© Katrin Dinkel
07. Dezember 2012 Lesezeit ~ 9 Minuten

Hochzeitsfotografie – Das Stiefkind der Fotografie?

Der alte Standard der Hochzeitsfotografie hat sich in die Köpfe der Menschen gebrannt wie kaum etwas Anderes in der Fotografie. Darum werde ich im ersten Moment auch oftmals belächelt, wenn ich erzähle, dass ich mich auf Hochzeitsreportagen spezialisiert habe.

Es zwingen sich automatisch die beliebigen und austauschbaren Fotografien auf – unter, neben oder vor dem Baum oder auf der Wiese vor dem Standesamt, vor der Kirche. Mit tief eingefrorenem Lächeln, künstlich – unnatürlich. So kann man die Hochzeitsfotografie durch ihre Geschichte wohl als das Stiefkind der Fotografie bezeichnen.

Nur wenige Fotografen machen sie offenbar wirklich gerne, da kein Paar diesen Tag wiederholen wird und alles an diesem Tag perfekt sein muss. Der Druck auf den Fotografen scheint enorm, wenn man überlegt, dass natürlich auch die Bilder perfekt sein müssen, an einem scheinbar perfekten Tag.

Die Bilder sind es dennoch oftmals nicht, weil man aufgrund dessen gerne auf Sicherheit geht. Gestellt, gegrinst, gekünstelt und möglichst alles in ganz scharf. Gerne nachträglich mit einer Vignette versehen, die den Hintergrund im Einheitsschlamm verschwinden lässt, um das strahlende Paar hervorzuheben.

Das ist jedoch schon seit geraumer Zeit gar nicht mehr so. Nur wer weiß das? Wer befasst sich im Speziellen mit Hochzeitsfotografie, der sich allgemein für Fotografie interessiert und nicht zufällig im Kalender für das nächste Jahr seinen eigenen Hochzeitstermin stehen hat?

Kaum jemand. Ausnahmen gibt es aber immer und das schafft auch den Raum, den Erfolg der Kunst in diesem Bereich überhaupt erst möglich zu machen. Und die Zeit. Zeiten ändern sich. Damit auch der Anspruch an diese Fotografie. Bei den Paaren und bei den Kollegen.

Es wird gesellschaftsfähig und lukrativ, als künstlerischer Fotograf seinen Horizont auch in diese Richtung zu erweitern oder sich gar darauf zu spezialisieren. Aber es muss einem auch unbedingt liegen, denn ohne die Leidenschaft für diese Feste entstehen auch leidenschaftslose Bilder.

Aber wo ist das nicht so, auch berufsübergreifend gesehen? Sobald die Liebe zu seinem Job fehlt, wird es zu einem bloßen Abreißen der Tätigkeit, nur um davon leben zu können.

Ich liebe meinen Job und lasse meine Kunden Teil davon werden, lerne sie bereits im Vorfeld intensiv kennen und gehe anfangs immer erst davon aus, dass man sich vor einer Kamera eher unwohl fühlt.

Die Basis, um offene und individuelle Bilder machen zu können, liegt im Vertrauen und darin, dass man seine Scheu vor mir und meiner Kamera verloren haben muss. Wer einen Profifotografen bucht, hat nicht automatisch auch Spaß daran, sich fotografieren zu lassen.

Ich möchte behaupten, dass wir alle wissen, was ich meine, wenn sich die Natürlichkeit in unentspanntes Posieren ändert, sobald im Bewusstsein das Gefühl auftaucht, dass man in diesem Moment fotografiert wird.

Man möchte doch schön aussehen und schon ist genau das dahin. Dann lasse ich die Technik vom Auge sinken, lächle, schüttele leicht den Kopf, drehe mich auf dem Absatz rum und komme später wieder – möglichst unbemerkt.

Weiter gehöre ich zu den Fotografen, die sich auch selbst vor der Kamera wohlfühlen. Was ich von meinen Kunden verlange, würde ich auch selbst tun. Wenn sich meine Kunden vor der Kamera entspannen sollen, dann muss ich das vor einem fremden Objektiv auch können. Wenn ich ungewöhnliche Dinge vorschlage, dann muss ich auch selbst bereit sein, diese zu tun.

Die Persönlichkeit zwischen meinen Kunden und mir geht darüber hinaus, einfach nur zu erfahren, wie, wann und wo man sich kennen gelernt hat und wie der Tag geplant ist. Bei manchen Paaren weiß ich das sogar bis heute nicht, weil es für meine Arbeit nicht immer relevant ist. Aber die Persönlichkeiten sind es.

Ich erfahre, wer sie sind und sie erfahren, wer ich bin. Meine eigene Geschichte ist äußerst ungewöhnlich und meine offene Art, damit umzugehen hilft, das Vertrauen zu schaffen, das notwendig ist – darüber in diesem Artikel zu schreiben würde jedoch den Rahmen sprengen. Dadurch entstehen manchmal sogar sehr enge Bekanntschaften, die über den Hochzeitstermin hinaus gehen.

Ich gebe viel Persönliches preis, was man nicht erwartet, was aber mit der Grund ist, warum ich heute fotografiere. Hochzeiten und vor allem die Vorbereitungen sind sehr intim – wenn ich Teil der Gesellschaft werden will, um viel Nähe in die Bilder zu bekommen, dann ist intime Persönlichkeit sehr wichtig. Auf beiden Seiten.

Ist ein Paar beim Kennenlernen jedoch nicht bereit, sich zu öffnen, mag schwarzweiße Fotografie nicht und verlangt stattdessen von mir Sepiafotos, dann sage ich ab, weil ich die falsche Fotografin für diesen Auftrag bin. Ansonsten ist es für mich jedes Mal eine neue Herausforderung und ein Überraschungsei.

Am Anfang des Tages weiß ich noch nicht, was ich am Ende mit nach Hause nehmen werde und am Ende des Tages weiß ich noch nicht, welchen Schliff ich den Bildern verpasse. Aber den Geschmack der Schokolade kenne und liebe ich. Jede Reportage ist anders, jedes Ergebnis individuell. Die Menschen sind nicht austauschbar.


Was fotografisch an diesem Tag alles möglich sein kann, liegt bei den Paaren, den Ideen des Fotografen und bei der Chemie, die stimmt. Je ausgefallener, desto besser. Die wenigsten glauben mir, dass sich die Bräute auch während der Hochzeit mit ihrem Kleid ins Wasser stellen und dass die Bilder nicht im Nachhinein als „Trash the dress“ entstanden sind.

Verrückt? Vielleicht, aber wenn man offen dafür ist, dann wird der Tag wirklich absolut unvergesslich – auch, wenn die Braut und die Fotografin nach Seetang stinken, weil die Ostsee voll davon und voll Quallen war… man besorgt sich ein zweites Kleid und hat einen zweiten Anzug parat, um im Pool der gemieteten Villa Unterwasseraufnahmen zu machen.

Im Garten steht aber auch ein Trampolin und das Hauptkleid wird beim Springen auf selbigem zerrissen. Dann geht es eben mit dem Kleid in den Pool und das zweite Kleid, viel Gelassenheit und Spaß bestimmen den Abend.

Mein Assistent drückt im Mini Cabrio ordentlich auf’s Gas, um am großen Stern mehrfach rasant um die Siegessäule zu fahren, das jauchzende und knutschende Brautpaar auf der Rückbank. Der segelnde Bräutigam, der sich im Anzug auf seine Nussschale auf die Ostsee begibt und mich, im Neoprenanzug, mitnimmt.

Die Passanten, die an der Seite stehen bleiben, weil sie glauben, mein Bild zu stören und nicht wissen, dass genau sie es sind, die ich im Bild haben will… Die Paare wissen das und nicht selten sind sie es, die die Leute zum Weiterlaufen bewegen.

Oder die Braut, die mir mit strahlendem Gesicht den Vorschlag macht, mit mir die Klamotten zu tauschen und ich als Braut verkleidet mit einer kopflosen Bräutigamfigur ein Selbstauslöserfoto mache.

Das sind Geschichten und die Bilder dazu, die man immer wieder gerne hervorholt. Die Paare nehmen sich selbst den Raum für sich – es ist deren Hochzeit. Also macht selbst, was ihr wollt. Je verrückter und entspannter, desto freier und glücklicher.

Mein persönlicher Anspruch an meine Arbeit ist ähnlich hoch wie die Wichtigkeit der Hochzeit für das Paar und Tränen bei der Übergabe der Bilder sind das wertvollste Trinkgeld, das ich mir vorstellen kann.

Mittlerweile lässt sich aber auch eindeutig der Trend eines neuen Standards erkennen. Die immer wiederkehrenden Fotografien des hängenden Kleides vor dem Fenster, Makroaufnahmen von Schuhen, Ringen und Details der Deko. Alles möglichst Vintage.

Ich spreche mich mit Sicherheit nicht davon frei, durchaus auch ähnlich zu fotografieren, aber ich ertappe mich dabei, dass ich davon immer wieder gelangweilt bin, weil ich es schon zu oft gesehen habe. So suche ich stets den anderen Winkel, eine andere Idee und ich möchte Bilder erschaffen, die man nicht sofort in eine Hochzeit einordnen würde.

Manchmal ist das schwer, wenn ich nicht sehe, was ich an einem anderen Tag vielleicht gesehen hätte oder die Location macht mir einen Strich durch die Rechnung, weil sich einfach nichts anbietet, um es ungewöhnlich in Szene zu setzen.

Das jedoch liegt nicht an den Räumlichkeiten, das liegt einzig und allein an meiner Unfähigkeit, es an diesem Tag besser zu machen. Aber dafür bin ich Mensch und ich arbeite mit dem, was mir gegeben ist.

Was mich erst kürzlich allerdings erschreckt hat, sind manche Internetseiten von Kollegen. Hochzeitsfotografie, entstanden in einem Workshop, „verkauft“ als eigene Hochzeitsfotografie. Sonst nur ein paar Aufnahmen von maximal zwei anderen Hochzeiten, diese auch nur sehr gering gehalten, weil die Workshop-Ergebnisse mit eingekauften Bearbeitungsvorgaben die Masse anziehen sollen.

Das alles für einen stolzen Preis – eigene Erfahrung in dem Bereich? Nur wenig. Und da sieht man, was heute auch möglich ist: Alles, was man braucht, ist ‘ne schicke Kamera, der Besuch eines Workshops, die Hochzeitsbilder der Freunde, die man fotografisch begleitet hat und los geht’s in’s große Business der Hochzeitsfotografie, denn besser als der Standard ist man allemal…

Bei einigen jedoch weit gefehlt, Eintagsfliegen und traurige Paare.

Workshopergebnisse sind noch lange keine Hochzeitsfotografie, aber solange man sie als solche verkaufen kann und Paare das natürlich nicht erkennen, wird es das immer wieder geben. Das stößt mir etwas bitter auf, die Kollegen lügen sich am Ende selbst in die Tasche und lassen enttäuschte Paare zurück.

Meine Gelassenheit kommt jedoch zurück, wenn ich daran denke, dass diejenigen auf der Strecke bleiben, die viel versprechen und das nicht halten können, die kopieren und sich nicht selbst entwickeln.

Der Markt, der sich selbst reguliert, mir tut es nur für die Paare leid und hier haben wir es wieder: Diesen Tag wiederholt man nicht. Es gibt aber auch viele tolle Talente, die sich sehr wohl entwickeln und Erfolg damit haben. Zu Recht und ich freue mich über und für jeden einzelnen.

Ich gebe jedem den Raum, den er sich selbst erschafft, sehe hier keine Konkurrenz, sondern Kollegen. Die Geschmäcker der Kunden sind so unterschiedlich und vielfältig und es muss immer für jeden etwas dabei sein. Ich höre es auf den Hochzeiten von den Gästen jedoch immer wieder:

Wie leicht die Fotografie durch die Technik doch geworden zu sein scheint, man mit solchen tollen Kameras natürlich nur gute Fotos machen kann. Wie ich mich jedes Mal über die Gesichter freue, wenn ich ihnen die Kamera in die Hand drücke und sage: „Super, dann zeig mal!“ – und nach drei bis fünf Auslösungen die Frage kommt: „Warum ist bei mir immer nur der Hintergrund scharf und nicht Du und bei Dir ist das anders, es ist doch dieselbe Kamera?“

Soso, die (Hochzeits-)Fotografie ist also leicht geworden? Nein, ist sie nicht. Sie ist schwierig. Vor allem aber ist sie sehr wertvoll, solange die eigene Leidenschaft das umzusetzen und zu transportieren versteht, was die Paare fühlen.

Stiefkind der Fotografie? Mitnichten. Es hat sich eine eigene Kunstform entwickelt, die stetig mehr Anhänger findet. Sollte sich dieser Trend weiter entwickeln und festigen, werden wir vielleicht sogar bald Hochzeitsbilder in Galerien finden können.

Warum auch nicht? Fotos, die unabhängig vom Entstehungskontext eine ganz eigene Sprache haben, haben auch das Potential, von einem kunstinteressierten Publikum auf anderer Ebene wertgeschätzt zu werden.

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91 Kommentare

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  1. … und je mehr Hochzeitsreportagen man sich so ansieht, je tiefer man in diesen Haufen an Bildern in pastell ( ach nee, « Sorbet » heisst das ja jetzt ) in schoko oder elfenbein eintaucht, je mehr sportliches « Event » daraus gemacht wird, desto eher bekommt man das Gefühl, mit den ganz altmodischen, klassisch steifen Fotos wieder einzigartig zu sein …

    ;)

    • absolut ;-) es wird sich eine neue richtung entwickeln. back to the roots, gemischt mit moderne.

      ich greife das manchmal als satire auf und wenn das brautpaar den kurzen spaß mit macht, mache ich schrecklich schlechte fotos, die ich bewusst in der reportage lasse. lacher beim ansehen garantiert. und sich selbst nicht zu ernst nehmen – das macht den job so liebenswert.

  2. Vorab: Einen Großteil deiner Fotos finde ich wirklich gut, und es passt einfach alles zusammen! Danke für deinen ausführlichen Artikel!

    Ich finde auch, dass diese kreativen Hochzeitsfotos zu einem Standard geworden sind: Immer mehr Hipster fotografieren Hochzeiten (wo kann man als Anfänger besser Geld mit Fotografie bekommen wenn nicht mit Hochzeiten?) und wollen durch ihre kreative Ader bestechen.

    Nur der Punkt ist (und es klingt ja auch im Artikel an): Das machen mittlerweile soo viele Leute, es ist einfach ein neuer Standard. Und oft sieht man den Bildern auch einfach an, dass die Leute in ihrer Show-Rolle nicht glücklich sind. Manche mögen vielleicht sich das Kleid auf dem Trampolin zerrupfen, mache wollen im kompletten Dress baden gehen und sich mit Matsche bespritzen. Viele aber nicht und sie tun es trotzdem, weil es anders ist. Und dann sehen die Aufnahmen einfach auch nur scheiße aus – es passt einfach nicht zusammen.

    Ich jedenfalls habe auf solche Aktionen keinen Bock – vielleicht bin ich trotz meinen jungen Jahren auch einfach nur zu spießig. Ich wünsche mir gute, “einfache” Fotos unterm Baum vorm Standesamt.

    Leute: Lasst diesen Zinober mit Kreativ, Trash the dress, und so weiter, wenn ihr einfach nicht so drauf seid – und ich behaupte, das trifft auf 90% der Bevölkerung hierzulande zu!

    Fotografen: Ihr könnt auch anders bestechen als mit sowas!

    • danke dir. denn genau das ist der punkt, man sollte unbedingt das tun, was man selber möchte und sich nicht für die bilder oder seine hochzeitsgesellschaft verbiegen. das gilt für alle seiten, ob alter standard, neuer standard oder was völlig anderes. es muss nur klar sein, was man sich wünscht und dem auch treu bleiben.

      wenn ich mir ansehe, wie sehr in der hochzeitsbranche bereits im vorfeld druck auf die paare ausgeübt wird, dass es sich hier um den “schönsten tag des lebens” handelt… wenn man alles etwas freier betrachtet, dann handelt man an diesem tag auch freier. aus der erfahrung heraus möchte ich jedoch fast behaupten, dass es mehr als 10% sind, die sich außergewöhnliches bildmaterial der eigenen hochzeit wünschen, was aber nicht zwangsweise damit zu tun hat, dass man gleich ins wasser steigen muss!!

    • Dem kann ich mich nur anschliessen, man sollte nicht jeden Zinober mitmachen. Schliesslich sollen die Hochzeitsfotos ja auch in 10,20 oder mehr Jahren noch gefallen. Dazu kommt das die meisten Menschen eben nicht so extrovertiert sind und die Fotos dann auch unglaubwürdig sind.

      Wir bevorzugen auch ganz natürliche Bilder, ohne Superretouche das die Braut aussieht wie von der TV Spielfilm. Schaut einfach mal rein unter http://hochzeitsfotograf-jamie.de/ und sagt uns Eure Meinung.
      Liebe Grüße Mike

  3. Hm, generell würde ich das zwar auch so unterschreiben, jedoch sind die hier gezeigten Bilder in erster Linie “People”-Bilder, da bucht das Paar eine Session und man kann entspannt an der konkreten Umsetzung einer Idee arbeiten, die wahrscheinlich ohnehin im voraus entstanden ist.

    Schwierig wird es dann meiner Meinung nach erst so richtig beim eigentlichen Fest. Wenn die Zeremonie fotografiert wird mit all den Verwandten, Freunden, Nachbarn, Haustieren, Entertainern und was da noch so alles kreucht und fleucht ;)

    Es gibt zumindest in meinen Augen nur sehr wenige Fotografen, die es schaffen, in dieser Situation dann genauso frische, kreative, witzige, spontane und beeindruckende Fotos zu machen. Meistens ähneln sich die Ergebnisse, die selben Perspektiven in der Kirche, die selben Szenerien, zum Abschluss noch die selben Lightroom Presets ;), also eigentlich 08/15 für jeden.

    Das finde ich immer ziemlich schade, weiß aber ehrlich gesagt nicht, ob dies nicht auch ein immerwährender Kreis ist, da viele Kunden schon im Vorfeld bestimmte Erwartungen haben, wie ihre Hochzeitsfotos auszusehen haben. Ob diese Erwartungen davon geprägt sind, was man als “typische Hochzeitsfotos” über all sieht und ob die Fotografen deshalb gern nach Schema F verfahren, weil viele Kunden genau diese Art der Bilder haben möchte, kann ich natürlich nicht beurteilen.

    • danke liebe ines,

      es stimmt, dass ich mich auf manche sessions im vorfeld mit den paaren abstimme und auch konkrete ideen dazu habe, die wir dann umsetzen. aber nicht immer. es ist eine sehr situative fotografie, wie du selber schreibst, vor allem während der feier. was die veröffentlichung dieser bilder angeht bin ich jedoch immer sehr diskret, da ich oftmals zwar die genehmigung der paare für die veröffentlichung habe, aber nicht zwangsweise auch die, der portraitierten personen. somit kann ich aus der freien reportage nicht ganz so viele bilder zeigen, wie ich manchmal gerne möchte. aber wenn du dir auf meiner hochzeitsseite einmal die bilder ansiehst, dann wirst du bei der reinen tagesreportage keine gestellten momente finden, diese entstehen nur, bei den paarportraits und selbst dort nicht immer.

      richtig ist jedoch, dass die meisten paare einen einblick in die öffentlichen bilder haben und dadurch eine vorstellung von dem bekommen, was sie sich wünschen. kirchliche trauungen sind kirchliche trauungen und eine kirche sieht einer anderen in vielen teilen sehr ähnlich. tagesform, licht und viele andere kleine dinge spielen hier jedoch auch ein rolle. dennoch – viele bilder ähneln sich, das ist aber etwas, womit wir alle leben können. die paare entscheiden letztendlich aber nicht nur nach dem stil, sondern auch nach der sympathie.

      • Hallo Frau Dinkel :-)

        Danke für Deine Antwort. Ich habe mich bei meinem Kommentar zu den Dokumentationen der Feierlichkeiten nicht auf Deine Bilder bezogen, die kannte ich davor gar nicht :-)

        Ich meinte damit eher das durchschnittliche fast schon standardisierte Portfolio einiger Hochzeitsfotografen, das so gleichförmig ist, daß man eigentlich weniger Arbeit damit hätte, wenn man in Photoshop pro Brautpaar nur die Köpfe austauschen würde ;)

        Ich finde, man sieht ganz oft exakt die selben Bilder, beispielsweise bei den Aufnahmen der Vorbereitung den typischen “Schuss” in den Spiegel, die Aufnahme der Brautschuhe, das Kleid, das am Fenster hängt oder auf einer Büste präsentiert wird…. Bei der Feier die Namenskärtchen und andere Dekorationsdetails… Bei der Zeremonie die typische Weitwinkel-Übersicht etc…

        Aber vielleicht ist das einfach etwas, was ein Brautpaar gerne sieht, so wie sich viele Bereiche der auf “Endkonsumenten” ausgelegten Fotografie (oh je, das klingt jetzt seltsam) in diesen Bereichen ähneln. Vielleicht “erwartet” ein Brautpaar auch eben genau solche Aufnahmen. Gerade auch, WEIL einem ja immer bei jeder Gelegenheit erzählt wird, wie furchtbar wichtig dieser “wichtigste Tag im Leben” doch ist und wie perfekt alles sein muss. Vielleicht geht man dann eher “Better safe than sorry” vor, sowohl Fotograf als auch Brautpaar. Schließlich wird ja auch die ganze Verwandtschaft die Bilder zu Gesicht bekommen etc…

  4. Wirklich einzigartige Bilder. Vielen Dank für den Artikel.

    Zum Text:
    Workshopergebnisse ins Portfolio zu stellen ist leider nicht nur ein Problem der Hochzeitsfotografie. Ich musste schon von einigen jungen Modellen hören, die reingefallen sind, teilweise sogar Aktaufnahmen zugestimmt haben, weil sie die Sedcardbilder des Fotografen überzeugend fanden und im nachhinein richtig schlimme Bilder bekommen haben. Die Intention dieser Fotografen war eindeutig.

  5. Eigentlich interessiere ich mich nicht so für die Hochzeitsfotografie und entsprechend klicke ich üblich auch nicht auf solche Beiträge. Ich habe die Bilder aus dem Beitrag zum erste Mal gesehen. Was mir sofort auffiel, war dass sie offensichtlich keiner “typischen Hochzeitsfotografie” entstand. Sie haben mich sofort angesprochen. Die Fotos sind anders und “neu” für mich. Fast alle Fotos im Beitrag haben für mich einen gewissen “Streetcharakter”.

    Obwohl ich kein Hochzeitsfotograf bin und meine Leidenschaft (eher) in der Streetfotografie liegt, kann ich die Einstellung und Wunschentwicklung von Katrin gut nachvollziehen und bewundere sie dafür. Es ist ermutigend zu sehen, dass es auch in der kommerziellen Fotobranche Leute gibt, die so denken und handeln und ihre Aufträge nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht “entwickeln.

    So gesehen haben auch diese beiden doch sehr unterschiedlichen Bereiche ein paar Gemeinsamkeiten. Man versucht bestimmte Momente einzufangen, möglichst ungestellt (wohl im Idealfall) und gerade wenn man es schafft, das Intime im Bild zu offenbaren, ist das Bild gut.

    • hi martin,

      und siehe da, du bist der beweis, dass es sich lohnt mal in eine andere richtung zu schauen.
      ich danke dir sehr für deinen kommentar und vor allem mag ich, dass du es schaffst für dich selbst eine parallele zur streetphotography zu ziehen und dich dadurch plötzlich mit hochzeitsfotografie aus einem anderen blickwinkel identifizieren kannst. und warum? weil die bilder anders sind, als du sie kennst.

  6. Das mit dem “unter, neben oder vor dem Baum ” hat mich echt zum Lachen gebracht :-)
    Genau dieses Motiv wollte ich für meine Hochzeit (neben der Hochzeitsgesellschaft von oben in Herzform) nicht. Ich denke, die Qualität der Fotos ist stark vom Kunden abhängig. Viele begnügen sich eben mit diesen Wald-und-Wiesen-Fotos. Die Verwendung von Schärfe wird zum Beispiel anders beurteilt und nicht als Mittel zur Kreativität verstanden. Wenn man täglich mit Fotografie zu tun hat, dann entwickelt man einfach einen anderen Blick. So wollte ich für meine Hochzeit beispielsweise keine abgedroschenen Motive, sondern stark bearbeitete Bilder, mit angeschnittenen Köpfen, Freistellung durch Unschärfe, Gegenlicht und starke Kontraste in B/W. Viele fanden die Bilder auch außergewöhnlich gut. Aber gerade von den Laien bekam ich folgendes Feedback

    “Was ist das denn, die Person vorne ist ja total unscharf” (Im Fokus war ein Kind im Hintergrund, freigestellt durch eine geringe Tiefenschärfe)
    “Was hat der Fotograf denn da fotografiert? Da hätte er auf das Licht achten müssen” (Motiv: Wir als Brautpaar im Gegenlicht)
    “Da hat das mit dem Licht nicht geklappt, aber dafür ist es gut geworden” (gleiches Motiv)

    Die Schönheit liegt eben im Auge des jweiligen Betrachters. ;-)

    • danke liebe dela, was zählt am ende für dich? du magst du fotos und du bist auch diejenige, die sie sich immer wieder gerne anschauen sollte. was andere denken oder sagen ist egal.

      und genau das gleiche trifft auch auf den alten standard zu. solange die paare am ende genau das wollten und glücklich damit sind, ist es wundervoll, dass es kollegen gibt, die sie damit glücklich machen.

      geschmack liegt eben auch im auge des betrachters :-)

    • kann man auch, da man kunst in jedem bereich schaffen kann. kunst ist frei und lässt sich mit sicherheit nicht feste bereiche eingrenzen. sie entsteht, wenn wir ihr den raum dafür geben sich als solches zu entwickeln und sie nicht beschneiden kurz vor dem punkt, wo sie genau dazu werden könnte. es gibt kunst in der mode, musik, architektur, fotografie, malerei, im handwerk… wo könnte kunst aufhören zu bestehen? in der hochzeitsfotografie? wieso?

      • ich habe ja außerdem nicht behauptet, dass hochzeitsfotografie also solches kunst ist, sich dort aber eine richtung entwickelt, in der fotografen kunst schaffen. das gleiche gilt ja auch für alle anderen bereiche. malerei hat ja auch noch lange nichts mit kunst zu tun, nur weil man mit einem pinsel farbe auf eine leinwand aufträgt…. aber die malerei ist wohl eine der wichtigsten kunstrichtungen im allgemeinen. mag daran liegen, dass man sehr viel früher mit pinsel und farbe kunst schaffen konnste, als mit blende und verschlusszeit.

      • Ich glaube, der Anspruch der Kunst dient eher dem Selbstzweck des vermeintlichen Künstlers. Das Hochzeitspaar möchte in erster Linie “ein schönes Bild” haben. Oder ist schonmal ein Hochzeitspaar an Dich herangetreten mit dem Satz: “Das muß aber nachher große Kunst sein!”? Vermutlich nicht. Man muß also nicht aus allem eine Kunst machen. Einfach ein “schönes Bild” reicht schon. Natürlich kann man dabei kreativ sein und andere Perspektiven suchen, verschiedene Formate entwickeln, neue Ideen testen. Aber warum muß man dazu gleich “Kunst” sagen? Reicht nicht “Kreativität”?

    • Ich glaube ihr redet aneinander vorbei.

      Sven findet, dass Hochtzeitsfotografie an sich keine Kunst ist – was (logisch) richtig ist, wohingegen Frau Dinkel’s Kunst das Festhalten von kreativem, unkontrolliertem (wichtig!) und spontanem Handeln in einem Foto ist. Dass die “Kunst” am Ende zur Hochzeitsfotografie gezählt wird ist auch nur deswegen, weil eben der Anlass die Hochzeit selbst ist und logischerweise ein Brautpaar zu sehen ist.

      :-)

      • Und generell, dass ein Kunde nicht herkommt und “Kunst” will ist klar.
        Was aber wenn der Kunde 08/15-Bilder erwartet und “Kunst” serviert bekommt…

        “und Tränen bei der Übergabe der Bilder sind das wertvollste Trinkgeld, das ich mir vorstellen kann” [Frau Dinkel]

        “Einfach ein “schönes Bild” reicht schon” [Sven]
        Ja, ihr eben nicht. Und das durchzuziehen ist schon wieder eine Kunst für sich ;-)

      • wenn der kunde 08/15 bilder will, dann schicke ich ihn weiter aber die paare kommen ja aufgrund meiner bildsprache zu mir und ihnen reicht oftmals das einfache foto wirklich nicht. aber was den paaren auch noch mit am wichtigsten ist, ist, dass sie sich wohl fühlen und keine kamera im augenwinkel wahrnehmen. eine dokumentation des tages sicher zu wissen, ohne mich als stete fotografin im nacken zu fühlen.

      • Zitat:
        —-
        “Einfach ein “schönes Bild” reicht schon” [Sven]
        Ja, ihr eben nicht. Und das durchzuziehen ist schon wieder eine Kunst für sich ;-)

        Das mag ja sein, daß ihr das nicht reicht. Daran zweifle ich überhaupt nicht. Aber sie ist letztlich nicht die relevante Person bei dem Ereignis. Ganz genau genommen, muß nicht sie am Ende zufrieden mit den Bildern sein. ;o)

        Ist aber ja letztlich auch egal. Wenn sie gebucht wird und der Kunde zufrieden ist, soll´s egal sein, ob Kunst entstanden ist oder nicht – wie auch immer man dann Kunst definiert…

  7. Ich hatte eine Weile gesucht, bis ich einen Fotografen gefunden hatte, der keine 08/15 Hochzeitsfotos macht. Ein People-Fotograf. Ich wollte professionelle Schnappschüsse von uns und unseren Freunden ohne gestellte Kitsch-Fotos. Er hat den Termin falsch notiert und war nicht da!
    Ich habe meinem Bruder dann 5 Minuten vor der Trauung meine nagelneue Spiegelreflex in die Hand gedrückt, mit der er sich natürlich nicht vertraut machen konnte. Es sind schöne Fotos dabei herausgekommen, die mir auch viel Wert sind. Aber ich trauere immer noch den Fotos hinterher, die wir hätten haben können. Er hat dann angeboten, im Studio Fotos nachzuholen, aber man kann den Tag, die Stimmung, die Freude nicht nachstellen.
    Was mir bleibt ist immerhin die Erinnerung…

    • au weia natalie, das tut mir leid. aber wie kann sowas passieren?? ich treffe meine paare 2-3 mal vorher, helfe bei den logistischen fragen, habe viele tipps für andere dienstleister und schicke immer einen vertrag an sie raus, wo alle leistungen drin stehen und wo und wann das ganze stattfindet. es geht um die sicherheit für beide seiten. ich würde tausend tode sterben, wenn ich eine hochzeit verbaselt hätte…

      • Ja, das habe ich mich auch gefragt, wie so was passieren kann. Wir haben 2 Stunden lang besprochen, was wir uns vorstellen. Eine schriftliche Terminbestätigung gab es nicht. Hab’ mich dann hinterher selbst geärgert, dass ich nicht danach gefragt habe. Wenn ich nochmal heiraten sollte, werde ich darauf achten ;-)
        Und ich hoffe, dass der Fotograf 1000 Tode gestorben ist und so einen Fehler nicht nochmal macht.

    • hochzeitsfotografie ist in erster linie ja mal gebrauchsfotografie. der kunde ( und der familiäre anhang noch viel mehr ), hat die erwartungshaltung, dass die fotos “des größten tages im leben” professionell und auch vorzeigbar sind, und das tante friede sie auch beim kaffeklatsch vorzeigen kann. das ist der eine punkt, dann ist das zeitfenster für das hochzeitsshooting auch begrenzt, weil sonst der rest der gäste wegen der abwesenheit des brautpaars mault.
      das sind denke ich schwierigkeiten, mit denen jeder hochzeitsgotogtraf erst einmal klar kommen muss.
      wenn es ihm dazu noch gelingt außergewöhnlich fotos zu machen, dann ist das wunderbar, aber ehrlich gesagt, auch dann hat es mit kunst noch nichts zu tun. bestenfalls ist es in dem fall gebrauchfotografie ganz besonderer klasse.

      • ja klaus, das schöne ist jedoch auch viele paare zu treffen, die sagen “hey, die bilder sind für uns und nicht für omaopatante” das macht solche bilder erst möglich und meine erfahrung hat auch hier gezeigt, dass gerade viele der älteren gäste sehr beeindruckt davon sind, dass man hochzeiten heute so fotografieren kann. und sie sich selber über ihre damals entstanden fotos köstlich amüsieren. aber damals war es so, heute wird es immer mehr so.

        und was die kunst angeht wiederhole ich mich gerne, die hochzeotsfotografie ist als solches keine kunst – aber sie hat den raum kunst möglich zu machen. ein guter bekannter brachte in dem punkt eine passende analogie ins spiel: “Krimis sind keine Hochliteratur. Aber es gibt Literaten, die Krimis als Form nehmen. Chandler und Hammet, z.B.”

  8. Hmmm, mich hinterlässt der Artikel mit einem zwiespältigen Gefühl: Die Bilder finde ich zum Teil echt klasse, vor allem deren Originalität. Aber, und das ist die andere Seite der Medaille, ich finde dieses “auf Teufel komm raus” anders sein wollen fürchterlich. Schneller, höher weiter, … origineller. Der Wettbewerb um das ausgefallenste Hochzeitsbild ist eröffnet. Alles wirkt ziemlich inszeniert , komplett unnatürlich. Und in der Originalität wirkt es schon wieder seltsam uniform. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wer ist da die inszenierende Kraft, das Brautpaar oder der Fotograf?

    Ach ja, ich fotografiere übrigens keine Hochzeiten aus den im Artikel gut beschriebenen Gründen.

    • ganz herzlichen dank jörg,

      ich finde deine meinung total spannend und sehr, sehr wichtig. ich stelle mich immer gerne jeder kritik und auch wenn ich meine persönliche ansicht oftmals mit gründen verteidige, so habe ich sehr viel mehr davon, zu versuchen meinen standpunkt auf dieser diskussionsebene auch mal zu verlassen.

      ich persönlich bin im grunde gar nicht der typ “auf teufel komm raus anders sein zu wollen” aber mit deinem ansatz betrachtet, kann das tatsächlich so wirken und das kann ich auch vollkommen annehmen. ein wirklich guter grund, mich mit diesem bild zu reflektieren und vielleicht hast du auch tatsächlich recht. jeder, der seine meinung öffentlich vertritt, sollte sich damit auch auseinander gesetzt haben. ich stoße selber auch immer mal wieder auf dieses gefühl, das du anführst. wie es jemand herausträgt und wie es bei dem anderen ankommt, das sind beides ganz subjektive betrachtungsweisen. die kunst liegt darin, beides differenziert und möglichst objektiv zu sehen. den eigenen standpunkt verlassen zu können, um andere blickwinkel zulassen und einnehmen zu können.

      letztendlich ist für mich jedoch entscheidend, dass jeder glücklich sein sollte, mit und bei dem, was er tut. und ich kann sagen, dass das bei mir derzeit absolut der fall ist. ich weiß aber auch, dass ich es jederzeit wieder ändern kann und werde, wenn ich mich damit nicht mehr wohl fühle.

      und manche der bilder hier, sind tatsächlich situativ entstanden und haben absolut keinen inszenierungshintergrund, aber gerade aufgrund dessen, dass sie so wirken, liebe ich sie umso mehr.

      • Danke für Deine Zeilen. Es gefällt mir, wie Du Dich hier mit den Meinungen der Leser udn Betrachter auseinandersetzt. Danke dafür.

        Meine Kritik ist wahrscheinlch eher allgemeiner auf die von mir beobachtete entsprechende gesellschaftliche Entwicklung gemünzt. Aber als Fotograf ist man eben auch Teil der selben und bedient zudem als Dienstleister die entsprechenden Wünsche der Kunden.

        Ich gönne jedem seine originelle Individualität, mich stört eben nur oft daran, dass es nicht selten wenig authentisch wirkt. Meine Erfahrungen dazu habe ich in dem Teil Berlins gesammelt, aus dem Du wohl auch stammst … .

        Anyway, losgelöst von diesem Kontext machen Deine Bilder Spaß und Freude beim Betrachten.

      • es ist das zusammenspiel beider. nicht alle fotos sind auf meinem ideenmist alleine gewachsen. aber es stimmt, dass ich manche paare mit meinen ideen begeistern kann, das geht aber auch nur, weil sie das toll finden und sich damit identifizieren können. wenn man das dann in sich auf’s kleinste aufbröselt, käme man bestimmt auch irgendwann an einen punkt, bei dem man von manipulativer regie sprechen könnte. aber soweit mag ich gar nicht gehen, denn es geht bereits sehr viel früher um sehr viel mehr. es geht um persönlichkeit. meine ist genauso teil der bilder, wie die meiner kunden.

        meistens sehe ich ein bild und packe mir das paar dort hin, wo ich sie in diesem bild sehe und sage: “macht einfach was ihr wollt.” welche teile inszeniere ich, welche das brautpaar?
        ich führe bestimmt die grobe feder der inszenierung, wie bildaufbau und licht – das möchte ich auch gar nicht von mir weisen und finde das auch überhaupt nicht verwerflich. nur die art, wie man etwas umsetzen kann ist dabei nicht zu unterschätzen. und die wichtigen details liefern die paare selbst.

        @sven – wir sollten vielleicht mal bei einem bier darüber quatschen!!

      • Obwohl ich prinzipiell deine Bedenken daran teile, ob es auch wirklich, auch ein paar Stunden später zu Hause, dankbar vom Kunden aufgenommen wird, wenn Kunst und (Selbst)inszenierung (*1) so im Vordergrund steht: Inszenierung ist Hand in Hand möglich. Unser Fotograf hat uns vorher befragt, was uns gemeinsam ausmacht und am Ende standen wir eben mit Snowboard, Ski und Schaf bei ihm im Studio.

        (*1) Ich kann beispielsweise dem Gedanken, ein gutes Kleid einfach der durchaus beeindruckend guten Bilder wegen bereits auf der Hochzeit zu ruinieren um dann eben doch ein zweites anzuziehen wenig abgewinnen. Zuviel Laufsteg-Allüre.

  9. Hallo Katrin,

    die Mischung aus Inszenierung und Spontanität hast du drauf.
    lockerer und frischer Style
    Du langweilst dich defenitiv nicht mit deinen eigenen Bildern!
    Viel Erfolg und einen ausgebuchten Sommer 2013
    und verlang ordentliches Geld für deine Arbeit!

    LG Vincent

  10. “Je verrückter und entspannter, desto freier und glücklicher”

    Mehr gibts nicht zu sagen. Deine Fotos zeigen Momente voller Leben. Es ist wirklich wunderschön die Bilder anzusehen und es erfüllt einen richtig mit Freude den Text zu lesen.
    Danke!

  11. Interessanter Artikel, der ebenso interessante Kommentare hervorruft.

    Eine eigene Kunstform Hochzeitsfotografie? Das sehe ich nicht – wobei alles Mögliche zum Fetisch taugt. ;-) Die gezeigten Bilder zeigen mir eher, dass sich Trends auch im Handwerk der Hochzeitsfotografie niederschlagen – was dieses beim Publikum sicherlich aufwertet.
    Dass eine eigene Bildsprache auch vor Hochzeitsbildern nicht halt macht und diese Bildsprache unabhängig vom Motiv vom kunstinteressierten Publikum wertgeschätzt werden könnte, ist wiederum banal.

    __
    An die Redaktion: Ich finde es unverhältnismäßig, dass derzeit die täglichen Artikel so zügig von den Kalendertürchen in die zweite Reihe geschoben werden.

    • findest du es so banal über festgefahrene grenzen der fotografie hinaus zu denken?

      auch hier gerne noch mal, ich möchte nicht behaupten, dass die hochzeitsfotografie allgemein betrachtet eine eigene kunstform ist, sondern, dass sich innerhalb derer eine kunstform herauszubilden scheint. und der anspruch mancher fotografen und kunden den raum ermöglicht kunst zu schaffen. im einzelnen.

      • Was ich banal finde, hatte ich geschrieben. Verkürzt: Die Erkenntnis, dass Kunst nicht genreabhängig ist.

        Kunst ist doch nicht genreabhängig. Ich sehe keinen Grund, warum die Hochzeitsfotografie eine Ausnahme sein sollte. Die explizite Erwähnung einer eigenen Kunstform stellt hingegen auf ein Alleinstellungsmerkmal ab. Das erkenne ich nicht. Gegenteilig erkenne ich hingegen, wie schon angeführt, dass auch die Hochzeitsfotografie nicht von allgemeinen Trends unbeleckt bleibt.

        Die festgefahrenen Grenzen, die du ansprichst, scheinen mir weniger welche der Fotografie zu sein, als solche der Kunde-Fotograf(ie)-Beziehung. Es freut mich, wenn da neue Räume für Künstler entstehen.

      • künstlersiche fotografie zählt also durch sein genre zur kunst. fotografen die mit künstlerischer hochzeitsfotografie werben (und sie auch durchaus umzusetzen verstehen), sind deiner meinung nach aber alleine durch das genre der reinen hochzeitsfotografie davon grundsätzlich auszunehmen?

        die kunstform, die ich erwähne, ist die künstlerische fotografie, die entweder und/oder durch technik und/oder entsprechende nachbearbeitung erzielt wird. wenn man zudem mit den portraitaufnahmen (private) geschichten verbindet und mit konzept umsetzt, bleibt es natürlich immer noch hochzeitsfotografie aber ist hier nicht genug raum, um werke zu schaffen, die man dann auch im künstlerischen bereich ansiedeln könnte?

      • Ich weiß nicht, wo du das rein oder raus liest. Da ich Kunst/künstlerische Fotografie eben gerade nicht vom Genre abhängig sehe, kann sie generell auch auf Hochzeitsfotografie übergreifen. Warum aber sollte da eine Grenze sein, innerhalb derer sich plötzlich eine eigene Kunstform entwickelt?

  12. Es gibt viele Gedanken, die mir zu diesen Wörtern durch den Kopf schießen. Erst einmal ist er erfrischend anders als die immer gleich klingenden Blogartikel, dass man den schönsten Beruf der Welt hätte. Garniert mit den immer gleichen Vintagebildern von alten Schreibmaschinen unter dem Apfelbaum im Gegenlicht und dem Paar in der Unschärfe dahinter.

    Das Kleid vor dem Fenster, Makroaufnahmen von den Schuhen, Reportage? Auch das war einmal neu, vor noch gar nicht so langer Zeit – vor wenigen Jahren hätte man die Fotografen an einer Hand abzählen können, die in diesem Stil in Deutschland fotografieren. Und schon nach so kurzer Zeit führt das zu der von Dir beschriebenen Langeweile, zur Übersättigung.
    “Anders sein”, Abgrenzung um jeden Preis, das ist nur eine begrenzte Lösung. Auch eine vermeintlich andere Bildsprache beruht auf Sichtweisen und Ikonen aus dem eigenen Umfeld. So war mir – ohne dass ich die Herkunft kannte – sofort der Berliner Ursprung der hier gezeigten Bilder bewusst. Auch DAS ist ein Standard (wobei er mir lieber ist als die genannten Vintage-Beispiele).

    Aber das macht nichts. Warum seine Herkunft verleugnen? Das eigentliche Hauptproblem sehe ich in der gedankenlosen Kopie von Vorbildern, verbunden mit den von Dir genannten Workshops. Das führt zu dieser Überflutung an immer gleichen Bildern. Kaum findet sich ein neuer Anblick, eine neue Sichtweise, ein anderer Winkel, sieht man ihn gleich hundertfach kopiert in allen möglichen Medien. Mittlerweile haben stilbildende Fotografen so viele Lookalikes, dass man es oft schwer hat, Original von der Nachahmung zu unterscheiden. So ist der Lauf der Dinge. Daher bin auch ich überzeugt, dass man mit Liebe bei dem bleiben sollte, was man mag. Und wenn es die Schuhe sind (aus gegebenem Anlass ;) ). Auf Dauer wird man – und da stimme ich Dir völlig zu – nur mit dem Erfolg haben, was man liebt. Die anderen Trends kommen und gehen.

    Ist Hochzeitsfotografie ein Stiefkind? Nein, schon seit einigen Jahren nicht mehr. Sonst würden sich nicht so viele Fotografen aus anderen Bereichen, die Hochzeitsfotografie früher als reines Handwerk verachtet haben, dort versuchen. Denn gute Hochzeitsfotografie hat mittlerweile in den Augen zumindest eines Teils der Kunden einen Wert (und Preis), der Tagessätze in anderen Bereichen hinter sich lässt. Eine eigene Kunstform? Soweit würde auch ich nicht gehen, wobei Bilder wie die von Doisneau auch in der Hochzeitsfotografie entstehen können – Bilder aus diesem Genre Kunst sein können. Warum auch nicht?

    Michael

    • danke!!

      und siehe meine antwort zur kunstform eins obendrüber – vereinzelt ist es möglich.

      es ist eine these, die ich mit viel leidenschaft in den raum werfe, um zu sehen, was aus diesem raum zurück kommt. ich finde es erfrischend, bereichernd und es macht nachdenklich.

  13. Ich glaube die Gefahr besteht, dass über das krampfhaft-Kunst-sein-wollen eine Künstlichkeit hineinkommt, die vielleicht dem Ziel entgegensteht. Der Mann im Boot sieht nicht so aus, als ob er gerade relaxt ist und einen superfreudigen Tag durchlebt. Und der Mann im Frauenkleid… Insgesamt wirken einige Bilder auch mich genauso künstlich wie die von Dir angesprochenen unterm-Apfelbaum-Klassiker-mit-verkrampften-Grinsen. Nur in andere Richtung.

    Die meisten Leute, die ich kenne, wollen – meist ohne es ausdrücken zu können – Hochzeitsbilder, auf denen die Stimmung eingefangen ist (natürlich keine krampfige). Gerne auch mal ein stilvoller und extravaganter Schuss dazwischen, aber der Kern ist, dass man sich in 20 Jahren das Album ansieht und sofort wieder die positive Stimmung eintaucht, die zur Hochzeit geherrscht hat. Und die Stimmung die an den Augenblicken war, an denen das Hochzeitspaar gerade nicht anwesend war, aber gerne gewesen wäre. Der Fotograf als drittes Augenpaar.

    Insofern finde ich die Bilder zwar sehr ungewöhnlich, aber gemessen an dem Ziel sind Hochzeitsfotografen von Typ Julie Harris (die in Denver) doch irgendwie näher dran finde ich, auch wenn sie nur zwischendurch mal „kreative“ Aufnahmen schießen und daher in Deinen Augen wohl ein „niederer“, unkünstlerischer Typus wären.

    Klar, es gibt für jede noch so absurde Stil-Nische Leute, die den Stil suuuuper finden und auf die das passt. Auch ein Damien Hirst erzielt Millionen für ein paar Pillen in einem Regal. Aber für mich geht das am Ziel der Hochzeitsfotografie für die breite Masse an Leuten vorbei.

    Ist aber nur eine Meinung, jedem das Seine natürlich. :-)

    • deine meinung ist super und mit den augen betrachtet auch absolut gerechtfertigt.

      der bräutigam auf dem boot liebt dieses bild im übrigen über alles. segeln im anzug während seiner hochzeit war sein großer wunsch und ich bin eben mit auf’s boot gestiegen. und auch das mit dem tausch der klamotten war die idee der braut, in dem moment. vorher nicht abgesprochen.

      was man hier an den bildern nicht erkennen kann, weil es eine gezielte auswahl an beispielfotos ist, die nur einen kleinen ausschnitt meiner arbeit zeigen (und die nicht von mir alleine vorgenommen wurde), dass meine paare einen sehr tiefen einblick in meine bilder bekommen haben, bevor sie mich buchten. mit auschlaggebender grund: “du fängst die atmosphäre ein, man kann fast fühlen dabei gewesen zu sein.” mehr brauch ich persönlich nicht. und die paare auch nicht. du kannst dich gerne auf meiner webseite umsehen, vielleicht siehst du dort mehr. wenn nicht auch ok. ich bin ja, wie gesagt, nicht jedermanns richtige fotografin und noch viel mehr möchte ich auch bestimmt nicht everybodies darling sein ;-) und wie du selber so schön sagst, es geht an der breiten masse vorbei. die mochte ich auch nie erreichen.

      anhand einer kleinen auswahl über das gesamte schaffen eines fotografen zu schließen ist nicht möglich… und anhand einer aussage zu behaupten in meinen augen wäre jemand niederer, unkünstlerischer typus, der hat meinen text nicht richtig gelesen.

      das ist meine meinung.

      • Der Artikel hier fokussiert aber ja ausdrücklich auf die künstlerischen Aufnahmen, die das Besondere und Bessere als der Einheitsbrei der Anderen/Unerfahrenen sein sollen. Und darauf beziehen sich auch meine obigen Aussagen.

        Ich hab mir Dein Website schon damals nach dem Kindergarten-Artikel angesehen und finde dort viel Bilder, die ich wirklich gut finde (auch im hier angesprochenen Ziel, die Atmosphäre bei Hochzeiten einzufangen). Nur eben glaube ich nicht dass dieser Typ Bilder hier tatsächlich die bessere/richtige neue Richtung der Hochzeitsfotografie sein sollten (von Ausnahmen immer abgesehen wie gesagt).

        Aber ich denke Du fühlst Dich allgemein angegriffen, und ich möchte auch nicht dass Du meinst, ich vergraule potenzielle Kunden, von daher hören wir besser auf. Der Punkt ist glaube ich auch so rübergekommen.

      • ach nein, ich fühle mich nicht angegriffen, ich pieke nur manchmal einfach gerne etwas zurück, weil ich versuche nicht alles über einen kamm zu scheren aber hier und dort genau so verstanden werde, was aber nicht der fall ist.

        um so mehr freut es mich, dass du meinen artikel von vor einem jahr kennst.

        ich möchte nicht los ziehen, fahnenschwingend und brüllen: “hier schaut her, das ist das einzig wahre!!” – und genau das versuche ich in meinem artikel rüber zu bringen. das es anders geht ja, aber das heißt noch lange nicht, dass das alle so mögen müssen. gott bewahre. was mich traurig macht ist die tatsache, dass es in der hochzeitsfotografie eben auch schwarze schafe gibt, wie in jeder anderen branche auch. und es mir für die paare leid tut, wenn sie drauf reinfallen. bösartigkeit unterstelle ich den kollegen aber auch nicht, sie wissen es nur nicht besser. diese aussage könnte man mir ebefalls wiedwr anders auslegen, als ich es meine. aber wer sich in die öffentlichkeit begibt, muss eben immer auch damit rechnen falsch verstanden zu werden. so what.

        mir geht es gut, mit dem was ich tue und so sollte es jedem gehen – gut, mit dem was er tut.

  14. Hochzeitsreportagen heben sich wohltuend von der klassischen Hochzeitsfotografie ab.

    Deine mit einer aussergewöhnlichen Kreativitätsfülle komponierten Bilder sind schlichtweg atemraubend, erinnern mich ein wenig an die Arbeiten von Jeff Ascough.

    Beide Daumen hoch!

  15. Sehr schöne Aufnahmen!

    Vieles im Artikel kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ob Hochzeitsfotografie eine “Kunstform” ist, darauf möchte ich mich allerdings nicht festlegen. Schwierig ist sie jedenfalls definitiv und wer behauptet es wäre ja so einfach heute, outet sich in meinen Augen als “Romantiker” – um es mal so zu formulieren.

    Ich finde Hochzeitsfotografie ist mit eine der schwierigsten Arten der Fotografie überhaupt, in die man allerdings auch so einfach wie nirgendwo anders einsteigen kann. Das ist glaube ich auch das Verlockende daran… und für Paare, die an jemanden geraten, der seine Aufnahmen zum überwiegenden Teil in Workshops gemacht hat um so “gefährlicher”.

    Zu solchen “Kollegen” spare ich mir allerdings jeden Kommentar… :o)

    Danke für den Artikel! Eine sehr interessante Einsicht…

  16. Es freut mich sehr, hier mal wieder einen Beitrag über die Hochzeitsfotografie zu lesen, insbesondere einen bei dem ich viele meiner eigenen Gedanken wiederfinde. Eine Bereicherung darüber hinaus ist auch die anschließende Diskussion. Vor allem die kritischen Aspekte von Olli und die aus meiner Sicht erstklassige Zusammenfassung von Michael Zemke, finde ich sehr lesenswert. Mit letzterem teil ich auch die Meinung, dass ich die Hochzeitsfotografie nicht als Kunstform im eigentlichen Sinne bezeichnen würde – aber darüber wurde hier jetzt bereits ausführlich diskutiert.
    Ich melde mich eigentlich zu Wort, da ich doch sehr über den Abschnitt „Wie leicht die Fotografie durch die Technik …“ gestolpert bin, in dem du beschreibst, wie du Gästen deine Kamera in die Hand drückst und diese nur unscharfe Bilder produzieren. Eins mal vorweg, mit einer professionellen Kamera eine technisch perfekte Aufnahme und insbesondere ein scharfes Foto hinzubekommen war noch nie so einfach wie heute. Jeder halbwegs geschickter Mensch kann nach einer kurzen Einweisung mit einer DSLR ein scharfes Foto schießen – auch bei Offenblende. Die „Kunst“ liegt darin, daraus auch ein gutes Bild zu machen. Und dies ist heute sicherlich genauso schwierig, wie vor 20 Jahren, denn im gleichen Maße, wie Technik immer weiter verfeinert und perfektioniert wurde, so stieg auch der Anspruch der Kunden. Und am Ende des Tages ist es der Kunde, der, natürlich geprägt durch sein Umfeld, entscheidet, ob es ein gutes Bild ist oder nicht.

    • Auf das typische Feedback „na du hast ja eine Profi-Kamera, damit macht man ja automatisch gute Fotos“ antworte immer mit einem Vergleich zu einem Herd. Natürlich kocht es sich an einem teuren Herd besser, aber wenn man Dich an einen guten Herd stellt, wirst Du deswegen nicht wie Bocuse kochen. Das leuchtet den Meisten schnell ein. ;-)

      Aber Dein Punkt, dass es –rein technisch gesehen – heute viel einfacher geworden ist, technisch saubere Bilder zu schießen, heißt ja im Umkehrschluss auch, dass es heute viel mehr auf das „Auge“ des Fotografen ankommt, und das ist halt wie ein Talent zum Teil angeboren (auch wenn sich es mit Erfahrung noch weiterentwickeln lässt).
      Und das hieße dann folgerichtig auch, dass wir nicht so abschätzig auf die Anfänger herabschauen sollten. Ich kenne einige Gelegenheits-Fotografen, die intensivere und geschmackvollere Bilder machen als manche erfahrenen Profis. Ich denke man kann Bildempfinden halt nur zum Teil durch Übung verbessern, ein Teil ist in die Wiege gelegt.
      Ein wenig erfahrener Hochzeitsfotograf ist also gerade heutzutage nicht automatisch schlecht, nur weil er erst 2 Hochzeiten abgelichtet hat. Ihr wart ja auch mal neu und habt Eure Kunden damals trotzdem glücklich gemacht (nehme ich an). Von daher kann gerade ein talentierter Beginner eine gute Option für Paare sein, die sich einen richtig guten Fotografen mit dem entsprechenden Tagessatz nicht leisten können. Natürlich ist ein Audi besser als ein Skoda, aber der fährt halt auch wenn man nicht so viel Geld ausgeben möchte.

      PS: Respekt Florian, schöne, moderne Hochzeitsaufnahmen auf Deiner Webseite. In meinen Augen finden sie genau die Balance zwischen „ungewöhnlich/kreativ“ und wirken dabei trotzdem auf den Normalmenschen wie mich ästhetisch und stimmungsvoll, ohne dass man ihm den Hintergrund der Aufnahme erst erläutern müsste.
      Von daher gerade vor dem Thema dieses Artikels über kreativere Hochzeitsfotos sehenswert finde ich.

      • Hallo Olli, vorweg erst mal vielen Dank für die netten Worte, das hört man natürlich gern :-)
        Dein Vergleich mit dem Herd ist natürlich vollkommen richtig. Es gibt übrigens noch eine sehr gute und prominente Variante mit Töpfen ;-)
        Ich wollte das Thema Technik aber gar nicht zu sehr vertiefen, das war ja schließlich auch nicht Tenor des Artikels. Ich hatte nur das Gefühl, um jetzt mal in deinen Worten zu sprechen, dass Frau Dinkel die Gäste der Hochzeit vor einen Gasherd stellt, ihnen aber nicht verrät, dass man eine Feuerchen machen muss, um kochen zu können und das fand ich dann doch ein wenig unfair.

      • danke für den ansatz, dass ich vielleicht ein wenig unfair bin. aber sind es die leute mir gegenüber nicht auch?? natürlich nicht bewusst aber schön ist es nicht, wenn man gesagt bekommt, dass ich geld mit einem job verdiene, den aufgrund der heutigen kameras im grunde jeder machen… den vergleich mit den töpfen nehme ich nicht, da die technik eines topfes doch ein wenig anders ist, als die einer kamera. natürlich muss man kochen können aber wie ein topf oder ein herd funktioniert muss man eben nicht erklären.
        in dem moment, wenn die gäste versuchen ein gutes bild zu machen, wird klar, dass man auch die technik ein wenig beherrschen muss. das ist es ja, was ich ihnen aufzeigen möchte. und wenn jemand dran bleibt, dann gebe ich natürlich auch etwas hilfestellung.

        meine sicht auf anfänger und talente reiße ich im artikel ja auch an, ich freue mich über jeden, der sich entwickelt und etwas daraus macht. vor allem, da ich in einem forum selber mal in der luft zerrissen wurde, als ich mit meinen ersten hochzeitsbildern nach kritik gefragt habe. das sind aber auch heute noch bilder für die ich mich nicht zu schämen brauche und auf die ich stolz bin.

        wenn man sich die masse an fotografen anschaut, ist es schwierig für die kunden ein talent zu finden. die meisten kunden haben mit fotografie auch sonst nicht so viel zu tun, um zu wissen, worauf man achten sollte. aber ich habe tolle junge kollegen und anfänger in meinem bekanntenkreis, die ich immer sehr gerne empfehle, wenn die kunden denn so ehrlich sind mir zu sagen, dass ihnen meine arbeit schlichtweg zu teuer ist.

      • Hallo Katrin, ich kenne auch den bitteren Beigeschmack den eine unbedarfte Äußerung eines Gastes hinterlassen kann. Aber wie du selbst schreibst geschieht dies i.d.R. aus Unwissenheit und da sollte man doch ein wenig nachsichtig sein.
        Weniger Nachsichtig sollte man jedoch gegenüber Kollegen zeigen, die Brautpaaren gezielt suggerieren mehr drauf zu haben, als tatsächlich der Fall ist – und da bin ich ganz bei dir.
        Der Kunde ist dem und der “Masse an Fotografen” jedoch nicht hilflos ausgeliefert, solange wir ihnen die Werkzeuge an die Hand liefern mit denen sie die Spreu vom Weizen trennen können. Das wichtigste dabei ist, und das empfehlen wir stets allen Brautpaaren, sich 1-2 komplette und aktuelle Hochzeiten vom Fotografen zeigen zu lassen. Und da braucht man dann kein großes Wissen über Fotografie. Wenn einem die Bilder gefallen und entsprechende Emotionen herüberbringen, sie in Umfang und Qualität dem entsprechen, was man erwartet, dann ist man schon auf einem sehr guten Weg. Und je mehr Fotografen diesen und weitere hilfreiche Tipps auf ihrer HP veröffentlichen (so wie wir: http://www.ian-flor.de/tipps-fur-die-fotografensuche/) in Foren verbreiten etc., um so früher bleiben „… diejenigen auf der Strecke …, die viel versprechen und das nicht halten können …“.

  17. Manchmal hab ich das Gefühl, dass der eigendliche Sinn der Heirat verloren geht und sich der Tag nur darum dreht, so außergewöhnliche Fotos wie möglich zu schießen, um bei facebook was zum Posten zu haben… Back to the roots, richtig klassische Bilder, DAS wäre mal was.

    • aber nur manchmal. den sinn der heriat haben die paare für sich. sie entscheiden auch, was sie wollen und wer klassisch will, findet auch den passenden fotografen – aber das will eben nicht jeder. es klingt beinah vorwurfsvoll, dass man auch anderes anbietet…

  18. Blogartikel dazu: Das war … Dezember 2012 | Frau Fotografin

  19. Die Bilder gefallen mir, weil sie den Bogen nicht zu sehr überspannen. Man sollte beim fotografieren auch daran denken, dass man Bilder für die nächsten 30,40 Jahre macht. In 30 Jahren kann man vielleicht doch mehr mit einem Bilder von Tante Anneliese anfangen als mit Unterwasserbilder des Hochzeitskleides.

    Ich habe auf einen professionellen Fotografen verzichtet, weil ich den Tag mit den Gästen und nicht mit einer Fotocrew verbringen wollte. Aber da ist ja jeder ein bischen anders gelagert.

  20. Dein Artikel kommt mir sehr entgegen, genau wie deine Art Hochzeiten zu fotografieren. Für mich ist das sehr dokumentarisch – und somit nicht weit von Street entfernt. Nicht so sehr zu inszenieren, sondern zu beobachten und den Moment im Frame zu komponieren.

    Ich bin kein Hochzeitsfotograf, sondern fotografiere fast nur auf Empfehlung anderer Paare. Das bedeutet sie kennen meinen “Stil” genau. Ich spüre wenig Druck, denn ich muss nicht davon leben. Das kann gut oder schlecht sein. Gut, weil der Fokus auf dieses eine fotografische Gebiet eine intensive Auseinandersetzung und Weiterentwicklung bieten kann. Schlecht, weil Geld einen kommerziellen Druck auf den Fotografen ausübt, und eine Erwartungshaltung bei den Kunden schürt die erfüllt werden will….

    So eine Hochzeit hat ja mehrere Komponenten…. mindestens Standesamt, Party und Portraitshooting, und jeder dieser Teile folgt seiner eigenen Dynamik und Gesetzmäßigkeit… und dann sind die Menschen denen man begegnet ja auch alle anders… es liegt halt am Fotografen was er mit seiner Sicht der Dinge daraus macht :-) und du machst sehr viel daraus.

    Nicht zu wissen wie der Tag verläuft, zu improvisieren mit dem was der Tag und die Situation bringt, das ist für mich das spannendste an der Hochzeitsfotografie, aber genau dort liegt auch immer die Unwägbarkeit ob alles für den Fotografen glatt läuft. Man gewöhnt sich aber ob man will oder nicht gewisse Standards an… ich ertappe mich jedenfalls dabei. Einerseits weil die Leute sie gerne sehen, aber auch weil der Mensch – hier genannt Fotograf – ein Gewohnheitstier ist, und die Beherrschung der Standards Sicherheit gibt. Das können selbst erarbeitete Dinge sein, oder halt Sachen die man auf einem Kurs gelernt hat – in so fern finde ich es nicht schlimm (ich selber hab nie einen Kurs besucht, sondern folge meiner Intuition) …Blöde ist nur wenn man in diesen Standards verharrt. Sich davon immer wieder weg zu bewegen, neue Sichten zu finden ist natürlich viel geiler, aber auch halt anstrengender, und ne Auseinandersetzung mit sich selber.

  21. Ein wunderbarer Bericht über die Hochzeitsfotografie mit ebenso schönen und individuellen Bildern. Einige Textpassagen sprechen mir aus der Seele. Das Brautpaar, die Location und die zu verfügung stehende Zeit legen den Rahmen fest, was machbar ist. Manchmal geht diese Rechnung auf, manchmal nur zum Teil. Das ist die Herausforderung an der Hochzeitsfotografie: Gute Bilder zu liefern, auch wenn der Fotograf das Motiv nicht direkt beeinflussen kann.

  22. Blogartikel dazu: Hochzeitsfotografie neu erfinden | Hochzeitsfotograf Würzburg München Frankfurt

  23. Auch ich finde es witzig, wenn junge Menschen im Wasser planschen, die Kleidung tauschen, sich mit Matsch beschmeissen und wie kindliche Wesen über die Wiese laufen.
    Aber was hat das mit Hochzeit zu tun? Es ist ein reines Paarshooting in gestellten Abläufen/Posen.
    Die Qualität der Fotos ist überzeugend und wenn der Kunde zufrieden ist, dann wurde das Ziel erreicht und alle sind glücklich.

    VG
    Willy

  24. Hallo Katrin,
    ich verstehe den Wunsch, auf Hochzeiten nicht immer den gleichen Einheitsbrei zu farbizieren. M.E. sollte man dabei mit Augenmaß agieren und sich nicht zu sehr von der Hochzeit selbst entfernen, wie ich das z.B. in den hier gezeigten Beispielfotos von Dir sehe. Der Hochzeitsbezug ist teilweise weg bis kaum erkennbar – als “Kunde” wäre ich damit nicht zufrieden. Und an die üblichen Standardsituationen kommt man als Hochzeitsfotograf überhaupt nicht vorbei. Zur Reportage gehören nun mal die Abläufe wie z.B. Ringetausch, Straußwurf und Torte anschneiden. Dabei das Rad neu erfinden bzw. eine originelle Bildidee oder -perspektive zu finden, dürfte schwierig bis unmöglich sein. Von daher muss ein wenig “Routine” schon sein. Wenn man eigene Ideen einbringen und umsetzen will, lässt sich das normalerweise mit dem Brautpaar umsetzen, ohne den Hochzeitsbezug zu verlieren.
    Absolut richtig und wichtig finde ich es, sich nach jeder Hochzeit selbst zu hinterfragen, zu überlegen, was man vielleicht hätte besser machen können (fürs nächste mal) und sich weiter zu bilden und zu informieren. Sich einfach weiter zu entwickeln. Das scheinst Du ja zu tun. :)