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14. November 2012 Lesezeit ~ 4 Minuten

Zweiter Monatsbericht vom iPhone-Projekt

Vor zwei Monaten begann ich, auf der Straße ausschließlich mit dem Apfeltelefon zu fotografieren und die DSLR zuhause zu lassen. Schon jetzt hat sich diese Entscheidung für mich mehr als gelohnt, wie der zweite Monatsbericht zeigen wird.

Ich erinnere mich noch genau: Ich fotografierte morgens noch das Blättern durch die Seiten meines Buches und ein paar Stunden später hatte ich eine Idee, die den kompletten Folgemonat bestimmen sollte.

Vor meinem inneren Auge sah ich verschwommene Menschen, abstrakte Bewegungen und eine ungewohnte Nähe zu den Menschen auf der Straße. Später dachte an die Fotografien von Alexey Titarenko.

Einige Gedankengänge später wusste ich auch schon, wie ich meine Idee umsetzen würde. Denn mir fiel die dazu passende App ein, die ich vor einem halben Jahr schon einmal ausprobiert hatte und die mir erlaubt, lange Belichtungen auch bei Tageslicht durchzuführen: SlowShutter.

Begeistert von meinem Vorhaben fuhr ich mit dem Rad zum Bahnhof Durlach und probierte aus. Und ich war erstaunt. Denn: Es funktionierte. Und sah ungefähr so aus, wie ich es vor meinem geistigen Auge gesehen hatte – ich gebe zu, das passiert mir sehr selten.

Und ich hatte auch gleich einen Namen dafür: Rauschen. Denn durch die längere Belichtung entstehen viele teils unscharfe Ebenen, die unter dem Begriff „Rauschen“ einen treffenden gemeinsamen Nenner finden.

Dabei hatte ich das Gefühl, etwas zu machen, was mir entspricht und eine Seite von mir ausdrückt, die ich bisher in der Straßenfotografie nicht konsequent in dem Mittelpunkt gestellt habe: Das Düstere, Unscheinbare und Chaotische.

Weiter ist für mich der philosophische Unterbau schon gegeben: Die Bilder ähneln in gewisser Weise der Erinnerung an Vergangenes. Das ist oft eine Mischung aus Emotionen und Eindrücken, die gemeinsam zusammengestückelt niemals im vollen Umfang und allen Details das wiedergeben, was gesehen wurde.

Diese Form der Revisualisierung ist für mich gerade auch ein aktuelles Thema, weil ich mich derzeit im Spezifischen mit meiner Kindheit beschäftige.

~

Jedoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Nachdem die erste Begeisterung verflog, wurde mir klar, dass eine längere Verfolgung der Thematik anstrengend, energiezehrend und unbequem würde. Warum das?

Weil diese Form der Fotografie weitaus mehr Konzentration erfordert als das übliche „Oh, das sieht gut aus, knips“. Ich muss vorausdenken, meine Bilder planen und immer damit rechnen, dass eine achtsekündige Aufnahme nichts wird.

Ich kann nicht fünf Aufnahmen von einer Situation machen und mir dann die beste herauspicken. Shoot and luck is’ nich’. Und das bedeutet auch, eine ganze Menge Kontrolle abzugeben.

Somit ist bis zum heutigen Tag noch nicht klar, ob ich mir die Rauschen-Fotos ganz zu eigen machen und weiter verfolgen werde. Eines ist jedoch sicher: Ohne iPhone hätte ich diese Serie nur sehr unwahrscheinlich gemacht, weil mir die App so manche Eingriffe in das Endergebnis erlaubt, die mir mit der DSLR verwehrt bleiben.

Wobei ich wieder beim Thema iPhone vs. DSLR bin. Das iPhone ist für mich mittlerweile die Kamera geworden. Gedanken an meine 5D verschwende ich seltenst, wobei diese nicht an Reiz verloren hat. Die Vorteile, auf der Straße unerkannt zu bleiben und nicht ernst genommen zu werden, sind nach wie vor evident und nicht zu vergleichen mit dem Fotografieren hinter dem Vollformat-Trümmer.

Neulich wurde ich in einem Interview, das bald in einer Fachzeitschrift erscheint, gefragt, ob der Markt der Streetfotografie nicht schon längst überladen wäre, auch mit Hinblick auf Facebook und Instagram. Ich möchte an dieser Stelle die Antwort nicht vorwegnehmen, jedoch fühle ich mich in diesem Sujet sehr wohl. Und gefühlt sind es nur ganz wenige Fotos, die ich innerhalb einer Woche in besagten Netzwerken sehe, die mich begeistern.

Meine eigene Ausdrucksweise zu finden, unverwechselbar zu werden und somit den einen oder anderen mit meinen Bildern zu berühren, das ist meine Intention. Dabei geht es mir nicht darum, möglichst bekannt zu werden, sondern eine Sprache zu sprechen, die andere „anspricht“. Das iPhone ist für mich die leichteste Möglichkeit, dies umzusetzen. Wenn auch, wie oben schon angesprochen, dennoch die Arbeit nicht wegfällt.

Im letzten Monat wurde ich häufig darauf angesprochen, wie ich denn die Fotos mache. Diese Frage ehrt mich und ich denke auch, dass sie eine gewisse Berechtigung hat. Jedoch:

Hier den exakten Ablauf mit sämtlichen Klicks einzudiktieren, ist mir ehrlich gesagt zu unpersönlich und sowas nimmt der Sache zu sehr den Zauber. Ich möchte diejenigen, die Interesse an der Herangehensweise gefunden haben, dazu ermutigen, selbst auszuprobieren.

Den eigenen Impulsen zu folgen und sich überraschen zu lassen, wohin die Reise geht. Dass ich mit SlowShutter und Snapseed arbeite, sei dabei nur am Rande erwähnt, da es Tausende Apps gibt, die das Gleiche ermöglichen.

Übrigens: Ich habe drei Fotos meiner Rauschen-Serie quadratisch auf A3 gedruckt und schon bald werden die Fotos in unserem Büro 5&30 im Schaufenster hängen. Mir gefallen die Ergebnisse sehr.

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71 Kommentare

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  1. Bei mir (www.stefansenf.de) heißt das ganze ‘Lichtpfützen und Schattenseen’ (http://stefansenf.de/?cat=33) und lässt mich seit längerem nicht los. Mein Büro hängt auch voll davon, knapp 20 Drücke in verschiedenen Formaten. Allerdings in Farbe. S/w wirkt anders!

    Flapsig würde man wohl schreiben: ‘Zwei Doofe ein Gedanke’. Danke für’s zeigen, es macht Spaß Verwandtschaften und Unterschiede zu entdecken!

    Viele Grüsse:Steff

  2. Blogartikel dazu: [Lichtpfützen und Schattenseen] Eine verwandte Serie von Martin Gommel | Stefan Senf

  3. ich bin begeistert von dieser serie und hoffe, dass du uns noch viele weitere bilder davon zeigen wirst! ich mag das düster wirkende, das verwischte, das rauschen, alles! gratulation zu dieser idee und zu den bildern, die ich mir allesamt in groß an der wand vorstellen kann!

    vlg
    martina

  4. hallo martin,

    deine bilder erinnern mich stark an kohle- bzw. tuschezeichnungen. ich hätte nicht gedacht daß das mit einem eifon möglich ist.

    wirklich schön abstrakt. danke fürs zeigen.

    grüße,
    natalie

  5. Muss ich dir leider sagen, das gibt mir nichts. Abgesehen von der alten Frau, vermutlich in der Straßenbahn, gefällt mir nichts davon. Manches erinnert mich daran was jemand fotografiert wenn er gar keine Ahnung von der Fotografie hat und nicht weiß wie er die Kamera richtig einstellen soll. Frei definierbare Kunst ist meiner Meinung nach keine Kunst, denn auch Kunst hat ein Ziel.

      • ja, aber was soll es denn anderes? Wenn es keine Kunst sein soll oder ein künstlerischer ausdruck, dann sind es doch einfach billigst generierte bildchen mit einem der hunderttausenden von zur verfügung gestellten apps fürs iphone. nicht mehr und nicht weniger.
        was mich aber sehr stört dabei ist, dass es eigentlich gar keine fotografie ist. die bilder entstehen ja nicht durch einen fotografischen prozess, sondern allein durch ein bisschen computerprogrammierung im mobile. es sieht ein bisschen aus wie lochkamera, ist es aber nicht. es sieht ein bisschen aus wie historisch, ist es aber nicht.
        wenn kunst von “können” kommt, ist das hier eher “wulst” (kommt von “wollen”).

      • @ Martin (nicht Gommel, sondern der andere :-))

        Warum sollte Smartphone-Fotografie keine Fotografie sein? Definiert sich Fotografie nur über die Tatsache, dass ein fotografischer Prozess zugrunde gelegt werden muss? Wie definiert man einen fotografischen Prozess? Lithographie? Daguerreotypie? Kollodium-Nassplatte? Analoge Fotografie? Digital? Mit DSLR? Oder dürfen es auch Kompaktkameras sein? Auch ein Smartphone besitzt eine Objektivlinse, wenn auch in vereinfachter Form. Und auch dieses Smartphone ist in der Lage, Bilder aufzuzeichnen. Ob dabei Apps benutzt werden oder wie noch in Analogzeiten lustige bunte Filter spielt dabei keine Rolle und unterliegt lediglich dem persönlichen Geschmack des Anwenders.

        Ein fotografischer Prozess bezeichnet nichts anderes, als die Aufzeichnung von Licht auf ein anderes Medium. Vor 160 Jahren war das eine Zinnplatte später ein lichtempfindlicher Film und heute sind es Sensoren.

        Willkommen im 21. Jahrhundert.

      • Oh, das ist aber, mit Verlaub, Unfug! Natürlich ist das Kunst. Was sonst? Dokumentation? Journalismus? Welchem Zweck dienen sie? Werbung? Ein Erinnerungsfoto für die Lieben zuhause?
        Ok, wenn du Kunst mit “hat eine Botschaft” oder “aufwändige, perfektionierte Handwerksleistung” gleichsetzt, isses vermutlich keine. Aber das neutral betrachtete Endprodukt ist mMn tatsächlich Kunst.
        Oder einfach nur zufälliger Abfall, aber das ist ja Quatsch, so genial wie die sind.
        Ich kann mir die Bilder angucken und fühlen, was sie mit mir machen. Manche sind egal, manche sind geheimnisvoll, manche machen traurig, bei anderen gibts ein Lächeln.
        Sorry, aber ganz eindeutig Kunst!

      • Also mir ist es lieber, jemand macht solche für mich künstlerischen Fotos, ohne den Anspruch zu haben, Künstler zu sein, als jemand, der sich Künstler nennt und krampfhaft versucht, Kunst zu schaffen.
        Darüber, was Kunst ist und was nicht, wird man sich sowieso nicht einig werden. Für mich ist das hier welche im Gegensatz zu vielen Gemälden, die in Galerien so rumhängen. Ich würde auch gerne mal jemanden sehen, der solche Fotos aus Versehen macht, weil er nicht weiß, wie er die Kamera einstellen soll.
        Mir ist das leider noch nicht passiert.
        Und was das kunstschaffende Medium betrifft, sollte man inzwischen auch so weit sein, die Nullen und Einsen genauso zu akzeptieren, wie Pinsel und Farbe oder Blätter und Äste oder Butter und Badewannen oder…

    • Lieber Alex, lieber Martin (nicht Grommel),

      eure Kunstbegriffe sind ja abenteuerlich. Vielleicht ist es eher die Angst, dass euer teures Equipment an Ansehen verliert, wenn sich solch (vermeintlich) einfache Fotografie etabliert. Meinen Geschmack trifft diese Fotoserie auch nur bedingt. Aber natürlich ist es Kunst und ganz selbstverständlich ist es Fotografie!

  6. Ich mag diese Bilder und Du beschreibst sehr schön genau das, was mich daran begeistert. “Das Düstere, Unscheinbare und Chaotische” der Welt um uns herum; diese Melancholie die z.T. in dne Bildern liegt, das Schwelgen in Vergangenem.
    Vielleicht liegt es daran, dass diese Stimmungen mit meiner momentanen ziemlich übereinstimmen und ich mich mit den gezeigten Situationen identifizieren kann … vielleicht sind es aber auch einfach gute Bilder ;)

  7. DAS ist es, was kwerfeldein ausmacht! Beiträge wie „Zweiter Monatsbericht vom iPhone-Projekt“!!!!

    Ich wurde mal “ermahnt”, doch nicht so über gewisse Fachmagazine und Foren zu lästern… Bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen bedeuten die für mich mittlerweile Stillstand, Rückschritt. Gepaart mit fortschreitende Vergreisung von „Diskutanten“ im Stil der ewigen Muppet-Show Stänkerer Statler und Waldorf. Und es müssen gar nicht die Pensionäre sein – ich habe auch nur noch gut ein Jahr bis zur 6. „Nullrunde“ ;-)

    Wer heute nicht mehr lernen will, und „Kameras“ wie das iPhone stattdessen verdammt, weil er keine Ideen, keine Phantasie hat, fliegt halt vom Karrussell. Vollkommen altersunabhängig!

    Vielen Dank für „Zweiter Monatsbericht vom iPhone-Projekt“!!

    Ralf

  8. Hallo Martin !

    Es ist schon unglaublich, was ein Smartphone mit passenden Apps zu leisten vermag. Mir gefallen die Bilder.

    Interessant: meine technische fotografische Entwicklung verlief genau umgekehrt: damals noch mit einem 3.2 MP Sony-Ericsson Handy (was sind Smartphones ? :-)) angefangen, wieder Freude an der Fotografie gefunden (vor 25 Jahren pausiert), dann Lumix LX-3, GF-1 und schliesslich bei einem Vollformat-Trümmer angekommen, den ich nicht mehr hergeben würde :-).

    • Hallo Joschi. Ja, die Fotografie hat so manche Wege, die sie mit uns unternimmt, um weiterzukommen. Aber schön ist, dass Du über Dein Handy nach so langer Zeit wieder Freude am Bildermachen gewonnen hast. In diesem Sinne: Gut’ Licht!

  9. Wenn Dir die Bilder so gefallen dann ist es ja absolut OK.
    Aber jetzt bitte nicht böse sein, mein Ding ist es nicht. Deine sonstigen Bilder gefallen mir dagegen ausgesprochen gut. Aber das ist halt Geschmackssache.
    Gruß
    Oli

  10. Hallo Martin – ich fühle mich ausserordentlich inspiriert! Mit Deinem Schwenk zur Langzeitbelichtung hast du Dein Projekt irgendwie gerettet – ich war nach deinem ersten Beitrag nicht ganz deiner Meinung. Besser noch – jetzt freue ich mich auf Beitrag 3 und bin gespannt wie du das Projekt vorantreibst. Mehr davon :)

  11. Blogartikel dazu: » iPhone Rauschen

  12. ganz große klasse.

    bilder die anders sind. raum für eigene gedanken lassen.
    mir gefällt besonders, dass du viel vorstellungskraft einbringst, bevor du das bild schießt.
    wie die bilder entstanden sind ist irrelevant. das ergebnis ist einfach ganz große klasse.

    wann und wo planst Du eine ausstellung?

  13. Ersteinmal vielen Dank für den Interessanten Monatsbericht. Ebenso spannend dazu sind die Kommentare, die in etwa die verschiedenen Meinungen zu dem Thema wiederspiegeln. Im Grunde geht es um den Dreikampf, Handyfotografie, Apps vs.Digitale Kameraboliden vs. Analoges Handwerk. Egal wie unterschiedlich das Ergebniß betrachtet wird, was bleibt ist das Gefühl beim betrachten der Bilder und da sollten wir uns besser loslösen von der Vorstellung womit die Bilder entstanden sind.
    Im übrigen gefällt mir die Erklärung für das Rauschen sehr gut, da es auch für mich am besten das Gefühl an einen zurückliegenden Augenblick ausdrückt.
    Das Bild Rauschen _17 ist ganz große Klasse, das hab ich mir gleich in meine Favs.gelegt.
    Ach ja, vielen Dank für Euer großartiges Format.

  14. Deine Serie erinnert mit mich an Bilder die in meiner Praxis hängen mit dem Titel “Passanten” von Paul Schwer, allerdings in Öl. Deine Serie gefällt mir gut, insbesondere das Titelbild … mach weiter so.

  15. Hallo Martin,

    vielen Dank für Deine sehr interessanten Ein- und Ansichten.
    Viele der Fotos die Du hier aus der Serie “Rauschen” zeigst, sind fantastisch und absolute Fotokunst.
    Ich bin auf weitere Aufnahmen und Deine persönliche Weiterentwicklung diesbezüglich schon sehr gespannt.

    Grüße aus Heidelberg
    Sven

  16. Die eine Hälfte der Fotos gefällt mir extrem gut, die andere weniger.
    Wenn die Bilder realer und manifester werden, also Personen genauer
    zu erkennen sind, fängt das nicht meinen Blick. Wann immer du aber
    abstrakter wirst und schemenartig aufgenommen hast, gefallen mir
    die Fotografien sehr.

    Beste Grüße

  17. Also mir gefallen Bild 3 und 4 besonders gut. Die Diskussion ob iphone oder Vollformat kann ich nicht nachvollziehen. Ich schreibe schon lange keine Exif Daten unter meine Bilder, da ich finde die Bilder sollen nach deren inhaltlichen Qualität beurteilt werden und nicht nach dem Equipment.

  18. Hallo

    Super Bilder, die voll meinen Geschmack treffen :)

    So eine App wie Slow Shutter suche ich schon lange für Android, aber da scheint es sowas wohl Mal wieder nicht zu geben. Schade eigentlich.

  19. Konzept, Philosophie, Motive, Bildsprache, Ästhetik und deine persönliche (mir am wichtigsten) Note sprechen für ein Buch, dass ich sofort kaufen und in meiner Sammlung zwischen vielen großen Fotografen gerne sehen würde. Ich empfinde bei (all) deinen Arbeiten eine große Anziehungskraft, die mir bei vielen, selbst ähnlichen Fotografien komplett fehlt. Ich kann nicht einmal genau sagen, was es ist, derzeit ist es intuitiv, aber vielleicht hilft mir (d)ein Buch zur höheren Erkenntnis…

  20. Je einfacher der Zugang zu technisch perfekten Bildern wird (durch Digitalkameras, neuste Technik, erschwingliche Preise etc), desto mehr entwickeln sich viele Fotografen zum vermeindlich Unperfekten (analog, Polaroid, selbst entwickeln, eigene Lochkameras etc). Ein Teil zumindest. Und wie man einem talförmiges Histogramm besondere Attraktivität nachsagt, ergeben beide Seiten in der Fotografie ein attraktives Gesamtbild. Vor allem die freie Herangehensweise und das (in manchen Augen unsachgemäße) Ausreizen der Möglichkeiten zeigt doch, wie spannend die Fotografie ist. Mir gefällt die Reihe sehr sehr gut, denn sie ereichen bei mir das, was du beschreibst. Emotionen, Erinnern, Chaos. Ich habe Lust auf mehr.

  21. Also das erste Bild ist für mich ganz große Kino! Allerdings warte ich bei Deinem iPhone Projekt noch auf den großen Ah Ha Effekt. Bis jetzt hat sich mir noch nicht so ganz erschlossen wo jetzt die Alleinstellungsmerkmale der Smartphonefotografie legen sollen. Aber vielleicht ist das ja auch gar nicht Dein Ziel. Egal….schon wegen dem oben genannten Photo ein klasse Beitrag.

    Was aber die ewigen Analog versus Digital versus Smartphone versus Kartoffelsuppe Postings betrifft, fühle ich mich irgendwie an die zeit von vor ungefähr 10-15 Jahren zurückversetzt. Da gab es ähnliche Differenzen in der Musikbranche. Die Argumente waren die gleichen (Analog war das einzig wahre für Künstler die sich genau überlegten welche Potis zu drehen waren um ein bestimmtes Ergebnis zu erhalten,Digital war für Nichtskönner die nur beliebige Ergebnisse erzielen konnten oder aber Digital war die Zukunft der Kreativität und Analog für die ewig Gestriegen die nicht die Zeichen der Zeit erkannt haben.
    Danach kräht dort heute kein Hahn mehr. Das eine ist dem anderen gleichwertig und ergänzt das andere bzw. bedingen beide einander. Ich hoffe mal das in der Fotografie solche Grabenkämpfe bald der Vergangenheit angehören. In Hinblick darauf glaube ich das Deine Arbeiten hier (wie auch Kwerfeldein im Allgemeinen) einen wichtigen Beitrag auf dem Weg dahin sind.
    Also weitermachen und noch viel Spaß dabei!
    Der Blendenfütterer!

    • Hei

      Dein Vergleich/Hinweis zur Musik hat mir sehr gefallen! Ich habe immer noch rund 300 ausgewählte Langspielplatten. Aber selbstverständlich auch CD und MP3. Als absoluter Höhepunkt ist dieses Jahr noch ein weiterer analoger stromloser “MP3-Player” dazugekommen. Früher sagte man Grammophon dazu ;-) Das ist nochmal eine eigene Welt. Die Frage meines 10-jährigen Sohns nach dem “Lautstärkenregler” regelte ich durch einen sauberen Woll-Lappen im Schalltrichter und verschiden dicken = lauten Grammophon-Nadeln…. Zurück zum Fotografieren. Immer die Neugier behalten! Und wo steht es, dass es verboten ist mit dem Ei-Fooon kreativ zu sein… Neben Analog und (Vollformat) DSLR…

      Ralf

  22. Diese Bilder interpretieren den Moment auf eine ganz eigene Art. Eine Art, die nicht nur simpel den Moment festhält, sondern ihm Raum und Zeit lässt. Ein Art, die unsichtbar macht, verwischt, aber nicht unkenntlich macht.
    Mir gefallen die Bilder extrem gut. Nicht alle in gleichem Maße, aber doch der überwiegende Teil. Ich habe mir die App heruntergeladen und habe Lust, damit zu experimentieren und da bin ich sicher nicht die Einzige ;-) Vermutlich hast du mit diesen Bildern einen neuen Hype ausgelöst, zumindest hier unter den Lesern :-)

    • Würde es auffallen, wenn man 100 Fotos nimmt, sie durch 1-2 Filter jagt und sagt: Seht! Mein Handykamera-Projekt?`Vermutlich nicht.
      Würde es auffallen, wenn man schlechte 100 Fotos nimmt und sie so lange mit Gimp oder PS durchnudelt bis sie toll aussehen? Vermutlich schon.
      Beides ist keine Kunst.

      Meine Ansicht nach bewegen sich die Bilder, obwohl sie mir gefallen, an der unteren Grenze zu dem was noch Kunst ist. Denn dafür sind mir einige Voraussetzungen einfach zu knapp getroffen. Mein Hauptproblem ist hier der Einfluss einer App in Kombination mit einer beschnittenen Kamera. Beides reduziert den künstlerischen Prozess. Die App durch die durch das Programm vorgegebenen Parameter und die Kamera durch ihre beschnittenen Möglichkeiten die technisch so gewollt sind und nicht Teil der eigentlichen künstlerischen Aussage sind.
      Wenn das jemanden hier nicht passt, der editiere doch einfach den Artikel den er zum Thema “Kunst” bei wikipedia findet.
      Ich finde es schadet nicht, wenn man mal trotz jeglicher subjektiver Geschmäcker und Sympathiebekundungen einen Moment darüber nachdenkt, das in der heutigen Zeit alles mögliche hochgejubelt wird, obwohl es eigentlich nur beliebig jedermann ist.

  23. Blogartikel dazu: Woanders – heute über Duftkerzen, Autofahren, demente Großmütter und anderes | Herzdamengeschichten

  24. Blogartikel dazu: Dritter Monatsbericht vom iPhone-Projekt - kwerfeldein - Fotografie Magazin

  25. Blogartikel dazu: Quick Tip: Slow Shutter Cam | staenkerliese.