© Justus Ullrich
08. Dezember 2012 Lesezeit ~ 2 Minuten

14 und schon verrückt nach Fotografie: Just be CRAZY!

Vor einiger Zeit stellte ich meine erste Serie „Just be CRAZY“ fertig. Die Idee zum Projekt kam mir, als ich auf dem Weg zur Schule war. In der Straßenbahn sah ich viele ernste Gesichter. Ich fragte mich, wie ich mit Hilfe meines Hobbys, der Fotografie, auf so ernste Gesichter ein Lächeln zaubern könnte.

Ganz nach dem Zitat von Peter Bamm: „Albernheit ist eine Erholung von der Umwelt“, plante ich mein Projekt. So entstand nach kurzer Zeit der erste Lichtaufbau. Wenig später machte ich das erste Foto zur Serie.

„Just be CRAZY“ besteht aus über 30 Fotografien, die ich von Menschen aller Generationen von sieben bis 80 Jahren angefertigt habe. Schon während des Fotografierens haben alle Beteiligten ihre ernsten Mienen verloren und wir hatten viel Spaß.

Am Tag des Shootings erklärte ich den Menschen, die ich porträtieren wollte, das Konzept der Serie. Dann bat ich die Personen, auf einem Hocker Platz zu nehmen und erklärte bei Interesse noch den Lichtaufbau.

Nachdem ich die Fotos angefertigt hatte, übertrug ich sie gleich auf meinen Mac und ließ die Porträtierten am Auswahlprozess teilhaben. Ich freue mich jedes Mal, wenn Menschen eine ganz andere Seite vor der Kamera zeigen als die, die man sonst von ihnen kennt. In der Nachbearbeitung wurden bei allen Fotos die Kontraste in Photoshop angehoben und die Farbwerte geändert.

Die Fotos machte ich alle mit einer Canon 60D und einem Tamron f/2.8 17-50mm. Für „Just be CRAZY“ entwarf ich einen relativ simplen Lichtaufbau: Als Hauptlicht platzierte ich einen Studioblitz von oben mit einem zirka 1m großen Durchlichtschirm, von rechts beleuchtete ich ebenfalls mit einem Durchlichtschirm, von links hellte ich das Modell mit einem weißen Reflektor auf.

Einige Menschen setzten zudem ihre albernsten Gesichter nur für wenige Sekunden auf. So musste ich im richtigen Moment auf den Auslöser drücken! Auch wenn ich auf Planung und bewusste Gestaltung Wert lege, möchte ich, dass auf den Fotos das Individuelle und die Spontanität der Fotografierten Platz haben.

Zu der Fotografie kam ich hauptsächlich durch meinen Vater, der noch eine Canon 350D besaß, mit der ich meine ersten Erfahrungen sammelte. Allerdings möchte ich nicht ausschließen, dass auch der Spiegelreflexkamera-Trend bei Jugendlichen dazu beitrug.

Doch schon bald war ernsthaftes Interesse in mir geweckt und ich fing an, mich mit Hilfe des Internets und Büchern in die Marterie einzuarbeiten. Bei der Durchführung von „Just be CRAZY“ bekam ich hauptsächlich Tipps aus dem Internet. Mittlerweile durfte ich bereits bei einigen Shootings dabei sein und eine Menge von verschiedenen Fotografen lernen.

Zu meinen fotografischen Vorbilder zähle ich: Marisa Fernandes, Edgar Berg, Moritz Paul, Cintia Barrosso Alexander, Jan Hinkel, Ondro Ovesny, Katja Kuhl und viele andere. Wenn ich alle aufzählen müsste, würde ich wahrscheinlich über 120 Namen nennen.

  • Sigma Banner

17 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

    • Freut mich! Es war häufig tatsächlich nicht einfach den richtigen Moment festzuhalten.
      Einige setzten ihre albernsten Gesichter nur für wenige Sekunden auf. So musste ich im richtigen Moment auf den Auslöser drücken!

      • War das wirklich ein Grund dafür, dass es schwierig war die Menschen zu überzeugen, die fehlende »Beauty-« Retusche? Schon lustig was viele Menschen heutzutage für eine Ansicht zu Fotografie haben. Klingt fast so, dass das Bearbeiten von Fotos heute »normal« ist, bzw. vielleicht sogar schon vorausgesetzt wird. (spooky)
        Zu deinem Projekt kann ich sagen, dass es erstaunlich ist, dass einem noch so jungen Menschen seine Umwelt so sehr bewusst ist, also die finsteren Mienen die man tagtäglich sieht – den Trott den man geht usw usw. Was mich wiederum erstaunt ist die Technik die du zur Verfügung hast, 60d, nen Mac, Studioblitze etc. :)

        :)

  1. Genial! Die Bilder nehmen mich komplett mit und zaubern ein dickes schmunzeln in mein Gesicht. Was die Bilder in meinen Augen besonders wertvoll macht, dass Personen aus dem altäglichen Leben hier ganz großes, ungeschminktes Kino veranstalten und somit sofort den Blick des Betrachters auf sich ziehen und zum kleinen “unerwarteten” Kunstobjekt werden.

    Ich ziehe meinen Hut vor der Idee und auch der Umsetzung!
    lg,
    Alex

  2. Menschen mit der Fotografie zum Lachen zu bringen ist etwas Großartiges. Ich finde dein Projekt toll. Es ist ganz unabhängig von deinem Alter beeindruckend.

    Aber um bei deinem Alter zu bleiben: Ich werde dich weiter verfolgen, denn ich bin total gespannt, wie sich deine Footografien im Laufe der Zeit verändern und entwickeln werden. Deshalb würde ich mich freuen, wenn du vielleicht nächstes Jahr um die Zeit wieder eines deiner Projekte vorstellen würdest. Und das Jahr darauf. Und das darauf… ;)

    • Das freut mich ebenfalls!
      Leider kann ich nicht sagen in welchen Zeitabständen ich Projekte,
      wie “Just be CRAZY” machen kann. “Just be CRAZY” war bereits sehr Zeit intensiv und da ich schulisch bedingt immer weniger Zeit habe, weiss ich nicht ob ich jedes Jahr ein derartiges Projekt starten kann!

    • Ja, Katja – die Idee ist wirklich prima!
      Es muss ja nicht direkt ein zeitraubendes Projekt sein; doch vielleicht eine Serie von Aufnahmen die irgendwie in diesem Zeitraum entstehen oder so. Das wäre prima.

      Ich finde Du hast wirklich Talent. Und Spaß an der Sache! Das finde ich noch wichtiger.

      Die Aufnahmen fand ich zu stark bearbeitet. Sie wirken daher auf mich künstlich. Doch als ich den Artikel – wie üblich – nach einer Zeit nochmal betrachtete, fand ich, dass die Bearbeitung durchaus zum Thema passt. Letztlich sind die Grimassen auch “zu stark ‘bearbeitet'” – grins.
      Daher passt es auch das Bild entsprechend anzupassen.

      Auf jeden Fall wirken die Aufnahmen auf mich ansprechend und ich finde da sind echt gute bei.

      Wenn Du mit der Fotografie weiter machst, wirst Du bestimmt öfter hier landen. Und ich bin auf Deinen Weg gespannt.

  3. schon toll, welche Möglichkeiten das Internet heute bietet!
    Als ich mit 14 mit meinem Bruder “Abend für Abend” in unserer Dunkelkammer verbracht habe, um unsere neuesten “shootings” mit HP5 oder PanF zu Papier zu bringen, interessierte das höchstens meine Mutter, wenn sie mal wieder zum Abendbrot rief, und wir nicht aufzutreiben waren…

    • Ob das ein Vorteil ist, wird sich erst in den nächsten Generationen, die komplett mit der digitalen Welt aufwachsen, zeigen. Natürlich bietet das Internet viele gute Möglichkeiten und es ist vielleicht auch einfach zu publizieren. Aber, und das sollte man nicht vergessen, man vergleicht sich und wird auch von allen anderen sofort mit der ganzen Welt verglichen.
      Man ist nicht mehr, wie früher, in dieser kleinen Schutzzone und kann sich austesten. Klar hatte man weniger Kritik und Anregung. Aber die Chance neg. Dinge zu bekommen, war auch geringer. Das ist jetzt kein Abgesang auf das Internet, nur sollte man es von allen Seiten betrachten.

  4. Blogartikel dazu: Auf der Suche nach Inspiration: Just be Crazy | Foto[gen]erell

  5. Blogartikel dazu: In Search of inspiration: Just be crazy |