Hornisgrinde-1
19. Juni 2013 Lesezeit ~ 2 Minuten

Fotogenes Deutschland – Hornisgrinde

Auf 1163 Metern thront die Hornisgrinde als seine höchste Erhebung über dem Nordschwarzwald. Sie ist mein „Hausberg“, den charakteristischen Sendeturm des SWR kann ich seit Jahren von meinem Fenster aus sehen. Und auch, wenn ich ab und zu denke: „Nicht schon wieder“, so zieht es mich – nicht oft, aber regelmäßig – zurück auf das vertraute Terrain.

Als Naherholungsziel und Teil des Westweges ist der Berg vor allem am Wochenende überlaufen von Spaziergängern und Wanderern aus nah und fern. Doch je später der Tag und je unfreundlicher das Wetter, desto mehr leert sich das Plateau. Spätestens in der Nacht hat man es dann für sich allein. Ein etwas seltsames, aber für mich überwiegend erhebendes Gefühl.

Im Sommer präsentiert sich die Hochebene, die einen Teil des Naturschutzgebietes Hornisgrinde-Biberkessel bildet, als idyllisches Hochmoor, dessen Grasdecke in der Abendsonne geradezu zu glühen beginnt.

Der wahre Reiz entfaltet sich für mich allerdings eher bei weniger schönem Wetter. Wenn im Winter alles unter eine windgepeitschten Schneedecke verschwindet oder sich im Frühjahr und Herbst Nebel über dem Moor und zwischen den Bäumen ausbreitet, dann verändert sich der Charakter der Landschaft. Sei es in Richtung einer endlosen Weite im schneebedeckten Moor oder zu einer wilden Schroffheit im sich selbst überlassenen Bannwald.

Auch der am Fuß des Berges gelegene, sagenumwobene Mummelsee entwickelt dann einen besonderen Charme, wenn Wolkenfetzen wie Geister über das Wasser schweben.

Doch nicht nur der Berg selbst bietet interessante Motive. Er ist auch eine – im wahrsten Sinne des Wortes – hervorragende Basis für Fotos der umliegenden Gegend. Gerne packe ich hier das Tele auf die Kamera und fotografiere in die Rheinebene oder das Spiel der Wolken in den Baumkronen und zwischen den benachbarten Gipfeln. Bei klarer Sicht reicht der Blick (nicht nur) von einem der beiden Aussichtstürme bis zur Schwäbischen Alb, zu den Vogesen auf der anderen Rheinseite und im Süden bis zum Feldberg. Sogar die Alpen sind manchmal sichtbar.

Ein besonders atemberaubender Anblick bietet sich ab und an bei Inversionswetterlage. Wer das Glück hat, bei diesem Phänomen abends auf dem Berg zu sein, wird Zeuge, wie die Sonne im rotgefärbten Wolkenmeer versinkt.

Hornisgrinde © Daniel Bollinger

Hornisgrinde © Daniel Bollinger

Hornisgrinde © Daniel Bollinger

Hornisgrinde © Daniel Bollinger

Hornisgrinde © Daniel Bollinger

Hornisgrinde © Daniel Bollinger

Hornisgrinde © Daniel Bollinger

Wer den Ausflug zur Hornisgrinde, der sich entspannt an einem halben Tag bewerkstelligen lässt, zur Ganztagestour ausbauen will, dem sei der Besuch eines der zahlreichen nahegelegen Wasserfälle empfohlen. Über einige davon werden wir in dieser Reihe bei Gelegenheit auch noch etwas mehr erfahren.

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17 Kommentare

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  1. Ich finde diese Bilder traumhaft. Sie sind sehr unaufdringlich und für mich gerade dadurch ein echter Blickfang. Es ist diese Art der Landschaftsfotografie, die ich sehr bewundere.

  2. Hallo Daniel,
    nice pic mit dem Mummelsee & Graufilter. Ich komme ursprünglich aus Achern von daher würde mich interessieren welche Wasserfälle Du meinst zwecks baden und Graufilter Aufnahmen.

    Gruss
    Tobias

    • Hallo Tobias,

      dann sind wir ja quasi Nachbarn, meine o.g. Aussicht auf den Turm ist in Oberachern ;)
      Neben der Gaishöll und dem Geroldsauer Wasserfall, die Susi schon genannt hat, wären da noch die Gertelbachfälle in Bühlertal, das Edelfrauengrab in Ottenhöfen und natürlich die Allerheiligen-Wasserfälle.

      Viele Grüße
      Daniel

      • Hi Daniel,
        ja dann sind wir Nachbarn, zumindest wenn ich in Achern bin ;-) Hier schaue ich leider nur auf die Banken Türme.
        Danke für den Hinweis mit den Wasserfällen, da muss ich mal hin insbesondere wenn es so warm ist ;-)

        gruss aus Frankfurt
        Tobais

  3. Wirklich tolle Fotos zum träumen. Vor allem die Fotos mit Nebel gefallen mir sehr gut. Hier wirkt die Landschaft für sich und dennoch bekommt man Fragen beim Betrachten, da man eben nicht alles sieht.

    Ein wenig bin ich ja schon neidisch. Schließlich habe ich hier im Ruhrgebiet zwar auch tolle Landschaften, ein solcher Anblick bleibt mir hier dennoch leider verwehrt… :(
    Freue mich schon darauf, wenn du hier auch die Wasserfälle mal näher vorstellst, da es mir Wasserfälle eh angetan haben. Insbesondere dann, wenn durch Langzeitbelichtungen ihre mystische Seite herausgearbeitet wird.

  4. mich freut es auch solche bilder aus der heimat zu sehen! ich wohne in Oppenau, also im Nachbartal. Die Allerheiligen-Wasserfälle sind auch recht nahe, wenn man die Schwarzwaldhochstraße weiter Richtung Ruhestein fährt und dort dann nach Oppenau/Lierbach

  5. Ist wirklich toll dort oben. Ich weiss nur manchmal nicht, ob man diese Hochebene “Berg” nennen darf. Aber man muss ja auch nicht alles auf die Goldwaage legen ;) Jedenfalls tolle Fotos!