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21. Januar 2013 Lesezeit ~ 4 Minuten

Vierter Monatsbericht vom iPhone-Projekt

Seit vier Monaten fotografiere ich ausschließlich mit dem iPhone, um herauszufinden, was passiert, wenn ich die DSLR liegen lasse und mich hundertprozentig auf das Mobiltelefon einlasse. Dies ist der vierte Monatsbericht.

Und bevor es gleich in die Tiefe geht: Ich bin mit meinen Bildern aktuell nicht wirklich zufrieden. Ich finde meine Fotos okay, aber auch nicht mehr. Dazu kommt noch, dass ich so tief in der Materie bin, dass es mir schwer fällt, eine Distanz zu den Bildern zu bekommen.

Das merke ich vor allem dann, wenn ich die Fotos für meinen monatlichen Bericht aussuche. Welches zeigen, welches nicht? Diese Unsicherheit gehört dazu. Jedoch möchte ich hier niemandem etwas vormachen.

Ich sehe mich auch nicht als toller Straßenfotograf, sondern habe – auch durch die technisch reduzierten Möglichkeiten des iPhones – das Gefühl, ganz am Anfang zu stehen. Mir ist klar, dass die Fotos, die ich hier zeige, keine Superknaller sind.

Jedoch ist ein Teil meines Projekts der monatliche Bericht. Und der ist, wie er ist: Nah dran am Geschehen und ohne Anspruch auf Perfektion.

Das iPhone selbst ist mittlerweile selbstverständlicher Teil meiner Arbeit geworden. Das bedeutet, dass die Euphorie vom Auftakt geschwunden ist und es sich nicht mehr ungewohnt anfühlt, mit dem iPhone zu arbeiten.

Das Fotografieren mit der DSLR war für mich immer der Inbegriff meiner Leidenschaft. Ich hatte ein gewichtiges Gerät mit Objektiv drauf in der Hand, das über lautes Auslöserklacken ein auditives Feedback gab.

Allerdings fallen mit dem iPhone diese Faktoren gänzlich weg und somit auch das Gefühl, fotografisch tätig zu sein. Wenn ich meinen Kollegen aus dem Büro sage, ich „gehe mal fotografieren“, dann stimmt da irgendetwas nicht.

Denn das Arbeitsgerät ist sehr leicht und wenn ich Handschuhe trage, fast unsichtbar. Das Objektiv ist im Vergleich zum 50mm als solches nicht zu erkennen. Und das elektronische Klickgeräusch habe ich ausgeschaltet, also das Letzte, was an eine Kamera erinnern könnte, eliminiert.

Nein, das Wort Fotografieren ist für mich überflüssig geworden und ich erlebe das als eine Art Befreiung. Es ist mehr ein Probieren, Skizzieren, Dokumentieren. In der Stadt, unter Menschen. Dort, wo der Alltag tobt.

Da in dieser Jahreszeit selten die Sonne scheint, es meist trüb und düster ist, kann ich erst ab 9:30 Uhr so richtig loslegen. Ich bin somit, mehr als vorher, angewiesen auf das Wetter. Warum das?

An einem dunklen Tag zeigt mir das iPhone an, dass es 1/30s belichtet. Damit einen Menschen, der sich ein wenig bewegt, scharf festzuhalten, ist unmöglich. So warte ich meist etwas ab, messe immer wieder nach und schaue, wann das Licht mindestens 1/120s erlaubt. Und selbst damit ist nicht garantiert, dass die Aufnahme scharf ist. Das ist manchmal ziemlich frustrierend.

Ich versuche, so weit möglich, einen besonderen Moment zu erwischen – und das heißt gar nicht zwangsläufig, dass eine Person (erkennbar) abgebildet sein muss. Es geht mir darum, einzufangen, wenn das Ungewöhnliche aus dem Gewöhnlichen hervortritt.

Ein Zufall sozusagen, in dem zwei oder mehr Aspekte im Einklang sind, sich widersprechen oder meinem inneren Auge komisch, trist oder gar fröhlich erscheinen. Und damit diese Vorgabe erfüllt werden kann, muss ich einige Kilometer laufen und stets offen für das Unvorhergesehene sein.

Und 99% meiner Fotos sind Bullshit. Sie sind vielleicht auf den ersten Blick ganz interessant, haben aber keine Seele, sprechen nicht zu mir oder es fehlt ihnen das gewisse Etwas, das ein Foto – wohlgemerkt – für mich spannend macht.

Jedoch ist dieses eine Prozentfitzelchen das, wonach ich suche. Dann passen viele Dinge zusammen. Oft bemerke ich erst beim Durchblättern der Bilder, dass es sich eben doch gelohnt hat, eine Aufnahme zu machen, die ich vor Ort nur potentiell gut fand.

Ich habe mich außerdem dazu entschieden, pro Tag nicht mehr drei, vier oder sogar mehr, sondern abends zwischen 19 und 21 Uhr ein einziges Foto zu veröffentlichen. Das reicht vollkommen und bringt auch ein wenig Ruhe in das Projekt.

Beim Fotografieren selbst versuche ich, einem Rat von Jay Maisel zu folgen. Er sagte einmal: „Go out empty“, was für ihn so viel bedeutet wie: Jedes Konzept, das im Kopf schwirrt, zu verwerfen. Nicht nach bestimmten Dingen (Farbkontrasten, Mustern und Formen, Gegenüberstellungen) zu suchen, sondern offen zu sein, für das, was kommt.

Denn jedes Konzept kann mir im Wege stehen, das zu sehen, was gerade vor mir passiert, weil ich quasi eine Art Tunnelblick habe, der alles andere ausschließt.

Meist nutze ich den späten Abend, um die Aufnahmen des Tages durchzugehen und zu finalisieren. Da ich aktuell komplett in Farbe arbeite und nicht stark in die Aufnahme eingreifen möchte, gibt es selten viel zu ändern.

In Snapseed beschneide ich, ziehe die Kontraste etwas an oder korrigiere die Farbtemperatur minimal. Die eigentliche Arbeit besteht darin, die guten von den schlechten Bildern zu trennen und Perlen im Sauhaufen zu finden. Wenn es denn Perlen gibt.

Und es gibt diese Tage, an denen ich weiß: Ein paar Fotos waren ganz okay, aber gut waren die nicht.

Doch es lohnt sich, mich immer wieder auf mein – zugegeben – kauziges Projekt einzulassen. Ich merke, dass ich so langsam richtig tief drin bin, aber noch weit entfernt von dem, was möglich ist. Die Straßenfotografie steckt voller Überraschungen und ich bin gespannt, was die Zukunft mir schenken mag.

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62 Kommentare

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  1. sind ein paar gute fotos dabei, was die bildsprache betrifft aber ich würde mich da schon in den hintern beißen wenn ich da keine dslr mit habe weil man damit wesentlich mehr rausholen kann aus den bildern.

    für mich zeigen aber genau diese bilder, ein iphone als kamera ist nur für den notfall, die qualität ist einfach müll. ich bin meist schon mit crop kameras unzufrieden :)

  2. Und noch einmal verdeutlichend : « Go out empty – lass das Konzept zu Hause » ist auf keinen Fall zu verwechseln mit « Ich knips dann einfach mal drauf los und alles wird toll ! » , was für einen Anfänger zwar verlockend und nach « hab ich schon immer gewusst » klingen mag, aber in diesem Sinne völlig danebengeht.
    Es geht darum, sich von den « Zwängen des bewussten Suchens » zu lösen. Bildaufbau, Führungslinien, Konstraste etc pp sind tief im Unterbewusstsein verankert und funktionieren trotzdem – wie Autofahren. Go out empty, das ist wie einfach mal eine andere Strecke nehmen.

  3. Das mit der “Reduktion” kann ich nur bestättigen.
    Nicht nur das “kauzige”Arbeitsgerät, vorallem die Reduktion auf nur noch ein Bild befreit.
    ” Nein, das Wort Fotografieren ist für mich überflüssig geworden und ich erlebe das als eine Art Befreiung”
    Klasse! im übrigen wie auch Bild 3,4,5 und 7

  4. Wenn man aus hunderten Bildern ein gutes suchen muss (mit dem man dann immer noch nicht zufrieden ist), scheint das Konzept wirklich nicht aufzugehen. Verstehe nicht so ganz wieso du das über so lange Zeit durchziehst, wenn nix dabei rumkommt. Die paar Bilder hättest du sicher auch parallel zur DSLR hinbekommen.

    Fotografierst du eigentlich vorzugsweise ältere Leute weil die es nicht mitbekommen?

    • Dazu eine Geschichte: Eine alte Frau las viele Bücher, die inhaltlich oft gar nicht ihrem Geschmack entspachen. Als ihre Nichte nach dem Grund fragte, antwortete sie: „Weißt du, Liebes, das lange Suchen nach dem einen Korn hält das blinde Huhn zusätzlich noch warm“.

  5. Du nimmst es ja im Text selbst vorweg: Wirklich gut sind die Bilder nicht.
    Mehr als nette Schnappschüsse sind es leider nicht. Ob es sich gelohnt hat, das eine oder andere Bild zu machen, musst du allein entscheiden.
    Ob man seine Arbeiten immer auch der Internetgemeinde zeigen muss, ist nochmals eine ganz andere Frage.

  6. Die einzigen beiden Fotos, die mich halbwegs ansprechen, sind die Schienen und “Lesen”. Das erste könnte mein Opa gemacht haben und die anderen leben zwar vom Kontext zwischen Motiv und Schriftzug, aber es fehlt etwas, das es besonders macht.

    Straßenfotografie ist ja echt ein überreiztes, ausgelutschtes Thema momentan mMn und ich bin froh, dass deine Fotografien zumindest dem beliebten s/w-maximalKontrast-Trend nicht folgen. Allein deshalb war es schonmal interessant (abgesehen vom Projekt an sich) hier rein zu schauen. Aber wie gesagt, bis auf die 2 genannten wirken die anderen einfach nicht und da wäre es auch nicht besser, wenn es eine DSLR gewesen wäre…

    In einem Punkt gebe ich dir vollkommen Recht: Die Straßenfotografie braucht den Zufall als Mitgestalter des Bildes. Aber auch der allein reicht nicht.

    Trotzdem, insgesamt interessantes Projekt und gut geschilderte Erfahrungen. Bin schon gespannt, was noch kommt :)

    • Hallo Tom, ja, vom Schwarzweiß habe ich mich vorerst verabschiedet, aber nicht, weil es ein „Trend“ ist, sondern weil die Reduktion auf monochrom eine Art Interpretation und Abstraktion ist. Ich bin mir aber sicher, dass ich irgendwann wieder einen Weg dazu finden werde. Mal sehen. ;)

  7. Selbstversuch mit Irrtümern… So oder so ähnlich lese ich deine Berichte. – Was ich sehr schätze, ist die Offenheit, mit der du dein Projekt der Öffentlichkeit immer wieder vorstellst und die Kritik, der du dich aussetzt. Chapeau!
    Auch mir fehlt der letzte “Kniff” in den Bildern: der Moment, der dann dann letztlich das Photo ausmacht. Vielleicht ist das aber gerade dem IPhone geschuldet, also der “Knipse” die man so mit sich rumträgt und dazu verleitet, einfach mal abzudrücken?
    Dennoch finde ich deine Erfahrungen sehr spannend. Vielen Dank für das Verlautbaren deiner Erfahrungen

  8. Mir gefällt auch, wie oben schon Herr Olsen, dass du mehr mit Schrift arbeitest. Manchmal für meinen Geschmack noch etwas (zu) plakativ (wie bei der offenen S-Bahn-Tür), aber die Bilder bekommen dadurch ein bisschen Witz und sind vor allem zugänglicher. Man versteht, was du zeigen willst – das konnte ich bei vielen deiner alten Bilder nicht nachvollziehen. Womit ich auch schon bei einer Frage bin, die ich mir beim Lesen gestellt habe: Gilt diese Unzufriedenheit nur (oder in erster Linie) deinen aktuellen Bildern, oder auch im Rückblick den älteren?

    • Hey, das freut mich, dass Du Zugang zu meinen Bildern findest. Nein, diese Unzufriedenheit gilt nur den Bildern, die ich aktuell mache (obwohl ich nicht mit allen per se unzufrieden bin). Die Alten hab ich schon längst vergessen. ;)

  9. Zitat: “Ich versuche, so weit möglich, einen besonderen Moment zu erwischen”

    Ja, das spürt man leider sehr. Wenn er nicht kommt, der besondere Moment, hilft das Hirn mit lauen Assoziationen und flauen Wortwitzen nach, denn die kahle Wand ist nicht sehr beliebt.

  10. Das Foto der zwei alten Damen oben: Seit ich den Schwung des Schals in der Scheibe wiedergefunden habe, finde ich es richtig genial. So wie das bei vielen Strassenbildern der Fall ist. Hier geht es nicht immer um Blende und Ausleuchtung. Der Moment zählt.

    Was ich mich gefragt habe: Hast du dir vorgenommen, jeden Tag eine bestimmte Zeit zum Fotografieren zu nutzen? Das klingt anstrengend, was man den Fotos allgemein oft auch ansehen kann – nicht deinen hier… Vielleicht wäre es leichter, die Situationen einfach mal so mitzunehmen, wenn sie sich bieten.

    • Hallo Manuela, danke für Deinen Kommentar – schön, dass Du den Schwung gefunden hast. Das macht auch für mich das Bild aus. Und nein, ich habe mir so klar nicht vorgenommen zu fotografieren, bin einfach regelmäßig unterwegs. Was mich hier interessiert: was siehst Du in den Bildern, dass sie das Anstrengende zeigen?

      • Vielleicht schaue ich mir auch generell zu viele Bilder von der Strasse an ;-).

        Häufig sind es die bekannten Motive, wo dann “angestrengt” gewartet wird, bis der einsame Fußgänger, der verwischte Radler, … noch ins Bild kommt, um es perfekt zu machen. Es sind dann auch schöne Bilder, aber sie sind so leicht zu lesen. Und es gibt auch Fotografen, die jeden Tag unbedingt ein Foto machen müssen/wollen, bei denen dann auch die Leichtigkeit verschwindet und man sich wünschen würde, sie hätten den ein oder anderen Moment einfach mal ohne Kamera genossen.

      • Hallo Manuela, hm, also ich warte nicht angestrengt, bis Leute ins Bild laufen. Die meisten Situationen hab ich so vorgefunden, wie Du sie siehst. Früher hab ich viel mehr gewartet, heute mache ich das nur noch selten. ;-)

  11. Die ersten Fotos deines Monatsberichts, die mich wirklich ansprechen. Alle Sachen mit Text-Bild-Beziehung/Verquerung mag ich. Meine Favoriten sind Windt und Entspannung. Letzteres hätte man wohl nicht mit einer DSLR schießen können. . . WObei, vielleicht doch, wenn der Herr total tiefenentspannt ist…

  12. Auf den ersten Blick meint man es sind nur Schnappschüsse, auf den zweiten Blick erkenne ich aber viel Witz und Ideenreichtum. Die Geschichte entwickelt sich sehr schön anhand der Menschen und der Dinge um sie herum die du miteinander verbindest, deine Bilder erzählen mir eine Geschichte. Es gefällt mir auch dass die Bilder natürlich geblieben sind und auf eine übernatürliche Stilisierung verzichtet wurde. Das du auf Farbe nicht durch SW ersetzt ist ebenfalls beachtlich, ich finde SW macht es doch irgendwie leichter.

  13. Hallo Martin,

    Mit Jay Maisel hast Du die Latte aber auch ziemlich hochgelet. Übrigens, bei seinem Workflow ( iso 1600, braketing +1, 0,-1, kleine Blende) kann es einem auch weniger leicht passieren einen Moment zu verpassen, ich denke das könnte man berücksichtigen, wenn man mögliche Limitationen auf der Bildersuche durchdenkt (oder Bilder auf sich zukommen lässt).

    Aber zum wichtigsten, bei den Bildern fehlt mir leider das Besondere, sie wirken auf mich als Einzelbild alle zu banal und zu gewöhnlich…Und als Dokumentation für den Alltag fehlt mir das bindende, erzählerische Element. Generell kommt mir bei einer Projektidee für Streetfotografie eher in den Sinn wann und wo ich mal gerne Bilder machen würde, und weniger ob’s auch mit dem iPhone geht. Das Bild sollte in den Mittelpunkt. Aber Geschmäcker sollen ja verschieden sein, bin trotzdem sehr gespannt wie es weitergeht!

    Cheers,

    Marcus

    • Hallo Marcus, ja, die Fotos sind banal und das dürfen sie auch gerne sein – damit habe ich persönlich weniger Probleme. Und mit Jay Maisel hast Du recht, der geht ja auch mit einem Superzoom auf die Straße. Der Gedanke hinter seinem Sätzchen hilft mir aber dennoch. ;)

  14. Auch ich kann den Bilder (technisch wie inhaltlich) eher wenig abgewinnen, aber vielleicht kann man die Schlussfolgerung ja auch in eine andere Richtung ziehen: Du hast jetzt monatelang das extrem versucht, von hochgerüsteter, großer DSLR zu minimalem (auch in Qualität) iPhone herunterzuwechseln. Vielleicht ist die Idee „kleiner, unauffälliger, hat man immer dabei, Reduktion“, die Dich (meiner Erinnerung nach) zum Phone getrieben hat ja nach wie vor gut, nur vielleicht nicht ganz so extrem. Es gibt ja z.B. mittlerweile weiterentwickeltere Smartphones mit optischem Bildstabilisator und guter Lowlight Performance, damit Du nicht nur auf das beste Wetter reduziert bist. Und auch wenn Kompaktknipsen bei „ernsteren“ Fotografen als „Kinderspielzeug“ verpönt sind, vielleicht doch ein Mittelweg?

  15. Also da sind doch wirklich gelungene Bilder dabei! eine kompaktkamera kann das iPhone …naja sagen wir mal kompensieren…. eine DSLR – never ever!
    Mit freundlichen Grüßen aus Salzburg!

  16. Ich finde es ja interessant, dass manche Menschen anhand ihrer Monitordarstellung meinen erkennen zu können, dass ein Bild mit dem Handy oder mit der Vollformat (oder mit irgendwas dazuwischen) gemacht wurde. Mit dem Bild hat das aber nichts zu tun, das macht der Fotograf. Mich beschleicht mitunter der Eindruck, dass manche Mitmenschen sich mangels Auseinandersetzungsmöglichkeit mit dem Bild an sich, verbal auf technisches Rückzugsgebiet retten. Muss nicht sein.

    Einige Bilder hier scheinen mir zu sehr von oben herab aufgenommen zu sein, da kam mir spontan der Gedanke, es hätte ein tieferer Standpunkt sein müssen. Bilder wie “Zufriedenheit” mag ich sehr. Solche wie “pure Entspannung” lassen mich schmunzeln. Dass auch belangloses dabei ist, wurde gesagt. Als Projekt finde ich die Idee mittlerweile interessant. Martin scheint mit der Zeit einen spezielleren Blick zu entwickeln in Bezug auf parallelen in Schrift und Umwelt.

  17. “Vom Schwarzweiß habe ich mich vorerst verabschiedet, aber nicht, weil es ein „Trend“ ist, sondern weil die Reduktion auf monochrom eine Art Interpretation und Abstraktion ist.”

    Wunderbare gesagt! Sehe ich auch so. Aber auf der anderen Seite ist doch Fotografie an sich schon eine Interpretation – man wählt ja als Fotograf stets einen bestimmten Ausschnitt, legt die Aufnahmeparameter fest (sei es auch Automatik), wählt ggfs. einen Film aus, drückt in einem bestimmten Moment auf den Auslöser. Wie siehst Du das? (ich hoffe, ich darf dich duzen =))

    • Hallo Julia, klar darfst Du mich duzen. Und ja, ich gebe Dir recht, natürlich ist alles, was ich fotografisch tue eine Interpretation, jedoch möchte ich sie nicht bis zur Umwandlung ins Monochrome ausdehnen. ;)

  18. Hallo Martin, ich finde Dein Projekt sehr interessant und zumindest einige der Bilder – und da muss ich vielen Kommentaren hier wirklich widersprechen – sehr gelungen. Vielleicht nicht unbedingt in technischer, formaler oder ästhetischer Hinsicht; aber ich finde die Bilder haben einen dokumentarischen Gestus, der total spannend ist. Ich finde Deine Idee mit dem Iphone auch super, weil die Reduktion der Mittel natürlich auch einen ganz anderen fotografischen Blick zur Folge hat – allein deswegen und um das zu dokumentieren lohnt sich das Projekt meiner Ansicht nach. Weiter so!

  19. Hallo Martin,
    ich bin auch der Meinung, dass einige Bilder wirklich gelungen sind. Tatsächlich bin ich erstaunt welche Qualität du mit dem iPhone realisierst. In jedem Fall stimme ich dir auch zu, dass man iPhone und Spiegelreflex nicht vergleichen braucht.
    Dein 4. Monatsbericht ist der erste den ich lese. Von daher gehe ich davon aus das du vorher erläutert hast warum du nicht die Vielzahl von apps benutzt, die es so gibt.
    Ich nutze unterschiedliche Foto-Apps ganz gerne. Mittlerweile habe ich ein “erweitertes Verständnis” dafür, welches App in welcher Konfiguration zu welchem Moment passen. Ich benutze das bewusst, da es mir in erster Linie immer um das “emotionale Momemt” geht. Gewisse technische Gestaltungsmöglichkeiten stehen mir ja mit dem iPhone ja einfach nicht zur Verfügung, aber ich habe Apps.
    Ich weiß ja nicht, ob ich mich mit meinem Vorschlag hier total in die Nesseln setze, aber ich finde die technischen Einschränkungen die du dir auferlegst machen es auch einfach schwer überzeugende Motive zu finden.

  20. Blogartikel dazu: Iphoneography - Fotografieren mit dem iPhone als besondere HerausforderungFotografie News

  21. Hallo Martin,

    ich finde Dein Projekt sehr inspirierend und würde gerne mal mit dem eigenen iPhone losziehen.
    Darum möchte ich wissen, ob Du die Menschen ansprichst und um Erlaubnis fragst? Gibt es darüber hinaus noch ein paar wichtige Tipps für Anfänger der Straßen- bzw. Dokumentarfotografie?

  22. Interessant zu lesen, wie es jemandem sozusagen “von der anderen Seite” her geht…..
    Möchte mein handliches Teil nicht missen und merke erst jetzt, nachdem ich mich mit einer “g’scheiten” Kamera beschenkt habe, mit welch geringem technischen Aufwand schöne Foto’s auch möglich waren/sind. Denke, dass es weiterhin am wichtigsten ist, sich auf das was man sieht und festhalten möchte einzulassen. Egal, was für ein Kaliber man gerade in der Hand hält….

  23. Blogartikel dazu: Woanders – diesmal mit Kichererbsen, Fischbrötchen, Tierstimmen, lousy pennies und Katholiken | Herzdamengeschichten

  24. hallo martin,

    beim letzten bild setzt bei mir totales kopfkino ein und es ist so ein “das meint er doch nicht ernst”-effekt. dabei könnt ich mich wegschmeißen vor lachen. jemand hat vorhin schon von witz und ideenreichtum in deinen bildern geschrieben, das finde ich auch. allerdings ist der witzt sehr hintergründig und erst auf den zweiten oder dritten blick zu erkennen.

    deine bilder erzählen eine geschichte aus dem alltag das gefällt mir.

    danke fürs zeigen.

  25. Hallo Herr Gommel,

    zunächst einmal Lob an das ganze kwerfeldein-Projekt!
    Sehr motivierend und inspirierend.
    Ich bin angehender Street-Photograph und habe nachdem ich mit der DSLR / analog SLR sehr unzufrieden bin, was Straße angeht mit alten Messuchern angefangen. Da aber Film&Entwicklung so teuer sind, habe ich mir irgendwann gedacht, warum nicht einfach mal das iPhone nehmen? Man hat es ja eh immer mit dabei und so lange genug Licht da ist, macht es halbwegs passable Bilder. Ich mag zwar den Weitwinkel nicht so sehr den es erzeugt, aber man gewöhnt sich daran.
    Ich finde es echt gut, dass iPhone-Photographie langsam Anerkennung findet.

    Weiter so!

  26. Zuerst einmal: Ich finde das Projekt absolut interessant! Seit einiger Zeit bin ich auch nur noch mit meinem Samsung Galaxy S2 unterwegs und versuche damit einfach besondere Momente festzuhalten.

    Bei einem können wir uns hier doch sicher sein: Qualitativ kann ein Handyfoto nicht mit einer DSLR mithalten, deshalb verstehe ich auch nicht, warum da hier in Kommentaren immer noch drauf rumgeritten wird. Wem das nicht bewusst ist, der sollte sich meiner Meinung nach auch nochmal Gedanken darüber machen, was Fotografie für ihn bedeutet. Wenn er darauf eine Antwort gefunden hat, dann gleich die nächste Frage hinterher: Müssen die Bilder anderer Fotografen immer gefallen? Nein!

    Mir sagt auf den ersten Blick auch nicht jedes Bild eines Topfotografen zu. Und das ist auch gut so, denn so kann jeder seinen Geschmack immer noch unter Beweis stellen und zeigen.

    Bei der Bilderserie hier, finde ich auch nicht jedes Top, aber lieber Hr. Grommel, bitte verabschieden sie sich von Perfektionsgedanken und ähnliche Kriterien. Erzählen Sie mit der iPhoneographie einfach weiter die Geschichten des Alltags, es sind tolle Momente dabei und die Bilder laden immer auf einen zweiten Blick ein. Je einfacher das Bild, desto mehr schaut man nach dem Besonderen darin und findet es oft auch.

  27. Streetfotografie hat eigene Gesetze und mit dem iPhone ganz besonders. Ich finde die Bildqualität ist erschreckend gut, leider zu gut.
    Das soll heißen, wenn das Schule macht, dann werden wir als Fotografen überflüssig – der gesamte Berufsstand ist ohnedies in einem totalen Wandel begriffen.

    Das erste Beispiel kommt ja schon über den großen Teich – wie war das, die haben bei der Zeitung alle 20 Fotografen entlassen und schicken jetzt die Redakteure mit den Handys los, weil die Qualität für den Druck bei weitem reicht!
    Da kommen schöne Zeiten auf uns zu.

    Da ich mich auch mit einem ähnlichen Thema beschäftige, würde ich
    mich freuen wenn Du mich auf meinen Blog
    “Bildbearbeitungsprogramm kostenlos” besuchst.

    Der Link zum Blog:
    http://bildbearbeitungsprogramm-kostenlos.com

    Liebe Grüße
    Hermann