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04. Juli 2012 Lesezeit ~ 2 Minuten

Entwickeln mit Peeneol

Dein Entwickler ist alle, der Kaffee ist aus und Rotwein ist auch nicht da? Kein Problem – nimm einfach Peeneol. Diesen Entwickler hat wirklich jeder im Haus.

Im Beitrag über Filmentwicklung mit Rotwein von Tobias Pohl habe ich gelesen, dass man rein theoretisch Filme auch mit Urin entwickeln kann. Ich entwickle nun seit ca. zwei Monaten meine Filme selbst und experimentiere gerne. Auch schrecke ich nicht vor Extremen wie einem 5-Blenden-Push oder Ähnlichem zurück.

Also einen Film mit meinem eigenen Urin entwickeln? Genau mein Ding. Ich spulte mir ein Stückchen APX 100 in eine leere Filmdose, bestückte meine alte Kamera damit und machte mich auf den Weg nach draußen. Ich brauchte ein paar schnelle Schnappschüsse für dieses Experiment. Damit der Film eine „kürzere“ Entwicklungszeit benötigt, habe ich ihn mit ISO 80 statt ISO 100 belichtet.

Ich malte mir schon aus, wie die Bilder wohl aussehen würden, denn es stand ja was von „minderwertigen“ Bildergebnissen im Wineol-Artikel – aber wen stört das schon? Wenn ich „perfekte“ Bilder will, nehme ich meine digitale Kamera. Einfach einmal machen und selbst, wenn die Bilder superschlecht werden, kann ich sagen: „Hey, mir liegt die Fotografie so im Blut, ich kann mit meiner Pisse Filme entwickeln.“

Das kann nicht mal Chuck Norris!

Mit einem Grinsen auf den Lippen setzte ich meinen Spaziergang fort. Die elf Bilder waren schnell gemacht. Auf dem Rückweg kaufte ich noch schnell Frühstücksbrötchen, Rotwein und Instantkaffee, die beiden Letzteren für weitere Film-Experimente.

Meinen „Morgenurin“ hatte ich schon in einer noch vorhandenen Fotochemie-Flasche aufgefangen und verwahrt. Jedoch langte die Menge noch nicht, um meine Dose zu befüllen. Also war Warten angesagt.

Gegen Mittag war es dann so weit, 360ml hatte ich nun zusammen! Ich gab noch schnell einen flachen Teelöffel Vitamin-C-Pulver sowie 4 leicht gehäufte Teelöffel Soda hinzu, verschraubte die Flasche und schüttelte die Lauge durch.

Beim Öffnen der Flasche kippte ich fast um. Pfui Teufel! Nun gab ich die Brühe zu meinem Film in die Entwicklungsdose und das Spiel begann. Ich entschied mich für eine Entwicklungszeit von 50 Minuten, alle 30 Sekunden kippte ich die Dose.

Als der Film dann auch fixiert und gewässert war, folgte der große Moment der Wahrheit. Das Öffnen der Dose. Schon allein der Anblick der Negative ließ mich staunen. Ich konnte tatsächlich Bilder erkennen. Und die Kontraste? Knackig!

Hmmm, das Ganze braucht jetzt noch einen Namen. Pipineol? Nee, doof. Aber Peeneol, das klingt doch super und ein bisschen seriöser.

Ich möchte mich bei Tobias Pohl für diesen tollen Artikel über Wineol bedanken, der mich auf diesen „Trichter“ brachte. Entwickeln mit Urin geht! Und komisch riechen tut Entwickler so oder so.

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29 Kommentare

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  1. Sachen gibt’s! Ich wusste ja, dass Urin in der Medizin eingesetzt wird und wahre Wunde vollbringen soll. Jetzt weiß ich: auch zum Entwickeln von Fotos brauchbar. Scheint ja ein echtes Wundermittel zu sein, lach! Aber gewöhnungsbedüftig bleibt es in beiden Fällen…

  2. Es lebe der Spieltrieb :-) und so findet jeder in der Fotografie und drumherum was er zum Glücklichsein benötigt.

    Für reproduzierbare Ergebnisse solltest Du nun natürlich eine Liste der Nahrungsmittel und Getränke führen inkl. der Mengen, damit die Zusammensetzung und Konzentration Deines Pee auch stimmt.

    Am Ende ist es vielleicht dann doch eine Rotweinentwicklung, wenn Du davon abends genug hattest ;-).

    Bogi

    P.S.: Für die denen ein leichter Ekelschauer durch den Körper zuckt, empfehle ich eine intensivere Auseinandersetzung mit eben diesem….und dazu gehören auch die Ausscheidungen. Harnstoff findet sich übrigens in ener menge an Medikammenten und Hautpflegen (Urea, etc.)

  3. Ohne Worte!

    Beim nächsten Artikel berichtet jemand davon, daß er seine Scheisse mit Vitamin C und Soda anrührt, sich über den Geruch mokiert und vom Kontrast (Kackig statt knackig) schwärmt.

    Kwerfeldein, wie tief bist Du gesunken?

    • was soll den so schlimm darann sein. urin ist das beste was es gibt. ich meine ich würd’s NICHT machen, aber medizienisch gesehen…viele trinken den auch morgens, gibt unzählige bücher darüber.

    • Manche Sachen sollte man nicht zu ernst nehmen….. Schließlich gehört in der Fotografie auch eine Menge experimentierfreude und Spaß dazu :)

      PS: Wenn Sie da Mal nicht einen Stein ins Rollen gebracht haben ;)

    • Maude? Was machst Du hier? Gestern hab ich dich überall gesucht und nicht gefunden! Ab ins Bett jetzt, aber zack zack! Sonst gibt es morgen keinen Schnulli! Deine Mama

    • Hallo,

      ich weiß ja nicht, ob man hier Markennamen nennen darf, aber es handelte sich um die jeweils günstigsten Artikel die ich bei einem großen Online-Buchhändler bekommen konnte.
      Genaue Gramm-Angaben kann ich leider nicht machen, aber eine Feinwaage ist nun im Haus und ich experimentiere weiter ;)

    • Soda und Vitamin C sind IMMER gleich, egal von welcher Marke. Beides ein Molekül…
      ungefähr wie Aspirin von Bayer und von anderen. Nur dass in Soda und Vitamin C nichts anderes drin ist.

  4. Ich finde dieses Experiment auf jeden Fall ziemlich genial.
    Wir sind in der Mittelalter-Reenactment-Szene unterwegs, von daher ist Urin bei Färbevorgängen von Stoffen und zum Aufbereiten eines Zunderschwammes bekannt.
    Nun kann man damit auch entwickeln.
    Cooler geht es doch nicht! :)

    Viele Grüße
    Daniel

  5. Hallo Dennis, jetzt bin ich aber von den Socken,
    das die Ergebnisse so gut werden hätte ich nicht geglaubt. Kannst Du mal zeigen wie die Negative aussehen?
    Färbung und Dichte… würde ich gerne mal vor Bearbeitung sehen.
    Aber echt klasse dass Du das durchgezogen hast.
    Ich entwickle gerade verstärkt mit Paracetamol.
    Das hat man ja auch zu Hause….