YAMKELA © Henrik Pfeifer
12. Februar 2013 Lesezeit ~ 3 Minuten

Ausstellung: „Yamkela“ von Henrik Pfeifer

Den Schauspielerfotografen Henrik Pfeifer hat Marit 2011 bereits in einem Interview vorgestellt. Heute möchte ich Euch seine neuen Arbeiten mit sozial engagiertem Hintergrund vorstellen und seine nächste Ausstellung ans Herz legen.

Vor einem Jahr war Henrik in Kapstadt, um dort mit Modellen zu arbeiten, so neue TESABilder zu machen und sie auszustellen. Doch alles kam anders als geplant: Am zweiten Tag seines Aufenthalts verschlug es ihn durch die Einladung eines befreundeten Regisseurs ins Township Dunoon.

Während der Regisseur den Musiker Mazic Kondile begleitete und Aufnahmen für dieses Portrait-Musikvideo machte, fing Henrik an, dort zu fotografieren – immer mehr Kinder kamen angelaufen und wollten auch fotografiert werden. Schon in diesem Moment spürte Henrik, dass spannende Fotos entstanden und er begann, mit dem Gedanken zu spielen, wiederzukommen und etwas für die Kinder zu tun.

Als ich am nächsten Tag am Strand war, an dem viele Touristen und Models waren, kam mir alles so absurd vor. Hier beschäftigten sich die Menschen mit ihrer Bräune, obwohl in der gleichen Stadt nur wenige Kilometer entfernt die Menschen in Blechhütten leben und Hunger haben – ich musste etwas tun.

Er warf also seine Pläne über den Haufen und dachte sich, dass er, anstatt mit irgendwelchen Modellen an schöne Locations zu fahren, er genau das ebenso gut mit den Kindern aus dem Township machen könnte. Die Idee wuchs in nur wenigen Tagen, Henrik verschickte etwa 300 Mails an Bekannte, Freunde und Menschen, die er irgendwoher kannte.

YAMKELA © Henrik Pfeifer

So bekam er innerhalb von nur zwei Wochen 1.600 € Spenden für seine spontane Idee zusammen. Von dem Geld konnte er einen kleinen Reisebus mit Fahrer mieten und mit den Kindern Ausflüge machen. Mit dem Rest des Geldes bezahlte er Englischunterricht für eine kleine Gruppe von Mädchen. In Dunoon lernte er auch Yamkela, ein damals 11-jährigens Mädchen, kennen:

Als ich ihr das erste Mal begegnete, spürte ich sofort, dass es eine Verbindung zwischen uns gab und sie war auch immer in meiner Nähe, sobald ich in Dunoon war. Da ich keine Kinder habe und mir schon lange welche wünsche, dachte ich: Warum eigentlich nicht ein Kind in Südafrika?

Yamkela hatte keinen Vater, also fragte Henrik ihre Mutter, was sie davon halten würde, wenn er ihrer Tochter eine gute Schule bezahlen würde. Yamkelas Oma meinte sofort: „Dann hat Yamkela ja jetzt endlich einen Vater.“ So ist Henrik sozusagen von der Familie adoptiert worden und hat jetzt eine Tochter in Kapstadt.

YAMKELA © Henrik PfeiferYAMKELA0004

Zurück in Deutschland hat Henrik den Verein Learn & Travel e.V. gegründet, um weiter Geld zu sammeln, mit dem den Kindern im Township Dunoon Englischunterricht finanziert wird. Ein langfristiges Ziel ist es, dafür eine feste Lehrerstelle einrichten zu können.

Unabhängig von der Gründung des Vereins hat Henrik vor ein paar Monaten angefangen, mit Wachsmalstiften zu experimentieren und dabei eine neue Technik zur Weiterverarbeitung seiner Fotos für sich entdeckt, die er „Waxwork“ nennt.

Die Technik werden einige von Euch noch aus dem Kindergarten oder der Grundschule kennen: Man malt bunte Farbverläufe, übermalt diese flächig mit schwarzem Wachsmalstift und legt anschließend die untere Farbschicht durch Kratzen teilweise wieder frei.

Das Gleiche macht Henrik nun mit seinen Fotos und sieht darin auch eine Parallele zu seinen TESABildern. Beide Verfremdungstechniken fügen den ursprünglichen Fotos eine weitere Ebene hinzu. Sie werden überdeckt und es ensteht eine mehrschichtige Wahrnehmung, fast Dreidimensionalität.

YAMKELA © Henrik Pfeifer

Mit den ersten Waxworks, die Henrik nun aus Fotos der Kinder aus Dunoon gemacht hat, wird es in der nächsten Woche eine Ausstellung in der kleinen Galerie für Südafrikanisches Design und Kunst „dkhoi“ in München geben. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bilder werden dem Verein und damit direkt den Kindern auf den Bildern zugute kommen.

Zur Ausstellung am 21. Februar ab 17 Uhr wird Henrik Pfeifer als Künstler anwesend sein und hofft, viele Bilder verkaufen zu können. Ihr dürft natürlich auch einfach so vorbei kommen, ohne etwas zu spenden oder zu kaufen – es wird auch südafrikanische Snacks und Wein geben.

Ausstellung

YAMKELA – Waxworks von Henrik Pfeifer
Zeit: 21. Februar 2013 ab 17 Uhr
Ort: dkhoi, Bergmannstraße 52, 80339 München

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10 Kommentare

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  1. Ich würde nciht sagen, dass die besondere Art der Bearbeitung dei ursprünglichen Aufnahmen aufwerten, aber Sie machen sie zu etwwas besondrem, in dieser Form bislnag nicht gesehenen. Das gefällt mir.

    Das Engagement in Südafrika ist aller Ehren wert und Henrik hat allen Respekt und Hochachtung dafür verdient!