copyright David Olkarny
11. Februar 2013 Lesezeit ~ 4 Minuten

Im Gespräch mit David Olkarny

David Olkarny, 25-jähriger Fotograf aus Belgien beeindruckte mich mit seinen Arbeiten sofort. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, ihm in einem Interview etwas auf den Zahn zu fühlen. Seine Arbeiten könnt Ihr Euch auf Flickr, Facebook und auf seiner Webseite anschauen.

Hallo David, Deine Fotografien sind ziemlich beeindruckend. Wie bist Du zur Fotografie gekommen und wie lange dauerte es, bis zu dem Punkt zu kommen, an dem Du jetzt stehst?

Danke. In meinem zweiten Studienjahr entdeckte ich die Fotografie für mich. Ich habe Film studiert und meine erste Kamera war eigentlich für Dreharbeiten und verschiedene Aufnahmen gedacht. Ich war von der Qualität der Bilder, die mein neues Spielzeug fabrizierte, aber so begeistert und der Gedanke, dass ich nun atemberaubende Szenarien einfangen oder sogar kreieren konnte, ließ mich erzittern. Es war klar: Ich musste Fotograf werden.

copyrigth by David Olkarny

Die meisten Deiner Fotografien sind gekennzeichnet durch Farben, Accessoires und eine Menge Licht. Kannst Du uns Deine Arbeitsweise, angefangen von der Idee bis zum fertigen Bild, beschreiben?

Ich beginne damit, einen Ort zu wählen, der mich visuell anspricht. Dann suche ich ein geeignetes Modell dafür. An dieser Stelle fange ich an zu improvisieren. Ich bereite mich nicht im Vorfeld darauf vor, die richtige Location sorgt immer für spontane Dinge und ich kann mir immer eine Szenerie während des Shootings vorstellen.

Zuhause wähle ich die besten Fotos aus und bearbeite sie in Photoshop. In Photoshop kann es schon mehrere Stunden dauern, um die Farben zu verändern und die Realität zu verzerren, um es kurz zu fassen: Ich bringe etwas Magisches in die Bilder.

Copyrigth by David Olkarny

Wie hast Du gelernt, mit Blitzlicht und anderen Lichtquellen umzugehen?

Größtenteils habe ich den Umgang mit Licht in meinem Filmstudium gelernt. Es hat mir sehr geholfen, durch Licht verschiedene Stimmungen zu erzeugen und ich habe viel Equipment, das es mir erlaubt, das Licht so einzusetzen, wie ich es möchte.

Wie sieht bei Dir die Nachbearbeitung aus?

Ich benutze zunächst Lightroom, um meine Raw-Dateien zu sortieren und etwas zu bearbeiten und wenn ich sie dann sorgfältig ausgewählt habe, übernehme ich sie in Photoshop für die weitere Bearbeitung. Was ich prinzipiell in Photoshop benutze, sind die zwei Bearbeitungsmodi Gradationskurven und Tonwertkorrektur, die mir wunderschöne Farben und einen starken Kontrast garantieren, um das im Bild hervorzuheben, was mir wichtig ist.

Copyrigth by David Olkarny

Welche Art von Fotos machst Du am liebsten?

Am liebsten mag ich Geschichten in einem Bild, die dem Betrachter etwas erzählen und bei denen er die Möglichkeit hat, zu interpretieren. Farbenstarke Bilder, ein Universum, das draußen stattfindet, weit weg von den Studios, mit einer Dosis Surrealität, Fantasie und Schwerelosigkeit. Meine Arbeiten haben einen Hang zum Surrealen, es gibt viele Szenarien, die ziemlich konstruiert sind. Das erlaubt mir, mich von der Realität zu lösen und meine eigene Sicht der Welt darzustellen.

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Welche Ratschläge hast Du für Anfänger, die gern mit Blitzlicht fotografieren möchten?

Ich habe bemerkt, dass Fotografen sich immer mehr aufs Blitzlicht verlassen und dabei vergessen, auf das natürliche Licht einer Szene zu achten. Das ist schade. Der beste Tipp ist, erst das natürliche Licht zu analysieren und zu nutzen und dann unter Umständen einen Blitz auf einem Stativ zusätzlich zu verwenden. Das Ergebnis wird überzeugender und schöner ausfallen.

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Zusammen mit Rafael Deprost hast Du bereits einige Backstage-Videos veröffentlicht, bei denen der Zuschauer einen Blick hinter Deine Kulissen werfen kann. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Es war einfach der Gedanke, meine Arbeit etwas zu entmystifizieren. Ich wollte zeigen, dass ich mich selbst nicht zu ernst nehme und dass Fotografieren vor allem erst einmal Spaß bedeutet.

Wenn Du mit einem anderen Fotografen zusammenarbeiten könntest, wen würdest Du Dir aussuchen?

Ich würde unheimlich gern mit Christophe Gilbert zusammenarbeiten. Er ist ein belgischer Werbefotograf und seine Arbeiten sind unglaublich.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft? Gibt es vielleicht ein geheimes Projekt, das Du über kwerfeldein zuerst bekanntgeben möchtest?

Ich werde in die Welt der Werbefotografie zurückkehren. Mehr als zuvor und ich hoffe, mich professionell weiterzuentwickeln. Kleines Geheimnis: Derzeit ist ein neues Konzeptvideo in Produktion und es wird bald erscheinen!

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David, ich danke Dir für dieses Interview und wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Plänen. Hast Du abschließend noch einen Ratschlag für aufstrebende Fotografen?

Mein Ratschlag zum Ende: Macht Fotos für Euch und versucht nicht, einer Galerie oder der Öffentlichkeit zu gefallen. Ich denke, dass das sehr wichtig ist und dass viele Fotografen in diese Richtung abdriften. Seid verrückt, impulsiv, leidenschaftlich und waghalsig, aber ein wenig technisches Verständnis hat noch niemandem geschadet.

Danke für das Interview!

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13 Kommentare

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  1. sehr interessantes Interview, danke!
    Mir gefällt das Headerbild am besten, witzig dass es wahrscheinlich das mit dem natürlichsten Licht hier ist, obwohl die Geschichte von speziellen Lichtsetzungen und Blitz handelt. Aber ich mag natürliches Licht sehr, und die Perspektive und das Motiv, wie sie da am Dach sitzt, find ich toll.
    Den Ratschlag am Ende würd ich auch unterschreiben, super!
    ciao Markus

  2. Nettes Interview und David scheint wirklich Spaß an seiner Arbeit zu haben.
    Die Bilder sind schon sehr genial, gerade das Einfangen des Lichts und die Darstellung der Stimmung. Ja, er hat Recht, die Bilder haben etwas mystisches.

  3. Die Fotos sind gut gemacht und bearbeitet, vielleicht schon zu perfekt. Trotzdem sagen sie mir irgendwie nichts und ich weiss nicht so recht, weshalb. Den Gedanken zum Schluss (“Macht Fotos für Euch…”) kann unterstrichen werden und sein Enthusiasmus ist ansteckend.

  4. Die Fotos sind fantastisch, besonders sprechen mich die schwarz-weiß Aufnahmen an !!!
    Ich finde es nur schade, dass in dem Interview nicht etwas ausführlicher auf die Bildbearbeitung von David Olkarny eingegangen wird. Ich da gerne etwas mehr gelesen. Das Photoshop und Lightroom eingesetzt werden überrascht mich nicht besonders. Aber vielleicht wollte sich Herr Olkarny auch nicht in die Karten schauen lassen.