromaa-650x433.jpg" alt="It&#039;s A Living (Urban Walks) © Poromaa" width="650" height="433" class="aligncenter size-medium wp-image-54509" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„It&#8217;s A Living“ aus der Serie „Urban Walks“</span></p>
<p>„The World Map“ ist ein Titel, der sich ganz darum dreht, die Welt auf eine alternative Art als Landschaften oder Orte wahrzunehmen. Die Bildebene besch&#228;ftigt sich auch mit dem Wechsel der Perspektive. Oberfl&#228;chlich betrachtet sind es Bilder, die zeigen, was man sieht, wenn man die Kamera auf die Asphaltoberfl&#228;che oder einfach den Boden richtet. Aber ich habe die Bilder immer als fast topografische Ansichten eines alternativen Universums gesehen.</p>
<p>„Resonance“ entstand aus einer Idee von Ger&#228;uschen und Musik. Ich erinnere mich daran, dass ich sehr viel &#252;ber die verschiedenen Kl&#228;nge nachdachte, die die Container machen, wenn man auf ihnen klopft &#8211; je nachdem, ob sie leer oder mit etwas gef&#252;llt sind. Diese fundamentale Idee funktioniert seitdem f&#252;r die Serie, obwohl es um so viel mehr geht als nur ein Metallecho, das durch die Stille hallt. </p>
<p>Aber da der Titel so offen gehalten ist wie ich es mag, habe ich ihn behalten und denke inzwischen auch nur sehr selten an Kl&#228;nge, wenn ich neue Bilder zur Serie hinzuf&#252;ge. Wenn man sehr lange an einer Serie arbeitet, tendiert sie immer dazu, sich zu bewegen und zu verschieben, ein Eigenleben zu entwickeln &#8211; und das ist ja gerade das wirklich Interessante daran.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/the_ballad_of_yang_ming__resonance__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/the_ballad_of_yang_ming__resonance__by_poromaa-650x500.jpg" title="The Ballad Of Yang Ming (Resonance) © Poromaa" width="650" height="500" class="aligncenter size-medium wp-image-54519" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„The Ballad Of Yang Ming“ aus der Serie „Resonance“</span></p>
<p><strong>Steckst Du manchmal besondere Wendungen oder Hinweise in Deine Titel, um den Betrachter etwas mehr in eine bestimmte Richtung zu lenken?</strong></p>
<p>Wenn ich meinen Bildern Titel gebe, versuche ich alles, um Hinweise zu geben, zu problematisieren oder die Wahrnehmung des Betrachters vom Offensichtlichen abzulenken und etwas von der Realit&#228;t in die imagin&#228;re Welt zu ziehen. Verbunden damit, wie ich meine Vorstellungskraft benutze, wenn ich Dinge sehe, aber ohne ein Dogma. </p>
<p>Das kann alles sein von Ironie &#252;ber Humor bis zu poetischen Reflexionen oder schlichtem Unsinn. Es kann darum gehen, etwas zu sagen, das im Widerspruch zum Sichtbaren steht oder etwas, das ich direkt vom Bild aufgreife, nicht immer das Offensichtliche, eher Dinge, die hinter den Kulissen warten &#8211; die kleineren Dinge, sozusagen.</p>
<p>Beispiele w&#228;ren die zwei Bilder „Happy Days“ 1 und 2 und „It&#8217;s A Living“ aus der Serie „Urban Walks“, dort sind die Titel ein bisschen ironisch oder, um genauer zu sein, tragi-komische Reflexionen dessen, was ich gesehen oder erlebt habe. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/there_is_a_zebra_outside_my_window_by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/there_is_a_zebra_outside_my_window_by_poromaa-650x650.jpg" title="There Is A Zebra Outside My Window (The World Map) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54521" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„There Is A Zebra Outside My Window“ aus der Serie „The World Map“</span></p>
<p>Im Kontrast dazu hat „The Ballad Of Yang Ming“ aus „Resonance“ einen Titel, der einen anderen, eher romantischen und poetischen Ton anschl&#228;gt, ein Hauch von Zeit und Reise, die Echos des Jetzt und Damals. </p>
<p>Aus „The World Map“ ist „There Is A Zebra Outside My Window“ erw&#228;hnenswert; der Titel ist fast eine direkte Reflexion dessen, was man im Bild sehen kann, aber er suggeriert etwas anderes. </p>
<p>Und schlussendlich f&#228;llt mir noch „Let Us Enter“ aus der Serie „The Village“ ein, bei dem der Titel sehr eng mit der Idee der Geister verbunden ist. Es geht um meinen Eindruck, dass die Geister sich in Form der Graffiti materialisieren, darauf dr&#228;ngen, einzutreten, vielleicht nur in den Raum hinter der Metallt&#252;r, aber vielleicht auch in Deinen Kopf. Wer wei&#223;?</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/let_us_enter__the_village__by_poromaa.jpg" rel="lightbox[52959]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/02/let_us_enter__the_village__by_poromaa-650x650.jpg" title="Let Us Enter (The Village) © Poromaa" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-54510" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">„Let Us Enter“ aus der Serie „The Village“</span></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Titelbild: „You Shall Not Pass“ aus der Serie „The Village“.</span></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">Ich habe das Interview mit Samuel auf Englisch gef&#252;hrt und anschlie&#223;end ins Deutsche &#252;bersetzt.</span></p>
<p></p>
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		<title>Erz&#228;hlungen &#252;ber mich</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Dec 2012 07:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Rafael Wild</strong></p>Meine Serie, die ich euch heute vorstellen m&#246;chte, entstand in einem Blockseminar an der Freien Fotoschule Stuttgart. An dieser Schule belegen wir in einem Semester drei solcher Seminare. In einem dieser Seminare m&#252;ssen wir innerhalb von vier Tagen eine Serie von f&#252;nf bis sieben Fotos vorlegen. Das Thema wird von unseren Dozenten gestellt und wir [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Rafael Wild</strong></p><p><strong>Meine Serie, die ich euch heute vorstellen m&#246;chte, entstand in einem Blockseminar an der Freien Fotoschule Stuttgart. An dieser Schule belegen wir in einem Semester drei solcher Seminare. In einem dieser Seminare m&#252;ssen wir innerhalb von vier Tagen eine Serie von f&#252;nf bis sieben Fotos vorlegen.</strong></p>
<p>Das Thema wird von unseren Dozenten gestellt und wir erarbeiten dann innerhalb einer Stunde ein Konzept unserer ersten Ideen. Danach hei&#223;t es, an Abgabe und Pr&#228;sentation flei&#223;ig zu arbeiten. Dabei sollen wir auch lernen, die Fotografien richtig zu pr&#228;sentieren. An der Wand, im Rahmen, im Buch und so weiter. Wir sollen auch lernen, &#252;ber diese Fotos zu sprechen, Kritik zu &#252;ben, Kritik anzunehmen und das Kritisierte beim n&#228;chsten Mal erneut anzuwenden und zu verbessern.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094537706_1643e69afc_b.jpg" rel="lightbox[49692]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-49693" title="© Rafael Wild" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094537706_1643e69afc_b-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>In dieser dargestellten Aufgabe sollten wir sieben Bilder mit dem Thema „Erz&#228;hlungen &#252;ber mich“ fotografieren, darin etwas &#252;ber uns erz&#228;hlen. Innerhalb einer Stunde hatte ich mein Konzept geschrieben, es meiner Dozentin vorgelegt und 1000 Ideen im Kopf entwickelt.</p>
<p>Da ich jeden Tag eine Stunde von Ulm nach Stuttgart im Zug sitze, habe ich dort gen&#252;gend Zeit, mir Gedanken &#252;ber mich und meine Fotos zu machen. Meine eigentliche Idee war, die Lieblingsorte meiner Kindheit zu fotografieren.</p>
<p>Aber wie? Wie fotografiere ich so etwas, ohne dass es nach langweiligen Landschaftsfotos aussieht? Wie bringe ich einen Eyecatcher hinein? Wie kann ich die anderen davon &#252;berzeugen, meine Fotos anzusehen? Und wie schaffe ich es &#252;berhaupt, die Lieblingsorte meiner Kindheit erkennbar r&#252;berzubringen? Viele Fragen, keine Antworten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094532217_6b828f8539_b.jpg" rel="lightbox[49692]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-49700" title="© Rafael Wild" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094532217_6b828f8539_b-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>In meinem Konzept stand zwar, dass ich die Orte meiner Kindheit fotografieren wollte, aber noch nicht genau wie. Meine erste entscheidende Idee war es, nachts zu fotografieren &#8211; damit ich Verwischungen ins Foto bekomme und durch die k&#252;nstliche Beleuchtung andere Schatten und sowas erhalte.</p>
<p>Mir fehlte also noch das gewisse Etwas. Die n&#228;chste Idee war, mich selbst in die Fotos mit einzubauen. Aber wie baue ich mich in ein Foto ein, das durch eine Langzeitbelichtung entstehen soll, ohne zu verwackeln? Wenn ich mich bewege, verwische ich und werde eventuell sogar durchsichtig. Verwischt, durchsichtig &#8211; das erinnerte mich an einen Geist.</p>
<p>Wie kann ich mich aber als Geist in ein Foto einbauen &#8211; ohne Photoshop? Das Foto belichten, ganz schnell hineinspringen, umher h&#252;pfen und wieder rausspringen? Dazu m&#252;sste ich mich hell kleiden, damit etwas im Foto zu erkennen ist. Soll ich dazu eine Taschenlampe benutzen, um eine helle, ausbegrannte Stelle zu erzeugen? Wieder Fragen &#252;ber Fragen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094538444_d69391c280_b.jpg" rel="lightbox[49692]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-49694" title="© Rafael Wild" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094538444_d69391c280_b-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>In einem Artikel auf kwerfeldein habe ich einmal bei einer Serie gesehen, was bei einer l&#228;ngeren Belichtungszeit von 1/8 oder 1/6 Sekunde und mit einem Vorhang entstehen kann. Das Modell darin hatte sich einen wei&#223;en Vorhang &#252;bergeworfen und bewegte sich. Durch diese Bewegungen bei einer langen Belichtungszeit kamen Verwischungen zustande.</p>
<p>Es waren nur noch Umrisse, Schatten und dunkle Teile des Gesichtes zu erkennen.  Genau das, was ich wollte! Ich startete mit meiner Kamera, einem Stativ und einem alten, stinkenden Vorhang an meinen ersten Lieblingsort.</p>
<blockquote><p><em>Dworzak wurde einmal gefragt, wie man Fotograf wird.<br />
Seine Antwort fiel knapp aus: Man nimmt einen Fotoapparat und f&#228;hrt irgendwohin.</em></p></blockquote>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094538702_24940bbd3e_b.jpg" rel="lightbox[49692]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-49695" title="© Rafael Wild" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094538702_24940bbd3e_b-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>Das erste Foto entstand auf dem Spielplatz hinter unserem Haus. Ich richtete meine Kamera &#8211; ein 50mm f/1.4 an einer Canon EOS 5D Mark II &#8211; aus und schoss erste Testfotos zur Kontrolle der Belichtungszeit, des Ausschnitts und der Sch&#228;rfe. Und nun – Vorhang schnappen, Selbstausl&#246;ser an und sprinten!</p>
<p>Zur Info: Es ist wirklich nicht einfach, w&#228;hrend des kurzen Sprints vor die Kamera den Vorhang umzuwerfen und nicht hinzufallen, so mitten in der Nacht&#8230;</p>
<p>An der richtigen Stelle angekommen, mit dem Vorhang &#252;ber mir, beobachte ich die Kamera &#8211; in der Hoffnung, dass ich selbst nicht beobachtet wurde. Das blinkende Licht bleibt stehen, das hei&#223;t in drei Sekunden belichtet die Kamera, das Licht geht aus &#8211; <em>klick</em>. In einer geb&#252;ckten Stellung bewegte ich mich langsam hin und her. <em>Klick</em> &#8211; nach 20 bis 30 Sekunden ist die Kamera fertig.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094539062_1d828e6556_b.jpg" rel="lightbox[49692]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-49696" title="© Rafael Wild" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094539062_1d828e6556_b-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>Also schnell wieder zur&#252;ck, um mir das Ergebnis anzuschauen. Ich war begeistert! Ich hatte einen Geist in ein Foto gezaubert!</p>
<p>Einige Versuche, &#196;nderungen an den Kameraeinstellungen und meiner Position sp&#228;ter, ging es weiter zur n&#228;chsten Location. 20 Meter nach rechts, zur Schaukel. Dort und auch bei den anderen Locations: Jedes Mal das gleiche Spiel.</p>
<p>Bei meiner Ausf&#252;hrung habe ich auf den gleichen Bildausschnitt, die Gr&#246;&#223;e des Geistes, die H&#246;he des Horizontes und &#228;hnliche Dinge geachtet. Die letzten beiden Fotos, in der Badewanne und bei meinen Eltern im Bett, musste ich leider eine Ausnahme machen. F&#252;r mich pers&#246;nlich geh&#246;ren sie dennoch zur Serie, sie erz&#228;hlen so viel &#252;ber mich und meine Kindheit. Und das ist f&#252;r mich in meiner Serie essenziell.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094537448_44f776e824_b.jpg" rel="lightbox[49692]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-49697" title="© Rafael Wild" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094537448_44f776e824_b-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>F&#252;r die Bearbeitung habe ich in Lightroom nur die S&#228;ttigung etwas rausgenommen, das Schwarz und Wei&#223; leicht angehoben und einen dezenten Gr&#252;nstich mit eingebaut. Diese F&#228;rbungen sind mir sehr wichtig.</p>
<p>Vor zwei Jahren bin ich in der T&#252;rkei w&#228;hrend der Fahrt von meinem Roller gefallen, und soweit ich mich erinnern kann, habe ich in diesem „Moment des Sturzes“ alles mit einem Mix aus Gr&#252;n und Sepia gesehen.</p>
<p>Bei der Pr&#228;sentation meiner Serie in der Schule wussten alle Dozenten und Kommilitonen sofort, dass es sich um Erz&#228;hlungen aus meiner Kindheit handelt. Ziel erreicht, oder? Ein paar wenige meinten, ich solle alle Fotos noch einmal neu fotografieren, allerdings ohne diesen Geist. Sind es dann nicht nur langweilige Landschaftsfotos?</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094531359_4521cbdd5d_b.jpg" rel="lightbox[49692]"><img class="aligncenter size-medium wp-image-49698" title="© Rafael Wild" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/11/8094531359_4521cbdd5d_b-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>Die Serie ist f&#252;r mich noch nicht vollst&#228;ndig. Es fehlen vor allem noch einige Fotos von meinem allerliebsten Lieblingsort auf der Welt &#8211; der T&#252;rkei – meiner zweiten Heimat. Au&#223;erdem werde ich noch Fotos meiner Jugend, dem Erwachsenwerden und so weiter fotografieren. So wird das dann hoffentlich auch bis zum Schluss weitergehen.</p>
<p>F&#252;r mich pers&#246;nlich ist diese Serie eine wundervolle Bereicherung. Alte, fast vergessene Erinnerungen kommen wieder hoch. Hoffentlich gef&#228;llt Euch meine Serie, vielleicht konnte ich den einen oder anderen inspirieren, auch so etwas oder &#196;hnliches zu fotografieren.</p>
<p>Auf Kritik und Anregungen in den Kommentaren freue ich mich schon sehr!</p>
<p></p>
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		<title>Schuss ins Graue</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Nov 2012 07:42:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Aileen Wessely</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Stefan Bleihauer</strong></p>Bauhaus oder Baustofflager? F&#252;r mich eine einfache Entscheidung. Statt Postkartenmotiven suche ich lieber das Abseitige. Denn H&#228;fen, Gewerbe- und Industriegebiete sind fotogener, als man zun&#228;chst glauben mag. Seit Jahren fahre ich mit der S-Bahn zur Arbeit. Immer dieselbe Strecke, vorbei an den endlosen Hafenanlagen links und rechts des Rheins. Meine routinierten Mitpendler l&#228;sst das Industriepanorama [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Stefan Bleihauer</strong></p><p><strong>Bauhaus oder Baustofflager? F&#252;r mich eine einfache Entscheidung. Statt Postkartenmotiven suche ich lieber das Abseitige. Denn H&#228;fen, Gewerbe- und Industriegebiete sind fotogener, als man zun&#228;chst glauben mag.</strong></p>
<p>Seit Jahren fahre ich mit der S-Bahn zur Arbeit. Immer dieselbe Strecke, vorbei an den endlosen Hafenanlagen links und rechts des Rheins. Meine routinierten Mitpendler l&#228;sst das Industriepanorama kalt. Ich hingegen dr&#252;cke mir die Nase an der Scheibe platt, wenn ISO-Container und Sch&#252;ttgutsilos in der Abendsonne leuchten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7790469858_338e26d1f1_b.jpg" rel="lightbox[47775]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7790469858_338e26d1f1_b-650x650.jpg" alt="" title="© Stefan Bleihauer" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-48171" /></a></p>
<p>Irgendwann habe ich mir Kamera und Stativ gegriffen und bin hier mal ausgestiegen. Besser gesagt: „gelandet“. Denn das riesige Areal wirkt wie ein fremder Planet. </p>
<p>Was hier errichtet wurde, unterliegt ausschlie&#223;lich funktionalistischen Anspr&#252;chen. Nichts davon ist gemacht, um zu gefallen. Keine Erker, keine B&#228;ume, keine T&#252;rmchen und keine Glasfassaden. Stattdessen st&#228;hlerne Exoskelette, Betonmonolithen, Dreck, Rauch und Dampf.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7803508106_276fd7b43e_o.jpg" rel="lightbox[47775]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7803508106_276fd7b43e_s.jpg" alt="" title="© Stefan Bleihauer" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-48211" /></a></p>
<p>Auf manche Menschen wirkt das absto&#223;end, die meisten nehmen es gar nicht wahr. Ich finde es gro&#223;artig. Denn hier, wo alles auf Zweckm&#228;&#223;igkeit getrimmt ist, wimmelt es geradezu vor spannenden Motiven. Mal sind es abstrakte Strukturen, mal sind es die reduzierten Formen und Farben der Industriearchitektur. </p>
<p>Und zwischendurch entdeckt man immer wieder &#252;berraschende Stillleben. So wie den Tanklastwagen, der vor den drei Tannen wie drapiert wirkt – ein fotografischer Gl&#252;cksfall, dem lediglich ein bisschen Sonnenlicht fehlte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7510271248_cd1ea16a34_b.jpg" rel="lightbox[47775]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7510271248_cd1ea16a34_b-650x650.jpg" alt="" title="© Stefan Bleihauer" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-47789" /></a></p>
<p>Beim Fotografieren konzentriere ich mich gern auf das Wesentliche. Ich w&#228;hle meine Bildausschnitte so, dass das Motiv m&#246;glichst isoliert steht. Details werden aus ihrem landschaftlichen Kontext gerissen und zum – Achtung, gro&#223;es Wort – „Kunstwerk“ erhoben. Dazu geh&#246;rt nat&#252;rlich auch das entsprechende Licht. </p>
<p>Ich fotografiere vorzugsweise in den Morgen- oder Abendstunden, an sonnigen, leicht bew&#246;lkten Tagen. Das tief einfallende Licht macht Details noch plastischer, hebt Strukturen hervor und wirft oftmals bemerkenswerte Schatten. Vermeintlich unspektakul&#228;re Objekte werden so zu spannenden Motiven.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/8040141113_eb907731da_o.jpg" rel="lightbox[47775]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/8040141113_eb907731da_o-650x650.jpg" alt="" title="© Stefan Bleihauer" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-47791" /></a></p>
<p>Anschlie&#223;end verbringe ich nochmals diverse Abende vor dem PC, um die fotografische Ausbeute zu selektieren und nachzubearbeiten. Dabei gilt das gleiche Prinzip, wie schon beim Fotografieren: Inszenieren statt dokumentieren. </p>
<p>Nat&#252;rliche Farben interessieren mich nicht. Stattdessen drehe ich schwungvoll an den Reglern f&#252;r Tonwert, Wei&#223;abgleich und Gradiationskurven. Je artifizieller, desto besser.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7211734008_b3e352f183_o.jpg" rel="lightbox[47775]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/10/7211734008_b3e352f183_s.jpg" alt="" title="© Stefan Bleihauer" width="650" height="650" class="aligncenter size-medium wp-image-48215" /></a></p>
<p>All das tue ich aus Spa&#223; an der Fotografie. Ohne professionellen Anspruch, ohne professionelle Kamera, aber immer mit einem klaren Ziel: Ich m&#246;chte den Blick auf die Dinge lenken, die normalerweise &#252;bersehen werden. Und mit jedem Foto zeigen, dass es sich lohnt, genauer hinzusehen –  sogar im Baustofflager.</p>
<p></p>
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		<title>Die Heterotopie der Doppelbelichtung</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Sep 2012 05:55:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robert Herrmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
		<category><![CDATA[Einblick]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelbelichtung]]></category>
		<category><![CDATA[essay]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[räume]]></category>
		<category><![CDATA[zitat]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Stefan Paulus</strong></p>Als ich mir Stefan Paulus&#8217; Arbeiten zum ersten Mal anschaute, war ich fasziniert von seinem Ansatz, die Fotografie f&#252;r etwas zu nutzen, das man eigentlich nicht sehen kann. Seine Bilder &#8211; insbesondere im Zusammenhang mit seinen Soundst&#252;cken &#8211; erzeugen bisweilen eine dystopische, befremdliche und gleichzeitig erstaunlich meditative Atmosph&#228;re. Exklusiv f&#252;r uns verfasste er einen Text [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Stefan Paulus</strong></p><p><em><strong>Als ich mir Stefan Paulus&#8217; Arbeiten zum ersten Mal anschaute, war ich fasziniert von seinem Ansatz, die Fotografie f&#252;r etwas zu nutzen, das man eigentlich nicht sehen kann. Seine Bilder &#8211; insbesondere im Zusammenhang mit <a href="http://www.earthmantra.com/release-detail.php?id=191" target="_blank">seinen Soundst&#252;cken</a> &#8211; erzeugen bisweilen eine dystopische, befremdliche und gleichzeitig erstaunlich meditative Atmosph&#228;re.</strong></p>
<p>Exklusiv f&#252;r uns verfasste er einen Text mit dem Titel „Die Heterotopie der Doppelbelichtung. Eine sozialkritische Gebrauchsweise der Fotografie“, der hier nun im Folgenden in voller L&#228;nge zu lesen ist.</p>
<p>Robert Herrmann</em></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB5.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB5.jpg" alt="" title="2xB5 | Stefan Paulus" width="1024" height="669" class="alignnone size-full wp-image-45692" /></a></p>
<p>Der Mensch irrt umher. „Er rennt und rast, taumelt und tanzt durch G&#228;nge, Tunnels, Keller, H&#246;hlen, Kreuzwege, Abgr&#252;nde, Blitze und Donner“. Er sucht „nicht nur eine andere Art die Welt zu betrachten, sondern auch eine andere Art mich ihr gegen&#252;ber zu situieren“ schreibt Michel Foucault in „Der Ariadnefaden ist gerissen“. Dabei stellt sich die Frage wie der Raum, die Welt, in der ich mich bewege, erkannt und rekonstruiert werden kann.</p>
<p>Foucaults Begriff der Heterotopie ist eine M&#246;glichkeit, die Welt in der wir leben, die R&#228;ume, in denen wir uns bewegen, zu verstehen. Heterotopie bedeutet so viel wie „der andere (hetero) Raum (topos)“. </p>
<p>Foucault definiert Heterotopien als „wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplatzierungen oder Widerlager, tats&#228;chlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Pl&#228;tze innerhalb der Kultur gleichzeitig repr&#228;sentiert, bestritten und gewendet sind, gewisserma&#223;en Orte au&#223;erhalb aller Orte, wiewohl sie tats&#228;chlich geortet werden k&#246;nnen“.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB8.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB8.jpg" alt="" title="2xB8 | Stefan Paulus" width="1024" height="669" class="alignnone size-full wp-image-45693" /></a></p>
<p>Das bedeutet einerseits, dass Heterotopien nicht als reale Orte existieren bzw. dass Heterotopien Orte sind, die sich nicht an ihren &#252;blichen Pl&#228;tzen befinden. Dieser Ort oder Raum kann unwirklich sein, zu einer anderen Zeit existieren, eine T&#228;uschung des Realen sein. </p>
<p>Anderseits k&#246;nnen sie aber auch Wunschvorstellungen sein oder einen Raum darstellen, der k&#246;rperlich nicht zug&#228;ngig ist, weil er andere Koordinaten und Dimensionen besitzt. </p>
<p>F&#252;r Foucault bringt uns die Betrachtung von Heterotopien zu den Idealbildern einer Gesellschaft, sie zeigt uns die ordnungssystematischen Bedeutungen des Raumes, der Kultur bzw. der Einschlie&#223;ungsmilieus auf. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB13.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB13.jpg" alt="" title="2xB13 | Stefan Paulus" width="1024" height="678" class="alignnone size-full wp-image-45726" /></a></p>
<p>Zum Beispiel stellt f&#252;r Foucault das Schiff eine typische Heterotopie dar. Die Idealisierung dieses Ortes erm&#246;glichte ihm eine Analogie der Art und Weise zu beschreiben wie wir regiert und diszipliniert werden bzw. wie wir uns selbst regieren und disziplinieren. </p>
<p>Denn „der Raum, in dem wir leben, durch den wir aus uns herausgezogen werden, in dem sich die Erosion unseres Lebens, unserer Zeit und unserer Geschichte abspielt, dieser Raum, der uns zernagt und ausw&#228;scht, ist selber auch ein heterogener Raum“, schreibt Foucault.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB9.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB9.jpg" alt="" title="2xB9 | Stefan Paulus" width="1024" height="660" class="alignnone size-full wp-image-45694" /></a></p>
<p>In der symbolischen Ordnung der R&#228;ume, in denen wir uns bewegen oder die wir betrachten, dr&#252;ckt sich ein Ensemble von Gegensatzpaaren wie breit/schmal, gro&#223;/klein, weit/nah, Ich/Du etc. als Wahrnehmungskategorien aus. </p>
<p>Durch die eigene Wahrnehmung, entweder hier oder dort zu sein, entstehen Ausschlussmechanismen und identit&#228;re Selbstplatzierungen. Das hei&#223;t, durch die Selbstbetrachtung, durch die Spiegelung des eigenen Standpunktes verfestigen sich Differenzen. Man bewegt sich in Relation zum anderen, die Wahrnehmung funktioniert nach einer bestimmten vorgegebenen Ordnungssystematik.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB19.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB19.jpg" alt="" title="2xB19 | Stefan Paulus" width="1024" height="682" class="alignnone size-full wp-image-45728" /></a></p>
<p>Die Doppelbelichtung, die Superposition ist ein Werkzeug zur Darstellung einer Wunschvorstellung, einer Illusion, eines Ordnungs- und Disziplinierungssystems bzw. einer Heterotopie. Sie erm&#246;glicht die Rekonstruktion des Raumes, in dem wir uns bewegen, tanzen oder taumeln. </p>
<p>Sie durchbricht die selbstverst&#228;ndlichen Wahrnehmungsmuster, verunsichert unseren Blick und bringt unser Urteil &#252;ber „die Realit&#228;t“ durcheinander. Sie erschafft eine andere Wirklichkeit, indem eine T&#228;uschung des Realen simuliert wird und dadurch das Reale gleichzeitig noch irrealer erscheint. </p>
<p>Sie verbindet Mikro- und Makrokosmos, Vergangenheit und Gegenwart, Mensch und Maschine, Stadt und Land und l&#246;st dabei die bin&#228;re Logik auf. Die Relativit&#228;t von allem wird belichtet.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB1.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB1.jpg" alt="" title="2xB1 | Stefan Paulus" width="1024" height="669" class="alignnone size-full wp-image-45732" /></a></p>
<p>Je nach der technischen Gebrauchsweise kann eine Doppelbelichtung zuf&#228;llig entstehen. Das hei&#223;t, durch eine Verschiebung des Raum-Zeit-Kontinuums zwischen erstem und zweitem Bild bezieht die Doppelbelichtung den Zufall, die Ungleichzeitigkeit, die Nicht-Simultanit&#228;t, den Moment der Begegnung mit ein. </p>
<p>Wobei auch jede Begegnung auch nicht h&#228;tte „stattfinden k&#246;nnen, auch wenn sie stattgefunden hat. Ihr m&#246;gliches Nichts erhellt die Bedeutung ihres zuf&#228;lligen Wesens. </p>
<p>Und jede Begegnung ist zuf&#228;llig in ihren Effekten, insofern nichts in den Elementen der Begegnung, vor der Begegnung selbst, die Konturen und Bestimmungen des Wesens abzeichnet, das daraus hervorgehen wird“, schreibt Louis Althusser.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB20.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB20.jpg" alt="" title="2xB20 | Stefan Paulus" width="1024" height="691" class="alignnone size-full wp-image-45733" /></a></p>
<p>Durch die Belichtung der Relativit&#228;t, die Darstellung des Zufalls, die nichtlineare Sichtweise, durch die Superposition der Doppelbelichtung treten Vielheiten auf, die untereinander kommunizieren und sich miteinander verdinglichen. R&#228;ume k&#246;nnen sich &#252;berlagern. Das eine Bild kann in das andere, in die Differenz wechseln, sich vermitteln. </p>
<p>Es entstehen Schichten und jede geschichtete Ebene der Doppelbelichtung ist von unterschiedlichen und vielf&#228;ltigen Punkten aus verbunden. Die Elemente des Bildes bekommen keine eindeutige Bedeutung, keine festen Rollen und keinen festen Sinn mehr. </p>
<p>Stra&#223;en, Wohnh&#228;user, Fabriken, Alltagssituationen erlangen so eine andere Realit&#228;t. Ihre allt&#228;gliche Funktion und Ordnung wird au&#223;er Kraft gesetzt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB10.jpg" rel="lightbox[45679]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/stefan-paulus-2xB10.jpg" alt="" title="2xB10 | Stefan Paulus" width="1024" height="660" class="alignnone size-full wp-image-45734" /></a></p>
<p>Die Doppelbelichtung erm&#246;glicht uns als BetrachterInnen, die vorhersehbaren Pfade in den realen Orten zu verlassen und die Illusionen des Realen zu spiegeln. Durch eine experimentelle Aneignung der „Realit&#228;t“ k&#246;nnen weitere Wahrnehmungskategorien der Befindlichkeit angelegt werden, welche die eigene Wirklichkeit zerlegen, entwerten, ent&#228;u&#223;ern. </p>
<p>Die Doppelbelichtung erm&#246;glicht es uns zu &#252;berlegen, wie die eigene Stellung zum inneren und zum &#228;u&#223;eren Raum verl&#228;uft. Heterotopes Denken bzw. eine sozialkritische Gebrauchsweise der Fotografie macht Gegenorte sichtbar. Sie schafft alternative Orte im Alltagsverstand, weil sich dem Alltagsverstand die Bedeutung des Allt&#228;glichen, des „Normalen“ oftmals verstellt. </p>
<p><span style="font-size: small; color: #888;"><br />
Literatur:<br />
Althusser, Louis 2010: Materialismus der Begegnung, Z&#252;rich-Berlin<br />
Collmer, Thomas 2009: Cut-Up und Dialektik, Wenzendorf<br />
Foucault, Michel 1990: Andere R&#228;ume/Der Ariadnefaden ist gerissen. In: Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen &#196;sthetik, Leipzig<br />
</span></p>
<p></p>
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		<title>Die Gestalt des Moments</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Aug 2012 06:03:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Abstrakt]]></category>
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		<category><![CDATA[dunkel]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Sebastian Kuntz</strong></p>Manchmal braucht es mehr als ein Konzept, eine Idee oder den Willen, etwas zu fotografieren. Der Zufall spielt in den meisten Bereichen der Fotografie eine gro&#223;e Rolle und kann nicht manipuliert werden. Entweder der Moment ergibt sich &#8211; oder nicht. Ich hatte keine genaue Vorstellung, was im Endeffekt bei meinen Versuchen herauskommen sollte. Ich finde, [...]<p></p>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Sebastian Kuntz</strong></p><p><strong>Manchmal braucht es mehr als ein Konzept, eine Idee oder den Willen, etwas zu fotografieren. Der Zufall spielt in den meisten Bereichen der Fotografie eine gro&#223;e Rolle und kann nicht manipuliert werden. Entweder der Moment ergibt sich &#8211; oder nicht.</strong></p>
<p>Ich hatte keine genaue Vorstellung, was im Endeffekt bei meinen Versuchen herauskommen sollte. Ich finde, manchmal muss man das auch gar nicht wissen. Etwas so Unvorhersehbarem wie dem Feuer kann man sich auch gar nicht anders n&#228;hern.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild1.jpg" rel="lightbox[43873]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild1-650x433.jpg" alt="Ein Baumstumpf" title="Bild1" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-43874" /></a></p>
<p>Zuallererst suchte ich mir ein ruhiges Pl&#228;tzchen, an dem es nicht auff&#228;llt, wenn man Stichflammen durch die Landschaft feuert. Und dann fing ich auch schon an, Bilder zu machen. Ich baute mein Stativ auf und fokussierte auf den vor mir befindlichen Baumstamm. Direkt die Flammen zu fokussieren, ist unm&#246;glich und da der Autofokus gewiss zu langsam daf&#252;r w&#228;re, entschloss ich mich also, nach dem korrekten Fokussieren auf den Baumstamm den manuellen Fokus zu verwenden, sodass sich die Sch&#228;rfenebene auf den n&#228;chsten Aufnahmen nicht mehr ver&#228;nderte.</p>
<p>So weit, so gut. Ich brauchte also etwas Entflammbares und entschied mich f&#252;r das N&#228;chste, was mir in die H&#228;nde kam: Rostschutzmittel aus der Spraydose. Dieses spr&#252;hte ich nun auch auf ein mit Benzin gef&#252;lltes Teelicht, das vor sich hinloderte. Die Flammenentwicklung war enorm, zu enorm.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild2.jpg" rel="lightbox[43873]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild2-650x433.jpg" alt="Ein Feuerstrahl " title="Bild2" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-43875" /></a></p>
<p>Da ich spontan mit dem Fahrrad zu unserem Schrebergarten gefahren war, fiel mein Blick schon bald auf meine Fahrradpumpe am Fahrrad. Ich suchte n&#228;mlich etwas, um den Brennstoff gezielter und dosierter auf das Teelicht zu geben. Ich bastelte mir meine eigene Spraydose, indem ich etwas Benzin in die aufgeschraubte Pumpe gab und einen Trinkhalm vor den Adapter steckte. So wurde das austretende Benzin beim Runterdr&#252;cken der Pumpe gezielt auf das Teelicht gespr&#252;ht.</p>
<p>Das Ergebnis waren wundersch&#246;n geschwungene Feuerfiguren. Teilweise ergaben sich durch das unkontrollierte Spr&#252;hen des R&#246;hrchens sogar besondere Funken.</p>
<p>Da das Feuer ein sehr, sehr helles Licht hat und an den hei&#223;esten Stellen f&#246;rmlich gl&#252;ht, waren die ersten Aufnahmen ausgebrannt und ohne Struktur. Ich hatte zuerst den Fehler gemacht, das Licht der Umgebung zu messen. </p>
<p>Im manuellen Modus der Kamera konnte ich mit einigen Testbildern schnell herausfinden, welche Werte perfekt waren, um das Feuer richtig zu belichten. F&#252;r das vorgestellte Bild benutzte ich eine Belichtungszeit von 1/4000 Sekunde. Mit einer Blende von f/2.8 ergab sich ein ISO-Wert von 800.</p>
<p>Als alles richtig eingestellt war, musste ich nur noch Reihenaufnahmen des Geschehens vor meiner Kamera machen. Ich spr&#252;hte also mit der Luftpumpe aus verschiedenen Winkeln und Entfernungen. Sp&#228;ter sollte sich herausstellen, dass die springende Gestalt eine Gr&#246;&#223;e von 20cm hatte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild3.jpg" rel="lightbox[43873]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild3-650x434.jpg" alt="Bildauswahl " title="Bild3" width="650" height="434" class="alignnone size-medium wp-image-43876" /></a></p>
<p>Nach einiger Zeit waren sehr, sehr viele Bilder im Kasten und mir blieb nun der viel zu lange Nachhauseweg und die anschlie&#223;ende Sichtung der Bilder.</p>
<p>Und tats&#228;chlich: Es waren unglaublich sch&#246;ne Verformungen des Feuers unter den Bildern. Doch eines stach eindeutig aus der Masse hervor. Ich sah es sofort. Die Gestalt eines Pferdes oder Einhorns galoppierte dort &#252;ber mein Bild. Es war nicht perfekt, dennoch konnte ich die wichtigsten K&#246;rperteile erkennen. </p>
<p>Es war beeindruckend, das Bild zu untersuchen, da es mir beim Prozess des Fotografierens keinesfalls aufgefallen war. Die Flammen bewegten sich einfach zu schnell. Meine Kamera hielt also das fast, was mit den Augen unm&#246;glich zu sehen war.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild4.jpg" rel="lightbox[43873]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild4-650x433.jpg" alt="Das Feuerpferd " title="Bild4" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-43880" /></a></p>
<p>Mit Hilfe der vielen anderen Bilder &#8211; gestreute Funken, geschwungene Flammen und winzige Explosionen &#8211; verdeutlichte ich die springende Gestalt. Ich gab ihr einen gr&#246;&#223;eren Schweif und kr&#228;ftigte schlie&#223;lich noch die Farben.</p>
<p>Dabei achtete ich stest darauf, nur Ausschnitte anderer Bilder zu nehmen und die Bilder an sich unver&#228;ndert zu lassen. Der &#252;berw&#228;ltigende Moment, als der Geist dieser Figur eingefangen wurde, sollte unbedingt erhalten bleiben. </p>
<p>Das war mir sehr wichtig und ich hoffe, dass Ihr beim Betrachten des Bildes die gleiche Faszination versp&#252;rt wie ich sie hatte, als ich verbl&#252;fft vor dem Monitor sa&#223; und es nicht glaube konnte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild5.jpg" rel="lightbox[43873]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/Bild5-650x650.jpg" alt="Feuerpferd, final " title="Bild5" width="650" height="650" class="alignnone size-medium wp-image-43882" /></a></p>
<p><em><strong>Warnhinweis:</strong> Bitte beachtet, dass der Umgang mit Spr&#252;hdosen, Benzin und Feuer sehr schnell gef&#228;hrlich werden und zu verhehrenden Verletzungen f&#252;hren kann. Die beschriebene Vorgehensweise ist nicht zur Nachahmung empfohlen! Falls Ihr solche Experimente trotzdem machen wollt, zieht bitte geschultes Fachpersonal hinzu. Die Redaktion</em></p>
<p></p>
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