<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>kwerfeldein - Fotografie Magazin &#187; Geschichte</title>
	<atom:link href="http://kwerfeldein.de/category/format/geschichte-format/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://kwerfeldein.de</link>
	<description>Das Fotografie Magazin</description>
	<lastBuildDate>Tue, 21 May 2013 14:34:48 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.5.1</generator>
		<item>
		<title>R&#246;ntgenfotografie</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2013/02/01/rontgenfotografie/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2013/02/01/rontgenfotografie/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Feb 2013 08:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Albert von Kölliker]]></category>
		<category><![CDATA[durchleuchten]]></category>
		<category><![CDATA[Edward Valenta]]></category>
		<category><![CDATA[inneres]]></category>
		<category><![CDATA[Josef Maria Eder]]></category>
		<category><![CDATA[latitegeraldine]]></category>
		<category><![CDATA[László Moholy-Nagy]]></category>
		<category><![CDATA[nick veasey]]></category>
		<category><![CDATA[röntgen]]></category>
		<category><![CDATA[Röntgenstrahlen]]></category>
		<category><![CDATA[Surfactant]]></category>
		<category><![CDATA[X-Ray]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=41731</guid>
		<description><![CDATA[Wahrscheinlich bekommt jeder irgendwann im Leben ein ganz spezielles Foto von sich. Eines, das sichtbar macht, was man so nicht sehen kann: Ein R&#246;ntgenbild. Diese Strahlen sind nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern finden auch in der Kunst Verwendung. Aber fangen wir beim Anfang an, ein Blick in die Geschichte: Im Januar 1896 pr&#228;sentierte Wilhelm Conrad [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wahrscheinlich bekommt jeder irgendwann im Leben ein ganz spezielles Foto von sich. Eines, das sichtbar macht, was man so nicht sehen kann: Ein R&#246;ntgenbild. Diese Strahlen sind nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern finden auch in der Kunst Verwendung.</strong></p>
<p>Aber fangen wir beim Anfang an, ein Blick in die Geschichte: Im Januar 1896 pr&#228;sentierte Wilhelm Conrad R&#246;ntgen die Entdeckung dieser Strahlen. Er durchleutete die Hand von Albert von K&#246;lliker und hielt mit Hilfe von Fotoplatten das Schattenbild f&#252;r die Ewigkeit fest. Die Entdeckung war eine Sensation und wurde zu einem Meilenstein in der Medizin. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/07/r&#246;ntgen1.jpg" rel="lightbox[41731]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/07/r&#246;ntgen1-650x414.jpg" alt="" title="r&#246;ntgen1" width="650" height="414" class="aligncenter size-medium wp-image-41735" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">Albert von K&#246;llikers Hand; 23. Januar 1896</span></p>
<p>Auch die wissenschaftlichen Aufnahmen der beiden &#214;sterreicher Josef Maria Eder und Edward Valenta faszinieren noch heute. Sie zeigen verschiedene Fische, Schlangen und Amphibien unter R&#246;ntgenstrahlen. Diese Bilder entstanden ebenfalls schon im Jahr 1896.</p>
<p>Bereits im M&#228;rz desselben Jahres entdeckte man erste Strahlensch&#228;den wie lokalen Haarausfall und Hautr&#246;tungen. Der Begeisterung tat dies jedoch kaum einen Abbruch. 1904 wurde das erste Buch zum Strahlenschutz ver&#246;ffentlicht, fand jedoch damals kaum Beachtung.</p>
<p>Man entdeckte viel eher den k&#252;nstlerischen Reiz dieser surreal wirkenden Bilder. W&#228;hrend die Wissenschaft neue Erkenntnisse aus den R&#246;ntgenfotografien zog, begannen zunehmend auch K&#252;nstler und Fotografen, sich mit dem neuen Medium auseinander zu setzen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/Versuche-mit-R&#246;ntgenstrahlen.jpg" rel="lightbox[41731]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/Versuche-mit-R&#246;ntgenstrahlen-650x874.jpg" alt="" title="Versuche mit R&#246;ntgenstrahlen" width="650" height="874" class="aligncenter size-medium wp-image-52782" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">Foto: Josef Maria Eder und Edward Valenta (1896)</span></p>
<p>Einer der bekanntesten unter ihn nist wahrscheinlich der Bauhaus-Maler und -Fotograf László Moholy-Nagy, der sich 1940 ausgiebig mit dieser Technik besch&#228;ftigte. Aber auch heute noch gibt es Menschen, auf die R&#246;ntgenstrahlen eine Faszination aus&#252;ben und die mit ihnen experimentieren.</p>
<p>Diese Experimente werden immer aufw&#228;ndiger und gr&#246;&#223;er. <a href="http://www.nickveasey.com/" target="_blank">Nick Veasey</a> r&#246;ntgte zum Beispiel 2003 eine Boeing 777 vollst&#228;ndig. Aber auch Unterw&#228;sche und Bagger samt Fahrer sind vor ihm nicht sicher. In seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3899104633/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3899104633&#038;linkCode=as2&#038;tag=kwerfeldein-21" target="_blank">„X-Ray. Die Sch&#246;nheit des Verborgenen“</a>* zeigt er eine Auswahl seiner Bilder.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/Nick-Veasey.jpg" rel="lightbox[41731]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/Nick-Veasey-650x260.jpg" alt="Nick Veasey" width="650" height="260" class="aligncenter size-medium wp-image-53565" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">Foto: <a href="http://www.nickveasey.com/" target="_blank">Nick Veasey</a> (2003)</span></p>
<p>Auf Flickr wurde ich auf <a href="http://www.flickr.com/photos/roentgenator/" target="_blank">Surfactant</a> und seine Bilder aufmerksam. Er arbeitet seit 18 Jahren als medizinisch-technischer Radiologieassistent und hatte die M&#246;glichkeit, f&#252;r seine Fotos R&#246;ntgenger&#228;te zu verwenden, die nicht l&#228;nger f&#252;r die menschliche Diagnostik genutzt werden konnten. </p>
<blockquote><p>Ich kann mir mittlerweile vorstellen, welche radiologischen Schatten Menschen, Tiere und unbelebte Objekte werfen werden. Ich finde diesen Teil besonders interessant. Ich glaube, es ist wie bei einem Fotografen, der alles um sich herum genau studieren muss, um sich dann zu &#252;berlegen, wie das Licht am besten auf sein Motiv fallen wird.</p></blockquote>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/seepferdchen.jpg" rel="lightbox[41731]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/seepferdchen-650x653.jpg" alt="" title="Seepferdchen" width="650" height="653" class="aligncenter size-medium wp-image-52798" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/roentgenator/3908075463/in/set-72157601198404570"  target="_blank">Surfactant</a></span></p>
<p>Auch <a href="http://www.flickr.com/photos/50359848@N07/" target="_blank">latitegeraldine</a> entdeckte ich bei meiner Suche auf Flickr. Die 28-j&#228;hrige Franz&#246;sin arbeitet ebenfalls als technische Assistentin in einem Krankenhaus.</p>
<blockquote><p>Ich mag die Idee, ins Innere der Dinge sehen zu k&#246;nnen. Ich verwende besonders gern Objekte mit verschiedenen Dichten und Dicken, das macht viel Spa&#223;. Objekte, die ich r&#246;ntge, zeigen meistens das, was ich im Leben gern habe.</p></blockquote>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/trompete.jpg" rel="lightbox[41731]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2013/01/trompete-650x542.jpg" alt="" title="trompete" width="650" height="542" class="aligncenter size-medium wp-image-52841" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/50359848@N07/7843750732/in/set-72157630987135264" target="_blank">latitegeraldine</a></span></p>
<p>Beim Betrachten der Bilder entsteht bei mir der Wunsch, selbst Objekte zu durchleuchten. Wie sieht wohl meine Kamera im Inneren aus? Oder das Kaleidoskop, das hier auf meinem Schreibtisch steht? Es ist schon schade, dass R&#246;ntgenstrahlen gef&#228;hrlich sind und dadurch nicht mehr Menschen die M&#246;glichkeit haben, ihre Neugierde auf diese Weise auszuleben.</p>
<p><span style="color: #888; font-size: small">* Das ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr dar&#252;ber etwas kauft, erhalten wir eine kleine Provision, Ihr zahlt aber keinen Cent mehr.</span></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2013/02/01/rontgenfotografie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Charles Baudelaire und die Fotografie</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/09/22/charles-baudelaire-und-die-fotografie/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/09/22/charles-baudelaire-und-die-fotografie/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Sep 2012 07:43:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Baudelaire]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=34272</guid>
		<description><![CDATA[Die Erfindung der Fotografie erfreute sich nicht nur starker Beliebtheit. Je gefragter sie wurde, umso mehr fanden sich auch Kritiker &#8211; wie der Schriftsteller und Kunstkritiker Charles Baudelaire. Baudelaire wurde am 9. April 1821 in Paris geboren. Seine Biografie zeichnet einen recht depressiven Zeitgenossen. Man liest von Drogen, Geldnot, Vaterproblemen und einem Selbstmordversuch. Mit nur [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Erfindung der Fotografie erfreute sich nicht nur starker Beliebtheit. Je gefragter sie wurde, umso mehr fanden sich auch Kritiker &#8211; wie der Schriftsteller und Kunstkritiker Charles Baudelaire.</strong></p>
<p>Baudelaire wurde am 9. April 1821 in Paris geboren. Seine Biografie zeichnet einen recht depressiven Zeitgenossen. Man liest von Drogen, Geldnot, Vaterproblemen und einem Selbstmordversuch. Mit nur 46 Jahren starb er an den Sp&#228;tfolgen der Syphilis. Unt&#228;tig verbrachte er sein kurzes Leben jedoch nicht. </p>
<p>Sein Werk umfasst unter anderem den Gedichtzyklus „Die Blumen des B&#246;sen“ und mehrere Essays, Kritiken, Autorenportraits. Er &#252;bersetzte  Edgar Alle Poe das erste Mal ins Franz&#246;sische und war begeisterter Revolution&#228;r.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/575px-Charles_Baudelaire_1855_Nadar.jpg" rel="lightbox[34272]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/575px-Charles_Baudelaire_1855_Nadar.jpg" alt="" title="Charles_Baudelaire_1855_Nadar" width="575" height="767" class="alignnone size-full wp-image-34278" /></a><br />
<font color=#999999 size=2>Charles Baudelaire von Nadar (1855)</font></p>
<p>Interessant f&#252;r uns ist seine Kritik zur Fotografie aus „Der Salon“ von 1859. In ihr schreibt er, dass die Fotografie f&#228;lschlicherweise als Kunst eingesch&#228;tzt wird und zunehmend die Malerei bedrohe. Um Kunst zu schaffen, war f&#252;r ihn Fantasie wichtig. Fantasie im Zusammenhang mit dem technischen Fotoapparat konnte er sich nicht vorstellen.</p>
<blockquote><p>Da die photographische Industrie die Zuflucht aller verkrachten Maler war, deren Begabung oder deren Flei&#223; nicht hinreichten, ihr Studium zu Ende zu f&#252;hren, so trug diese allgemeine &#220;bersch&#228;tzung nicht nur das Merkmal der Verblendung und des Schwachsinns, sondern sie hatte auch noch einen Anstrich von Rache. <font color=#999999 size=2>Charles Baudelaire; aus: Der Salon 1859</p></blockquote>
<p></font></p>
<p>Demzufolge waren Fotografen f&#252;r ihn keine K&#252;nstler, sondern im Gegenteil unbegabte oder gar faule Maler, die es zu nichts gebracht hatten und sich nun der kommerziellen Fotografie hingaben. Baudelaire nutzte jedoch die neue Technik durchaus, weshalb es von ihm mehrere gut erhaltene Daguerreotypien von bekannten Fotografen wie Nadar gibt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/600px-Charles_Baudelaire2.jpg" rel="lightbox[34272]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/600px-Charles_Baudelaire2.jpg" alt="" title="Charles_Baudelaire2" width="600" height="767" class="alignnone size-full wp-image-34287" /></a><br />
<font color=#999999 size=2>Charles Baudelaire von Etjenne Carjat (1863)</font></p>
<p>Ich frage mich, was Baudelaire heute tun und schreiben w&#252;rde. Ich stelle mir vor, dass sich nicht viel &#228;ndern w&#252;rde: Er lebt in Paris, wie damals mit Drogen und Prostituierten. Nebenbei schreibt er f&#252;r kleine linke Zeitschriften, um sich &#252;ber Wasser zu halten und kritisiert in ihnen wortgewaltig die zeitgen&#246;ssische Kunstszene.</p>
<p>Und die Fotografie? Baudelaires Gedanken sind nach wie vor aktuell, sieht man sich die vielen Diskussionen hier und auch in anderen Magazinen an. Es geht auf der einen Seite um perfekte Sch&#228;rfenbereiche. Man kann mittlerweile die Realit&#228;t noch genauer abbilden als sie das menschliche Auge &#252;berhaupt wahrnehmen kann. Die Technik steht oft im Mittelpunkt.</p>
<p>Auf der Gegenseite gibt es aber auch Fotografen, denen es nicht darauf ankommt, die Realit&#228;t zu zeigen. Sie versuchen, mit ihren Bildern Gef&#252;hle und Emotionen zu transportieren. Vielleicht h&#228;tte Baudelaire daran doch Gefallen finden k&#246;nnen, w&#228;re mit einer Polaroidkamera losgezogen oder h&#228;tte mit irgendeiner anderen Kamera verschwommene, experimentelle Bilder aufgenommen, auf denen man kaum etwas erkennt. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/baudelaire2.jpg" rel="lightbox[34272]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/baudelaire2.jpg" alt="" title="baudelaire2" width="650" height="894" class="alignnone size-full wp-image-46114" /></a><br />
<font color=#999999 size=2>Charles Baudelaire von Nadar</font></p>
<p>Es bleiben nat&#252;rlich nur Vermutungen, aber auf jeden Fall ist es doch interessant, dass viele Fotografen den ersten Fotos, die Baudelaire damals so kritisierte, heute auf Grund ihres Mangels an Perfektion gerade das zusprechen, was er ihnen absprach: Fantasie. </p>
<p><span style="font-size: small; color: #888;"><br />
Literatur:<br />
• Pia, Pascal: Charles Baudelaire in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg 1958.<br />
• Stiegler, Bernd / Th&#252;rlemann, Felix: Meisterwerke der Fotografie. Stuttgart 2011.<br />
• Stiegler, Bernd: Texte zur Theorie der Fotografie. Stuttgart 2010.<br />
</span></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/09/22/charles-baudelaire-und-die-fotografie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>15</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Geschichte der Photokina</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/09/05/die-geschichte-der-photokina/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/09/05/die-geschichte-der-photokina/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 05 Sep 2012 06:48:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[archiv]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[guiness buch]]></category>
		<category><![CDATA[messe]]></category>
		<category><![CDATA[photokina]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[technik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=44506</guid>
		<description><![CDATA[Wusstet Ihr, dass die erste Photokina bereits am 6. Mai 1950 in K&#246;ln er&#246;ffnete? Dass die zweite Photokina bereits 100.000 Menschen besuchten? Oder welche Fotoneuerungen in den einzelnen Jahren f&#252;r das gr&#246;&#223;te Interesse sorgten? Ich sitze gerade vor einigen Fotos aus den ersten Jahren der Fachmesse und st&#246;bere in der 17-seitigen Chronologie, die ich Dank [...]<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wusstet Ihr, dass die erste Photokina bereits am 6. Mai 1950 in K&#246;ln er&#246;ffnete? Dass die zweite Photokina bereits 100.000 Menschen besuchten? Oder welche Fotoneuerungen in den einzelnen Jahren f&#252;r das gr&#246;&#223;te Interesse sorgten?</strong></p>
<p>Ich sitze gerade vor einigen Fotos aus den ersten Jahren der Fachmesse und st&#246;bere in der 17-seitigen Chronologie, die ich Dank der Photokina-Pressestelle erhalten habe. Dass die Geschichte der Photokina so spannend sein k&#246;nnte, hatte ich vor Erhalt nicht gedacht. Die meiner Meinung nach spannendsten Entwicklungen habe ich versucht, f&#252;r Euch in Kurzform zusammenzutragen.</p>
<p>Besonders gefreut hat mich dabei, dass es bei der Photokina nie nur um Werbung und technische Neuerungen ging. Immer wieder gab es Bereiche f&#252;r Kunst und Kultur, Ausstellungen und fotografische Experimente. So zeigte bereits 1950 die von Otto Steinert gegr&#252;ndete Gruppe „Fotoform“ kreative Fotoexperimente, die durch die Nationalsozialisten verdr&#228;ngt worden waren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/1950-1-2.jpg" rel="lightbox[44506]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/1950-1-2-650x467.jpg" alt="" title="1950" width="650" height="467" class="alignnone size-medium wp-image-44510" /></a><br />
<font size="2" color="#666666">Hallendurchblick 1950</font></p>
<p>Gro&#223;e Aufmerksamkeit erhielten in den ersten beiden Jahren die ersten kleinformatigen Kameras, die ersten Sofortbild-Kameras, sowie der Elektronenblitz. 1951 fand auch erstmalig ein internationaler Farbfilmkongress statt, der die Probleme des neuen Mediums behandelte, das sich erst 1958 langsam durchzusetzen begann.</p>
<p>1960 gab es einen Besucherrekord mit 215.000 Fotointeressierten. An dieser 7. Photokina nahmen 550 Aussteller aus 17 L&#228;ndern teil. 1963 wurde die Halogenlampe als Lichtquelle vorgestellt, die ersten farbigen Sofort-Fotos kamen auf den Markt und das erste Mal wurde der Deutsche Jugend-Fotopreis auf der Messe verliehen. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/III_46_05-Historie-1954-Hallendurchblick.jpg" rel="lightbox[44506]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/08/III_46_05-Historie-1954-Hallendurchblick-650x433.jpg" alt="" title="1954 Hallendurchblick" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-44516" /></a><br />
<font size="2" color="#666666">Hallendurchblick 1954</font></p>
<p>Oft wurde bei der Photokina auch &#252;ber den Tellerrand gesehen. Ab 1972 gewann der audio-visuelle Bereich eine immer gr&#246;&#223;ere Bedeutung. Im Mittelpunkt der Bilderschauen stand das Thema „Im Schein der Erde“. 600 ausgesuchte Bilder zum Thema Weltraum und Weltraumforschung wurden pr&#228;sentiert. &#220;ber 250.000 Besucher z&#228;hlte man in diesem Jahr.</p>
<p>1974 &#228;nderte sich das Konzept der Photokina. Die Weltmesse wurde zur Fachmesse mit Zutritt nur f&#252;r H&#228;ndler und Anwender, wodurch sich die Besucherzahlen stark verringerten. Eine riesige Sofortbildkamera zur Herstellung von lebensgro&#223;en Portraits zierte 1976 den Kunsthallenkomplex, in dem die Bilderschauen stattfanden. Die Neuerungen wurden immer mehr, vor allem ein Trend zur Miniaturisierung und Elektronisierung wurde deutlich.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/III_13_02a-Historie-1954.jpg" rel="lightbox[44506]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/III_13_02a-Historie-1954-650x433.jpg" alt="" title="1954" width="650" height="433" class="alignnone size-medium wp-image-45215" /></a><br />
<font size="2" color="#666666">Hallendurchblick 1954</font></p>
<p>Eine der gr&#246;&#223;ten Neuerungen, die Videografie, kam 1978 ins Gespr&#228;ch und erhielt einen st&#228;rkeren Fokus. Man besann sich jedoch auch zur&#252;ck. Zum Beispiel mit der Ausstellung „Vor f&#252;nfzig Jahren“, die kreative Fotoexperimente aus den 1920er Jahren zeigte.</p>
<p>Zum 30-j&#228;hrigen Bestehen der Photokina weckten die neuen Reflex-Kameras (halb- und vollautomatische Modelle) und 35mm-Filmkameras sowie Pocketkameras mit verbesserten technischen Erg&#228;nzungen und AV-Zubeh&#246;r im Amateurbereich das gr&#246;&#223;te Interesse. Der Fachbereich gliederte sich in vier Angebots-Zentren: Photofinishing, professionelle Photographie und Photo-Studio-Zubeh&#246;r sowie Fernseh­- und Kinotechnik.</p>
<div class="zwei" ><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/III_15_12a-Historie-1954-mit-Heuss.jpg" rel="lightbox[44506]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/III_15_12a-Historie-1954-mit-Heuss-650x974.jpg" alt="" title="1954 mit Heuss" width="650" height="974" class="alignnone size-medium wp-image-45398" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/III_45_04-Historie-1954-Hallendurchblick.jpg" rel="lightbox[44506]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/III_45_04-Historie-1954-Hallendurchblick-650x974.jpg" alt="" title="1954 Hallendurchblick" width="650" height="974" class="alignnone size-medium wp-image-45399" /></a></div>
<p><font size="2" color="#666666">Hallendurchblick 1954; links: Theodor Heuss</font></p>
<p>1982 erweiterte sich die Hallenfl&#228;che bereits auf 128.000 qm, vor allem um das amateurbezogene Angebot einerseits und die Profi-Bereiche andererseits zu verfeinern. Auch in das Guiness-Buch der Rekorde ging die Photokina 1988 mit der „gr&#246;&#223;ten Bilderschau der Welt“ ein &#8211; in Form einer fortlaufenden Bilderwand von den Photokina-Hallen bis zum Museum Ludwig mit einer L&#228;nge von 1.300 Metern!</p>
<p>Trotz der fortschrei­tenden Digitalisierung spielte die traditionelle Silberfotografie im Amateurbereich 1994 nach wie vor die dominierende Rolle, w&#228;hrend in der Studiotechnik Digitalkameras und -recorder an Bedeutung gewannen. Bereits 1996 hielt die digitale Fotografie Einzug in den Amateurmarkt. Der &#220;bergang von der analogen in die digi­tale Welt wurde in diesem Jahr besonders deutlich. </p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/Photokina-1956.jpg" rel="lightbox[44506]"><img src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/09/Photokina-1956-650x448.jpg" alt="" title="Photokina 1956" width="650" height="448" class="alignnone size-medium wp-image-45216" /></a><br />
<font size="2" color="#666666">Hallendurchblick 1956</font></p>
<p>Die Schwerpunkte im Jahr 1998 nannten sich Consumer Photo &#038; Video, Professional Photo &#038; Imaging, Photofinishing sowie Professional Media. Die englischen Bezeichnungen zeugten jedoch nicht von neuer Internationalit&#228;t, denn international war die Photokina bereits seit ihren Anfangsjahren. Sie folgten wohl viel eher einem generellem Trend in Deutschland.</p>
<p><em>Ab dem Jahr 2000 k&#246;nnen wahrscheinlich viele von Euch die Geschichte aus erster Hand weitererz&#228;hlen. Vielleicht kennt Ihr die Photokina aber auch schon aus den Anfangsjahren und habt noch sch&#246;ne, mittlerweile schon fast archivw&#252;rdige Bilder? Erz&#228;hlt und zeigt!</em></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/09/05/die-geschichte-der-photokina/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>19</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Wandel der Zeit</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/07/13/der-wandel-der-zeit/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/07/13/der-wandel-der-zeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Jul 2012 04:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Gommel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[architektur]]></category>
		<category><![CDATA[daniel schmitt]]></category>
		<category><![CDATA[gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[lostplaces]]></category>
		<category><![CDATA[veränderung]]></category>
		<category><![CDATA[wandel]]></category>
		<category><![CDATA[zeitgeschichte]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=39503</guid>
		<description><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Daniel Schmitt</strong></p>Das 20. Jahrhundert war ein aufregendes und vor allem durch Wandel gepr&#228;gtes Jahrhundert, sowohl aus politischer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher als auch aus technischer Sicht. Allein Deutschland durchlebte in dieser Zeit mehrere unterschiedliche Regierungen, der Fernseher und der Computer wurden erfunden, die Tuberkulose besiegt und unser aller Leben hat sich durch den Fortschritt und Wandel in Technik und Politik grundlegend ge&#228;ndert.<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Beitrag von: <strong>Daniel Schmitt</strong></p><p><strong>Das 20. Jahrhundert war ein aufregendes und vor allem durch Wandel gepr&#228;gtes Jahrhundert, sowohl aus politischer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher als auch aus technischer Sicht. Allein Deutschland durchlebte in dieser Zeit mehrere unterschiedliche Regierungen, der Fernseher und der Computer wurden erfunden, die Tuberkulose besiegt und unser aller Leben hat sich durch den Fortschritt und Wandel in Technik und Politik grundlegend ge&#228;ndert.</strong></p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich werden bei jedem Wandel neue Dinge ben&#246;tigt und andere nicht mehr. So ist es auch bei den Geb&#228;uden, denn das ist der Grund, weshalb einige dieser leer stehen &#8211; eben durch den Wandel der Zeit.</p>
<p><strong>Der Wandel der Montanindustrie</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Industrie-1.jpg" rel="lightbox[39503]"><img class="alignnone size-medium wp-image-39526" title="Industrie-1 © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Industrie-1-650x432.jpg" alt="" width="650" height="432" /></a></p>
<p>Die Montanindustrie, also beispielsweise die Gewinnung von Kohle, das Produzieren von Stahl und Eisen oder die Gewinnung von Strom waren besonders in den Gebieten des Saarlands, Lothringens und in Luxemburg weit verbreitet. Einfacher Grund waren die damals in &#252;ppigen Mengen vorhandenen Bodensch&#228;tze. &#220;berall wurde Eisen produziert, Kohle gef&#246;rdert und aus eben dieser Strom erzeugt. In Deutschland war die Montanindustrie bis in die sp&#228;ten 60er Jahre Motor des deutschen Wirtschaftswunders und selbstverst&#228;ndlich auch ein wichtiger industrieller Arbeitsplatz.</p>
<p>Doch seither geht die Bedeutung dieses Industriezweiges stark zur&#252;ck &#8211; ein klassischer Strukturwandel hat hier sowohl in Deutschland, als auch in Frankreich und Luxemburg stattgefunden. Die Folge ist, dass der Gro&#223;teil dieser riesigen Industriebauten inzwischen verlassen und damit meist „verloren“ ist. Teils riesige, teils prunkvolle und teils einfach nur beeindruckende Geb&#228;ude stehen leer, verfallen und wurden, meist von sogenannten Kupferdieben, gepl&#252;ndert.</p>
<p><span id="more-39503"></span></p>
<p><strong>Der Wandel der Landwirtschaft</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/M&#252;llers-M&#252;hle-historsiches-Bad-1.jpg" rel="lightbox[39503]"><img class="alignnone size-medium wp-image-39523" title="M&#252;ller's M&#252;hle (historsiches Bad)-1 © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/M&#252;llers-M&#252;hle-historsiches-Bad-1-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>Noch vor einigen Jahrzehnten gab es einen prozentual deutlich gr&#246;&#223;eren Anteil an Menschen und Familien, die sich zu einem gro&#223;en Teil selbst versorgt haben, also einen kleinen Bauernhof besa&#223;en und gen&#252;gend Tiere hielten, um damit ihren Bedarf zu decken. Oft produzierten diese Familien auf ihren kleinen H&#246;fen noch ein paar Dinge, die sie auf dem Markt oder ihrem Ladengesch&#228;ft verkauften. Seit es Superm&#228;rkte und Einkaufszentren auch in kleineren St&#228;dten, selbst D&#246;rfern gibt, ist der „Selbstversorgungsmensch“ auf ein Minimum geschrumpft.</p>
<p>Das hat zur Folge, dass viele alte Bauernh&#228;user, M&#252;hlen und kleine Anwesen leer stehen, da die Familien von ihrem Hof weggezogen sind oder schlichtweg inzwischen gestorben sind. In Deutschland wurden die meisten H&#228;user und H&#246;fe abgerissen oder renoviert, aber in Luxemburg und Belgien, zum Teil auch in Frankreich, gibt es noch viele inzwischen seit weit &#252;ber 20 Jahre leer stehende H&#228;user, H&#246;fe und M&#252;hlen.</p>
<p><strong>Der Wandel der Gesellschaft</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Gesellschaft-1.jpg" rel="lightbox[39503]"><img class="alignnone size-medium wp-image-39524" title="Gesellschaft-1 © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Gesellschaft-1-650x365.jpg" alt="" width="650" height="365" /></a></p>
<p>Viele &#246;ffentliche Veranstaltungen, wie beispielsweise Theater und Kino, erfreuten sich noch vor einiger Zeit in den meisten Gebieten gr&#246;&#223;erer Popularit&#228;t oder zumindest „anderer“ Popularit&#228;t als heutzutage. Das liegt vor allem daran, dass sich die Interessen der Gesellschaft verschoben haben. Das Theater hat f&#252;r viele heute nicht mehr denselben Stellenwert wie noch vor 50 oder 100 Jahren.</p>
<p>So hat es vor allem kleinere St&#228;dte getroffen, in denen diese „&#246;ffentlichen Geb&#228;ude“ schlie&#223;en mussten. Von nun an gibt es in den angrenzten St&#228;dten gro&#223;e, moderne Kinos und die alten, prunkvoll m&#228;chtigen Theater und nahe daran gelegen dementsprechend viel Kultur, viele Cafés und Restaurants.</p>
<p>Die Menschen in den kleinen St&#228;dten haben inzwischen alle ein Auto und k&#246;nnen daher leicht die Gro&#223;stadt erreichen &#8211; Kultur im eigenen Dorf ist damit &#252;berfl&#252;ssig. In kleineren St&#228;dten stehen die fr&#252;her noch beliebten Geb&#228;ude nun also leer, da sie sich in letzter Zeit nicht mehr rentiert haben.</p>
<p>Eine &#228;hnliche Situation zeigt sich in Urlaubsgebieten: Fr&#252;her noch, bis in die sp&#228;ten 80er Jahre, war beispielsweise das Harzgebiet ein beliebter Ferienort der DDR. Dutzende Hotels &#246;ffneten dort ihre Pforten, um G&#228;ste zu empfangen &#8211; inzwischen steht sch&#228;tzungsweise ein Drittel der ehemaligen Hotels leer, betroffen sind Hotels aller Klassen.</p>
<p><strong>Der Wandel der Medizin und Pflege</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Rocky-Mountain-Nursing-Home-1.jpg" rel="lightbox[39503]"><img class="alignnone size-medium wp-image-39522" title="Rocky Mountain Nursing Home-1 © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Rocky-Mountain-Nursing-Home-1-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>Technischer Fortschritt, neue Heilmethoden, neue Heilstoffe und neue Erkenntnisse sorgen f&#252;r einen st&#228;ndigen Wandel in der Welt der Medizin. Bekanntestes Beispiel daf&#252;r ist die Volksseuche Tuberkulose &#8211; durch neue Heilmittel (Antibiotika) und Erkenntnisse konnte diese Seuche vollst&#228;ndig verdr&#228;ngt werden &#8211; doch noch vor 80 Jahren war Tuberkulose eines der ernsthaftesten Probleme der Zeit. So wurden dutzende Heilst&#228;tten gebaut, die in besonders gutem Klima lokalisiert waren.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Medizin-2.jpg" rel="lightbox[39503]"><img class="alignnone size-medium wp-image-39525" title="Medizin-2 © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Medizin-2-650x433.jpg" alt="" width="650" height="433" /></a></p>
<p>Und all diese Heilst&#228;tten stehen heute leer &#8211; zu veraltet und ineffizient ist die damalige Bauweise der Krankenh&#228;user, auch die Hygienebestimmungen k&#246;nnen nicht mehr erf&#252;llt werden. In Ostdeutschland nutzten meist die Russen die ehemaligen Heilst&#228;tten als Hospital f&#252;r Soldaten, bis sie 1994 endg&#252;ltig abr&#252;ckten.</p>
<p><strong>Der Wandel der Politik</strong></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Krampnitz-1.jpg" rel="lightbox[39503]"><img class="alignnone size-medium wp-image-39550" title="Krampnitz-1 © Daniel Schmitt" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/06/Krampnitz-1-650x365.jpg" alt="" width="650" height="365" /></a></p>
<p>Hunderte Kasernen stehen in Deutschland &#8211; heute ist ein Gro&#223;teil dieser ungenutzt, der Grund daf&#252;r ist der Wandel in der Politik. Ein passendes Beispiel ist J&#252;terbog: Einst eine der gr&#246;&#223;ten Garnisonsst&#228;dte in Deutschland. Den Grundstein daf&#252;r legte Preu&#223;en Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Beschluss, einen Artillerieschie&#223;platz einzurichten.</p>
<p>Zeitnah folgten weitere Einheiten nach J&#252;terbog. So wurde ein ganzer Stadtteil milit&#228;risch. Mit der Macht&#252;bernahme der NSDAP und der massiven Aufr&#252;stung wurde J&#252;terbogs milit&#228;risch genutztes Gebiet abermals vergr&#246;&#223;ert.</p>
<p>So zogen nach und nach das Heer, die Luftwaffe und die Waffen-SS ein. Als Hitler und damit dann das Dritte Reich unterging, &#252;bernahmen die Russen – wie so oft – das Areal. So wurde J&#252;terbog zur wichtigsten Milit&#228;rbasis der UDSSR, bis 1994 waren dort ca. 40.000 Mann stationiert. Nach der Zeit des Dritten Reiches und des Kalten Krieges haben die allermeisten Kasernen in J&#252;terbog und auch im restlichen Deutschland keine Nutzung mehr und stehen deshalb leer.</p>
<p>Eine erneute Nutzung dieser Gebiete ist eher selten m&#246;glich, aber teilweise wurden die Kasernenareale von Firmen gekauft, welche eine zivile Nutzung der Kasernen erm&#246;glichten. Auch einige Parteischulen und &#228;hnliche Einrichtungen haben in der heutigen Politik keinen Platz mehr, und stehen daher seit Anfang der 90er Jahre leer.</p>
<p><em>Selbstverst&#228;ndlich gibt es noch weitere Bereiche, in denen ein Wandel stattgefunden hat, aber die f&#252;nf haupts&#228;chlichen Bereiche wurden oben stehend abgefasst.</em></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/07/13/der-wandel-der-zeit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>23</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Geisterbeschw&#246;rung in der Fotografie</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/05/17/geisterbeschwoerung-in-der-fotografie/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/05/17/geisterbeschwoerung-in-der-fotografie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 17 May 2012 06:36:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Surreal]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelbelichtung]]></category>
		<category><![CDATA[fantasie]]></category>
		<category><![CDATA[geister]]></category>
		<category><![CDATA[geisterfotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitbelichtung]]></category>
		<category><![CDATA[seance]]></category>
		<category><![CDATA[Surrealismus]]></category>
		<category><![CDATA[william h. mulmer]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=31902</guid>
		<description><![CDATA[Schon in der Kindheit habe ich mir Geistergeschichten ausgedacht und jene nicht fassbaren Wesen vor allem in der Nacht hinter dem Fenster, unterm Sessel und in den Ecken und Winkeln unserer Wohnung vermutet.<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schon in der Kindheit habe ich mir Geistergeschichten ausgedacht und jene nicht fassbaren Wesen vor allem in der Nacht hinter dem Fenster, unterm Sessel und in den Ecken und Winkeln unserer Wohnung vermutet.</strong></p>
<p>Sie waren die stillen Beobachter meiner Jugend. Meine Eltern hatten scheinbar keine Angst vor meiner bl&#252;henden Fantasie und unterst&#252;tzten diese Neigung mit Geschenken in Form von B&#252;chern &#252;ber angebliche Geisterfotos.</p>
<p>Im sp&#228;ten 19. Jahrhundert, in einem kleinen K&#228;mmerlein irgendwo in Boston passierte n&#228;mlich eine schauerliche Absonderlichkeit. William H. Mumler, von Beruf Graveur und Fotograf, machte ein Selbstbildnis und entdeckte anschlie&#223;end auf dem Bild neben seinem Konterfei das unscharfe und geisterhafte Portrait seiner 12 Jahre zuvor verstorbenen Cousine.</p>
<div class="zwei" ><a style="margin-right: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Mumler_Herrod.jpg" rel="lightbox[31902]"><img class="alignleft wp-image-34431" style="margin: 0;" title="Mumler_(Herrod)" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Mumler_Herrod.jpg" alt="" width="245" height="380" /></a> <a style="margin-left: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Mumler_Conant.jpg" rel="lightbox[31902]"><img class="alignright wp-image-34432" style="margin: 0;" title="Mumler_(Conant)" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Mumler_Conant.jpg" alt="" width="245" height="380" /></a></div>
<p> <span style="color: #888; font-size: small;">links: <a href="http://www.photographymuseum.com/mumler6l.html" target="_blank">Master Herrod</a> mit Geist.<br />
rechts: <a href="http://www.photographymuseum.com/mumler7l.html" target="_blank">Conant</a> mit dem Geist ihres Bruders.<br />
© William H. Mumler</span></p>
<p>Aber wie so oft gab es nat&#252;rlich auch daf&#252;r eine wissenschaftliche Erkl&#228;rung &#8211; leider. F&#252;r das Foto hatte er eine nicht ordentlich gereinigte Platte benutzt und das Produkt war eine Doppelbelichtung. Er erkannte ziemlich schnell, was f&#252;r einen Schatz er mit dieser Fahrl&#228;ssigkeit aus den tiefen unser fantasievollen Seele gehoben hatte. Er gab sich fortan als Medium aus und er&#246;ffnete 1869 in New York sein Geisterstudio.</p>
<p>Die Geisterfotografie erfreute sich gro&#223;er Popularit&#228;t, sodass viele andere Fotografen seinem Beispiel folgten und ihre gl&#228;ubigen Kunden zum Narren hielten, indem sie ihr Handwerk begriffen und geisterhaft einsetzten. Es entstand eine neue Dienstleistung im Bereich des Paranormalen und viele <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/24111/fotogruesse_aus_dem_jenseits.html" target="_blank">Portraits</a> mit verstorbenen Verwandten &#252;berschwemmten die Stuben der Hinterbliebenden.</p>
<p><span id="more-31902"></span></p>
<div class="zwei" ><a style="margin-right: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Seance_Hope.jpg" rel="lightbox[31902]"><img class="alignleft wp-image-34543" style="margin: 0;" title="Seance_Hope" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/Seance_Hope.jpg" alt="" width="234" height="390" /></a> <a style="margin-left: 5px;" href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/394px-William_Hope_001.jpg" rel="lightbox[31902]"><img class="alignright wp-image-34525" style="margin: 0;" title="394px-William_Hope_001" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/394px-William_Hope_001.jpg" alt="" width="256" height="390" /></a></div>
<p><span style="color: #888; font-size: small;">links: Eine Seance und die Hand eines Geistes.<br />
rechts: Mann mit dem Geist seiner zweiten Frau.<br />
© William Hope</span></p>
<p>Am Ende des 19. Jahrhunderts, als die Industrialisierung bereits ein Jahrhundert vorangeschritten war und die Naturwissenschaften immer erstaunlichere Ergebnisse zu Tage f&#246;rderten, stand der Spiritismus in seiner vollsten Bl&#252;te. In London wird 1882 die <a href="http://www.spr.ac.uk/main/" target="_blank">Society for Psychical Research</a> gegr&#252;ndet. Eine Vereinigung zur Erforschung parapsychologischer Ph&#228;nomene.</p>
<p>In den Hinterzimmerchen hielt die feine Gesellschaft Seancen ab, um Kontakt mit Verstorbenen herzustellen. Unsichtbare Geister lie&#223;en Tische wackeln oder Gl&#228;ser in der Luft schweben. Man wollte sichtbare Beweise und da kammen die Fotografien von  Mumler und seinen Kollegen gerade recht, da sie zun&#228;chst als Zeugnis paranormaler Erscheinungen angesehen wurden.</p>
<p>Was jedoch wiederum verwunderlich ist. Denn gerade die Fotografie galt als Abbildung der Realit&#228;t und nicht dessen, was wir nicht sehen, aber erahnen. Man &#252;bergab also der Fotografie zus&#228;tzlich die Gabe, Geister zu bannen und sichtbar zu machen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/ghost_janine.jpg" rel="lightbox[31902]"><img title="ghost_janine" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/ghost_janine-500x502.jpg" alt="" width="500" height="502" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">© <a href="http://www.flickr.com/photos/this_fleeting_life/" target="_blank">Janine R. Matheson</a></span></p>
<p>Heute k&#246;nnen wir einander nicht mehr so leicht zum Narren halten. Wir haben begriffen, dass die Fotografie nicht einfach abbildet, was wir sehen oder glauben zu sehen, sondern auch zeigt, was wir sehen wollen.</p>
<p>Die Fotografie ist auch ein Medium unseres Ausdrucks an Gedanken, Gef&#252;hlen und Ideen und nicht immer dessen, was wirklich <em>da</em> ist. Insofern kann Fotografie eben doch Geister festhalten. N&#228;mlich unsere ganz eigenen.</p>
<p>Und vielleicht ist das der Grund daf&#252;r, warum sich die Geisterfotografie auch heute gro&#223;er Beliebtheit erfreut. Das Mysterium der Entstehung ist zwar gr&#246;&#223;tenteils offengelegt, aber die Fantasie der Menschen pulsiert durch das Medium.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/marta.jpg" rel="lightbox[31902]"><img title="marta" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/marta-500x730.jpg" alt="" width="500" height="730" /></a><span style="color: #888; font-size: small;">© <a href="http://www.flickr.com/photos/martaorlowska/" target="_blank">Marta Orlowska</a></span></p>
<p>Doppel- und Langzeitbelichtungen sind beliebte Techniken, um Geisterfotos zu erstellen. Aber manchmal reicht es auch aus, nur mit der Unsch&#228;rfe zu spielen oder mit Stoffen und Spiegeln doppelte oder verschleierte Realit&#228;ten zu entwerfen. Auch hier ist der Experimentierfreudigkeit viel Raum gelassen.</p>
<p>Diese Bilder k&#246;nnen dann zum T&#252;ren&#246;ffner im Kopf werden und darin finde ich die Stimmung wieder, der ich als Kind so oft nachgejagt bin. Und sie befriedigen mich viel mehr als die Geisterbilder in den B&#252;chern von damals.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/dance_by_niavaah-d3ct8rf.jpg" rel="lightbox[31902]"><img title="dance_by_niavaah-d3ct8rf" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/05/dance_by_niavaah-d3ct8rf-500x601.jpg" alt="" width="500" height="601" /></a><span style="color: #888; font-size: small;">© <a href="http://www.stankakoleva.com/portfolio.php" target="_blank">Stanka Koleva<br />
</a></span></p>
<p>Denn die Personen bleiben weiterhin unfassbar f&#252;r mich. Da sie nicht personalisiert sind, kann ich sie in meine Geschichten mit einweben. &#196;hnlich wie die surrealistischen Bilder dr&#252;cken auch die Geisterfotos f&#252;r mich Gef&#252;hle aus. So gibt es Fotografien, die mir eine wahre G&#228;nsehaut bescheren.</p>
<p>Sie sind aber auch sichtbar gemachte Erz&#228;hlungen oder Korrespondenzen mit einer Welt, der auch unsere Vorfahren schon erlegen sind: Die Welt der Toten und des Vergangenen, deren Realit&#228;t oft eine verblasste Erinnerung in unseren K&#246;pfen ist.</p>
<p><span style="color: #888; font-size: small;"><br />
Quellen:<br />
• <a href="http://www.rosenhaeger.de/studieren/geisterfotografie/web/index.html" target="_blank">Alexander Rosenh&#228;ger, Fotografie in Spiritismus und Okkultismus – ein problematisches Medium als Fenster zur Geisterwelt und Nachweis des &#220;bernat&#252;rlichen, Bielefeld 2004 (Seminararbeit)</a><br />
• <a href="http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/artdok/volltexte/2008/533/pdf/Walter2004.pdf" target="_blank">Christine Walter, Das Abstrakte ist kein Beweis! Gedankenfotografie im Spiegel zeitgen&#246;ssischer Kunst, M&#252;nchen 2004</a></span></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/05/17/geisterbeschwoerung-in-der-fotografie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Beginn der Aktfotografie</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/05/10/der-beginn-der-aktfotografie/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/05/10/der-beginn-der-aktfotografie/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 May 2012 06:58:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Akt]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Entwicklung]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[historie]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[modell]]></category>
		<category><![CDATA[moral]]></category>
		<category><![CDATA[nackt]]></category>
		<category><![CDATA[unbekannt]]></category>
		<category><![CDATA[verbot]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=34044</guid>
		<description><![CDATA[Die fr&#252;he Aktfotografie findet sich bereits kurz nach der Entdeckung der Fotografie und steht in enger Verbindung zur bildenden Kunst, was man vor allem an der Auswahl der Modelle und der Motivik erkennen kann.<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die fr&#252;he Aktfotografie findet sich bereits kurz nach der <a href="http://kwerfeldein.de/index.php/2011/07/08/19-august-1839-die-geburtsstunde-der-fotografie/">Entdeckung der Fotografie</a> und steht in enger Verbindung zur bildenden Kunst, was vor allem an der Auswahl der Modelle und der Motivik erkennbar ist.</strong></p>
<p>Die Darstellung des nackten K&#246;rpers in der Malerei war keine Seltenheit und gesellschaftlich akzeptiert. Sowohl f&#252;r die Malerei als auch f&#252;r die Fotografie standen Frauen und seltener auch M&#228;nner Modell. Durch die Fotografie wurde den Menschen jedoch viel deutlicher, dass es sich bei den Abgebildeten um reale Menschen handelt. W&#228;hrend die Aktbilder der Malerei keine Aufregung verursachten, galten Aktfotos schnell als Pornografie.</p>
<p>Viele Fotografen versuchten daher, ihre Bilder durch Kunst und Wissenschaft zu legitimieren. Eindeutig wissenschaftlichen Charakter hatten zum Beispiel die Aufnahmen von Eadweard Muybridge. Er hielt mit Hilfe von ganzen Batterien von Kameras Bewegungsabl&#228;ufe von Tieren und Menschen fest.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/muybridge_ascending_stairs.jpg" rel="lightbox[34044]"><img class="alignnone size-medium wp-image-34091" title="muybridge" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/muybridge_ascending_stairs-500x314.jpg" alt="" width="500" height="314" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: x-small;">Treppensteigen von Eadweard Muybridge, ca. 1886</span></p>
<p>Viele Fotografen machten Aktaufnahmen vor allem, um sie als Vorlagen an Maler zu verkaufen. Eines der bekanntesten fr&#252;hen Aktbilder ist der R&#252;ckenakt von Eugène Durieu (Fotograf) und Eugène Delacroix (Maler). Die beiden Franzosen arbeiteten f&#252;r eine Reihe von Aktaufnahmen zusammen. Ob Delacroix die Posen arrangierte, w&#228;hrend Durieu ausschlie&#223;lich die Technik bediente, ist unbekannt, jedoch wahrscheinlich. Entstanden sind bei dieser Zusammenarbeit 32 Aufnahmen von M&#228;nnern, Frauen und Kindern.</p>
<p><span id="more-34044"></span></p>
<blockquote><p>„Ich betrachte mit Leidenschaft und ohne zu erm&#252;den diese Fotografien nach nackten Menschen, dieses wunderbare Gedicht, den menschlichen K&#246;rper.“ &#8211; Eugène Delacroix</p></blockquote>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Durieu_1.jpg" rel="lightbox[34044]"><img class="alignnone size-medium wp-image-34046" title="Durieu_1" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Durieu_1-500x728.jpg" alt="" width="238" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Durieu_2.jpg" rel="lightbox[34044]"><img class="alignnone size-full wp-image-34097" title="Durieu_2" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Durieu_2.jpg" alt="" width="252" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: x-small;">Aktaufnahmen von Eugène Durieu und Eugène Delacroix, 1853</span></p>
<p>Immer mehr Maler ben&#246;tigten Vorlagen f&#252;r ihre Bilder. Sie bemerkten schnell, dass Fotografien weit kosteng&#252;nstiger waren als die Sitzungen f&#252;r das oft stundenlange Modellstehen zu zahlen. Bekannte Fotografen, die vor allem diesen kommerziellen Zweig der Aktfotografie nutzten, waren Bruno Braquehais und Auguste Belloc.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Bruno_Braquehais_Sztereodagerrotipia_1858.jpg" rel="lightbox[34044]"><img class="alignnone size-medium wp-image-34205" title="Bruno_Braquehais" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Bruno_Braquehais_Sztereodagerrotipia_1858-500x275.jpg" alt="" width="500" height="275" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: x-small;">Stereodaguerreotypie von Bruno Braquehais, 1858</span></p>
<p>Es gab nat&#252;rlich auch Bilder, die eindeutig erotischer Natur waren. Die Fotografen ver&#246;ffentlichten diese sogenannten „Cochonnerien“ nicht unter ihren b&#252;rgerlichen Namen, weshalb die Urheber der meisten dieser Fotografien heute unbekannt sind. Der Staat versuchte, den Vertrieb solcher Aufnahmen zu unterbinden, jedoch ohne gro&#223;en Erfolg. Posiert haben f&#252;r diese Aufnahmen neben beruflichen Modellen zunehmend auch Prostituierte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/29.jpg" rel="lightbox[34044]"><img class="alignnone size-full wp-image-34186" title="" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/29.jpg" alt="" width="256" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/14.jpg" rel="lightbox[34044]"><img class="alignnone size-full wp-image-34187" title="" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/14.jpg" alt="" width="224" /></a></p>
<p>Um sich dem moralischen Verbot zu entziehen und dennoch als Fotograf auftreten zu k&#246;nnen, gab es mehrere Wege: H&#228;ufig liefen erotische Aufnahmen unter dem Deckmantel der wissenschaftlich-ethnologischen Forschung. So findet man viele Fotos von halbnackten Japanerinnen oder orientalischen Sch&#246;nheiten. Auff&#228;llig ist hier, dass die Studiobilder sich ver&#228;ndern. W&#228;hrend f&#252;r k&#252;nstlerische Aufnahmen meist recht einfache Kulissen dienten, wurde die Umgebung bei erotischen Aufnahmen st&#228;rker inszeniert.</p>
<p>Aktaufnahmen im Freien waren zu Beginn der Aktfotografie hingegen sehr selten. Man findet sie ab und zu auf Fotos aus den Kolonien. Mehrere Postkartenmotive von halbnackten Frauen bei scheinbar tradioniellen und f&#252;r die Europ&#228;er exotisch anmutenden T&#228;nzen oder Alltagshandlungen fanden so legal Zugang als Gr&#252;&#223;e aus der Ferne in die Heimat.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/stilfried.jpg" rel="lightbox[34044]"><img class="alignnone size-medium wp-image-34193" title="stillfried" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/stilfried-500x407.jpg" alt="" width="500" height="407" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: x-small;">Schlafende Japanerin von Baron Stillfried, ca. 1875</span></p>
<p>Um 1900 ver&#228;nderten sich die Aktbilder stark. Die Fotografen entdecken neue Bereiche und M&#246;glichkeiten, vor allem auch durch die sich entwickelnde Technik. Auch das Bild von Nacktheit in der Gesellschaft ver&#228;ndert sich zunehmend. Bedenkt man die Situation heute, bekommt man eine ungef&#228;hre Idee davon, wie schnell sich allein die Gedanken und Ansichten zur Aktfotografie gewandelt haben m&#252;ssen. Aber davon ein anderes Mal.</p>
<p><span style="color: #888; font-size: x-small;"><br />
Literaturangaben:<br />
• Baatz, Willfried: Geschichte der Fotografie. Ein Schnellkurs. &#220;berarbeitete und aktualisierte Neuausgabe. K&#246;ln 2008.<br />
• Dewitz, Bodo von: Facts – Tatsachen: Fotografien des 19. und 20. Jahrhundert aus der Sammlung Agfa Foto-Historama im Museum Ludwig K&#246;ln. K&#246;ln 2006.<br />
• Koetzle, Michael: Photo Icons. Die Geschichte hinter den Bildern. 1827 &#8211; 1926. K&#246;ln 2002.<br />
• Stephan, Peter: 50 Fotografen die man kennen sollte. M&#252;nchen 2008.<br />
• Stiegler, Bernd / Th&#252;rlemann, Felix: Meisterwerke der Fotografie. Stuttgart 2011.</span></p>
<p>Vielen Dank an das <a href="http://www.axellauer.de/" target="_blank">Fotostudio Lauer</a>, die mir mit einigen Bildern geholfen haben!</p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/05/10/der-beginn-der-aktfotografie/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Fotografische Traumsequenzen</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/05/03/fotografische-traumsequenzen/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/05/03/fotografische-traumsequenzen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 May 2012 07:15:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marit Beer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Surreal]]></category>
		<category><![CDATA[ausdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Boiffard]]></category>
		<category><![CDATA[Experiment]]></category>
		<category><![CDATA[gefühl]]></category>
		<category><![CDATA[Langzeitbelichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Stimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Surrealismus]]></category>
		<category><![CDATA[Traum]]></category>
		<category><![CDATA[unschärfe]]></category>
		<category><![CDATA[unsichtbar]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=33440</guid>
		<description><![CDATA[Sie waren die Welt-auf-den-Kopf-Steller, die Hippies unter den K&#252;nstlern und meine Helden, die Surrealisten. Sie verbogen die Realit&#228;t wie ein Zerrspiegel, verwischten Zeit und Raum und sind f&#252;r mich wie Zauberer mit doppelten unsichtbaren B&#246;den.<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sie waren die Welt-auf-den-Kopf-Steller, die Hippies unter den K&#252;nstlern und meine Helden, die Surrealisten. Sie verbogen die Realit&#228;t wie ein Zerrspiegel, verwischten Zeit und Raum und sind f&#252;r mich wie Zauberer mit doppelten unsichtbaren B&#246;den.</strong></p>
<p>Sie sind meine Helden, weil sie mein Weltbild ver&#228;nderten und mir zeigten, dass es in der Kunst keine Grenzen gibt, au&#223;er die, die man sich selbst auferlegt. Erst in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts fand die Fotografie dank des Surrealismus ihren Eintritt in die Kunstwelt.</p>
<p>Die Schuld daran schiebt man dem Fotografen J. A. Boiffard zu, Mitbegr&#252;nder der Gruppe. Die Fotografie war pl&#246;tzlich gar nicht mehr nur das Medium der realistischen Darstellung, denn nun machten die Gespinste im Kopf auch vor diesem doch vorher so starren Medium keinen Halt.</p>
<p>Die Grenzen waren durchbrochen, die verzerrte Realit&#228;t hielt Einzug in die Fotografie. Es sind die Themen, die mich an die Bilder damals wie heute fesseln, die bildliche Auseinandersetzung mit Dingen, die wir nicht fassen k&#246;nnen oder uns Angst machen, wie Wahnvorstellungen, (Alb-)Tr&#228;ume oder Metamorphosen. Sie haben meine Arbeiten stark beeinflusst und wenn ich mich in der Fotografenwelt so umschaue, dann nicht nur mich.</p>
<p><span id="more-33440"></span> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/surreal.jpg" rel="lightbox[33440]"><img title="surreal" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/surreal-500x371.jpg" alt="" width="500" height="371" /></a></p>
<p>Die Verbildlichung dieser Themen erwartet regelrecht, fotografische als auch manchmal moralische Grunds&#228;tze &#252;ber den Haufen zu werfen. Roger Ballen inszenierte beispielsweise Bilder mit <a href="http://www.rogerballen.com/image-gallery/outland-images" target="_blank">behinderten Menschen</a>, daf&#252;r bekam er Anerkennung, musste aber gleichzeitig auch viel Kritik einstecken. Denn es kam die Frage auf, ob man Menschen mit Behinderungen kost&#252;mieren und fotografisch „vorf&#252;hren“ darf.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/index.php/2012/01/11/francesca-woodman-eine-symphonie-des-unsichtbaren/">Francesca Woodmann</a> erfand f&#252;r sich eine sinnliche und zugleich verst&#246;rende Bildsprache. Und so k&#246;nnte ich die Liste der Fotografen, die mich beeindrucken weiter und weiter fortsetzen.</p>
<p>Unsch&#228;rfen, Verwacklungen oder Linienwirrwarr werden benutzt, um Geisteszust&#228;nde darzustellen. Alles, was in der Realit&#228;t seinen festen Platz hat, darf hier verschoben, verschmolzen und neu zusammengesetzt werden. Es wird mit Materialien experimentiert, in der Dunkelkammer, ob analog oder digital, verfremdet und ver&#228;ndert. Am Ende soll ein Bild entstehen, das die Welt des Betrachters auf den Kopf stellt oder zumindest ein L&#228;cheln auf seinem Gesicht hinterl&#228;sst.</p>
<p>Ich habe mich im Netz nach den Erben der Surrealisten umgeschaut und die aufgesp&#252;rten Fotografen au&#223;erdem gebeten, ein wenig &#252;ber ihre Intentionen zu schreiben, solche Bilder zu machen. Interessant dabei war, dass fast keiner der Befragten seine Bilder im Kontext des Surrealismus sah und sie erst nach dem Zusenden meines bis dahin verfassten Artikels die Verbindungen erkannten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/carmen_flickr.jpg" rel="lightbox[33440]"><img class="alignleft size-medium wp-image-33504" title="carmen_flickr" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/carmen_flickr-500x333.jpg" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p><span style="color: #888; font-size: small;">Foto: <a href="http://www.carmenrenn.de/" target="_blank">Carmen Renn</a></span></p>
<blockquote><p>Es gibt Momente, in denen betrete ich ein Geb&#228;ude oder einen Raum und ich werde von einer seltsamen, nur schwer zu definierenden Stimmung gefangengenommen. Oder ich betrachte alte Familienfotos und es tun sich in mir andere Welten auf. Oder ein Traum hallt noch lange nach dem Aufwachen in mir nach &#8211; um solche Gef&#252;hle geht es mir in meinen Bildern. Gef&#252;hle, die man nicht unmittelbar mit dem Verstand erkl&#228;ren kann, denen kein wirkliches Ereignis vorausgeht, die einfach kommen und manchmal auch genauso schnell wieder vergehen, aber dennoch gro&#223;es Gewicht haben. In meinen Bildern versuche ich, solche Stimmungen sichtbar zu machen und sie auf diesem Wege weiterleben zu lassen&#8230;</p></blockquote>
<p style="text-align: center;">~</p>
<p>Die traumt&#228;nzerischen Bilder und das eigene Bildermachen solcher, wie es Carmen Renn beschreibt, sind der Grund, warum ich diesen Zweig der Fotografie so sehr liebe. Die Fotografie ist dann neben dem Selbstbildnis auch das spielerische Verkn&#252;pfen neuer Verbindungen im Hirn. Eine Erweiterung des Sehens und F&#252;hlens. <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Lili.jpg" rel="lightbox[33440]"><img class="size-medium wp-image-33617 aligncenter" title="Lili" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Lili-500x375.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a> <span style="color: #888; font-size: small;">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/50677668@N00/" target="_blank">Ingrid Luquet-Gad</a></span></p>
<blockquote><p>Indem ich artfremde Elemente wie Text, Collagen oder Zeichnungen einbringe, beabsichtige ich, die Fotografie als spezifisches Medium zu erforschen; zu hinterfragen, was eine Fotografie zu einer Fotografie macht. Es ist haupts&#228;chlich ein Weg, eine theoretische Reflexion zu vertiefen, die von Kritikern wie Jean-François Chevrier inspiriert wurde, der der erste war, der von Fotografie wie von einem Gem&#228;lde sprach („tableau photographique“).</p></blockquote>
<p style="text-align: center;">~</p>
<p>Bei vielen Gespr&#228;chen mit Fotografen hatte ich das Gef&#252;hl, dass der Begriff „Kunst“ sehr ungern im Bereich der Fotografie benutzt wird. Vielleicht, weil der Begriff einerseits inflation&#228;r eingesetzt wird und anderseits, weil man sich nicht selbst zu einem K&#252;nstler erheben will, man seine eigenen Arbeiten lieber vom Betrachter als Kunst bezeichnen lassen m&#246;chte.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Peter-Runkewitz_2.jpg" rel="lightbox[33440]"><img class="size-medium wp-image-33629 aligncenter" title="Peter Runkewitz_2" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/04/Peter-Runkewitz_2-500x382.jpg" alt="" width="500" height="382" /></a> <span style="color: #888; font-size: small;">Foto: <a href="http://www.flickr.com/photos/55569224@N00/" target="_blank">Peter Runkewitz</a></span></p>
<blockquote><p>Meine Intention solcher Bilder ist einfach beschrieben: Weil es sich dabei um Selbstportaits handelt, steckt in jedem dieser Bilder ein gewisser Teil Selbsttherapie. Es war kein wirklicher Entschluss, sondern mehr eine F&#252;gung, dass ich solche Bilder meistens als Langzeitbelichtungen zwischen 15 und 30 Sekunden festhalte. Auf diese Weise wohnt den Fotos etwas vom Charakter des bewegten Bildes inne, weshalb ich den Serien meiner Selbstportraits dieser Art den &#252;bergeordneten Titel „short films“ gegeben habe. Weil die Konturen fehlen, ergibt sich deutlich mehr Spielraum f&#252;r Interpretation und vor allem Gef&#252;hl, was die Geschichte des Bildes betrifft. Das liegt am Ende freilich jedoch im Auge des Betrachters; ich habe da selten wirkliche Vorstellungen, was ich beim Betrachter ausl&#246;sen will.</p></blockquote>
<p>Und oft ist es auch gut, wenn man einfach macht, anstatt dar&#252;ber zu philosophieren, warum man es &#252;berhaupt macht. Im Moment des Tuns kann dann eine Kraft entweichen, die sich in starken Bildern widerspiegelt, wie es sich in den Bildern von Peter Runkewitz zeigt. Begonnen als ein Teil der Selbsttherapie wirken sie auf mich wie Teile eines Films von Lars von Trier. Bilder mit einer ganz eigenen Botschaft f&#252;r den Betrachter, der sie dann weiterf&#252;hrt.</p>
<p style="text-align: center;">~</p>
<p>Die Fotografie als ein Werkzeug zu betrachten, um neue Gebilde darzustellen, das ist es, was mich immer wieder reizt und was ich ausloten m&#246;chte. Dabei haben die vielen Bilder, die ich tagt&#228;glich sehe nat&#252;rlich Einfluss auf meine Empfindungen, ob ich das nun will oder nicht. All das umgibt mich und ich nehme die vielen fotografischen F&#228;den um mich herum auf und versuche, sie neu zu verkn&#252;pfen. Mir macht dieses Spiel ungeheuer Spa&#223;.</p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/05/03/fotografische-traumsequenzen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>20</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die fotografische Entdeckung &#196;gyptens</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/03/22/die-fotografische-entdeckung-agyptens/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/03/22/die-fotografische-entdeckung-agyptens/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 06:57:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Reise]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[entdeckung]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[historie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=28419</guid>
		<description><![CDATA[Das Interesse an &#196;gypten wurde vor allem in Frankreich durch den Einmarsch Napoleons 1798 stark belebt. F&#252;r Napoleon war &#196;gypten ein wichtiges Land, das er kolonialisieren wollte. Bis August 1801 dauerte seine Expedition dort. Ab dieser Zeit reisten viele Forscher und Privatleute in das Land, um seine Kultur zu entdecken, aber auch zu vermarkten. B&#252;cher mit Lithographien und Stichen wurden herausgebracht.<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Interesse an &#196;gypten wurde vor allem in Frankreich durch den Einmarsch Napoleons 1798 stark belebt. F&#252;r Napoleon war &#196;gypten ein wichtiges Land, das er kolonialisieren wollte. Bis August 1801 dauerte seine Expedition dort. Ab dieser Zeit reisten viele Forscher und Privatleute in das Land, um dessen alte Kultur zu entdecken, aber auch zu vermarkten. B&#252;cher mit Lithographien und Stichen wurden herausgebracht.</strong></p>
<p>Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten auch die ersten Fotografen das Land. Die Fotografie z&#228;hlte bei diesen Reisen vorrangig als technisches Mittel. Die Bilder waren genauer als die der Maler und erleichterten die Forschung stark. Man denke nur an Hieroglyphen, die man &#252;bersetzen wollte. Diese abzuzeichnen kostete viel mehr Zeit und Aufwand, als eine Fotografie anzufertigen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/hb_1981.1229.2.jpg" rel="lightbox[28419]"><img class="alignnone size-full wp-image-28444" title="du champ" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/hb_1981.1229.2.jpg" alt="" width="241" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Maxime_Du_Camp_-_Pfeiler_von_Karnak_1850.jpg" rel="lightbox[28419]"><img class="alignnone size-full wp-image-28445" title="du Champ" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Maxime_Du_Camp_-_Pfeiler_von_Karnak_1850.jpg" alt="" width="254" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Maxime du Camp (1850); links: Tempel von Abu Simbel; rechts: Pfeiler von Karnak</span></p>
<p>Einer der ersten Fotografen in &#196;gypten war der Franzose Maxime du Camp. F&#252;r seine Reise nach &#196;gypten 1849 lie&#223; sich der Schriftsteller und Journalist von Gustave le Gray in die Technik der Fotografie einweisen. Nach seiner Reise und einigen Ver&#246;ffentlichungen seiner Fotos in Bildb&#228;nden gab er die Fotografie jedoch wieder auf.</p>
<p>Du Champs Freund und Begleiter Gustave Flaubert schrieb ausf&#252;hrlich &#252;ber die Reise. In seinem &#8220;Reisetagebuch aus &#196;gypten&#8221; zeigt sich deutlich der europ&#228;ische Blick der damaligen Zeit auf Afrika und man bekommt einen gute Vorstellung des &#196;gyptentourismus im 19. Jahrhundert.</p>
<p>Was das Tagebuch aber auch zeigt, ist, wie beschwerlich diese Reisen damals waren. Die Expedition dauerte &#252;ber ein Jahr und wollte man die Pyramiden von Gizeh fotografieren, musste man zun&#228;chst mit der, zur damaligen Zeit mehreren Kilogramm schweren, Kamera und dem restlichen Equipment wie Platten und Dunkelkammerzelt einige Tage durch die W&#252;ste laufen.</p>
<p><span id="more-28419"></span></p>
<p><center><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/reisefotograf.png" rel="lightbox[28419]"><img class="alignnone size-full wp-image-28682" title="reisefotograf" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/reisefotograf.png" alt="" width="269" height="394" /></a></center><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Reisefotograf Mitte des 19. Jh. mit Kamera, Stativ und Dunkelkammerzelt</span></p>
<p>Der Engl&#228;nder Francis Frith f&#252;hrte auf seinen Reisen sogar einen gro&#223;en Dunkelkammerwagen mit sich. Er bereiste den Orient und besuchte &#196;gypten zwischen 1856 und 1860 drei Mal. Nach seiner R&#252;ckkehr gr&#252;ndete er einen Verlag und schickte andere Fotografen in die Fremde, um Original-Abz&#252;ge und Postkarten zu vertreiben.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Frith_Francis.jpg" rel="lightbox[28419]"><img class="alignnone size-full wp-image-28917" title="Frith_Francis" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Frith_Francis.jpg" alt="" width="500" height="381" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Francis Frith: Die Pyramiden von Gizeh (1858)</span></p>
<p>Vor allem politische Zwecke hatte die Reise von Francis Bedford um 1862. Er begleite den Prince of Wales als Reisefotograf mit 50 Soldaten im Gefolge. Sie besuchten neben &#196;gytpen auch Pal&#228;stina, Syrien, Istanbul und Athen. Unter seinen rund 200 gro&#223;formatigen Aufnahmen befinden sich &#252;berwiegend topographische Ansichten, Portraits der k&#246;niglichen Reisegesellschaft und Architekturfotografien.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/bedford.jpg" rel="lightbox[28419]"><img class="alignnone size-medium wp-image-28921" title="Francis Bedford" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/bedford-500x375.jpg" alt="" width="500" height="375" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Francis Bedford: Blick auf die Sultan-Hasan-Moschee und Kairo (ca. 1865)</span></p>
<p>Um 1860 entwickelte sich die Fotografie zu einem lohnenden Gesch&#228;ft. Viele Fotografen gr&#252;ndeten Ateliers im Orient und verkauften ihre Bilder an europ&#228;ische Touristen. Besonders hervorzuheben ist dabei der Franzose Felix Bonfils. Er bot bereits 1870 insgesamt 15.000 Abz&#252;ge von 591 verschiedenen Motiven an. Diese Motive f&#252;r Touristen zeigten &#196;gypten stark romantisiert. Das Land wurde als Traumreich dargestellt und die Motive waren entweder antike St&#228;tten oder gestellte Alltagsszenen.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/BonfilsFélix.jpg" rel="lightbox[28419]"><img class="alignnone size-medium wp-image-32035" title="BonfilsFélix" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/BonfilsFélix-500x386.jpg" alt="" width="500" height="386" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Felix Bonfils: Joueurs de violon bedouins (1880)</span></p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/bonfils.jpg" rel="lightbox[28419]"><img class="alignnone size-medium wp-image-32037" title="bonfils" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/03/bonfils-500x393.jpg" alt="" width="500" height="393" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Felix Bonfils: Sphinx (ca. 1880)</span></p>
<p>Noch heute gibt es Ateliers aus der damaligen Zeit, wie beispielsweise das von <a href="http://www.orientfotograf.de/" target="_blank">Lehnert &amp; Landrock</a>. Sie er&#246;ffneten ihr erstes Gesch&#228;ft 1903 in Tunesien, mussten es jedoch durch den Ersten Weltkrieg bald aufgeben und er&#246;ffneten es 1923 erneut in &#196;gypten.</p>
<p>Auch sie werben nach wie vor mit verkl&#228;renden Darstellungen des Landes, die wie vor &#252;ber 100 Jahren von den europ&#228;ischen Touristen mit Vorliebe gekauft werden.</p>
<p><span style="color: #888; font-size: small;">Quellen und Literaturangaben:<br />
• Baatz, Willfried: Geschichte der Fotografie. K&#246;ln 2008.<br />
• Flaubert, Gustav: Reisetagebuch aus &#196;gypten. 2003.<br />
• Steinigen, Cornelia: Die Islampolitik Napoleons w&#228;hrend der &#196;gyptenexpedition. 2010.<br />
• Stiegler, Bernd / Th&#252;rlemann, Felix: Meisterwerke der Fotografie. Stuttgart 2011.<br />
• <a href="http://www.fotomarburg.de/histfoto/reisefotografie2" target="_blank">http://www.fotomarburg.de/histfoto/reisefotografie2</a> (Stand: 12.01.2012)<br />
• <a href="http://www.orientfotograf.de/" target="_blank">http://www.orientfotograf.de/</a> (Stand: 18.03.2012)</span></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/03/22/die-fotografische-entdeckung-agyptens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sprung in die Freiheit</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/02/02/sprung-in-die-freiheit/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/02/02/sprung-in-die-freiheit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 07:06:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Reportage]]></category>
		<category><![CDATA[bild]]></category>
		<category><![CDATA[conrad schumann]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[exacta]]></category>
		<category><![CDATA[flucht]]></category>
		<category><![CDATA[freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Mauer]]></category>
		<category><![CDATA[mauerbau]]></category>
		<category><![CDATA[ostdeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Peter Leibing]]></category>
		<category><![CDATA[Schwarzweiß]]></category>
		<category><![CDATA[sprung]]></category>
		<category><![CDATA[teilung]]></category>
		<category><![CDATA[westdeutschland]]></category>
		<category><![CDATA[zaun]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=22551</guid>
		<description><![CDATA[Das Bild Sprung in die Freiheit geh&#246;rt zu den Ikonen der Fotogeschichte. Ich m&#246;chte die Geschichte hinter dem Bild erz&#228;hlen. Denn denke ich an das geteilte Deutschland, dann habe ich dieses Foto im Kopf, das kurz nach dem Mauerbau entstand. Kein Bild des Mauerfalls ist so einpr&#228;gsam gewesen. Ein Foto vom Anfang zeigt bereits das Ende.<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Bild <em>Sprung in die Freiheit</em> geh&#246;rt zu den Ikonen der Fotogeschichte. Ich m&#246;chte die Geschichte hinter dem Bild erz&#228;hlen. Denn denke ich an das geteilte Deutschland, dann habe ich dieses Foto im Kopf, das kurz nach dem Mauerbau entstand. Kein Bild des Mauerfalls ist so einpr&#228;gsam gewesen. Ein Foto vom Anfang zeigt bereits das Ende.</strong></p>
<p>Wir k&#246;nnen das Bild hier leider aus Kostengr&#252;nden nicht zeigen. Ihr k&#246;nnt es aber auf <a href="http://www.raemielke.com/" target="_blank">der Seite der Anw&#228;ltin</a>, die die Rechte am Bild vertritt, ansehen. Oder gebt bei Google <em>Sprung in die Freiheit Peter Leibing</em> ein und bem&#252;ht die Bildersuche. Wir bedauern diesen Umstand sehr, aber das Bild ist mir wichtig, weshalb ich dennoch dar&#252;ber schreiben m&#246;chte.</p>
<p>Und nun zum Bild.</p>
<p>Ein Volkspolizist springt in Uniform, mit Stahlhelm und schweren Stiefeln &#252;ber die Grenze in den Westen. Die Lippen zusammengepresst, die Waffe hinter sich &#252;ber die Schulter geworfen, schwebt er &#252;ber einer Rolle Maschendrahtzaun. Seine Anspannung ist sp&#252;rbar. Im Hintergrung erkennt man unscharf eine Gruppe von Menschen, die das Geschehen erst in diesem Moment langsam registrieren. F&#252;r Westdeutschland zeigte dieses Bild hervorragend die Schw&#228;che Ostdeutschlands auf, dem offenbar selbst die eigenen Truppen davonliefen.</p>
<p>Der 20-j&#228;hrige Fotograf Peter Leibing sollte im Auftrag der Fotoagentur Conti-Press den Bau der Mauer dokumentieren. Am 15. August 1961 stand er auf der Westseite der Bernauer Stra&#223;e und ahnte bereits, dass irgendwas passieren w&#252;rde. Und wartete.</p>
<p><span id="more-22551"></span></p>
<p>Er stellte auf die Rolle Stacheldraht scharf und dr&#252;ckte rechtzeitig ab, als sich der 19-j&#228;hrige Volkspolizist Conrad Schumann entschloss, zu springen. Leibing machte das Bild seines Lebens. Ironischerweise mit der ostdeutschen Kamera <em>Exacta</em> mit einem 200mm-Teleobjektiv.</p>
<p>Peter Leibing hatte beim Springderby in Hamburg Erfahrungen gesammelt, wie man ein Pferd im Sprung richtig fotografiert. Dieses Wissen kam ihm zu Hilfe. Ein Reporter von der Bildzeitung, dem das Bild nicht gelang, sprach Leibing an und &#252;berredete ihn, mit in die Redaktion zu kommen. So wurde das Foto erstmals am 16. August gro&#223; in der Bildzeitung ver&#246;ffentlicht. Bis heute sind unz&#228;hlige Ver&#246;ffentlichung in Zeitschriften und Zeitungen, auf Postkarten, M&#252;nzen, Briefmarken und vielen anderen Medien gefolgt.</p>
<p>Der Gefl&#252;chtete Conrad Schumann war bis zum Bau der Mauer loyaler B&#252;rger seines Staates gewesen. Als er jedoch ein kleines M&#228;dchen sah, das zu Besuch bei seinen Gro&#223;eltern in Ostdeutschland war, zu seinen Eltern auf westdeutscher Seite wollte und wie die DDR-Offiziere es zur&#252;ckhielten, &#228;nderte sich seine Meinung. Dazu kam die Abscheu, auf jemanden schie&#223;en zu m&#252;ssen.</p>
<p>Wie gro&#223; seine Anspannung und Angst sein mussten, als er beschlo&#223;, zu springen, kann man sich nicht vorstellen. Sie fiel auch nie wieder ganz von ihm ab. Im Westen angekommen, f&#252;hlte er sich verfolgt und lebte weiter in Angst vor der Stasi. Er nahm sich 1998 das Leben.</p>
<p>In Berlin kann man heute an der Bernauer Stra&#223;e, Ecke Ruppiner Stra&#223;e ein Denkmal sehen, das an Conrad Schumanns Sprung in die Freiheit erinnert. Peter Leibing klagte gegen die Nutzung seines Bildes als Vorlage f&#252;r das Denkmal und verlor den Prozess. Er starb im November 2008. Hinterlassen hat er eines der bedeutendsten Bilder deutscher Geschichte.</p>
<p><span style="color: #999999; font-size: xx-small;">Quellen:<br />
Koetzle, Hans-Michael: 50 Photo Icons. Die Geschichte hinter den Bildern.<br />
http://www.jf-archiv.de/archiv01/331yy09.htm [Stand: 28. Januar 2012]<br />
http://www.lawmas.de/database/upload/hq/pstock_hqacdd52672f225ec36a0aa2b6e06bf4f1.pdf [Stand: 28. Januar 2012]</span></p>
<p><strong>Update:</strong> Vielen Dank f&#252;r Eure R&#252;ckmeldungen betrefflich der Quelle zur JF. Wir verstehen Eure Einw&#228;nde und werden in Zukunft Quellen dieser Art nicht mehr verwenden. Unsere Motivation, sie zu nutzen war rein inhaltlich und keinesfalls politisch motiviert. Bei diesem Artikel m&#252;ssen wir die Quellennennung bestehen lassen, da die Nicht-Nennung den Gro&#223;teil des Artikels ad absurdum f&#252;hren w&#252;rde. Wir hoffen auf euer Verst&#228;ndnis.</p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/02/02/sprung-in-die-freiheit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>14</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Fotografie in der Karikatur</title>
		<link>http://kwerfeldein.de/2012/01/06/die-fotografie-in-der-karikatur/</link>
		<comments>http://kwerfeldein.de/2012/01/06/die-fotografie-in-der-karikatur/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 06:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Katja Kemnitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte der Fotografie]]></category>
		<category><![CDATA[Honoré Daumier]]></category>
		<category><![CDATA[Karikatur]]></category>
		<category><![CDATA[Nadar]]></category>
		<category><![CDATA[Théodore Maurisset]]></category>
		<category><![CDATA[Vesko Gösel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://kwerfeldein.de/?p=27986</guid>
		<description><![CDATA[Im 19. Jahrhundert wurde die Fotografie erfunden und bald arbeiteten erste Fotografen in Ateliers und gelangten zu einer gewissen Ber&#252;hmtheit. Zur gleichen Zeit elebte die Karikatur ihre Bl&#252;tezeit. Dass dabei auch die Fotografen Ziel des Spottbildes wurden, blieb nicht aus.<p></p>
]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im 19. Jahrhundert wurde die Fotografie erfunden und bald arbeiteten erste Fotografen in Ateliers und gelangten zu einer gewissen Ber&#252;hmtheit. Zur gleichen Zeit elebte die Karikatur ihre Bl&#252;tezeit. Dass dabei auch die Fotografen Ziel des Spottbildes wurden, blieb nicht aus.</strong></p>
<p>Der wohl bekannteste franz&#246;sische Karikaturist ist der 1808 geborene Honoré Daumier. Anl&#228;sslich der ersten Luftbildaufnahmen der Welt karikierte er Félix Nadar. Unter der Karikatur schrieb er &#8220;Nadar hebt die Fotografie auf die H&#246;he der Kunst&#8221;. Die Frage, ob Fotografie Kunst sein kann, wurde in dieser Zeit sehr stark diskutiert. In seiner Karikatur beantwortet sie Daumier ironisch.</p>
<p>Man sieht Nadar in seinem Fesselballon: Die Stativkamera fest an seine Augen gepresst, schwebt er &#252;ber der Stadt. Die H&#228;user unter ihm tragen Werbeaufschriften, die auf die vielen Fotoateliers hinweisen, die in dieser Zeit in Paris er&#246;ffneten.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/12/daumier-nadar1.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-medium wp-image-27992" title="daumier-nadar" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2011/12/daumier-nadar1-500x634.jpg" alt="" width="500" height="634" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">&#8220;Nadar hebt die Fotografie auf die H&#246;he der Kunst&#8221; von Honoré Daumier (1862)</span></p>
<p>Daumier ver&#246;ffentlichte in verschiedenen franz&#246;sischen Zeitschriften. Seine folgende Karikatur macht sich &#252;ber die Kopfst&#252;tzen der damaligen Fotografen lustig, die durch die langen Belichtungszeiten unabdingbar waren. Daumier &#252;berspitzt sie in seinem Bild: Der Portaitierte sitzt auf einem Stuhl mit mehreren Schraubzwingen. Unter dem Bild steht: &#8220;Die bequemste Position f&#252;r ein sch&#246;nes Daguerreotypie-Portrait.&#8221;</p>
<p><center><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Daumier03.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-full wp-image-28177" title="Daumier03" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/Daumier03.jpg" alt="" width="336" height="442" /></a></center><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Lithografie von Honoré Daumier (1847)</span></p>
<p><span id="more-27986"></span></p>
<p>Die Begeisterung f&#252;r die Fotografie teilten viele, aber l&#228;ngst nicht alle. Einige K&#252;nstler sahen die Malerei bedroht von der so maschinellen Fotografie. In einem Holzschnitt von 1865 sieht man diese Angst best&#228;tigt:</p>
<p>Der dicke Fotograf sitzt mit einem &#252;ppigen Mal und Wein in seinem mit gro&#223;en Fenstern ausgestatteten Atelier. Neben ihm liegt ein Stapel mit vorgemerkten Kundenw&#252;nschen. Seinen Kopf ersetzt eine Kamera. &#8220;Die Sache ist doch so &#252;bel nicht. &#8211; Es lebe das Gesch&#228;ft.&#8221; steht unter dem Bild.</p>
<p>Der Portraitmaler hockt im Gegensatz zu ihm in einer dunklen Kammer mit alten und kaputten M&#246;beln. Er sieht hager und ungepflegt aus, tr&#228;gt eine Art Kittel und hat nur ein St&#252;ck Brot. Unter seinem Bild ist vermerkt: &#8220;Seit zwei Jahren keine Bestellung mehr. &#8211; Hol` der Teufel die Kunst.&#8221;</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/tetzel.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-medium wp-image-28087" title="tetzel" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/tetzel-500x723.jpg" alt="" width="500" height="723" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">&#8220;Photographie und Portraitmalerei&#8221; von C.Tetzel und H. K&#246;nig (1865)</span></p>
<p>Den gro&#223;en Hype um die neue Erfindung zeichnet auch Théodore Maurisset in seinem Bild &#8220;La Daguerréotypomanie&#8221;. Auf dem Bild sieht man eine gro&#223;e Anzahl an Menschen mit Kameras. Es wirkt fast wie ein Wallfahrtsort. Die Kameras werden von Pferdekarren, der Eisenbahn und dem Dampfschiff in die ganze Welt transportiert. Auf der rechten Bildh&#228;lfte h&#228;ngen sich die Kupferstecher am Galgen auf.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/La_Daguerréotypomanie_-_Théodore_Maurisset.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-medium wp-image-28092" title="La_Daguerréotypomanie - Théodore_Maurisset" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/La_Daguerréotypomanie_-_Théodore_Maurisset-500x348.jpg" alt="" width="500" height="348" /></a></p>
<p>Die Angst vor der Fotografie wurde gesch&#252;rt, teilweise war sie jedoch durchaus berechtigt. Die meisten Maler, Kupferstecher und andere K&#252;nstler mussten sich um ihren Lebensunterhalt sorgen und griffen bald selbst zur Kamera.</p>
<p>Im Buch &#8220;Photographic Pleasures&#8221; von Cuthert Bede von 1855 befinden sich sogar eine ganze Reihe Karikaturen zum Thema Fotografie. Hinter dem Namen Bede steht eigentlich der englische Geistliche Edward Bradley. Seine Bilder wurden sp&#228;ter in unz&#228;hligen B&#252;chern abgedruckt.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/bede3.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-full wp-image-28064" title="bede3" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/bede3.jpg" alt="" width="200" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/bede1.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-full wp-image-28060" title="bede1" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/bede1.jpg" alt="" width="280" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">Karikaturen aus &#8220;Photographic Pleasures&#8221; von Cuthbert Bede (1855)</span></p>
<p>Vesko G&#246;sel hat in seiner Serie &#8220;New Photographic Pleasures&#8221; Gedanken zur aktuellen Lage der Fotografie verbildlicht. Das Buch dazu kann man &#252;ber seine <a href="http://www.veskogoesel.de" target="_blank">Webseite</a> erwerben. Inspiriert haben ihn dabei, wie der Titel schon vermuten l&#228;sst, die Karikaturen von Bede.</p>
<p><a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/veskogoesel.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-full wp-image-28154" title="veskogoesel" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/veskogoesel.jpg" alt="" width="245" /></a> <a href="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/veskogoesel2.jpg" rel="lightbox[27986]"><img class="alignnone size-full wp-image-28155" title="veskogoesel" src="http://kwerfeldein.de/wp-content/uploads/2012/01/veskogoesel2.jpg" alt="" width="245" /></a><br />
<span style="color: #888; font-size: small;">&#8220;New Photographic Pleasures&#8221; von Vesko G&#246;sel (2007 &#8211; 2009)</span></p>
<p>Die Karikaturen zeigen &#196;ngste, W&#252;nsche und Gedanken rund um die Fotografie. Was nicht polarisiert, wird selten karikiert. Die Fotografie wurde seit ihrer Entdeckung unglaublich oft Ziel von Spottbildern, in denen h&#228;ufig viel Wahres steckt. Wer jetzt neugierig ist, dem empfehle ich die <a href="http://photobibliothek.ch/seite007r.html" target="_blank">photobibliothek.ch</a>. Auf dieser Seite werden noch viele weitere Karikaturen mit kurzen Erkl&#228;rungen gezeigt.</p>
<p><span style="color: #888; font-size: x-small;"><br />
• Dewitz, Bodo von: Facts &#8211; Tatsachen: Fotografien des 19. und 20. Jahrhundert aus der Sammlung Agfa Foto-Historama im Museum Ludwig K&#246;ln. K&#246;ln 2006.<br />
• Stepan, Peter: 50 Fotografen, die man kennen sollte. M&#252;nchen/Berlin/London 2008.<br />
• http://photobibliothek.ch/seite003b2.html (Stand: 01.01.2012)<br />
• http://www.veskogoesel.de/arbeiten/de_newphopl.html (Stand: 01.01.2012)<br />
• http://bit.ly/uUoObL (Stand: 01.01.2012)<br />
</span></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://kwerfeldein.de/2012/01/06/die-fotografie-in-der-karikatur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>7</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
